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(11) |
EP 0 551 658 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.06.1995 Patentblatt 1995/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 30.12.1992 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B21D 1/02 |
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Verfahren zum Richten von Blech
Method for straightening plates
Méthode pour le dressage des tôles
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE DE ES FR GB IT LU NL SE |
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Priorität: |
16.01.1992 DE 4200922
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.07.1993 Patentblatt 1993/29 |
| (73) |
Patentinhaber: SMS SCHLOEMANN-SIEMAG AKTIENGESELLSCHAFT |
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40237 Düsseldorf (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Benz, Willi
W-4040 Neuss 22 (DE)
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| (74) |
Vertreter: Müller, Gerd, Dipl.-Ing. et al |
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Patentanwälte
Hemmerich-Müller-Grosse
Pollmeier-Valentin-Gihske
Hammerstrasse 2 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 103 892
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US-A- 2 852 065
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 12, no. 55 (M-669)(2902) 19. Februar 1988 & JP-A-62
203 616 (MITSUBISHI) 8 September 1987
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Richten von Blech, bei dem das Blech durch
von mehreren, einzeln anstellbaren oberen und unteren Richtrollen gebildeten, entsprechend
dem Blechquerschnitt und der Nennblechfestigkeit eingestellten Richtspalten gefördert
und nach anfänglicher Maximalverformung nachfolgend mit abnehmendem Verformungsgrad
mehrfach wechselseitig gebogen wird, wobei der Richtbereich einer Richtmaschine hin
zu dickeren Blechen mittels einer bei über die Nennblechdicke des Richtbereichs hinausgehenden
Blechdicken geringeren Anzahl im Eingriff befindlicher Richtrollen und somit größerer
Richtrollenteilung erweitert wird.
[0002] Ein solches Verfahren ist durch die JP-A-62-203-613 bekanntgeworden. Um dort verschieden
dicke Bleche richten zu können, werden zunächst einzelne obere und untere Richtrollen
angehoben bzw. abgesenkt und im Anschluß daran das Teilungsmaß durch seitliches Verschieben
des unteren Walzenstuhles verändert. Abgesehen davon, daß die zwischen den im Eingriff
befindlichen oberen und unteren Richtrollen eingestellten Rollenteilungen gleich groß
sind, setzt das in Bandlaufrichtung seitliche Verschieben der unteren Richtrollen
einen Verstellantrieb für den unteren Walzenstuhl voraus, was einen sehr großen zusätzlichen
baulichen und antriebstechnischen Aufwand erfordert.
[0003] Bei der Auslegung von Richtmaschinen für Bleche und Bänder sind die Blechdicke, die
Material-Streckgrenze und die Blechbreite maßgebend. Der Richtrollendurchmesser und
die Teilung werden entweder aus der maximalen Richtkraft oder aus dem zu übertragenden
maximalen Drehmoment bestimmt. Mit der Festlegung der Richtrollenteilung ist unter
Berücksichtigung der erforderlichen maximalen Verformung (Überstreckung) des Bleches
bereits die zu richtende minimale Blechdicke vorgegeben und damit der zu richtende
Dickenbereich bestimmt. Zum Richten von sehr breiten, dicken Blechen müssen wegen
der zu übertragenden Momente große Antriebsspindeln und zur Erzielung der erforderlichen
Verdrehsteifigkeit große Rollendurchmesser und damit eine größere Teilung als bei
schmaleren, dünneren Blechen gewählt werden. Dadurch wird jedoch die Fähigkeit zum
Richten dünner Bleche stark eingeschränkt. Ein dickes Blech muß weniger stark gebogen
werden als ein dünnes Blech, um die gleiche plastische Verformung zu erreichen, da
sich ein dünnes Blech gegenüber geringen Biegungen wie eine Feder verhält.
