[0001] Die Erfindung betrifft eine Dunstabzugsvorrichtung zur Anordnung über dem Kochfeld
eines Küchenherdes oder dergleichen, mit einem waagerechten Dunstauffangschirm und
mindestens einem Ansaugschacht, wobei der Dunstauffangschirm zum Kochfeld hin absenkbar
gehaltert ist.
[0002] Bei Dunstabzugshauben besteht zunehmend der Wunsch, die entstehenden Kochdünste direkt
an ihrer Entstehungsquelle abzusaugen.
[0003] Diesem Wunsch trägt beispielsweise die Dunstabzugsvorrichtung gemäß DE-OS 34 36 999
Rechnung. Hierzu ist sie an einem über dem Kochfeld eines Küchenherdes angebrachten
Oberschrank in Richtung zum Kochfeld hin absenkbar gehaltert. Um auch Kochdünste absaugen
zu können, die im vorderen Bereich des Kochfeldes entstehen, ist der Dunstauffangschirm
dieser Dunstabzugsvorrichtung in horizontaler Ebene nach vorne herausziehbar ausgebildet.
Zur Absaugung der im vorderen Bereich des Kochfeldes entstehenden Kochdünste muß der
Benutzer also zuerst die Dunstabzugshaube in senkrechter Richtung bewegen, danach
muß er den Dunstauffangschirm in waagerechter Richtung herausziehen. Soll die Dunstabzugsvorrichtung
in ihre Ausgangsstellung gebracht werden, sind diese Bewegungen in umgekehrter Richtung
auszuführen.
[0004] Da erfahrungsgemäß der vordere Bereich des Kochfeldes wesentlich häufiger als der
hintere Bereich benutzt wird, ist der oben geschilderte zweiteilige Bewegungsablauf
- Dunstauffangschirm herunterziehen, Dunstauffangschirm nach vorn ziehen - oft auszuführen.
Dies führt zu einer für den Benutzer der Dunstabzugsvorrichtung unhandlichen und komplizierten
Bedienung.
[0005] Eine Dunstabzugsvorrichtung, bei der ein Ausziehen des Dunstabzugsschirmes in einem
Bewegungsvorgang erfolgt, wird in der EP 0443 301 beschrieben. Es wird ein Dunstauffangschirm
unter Schutz gestellt, deren erster Gelenkarm drehbar mit dem Umbau verbunden ist.
Deren zweiter Gelenkarm ist drehbar und mit Hilfe eines Parallelogrammechanismus,
der die parallele Verrückung dieses Gelenkarmes bewirkt, zum ersten Gelenkarm verbunden.
Nachteilig ist bei dieser Anordnung, daß bei Ausziehen des Dunstabzugsschirmes immer
ein Absaugen über dem vorderen und hinteren Kochfeld erfolgt, auch wenn nur ein Absaugen
über dem vorderen Kochfeld notwendig wäre. Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen,
daß die beiden Drehgelenke, die einer ständigen mechanischen Belastung bei der Höhenverstellung
ausgesetzt sind, durch die in der Küche ständig auftretenden fett- und wasserhaltigen
Dünste schnell verschmutzen. Das führt zu einer Beeinträchtigung des Bewegungsmechanismus.
Außerdem befinden sich die Gelenkarme sowohl in ihrem ursprünglichen, als auch in
ausgezogenem Zustand ständig vor dem Oberschrank. Eine Verletzungsgefahr durch den
Bediener ist hierbei nicht auszuschließen. Ein weiterer, nicht übersehbarer Nachteil
ist der, daß durch die Aufbauform des "vorgelagerten" Dunstauffangschirmes weder eine
platzsparende noch eine ästhetisch gefällige Integration des beweglichen Systems in
einem Oberschrank möglich ist. Desweiteren ist durch diese Anordnung keine tiefere
Absenkung des Dunstauffangschirmes als maximal zur Unterkante des Oberschrankes erreichbar.
Bei der Anbringung des Oberschrankes ist aber ein Mindestabstand zum Kochfeld einzuhalten,
so daß der Abstand zwischen Kochfeld und Dunstauffangschirm recht groß ist.
[0006] Der Erfindung liegt nun das Problem zugrunde, eine Dunstabzugshaube zu offenbaren,
welche leicht vertikal und horizontal über dem Kochfeld bewegt werden kann, unter
den Oberschrank zum Kochfeld hin absenkbar ist, einen einfachen Bewegungsmechanismus
besitzt und eine getrennte Aufnahme von Kochdünsten aus dem vorderen und/oder hinteren
Bereich ermöglicht.
[0007] Erfindungsgemäß wird dieses Problem mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen und Ausgestaltungen ergeben sich aus den nachfolgenden
Unteransprüchen.
[0008] Die mit der erfindungsgemäßen Ausbildung erreichbaren Vorteile bestehen darin, daß
durch den einfachen und gelenkfreien Aufbau der Dunstabzugsvorrichtung bei vertikaler
Absenkung des beweglich in einer diagonal ausgestalteten Führung gehalterten Dunstauffangschirmes
eine gleichzeitige Bewegung in horizontaler Ebene zur Bedienperson und zurück erfolgt.
