[0001] Die Erfindung betrifft eine Schalungsmatrize für einen Hohlraumboden, mit einer im
wesentlichen ebenen und starren Platte sowie mehreren auf der einen Seite der Platte
angebrachten becherförmigen Tragfüssen mit jeweils einem offenen Boden, die von der
anderen Seite der Platte her über entsprechende Löcher der Platte mit einem fliessfähigen
Bodenmaterial füllbar sind.
[0002] Eine bekannte Schalungsmatrize dieser Gattung wird vom Anmelder aus Recycling-Zellulose
durch Verpressen hergestellt. Die vergleichsweise steife Schalungsmatrize ist beim
Montieren begehbar und damit einfach zu verlegen. Da die Unterlagsböden, auf welche
die Schalungsmatrizen gelegt werden in der Regel nicht exakt eben sind, hat diese
hohe Steifigkeit jedoch den Nachteil, dass vielfach einzelne Tragfüsse der Schalungsmatrize
auch bei eingefülltem Bodenmaterial, beispielsweise Sand-Zementmörtel, den Unterlagsboden
nicht berühren. Aus Gründen der Stabilität wäre es nun wünschbar, dass sämtliche Füsse
auf dem Unterboden aufstehen. Zudem können eventuell einzuziehende Kabel und Leitungen
sich unter abstehenden Tragfüssen verklemmen.
[0003] Weiter ist aus der EP-A-0 057 372 eine Schalungsmatrize aus einer vergleichsweise
dünnen Kunststofffolie aus biegsamem und geschmeidigem Material bekannt. Diese Folie
passt sich beim Aufbringen des fliessfähigen Bodenmaterials an die Unebenheiten des
Unterbodens an. Bei der Montage ist diese Schalungsmatrize jedoch nicht begehbar,
was die Montage wesentlich erschwert.
[0004] Weiter ist aus der US-A-3,442,058 eine Schalungsmatrize bekannt, die unten offene
Füsse aufweist. Bei einem unebenen Unterboden tritt bei nicht aufliegenden Füssen
beim Auftragen des fliessfähigen Bodenmaterials dieses teilweise unten aus, was insbesondere
dann nicht erwünscht ist, wenn der Hohlraumboden zur Aufnahme von Kabeln und Leitungen
vorgesehen ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schalungsmatrize der genannten Gattung
zu schaffen, welche die oben genannten Nachteile vermeidet. Die Schalungsmatrize soll
somit auch bei einem unebenen Unterboden an allen Füssen abgestützt sein. Trotzdem
soll die Schalungsmatrize sehr kostengünstig herstellbar und beim Montieren begehbar
sein. Die Aufgabe ist durch die Erfindung gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemässen Schalungsmatrize weisen die Tragfüsse jeweils an ihrem
Boden eine flexible Halskrause mit einer durch austretendes Bodenmaterial aufweitbaren
Oeffnung auf. Bei einem auf dem Unterboden nicht aufstehenden Fuss kann deshalb das
aufgetragene und fliessfähige Bodenmaterial unten durch die aufweitbare Oeffnung austreten.
Dieser schiesslich am Unterboden abgestützte Tragfuss trägt damit ebenfalls den gebildeten
Unterlagsboden.
[0007] Eine besonders einfache Herstellung der erfindungsgemässen Schalungsmatrize ist dann
gewährleistet, wenn die Halskrause durch flexible und radial verlaufende Dichtungszungen
gebildet ist. Sind nach einer Weiterbildung der Erfindung die Dichtungszungen an einem
umlaufenden Rand des Bodens angeformt, so können zumindest die Füsse einstückig hergestellt
werden.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung weisen die Dichtungszungen seitlich nach oben
gerichtete flexible Ränder auf. Die Dichtungszungen sind damit etwa schaufelförmig
ausgebildet. Damit kann ein seitliches Austreten von Bodenmaterial besonders wirkungsvoll
verhindert werden.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Platte aus gepresster Zellulose und
die Füsse aus Kunststoff hergestellt. Dies erlaubt eine umweltfreundliche Wiederverwertung
von Papier- und Kunststoffabfällen. Als Kunststoff eignet sich hier insbesondere Polypropylen.
[0010] Eine besonders steife Platte ergibt sich nach einer Weiterbildung der Erfindung dann,
wenn diese aus zwei miteinander verbundenen Schichten besteht. Vorzugsweise sind die
Schichten miteinander verleimt. Weisen die Füsse oben einen Aussenflansch auf, so
können diese in an sich einfacher Weise zwischen den Schichten fixiert werden.
[0011] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung sowie
der Zeichnung. Ein Auführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt durch einen Hohlboden,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den unteren Teil eines Tragfusses,
- Fig. 3
- entsprechend Fig. 2, jedoch nach dem Einfüllen von fliessfähigem Bodenmaterial,
- Fig. 4
- ein Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 2,
- Fig. 5
- ein Schnitt entlang der Linie V-V in Fig. 4,
- Fig. 6
- ein Schnitt durch einen Fuss der erfindungsgemässen Schalungsmatrize, und
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Schalungsmatrize.
[0012] Die Fig. 1 zeigt einen Unterboden 1, beispielsweise ein Rohbetonboden und eine erfindungsgemässe
Schalungsmatrize 3 die mit aufgebrachten Beton 4 oder dergleichen einen Unterlagsboden
14 bildet. Zwischen dem Unterboden 1 und dem Unterlagsboden 14 sind Kanäle 2 angeordnet,
die zur Aufnahme von Kabeln und Leitungen dienen können. Die Kanäle 2 können jedoch
auch Lüftungskanäle sein oder zum Durchleiten von Heissluft zum Heizen dienen. Die
Schalungsmatrize 3 bildet somit eine verlorene Blindschalung, die gemäss Fig. 7 vorzugsweise
rechteckig mit einer Kantenlänge von etwa 1 m ausgebildet ist. In der Regel werden
mehrere ineinander eingehängte Schalungsmatrizen 3 auf den Unterboden 1 gelegt und
mit einem fliessfähigen Bodenmaterial 4 belegt.
[0013] Die Schalungsmatrize 3 besteht aus einer im wesentlichen ebenen Platte 6 mit vorzugsweise
kreisrunden Löchern 12, in welche jeweils ein becherförmiger Tragfuss 5 eingesetzt
ist. Die Platte 6 kann gemäss Fig. 7 Verstärkungsrillen 13 aufweisen und besteht aus
zwei miteinander verleimten Schichten 6a und 6b. Diese Schichten 6a und 6b sind vorzugsweise
aus gepresster Zellulose hergestellt. Die vorzugsweise kreisrunden Tragfüsse 5 weisen
am oberen Rand einen angeformten Aussenflansch 11 auf, der zwischen die Schichten
6a und 6b der Platte 6 eingreift und der mit diesen Schichten verleimt oder durch
Heissfügen verbunden ist.
[0014] Die Füsse 5, sind vorzugsweise einstückig aus Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen
hergestellt. Denkbar ist jedoch auch eine Ausführung, bei welcher die Füsse 5 ebenfalls
aus verpresster Zellulose hergestellt sind. Die Füsse 5 weisen unten eine Halskrause
9 mit einer mittig angeordneten Oeffnung 8 auf. Diese Halskrause 9 besteht aus mehreren
Dichtungszungen 9a, die an einem umlaufenden Rand 7a angeformt sind und die sich radial
nach innen erstrecken. Diese vorzugsweise dünnwandigen, beispielsweise 0,5 mm starken
Dichtungszungen sind flexibler als die übrigen Bereiche der Schalungsmatrize 3 und
weisen seitlich nach oben gerichtete Ränder 9b auf. Radial verlaufende Stege 10 verschliessen
die Oeffnung 8 bereichsweise und stabilisieren den Fuss 5.
[0015] Die Fig. 1 zeigt links einen Fuss 5, der auf dem Unterboden 1 aufsteht und rechts
daneben einen Fuss 5', bei welchem die Unterseite der Schalungsmatrize 3 zum Unterboden
1 einen Abstand A von beispielsweise 10 mm aufweist. Beim links gezeigten Fuss 5 ist
das Bodenmaterial 4 unten nicht ausgetreten, da die Oeffnung 8 durch den anliegenden
Unterboden 1 verschlossen ist. Beim Fuss 5' ist hingegen durch die Oeffnung 8 Bodenmaterial
4 nach unten ausgetreten. Dieses ausgetretene Material bildet einen Sockel 15, welcher
den Zwischenraum A ausfüllt und den Unterboden 1 mit dem Fuss 5' verbindet. Wie insbesondere
Fig. 3 zeigt, ist die Oeffnung 8 aufgeweitet und die Halskrause 9 bildet eine Ummantelung
des Sockels 15.
[0016] Die Dichtungszungen 9a der Halskrause 9 werden somit bei einem abstehenden Fuss 5'
beim Auftragen des Bodenmaterials 4 unter Aufweitung der Oeffnung 8 elastisch nach
unten ausgelenkt und bilden eine Dichtung, welche das seitliche Austreten des Bodenmaterials
4 verhindert. Da das Bodenmaterial 4 vergleichsweise grob und zähflüssig ist, kann
dieses durch ebenfalls aufgeweitete Zwischenräume 16 nicht austreten, zumal diese
durch die ebenfalls flexiblen Ränder 9b wenigstens teilweise verschlossen sind.
1. Schalungsmatrize für einen Hohlraumboden, mit einer im wesentlichen ebenen und vergleichsweise
starren Platte (6) sowie mehreren auf der einen Seite der Platte (6) angebrachten
becherförmigen Tragfüssen mit jeweils einem offenen Boden (7), die von der anderen
Seite der Platte (6) über entsprechende Löcher (12) der Platte mit einem fliessfähigen
Bodenmaterial (4) füllbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragfüsse (5) an
ihrem Boden (7) jeweils eine flexible Halskrause (9) mit einer durch austretendes
Bodenmaterial (4) aufweitbaren Oeffnung (8) aufweisen.
2. Schalungsmatrize nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halskrause (9)
durch flexible und radial verlaufende Dichtungszungen (9a) gebildet ist.
3. Schalungsmatrize nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungszungen
(9a) an einem umlaufenden Rand (7a) des Bodens (7) angeformt sind und sich radial
nach innen erstrecken.
4. Schalungsmatrize nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungszungen
(9a) seitlich nach oben gerichtete flexible Ränder (9b) aufweisen.
5. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die
Tragfüsse (5) auf der Unterseite radial verlaufende Stege (10) aufweisen.
6. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Platte (6) aus gepresster Zellulose und die Füsse (5) aus Kunststoff, insbesondere
Polypropylen, hergestellt sind.
7. Schalungsmatrize nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die
Platte (6) aus wenigstens zwei miteinander verbundenen Schichten (6a,6b) besteht.
8. Schalungsmatrize nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Füsse (5) an ihrem
oberen Rand jeweils einen Aussenflansch (11) aufweisen, der zwischen den Schichten
(6a,6b) beispielsweise durch Verleimen fixiert ist.
9. Schalungsmatrize nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten
(6a,6b) miteinander verleimt oder durch Heissfügen miteinander verbunden sind.