[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Beim industriellen Herstellen von Nähten liegt ein Problem darin, dass am Anfang
und am Ende des Nähvorganges stets ein Stück des Ober- oder Unterfadens am genähten
Stoffe übrigbleibt, das anschliessend von Hand aus versäubert werden muss. Hier handelt
es sich um einen relativ teuren separaten Arbeitsvorgang. Zwar sind einige Abschneidevorrichtungen
für den Nähfaden am Stoffende bekannt, jedoch nicht für den Anfangsfaden. Dieser kann
unter Umständen verschiedene Positionen einnehmen.
[0003] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine genaue Position des Fadens zu
sichern, und dies gelingt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1. Dabei
kann auf die komplizierte Schneidevorrichtung überhaupt verzichtet werden, wenn, insbesondere
zur Erzeugung von Rändern an Kleideröffnungen, wie Kragen, Armlöchern u.dgl., mit
einer Überdecknaht gearbeitet wird.
[0004] Ein solches Verfahren wird nun mit Vorteil zum Einfassen wenigstens eines Stoffrandes
des Stoffstückes mit einem an den Stoffrand anzunähenden Einfassband angewandt. Bestand
dabei bisher eine solche Aufgabe, so wurden üblicherweise zwei Doublierungen in der
Form vorgenommen, dass zunächst das in der Mitte doublierte, d.h. gefaltet aufeinandergelegte,
Einfassband mit einer sog. Overlock-Naht am Stoffrand derart vorgenäht wurde, dass
die Kanten des Einfassbandes mit dem Stoffrand fluchteten. Erst dann lag nämlich die
Nahtstelle dieser Overlock-Naht genau fest, wonach nun das aufgenähte Band, siehe
Pfeil 8, um 180° gedreht, in die Ebene des Stoffstückes gebracht werden kann. Die
dadurch im Nahtbereich der Overlock-Naht entstehende zweite Doublierung wurde anschliessend
mit einer Zwei-Nadel-Überdecknaht fixiert.
[0005] Der Nachteil dieses bekannten Verfahrens liegt nun offensichtlich darin, dass zwei
nacheinander ablaufende Verfahrensschritte für das Nähen erforderlich sind, zwischen
denen ein Zwischenschritt mit der von Hand aus durchzuführenden und daher Fehlern
durch menschliches Versagen unterworfenen Stoffranddoublierung liegt. Im Grunde genommen
sind also bisher drei nacheinander vorzunehmende Verfahrensschritte nötig gewesen,
was das Einfassen zu einem relativ teuren Arbeitsvorgang machte. Ausserdem konnte
sich aufgrund der erwähnten Fehler leicht Ausschuss bilden, was zu einer zusätzlichen
Verteuerung des Vorganges führte. Dies war insbesondere auch dadurch der Fall, dass
die Fadenenden keine definierte Richtung besassen.
[0006] Der Erfindung liegt nun in weiterer Ausgestaltung die zusätzliche Aufgabe zugrunde,
das erfindungsgemässe Verfahren so auszubilden, dass der Vorgang des Einfassens leichter,
fehlerfreier und problemloser, und damit billiger, durchgeführt werden kann.
[0007] Die Lösung dieser zusätzlichen Aufgabe geht nun in einem ersten Schritt von der Erkenntnis
aus, dass zum Doublieren des Einfassbandes sowieso eine an sich bekannte Doubliereinrichtung
verwendet wird. Wenn es also gelingt, diese Doubliereinrichtung so einzusetzen, dass
der gesamte Vorgang in einem einzigen Arbeitsgang durchgeführt werden kann, so kann
auf das Doublieren von Hand aus verzichtet werden. In einem zweiten Schritt sind demgemäss
nach der Erfindung die Merkmale des Anspruches 2 bzw. 3 vorgesehen, womit nicht nur
das Doublieren von Hand aus vermieden ist, sondern zusätzlich der gesamte Einfassvorgang
in einem Arbeitsgang durchführbar ist.
[0008] Sollen gerade Stoffränder mit einem Einfassband versehen werden, so war der manuelle
Doubliervorgang nach dem Stande der Technik noch relativ leicht durchführbar. Besonders
schwierig wurde es aber, wenn der Stoffrand eine Öffnung innerhalb des zu nähenden
Stoffstückes begrenzte, insbesondere eine Kragenöffnung, gegebenenfalls aber auch
eine Beinöffnung oder eine Bundöffnung, war. Hierbei entsteht eine ringförmige Naht,
wobei der Nahtanfang durch das Nahtende übernäht wird. Hier bewährt sich das erfindungsgemässe
Verfahren besonders, weshalb es bevorzugt im Sinne des Anspruches 3 durchgeführt wird.
[0009] Eine weitere Arbeitserleichterung ergibt sich, wenn das erfindungsgemässe Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruches 4 verwirklicht wird, da dann ein weiterer, bisher
separat durchgeführter Arbeitsvorgang eingespart werden kann.