Der Dunstauffangschirm kann somit mit einer einzigen Bewegung weit nach unten und
über den vorderen Bereich des Kochfeldes abgesenkt und ebenfalls mit einer einzigen
Bewegung wieder in seine Ausgangslage zurückgebracht werden. Dies ist gerade in Situationen,
in denen das rasche Zurückführen des Dunstauffangsschirms notwendig ist, zum Beispiel
beim Überkochen von Flüssigkeiten, von Vorteil.
[0009] Ein weiterer Vorteil des einfachen Bewegungsablaufes liegt darin, daß das Absenken
und Zurückführen des Dunstauffangschirms mit motorischen oder mechanischen Hilfsmitteln
sehr leicht durchführbar ist.
[0010] Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Dunstabzugsvorrichtung ist eine platzsparende
und ästhetisch gefällige Integration des beweglichen Systems in den Oberschrank oder
eine Dekoresse möglich.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht einen weiteren hinteren Dunstauffangschirm
vor, wodurch eine getrennte Aufnahme der Kochdünste vom hinteren Bereich des Kochfeldes
ermöglicht wird.
[0012] Eine mit dem Gebläse verbundene Steuerung gestaltet in Abhängigkeit von der Stellung
des vorderen Dunstauffangschirmes das Verhältnis der Saugleistung des vorderen zum
hinteren Schirm veränderbar.
[0013] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
nachstehend näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- die Prinzipskizze einer erfindungsgemäß ausgeführten Dunstabzugsvorrichtung mit einem
Dunstauffangschirm mit einer diagonalen Führung;
- Figur 2:
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäß ausgebildeten Dunstabzugsvorrichtung
mit einem Dunstauffangsschirm mit Teleskop-Ansaugschächten und mit einer hinteren
Dunstabsaugung;
- Figur 3:
- einen Querschnitt durch die Seitenansicht der Dunstabzugsvorrichtung gemäß Figur 2.
[0014] Figur 1 zeigt eine Prinzipskizze einer vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung.
Die Dunstabzugsvorrichtung ist in den Oberschrank (1) einer Küchenmöbeleinrichtung
eingebaut. Dieser Oberschrank (1) ist über dem Kochfeld (2) eines in den Zeichnungen
nicht dargestellten Küchenherdes angeordnet. Das Kochfeld (2) ist in einen vorderen
Bereich (3) und einen hinteren Bereich (4) unterteilbar.
[0015] Die Figur 1 zeigt den Dunstauffangschirm (5) der Dunstabzugsvorrichtung, der erfindungsgemäß
von einer oberen hinteren Position (6)-gestrichelt dargestelltdurch eine Diagonalführung
(9) in eine untere vordere Position (7) bewegt werden kann.
[0016] Die Figuren 2 und 3 zeigen eine erfindungsgemäß gestaltete Dunstabzugsvorrichtung
bzw. deren Einzelheiten in verschiedenen Ansichten.
[0017] In Figur 2 ist die gesamte Dunstabzugsvorrichtung perspektivisch dargestellt. Sie
besitzt einen vorderen Dunstauffangschirm (10) und einen hinteren Dunstauffangschirm
(11) zur Aufnahme von Kochdünsten aus den entsprechenden Bereichen (3,4) des Kochfeldes
(2). Die Schirme stehen über Ansaugschächte (12) mit einer Ansaugkammer (13) in Verbindung.
[0018] Die dem vorderen Dunstauffangschirm (10) zugeordneten Ansaugschächte (12') sind zweiteilig
ausgeführt, wobei jeweils der untere Teil (14') mit dem Dunstauffangschirm und der
obere Teil (14'') mit der Ansaugkammer (13) starr verbunden ist. Die beiden Teile
sind teleskopartig ineinander gelagert und ermöglichen so eine Bewegung des vorderen
Dunstauffangschirms (10). Durch die diagonale Anordnung der vorderen Ansaugschächte
(12') erfolgt diese Bewegung von einer oberen hinteren Position (6) in eine untere
vordere Position (7).
[0019] Zwischen den beiden vorderen Ansaugschächten (12') befindet sich ein Zwischenraum
(15), welcher bei Einbau der Dunstabzugsvorrichtung in einen Oberschrank (1) als Abstellplatz
genutzt werden kann.
[0020] Zur Fixierung des vorderen Dunstauffangschirms (10) ist dieser über den unteren Teil
eines Ansaugschachtes (14') mit der Ansaugkammer (13) durch ein Kniegelenk (16) verbunden.
Eine Gasdruckfeder (17) am oberen Teil des Kniegelenks sorgt für eine selbsttätige
Rückstellung des Dunstauffangschirms (10) in die obere Position (6), wenn dieser in
der unteren Position (7) leicht angestoßen wird.
[0021] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 ist der Dunstauffangschirm (10) von Hand zu
bewegen. Andere Bewegungsmöglichkeiten mit Hilfe eines Motors oder sensorischer Mittel
sind aus dem Stand der Technik bekannt und daher in den Zeichnungen nicht näher dargestellt.
[0022] Der hintere Dunstauffangschirm (11) ist im Ausführungsbeispiel über den hinteren
Ansaugschacht (12'') starr mit der Ansaugkammer (13) verbunden. Eine in den Zeichnungen
nicht dargestellte, in der Höhe bewegliche Ausführungsform ist ebenfalls denkbar.
Von diesem zweiten Dunstauffangschirm werden die Kochdünste über dem hinteren Bereich
(4) des Kochfeldes (2) abgezogen.
[0023] Der Aufbau der Ansaugkammer (13) ist aus Figur 3 ersichtlich. Hier wird ein Querschnitt
durch die Seitenansicht der Dunstabzugsvorrichtung gemäß Figur 2 gezeigt.
[0024] Die mit Kochdünsten versetzte Luft wird durch ein Gebläse (18) über die Ansaugschächte
(12) in die Ansaugkammer (13) geleitet. Vor den Ansaugschächten (12) befinden sich
Fettfilter (19), um die mit Kochdünsten beladene Luft von Fett- und Staubpartikeln
zu reinigen. In der Ansaugkammer (13) selbst befinden sich Kohlefiter (20), welche
die Gerüche absorbieren.
[0025] Im vorderen Bereich der Ansaugkammer (13) befindet sich ein Raum (21) zur Aufnehme
von in den Zeichnungen nicht dargestellten, zum Betrieb und zur Ansteuerung des Gebläses
notwendigen elektrischen Bauelementen. Die Ansteuerung kann in einer vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung in Abhängigkeit von der Position des vorderen Dunstauffangschirms
(10) erfolgen.
1. Dunstabzugsvorrichtung zur Anordnung über dem Kochfeld (2) eines Küchenherdes o. dgl.,
mit einem vorzugsweise waagerechten Dunstauffangschirm und mindestens einem Ansaugschacht
(12), wobei der Dunstauffangschirm zum Kochfeld (2) hin absenkbar gehaltert ist, und
eine Vorrichtung besitzt, welche bei vertikaler Absenkung des Dunstauffangschirms
eine gleichzeitige Bewegung desselben in horizontaler Ebene zur Bedienperson hin bewirkt,
gekennzeichnet dadurch,
daß der Dunstauffangschirm in einer Diagonalführung (9) beweglich gehaltert ist, wobei
die Führung an der Dunstabzugsvorrichtung selbst oder am Möbel angeordnet ist und
wobei zumindestens ein Teil eines mit dem Dunstauffangschirm verbundenen Ansaugschachtes
(12) beweglich ausgeführt ist.
2. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Ansaugschächte (12) zweiteilig ausgeführt sind, wobei der erste Teil
(14') mit dem Dunstauffangschirm und der zweite Teil (14'') mit einer Ansaugkammer
(13) verbunden ist, daß der erste und der zweite Teil teleskopartig miteinander verbunden
sind, und daß die Ansaugschächte diagonal von einem oberen hinteren Bereich (6) zu
einem unteren vorderen Bereich (7) über dem Kochfeld (2) verlaufen.
3. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Dunstauffangschirm zwei Ansaugschächte (12) angeordnet sind und daß sich zwischen
den beiden Ansaugschächten (12',12'') ein Zwischenraum (15) befindet, welcher beim
Einbau der Dunstabzugsvorrichtung in einen Oberschrank (1) dort als Stellfläche dient.
4. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zum ersten, vorderen Dunstauffangschirm (10) ein weiterer, hinterer
Dunstauffangschirm zur Aufnahme von Kochdünsten aus dem hinteren Bereich (4) des Kochfeldes
(2) angeordnet ist.
5. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein weiterer Ansaugschacht (12'') mit der Ansaugkammer (13) in Verbindung steht,
in welchen der auf den hinteren Bereich der Kochfläche gerichtete hintere Dunstauffangschirm
(11) übergeht.
6. Dunstabzugsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ansaugschächte in eine Ansaugkammer (13) geführt sind, in welcher sich neben
dem Ansauggebläse (18) und Kohlefiltern (20) zumindestens ein Teil der zum Betrieb
und zur Ansteuerung eines Gebläses notwendigen elektrischen Bauelemente befinden.
7. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine mit dem Gebläse verbundene Steuerung in Abhängigkeit von der Stellung des
vorderen Dunstauffangschirms die Saugleistung des vorderen Schirms oder das Verhältnis
der Saugleistungen des vorderen und hinteren Schirms ändert.
8. Dunstabzugsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dunstabzugsvorrichtung durch eine leichte Bewegung mit Hilfe eines Motors
oder handbetrieben mit Gasdruck- bzw. Federdämpfung die gewünschte Stellung erreicht.