[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Ausheben von einzelnen verlegten
Pflastersteinen gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Es kommt immer wieder vor, daß bei auf einer Fläche verlegten Pflastersteinen oder
Pflasterplatten der eine oder andere Stein oder die eine oder andere Platte entfernt
werden müssen, weil der Stein oder die Platte abgesackt sind oder weil der Stein oder
die Platte in ihrer Farbe nicht den Vorschriften entsprechen. Auch kann es vorkommen,
daß bei verlegten Platten die eine oder andere Platte gebrochen ist und ausgewechselt
werden muß. Aus der gattungsbildenden DE - GM-Schrift 81 05 367 ist ein Verbundstein-Pflasterzieher
zum Aufnehmen einzelner Beton-Verbundsteine aus einer fertig verlegten Fläche bekanntgeworden,
der eine Zange aufweist, deren Zangenbacken Lamellen tragen, die am unteren Ende mit
Widerlagernoppen versehen sind. Diese Lamellen werden in die Fugen eingedrückt und
nach Umgreifen des zu ziehenden Steines angehoben, so daß dadurch der Stein ausgehoben
werden kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der das
Ausheben von einzelnen, auch im Verband verlegten Pflastersteinen oder Pflasterplatten
erleichtert wird.
[0004] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des Hauptanspruches
gelöst.
[0005] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen erläutert.
[0006] Mit anderen Worten ausgedrückt wird vorgeschlagen, daß eine oder zwei Lamellen, die
so dünn sind, daß sie in die vorhandenen Fugen zwischen verlegten Steinen oder Platten
eingeführt werden können, so tief in diese Fuge eingedrückt werden, daß sie mit einer
federnd ausgebildeten Widerlagernoppe unter den zu hebenden Stein greifen. Diese Widerlagernoppen
sind vorzugsweise aus dem Material der Lamelle, vorzugsweise Federstahl, ausgestanzt
und ausgebogen, so daß nicht nur die unter den Stein greifende Widerlagernoppe wirksam
wird, sondern auch die im Bereich der Steinfuge sich an den zu hebenden Stein anpressenden,
federnden Widerlagernoppen bewirken einen Reibungswiderstand, der beim Anheben der
Lamelle dazu führen kann, daß der zu hebende Stein ausgehoben wird, ohne daß eine
Lamelle unter den Stein greift.
[0007] Nachdem die Lamelle oder Lamellen in die Steinfugen eingetrieben sind, greift an
den mit den Lamellen verbundenen Stößeln eine Hubvorrichtung an, vorzugsweise ein
Hydraulikzylinder, der auf die Stößel unter Zwischenschaltung eines Jochbalkens wirkt,
so daß dadurch nunmehr der zu hebende Stein gleichmäßig angehoben wird.
[0008] Es mag durchaus auch möglich sein, die Steine ohne eine maschinelle Vorrichtung auszuheben,
so daß nur durch Ergreifen und Hochziehen der mit den Lamellen verbundenen Stößeln
der Stein angehoben werden kann. Hierbei kann der Stein vollkommen aus seinem Verbund
hochgehoben werden und ausgewechselt werden.
[0009] Als besonders vorteilhaft hat sich herausgestellt, daß die eigentliche Hubeinrichtung
sich über einen Stützrahmen am Boden abstützt, wobei dieser Stützrahmen den zu hebenden
Stein umgibt, so daß also verschiedene Stützrahmengrößen in Abhängigkeit von den Stein-
oder Plattengrößen vorgesehen werden. Der Stützrahmen weist einen Bügel auf, auf dem
ein Hydraulikzylinder angeordnet ist, dessen Pumpe über einen Handhebel zu betätigen
ist, wobei dieser Hydraulikzylinder unter einen querverlaufenden Jochbalken greift,
der über Hubarme an den Stößeln angreift. Hierdurch ist ein schnelles und ganz problemloses
und vor allen Dingen gleichmäßiges Anheben des Steines oder der Platte möglich.
[0010] Sollen bei zu hebenden Platten vier Lamellen eingesetzt werden, wird natürlichg anstelle
des einfachen Jochbalkens ein entsprechendes Jochbalkenkreuz eingesetzt.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert.
