(19)
(11) EP 0 551 051 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.07.1993  Patentblatt  1993/28

(21) Anmeldenummer: 92810816.6

(22) Anmeldetag:  21.10.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E04F 15/024, E01C 23/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 09.01.1992 CH 47/92

(71) Anmelder: H. Weidmann AG
CH-8640 Rapperswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Klostermann, Ludger
    CH-8645 Jona (CH)

(74) Vertreter: Groner, Manfred et al
Isler & Pedrazzini AG, Patentanwälte, Postfach 6940
CH-8023 Zürich
CH-8023 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schalungsmatrize für einen Hohlraumboden


    (57) Die Schalungsmatrize weist eine vergleichsweise starre Platte sowie mehrere auf der einen Seite der Platte (6) angebrachte Tragfüsse (5) auf. Die Tragplatte (6) besteht vorzugsweise aus gepresster Zellulose und die Tragfüsse (5) sind vorzugsweise aus Polypropylen hergestellt. Auf der Unterseite der Tragfüsse (5) ist jeweils eine flexible Halskrause (9) mit einer Oeffnung (8) angeordnet, durch welche bei einem unten auf einem Unterboden (1) nicht aufliegenden Tragfuss (5') oben auf die Matrize (3) aufgetragenes Bodenmaterial (4) unten austreten kann. Die Halskrause (9) bildet gegenüber dem Unterboden (1) eine Dichtung und verhindert, dass das ausgetretene Bodenmaterial (4) seitlich austreten kann. Dadurch ist sichergestellt, dass auch bei einem unebenen Unterboden (1) sämtliche Tragfüsse (5,5') unten aufliegen. Dennoch ist die Schalungsmatrize während der Montage begehbar.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schalungsmatrize für einen Hohlraumboden, mit einer im wesentlichen ebenen und starren Platte sowie mehreren auf der einen Seite der Platte angebrachten becherförmigen Tragfüssen mit jeweils einem offenen Boden, die von der anderen Seite der Platte her über entsprechende Löcher der Platte mit einem fliessfähigen Bodenmaterial füllbar sind.

    [0002] Eine bekannte Schalungsmatrize dieser Gattung wird vom Anmelder aus Recycling-Zellulose durch Verpressen hergestellt. Die vergleichsweise steife Schalungsmatrize ist beim Montieren begehbar und damit einfach zu verlegen. Da die Unterlagsböden, auf welche die Schalungsmatrizen gelegt werden in der Regel nicht exakt eben sind, hat diese hohe Steifigkeit jedoch den Nachteil, dass vielfach einzelne Tragfüsse der Schalungsmatrize auch bei eingefülltem Bodenmaterial, beispielsweise Sand-Zementmörtel, den Unterlagsboden nicht berühren. Aus Gründen der Stabilität wäre es nun wünschbar, dass sämtliche Füsse auf dem Unterboden aufstehen. Zudem können eventuell einzuziehende Kabel und Leitungen sich unter abstehenden Tragfüssen verklemmen.

    [0003] Weiter ist aus der EP-A-0 057 372 eine Schalungsmatrize aus einer vergleichsweise dünnen Kunststofffolie aus biegsamem und geschmeidigem Material bekannt. Diese Folie passt sich beim Aufbringen des fliessfähigen Bodenmaterials an die Unebenheiten des Unterbodens an. Bei der Montage ist diese Schalungsmatrize jedoch nicht begehbar, was die Montage wesentlich erschwert.

    [0004] Weiter ist aus der US-A-3,442,058 eine Schalungsmatrize bekannt, die unten offene Füsse aufweist. Bei einem unebenen Unterboden tritt bei nicht aufliegenden Füssen beim Auftragen des fliessfähigen Bodenmaterials dieses teilweise unten aus, was insbesondere dann nicht erwünscht ist, wenn der Hohlraumboden zur Aufnahme von Kabeln und Leitungen vorgesehen ist.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schalungsmatrize der genannten Gattung zu schaffen, welche die oben genannten Nachteile vermeidet. Die Schalungsmatrize soll somit auch bei einem unebenen Unterboden an allen Füssen abgestützt sein. Trotzdem soll die Schalungsmatrize sehr kostengünstig herstellbar und beim Montieren begehbar sein. Die Aufgabe ist durch die Erfindung gemäss Anspruch 1 gelöst.

    [0006] Bei der erfindungsgemässen Schalungsmatrize weisen die Tragfüsse jeweils an ihrem Boden eine flexible Halskrause mit einer durch austretendes Bodenmaterial aufweitbaren Oeffnung auf. Bei einem auf dem Unterboden nicht aufstehenden Fuss kann deshalb das aufgetragene und fliessfähige Bodenmaterial unten durch die aufweitbare Oeffnung austreten. Dieser schiesslich am Unterboden abgestützte Tragfuss trägt damit ebenfalls den gebildeten Unterlagsboden.

    [0007] Eine besonders einfache Herstellung der erfindungsgemässen Schalungsmatrize ist dann gewährleistet, wenn die Halskrause durch flexible und radial verlaufende Dichtungszungen gebildet ist. Sind nach einer Weiterbildung der Erfindung die Dichtungszungen an einem umlaufenden Rand des Bodens angeformt, so können zumindest die Füsse einstückig hergestellt werden.

    [0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Dichtungszungen seitlich nach oben gerichtete flexible Ränder auf. Die Dichtungszungen sind damit etwa schaufelförmig ausgebildet. Damit kann ein seitliches Austreten von Bodenmaterial besonders wirkungsvoll verhindert werden.

    [0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Platte aus gepresster Zellulose und die Füsse aus Kunststoff hergestellt. Dies erlaubt eine umweltfreundliche Wiederverwertung von Papier- und Kunststoffabfällen. Als Kunststoff eignet sich hier insbesondere Polypropylen.

    [0010] Eine besonders steife Platte ergibt sich nach einer Weiterbildung der Erfindung dann, wenn diese aus zwei miteinander verbundenen Schichten besteht. Vorzugsweise sind die Schichten miteinander verleimt. Weisen die Füsse oben einen Aussenflansch auf, so können diese in an sich einfacher Weise zwischen den Schichten fixiert werden.

    [0011] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung. Ein Auführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
    Fig. 1
    einen Vertikalschnitt durch einen Hohlboden,
    Fig. 2
    einen Schnitt durch den unteren Teil eines Tragfusses,
    Fig. 3
    entsprechend Fig. 2, jedoch nach dem Einfüllen von fliessfähigem Bodenmaterial,
    Fig. 4
    ein Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 2,
    Fig. 5
    ein Schnitt entlang der Linie V-V in Fig. 4,
    Fig. 6
    ein Schnitt durch einen Fuss der erfindungsgemässen Schalungsmatrize, und
    Fig. 7
    eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Schalungsmatrize.


    [0012] Die Fig. 1 zeigt einen Unterboden 1, beispielsweise ein Rohbetonboden und eine erfindungsgemässe Schalungsmatrize 3 die mit aufgebrachten Beton 4 oder dergleichen einen Unterlagsboden 14 bildet. Zwischen dem Unterboden 1 und dem Unterlagsboden 14 sind Kanäle 2 angeordnet, die zur Aufnahme von Kabeln und Leitungen dienen können. Die Kanäle 2 können jedoch auch Lüftungskanäle sein oder zum Durchleiten von Heissluft zum Heizen dienen. Die Schalungsmatrize 3 bildet somit eine verlorene Blindschalung, die gemäss Fig. 7 vorzugsweise rechteckig mit einer Kantenlänge von etwa 1 m ausgebildet ist. In der Regel werden mehrere ineinander eingehängte Schalungsmatrizen 3 auf den Unterboden 1 gelegt und mit einem fliessfähigen Bodenmaterial 4 belegt.

    [0013] Die Schalungsmatrize 3 besteht aus einer im wesentlichen ebenen Platte 6 mit vorzugsweise kreisrunden Löchern 12, in welche jeweils ein becherförmiger Tragfuss 5 eingesetzt ist. Die Platte 6 kann gemäss Fig. 7 Verstärkungsrillen 13 aufweisen und besteht aus zwei miteinander verleimten Schichten 6a und 6b. Diese Schichten 6a und 6b sind vorzugsweise aus gepresster Zellulose hergestellt. Die vorzugsweise kreisrunden Tragfüsse 5 weisen am oberen Rand einen angeformten Aussenflansch 11 auf, der zwischen die Schichten 6a und 6b der Platte 6 eingreift und der mit diesen Schichten verleimt oder durch Heissfügen verbunden ist.

