[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Scharniertopf, bestehend aus einem in eine Montagebohrung
in einem Möbelteil, beispielsweise eine Türe einsetzbaren Verankerungsteil und einem
daran gehaltenen Topfteil, der mindestens eine Scharnierachse trägt, wobei der Verankerungsteil
mit mindestens einer, vorzugsweise zwei Klemmbacken versehen ist und der Topfteil
im Verankerungsteil untrennbar und um die Achse der Montagebohrung drehbar lagert
und mindestens einen Spreizteil trägt, der den Klemmbacken des Verankerungsteiles
an die Wandung der Montagebohrung drückt, wobei der Verankerungsteil mit einer in
der Montageebene vorspringenden Platte versehen ist, die Positionierungszapfen aufweist.
[0002] Aus der AT-PS 348 371 ist ein zweiteiliger Scharniertopf bekannt, der aus einem in
eine Bohrung in der Möbelwand einsetzbaren Verankerungsteil und einem darin verankerbaren
Befestigungsteil aus Metall besteht. Der Verankerungsteil weist Klemmbacken auf, die
mittels Schrauben an die Bohrungsseitenwand gedrückt werden. Ein ähnlicher zweiteiliger
Scharniertopf, jedoch ohne besonderer Klemmbacken, ist in der AT-PS 335 307 gezeigt.
[0003] In beiden Fällen wird der Topfteil senkrecht im Verankerungsteil eingesetzt aber
nicht verdreht.
[0004] Die DE-A1-21 43 672 zeigt ein Scharnier mit einem zweiteiligen Scharniertopf und
einem in die Türe einsetzbaren Verankerungsteil und einem Topfteil, der die Scharnierachsen
trägt, wobei der Topfteil bajonettverschlußartig in dem Verankerungsteil einsetzbar
ist.
[0005] Die DE-A1-24 57 181 zeigt ein Scharnier, wobei an der Wandung des Scharniertopfes
ein Haltering mit Spreizbacken vorgesehen ist. Der Scharniertopf wird mit dem Haltering
in die Bohrung in der Möbeltüre eingesetzt und verdreht, wodurch die Spreizbacken
des Halteringes in die Wandung der Bohrung eingedrückt werden.
[0006] Nachteilig an dieser Ausführung ist es, daß nie sichergestellt ist, daß der Scharniertopf
in seiner Funktionsstellung, d. h. mit korrekt ausgerichtetem Scharnierarm vom Haltering
optimal gehalten wird.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Scharniertopf der eingangs erwähnten Art dahingehend
zu verbessern, daß exakt festgelegt wird, in welchem Winkel der Scharniertopf beim
Einsetzen in die Bohrung der Möbeltüre gehalten wird und wobei der Topfteil in seiner
Funktionslage lösbar arretiert ist.
[0008] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß zwischen dem Topfteil und dem Verankerungsteil
mindestens eine Arretierung vorgesehen ist, die den Topfteil in der Spannstellung
gegen Verdrehen sichert.
[0009] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Figuren der beiliegenden
Zeichnungen eingehend beschrieben.
[0010] Die Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Scharniertopf in der
Einritzstellung, die Fig. 2 zeigt eine Ansicht aus der Richtung des Pfeiles A der
Fig. 1, die Fig. 3 zeigt eine Draufsicht auf den erfindungsgemäßen Scharniertopf in
der Spann- und Funktionsstellung, die Fig. 4 zeigt eine Ansicht aus der Richtung des
Pfeiles B der Fig. 3, die Fig. 5 zeigt einen Schnitt nach der Linie A-A der Fig. 2,
die Fig. 6 zeigt einen Schnitt nach der Linie B-B der Fig. 4, die Fig. 7 zeigt eine
Seitenansicht des Scharniertopfes teilweise im Schnitt, die Fig. 8 zeigt ein auseinandergezogenes
Schaubild vom Verankerungsteil und Topfteil, die Fig. 9 zeigt einen Axialschnitt durch
einen Positionierungszapfen in der Ausgangsstellung und die Fig. 10 zeigt einen gleichen
Axialschnitt durch einen Positionierungszapfen in der Spannstellung.
[0011] Der erfindungsgemäße Scharniertopf besteht aus dem Topfteil 3 und dem Verankerungsteil
4, wobei die beiden Teile 3, 4 miteinander untrennbar verbunden sind, und zwar derart,
daß der Topfteil 3 im Verankerungsteil 4 um einen bestimmten Winkel drehbar ist.
[0012] Im Topfteil 3 sind die Lagerstellen 17, 18 für die Achsen des Scharnierarmes 2.
[0013] Sowohl der Topfteil 3 als auch der Verankerungsteil 4 sind mit einer auskragenden
Platte 14, 15 versehen. An der Platte 15 des Verankerungsteiles 4 sind Positionierungszapfen
9, 10 ausgebildet, die bei der Montage des Scharnierarmes 2 in korrespondierende Löcher
in der Tür 1 eingesetzt werden.
[0014] Am Verankerungsteil 4 sind die Klemmbacken 7, 8 auf vertikalen Achsen 19 gelagert.
[0015] Der Topfteil 3 untergreift die Klemmbacken 7, 8 mit vorspringenden Wänden 20.
[0016] Im Positionierungszapfen 9 des Verankerungsteiles ist ein Druckknopf 11 angeordnet,
der von einer Feder 12, die sich an einem Zapfen oder Noppen 13 abstützt, beaufschlagt,
d. h. nach oben gedrückt wird.
[0017] Zur Montage des Scharniertopfes befindet sich der Topfteil 3 in einem Winkel zum
Verankerungsteil 4 (Fig. 1). Auf diese Art und Weise kann der Verankerungsteil 4 auf
einfache Art und Weise in die Bohrungen in der Tür 1 eingesetzt werden. Durch die
Positionierungszapfen 9, 10 ist die korrekte Lage des Verankerungsteiles 4 sichergestellt.
[0018] Um den Verankerungsteil 4 in der Bohrung zu verspannen, wird der Topfteil 3 gedreht,
d. h. von der in der Fig. 1 gezeigten Lage in seine normale Funktionslage gebracht,
wie sie in der Fig. 3 gezeigt ist. Dabei drükken die Spreizteile 21 die Klemmbacken
7, 8 in die Wandung der Bohrung, wodurch der Verankerungsteil 4 mit dem Topfteil fest
in der Möbeltüre 11 verankert wird.
[0019] An den Klemmbacken 7, 8 sind konkave Anpreßflächen 22 vorgesehen. Weiters sind an
den Klemmbacken 7, 8 Anschläge 23, 24 ausgebildet, die den Drehweg der Spreizteile
21 und somit des Topfteiles 3 begrenzt.
[0020] Befindet sich der Topfteil 3 in der Spann- und Gebrauchsstellung, wird der Druckknopf
11 von der Feder 12 in die Öffnung 16 in der Platte 14 gedrückt, wodurch ein unbeabsichtigtes
Verdrehen des Topfteiles 3 verhindert wird. Soll der Scharniertopf gelöst, d. h. von
der Türe 1 abmontiert werden, genügt es, den Druckknopf 11 hinunterzudrücken, sodaß
er die Platte 14 des Topfteiles freigibt, worauf letzterer in die in der Fig. 1 gezeigte
Stellung gedreht werden kann. Dadurch wird kein Druck mehr auf die Klemmbacken 7,
8 ausgeübt und der Scharniertopf ist von der Türe 1 lösbar.
1. Scharniertopf, bestehend aus einem in eine Montagebohrung in einem Möbelteil, beispielsweise
eine Türe einsetzbaren Verankerungsteil und einem daran gehaltenen Topfteil, der mindestens
eine Scharnierachse trägt, wobei der Verankerungsteil mit mindestens einer, vorzugsweise
zwei Klemmbacken versehen ist und der Topfteil im Verankerungsteil untrennbar und
um die Achse der Montagebohrung drehbar lagert und mindestens einen Spreizteil trägt,
der den Klemmbacken des Verankerungsteiles an die Wandung der Montagebohrung drückt,
wobei der Verankerungsteil mit einer in der Montageebene vorspringenden Platte versehen
ist, die Positionierungszapfen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Topfteil (3) und dem Verankerungsteil (4) mindestens eine Arretierung vorgesehen ist,
die den Topfteil (3) in der Spannstellung gegen Verdrehen sichert.
2. Scharniertopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem Positionierungszapfen
(9) in an sich bekannter Weise ein von einer Feder (12) beaufschlagter Druckknopf
(11) gelagert ist, der in der Verriegelungsstellung in einer korrespondierenden Öffnung
(16) in einer vom Topfteil (3) auskragenden Platte (14) einrastet und somit die Arretierung
gegen Verdrehen bildet.
3. Scharniertopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Verankerungsteil (4)
separate Klemmbacken (7, 8) um eine Achse (19) kippbar sind, die parallel zur Achse
der Montagebohrung verläuft.
4. Scharniertopf nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (7, 8)
eine konkave Anpreßfläche (22) für die Spreizteile (21) aufweisen.
5. Scharniertopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Verankerungsteil (4)
mindestens ein Anschlag (23, 24) vorgesehen ist, der die Drehbewegung des Topfteiles
(3) begrenzt.
6. Scharniertopf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschläge (23, 24)
an den Klemmbacken (7, 8) ausgebildet sind.