[0004] Aus der deutschen Offenlegungsschrift 27 31 234 ist es bekannt, die Rollenanzahl
einer Blechrichtmaschine dadurch zu verringern, daß das Blech nach einer Maximalbiegung
durch Intensiv-Verformwalzen und nachgeordneten Richtwalzen sprunghaft geringer verformt
wird. Bei der bekannten Richtmaschine sind daher die oberen und unteren Richtwalzen
einzeln vertikal anstellbar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, die eine verbesserte
Betriebsweise einer Rollenrichtmaschine ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß durch gezieltes Anheben einzelner
oberer bzw. gezieltes Absenken einzelner unterer Richtrollen unterschiedliche Teilungen
zwischen den im Eingriff befindlichen Richtrollen eingestellt werden. Der Erfindung
liegt die Erkenntnis zugrunde, daß sich aufgrund der somit erreichten Mischteilungen
unterschiedliche Hebelverhältnisse an den mit jeweils einem größeren Teilungsmaß angeordneten
Richtrollen einstellen und entsprechend kleinere Kräfte auftreten. Diese kleineren
Kräfte erlauben es - ohne den Walzenstuhl verschieben zu müssen - entsprechend dickere
Bleche bzw. Bänder zu richten, wobei die Dicke so weit erhöht werden kann, bis sich
die volle Kraft an den Richtrollen wieder eingestellt hat. Wie Berechnungen bewiesen
haben, beeinflußt die Blechdicke, die bei der Berechnung im Quadrat eingeht, die an
den Richtrollen wirkenden Kräfte, und bei größeren Teilungen und damit größeren Hebelverhältnissen
zwischen zwei im Eingriff befindlichen Rollen führt ein dickeres Blech dazu, daß auch
an diesen Rollen die entsprechend ihrer Auslegung - d.h. bei in der Ausgangslage nicht
abgesenkten bzw. angehobenen Richtrollen - auftretenden hohen Kräfte wirken. Die durch
das gezielte Anheben bzw. Absenken von Richtrollen eingestellten Mischteilungen erlauben
somit das Richten von dicken Blechen auf derselben Richtmaschine, weil die aufgrund
der Hebelverhältnisse kräftemäßig weniger beanspruchten Richtrollen es gestatten,
Bleche bzw. Bänder mit einer solch größeren Dicke zu richten, bis die Maximalkraft
an jeder einzelnen Rolle wieder auftritt.
[0007] Der Erfindung liegen weiterhin die folgenden, teils durch Erfahrungen teils durch
Versuche gewonnenen Erkenntnisse und Überlegungen zugrunde: Es ist davon auszugehen,
daß die Gestaltung des Restspannungszustandes sowie des entsprechenden internen Momentenverlaufs
den wichtigsten Einfluß auf die Richtqualität ausübt. Dabei ist die Art der Rollenanstellung
von entscheidender Bedeutung. Bei z.B. Profilrollenrichtmaschinen fällt besonders
auf, daß sie mit relativ wenig Richtrollen - etwa sieben bis neun - bestückt sind.
Der Grund liegt in der individuellen Anstellbarkeit der unteren Rollen. Die erste
wird extrem stark und die folgenden werden hingegen sehr schwach angestellt. Die zu
erzielende Richtqualität ist recht gut. Wird hingegen an einer Profilrollenrichtmaschine
eine von Blechrichtmaschinen her bekannte Kippjochanstellung (vom Einlauf zum Auslauf
hin entfernen sich die Richtrollen keilförmig voneinander) simuliert, ist die Richtqualität
völlig unzureichend und der Richtprozeß instabil. Damit sich bei Blechrichtmaschinen
mit einer Kippjochanstellung eine annehmbare Richtqualität erzielen läßt, bedarf es
extrem vieler Rollen. Damit ist jedoch eine preiswerte Richtmaschine nicht mehr zu
verwirklichen.
