(19)
(11) EP 0 552 755 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.07.1993  Patentblatt  1993/30

(21) Anmeldenummer: 93100880.9

(22) Anmeldetag:  21.01.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5: E04B 1/70, E04B 1/64
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI NL

(30) Priorität: 21.01.1992 DE 4201821

(71) Anmelder: KÖSTER BAUCHEMIE
D-26607 Aurich (DE)

(72) Erfinder:
  • Köster, Johann J., c/o Köster Bauchemie
    W-2960 Aurich (DE)

(74) Vertreter: Winkler, Andreas, Dr. 
FORRESTER & BOEHMERT Franz-Joseph-Strasse 38
80801 München
80801 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Flasche zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk


    (57) Verfahren zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, unter Verwendung von Flaschen, deren Öffnung schräg nach unten geneigt und mit einem Auslaufröhrchen versehen ist, das in das Bohrloch gesteckt wird, wobei das Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben wird, sowie eine für dieses Verfahren verwendbare Flasche.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, unter Verwendung von Flaschen deren Öffnung schräg nach unten geneigt und mit einem Auslaufröhrchen versehen ist, das in das Bohrloch gesteckt wird, sowie eine hierfür verwendbare Flasche.

    [0002] Für die Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit in Mauerwerken werden vielfach Flüssigkeiten verwendet, die das Mauerwerk durchtränken und damit eine waagerechte Sperre bilden. Diese Flüssigkeiten werden, werden über Bohrlöcher, die in das feuchte Mauerwerk gesetzt werden, eingefüllt.

    [0003] Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Einbringung dieser Flüssigkeiten in die Bohrlöcher:

    1. Zunächst verwendete man ausschließlich das sogenannte "Gießkannenverfahren". Hierbei wurden die Bohrlöcher ständig mit der Flüssigkeit gefüllt, bis eine ausreichende Tränkung des Mauerwerks erfolgt war.

    2. Um eine schnellere Durchtränkung zu erreichen, wurden die Flüssigkeiten unter Druckeinwirkung in die Bohrlöcher eingepreßt.

    3. Ein sehr fortschrittliches Verfahren wurde mit dem sogenannten "Kartuschensystem" entwikkelt. Dabei werden geschlossene Flaschen, mit einem längeren Auslaufröhrchen versehen, gefüllt in die Bohrlöcher gesteckt. Die Flaschen geben die Flüssigkeit in der Menge ab, wie diese vom Mauerwerk aufgenommen wird. Nach dem ersten Einlaufen der Flüssigkeit in die Bohrlöcher verstopft die Flüssigkeit das Auslaufröhrchen, so daß keine Luft mehr in die Flasche gelangen kann. Dadurch ist die Flüssigkeitsabgabe gestoppt. Nach dem Versickern der Flüssigkeit kann wieder Luft in die Flasche ein- und Flüssigkeit aus der Flasche in das Loch auslaufen. Eine langsame Sättigung des Mauerwerks ist damit vorgegeben. Der große Vorteil gegenüber den anderen Verfahren liegt in der genauen Mengenbestimmung des Verbrauchs, so daß exakte Verbrauchswerte vorgegeben werden können.



    [0004] In Fällen allerdings, in denen sich im Bereich des Bohrlochs Hohlräume, offene Fugen oder Risse befinden, fließt die Flüssigkeit unkontrolliert ab und verteilt sich nicht im Bereich des Bohrloches, wie dies zur Erreichung einer gleichmäßigen Durchtränkung des feuchten Mauerwerks erwünscht ist. Zwar kann man durch das Ausgießen des gebohrten Loches mit einem Füllmittel (z.B. mit Bohrlochschlämmen) ein zu schnelles Ablaufen verhindern, jedoch bedeutet dieser zusätzliche Arbeitsgang eine nicht kalkulierbare Kostengröße, da der Umfang der Hohlräume, Risse usw. nicht vorab bestimmt werden kann.

    [0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Abfließen der Flüssigkeit bei einem gattungsgemäßen Verfahren in evtl. vorhandene Hohlräume, Risse usw. zu verhindern, so daß eine gleichmäßige Durchtränkung des Mauerwerks im Bereich des Bohrloches sichergestellt ist und gleichzeitig auf einen zusätzlichen Arbeitsgang zur Verfüllung der Risse, Hohlräume, usw. verzichtet werden kann.

    [0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß das Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben wird.

    [0007] Als flüssigkeitsaufsaugendes Material wird vorteilhafterweise ein textiles und/oder schwammartiges Material verwendet.

    [0008] Die Erfindung betrifft weiterhin eine für das erfindungsgemäße Verfahren verwendbare Flasche, deren Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben ist, bei dem es sich vorteilhafterweise um ein textiles und/oder schwammartiges Material handelt.

    [0009] Erfindungsgemäß werden die bisher offen in das Bohrloch hineinragenden Auslaufröhrchen der beim gattungsgemäßen Verfahren verwendeten Flaschen zumindest teilweise mit einer Hülle aus einem feuchtigkeitsaufsaugenden Stoff umgeben. Die Aufgabe des Materials besteht darin, sich mit der Abdichtungsflüssigkeit vollzusaugen und die Flüssigkeit gleichmäßig, vorzugsweise im Bereich der Kontaktstellen mit dem Mauerwerk bzw. dem Baustoff, abzugeben. Ein Abfließen der Flüssigkeit in die Hohlräume, offenen Fugen usw. wird dadurch in einfacher und effektiver Weise weitestgehend verhindert. Das bisher in solchen Fällen notwendige vorherige Verstopfen der Hohlräume wird entbehrlich.

    [0010] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der beiliegenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles, das anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert ist. Dabei zeigt die einzige Zeichnung
    eine erfindungsgemäß ausgebildete Flasche beim Einsatz im erfindungsgemäßen Verfahren.

    [0011] In der Zeichnung ist ein Ausschnitt eines von unten her durchfeuchteten Mauerwerkes 1 zu erkennen, wobei die von unten in das Mauerwerk aufsteigende Feuchtigkeit symbolhaft bei 2 dargestellt ist.

    [0012] In den unteren Bereich des Mauerwerkes 1 ist ein schräg nach unten ausgerichtetes Bohrloch 5 eingebracht, über das Abdichtungsflüssigkeit 6 in das Mauerwerk eingebracht werden soll.

    [0013] Zu diesem Zweck wird eine Flasche 10 verwendet, auf deren Öffnung ein Auslaufröhrchen 12 aufgeschraubt ist. Zur Durchführung des gattungsgemäßen Verfahrens wird das Auslaufröhrchen 12 in das Bohrloch 5 eingeführt, wobei das Auslaufröhrchen 12 genügend stabil sein sollte, um die Flasche 10 in der dargestellten schrägen Lage zu halten. Erfindungsgemäß ist nunmehr vorgesehen, das Auslaufröhrchen 12 zumindest teilweise mit einer Hülle 20 und einem flüssigkeitsaufsaugenden Material, z.B. auf Textilbasis oder Kunststoffschaum-Basis, zu umgeben, wobei diese flüssigkeitsaufsaugende Hülle zumindest im Bereich der Auslauföffnung 13 vorgesehen werden muß, um das erfindungsgemäße Ziel zu erreichen.

    [0014] Mit dieser Maßnahme kann in zuverlässiger und einfacher Weise erreicht werden, daß auch für den Fall, daß im Mauerwerk Risse, Hohlräume usw. vorhanden sind, die in der Flasche 10 befindliche Flüssigkeit 6 nicht unkontrolliert abläuft. Vielmehr wird sie zunächst an das das Auslaufröhrchen 12 umgebende Hüllenmaterial abgegeben, das sich bis zu seiner Sättigung vollsaugt und dann die Abdichtungsflüssigkeit langsam durch Diffusion an das Mauerwerk bzw. den Baustoff abgibt.

    [0015] Die in der vorstehenden Beschreibung sowie in den Ansprüchen und der beiliegenden Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.

    Bezugszeichenliste



    [0016] 

    1 Mauerwerk

    5 Bohrloch

    6 Abdichtungsflüssigkeit

    10 Flasche

    12 Auslaufröhrchen

    13 Auslauföffnung

    20 Hülle




    Ansprüche

    1. Verfahren zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, unter Verwendung von Flaschen, deren Öffnung schräg nach unten geneigt und mit einem Auslaufröhrchen versehen ist, das in das Bohrloch gesteckt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslaufröhrchen zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung mit einer Hülle aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssigkeitsaufsaugendes Material ein textiles und/oder schwammartiges Material verwendet wird.
     
    3. Flasche zum Einbringen von Flüssigkeiten in Mauerwerk über Bohrlöcher, die an ihrer Öffnung mit einem in das Bohrloch einsteckbaren Auslaufröhrchen versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Auslaufröhrchen (12) zumindest im Bereich seiner Auslauföffnung (13) mit einer Hülle (20) aus einem flüssigkeitsaufsaugenden Material umgeben ist.
     
    4. Flasche nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem flüssigkeitsaufsaugendem Material um ein textiles und/oder schwammartiges Material handelt.
     




    Zeichnung