[0001] Die Erfindung betrifft eine Hohlraumbodenschalung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus der DE-OS 38 03 062 ist eine Hohlraumbodenschalung bekannt, die aus Folienplatten
mit ausgeformten und von Verformungsbereichen umgebenen Fußhüllen besteht. Die Fußhüllen
sind mit derartigen gegenseitigen Abständen angeordnet, daß sie sich beim Aufbringen
der Estrichmasse einer unebenen Kontur des Unterbodens anpassen. Eine solche Hohlraumbodenschalung
ist einfach und kostengünstig herzustellen, hat jedoch den Nachteil einer geringen
Festigkeit. Bei einer Folienstärke von 0,6 bis 1,5 Millimeter und einem Fußabstand
von mehr als 11 Zentimetern ist die Folienschalung zu schwach, um das Gewicht eines
Menschen tragen zu können. Auch wenn die Estrichmasse als selbstnivellierender Fließestrich
aufgebracht wird, ist eine Begehbarkeit der Schalung erforderlich, beispielsweise
beim Verlegen der Schläuche, mit denen Estrich auf die Fläche gepumpt wird, oder falls
beim Gießen des Fließestrichs unvorhergesehene Ereignisse, z.B. Undichtigkeiten, eintreten.
[0003] Die DE-OS 21 64 897 beschreibt eine rinnenartige Schalung für ein Balkengerüst, auf
das nach dem Ausgießen mit Estrich Doppelbodenplatten aufgelegt werden. Die Schalungsrinnen
haben Löcher, unter denen Fußhüllen angeordnet werden, die auf dem Unterboden aufstoßen.
Diese Fußhüllen sind nach Art elastischer Ballons ausgebildet, die sich beim Füllen
mit der Estrichmasse etwaigen Unebenheiten des Unterbodens anpassen. Die Fußhüllen
sind somit elastisch dehnbar. Solche Fußhüllen mit ballonartigen Wandteilen sind schwierig
herstellbar. Außerdem müssen die Fußhüllen einzeln an den Schalungsrinnen befestigt
werden. Es handelt sich dabei nicht um eine flächenüberdeckende Hohlraumbodenschalung.
[0004] Die DE-OS 31 13 633 beschreibt eine Hohlraumbodenschalung gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1. Bei dieser Schalung muß ebenfalls jede Fußhülle einzeln an der steifen
Schalungsplatte befestigt werden und die gesamte Schalung muß vor dem Einbringen des
Estrichs niveauausgerichtet abgestützt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hohlraumbodenschalung zu schaffen,
bei der die Fußhüllen sich an Unebenheiten des Unterbodens selbsttätig anpassen und
die bei einfacher und kostengünstiger Herstellbarkeit eine so hohe Tragfähigkeit hat,
daß sie begehbar ist.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmalen.
[0007] Die erfindungsgemäße Hohlraumbodenschalung besteht aus zwei Platten, nämlich den
relativ steifen Schalungsplatten, die mit Löchern versehen sind, und den darunter
angeordneten Folienplatten, an denen die Fußhüllen ausgeformt sind. Die Schalungsplatten
wirken lastverteilend für die Folienplatten, so daß die Folienplatten beim Begehen
nicht einknicken. Andererseits sind die Fußhüllen der Folienplatte infolge ihrer beweglichen
Anordnung unter dem Gewicht der in und auf ihnen lastenden Estrichmasse nach unten
verschiebbar. In einem ebenen Bereich des Unterbodens ruhen sämtliche Fußhüllen gleichmäßig
auf dem Unterboden, so daß keine Dehnung einzelner Fußhüllen erfolgt. Steht jedoch
eine isolierte Fußhülle über einem Tal des Unterbodens, während die benachbarten Fußhüllen
auf dem Unterboden aufstehen, dann senkt sich diese eine Fußhülle in das Tal hinein,
bis sie festen Halt gewonnen hat. Die Schalung paßt sich nicht insgesamt der Kontur
des Unterbodens an, sondern eine solche Anpassung erfolgt nur isoliert an einzelnen
Fußhüllen, während die Schalungsplatten auf einheitlichem Niveau verbleiben.
[0008] Die Folienplatten und die Schalungsplatten können generell unabhängig voneinander
übereinander gestapelt werden, wobei die Folienplatten einen eigenen Stapel und die
Schalungsplatten einen anderen Stapel bilden. Beide Plattenarten können auch einzeln
und voneinander unabhängig verlegt werden. Vorzugsweise werden jedoch vor dem Verlegen
die Folienplatten jeweils einzeln einer Schalungsplatte zugeordnet und unter dieser
Schalungsplatte befestigt, z.B. durch Ankleben oder Anheften. Die so entstehenden
Verbundplatten können dann als Einheit auf den Unterboden aufgestellt werden.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung haben die Folienplatten jeweils
um eine Fußhülle herum einen im wesentlichen horizontalen Verformungsbereich und um
diesen herum einen Auflagebereich. Der Auflagebereich liegt im wesentlichen vollflächig
an der Schalungsplatte an, unabhängig von der Größe der Belastung der Fußhülle. Weder
die Fußhülle selbst noch der Auflagebereich werden durch Lasteinwirkung verformt.
Verformt wird ausschließlich der ringförmige Verformungsbereich, der die Höhenlage
der betreffenden Fußhülle bestimmt.
[0010] Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen vertikalschnitt durch eine Hohlraumbodenschalung,
- Fig. 2
- eine Draufsicht der Folienplatte nach Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform der Schalung.
[0012] Bei der Hohlraumbodenschalung nach den Fign. 1 und 2 sind relativ steife Schalungsplatten
10 vorgesehen, die ebenflächig ausgebildet sind und z.B. aus Gipskarton bestehen.
Diese Schalungsplatten haben nach Art eines Rasters verteilt angeordnete Löcher 11.
[0013] Unter jeder Schalungsplatte 10 ist eine Folienplatte 12 angeordnet, die aus einer
tiefgezogenen Kunststoffolie besteht, welche im Ursprungszustand eine Folienstärke
von etwa 0,6 bis 1,5 Millimeter hat. In der Folie sind Fußhüllen 13 ausgeformt, die
bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel kreisförmigen Querschnitt haben und sich
nach unten hin konisch verjüngen. Die Fußhüllen 13 sind an ihren unteren Enden 14
geschlossen und sie gehen an ihren oberen Enden in einen horizontalen Verformungsbereich
15 über, der das obere Ende der Fußhülle ringförmig umgibt. Der horizontale Verformungsbereich
15 bildet einen Stufenabsatz, von dem aus die Folienplatte in einen ebenfalls horizontalen
Auflagebereich 16 ansteigt. Während die Fußhülle 13 kreisförmigen Querschnitt hat,
ist der Umfang des Verformungsbereichs 15 quadratisch, mit abgerundeten Ecken und
bogenförmigen Rändern. Der Auflagebereich bildet zwischen den Fußhüllen ein rasterförmiges
Muster aus durchgehenden und miteinander verbundenen Straßen, wie Fig. 2 zeigt.
[0014] Im Auflagebereich 16 sind Klebstreifen 17 auf der Folienplatte 12 befestigt. Diese
Klebstreifen 17 können mit abziehbaren Schutzstreifen überdeckt sein. Mit ihnen wird
die Folienplatte 12 an der Unterseite der Schalungsplatte 10 befestigt.
[0015] Die Fußhüllen 13 haben z.B. eine Höhe von 6 Zentimetern. Die Höhendifferenz zwischen
Verformungsbereich 15 und Auflagebereich 16 beträgt ca. 10 bis 15 Millimeter. Der
Auflagebereich 16 hat eine Breite von ca. 4 bis 8 Zentimeter.
[0016] Die Folienplatten 12 stehen an den Rändern 18 mit ihren Auflagebereichen 16 geringfügig
über die Schalungsplatten 10 vor, so daß der Rand 18 einer Folienplatte zwischen den
Rand 18 der benachbarten Folienplatte und die benachbarte Schalungsplatte 10 eingeschoben
werden kann und sich beide Ränder 18 gegenseitig unter der Stoßfuge 19 der Schalungsplatte
10 überlappen. Auf diese Weise wird die Stoßfuge 19 von den Folienplatten 12 abgedichtet.
[0017] Nachdem die Schalung auf dem (nicht dargestellten) Unterboden, z.B. einer Rohbetondecke,
verlegt worden ist, wird fließfähiger Estrich über die Schalung gegossen. Dieser Estrich
dringt durch die Löcher 11 in die Folienplatte ein und füllt dabei die Fußhüllen 13.
Wenn infolge einer Unebenheit des Unterbodens eine Fußhülle nicht auf dem Unterboden
aufsteht, verformt sich der Verformungsbereich 15 unter dem Gewicht der Estrichmasse
so, daß diese Fußhülle abgesenkt wird, wie es in Fig. 1 durch gestrichelte Linien
20 dargestellt ist.
[0018] Die Verformungsbereiche 15 erlauben auch das Hochdrücken eines der Fußhüllen 13,
so wie es in Fig. 1 durch die gestrichelten Linien 21 angedeutet ist. Dadurch federt
die Fußhülle ein, wenn einzelne Erhebungen im Unterboden auftreten, so daß eine Beschädigung
infolge Überlastung nicht auftritt.
[0019] Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 ist der Verformungsbereich 15 im entlasteten
Zustand der Schalungsplatte in gleicher Höhe angeordnet wie der Auflagebereich 16.
Der Verformungsbereich 15 ist hier balgförmig mit ziehharmonikaartigen Ringfalten
ausgebildet, damit seine Länge sich beim Absenken der Fußhülle 13 vergrößern kann.
Der Zustand beim Absenken der Fußhülle 13 ist in Fig. 3 gestrichelt angedeutet.
[0020] Die Löcher 11 der Schalungsplatte 10 sind nur über den Fußhüllen 13 angeordnet, jedoch
erstrecken sie sich nicht in den den Verformungsbereich 15 überdeckenden Bereich hinein.
Das Auffüllen erfolgt also am unteren Ende der Fußhüllen und setzt sich nach oben
hin fort, bis der gesamte Raum zwischen der Folienplatte 12 und der Schalungsplatte
10 zur Bildung eines Tragfußes ausgefüllt ist. Danach steigt der fließfähig aufgebrachte
Estrich über die Schalungsplatte 10 hinaus an und bildet dort eine später begehbare
Estrichschicht.
[0021] Der gegenseitige Abstand der Fußhüllen beträgt etwa 20 bis 25 Zentimeter. Die Stärke
der Schalungsplatte 10 beträgt 8 bis 20 Millimeter. Der Estrich wird beispielsweise
in einer Höhe von 3 bis 4 Zentimeter über der Schalungsplatte aufgefüllt.
1. Hohlraumbodenschalung aus mit Löchern (11) versehenen Schalungsplatten (10) und unter
den Löchern (11) angeordneten Fußhüllen (13),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fußhüllen (13) Bestandteil von Folienplatten (12) aus tiefgezogenem Folienmaterial
sind, die jeweils zahlreiche angeformte, von Verformungsbereichen (15) umgebene Fußhüllen
(13) aufweisen, welche sich unter dem Gewicht einzufüllenden Estrichs an Unebenheiten
des Unterbodens anpassen.
2. Hohlraumbodenschalung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienplatten
(12) im wesentlichen gleiche Abmessungen haben wie die Schalungsplatten (10), und
daß unter jeder Schalungsplatte (10) eine Folienplatte (12) angeordnet ist.
3. Hohlraumbodenschalung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Folienplatte
(12) unter der Schalungsplatte (10) befestigt ist.
4. Hohlraumbodenschalung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Folienplatte (12) um jeden Verformungsbereich (15) herum einen Auflagebereich (16)
für die Schalungsplatte (10) aufweist.
5. Hohlraumbodenschalung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Löcher (11)
der Schalungsplatten (10) nur über den Fußhüllen (13) angeordnet sind, während die
Verformungsbereiche (15) von den Schalungsplatten (10) überdeckt sind.
6. Hohlraumbodenschalung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Verformungsbereich
(15) tiefer angeordnet ist als der Auflagebereich (16).