[0008] Mit der erfindungsgemäßen Maßnahme werden die Vorteile der bekannten Anstellkonzepte
genutzt, indem z.B. von einem Richtmaschinensystem mit Kippjochanstellung und sehr
vielen Rollen der Einlauf- und Auslaufteil mit nur kurzem Übergangsteil verwendet
wird. Das Blechrichten läßt sich dadurch mit nur wenigen Richtrollen bei geringster
Aufwendung an Verformungsenergie und Kräften durchführen, wobei nach derzeitigem Erkenntnisstand
die folgenden Überstreckungen an den einzelnen Rollen zu wählen sind. Das Walzgut
bzw. einlaufende Blech wird einlaufseitig einmal stark plastiziert, damit sich über
die Breite der geraden Rolle, welche gleichzeitig als Werkzeug dient, ein einheitlicher
und stabiler Fließspannungszustand im Blech einstellt. Im schmalen Restbereich an
der neutralen Zone verbleiben noch unregelmäßige Eigenspannungen, die jedoch keine
Wirkung auf nachträgliche Blechverwerfungen haben. Die größte Überstreckung wird bei
den bekannten Rollenrichtmaschinen bei einem Kaltblechdickenbereich von etwa 1,5 bis
25 mm an der - jeweils vom Einlauf zum Auslauf hin gesehen - dritten (zweiten) Rolle
eingestellt und je nach Unebenheit, Dicke und Festigkeit des Walzgutes etwa zwischen
sechs und drei gewählt. Gewickeltes und warmes Walzgut hat eine geringere Unebenheit
und bedarf einer geringeren Überstreckung, während hingegen bei intensiv gekühltem
Walzgut (Röhrenqualität) aufgrund von Verwerfungen eine höhere Überstreckung erforderlich
ist. Für die zweite Rolle wird etwa 50 % der Überstreckung der dritten Rolle gewählt.
Die folgenden zwei Überstreckungen an der vierten bzw. fünften Rolle sollen steil
abfallen und im wesentlichen nur zur Erzielung des inneren Momentengleichgewichtes
dienen, bei Einhaltung eines ebenen Blechzustandes; daraus ergibt sich für die vierte
Rolle etwa 75 % und für die fünfte Rolle etwa 43 % der Überstreckung an der dritten
Rolle. An den nachfolgenden Rollen sollen zwecks Erzielung eines stabilen Richtverlaufs
sowie eines stabilen Formzustandes bei der Weiterverarbeitung bis zur vorletzten Rolle
schwach auslaufende Überstrekkungen gewählt werden.
[0009] Mit der erfindungsgemäßen Anstellkonzeption werden Bleche oberhalb der Nennblechdicke
mit weniger Rollen und geringerer Überstreckung gerichtet, weil durch das Absenken
bzw. Anheben von Richtrollen die Rollenteilung quasi vergrößert und die maximale Rollenrichtkraft
wesentlich verringert wird. Während bei den bekannten Rollenrichtmaschinen aufgrund
der Hebelverhältnisse kaum die maximale Richtkraft an der zweiten Rolle zustande kommen
kann, wie an der dritten Rolle, lassen sich die Hebelverhältnisse bei dem erweiterten
Richtsystem durch das Absenken bzw. Anheben der zu diesem Zweck vorzugsweise einzeln
anstellbaren oberen und unteren Richtrollen z. B. so verändern, daß die größte Kraft
an der einlaufseitig befindlichen zweiten Rolle auftritt. Die größte Richtkraft wird
durch diese Maßnahme bei der gleichen Richtmaschine auf etwa 42 % reduziert, wodurch
die zu richtende Blechdicke auf die etwa 1,55 fache Nennblechdicke - je nach Auswahl
der im Eingriff befindlichen und der abgesenkten bzw. angehobenen Richtrollen - gesteigert
werden kann. Dabei werden dickere Bleche mit weniger Rollen und geringerer Überstreckung
gerichtet, was bei dickeren Blechen ausreichend ist.
[0010] Mit dem erfindungsgemäßen Anstellkonzeption wird gleichzeitig dem Grunde nach eine
beim Blechrichten lange gestellte Forderung nach einer Richtmaschine mit Wechselkassetten
erfüllt, die bei bekannten Lösungen eine sehr lange Wechselzeit beanspruchen; um über
verschiedene Rollenteilungen eine bessere Anpassung an das Richtprogramm zu ermöglichen,
braucht lediglich ein Teil der Richtrollen angehoben bzw. abgesenkt zu werden.