[0010] Im Prinzip könnte der Luftsog während des gesamten Nähvorganges aufrecht erhalten
werden. Die Erzeugung des erforderlichen Luftsoges ist jedoch mit relativ hohen Kosten
verbunden, und es mag dabei auch zu Behinderungen bzw. Belästigungen kommen, weshalb
es bevorzugt ist, dass Herannahen des Nahtanfangs während des Nähvorganges zu überwachen
und den Luftsog erst ab einem vorbestimmten Zeitpunkte vor der Beendigung des Nähvorganges
zu erzeugen. Damit ist gesichert, dass der Luftsog dann zur Verfügung steht, wenn
er gebraucht wird. Dabei kann das Erzeugen des Luftsoges durch Betätigung eines Ventiles
zum Anschalten eines den Faden ansaugenden Kanales an eine Unterdruckleitung ebenso
erzeugt werden, wie durch das Schliessen eines Ventiles in einer Bypass-Leitung, die
vor dem Herannahen des Nahtendes Falschluft der Unterdruckwelle zuführte, so dass
der dem Faden zugeordnete Saugkanal im wesentlichen drucklos blieb. Selbstverständlich
wäre es ebenso möglich, die Unterdruckquelle und deren Antriebsmotor erst dann einzuschalten,
wenn das Nahtende bevorsteht.
[0011] Auch das Überwachen dieses Nahtanfangs und seines Herannahens kann auf die verschiedenste
Weise geschehen, beispielsweise durch Anbringen einer überwachbaren Markierung am
Stoffstück, insbesondere einer Markierung mit Hilfe eines flüchtigen Fluides, wie
es auch ein Wassertropfen darstellen mag. Derartige Überwachungsmittel sind ja bereits
vorgeschlagen worden. Vereinfacht erfolgt dies aber durch Vorwählen einer für die
Naht benötigten Längeneinheit. Diese Längeneinheit könnte die am Stoffstück gemessene
Länge in cm oder mm sein, sie ist aber bevorzugt die Stichzahl. Dabei braucht die
Stichzahl nicht unmittelbar eingegeben zu werden, sondern kann zweckmässig mit Hilfe
eines Wandlers eingegeben werden, an dem die Stofflänge eingebbar ist, und der sie
anschliessend in eine Stichzahl umwandelt. Eine derartige Vorrichtung ist aus der
EP-A-445 316 bekanntgeworden. Die Einzelheiten einer derartigen elektronischen Steuerung
werden als bekannt vorausgesetzt und stellen insoferne Teil der Offenbarung der vorliegenden
Beschreibung durch blosse Bezugnahme dar.
[0012] Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung des oben erläuterten Verfahrens
ist durch die Kombination der Merkmale des Anspruches 6 gekennzeichnet.
[0013] Bevorzugt ist jedoch eine Ausführungsform mit dem Merkmal a) des Anspruches 7. Dabei
braucht die Doubliereinrichtung nicht notwendigerweise einteilig ausgebildet zu sein,
vielmehr könnte sie - wie noch erläutert wird - zwei Doublierer umfassen, von denen
der eine zum Doublieren des Einfassbandes in seinem Mittenbereich, der andere zum
Doublieren des Stoffrandes ausgebildet sein kann. Bevorzugt ist jedoch die Ausbildung
nach Anspruch 8.
[0014] Es wurde bereits erwähnt, dass das gleichzeitige Annähen eines Etikettes mit ein
und derselben Naht eine weitere Arbeitserleichterung bringt. Dies kann nun durch das
Merkmal b) des Anspruches 8 verwirklicht werden, wobei eine solche Etikettenzuführeinrichtung
beispielsweise aus der EP-A 445 316 bekanntgeworden ist. Auch der Inhalt dieser Schrift
soll im Rahmen der vorliegenden Beschreibung durch Bezugnahme darauf als geoffenbart
gelten.
[0015] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschreibung
des Verfahrens nach dem Stande der Technik sowie nach der Erfindung samt einer Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens anhand der Zeichnung. Es zeigen die
- Fig. 1a und 1b
- die Vorgänge zum Einfassen eines Stoffstückes nach dem Stande der Technik, dem in
den
- Fig. 2 bis 4
- erfindungsgemässe Ausführungsvarianten gemäss den Unteransprüchen gegenübergestellt
werden; und
- Fig. 5
- eine Perspektivansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung, und
- Fig. 6
- eine weitere Perspektivansicht einer Ausführungsvariante, die besonders zum Einfassen
einer Öffnung, wie einer Kragenöffnung innerhalb eines Stoffstückes geeignet ist.
[0016] Gemäss Fig. 1a soll an den Rand 1 eines Stoffstückes 2 ein Einfassband 3 in herkömmlicher
Weise angenäht werden. Zu diesem Zwecke wird das Einfassband 3 in seinem Mittenbereich,
meist genau in der Mitte, mit einer Längsfalte 4 versehen, um die die beiden Hälften
des Einfassbandes 3 gegeneinander geklappt werden, welcher Vorgang als "Doublieren"
bezeichnet wird.
[0017] Anschliessend wird das so doublierte Einfassband 3 derart auf das Stoffstück 2 aufgelegt,
dass seine Kanten 5 etwa entlang des Randes 1 verlaufen, insbesondere mit diesem fluchten.
