[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk
über Bohrlöcher, unter Verwendung von Flaschen deren Öffnung schräg nach unten geneigt
und mit einem Auslaufröhrchen versehen ist, das in das Bohrloch gesteckt wird, sowie
eine hierfür verwendbare Flasche.
[0002] Für die Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit in Mauerwerken werden vielfach
Flüssigkeiten verwendet, die das Mauerwerk durchtränken und damit eine waagerechte
Sperre bilden. Diese Flüssigkeiten werden, werden über Bohrlöcher, die in das feuchte
Mauerwerk gesetzt werden, eingefüllt.
[0003] Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Einbringung dieser Flüssigkeiten in die Bohrlöcher:
1. Zunächst verwendete man ausschließlich das sogenannte "Gießkannenverfahren". Hierbei
wurden die Bohrlöcher ständig mit der Flüssigkeit gefüllt, bis eine ausreichende Tränkung
des Mauerwerks erfolgt war.
2. Um eine schnellere Durchtränkung zu erreichen, wurden die Flüssigkeiten unter Druckeinwirkung
in die Bohrlöcher eingepreßt.
3. Ein sehr fortschrittliches Verfahren wurde mit dem sogenannten "Kartuschensystem"
entwikkelt. Dabei werden geschlossene Flaschen, mit einem längeren Auslaufröhrchen
versehen, gefüllt in die Bohrlöcher gesteckt. Die Flaschen geben die Flüssigkeit in
der Menge ab, wie diese vom Mauerwerk aufgenommen wird. Nach dem ersten Einlaufen
der Flüssigkeit in die Bohrlöcher verstopft die Flüssigkeit das Auslaufröhrchen, so
daß keine Luft mehr in die Flasche gelangen kann. Dadurch ist die Flüssigkeitsabgabe
gestoppt. Nach dem Versickern der Flüssigkeit kann wieder Luft in die Flasche ein-
und Flüssigkeit aus der Flasche in das Loch auslaufen. Eine langsame Sättigung des
Mauerwerks ist damit vorgegeben. Der große Vorteil gegenüber den anderen Verfahren
liegt in der genauen Mengenbestimmung des Verbrauchs, so daß exakte Verbrauchswerte
vorgegeben werden können.
[0004] In Fällen allerdings, in denen sich im Bereich des Bohrlochs Hohlräume, offene Fugen
oder Risse befinden, fließt die Flüssigkeit unkontrolliert ab und verteilt sich nicht
im Bereich des Bohrloches, wie dies zur Erreichung einer gleichmäßigen Durchtränkung
des feuchten Mauerwerks erwünscht ist. Zwar kann man durch das Ausgießen des gebohrten
Loches mit einem Füllmittel (z.B. mit Bohrlochschlämmen) ein zu schnelles Ablaufen
verhindern, jedoch bedeutet dieser zusätzliche Arbeitsgang eine nicht kalkulierbare
Kostengröße, da der Umfang der Hohlräume, Risse usw. nicht vorab bestimmt werden kann.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Abfließen der Flüssigkeit
bei einem gattungsgemäßen Verfahren in evtl. vorhandene Hohlräume, Risse usw. zu verhindern,
so daß eine gleichmäßige Durchtränkung des Mauerwerks im Bereich des Bohrloches sichergestellt
ist und gleichzeitig auf einen zusätzlichen Arbeitsgang zur Verfüllung der Risse,
Hohlräume, usw. verzichtet werden kann.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst,
daß das Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle
aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben wird.
[0007] Als flüssigkeitsaufsaugendes Material wird vorteilhafterweise ein textiles und/oder
schwammartiges Material verwendet.
[0008] Die Erfindung betrifft weiterhin eine für das erfindungsgemäße Verfahren verwendbare
Flasche, deren Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer
Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben ist, bei dem es sich vorteilhafterweise
um ein textiles und/oder schwammartiges Material handelt.