[0011] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Überstreckung etwa
im Verhältnis der Blechdickenzunahme zu reduzieren, was erfahrungsgemäß ausreichend
ist. Damit läßt sich ein Anstieg der Gelenkwellenmomente kompensieren. Anstatt die
Überstreckung zu verringern, ließe sich alternativ die maximale Richtgutstreckgrenze
wegen des quadratischen Einflußes etwas senken.
[0012] Wenn bei einer Sechs-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auflaufseite hin gesehen
die dritte und vierte Rolle, bei einer Acht- und einer Neun-Rollenrichtmaschine jeweils
die dritte und vierte sowie sechste und siebte Rolle, bei einer Elf- und einer Zwölf-Rollenrichtmaschine
jeweils die dritte und vierte, sechste und siebte sowie neunte und zehnte Rolle sowie
bei einer Vierzehn- und Fünfzehn-Rollenrichtmaschine jeweils die dritte und vierte,
sechste und siebte, neunte und zehnte sowie zwölfte und dreizehnte Rolle abgesenkt
bzw. angehoben wird usw., lassen sich auf ein und derselben Richtmaschine - wie bereits
erwähnt - Bleche richten, deren Blechdicke das bis zu 1,55-fache der Nennblechdicke
des Richtbereiches betragen kann, d. h., es ergibt sich ein wesentlich erweiterter
Richtbereich, ohne dafür zwei Richtmaschinen einsetzen zu müssen, wie es der Stand
der Technik erfordert.
[0013] Bei einer Zehn-Rollenrichtmaschine und einer Dreizehn-Rollenrichtmaschine lassen
sich durch Anheben bzw. Absenken der dritten und vierten sowie siebten und achten
bzw. dritten und vierten, siebten und achten sowie elften und zwölften Rolle Richtbereiche
maximal auf das 1,23-fache erweitern.
[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen des näheren erläutert. Es zeigen:
Figur 1 den Querschnitt einer Rollenrichtmaschine;
Figur 2 verschiedene Anstellsysteme bspw. für sechs bis fünfzehn Rollen aufweisende
Rollenrichtmaschinen, schematisch dargestellt; und
Figur 3 Restspannungszustände bei Fünfzehn-, Zwölf- und Neun-Rollenrichtmaschinen
mit Überstreckungsdaten bei internem Momentengleichgewicht, oberhalb der Blechmitte
entsprechend dem Stand der Technik, d.h., bei Einsatz aller Richtrollen, und unterhalb
der Blechmitte bei Teileinsatz der Richtrollen, d.h., mit angehobenen bzw. abgesenkten
oberen und unteren Richtrollen gemäß der Erfindung.
[0015] Bei einer Rollenrichtmaschine 1 wird das Gestell durch zwei am Fundament verankerte
Ständer 2, 3 gebildet, die durch eine obere und eine untere Traverse 4, 5 starr verbunden
sind. An der oberen Traverse 4 ist ein oberer Walzenstuhl 6 durch nicht dargestellte
Zylinder gehalten; ein unterer Walzenstuhl 7 ist verfahrbar auf der unteren Traverse
5 angeordnet. Auf dem unteren Walzenstuhl 7 sind Regelkeile 8 gelagert, die durch
je einen Druckmittelzylinder 9 verschiebbar sind. Auf jedem Regelkeil 8 ist ein Lagerträger
11 für untere Richtrollen 12 und diesen zugeordneten Stützrollen 13 abgestützt; zwischen
den Stützrollen 13 sind jeweils Stützlager 14 angeordnet. Weiterhin sind mehrere obere
Richtrollen 15 durch zwischen Stützlagern 16 angeordnete Stützrollen 17 an ihren Ballen
abgestützt. Sowohl die unteren als auch die oberen Richtrollen 12 bzw. 15 sind mittels
nicht dargestellten Verstelleinrichtungen einzeln anstellbar angeordnet, d.h., die
oberen Richtrollen 15 können angehoben und die unteren Richtrollen 12 abgesenkt werden.
Die oberen Richtrollen 15 und Stützrollen 17 sind an einem Lagerträger 18 gelagert.