In dieser Lage wird das Stoffstück 2 samt dem aufgelegten Einfassband 3 einer Nähmaschine,
insbesondere einer Overlock-Nähmaschine zugeführt, die eine durch das Dreiecksymbol
6 angedeutete Vornaht 7 parallel zu den Kanten 5 bzw. zum Stoffrand 1 erzeugt. Der
Zweck dieser Vornaht ist es, einerseits eine vorbestimmte Lage des Einfassbandes 3
relativ zum Stoffrand 1 zu sichern und anderseits den Ort einer zu bildenden Stoff-Falte
des Stoffstückes 2 zu fixieren.
[0018] Denn anschliessend wird der Rand 1 des Stoffstückes 2 im Sinne des Pfeiles 8 derart
gekippt, dass am Stoffstück 2 und seinem Rand 1 entlang der durch das Dreiecksymbol
6 angedeuteten Nabt 7 eine Längsfalte 9 entsteht. Die Vornaht 7 bildet dabei gewissermassen
das Scharnier, um das die Falte 9 gebogen wird. Ist dieser Schritt getan, so wird
das ganze einer Mehrnadel-Nähmaschine zugeführt, die mit mindestens zwei Nadeln eine
Überdecknaht (10, 10', 11) erzeugt, durch welche an der Unterseite (bezogen auf Fig.
1b) die Nähfäden Kettelmaschen bilden und so die Overlock-Naht gemäss dem Symbol 6
mit einer glatten Fläche überdecken.
[0019] Aus der obigen Erläuterung ergibt sich, dass gemäss dem bekannten Verfahren drei
Vorgänge erforderlich waren, nämlich:
- Herstellung der Overlock-Naht 7,
- Doublieren des Stoffrandes 1 zur Herstellung der Randfalte 9, und
- Fixierung der Randfalte 9 und Abdecken der Overlock-Naht 7 durch eine Überdecknaht
10, 10', 11.
[0020] Es versteht sich, dass Längsfalte 4 des Einfassbandes 3 herkömmlich mit Hilfe eines
bekannten Doublierers erzeugt wird. Um nun das bekannte, relativ arbeitsaufwendige
Verfahren zu vereinfachen und zu verkürzen geht also die Erfindung von der Erkenntnis
aus, dass das Doublieren zweckmässig gleich so vorgenommen werden soll, dass das Einfassband
3 lediglich am Stoffrand 1 befestigt werden muss. Gemäss der Ausführungsform nach
Fig. 2 geschieht dies so, dass eine der beiden zueinander parallelen Nahtlinien, nämlich
die gezeigte Nahtlinie 10' gleich auch zur Befestigung des Einfassbandes 3 am Stoffrande
1 herangezogen wird, nachdem das Einfassband 3 derart doubliert wurde, dass es ausser
seiner Längsfalte 104 im Mittelbereich auch noch eine Randdoublierfalte 12 erhält.
Dadurch wird der Stoffrand 1 abgedeckt, so dass durch die durch das Symbol 11 angedeuteten
Kettelmaschen an der Unterseite des Stoffstückes 2 lediglich die eine Kante 5 des
Einfassbandes 3 abgedeckt werden muss. Diese Kante 5 ist vorzugsweise um einen Betrag
s gegenüber der Randfalte 12 vorgezogen. Das Ausmass der Dimension s ist an sich nicht
kritisch, wird aber bevorzugt etwa dem Abstand der Nahtlinie 10' von der Falte 12
entsprechen.
[0021] Allerdings versteht es sich, dass die Anordnung insoferne auch umgekehrt sein kann,
als die Kante 5 an der Oberseite des Stoffstückes 2 vorgesehen und die Doublierfalte
12 an der Unterseite durch Kettelmaschen 11 überdeckt wird. Auch hier ist wiederum
eine Versetzung der Längsfalte 12 gegenüber der Kante 5 des Einfassbandes 3 erwünscht,
da sich dadurch die Ausbildung eines Wulstes leichter vermeiden lässt.
[0022] Eine weitere Variante ist aus Fig. 3 ersichtlich, bei der nicht nur die Nahtlinie
10' zur Befestigung des Einfassbandes 3 herangezogen wird, sondern auch die Nahtlinie
10. Während also die Nahtlinie 10 gemäss Fig. 2 parallel zur Kante 5 verläuft, wird
eine besonders sichere Befestigung des Einfassbandes 3 entsprechend der Fig. 3 eben
dadurch erreicht, dass auch die Nahtlinie 10 zur Befestigung des Einfassbandes 3 herangezogen
wird. Um dieser Naht 10 einen festen Halt zu geben, ist es bevorzugt, wenn auch die
an der Unterseite des Stoffstückes 2 gelegene Kante 5 des Einfassbandes 3 unter Bildung
einer Längsfalte 13 doubliert wird. Auch dies kann mit Hilfe eines entsprechend geformten
Kanales eines Doublierers in einem Arbeitsgange während bzw. kurz vor dem Anbringen
der Naht 10, 10', 11 erfolgen. Es versteht sich, dass die im Mittenbereich gelegene
Längsfalte 204 des Einfassbandes 3 bei dieser Ausführung etwas stärker von der genauen
Mitte dieses Bandes entfernt sein wird, als dies vielleicht bei einer Längsfalte 104
gemäss Fig. 2 der Fall sein wird.
[0023] Die Ausführung nach Fig. 4 zeigt, dass die Erfindung selbst bei einer der bekannten,
der Fig. 1b ähnlichen Anordnung von Einfassband 3 und Stoffstück 2 anwendbar ist,
obwohl diese Ausführung nicht unbedingt bevorzugt ist. Dabei unterscheidet sich die
erfindungsgemässe Ausbildung nach Fig. 4 von der nach Fig. 1b dadurch, dass hier wenigstens
eine der beiden Nahtlinien, nämlich die Nahtlinie 10 den Rand 1 des Stoffstückes 2
mit dem Einfassband 3 verbindet, wobei ein zusätzlicher Arbeitsvorgang dann vermieden
wird, wenn die Längsfalte 109 des Stoffstückes 2 automatisch, nämlich mit Hilfe der
Doubliereinrichtung gebildet wird. Allerdings wird man dann für die Doubliereinrichtung
zwei Doublierer, nämlich einen für das Einfassband 3, einen weiteren für den Stoffrand
2 verwenden müssen, wenn man ein manuelles Doublieren vermeiden und den Vorgang beschleunigen
will. Anderseits ist hier eine Überdecknaht mit Kettelmaschen 11 nicht unbedingt erforderlich,
vielmehr könnten auch von einander unabhängige Nähte 10, 10' hergestellt werden, soferne
die Nähmaschine für jede der beiden Nadeln einen gesonderten Greifer besitzt. Es ist
also ersichtlich, dass eine solche Ausführung einen höheren Aufwand erfordert, weshalb
die Ausführungen gemäss den Fig. 2 und 3 bevorzugt sind. Ferner ist ersichtlich, dass
in aller Regel der Stoffrand 1 sowie die Kanten 5 übereinander zu liegen kommen, was
meist erwünscht ist. Zwar könnte dies dadurch vermieden werden, dass die beiden Nahtlinien
10, 10' (bezogen auf Fig. 4) weiter nach links verlegt werden, wobei die Nahtlinie
10' beispielsweise den Stoffrand 1 am Einfassband 3 befestigt, wogegen die Naht 10
das Stoffstück 2 mit den Kanten 5 des Einfassbandes verbindet. Eine solche Ausführung
hätte für manche Anwendungen Vorteile.
[0024] Anhand der Fig. 5 soll nun gezeigt werden, wie das erfindungsgemässe Verfahren vorteilhaft
durchgeführt werden kann bzw. soll eine weiter Variante dieses Verfahrens erläutert
werden. Dabei ist ein Teil einer Nähmaschine 20 gezeigt, die in üblicher Weise mit
einer Stichplatte 21 mit Öffnungen für den Durchtritt eines Transporteurs 22 sowie
von Nadeln 110, 110', einer nicht dargestellten, an sich bekannten Ketteleinrichtung
an der Unterseite der Stichplatte 21 und - dem Transporteuer 22 gegenüberliegend -
einem Kettel-Drückerfuss 23 versehen ist.
[0025] Etwa in der Ebene der Stichplatte 21, vorzugsweise in der Ebene ihrer oberen Fläche,
befindet sich eine Kanalöffnung 24, an die ein Luftsaugkanal 25 angeschlossen ist.
Die Kanalöffnung 24 liegt nahe den Nadeln 110, 110', die quer zu der durch einen Pfeil
26 angegebenen Transportrichtung des strich-punktiert angedeuteten Stoffstückes 2
angeordnet sind. Wenn auch die Nadeln 110, 110' gemäss Fig. 5 in einer senkrecht zur
Transportrichtung verlaufenden Ebene angeordnet sind, so können sie, wie es dem Stande
der Technik entspricht, gegebenenfalls auch versetzt zueinander angeordnet sein. Auch
die Anordnung der Kanalöffnung 24 ist nicht kritisch, doch soll sie aus verständlichen
Gründen möglichst nahe jenem Faden liegen, zu dessen Ansaugung sie bestimmt ist. Dies
wird im allgemeinen der Unterfaden sein. Wie ersichtlich, schneidet der Kanal 25 die
Ebene der Stichplatte 21 unter einem Winkel alpha, so dass die Schnittfläche der Kanalöffnung
24 mit dieser Ebene einer Ellipse entspricht. Dadurch ist der Kanal 25 auf den anzusaugenden
Faden zu ausgerichtet. Dieser Kanal 25 ist mit einer Unterdruckquelle in Form der
Saugseite eines Gebläses 27 verbunden bzw. über ein Ventil 28 verbindbar. Der Betrieb
dieses Ventiles 28 soll später noch erläutert werden.
[0026] Wenn erwähnt wurde, dass die Position der Kanalöffnung 24 nicht kritisch ist, so
sei doch gesagt, dass sie vorzugsweise - bezogen auf die Transportrichtung 26 derart
gelegen ist, dass der von ihr überstrichene Bereich des Stoffstückes 2 zwischen die
Nadeln 110, 110' zu liegen kommt. Falls drei Nadeln zur Bildung einer Kettelnaht vorgesehen
sind, kann die Kanalöffnung 24 zwischen zweien der drei Nadeln oder im Bereich der
mittleren Nadel gelegen sein.
[0027] Zur Zuführung des Einfassbandes 3 bzw. zum gleichzeitig mit dem Nähvorgang ablaufenden
Doublieren desselben ist ein herkömmlicher Doublierer 29 vorgesehen, der einen Doublierkanal
30 aufweist, in dem das Einfassband 3 gerade einläuft, jedoch mit fortschreitendem
Durchlauf immer mehr gefaltet wird, wobei der Kanal 30 am Ende eine Umlenkung 31 zur
Bildung der im Mittenbereich gelegenen Längsfalte 4, 104 bzw. 204 sowie an der gegenüberliegenden
Seite eine weitere Umlenkung 32 zur Ausbildung einer Randfalte des Einfassbandes 3
aufweist. Die Umlenkungen 31, 32 sind gemäss Fig. 5 derart ausgebildet, dass das Austrittsende
des Kanales 30 etwa S-förmig ausgebildet ist, doch versteht es sich aufgrund der Erläuterungen
zu den Fig. 2 und 3, dass der Kanal 30 entsprechend den dort gezeigten Doublierungen
des Einfassbandes 3 auch andere Konfigurationen aufweisen kann. An diesem Austrittsende
des Kanales 30 wird das doublierte Einfassband 3 um etwa 90° umgelenkt und mit dem
Stoffstück 2 durch den Transporteur 22 in Transportrichtung 26 geführt, so dass das
Einfassband 3 durch den Kanal 30 hindurchgezogen wird, während gleichzeitig Annähen
mit Hilfe der Nadeln 110, 110' in der anhand der vorher besprochenen Figuren genannten
Weise erfolgt.
[0028] Während hier also mit Hilfe der Umlenkungen 31, 32 zwei Längsfalten mit Hilfe eines
einzigen Doublierers gleichzeitig erzeugt werden, ist es durchaus möglich, den Doublierer
mit einer einzigen Umlenkung 31 für das Einfassband 3 auszustatten und auch dem Stoffstück
2 einen entsprechenden Doublierer zur Bildung der Randfalte 109 (Fig. 4) zuzuordnen.
Dies aber würde einen weiteren Bauteil in diesem Bereiche bedeuten, was die Zugänglichkeit
erschwert. Deshalb ist ein Doublierer 29 mit mindestens zwei Umlenkungen 31, 32 bevorzugt.
Es ist ferner bevorzugt, wenn der Doublierkanal 30 in der gezeigten Weise quer zur
Transportrichtung 26 angeordnet ist.
[0029] Um nun den Arbeitsvorgang weiter zu vereinfachen kann mit Hilfe wenigstens einer
der Nahtlinien 10 und/oder 10' (Fig. 2 bis 4) gleichzeitig ein Etikett 33 angenäht
werden. Hierzu ist auf der Stichplatte 21 an dem vom Etikett 33 belegten Arte eine
dem Doublierer 29 gegenüberliegende Etikettenablagefläche 33' vorgesehen. Zu dieser
Ablagefläche 33' wird das Etikett 33 in an sich beliebiger Weise hin transportiert,
vorzugsweise jedoch mit Hilfe einer Einrichtung, wie sie in der EP-A 445 316 beschrieben
ist. Gemäss dieser Literaturstelle ist ein mittels einer Schwenkwelle 34 betätigbarer
Greiferarm 35 vorgesehen, der mit Hilfe der Schwenkwelle 34 aus einer hochragenden
Position, in der er gegenüber der Lage gemäss Fig. 5 um 180° verschwenkt ist, in eine
abgesenkte Position gemäss Fig. 5 bringbar ist. Der Greiferarm 35 weist an seinem
freien Ende eine Greiferklaue 36 auf, die mit einer Gegenklaue 37 einen Randbereich
des Etiketts 33 erfasst. Zu diesem Zwecke ist die Gegenklaue 37 mit einem entlang
des Greiferarmes 35 verschiebbaren Schieber 38 verbunden. Die Betätigung des Schiebers
erfolgt dabei in der in der genannten EP-A 445 316 genannten Weise, beispielsweise
durch eine im einzelnen nicht gezeigte, hier nur strichliert dargestellte Verbindung
39 mit Hilfe eines Elektromotors M2, wobei dieser Motor M2 den Schieber 38 beispielsweise
über eine Nocke betätigt, während er auch die Welle 34 direkt oder indirekt über eine
Kupplung bzw. ein Getriebe antreibt. Bezüglich der Einzelheiten wird auf die schon
genannte EP-A verwiesen.
[0030] Der Greiferarm 35 führt also nach dem Ergreifen einer Etikette 33 an der Oberseite
der Nähmaschine 20 eine Bewegung im Sinne des Pfeiles 40 aus, um die Etikette 33 auf
die Fläche 33' zu bringen, worauf der Schieber 38 zur Freigabe der Etikette 33 angehoben
und der Greiferarm 35 entgegen der Richtung des Pfeiles 40 (gewünschtenfalls aber
auch wiederum in Pfeilrichtung) wiederum nach oben geschwenkt wird.
[0031] All diese Vorgänge laufen zweckmässig unter der Kontrolle einer elektronischen Steuerung
ab, deren wesentliche Bestandteile nachstehend beschrieben werden sollen.
[0032] Mit dem Schliessen eines Hauptschalters 41 wird der Hauptmotor M1 der Nähmaschine
20 in bekannter Weise über ein Pedal oder einen Kniehebel eingeschaltet. Es sei erwähnt,
dass der Motor M2 nicht unbedingt erforderlich ist, sondern gegebenenfalls durch eine
steuerbare Kupplung zur wahlweisen Verbindung der Welle 34 und des Schiebers 38 mit
dem Motor M1 ersetzt werden kann.
[0033] Vom Motor M1 kann eine Nocke 42 zur Betätigung eines Zählschalters 43 vorgesehen
sein, welcher Schalter 43 bei jedem Stich durch die Nocke 42 geschlossen wird. Dadurch
erhält ein Zähler 44 bei jedem Stich der Nähmaschine 20 einen Impuls. Es versteht
sich aber, dass die Erzeugung dieser Zählimpulse auch auf andere Weise, beispielsweise
durch optoelektronische Abtastung einer rotierenden Scheibe, durch Betätigen eines
Reed-Relais mittels eines umlaufenden Magneten usw. erzeugt werden kann.
[0034] Mit dem Zähler 44 ist ein Stichzahlgeber 45 verbunden mit dessen Hilfe vorzugsweise
eine gewünschte Stichlänge bzw. Stichzahl an den Zähler 44 vorgebbar ist. Hierzu kann
der Geber 45 mit einem Einstellorgan 46, beispielsweise einem Handrad, versehen sein.
Bevorzugt sind Zähler 44 und Geber 45 in der in der EP-A 445 316 angegebenen Weise
ausgebildet bzw. durch einen Mikroprozessor mit entsprechender Einstellmöglichkeit
ersetzt.
[0035] Wenn nun mit Hilfe des Gebers 45 beispielsweise eine gewünschte Nahtlänge eingestellt
wird, so wird über einen Ausgang 47 des Zählers 44 zu einer bestimmten, einem vorbestimmten
Abstand vor dem Ende der Naht entsprechenden Zeitpunkt eine Schaltstufe 48 den Motor
M2 an das Netz anschliessen, um die Absenkung des Greiferarmes 35 im Sinne des Pfeiles
40 in die aus Fig. 5 dargestellte Position zu veranlassen, in welcher Lage der Greifer
35 bis 38 ein Etikett 33 auf der Fläche 33' bzw. dem Stoffstück 2 derart ablegt, dass
das Etikett 33 im Sinne des Pfeiles 26 mittransportiert und mit wenigstens einer der
Nahtlinien 10, 10' (vgl. Fig. 2 bis 4) gleichzeitig mit dem Einfassband 3 angenäht
wird. Hier sei erwähnt, dass die Funktionsweise des Greiferhebels 35 auch anders gewählt
werden kann, in dem das Etikett 33 noch vor dem Auflegen des Stoffstückes 2 auf die
Fläche 33' gelangt, worauf über eine entsprechende Schaltstufe lediglich die Freigabe
durch den Schieber 38 und die Gegenklaue 37 zu einem gewünschten Zeitpunkt gesteuert
wird, worauf dann das Etikett 33 an der Unterseite des Stoffstückes angenäht würde.
[0036] Der Zähler 44 besitzt gegebenenfalls einen gesonderten Ausgang 48, mit dem das elektromagnetische
Ventil 28 zum Öffnen der Verbindung der Kanalöffnung 24 mit dem Gebläse 27 betätigbar
ist. Dies erfolgt relativ kurz vor dem Erreichen des am Geber 45 eingestellten Nahtendes.
Dadurch wird dann das Ende des Unterfadens angesaugt und in eine vorbestimmte Richtung
gelegt, in der es entweder von einer automatischen Schere leicht ergriffen werden
kann, bevorzugt jedoch von den Kettelmaschen 11 (Fig. 2 bis 4) überdeckt wird. Dies
hat den zusätzlichen Vorteil, dass Dehnungen der Naht möglich sind, ohne dass ein
zu knapp abgeschnittenes Ende des Fadens zum Aufgehen der Naht führt. Es wurde bereits
erwähnt, dass die Kanalöffnung 24 an sich ständig mit dem Sauggebläse 27 verbunden
sein könnte, und das Ventil 28 normalerweise innerhalb einer mit der Atmosphäre verbundenen
Zweigleitung geöffnet ist, so dass während dieser Zeit hauptsächlich Luft aus der
Zweigleitung angesaugt wird, der Kanal 25 dagegen im wesentlichen sogfrei bleibt.
Nach dem Schliessen des Ventiles in der Zweigleitung wird dann der Sog auf den Kanal
25 umgelenkt. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf das Ventil 28 völlig zu
verzichten, und statt dessen den Motor des Gebläses 27 über die Leitung 49 einzuschalten.
[0037] Die Ausführungsform gemäss Fig. 6 unterscheidet sich von der nach Fig. 5 durch eine
besondere Doubliereinrichtung 129 für ein rund um den Arbeitstisch 121 der Nähmaschine
der Nähmaschine herum verlaufendes Einfassband, das eine Öffnung, insbesondere eine
Kragenöffnung, gegebenenfalls aber auch eine Bein- oder eine Achselöffnung, in einem
Stoffstück 2 in einem Arbeitsgang einfassen soll. Hierzu ist eine Umlenkung 131 vorgesehen,
die mit dem Arbeitstisch 121 der Nähmaschine fest verbunden ist, wogegen ein Innenteil
132 der Umlenkung relativ zum maschinenfesten Teil 131 mittels Führungssäulen 50 seitlich
(bezogen auf Fig. 6 nach links) derart verschiebbar ist, dass das Einfassband 103
leicht eingelegt werden kann. Die beiden Kanten 103', 103'' des Einfassbandes 103
liegen dabei an Anschlagflächen 51 und 52 des Doublierers 129 an.
[0038] Dagegen wird das Stoffstück 2 derart in den Doublierer 129 eingeführt, dass der die
zu nähende Öffnung begrenzende Rand 2' an einer Führungsfläche 53 des Doublierers
129 anliegt. Dabei ist die Führungsfläche 53 so gelegt, dass sie innerhalb des doublierten
Einfassbandes 103, d.h. rechts der Flächen 51, 52, angeordnet ist. Wird nun mittels
der Nadeln 110, 110' eine Naht ähnlich Fig. 3, jedoch mit undoublierten Kanten des
Einfassbandes erzeugt, so ist die Öffnung mit dem Rand 2' in einem einzigen Arbeitsgang
eingefasst. Das Ende des Unterfadens kann daher wieder, wie anhand der Fig. 5 beschrieben,
von der unteren Decknaht übernäht werden, zu welchem Zwecke die Anordnung einer, hier
nicht gezeigten, Saugöffnung 24 (vgl. Fig. 5) vorteilhaft ist.
[0039] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Varianten möglich; insbesondere kann die
Saugöffnung 24 auch für andere Zwecke als etwa für das Einsäumen von Stoffrändern
eingesetzt werden. Umgekehrt ist die Anordnung des Doublierers 29 auch ohne die Kanalöffnung
24 denkbar, wenn auch die Kombination in ersichtlicher Weise Vorteile bringt.
[0040] Es versteht sich, dass das Einfassband 3 von einer Zuführeinrichtung herangebracht
wird, die wenigstens von einem an sich bekannten (nicht gezeigten) Rollenhalter zum
Abrollen des Einfassbandes 3 von einem Wickel, gegebenenfalls aber auch von einem
Zuführantrieb mit zwei gegeneinander gepressten Walzen, gebildet ist.
[0041] Im Prinzip kann der Zähler 44 verschieden ausgebildet sein, doch ist es bevorzugt,
wenn der Zähler 44 ein Abwärtszähler ist, der von der voreingestellten Zahl n bis
zu einer vorbestimmten Zahl abwärts zählt, die grösser als Null ist. So ergibt sich
etwa an der Ausgangsleitung 47 ein Signal bei einer Zahl n - x und an der Ausgangsleitung
49 ein Signal beim Zählerstand n - y, wobei x und y kleiner als n sind.
[0042] Eine weitere Variante kann darin bestehen, dass anstelle der Naht 11 (Fig. 2 - 4)
mit einem unteren Deckfaden eine solche verwendet wird, die im allgemeinen unter der
Nummer 604 bzw. 605 geführt wird und ausser dem unteren Deckfaden auch noch einen
oberen, die beiden von den Nadeln 110, 110' erzeugten Nahtlinien miteinander verbindenden
und so auch die Oberseite abdeckenden Legfaden aufweist. In einem solchen Falle könnte
ein Kanal 25 auch an der Oberseite des Stoffes zum Ausrichten des Oberfadenendes angeordnet
werden, allenfalls sogar derart beweglich, dass seine Saugöffnung normalerweise aus
dem Bereiche vor den Nadeln 110, 110' weggeschoben, insbesondere weggeschwenkt, ist
und erst am Ende des Nähvorganges in eine vor den Nadeln liegende Arbeitslage gebracht
wird.
1. Verfahren zum Erzeugen einer Naht, insbesondere einer Mehrnadel-Überdecknaht mit mindestens
2 Nadeln und einem gemeinsamen Unterfaden, welcher auf der Stoffunterseite einen Überdeckstich
bildet, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereiche der Transportebene, insbesondere in einem zwischen die Nadeln (110,
110') führenden Bereiche, ein Luftsog zum Erfassen der Fadenenden, insbesondere des
Unterfadenendes, vorzugsweise erst bei Beendigung des Nähvorganges, erzeugt wird,
wobei im Falle einer in sich geschlossenen ringförmigen Naht am Nahtanfang entstehenden
Fadenenden von den Kettelmaschen (11) an der Stoffunterseite überdeckt werden, und
dass zweckmässig das Herannahen des Nahtanfangs während des Nähvorganges überwacht
und der Luftsog erst ab einem vorbestimmten Zeitpunkte vor der Beendigung des Nähvorganges
erzeugt wird, und dass das Überwachen vorzugsweise durch Vorwählen einer für die Naht
benötigten Längeneinheit, insbesondere der Stichzahl, und Abzählen der beim Nähvorgang
durchgeführten Stiche erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 2 Stoffteile derart
verbunden werden, dass sie einen sauberen Stoffrand-Abschluss ergeben, indem die Stoffteile
unter einem Winkel quer zur Verbindungslinie zwischen den Längsachsen der Nadeln entlang
einer Transportbewegung transportiert werden, an der der Luftsog erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zum Einfassen wenigstens eines
Stoffrandes (1) des Stoffstückes (2) mit einem an den Stoffrand (1) anzunähenden Einfassband
(3) - dasselbe (3) in seinem der Länge nach verlaufenden Mittenbereiche unter Bildung
einer Längsfalte (104) doubliert und anschliessend mit einer der parallel zu seinen
in zwei Ebenen liegenden Kanten (5) verlaufenden Naht (10, 10',11) am Stoffrande (1)
befestigt wird, und dass vorzugsweise das Einfassband (3) vor dem Annähen auch in
wenigstens einem Kantenbereich doubliert wird, bevorzugt derart, dass die dabei gebildete
Randfalte (12) in einem Abstande (5) von der anderen Kante (5) das Einfassbandes (3)
liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Naht (10, 10',
11) entlang eines eine Öffnung innerhalb des Stoffstückes (2), wie eine Kragenöffnung,
begrenzenden Stoffrandes (1) durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer
der das Einfassband (3) befestigenden Naht (10, 10', 11) auch ein von einer Etikettenspendeposition
zur Nähstelle zugeführtes Etikett (33) angenäht wird, wobei der das Einfassband und
die Etikette nähende Faden angesaugt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
die
a) wenigstens zwei in einer quer zur Transportrichtung eines Transporteuers (22) angeordneter
Nadeln (110, 110');
b) eine Ketteleinrichtung mit einen Unterfaden zur Bildung von Kettelmaschen (11)
der zwischen den über die Nadeln (110, 110') zugeführten Nähfäden befindlichen Überdecknaht;
c) eine, Öffnungen für den Durchtritt eines Transporteurs (21) zum Vorschieben eines
Stoffstückes (2) in vorbestimmter Transporteinrichtung (26) und den Durchtritt mindestens
eines Unterfadens aufweisenden Stichplatte (21),
umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
d) eine Kanalöffnung (24) im Bereiche der Ebene der Stichplatte (21) vorgesehen ist,
deren Kanal (25) an eine Unterdruckquelle (27) angeschlossen bzw. anschliessbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ferner vorgesehen ist:
e) eine Zuführeinrichtung für ein Einfassband (3);
f) eine Doubliereinrichtung (29), die - gesehen in Transportrichtung - vor den Nadeln
(110, 110') angeordnet ist und zwei Doublierführungen (31, 32) für die im wesentlichen
gleichzeitige Bildung zweier resp. dreier Längsfalten (12, 104; 204; 4, 109).
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der folgenden Merkmale vorgesehen ist:
a) die Doubliereinrichtung weist einen Doublierer (29) mit einem an seinem Austrittsende
mindestens zwei Längsfalten (104, 12, 13) bildenden Doublierkanal (30) auf, insbesondere
für drei Längsfalten (104, 12, 13);
b) es ist eine Etikettenzuführeinrichtung (35-39) vorgesehen, mit der Etiketten (33)
einer unmittelbar - gesehen in Transportrichtung - vor den Nadeln (110, 110') gelegenen
Etikettenablagefläche (33') zuführbar sind, und dass diese Etikettenablageflächen
(33') der Doubliereinrichtung (29) quer zur Transportrichtung (26) gegenüberliegt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
sie wenigstens eines der folgenden Merkmale aufweist:
a) die Kanalöffnung (24) liegt in der Ebene der dem Stoff (2) zugekehrten Fläche der
Stichplatte (21);
b) der Kanal (25) weist im Bereiche der Kanalöffnung (24) eine an der dem Transporteur
(22) abgekehrten Seite einen spitzen Winkel (alpha) zur Ebene der Stichplatte (21)
bildende Neigung auf;
c) der Kanal ist über ein von einer das Herannahen des Nahtanfangs überwachenden Steuerung
(42-49) betätigbares Ventil (28) an die Unterdruckquelle (27) anschliessbar, wobei
vorzugsweise eine Stichzähleinrichtung (44) vorgesehen ist, bevorzugt mit über einen
Einsteller (46) einstellbarer Stichzahl, durch die bei Erreichen einer vorbestimmten
Stichzahl das Ventil (28) im Sinne eines Verbindens mit dar Unterdruckquelle (27),
insbesondere im Sinne eines Öffnens, steuerbar ist, und wobei zweckmässig der Stichzähler
(44) als Abwärtszähler ausgebildet ist.