Die Zeichnung zeigt dabei in
- Fig. 1
- eine Gesamtansicht auf eine Vorrichtung zum Anheben von Steinen, in
- Fig. 2
- in größerem Maßstab eine Lamelle mit C-förmiger Führung und Stößel und in
- Fig. 3
- in einer Schnittdarstellung die Wirkungsweise der in eine Steinfuge eingetriebenen
Lamelle.
[0012] In Fig. 1 ist eine Pflasterung dargestellt und ein aus diesem Pflasterverbund herauszuhebender
Stein
P. Um diesen Stein herauszuheben, ist eine Vorrichtung vorgesehen, die im wesentlichen
aus einer, aber vorzugsweise zwei Lamellen 1, 6 besteht, die je in einer C-förmigen
Führung 2, 7 mit Träger 30 verschiebbar sind. Diese Lamellen 1, 6 bestehen aus dünnem
Federstahl, beispielsweise aus einem 0,8 mm starken Federstahlblatt, aus dem Widerlagernoppen
3 ausgestanzt und ausgebogen sind, wobei im ausgebogenen Zustand das äußerste Ende
jeder Widerlagernoppe etwa 2 cm über die vordere Ebene der Lamelle 1 bzw. 6 vorsteht.
[0013] Am oberen Ende jeder Lamelle 1 bzw. 6 greift ein im Träger 30 geführter Stößel 4
oder 5 an, der jeweils ein verdicktes Ende 9, 10 aufweist. Dieser Stößel ist in einfachster
Weise dadurch an der Lamelle 1 befestigt, daß der Stößel 4 oder 5 ein unteres verdicktes
Ende 25 aufweist, wobei die Festlegung dieses verdickten Endes 25 an der Lamelle 1
über Schraubmittel 26 erfolgt. Hierdurch ist ein leichtes Auswechseln der Lamelle
möglich.
[0014] Jede C-förmige Führung 2 oder 7 weist außerdem eine Stützfläche 8 auf, mit der sich
die C-förmige Führung 2, 7 auf dem nicht anzuhebenden Stein abstützt.
[0015] Weiterhin ist ein Stützrahmen 11 vorgesehen, der den zu hebenden Stein
P umgibt und sich auf den umgebenden Steinen abstützt, wobei dieser Stützrahmen 11
einen Bodenrahmen 12 aufweist, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel einen
Bodenrahmenbügel 14 trägt, auf dem sich ein Hubzylinder 15 abstützt, der vorzugsweise
als Hydraulikzylinder ausgebildet ist, wobei dessen Pumpe über einen Handhebel 24
betätigt werden kann.
[0016] Wie aus der Fig. 1 ersichtlich, greift die Kolbenstange des Hubzylinders 15 unter
einen Jochbalken 16, der verschiebbar Hubarme 17 und 18 trägt. Die Hubarme sind dadurch
verschiebbar, daß sie mittels Hülsen 27, 28 den Jochbalken 16 umgreifen, wobei die
Hülsen 27, 28 jeweils über Schrauben 29 in ihrer Stellung festgelegt werden können.
[0017] Am unteren freien Ende jedes Hubarmes 17 oder 18 ist eine Haltevorrichtung 19, 20
vorgesehen, die aus je einer Konsole 22 besteht, die einen Schlitz 23 aufweist. Bei
den dargestellten Ausführungsbeispielen sind die offenen Enden der Schlitze 23 unterschiedlich
ausgerichtet, so daß durch eine Drehbewegung des Jochbalkens 16 die Konsolen 22 mit
ihren Schlitzen 23 über die Stößel 4 geführt werden können, wobei das verdickte Ende
9 jedes Stößels 4 oder 5 über die Konsole 22 greift. Hierdurch ist bei einem Anheben
des Jochbalkens 16 auch ein Anheben der Stößel 4 und 5 möglich und damit ein Anheben
der Lamellen 1 und 6 und schließlich dadurch ein Anheben des Steines
P.
[0018] Durch feinfühliges Betätigen des Handhebels 24 kann ein langsames und damit schonendes
Anheben des Steines
P erfolgen, so daß das Ausheben dieses Steines ohne Störung des umgebenden Steinverbundes
erfolgen kann.
[0019] Die Arbeitsweise mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist wie folgt:
Nachdem, wie dies Fig. 3 zeigt, die C-förmige Führung 2 über eine Steinfuge gesetzt
ist, wird die Lamelle 1 durch Aufschlagen mittels eines Schlagwerkzeuges auf das verdickte
Ende des Stößels 4 in die Steinfuge eingetrieben, wobei sich die nach außen abgebogenen
Widerlagernoppen 3 etwas nach innen verformen und dadurch einen hohen Reibungswiderstand
beim späteren Anheben des Steines hervorrufen. Das Eintreiben der Lamelle 1 kann so
lange erfolgen, bis die unterste Widerlagernoppe 3 aus der Steinfuge herauskommt und
unter den anzuhebenden Stein
P greift. Durch Betätigen des Handhebels 24 und damit des Hubzylinders 15 ist nunmehr
ein einfaches Anheben des Steines
P möglich.
1. Vorrichtung zum Ausheben von einzelnen, verlegten Pflastersteinen (P) oder Pflasterplatten
aus ihrem Verband mit dünnen Lamellen, die im Bereich ihres unteren Endes mit Widerlagernoppen
versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamellen (1, 6) aus dünnem Federstahl bestehen und die Widerlagernoppen
(3) federnd ausgebildet sind und im entspannten Zustand wenigstens einenendes über
eine Ebene der Lamelle (1, 6) vorstehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) ein oder zwei Lamellen (1, 6) vorgesehen sind,
b) die Lamellen (1, 6) in je einer starren C-förmigen Führung (2, 7) auf- und abbeweglich
geführt sind,
c) die Lamellen (1, 6) mit mindestens einem Stößel (4, 5) verbunden sind, mit dessen
Hilfe die Lamellen (1, 6) in den C-förmigen Führungen (2, 7) auf- und abbeweglich
sind und
d) eine Stützfläche (8) am unteren Ende jeder C-förmigen Führung (2, 7) vorgesehen
ist, die sich beim Ausheben eines einzelnen Pflastersteines auf einem nicht anzuhebenden
Stein abstützt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerlagernoppen (3) als Lappen aus der Lamelle (1, 6) ausgestanzt und ausgebogen
sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Träger (30) die C-förmige Führung (2, 7) aufweist und der Stößel (4, 5)
in dem Träger (30) geführt ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Stößel (4, 5) ein verdicktes, der Lamelle (1, 6) abgewandtes Ende (9,
10) aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Jochbalken (16) mit von ihm getragenen, nach unten gerichteten Hubarmen (17,18),
die mittels Haltevorrichtungen (20, 22) an die oberen Enden der Stößel (4, 5) anschließen,
wobei eine Hubstange (21) einer Hubvorrichtung unter dem Jochbalken (16) zur Anlage
kommen kann.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubarme (17, 18) auf dem Jochbalken (16) verschiebbar angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtungen (19, 20) als von den Hubarmen (17, 18) getragene, parallel
zur Achse des Jochbalkens (16) ausgerichtete Konsolen (z. B. 22) ausgebildet sind,
in denen einseitig offene Schlitze (23) vorgesehen sind, in die die Stößel (4, 5)
unterhalb ihres verdickten Endes (9, 10) einführbar sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen Stützrahmen (11) aus einem den zu hebenden Stein (P) umgebenden Bodenrahmen
(12) und einen vom Bodenrahmen (12) getragenen Bodenrahmenbügel (14) und einer zwischen
dem Bodenrahmenbügel (14) und dem Jochbalken (16) angeordneter Hubvorrichtung.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch einen Hydraulikzylinder als Hubvorrichtung (15) und eine über einen Handhebel (24)
betätigbare Pumpe.
11. Vorrichtung wenigstens nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch einen kreuzförmigen Jochbalken mit vier angreifenden verstellbaren Hubarmen.