Jeder der benachbarten Lagerträger 18 ist an einem Regelkeil 21 abgestützt, dessen
andere Seite am oberen Walzenstuhl 6 anliegt. Die Regelkeile 21 sind durch je einen
Druckmittelzylinder 22 verschiebbar. Die oberen und unteren Richtrollen 15, 12 sind
einzeln angetrieben und über Gelenkwellen 23 mit einem nicht dargestellten Antrieb
verbunden.
[0016] Wie in Figur 2 für Rollenrichtmaschinen mit bspw. sechs bis fünfzehn Rollen in insgesamt
vierundzwanzig Varianten dargestellt ist, sind von den insgesamt vorhandenen Richtrollen
stets nur einige im Einsatz, während die anderen Richtrollen entweder angehoben bzw.
abgesenkt sind; die jeweils im Einsatz befindlichen Richtrollen sind als schraffierte
Kreise gekennzeichnet. Durch die dargestellten Anstellungsvarianten läßt sich die
auf ein und derselben Rollenrichtmaschine zu richtende Blechdicke um bis zu das 1,55-fache
steigern. Die jeweils das Maximum an zusätzlichem Richtbereich erlaubende Anstellvariante
ist dabei durch XXX gekennzeichnet. Wie sich aus Figur 2 weiterhin ergibt, lassen
sich bei Sieben-, Zehn- und Dreizehn-Rollenrichtmaschinen die Nennblechdicken bis
auf das 1,16- fache bzw. das 1,23-fache steigern. Mit in Fig. 2 - die die insgesamt
möglichen Varianten ja nicht vollständig zeigt - nicht dargestellten Anstellungsvarianten
lassen sich, z.B. bei einer Siebzehn-Rollenrichtmaschine, Blechdickensteigerungen
um das 2,02-fache erreichen. Die Rollenteilungen brauchen nicht alle gleich zu sein.
[0017] In Figur 3 ist der Restspannungszustand bei Fünfzehn-, Zwölf- und Neun-Rollenrichtmaschinen
mit Überstreckungsdaten bei internem Momentengleichgewicht dargestellt und zwar das
erfindungsgemäße Anstellsystem (vgl. unterhalb der Blechmitte 19) im Vergleich zu
herkömmlichen Rollenrichtmaschinen, bei der alle Rollen gegen das Blech angestellt
sind (vgl. oberhalb der Blechmitte 19). Mit Richtmaschinen, die neun bis fünfzehn
Rollen besitzen, dürfte aufgrund des erfindungsgemäß erweiterten Anstellsystems, bei
dem die größte Rollenzahl einbringbar ist, im wesentlichen der gesamte infrage kommende
Richtbereich abzudekken sein, wobei eine Rollenrichtmaschine mit neun Rollen bevorzugt
wird Es ergibt sich durch die ermittelte Überstreckungsverteilung bei herkömmlichen
Anstellungen ein grobgezahnter Restspannungszustand in Richtung zur Blechmitte und
ein feingezahnter Restspannungszustand zu den Blechrändern hin. Wegen der nur kleinen
Hebelarmverhältnisse wirken sich die zur Blechmitte 19 hin grob gezahnteren Restspannungen
auf die Richtqualität nicht verschlechternd aus. Der Restspannungsverlauf bei Rollenrichtmaschinen
mit abgesenkten bzw. angehobenen Richtrollen, wie unterhalb der Blechmitte 19 erkenntlich
ist, bringt im Vergleich zu Rollenrichtmaschinen mit allen gegen das Blech angestellten
Rollen keine unzulässig nachteiligen Spannungsverläufe. Allerdings läßt sich feststellen,
daß grobgezahnte Restspannungen um so näher an die Blechränder verlagert werden, je
weniger Richtrollen zum Einsatz kommen, was bei dickeren Blechen nicht mehr nachteilig
ist.
[0018] Der in Figur 3 angegebene Teileinsatz der Richtrollen (vgl. unterhalb der Blechmitte
19) und die dort gewählten Überstreckungskollektive gewährleisten bei diesen Rollenrichtmaschinen
trotz eines auf das 1,55-fache erweiterten Richtbereiches eine gute Richtqualität.
Bei Rollenrichtmaschinen mit abgesenkten und angehobenen Richtrollen ist es somit
möglich, dickere Bleche zu richten, so daß sich evtl. eine zweite Richtmaschine einsparen
läßt. Will man keine größeren Blechdicken richten, so kann stattdessen das Maschinengewicht
reduziert werden. Die pro Einzelantrieb größere Verformungsarbeit bei abgesenkten
bzw. angehobenen Richtrollen bei Blechdicken oberhalb der Nennblechdicke kann entsprechend
den in Figur 3 angegebenen Werten durch eine Rücknahme der Überstreckung kompensiert
werden. Soll die Überstrekkung allerdings beibehalten werden, so können die Antriebe
der abgesenkten und angehobenen Richtrollen bspw. bedienungsseitig zu den im Einsatz
befindlichen Richtrollen zugekoppelt werden. Alternativ könnte die Nennfestigkeit
reduziert werden.
1. Verfahren zum Richten von Blech, bei dem das Blech durch von mehreren, einzeln
anstellbaren oberen und unteren Richtrollen (12, 15) gebildeten, entsprechend dem
Blechquerschnitt und der Nennblechfestigkeit eingestellten Richtspalten gefördert
und nach anfänglicher Maximalverformung nachfolgend mit abnehmendem Verformungsgrad
mehrfach wechselseitig gebogen wird, wobei der Richtbereich einer Richtmaschine (1)
hin zu dickeren Blechen mittels einer bei über die Nennblechdicke des Richtbereichs
hinausgehenden Blechdikken geringeren Anzahl im Eingriff befindlicher Richtrollen
(12, 15) und somit größerer Richtrollenteilung erweitert wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch gezieltes Anheben einzelner oberer bzw. gezieltes Absenken einzelner unterer
Richtrollen (12, 15) unterschiedliche Teilungen zwischen den im Eingriff befindlichen
Richtrollen (12, 15) eingestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überstreckung über das Verhältnis der Blechdickenzunahme reduziert wird.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Sechs-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auslaufseite hin gesehen
die dritte und vierte Rolle abgesenkt bzw. angehoben wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Acht- und einer Neun-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auslaufseite
hin gesehen jeweils die dritte und vierte sowie sechste und siebte Rolle abgesenkt
bzw. angehoben wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Zehn-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auslaufseite hin gesehen die
dritte und vierte sowie siebte und achte Rolle abgesenkt bzw. angehoben wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Elf- und einer Zwölf-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auslaufseite
hin gesehen jeweils die dritte und vierte, sechste und siebte sowie neunte und zehnte
Rolle abgesenkt bzw. angehoben wird.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Dreizehn-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auflaufseite hin gesehen
die dritte und vierte, siebte und achte sowie elfte und zwölfte Rolle abgesenkt bzw.
angehoben wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Vierzehn- und einer Fünfzehn-Rollenrichtmaschine von der Ein- zur Auslaufseite
hin gesehen jeweils die dritte und vierte, sechste und siebte, neunte und zehnte sowie
zwölfte und dreizehnte Rolle abgesenkt bzw. angehoben wird.
1. Method of straightening sheet metal, in which the sheet metal is conveyed through
straightening roll gaps, which are formed by several individually adjustable upper
and lower straightening rolls (12, 15) and which are set in correspondence with the
sheet metal cross- section and the nominal sheet metal density, and after initial
maximum deformation is subsequently multiply bent in alternating manner with decreasing
degree of deformation, wherein the straightening range of a straightening machine
(1) is enlarged for thicker sheet metals by means of a smaller number of straightening
rolls (12, 15), which are disposed in action in the case of sheet metal thicknesses
exceeding the nominal sheet metal thickness of the straightening range, and thus a
larger straightening roll pitch, characterised thereby that different spacings between
the straightening rolls (12, 15) disposed in action are set by targetted raising of
individual upper straightening rolls (12, 15) and targetted lowering of individual
lower straightening rolls (12, 15).