[0009] Erfindungsgemäß werden die bisher offen in das Bohrloch hineinragenden Auslaufröhrchen
der beim gattungsgemäßen Verfahren verwendeten Flaschen zumindest teilweise mit einer
Hülle aus einem feuchtigkeitsaufsaugenden Stoff umgeben. Die Aufgabe des Materials
besteht darin, sich mit der Abdichtungsflüssigkeit vollzusaugen und die Flüssigkeit
gleichmäßig, vorzugsweise im Bereich der Kontaktstellen mit dem Mauerwerk bzw. dem
Baustoff, abzugeben. Ein Abfließen der Flüssigkeit in die Hohlräume, offenen Fugen
usw. wird dadurch in einfacher und effektiver Weise weitestgehend verhindert. Das
bisher in solchen Fällen notwendige vorherige Verstopfen der Hohlräume wird entbehrlich.
[0010] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der beiliegenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispieles, das anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert
ist. Dabei zeigt die einzige Zeichnung
eine erfindungsgemäß ausgebildete Flasche beim Einsatz im erfindungsgemäßen Verfahren.
[0011] In der Zeichnung ist ein Ausschnitt eines von unten her durchfeuchteten Mauerwerkes
1 zu erkennen, wobei die von unten in das Mauerwerk aufsteigende Feuchtigkeit symbolhaft
bei 2 dargestellt ist.
[0012] In den unteren Bereich des Mauerwerkes 1 ist ein schräg nach unten ausgerichtetes
Bohrloch 5 eingebracht, über das Abdichtungsflüssigkeit 6 in das Mauerwerk eingebracht
werden soll.
[0013] Zu diesem Zweck wird eine Flasche 10 verwendet, auf deren Öffnung ein Auslaufröhrchen
12 aufgeschraubt ist. Zur Durchführung des gattungsgemäßen Verfahrens wird das Auslaufröhrchen
12 in das Bohrloch 5 eingeführt, wobei das Auslaufröhrchen 12 genügend stabil sein
sollte, um die Flasche 10 in der dargestellten schrägen Lage zu halten. Erfindungsgemäß
ist nunmehr vorgesehen, das Auslaufröhrchen 12 zumindest teilweise mit einer Hülle
20 und einem flüssigkeitsaufsaugenden Material, z.B. auf Textilbasis oder Kunststoffschaum-Basis,
zu umgeben, wobei diese flüssigkeitsaufsaugende Hülle zumindest im Bereich der Auslauföffnung
13 vorgesehen werden muß, um das erfindungsgemäße Ziel zu erreichen.
[0014] Mit dieser Maßnahme kann in zuverlässiger und einfacher Weise erreicht werden, daß
auch für den Fall, daß im Mauerwerk Risse, Hohlräume usw. vorhanden sind, die in der
Flasche 10 befindliche Flüssigkeit 6 nicht unkontrolliert abläuft. Vielmehr wird sie
zunächst an das das Auslaufröhrchen 12 umgebende Hüllenmaterial abgegeben, das sich
bis zu seiner Sättigung vollsaugt und dann die Abdichtungsflüssigkeit langsam durch
Diffusion an das Mauerwerk bzw. den Baustoff abgibt.
[0015] Die in der vorstehenden Beschreibung sowie in den Ansprüchen und der beiliegenden
Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger
Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0016]
1 Mauerwerk
5 Bohrloch
6 Abdichtungsflüssigkeit
10 Flasche
12 Auslaufröhrchen
13 Auslauföffnung
20 Hülle
1. Verfahren zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, unter
Verwendung von Flaschen, deren Öffnung schräg nach unten geneigt und mit einem Auslaufröhrchen
versehen ist, das in das Bohrloch gesteckt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslaufröhrchen
zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden
Material umgeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssigkeitsaufsaugendes
Material ein textiles und/oder schwammartiges Material verwendet wird.
3. Flasche zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, die an ihrer
Öffnung mit einem in das Bohrloch einsteckbaren Auslaufröhrchen versehen ist, dadurch
gekennzeichnet, daß das Auslaufröhrchen (12) zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung
(13) mit einer Hülle (20) aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben ist.
4. Flasche nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem flüssigkeitsaufsaugendem
Material um ein textiles und/oder schwammartiges Material handelt.