[0001] Die Erfindung betrifft eine Hubkolbenmaschine, insbesondere Brennkraftmaschine mit
V-förmiger Anordnung der Zylinder oder Zylinderreihen, mit Querschrauben zwischen
Motorblock und den mit Hauptlagerhochschrauben am Motorblock befestigten Hauptlagerbügeln
im Bereich einer Schürze des Motorblocks zur seitlichen Abstützung der Hauptlagerbügel,
sowie mit einer Ölwanne.
[0002] Bei derartigen Hubkolbenmaschinen ist infolge der zur Hoch-und damit Hauptverschraubungsrichtung
der Hauptlagerbügel geneigt einwirkenden Lagerkräfte im allgemeinen eine seitliche
Abstützung der Hauptlagerbügel notwendig. Aus diesem Grund sind bekannte Lagereinbindungen
mit zusätzlichen Querschrauben zwischen Motorblock und Hauptlagerbügel versehen.
[0003] Es sind Hubkolbenmaschinen der eingangs genannten Art bekannt, deren Querverschraubung
im Winkel von etwa 90° in Richtung zur Lagerhauptverschraubung ausgeführt sind, siehe
z.B. DE-OS 35 42 135. Die Verwendung von Querschrauben gestattet zwar eine gute seitliche
Abstützung der Lagerkräfte, es tritt aber durch die steife Verbindung mit der Schürze
des Motorblocks eine erhöhte Schwingungseinleitung in das Motorgehäuse ein, da die
Geräuschanregung vornehmlich über den Weg KolbenPleuelstange - Kurbelwelle - Hauptlager
- Schürze erfolgt. Insbesondere werden alle Schwingungen der Hauptlagerwände bzw.
-bügel durch die steife seitliche Einbindung in die Schürze fast ungedämpft übertragen.
Dies betrifft sowohl die Biege-und Torsionsschwingungen als auch die Ovalverformungen
der Lagerbohrung selbst unter den Lagerkräften. Eine verstärkte Anregung der Schürze
in Motorquerrichtung ist auch deswegen besonders nachteilig, da die an der Schürze
befestigte Ölwanne in Art einer Fußpunkterregung mit angeregt wird. Die Ölwanne dominiert
sogar oft die Gesamtabstrahlung von Verbrennungsmotoren; daher kann sich die Schürzen-
und damit Ölwannenanregung auch auf die Stärke des Gesamtgeräusches auswirken.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist, diese Nachteile zu vermeiden, und eine Hubkolbenmaschine
zu schaffen, bei der die infolge der Verwendung der Querverschraubung verstärkte Schwingungsanregung
der Schürze und die Mitanregung der Ölwanne vermieden werden.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß der Motorblock im Bereich
der Hauptlager zu beiden Seiten der in Richtung Motorhochachse weisenden Längsebene
innerhalb der Schürze in Richtung der Ölwanne ausgebildete Verlängerungen der Hauptlagerwand
aufweist, zwischen welchen die Hauptlagerbügel angebracht sind und die von den in
den Hauptlagerbügeln sitzenden Querschrauben durchsetzt sind, und daß die Schürze
in einem zur Bildung einer Freistellung zwischen den Querschrauben und der Innenseite
der Schürze dienendem bestand von den Verlängerungen der Hauptlagerwand angeordnet
ist.
[0006] Vorzugsweise ist der Motorblock so gestaltet, daß die Schürze die Bohrungen der Querschrauben
überdeckt und zum Bedienen der Querschrauben in der Schürze Öffnungen vorgesehen sind,
die gegen Ölaustritt mit Verschlußdeckeln oder Verschlußschrauben od. dgl. öldicht
verschließbar sind.
[0007] Für das Schwingungsverhalten ist es vorteilhaft, wenn zwischen der Schürze des Motorblocks
und der Ölwanne zur zusätzlichen Versteifung der Schürze ein Leiterrahmen angeordnet
ist.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsvariante ist vorgesehen, daß die Schürze oberhalb
der Bohrungen der Querschrauben endet und durch einen abnehmbaren Teil über die Bohrungen
der Querschrauben verlängert ist.
[0009] Dabei ist es günstig, wenn der abnehmbare Teil die Ölwanne ist, deren Wände schürzenartig
in Richtung der Motorhochachse verlängert sind.
[0010] Eine andere sehr vorteilhafte Ausführungsvariante der Erfindung mit verkürzter Schürze
besteht darin, daß der abnehmbare Teil ein in Richtung der Motorhochachse schürzenartig
gestalteter Leiterrahmen ist, der zwischen der Schürze des Motorblocks und der Ölwanne
vorgesehen ist.
[0011] Im folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
für Brennkraftmaschinen näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1 eine Ausführungsform der Erfindung im Schnitt durch den Motorblock, ein Hauptlager
und die Ölwanne,
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine andere Ausführung der Erfindung,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3,
Fig. 5 eine weitere Ausführungsform,
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI in Fig. 5,
Fig. 7 eine andere nach der Erfindung mögliche Art der Ausführung und
Fig. 8 einen Schnitt nach der Linie VIII-VIII.
[0012] In den Darstellungen sind funktionsgleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0013] Bei der erfindungsgemäßen Ausführung nach den Fig. 1 und 2 umfaßt die Brennkraftmaschine
einen Motorblock 1, im Motorblock 1 hin- und hergehende Kolben 2, eine in den Hauptlagern
3 rotierende Kurbelwelle 4, zwischen Kolben 2 und Kurbelwelle 4 die Zylinderdruckkräfte
übertragende Pleuelstangen 5, die Hauptlager 3 abstützende Hauptlagerbügel 6, die
Hauptlagerhochschrauben 7 zur Aufnahme der Lagerkräfte in Hochverschraubungsrichtung
Z, die Querschrauben 8 zur Aufnahme der geneigt einwirkenden Lagerkräfte sowie die
an die Schürze 9 montierte Ölwanne 10. Weiters sind zwischen den Querschrauben 8 und
der Innenseite 9' der Schürze 9 die Freistellungen 12 eingezeichnet.
[0014] Durch diese Freistellungen 12 wird eine mittel- und hochfrequent wirksame Schwingungsisolation
gegenüber der Schürze 9 und damit in weiterer Folge gegenüber der schallabstrahlenden
Ölwanne 10 erreicht. Trotzdem ist eine seitliche Abstützung der Zylinderdruckkräfte
und damit der seitlichen Hauptlagerkräfte gewährleistet. Zur Vermeidung dynamisch
ungünstiger Kerbwirkungen im Freistellungsradius ist dieser festigkeitsmäßig sorgfältig
auszubilden. Die Montage der Querschrauben 8 ist erfindungsgemäß über jeweils eine
in der Schürzenwand 9 eingegossene Öffnung 15 möglich, welche gegen Ölaustritt mit
Verschlußschrauben 12 od. dgl. öldicht verschlossen wird.
[0015] Die Schwingungsisolation ist besonders wirksam in Kombination mit einem in Fig. 3
und 4 dargestellten, zwischen Schürze 9 und Ölwanne 10 geschraubten Leiterrahmen 14
mit leitersprossenartigen Querstegen 14a unter den Hauptlagerbügeln 6 zwischen den
in Motorlängsrichtung verlaufenden Leiterholmen 14b.
[0016] Fig. 5 und 6 zeigen eine Ausführungsform mit verkürzter, oberhalb der Bohrungen der
Querschrauben 8 endenden Schürze 9; nach Demontage der mit nach oben verlängerten
Wänden 10a ausgestatteten Ölwanne 10 ist eine Bedienung der Querschrauben möglich.
[0017] Auch bei der Ausführungsform der verkürzten Schürze 9 ist die Kombination mit einem
Leiterrahmen 14 sehr vorteilhaft, wie in Fig. 7 und 8 dargestellt ist. Der Leiterrahmen
14 weist nach oben verlängerte Leiterrahmenwände 14c auf. Nach Demontage desselben
ist eine Bedienung der Querschrauben möglich.
[0018] Die Erfindung ist ein wirksames Mittel, um die Schallemissionen von Hubkolbenmaschinen
der eingangs erwähnten Art, vorzugsweise Brennkraftmaschinen, aber auch vorteilhaft
bei Kompressoren, zu vermindern.
1. Hubkolbenmaschine, insbesondere Brennkraftmaschine mit V-förmiger Anordnung der Zylinder
oder Zylinderreihen, mit Querschrauben (8) zwischen Motorblock (1) und den mit Hauptlagerhochschrauben
(7) am Motorblock (1) befestigten Hauptlagerbügeln (6) im Bereich einer Schürze (9)
des Motorblocks (1) zur seitlichen Abstützung der Hauptlagerbügel (6), sowie mit einer
Ölwanne (10) dadurch gekennzeichnet, daß der Motorblock (1) im Bereich der Hauptlager (3) zu beiden Seiten der in Richtung
Motorhochachse (Z) weisenden Längsebene (16) innerhalb der Schürze (9) in Richtung
der Ölwanne (10) ausgebildete Verlängerungen (11) der Hauptlagerwand aufweist, zwischen
welchen die Hauptlagerbügel (6) angebracht sind und die von den in den Hauptlagerbügeln
(6) sitzenden Querschrauben (8) durchsetzt sind, und daß die Schürze (9) in einem
zur Bildung einer Freistellung (12) zwischen den Querschrauben (8) und der Innenseite
(9') der Schürze (4) dienendem Abstand von den Verlängerungen (11) der Hauptlagerwand
angeordnet ist.
2. Hubkolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schürze (9) die Bohrungen der Querschrauben überdeckt und zum Bedienen der
Querschrauben (8) in der Schürze (9) Öffnungen (15) vorgesehen sind, die gegen Ölaustritt
mit Verschlußschrauben (13) od.dgl. öldicht verschließbar sind.
3. Hubkolbenmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Schürze (9) des Motorblokkes (1) und der Ölwanne (10) zur zusätzlichen
Versteifung der Schürze (9) ein Leiterrahmen (14) angeordnet ist.
4. Hubkolbenmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schürze (9) oberhalb der Bohrungen der Querschrauben (8) endet und durch
einen abnehmbaren Teil über die Bohrungen der Querschrauben (8) verlängert ist.
5. Hubkolbenmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der abnehmbare Teil die Ölwanne (10) ist, deren Wände schürzenartig in Richtung
Motorhochachse (Z) verlängert sind.
6. Hubkolbenmaschine nach Anspruch 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der abnehmbare Teil ein in Richtung der Motorhochachse schürzenartig verlängerter
Leiterrahmen (14) ist, der zwischen der Schürze (9) des Motorblocks (1) und der Ölwanne
(10) vorgesehen ist.