2. Method according to claim 1, characterised thereby that the over-stretching is
reduced by the ratio of the increase in sheet metal thickness.
3. Method according to one or more claims 1 to 2, characterised thereby that in the
case of a six roll straightening machine the third and fourth roll as seen from the
entry to the exit side is lowered or raised.
4. Method according to one or more of claims 1 to 2, characterised thereby that in
the case of an eight and a nine roll straightening machine each time the third and
fourth as well as sixth and seventh roll as seen from the entry to the exit side is
lowered or raised.
5. Method according to one or more of claims 1 to 2, characterised thereby that in
the case of a ten roll straightening machine the third and fourth as well as seventh
and eighth roll as seen from the entry to the exit side is lowered or raised.
6. Method according to one or more of claims 1 to 2, characterised thereby that in
the case of an eleven and twelve roll straightening machine each time the third, fourth,
sixth and seventh as well as ninth and tenth roll as seen from the entry to the exit
side is lowered or raised.
7. Method according to one or more of claims 1 to 2, characterised thereby that in
the case of a thirteen roll straightening machine the third and the fourth, seventh
and eighth as well as eleventh and twelfth roll as seen from the entry to the exit
side is lowered or raised.
8. Method according to one or more of claims 1 to 2, characterised thereby that in
the case of a fourteen and a fifteen roll straightening machine each time the third
and fourth, sixth and seventh, nineth and tenth as well as twelfth and thirteenth
roll as seen from the entry to the exit side is lowered or raised.
1. Procédé pour le dressage de tôles dans lequel la tôle est alimentée à travers des
fentes de dressage qui sont formées par plusieurs rouleaux à dresser (12, 15) supérieurs
et inférieurs, réglables individuellement, et qui sont réglées en fonction de la section
de la tôle et de la résistance nominale de la tôle et dans lequel la tôle est pliée,
après une déformation maximale de départ, plusieurs fois et alternativement avec un
taux de déformation décroissant, la plage de dressage d'une machine de dressage (1)
étant élargie, pour des tôles plus épaisses, par un plus petit nombre de rouleaux
de dressage lorsque les épaisseurs des tôles sont supérieures à l'épaisseur nominale
de la plage de dressage et l'écartement des rouleaux étant par conséquent agrandi,
caractérisé en ce qu'en levant judicieusement certains rouleaux de dressage (12, 15)
supérieurs et en abaissant judicieusement certains rouleaux de dressage (12, 15) inférieurs,
on règle des écartements différents entre les rouleaux de dressage (12, 15) qui interagissent.
2. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'allongement est réduit
dans le rapport de l'augmentation de l'épaisseur de la tôle.
3. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à six rouleaux, on lève ou on abaisse respectivement
le troisième et quatrième rouleau, vus dans le sens allant du côté entrée vers le
côté sortie.
4. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à huit rouleaux et une machine à neuf rouleaux, on lève
ou on abaisse respectivement le troisième et quatrième rouleau ainsi que le sixième
et le septième rouleau, vus dans le sens allant du côté entrée vers le côté sortie.
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à dix rouleaux, on lève ou on abaisse respectivement
le troisième et quatrième rouleau ainsi que le septième et le huitième rouleau, vus
dans le sens allant du côté entrée vers le côté sortie.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à onze rouleaux et une machine à douze rouleaux, on lève
ou on abaisse respectivement le troisième et quatrième rouleau, le sixième et le septième
rouleau ainsi que le neuvième et le dixième rouleau, vus dans le sens allant du côté
entrée vers le côté sortie.
7. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à treize rouleaux, on lève ou on abaisse respectivement
le troisième et quatrième rouleau, le septième et huitième rouleau ainsi que le onzième
et le douzième rouleau, vus dans le sens allant du côté entrée vers le côté sortie.
8. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que
dans une machine de dressage à quatorze rouleaux et une machine à quinze rouleaux,
on lève ou on abaisse respectivement le troisième et quatrième rouleau, le sixième
et le septième rouleau, le neuvième et le dixième rouleau ainsi que le douzième et
le treizième rouleau, vus dans le sens allant du côté entrée vers le côté sortie.