[0001] Die Erfindung betrifft eine Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport, bestehend
aus wenigstens zwei unter Einsatz von Puffern und Zugeinrichtungen ständig miteinander
verbundenen Wagenelementen, wobei an den Zugeinrichtungen ein mehrere Gelenke mit
horizontaler Drehachse enthaltendes Verbindungsgestänge angelenkt ist, durch das die
Wagenelemente in Zugrichtung spielfrei und vorzugsweise unter einer geringen Vorspannung
der Puffer miteinander kuppelbar sind.
[0002] Eine Wageneinheit mit den vorgenannten Merkmalen ist durch UIC-Kodex 572 VE, 1. Ausgabe
vom 01.01.1990, speziell Seite 17 bekannt. Die Wagenelemente sind unter Einsatz von
Puffern und Zugeinrichtungen ständig miteinander gekuppelt, d. h. das dazu an den
Zugeinrichtungen angelenkte Verbindungsgestänge soll kein Entkuppeln der Wagenelemente
im laufenden Betrieb ermöglichen, wobei ein solches Gestänges durch den besagten UIC-Kodex
nur umrißlich vorgegeben ist. Aufgrund einer Vielzahl von Wageneinheiten, die zumindest
im westeuropäischen Eisenbahnnetz verkehren, gehört weiter ein Verbindungsgestänge
zum Stand der Technik, das - entsprechend der grundsätzlichen Gestaltung nach UIC-Kodex
- mehrere Gelenke mit jeweils horizontaler Drehachse enthält. Dieses Gestänge kann
also wegen seiner Gelenke bei Pufferstößen nach unten ausknicken. Wie sich in der
Praxis gezeigt hat, tritt das gewünschte Ausknicken bei besonders großen Stößen anfänglich
nicht ein; das Verbindungsgestänge wirkt dann als starres Bauteil zwischen den Zugeinrichtungen
der gekuppelten Wageneinheiten, so daß Schäden vor allem im Bereich der wagenseitigen
Befestigung der Zugeinrichtungen nicht auszuschließen sind.
[0003] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, das Verbindungsgestänge und die
Zugeinrichtungen auf möglichst einfache Weise vor Überbeanspruchungen sicher zu schützen.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Verbindungsgestänge innerhalb
zumindest eines seiner Gelenke ein in Druckrichtung offenes Langloch aufweist, das
unter einem Winkel zu der durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens verlaufenden
Horizontalebene derart geneigt ist, daß das Verbindungsgestänge bei auftretenden Pufferstößen
zwangsläufig nach unten ausknickt.
[0005] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Langloch im Bereich des
mit einer Kurzkupplung verbindbaren Endes eines Zwischenstückes angeordnet, das andererseits
an der Zugeinrichtung gelenkig befestigt ist.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Wageneinheit im Kupplungsbereich, in einer Sicht von oben,
- Fig. 2
- die Seitenansicht zu Fig. 1,
- Fig. 3
- den Schnitt nach der Linie A - A in Fig. 1, in vergrößertem Maßstab.
[0007] Gemäß Fig. 1 besteht die Wageneinheit aus zwei Wagenelementen 1, 1', von denen jedes
einen Puffer 2 aufweist, der gegenüber dem jeweils anderen Wagenelement abgestützt
ist. Weiter hat jedes Wagenelement 1, 1' eine Zugeinrichtung 3, die wie üblich im
wesentlichen aus einer Feder 3a, einer gabelförmigen Zugstange 3b und einem wagenseitig
angeschraubten Stützlager 3c gebildet ist.
[0008] Zwischen den beiden Zugeinrichtungen 3 befindet sich ein Verbindungsgestänge 4, bestehend
aus einer zentralen Gewindespindel 4e mit Vierkant, zwei bolzenartig gestalteten Kupplungsmuttern
4f, zwei Doppellaschen 4g, zwei Kuppelbolzen 4c sowie zwei Zwischenstücken 4d, die
jeweils über einen Bolzen 4h an der gabelförmigen Zugstange 3b der Zugeinrichtung
3 geschlossen sind. Ein ungewolltes Lockern der Schraubenkupplung wird durch ein Sicherungsblech
4i verhindert, das den mittigen Vierkant der Gewindespindel 4e U-förmig umgreift.
[0009] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, hat das Verbindungsgestänge insgesamt vier Gelenke
4a mit horizontaler Drehachse, so daß es bei auftretenden Pufferstößen und damit verbundenen
Druckkräften nach unten ausknicken kann. Um diese Knickbewegung zwangsläufig einzuleiten,
ist in den beiden Zwischenstücken 4d jeweils ein in Druckrichtung offenes Langloch
4b angeordnet, wobei dieses Langloch 4b gemäß Fig. 3 unter einem Winkel zu der Horizontalebene
geneigt ist, die durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens 4c verläuft. Bei Druckkräften
bewegen sich also die beiden Kuppelbolzen 4c und damit die dortigen Enden der Doppellaschen
4g schräg nach oben, wodurch in den Doppellaschen 4g ein nach unten gerichteter Knickimpuls
erzeugt wird. Um die korrekte Einbaulage "Langloch schräg nach oben" anzuzeigen, ist
das Zwischenstück 4d mit einer sicht- und fühlbaren Markierung 5 versehen, hier einem
Nocken.
[0010] Wegen der bei den Zwischenstücken 4d vorhandenen Wanddicke im Gelenkbereich, können
die Langlöcher 4b dort auch nachträglich an bereits eingesetzten Wageneinheiten ausgeführt
werden. Es versteht sich, daß alternativ eine entsprechende Anordnung von Langlöchern
innerhalb anderer Gelenke 4a denkbar ist, beispielsweise in den Doppellaschen 4g.
Liste der Bezugszeichen
[0011]
- 1, 1'
- Wagenelement
- 2
- Puffer
- 3
- Zugeinrichtung
- 3a
- Feder
- 3b
- gabelförmige Zugstange
- 3c
- Stützlager
- 4
- Verbindungsgestänge
- 4a
- Gelenk
- 4b
- Langloch, geneigt angeordnet
- 4c
- Kuppelbolzen
- 4d
- Zwischenstück
- 4e
- Gewindespindel
- 4f
- Kupplungsmutter
- 4g
- Doppellasche
- 4h
- Bolzen
- 4i
- Sicherungsblech
- 5
- Markierung
1. Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport, bestehend aus wenigstens zwei unter
Einsatz von Puffern (2) und Zugeinrichtungen (3) ständig miteinander verbundenen Wagenelementen
(1, 1'), wobei an den Zugeinrichtungen (3) ein mehrere Gelenke (4a) mit horizontaler
Drehachse enthaltendes Verbindungsgestänge (4) angelenkt ist, durch das die Wagenelemente
(1, 1') in Zugrichtung spielfrei und vorzugsweise unter einer geringen Vorspannung
der Puffer (2) miteinander kuppelbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsgestänge
(4) innerhalb zumindest eines seiner Gelenke (4a) ein in Druckrichtung offenes Langloch
(4b) aufweist, das unter einem Winkel zu der durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens
(4c) verlaufenden Horizontalebene derart geneigt ist, daß das Verbindungsgestänge
(4) bei auftretenden Pufferstößen zwangsläufig nach unten ausknickt.
2. Wageneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Langloch (4b) im Bereich
des mit einer Kurzkupplung verbindbaren Endes eines Zwischenstückes (4d) angeordnet
ist, das andererseits an der Zugeinrichtung (3) gelenkig befestigt ist.