    [0014] Die Füsse 5, sind vorzugsweise einstückig aus Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen hergestellt. Denkbar ist jedoch auch eine Ausführung, bei welcher die Füsse 5 ebenfalls aus verpresster Zellulose hergestellt sind. Die Füsse 5 weisen unten eine Halskrause 9 mit einer mittig angeordneten Oeffnung 8 auf. Diese Halskrause 9 besteht aus mehreren Dichtungszungen 9a, die an einem umlaufenden Rand 7a angeformt sind und die sich radial nach innen erstrecken. Diese vorzugsweise dünnwandigen, beispielsweise 0,5 mm starken Dichtungszungen sind flexibler als die übrigen Bereiche der Schalungsmatrize 3 und weisen seitlich nach oben gerichtete Ränder 9b auf. Radial verlaufende Stege 10 verschliessen die Oeffnung 8 bereichsweise und stabilisieren den Fuss 5.

    [0015] Die Fig. 1 zeigt links einen Fuss 5, der auf dem Unterboden 1 aufsteht und rechts daneben einen Fuss 5', bei welchem die Unterseite der Schalungsmatrize 3 zum Unterboden 1 einen Abstand A von beispielsweise 10 mm aufweist. Beim links gezeigten Fuss 5 ist das Bodenmaterial 4 unten nicht ausgetreten, da die Oeffnung 8 durch den anliegenden Unterboden 1 verschlossen ist. Beim Fuss 5' ist hingegen durch die Oeffnung 8 Bodenmaterial 4 nach unten ausgetreten. Dieses ausgetretene Material bildet einen Sockel 15, welcher den Zwischenraum A ausfüllt und den Unterboden 1 mit dem Fuss 5' verbindet. Wie insbesondere Fig. 3 zeigt, ist die Oeffnung 8 aufgeweitet und die Halskrause 9 bildet eine Ummantelung des Sockels 15.

    [0016] Die Dichtungszungen 9a der Halskrause 9 werden somit bei einem abstehenden Fuss 5' beim Auftragen des Bodenmaterials 4 unter Aufweitung der Oeffnung 8 elastisch nach unten ausgelenkt und bilden eine Dichtung, welche das seitliche Austreten des Bodenmaterials 4 verhindert. Da das Bodenmaterial 4 vergleichsweise grob und zähflüssig ist, kann dieses durch ebenfalls aufgeweitete Zwischenräume 16 nicht austreten, zumal diese durch die ebenfalls flexiblen Ränder 9b wenigstens teilweise verschlossen sind.


    Ansprüche

    1. Schalungsmatrize für einen Hohlraumboden, mit einer im wesentlichen ebenen und vergleichsweise starren Platte (6) sowie mehreren auf der einen Seite der Platte (6) angebrachten becherförmigen Tragfüssen mit jeweils einem offenen Boden (7), die von der anderen Seite der Platte (6) über entsprechende Löcher (12) der Platte mit einem fliessfähigen Bodenmaterial (4) füllbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragfüsse (5) an ihrem Boden (7) jeweils eine flexible Halskrause (9) mit einer durch austretendes Bodenmaterial (4) aufweitbaren Oeffnung (8) aufweisen.
     
    2. Schalungsmatrize nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halskrause (9) durch flexible und radial verlaufende Dichtungszungen (9a) gebildet ist.
     
    3. Schalungsmatrize nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungszungen (9a) an einem umlaufenden Rand (7a) des Bodens (7) angeformt sind und sich radial nach innen erstrecken.
     
    4. Schalungsmatrize nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungszungen (9a) seitlich nach oben gerichtete flexible Ränder (9b) aufweisen.
     
    5. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragfüsse (5) auf der Unterseite radial verlaufende Stege (10) aufweisen.
     
    6. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (6) aus gepresster Zellulose und die Füsse (5) aus Kunststoff, insbesondere Polypropylen, hergestellt sind.
     
    7. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (6) aus wenigstens zwei miteinander verbundenen Schichten (6a,6b) besteht.
     
    8. Schalungsmatrize nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Füsse (5) an ihrem oberen Rand jeweils einen Aussenflansch (11) aufweisen, der zwischen den Schichten (6a,6b) beispielsweise durch Verleimen fixiert ist.
     
    9. Schalungsmatrize nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten (6a,6b) miteinander verleimt oder durch Heissfügen miteinander verbunden sind.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht