(19)
(11) EP 0 551 824 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.07.1993  Patentblatt  1993/29

(21) Anmeldenummer: 93100110.1

(22) Anmeldetag:  07.01.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B61G 1/22, B61G 5/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI NL PT SE

(30) Priorität: 17.01.1992 DE 4201122

(71) Anmelder: DUEWAG AKTIENGESELLSCHAFT
D-47829 Krefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Stolp, Hans
    W-4150 Krefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport


    (57) Eine Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport, besteht aus wenigstens zwei unter Einsatz von Puffern (2) und Zugeinrichtungen (3) ständig miteinander verbundenen Wagenelementen (1, 1'). An den Zugeinrichtungen (3) ist ein mehrere Gelenke (4a) mit horizontaler Drehachse enthaltendes Verbindungsgestänge (4) angelenkt, durch das die Wagenelemente (1, 1') in Zugrichtung spielfrei und vorzugsweise unter einer geringen Vorspannung der Puffer (2) miteinander kuppelbar sind. Das Verbindungsgestänge (4) weist innerhalb zumindest eines seiner Gelenke (4a) ein in Druckrichtung offenes Langloch (4b) auf, das unter einem Winkel zu der durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens (4c) verlaufenden Horizontalebene derart geneigt ist, daß das Verbindungsgestänge (4) bei auftretenden Pufferstößen zwangsläufig nach unten ausknickt. Dadurch werden das Verbindungsgestänge (4) und die Zugeinrichtungen (3) vor Überbeanspruchungen sicher geschützt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport, bestehend aus wenigstens zwei unter Einsatz von Puffern und Zugeinrichtungen ständig miteinander verbundenen Wagenelementen, wobei an den Zugeinrichtungen ein mehrere Gelenke mit horizontaler Drehachse enthaltendes Verbindungsgestänge angelenkt ist, durch das die Wagenelemente in Zugrichtung spielfrei und vorzugsweise unter einer geringen Vorspannung der Puffer miteinander kuppelbar sind.

    [0002] Eine Wageneinheit mit den vorgenannten Merkmalen ist durch UIC-Kodex 572 VE, 1. Ausgabe vom 01.01.1990, speziell Seite 17 bekannt. Die Wagenelemente sind unter Einsatz von Puffern und Zugeinrichtungen ständig miteinander gekuppelt, d. h. das dazu an den Zugeinrichtungen angelenkte Verbindungsgestänge soll kein Entkuppeln der Wagenelemente im laufenden Betrieb ermöglichen, wobei ein solches Gestänges durch den besagten UIC-Kodex nur umrißlich vorgegeben ist. Aufgrund einer Vielzahl von Wageneinheiten, die zumindest im westeuropäischen Eisenbahnnetz verkehren, gehört weiter ein Verbindungsgestänge zum Stand der Technik, das - entsprechend der grundsätzlichen Gestaltung nach UIC-Kodex - mehrere Gelenke mit jeweils horizontaler Drehachse enthält. Dieses Gestänge kann also wegen seiner Gelenke bei Pufferstößen nach unten ausknicken. Wie sich in der Praxis gezeigt hat, tritt das gewünschte Ausknicken bei besonders großen Stößen anfänglich nicht ein; das Verbindungsgestänge wirkt dann als starres Bauteil zwischen den Zugeinrichtungen der gekuppelten Wageneinheiten, so daß Schäden vor allem im Bereich der wagenseitigen Befestigung der Zugeinrichtungen nicht auszuschließen sind.

    [0003] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, das Verbindungsgestänge und die Zugeinrichtungen auf möglichst einfache Weise vor Überbeanspruchungen sicher zu schützen.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Verbindungsgestänge innerhalb zumindest eines seiner Gelenke ein in Druckrichtung offenes Langloch aufweist, das unter einem Winkel zu der durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens verlaufenden Horizontalebene derart geneigt ist, daß das Verbindungsgestänge bei auftretenden Pufferstößen zwangsläufig nach unten ausknickt.

    [0005] Nach einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Langloch im Bereich des mit einer Kurzkupplung verbindbaren Endes eines Zwischenstückes angeordnet, das andererseits an der Zugeinrichtung gelenkig befestigt ist.

    [0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen
    Fig. 1
    eine Wageneinheit im Kupplungsbereich, in einer Sicht von oben,
    Fig. 2
    die Seitenansicht zu Fig. 1,
    Fig. 3
    den Schnitt nach der Linie A - A in Fig. 1, in vergrößertem Maßstab.


    [0007] Gemäß Fig. 1 besteht die Wageneinheit aus zwei Wagenelementen 1, 1', von denen jedes einen Puffer 2 aufweist, der gegenüber dem jeweils anderen Wagenelement abgestützt ist. Weiter hat jedes Wagenelement 1, 1' eine Zugeinrichtung 3, die wie üblich im wesentlichen aus einer Feder 3a, einer gabelförmigen Zugstange 3b und einem wagenseitig angeschraubten Stützlager 3c gebildet ist.

    [0008] Zwischen den beiden Zugeinrichtungen 3 befindet sich ein Verbindungsgestänge 4, bestehend aus einer zentralen Gewindespindel 4e mit Vierkant, zwei bolzenartig gestalteten Kupplungsmuttern 4f, zwei Doppellaschen 4g, zwei Kuppelbolzen 4c sowie zwei Zwischenstücken 4d, die jeweils über einen Bolzen 4h an der gabelförmigen Zugstange 3b der Zugeinrichtung 3 geschlossen sind. Ein ungewolltes Lockern der Schraubenkupplung wird durch ein Sicherungsblech 4i verhindert, das den mittigen Vierkant der Gewindespindel 4e U-förmig umgreift.

    [0009] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, hat das Verbindungsgestänge insgesamt vier Gelenke 4a mit horizontaler Drehachse, so daß es bei auftretenden Pufferstößen und damit verbundenen Druckkräften nach unten ausknicken kann. Um diese Knickbewegung zwangsläufig einzuleiten, ist in den beiden Zwischenstücken 4d jeweils ein in Druckrichtung offenes Langloch 4b angeordnet, wobei dieses Langloch 4b gemäß Fig. 3 unter einem Winkel zu der Horizontalebene geneigt ist, die durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens 4c verläuft. Bei Druckkräften bewegen sich also die beiden Kuppelbolzen 4c und damit die dortigen Enden der Doppellaschen 4g schräg nach oben, wodurch in den Doppellaschen 4g ein nach unten gerichteter Knickimpuls erzeugt wird. Um die korrekte Einbaulage "Langloch schräg nach oben" anzuzeigen, ist das Zwischenstück 4d mit einer sicht- und fühlbaren Markierung 5 versehen, hier einem Nocken.

    [0010] Wegen der bei den Zwischenstücken 4d vorhandenen Wanddicke im Gelenkbereich, können die Langlöcher 4b dort auch nachträglich an bereits eingesetzten Wageneinheiten ausgeführt werden. Es versteht sich, daß alternativ eine entsprechende Anordnung von Langlöchern innerhalb anderer Gelenke 4a denkbar ist, beispielsweise in den Doppellaschen 4g.

    Liste der Bezugszeichen



    [0011] 
    1, 1'
    Wagenelement
    2
    Puffer
    3
    Zugeinrichtung
    3a
    Feder
    3b
    gabelförmige Zugstange
    3c
    Stützlager
    4
    Verbindungsgestänge
    4a
    Gelenk
    4b
    Langloch, geneigt angeordnet
    4c
    Kuppelbolzen
    4d
    Zwischenstück
    4e
    Gewindespindel
    4f
    Kupplungsmutter
    4g
    Doppellasche
    4h
    Bolzen
    4i
    Sicherungsblech
    5
    Markierung



    Ansprüche

    1. Wageneinheit, insbesondere für den Gütertransport, bestehend aus wenigstens zwei unter Einsatz von Puffern (2) und Zugeinrichtungen (3) ständig miteinander verbundenen Wagenelementen (1, 1'), wobei an den Zugeinrichtungen (3) ein mehrere Gelenke (4a) mit horizontaler Drehachse enthaltendes Verbindungsgestänge (4) angelenkt ist, durch das die Wagenelemente (1, 1') in Zugrichtung spielfrei und vorzugsweise unter einer geringen Vorspannung der Puffer (2) miteinander kuppelbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsgestänge (4) innerhalb zumindest eines seiner Gelenke (4a) ein in Druckrichtung offenes Langloch (4b) aufweist, das unter einem Winkel zu der durch die Mitte des zugehörigen Kuppelbolzens (4c) verlaufenden Horizontalebene derart geneigt ist, daß das Verbindungsgestänge (4) bei auftretenden Pufferstößen zwangsläufig nach unten ausknickt.
     
    2. Wageneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Langloch (4b) im Bereich des mit einer Kurzkupplung verbindbaren Endes eines Zwischenstückes (4d) angeordnet ist, das andererseits an der Zugeinrichtung (3) gelenkig befestigt ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht