[0001] Die Erfindung betrifft ein Kammerrakel für ein Kurzfarbwerk einer Rotationsdruckmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Eine Farbauftragleiste für ein Kurzfarbwerk dieser Art ist aus der DE-OS 37 37 531
A1 bekanntgeworden. Bei dieser Farbauftragleiste ist in der Farbverteilungskammer
ein Profilkörper schwenkbar oder rotierbar ausgeführt.
[0003] Nachteilig bei dieser Farbauftragleiste ist, daß der Weg zwischen Farbzulauf und
Farbablauf unkontrollierbar ist, d. h. es besteht die Möglichkeit, daß eine Ansammlung
von Wasser- und Luftanteilen entsteht, welche Zu Störungen im Druckbild führen.
[0004] Weiterhin ist gemäß der US-PS 4 150 333 ein Farbwerk bekannt, bei welchem ein Farbbehälter
an einer Rasterwalze anliegt. Zwecks Vermeidung von Turbulenzen im Farbbehälter ist
dieser mit in axialer Richtung parallel zueinander angeordneten Platten ausgestattet,
welche den Farbbehälter in Kammern teilen, die miteinander verbunden sind.
[0005] Nachteilig hierbei ist, daß keine Abscheidung des von der Rasterwalze zugeführten
Wassers erfolgt und kein äußerer Druck aufgebracht werden kann, der zum Füllen der
Näpfchen notwendig ist, so daß Qualitätsmängel beim Druckbild auftreten können.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kammerrakel für ein Kurzfarbwerk einer
Rotationsdruckmaschine zu schaffen, bei welcher die Farbe nicht nur kontinuierlich
zu- und abgeführt wird, sondern in welcher die Farbe kontinuierlich umläuft bzw. zugeführt
und nach einem Umlauf restlos abgeführt wird.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Kennzeichen des Patentanspruches 1 gelöst.
[0008] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung bestehen insbesondere darin, daß durch
die Ausbildung eines Spaltes in den Bereichen a bis f ein zwangsläufiger Umlauf der
Farbe-Wasser-Emulsion erfolgt, so daß sich keine Farbrückstände in der Farbauftragleiste
bilden können, die sich ggf. mit Wasser oder Luft anreichern. Es bildet sich über
die axiale Breite eine homogene, turbulenzfreie Spaltöffnung aus. Eine gleichbleibende
Druckqualität ist somit gewährleistet.
[0009] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Die dazugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- den Querschnitt durch die erfindungsgemäße Kammerrakel;
- Fig. 2
- die perspektivische Darstellung des Profilkörpers.
[0010] Eine Kammerrakel 1 eines insgesamt nicht dargestellten Kurzfarbwerkes ist unter einer
Rasterwalze 2 angeordnet, welche in Pfeilrichtung H bewegbar ist. Die Kammerrakel
1 besteht aus einer Grundplatte 3, welche eine Zuführöffnung 4 und eine Abführöffnung
oder einen Abführkanal 6 für die Druckfarbe besitzt. Die Grundplatte 3 weist seitlich
an ihrer Unterseite parallel zur Rotationsachse der Rasterwalze 2 sich erstreckende
Leisten 7; 8 auf, mit denen die Kammerrakel 1 auf einer nicht dargestellten Einrichtung
befestigt ist, die die Kammerrakel 1 an die Rasterwalze 2 an- und abstellbar gestaltet.
Die Grundplatte 3 nimmt an ihren Längsseiten sich in axialer Richtung der Rasterwalze
2 erstreckende Rakelhalter 9; 11 auf, welche jeweils mit Befestigungsschrauben 12;
13 eine Arbeitsrakel 14 bzw. eine Schließrakel 16 gegen den Rakelhalter 9; 11 festhalten.
[0011] In dem von den vorgenannten Elementen 2; 14; 16; 9; 11; 3 begrenzten Raum ist ein
sich ebenfalls in axialer Richtung der Rasterwalze 2 erstreckender Profilkörper 17
gemäß Fig. 2 angeordnet, welcher über eine Fußleiste 18 und nicht dargestellten Schrauben
mit der Grundplatte 3 verbunden ist.
[0012] Neben der Fußleiste 18 und über dem Zuführkanal 4 befindet sich eine Zuführkammer
19, über welche die in Pfeilrichtung I von einer nicht dargestellten Farbzuführeinrichtung
unter Druck zugeführte Farbe in axialer Richtung verteilt wird. Die Farbe gelangt
in einen sich in Farbflußrichtung verjüngenden Spalt, der jeweils vom Profilkörper
17 in einem Bereich a mit dem Rakelhalter 11, in einem Bereich b mit dem Schließrakel
16, in den Bereichen c und d mit der Oberfläche der Rasterwalze 2, in einem Bereich
e mit der Arbeitsrakel 14 und in einem Bereich f mit einem Drosselblech 21 gebildet
wird. Die Zuführkammer 19 liegt vor dem Bereich a.
[0013] Dabei besitzen die Spaltweiten a bis f folgende Abmaße:
a 4 bis 6 mm
b 3 bis 5 mm
c 2 bis 3 mm
d 1 bis 2 mm
e 1 bis 2 mm
f kleiner 2 mm
[0014] Der sich an den Bereich e anschließende Bereich f ist mittels des sich entlang der
Innenseite des Rakelhalters 9 erstreckenden Drosselbleches 21 und Stiftschrauben 22
verstellbar. Das Drosselblech 21 ist an seiner oberen Kante 23 mit dem Rakelhalter
9, beispielsweise durch Schweißen, fest verbunden. Hinter dem Bereich f schließt sich
eine Abführkammer 5 an.
[0015] Der Profilkörper 17 kann auch in vertikaler und horizontaler Richtung bewegbar auf
der Grundplatte 3 angeordnet sein, indem zwischen der Grundplatte 3 und dem Profilkörper
17 bekannte Stelleinrichtungen vorgesehen sind.
[0016] Die nicht von der Rasterwalze 2 abgenommene Farbe wird in Pfeilrichtung K in einen
nicht dargestellten Farbbehälter zurückgeführt.
[0017] Der in Fig. 2 in perspektivischer Darstellung gezeigte Profilkörper 17 weist Mantelflächen
A; B; C; D; E; F auf, welche jeweils den Bauteilen 11; 16; 2; 14; 9; 21 in dem sich
verjüngenden Abstand a bis f gegenüberliegen.
Teileliste
[0018]
- 1
- Kammerrakel
- 2
- Rasterwalze
- 3
- Grundplatte
- 4
- Zuführkanal
- 5
- Abführkammer
- 6
- Abführkanal
- 7
- Befestigungsleiste
- 8
- Befestigungsleiste
- 9
- Rakelhalter
- 10
- -
- 11
- Rakelhalter
- 12
- Befestigungsschrauben
- 13
- Befestigungsschrauben
- 14
- Arbeitsrakel
- 15
- -
- 16
- Schließrakel
- 17
- Profilkörper
- 18
- Fußleiste
- 19
- Zuführkammer
- 20
- -
- 21
- Drosselblech
- 22
- Stiftschrauben
- 23
- Kante (21)
- H
- Pfeilrichtung
- I
- Pfeilrichtung
- K
- Pfeilrichtung
- a
- Spaltweite, Bereich
- b
- Spaltweite, Bereich
- c
- Spaltweite, Bereich
- d
- Spaltweite, Bereich
- e
- Spaltweite, Bereich
- f
- Spaltweite, Bereich
- A
- Fläche (17)
- B
- Fläche (17)
- C
- Fläche (17)
- D
- Fläche (17)
- E
- Fläche (17)
- F
- Fläche (17)
1. Kammerrakel (1) für ein Kurzfarbwerk einer Rotationsdruckmaschine, welche gegen eine
Rasterwalze (2) anstellbar ist und eine Arbeitsrakel (14) und eine Schließrakel (16)
sowie eine Farbzuführung (4) und eine Farbabführung (6) und einen in der Rakelkammer
angeordneten Profilkörper aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Zuführkammer
(19) und der Abführkammer (5) ein sich in axialer Richtung zur Rasterwalze (2) erstreckender
Profilkörper (17) angeordnet ist, welcher mit seinen Mantelflächen (A; B; C; D; E)
gegen die ihn umgebenden Bauteile (11; 16; 2; 14; 9; 21) einen sich in Farbumlaufrichtung
verjüngenden Spalt (a + b + c + d + e) bildet.
2. Kammerrakel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Profilkörper (17) mit
seiner Fußleiste (18) auf einer Grundplatte (3) lösbar befestigt ist.
3. Kammerrakel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Profilkörper
(17) umgebenden Mantelflächen (A; B; C; D; E; F), dem Rakelhalter (11), der Schließrakel
(16), der Rasterwalze (2), der Arbeitsrakel (14), dem Rakelhalter (9) sowie dem Drosselblech
(21) in dem den Spalt (a; b; c; d; e; f) bildenden Abstand gegenüberliegen.
4. Kammerrakel nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Weite des
sich verjüngenden Spaltes (a) vier bis sechs Millimeter, des Spaltes (b) drei bis
fünf Millimeter, des Spaltes (c) zwei bis drei Millimeter, des Spaltes (d; e) ein
bis zwei Millimeter und des Spaltes (f) kleiner zwei Millimeter ist.
5. Kammerrakel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an der dem Profilkörper
(17) zugewandten Seite des Rakelhalters (9) im Bereich (f) ein sich in Axialrichtung
der Rasterwalze (2) erstreckendes Drosselblech (21) angeordnet ist, welches an seiner
oberen Kante (23) mit dem Rakelhalter fest verbunden und an seiner unteren Kante mittels
Stiftschrauben (22) einstellbar ist.
6. Kammerrakel nach den Ansprüchen 1 und 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Profilkörper
(17) in vertikaler und horizontaler Richtung bewegbar ist.