[0001] Die Erfindung betrifft eine Führungsbüchse nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Derartige, beispielsweise aus der DE 19 31 012 C (entspr. US-PS 3 711 054) oder der
EP o 133 524 B (entspr. US-PS 4 979 718) ausgebildete Säulen weisen ein äußeres Führungsrohr
aus Metall auf, in dessen oberem, einer Bodenplatte abgewandten Bereich eine Führungsbüchse
aus Kunststoff angeordnet ist, die sich nur über einen Teil der Länge des Führungsrohres
erstreckt.
[0003] In der nicht vorveröffentlichten DE 40 24 392 A (entspr. US-Ser. No. 07/732 537)
ist bereits vorgeschlagen worden, derartige Führungsbüchsen an ihrer Innenfläche durch
Räumen derart zu formen, daß über den Umfang verteilt Teil-Zylinder-Flächen als Führungsflächen
und zwischen diesen Rücksprünge vorgesehen sind, in denen Schmierfett angeordnet werden
kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Führungsbüchse der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, die einfach herstellbar ist und dem Gehäuse des Längenverstellelementes
eine exakte, feste, seitliche Führung gibt.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruches
1 gelöst. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist sichergestellt, daß durch die
spanabhebende Bearbeitung, beispielsweise Räumen, der als Führungsflächen dienenden
Teil-Zylinder-Flächen eine sehr exakte Führung des Gehäuses des Längenverstellelementes
gewährleistet wird. Die Teil-Zylinder-Flächen können an den radial von der Innenfläche
der Führungsbüchse vorspringenden Führungsstegen in sehr einfacher Weise sehr exakt
ausgeformt werden, ohne daß die bei der Bearbeitung anfallenden ablaufenden Späne
zu Verquetschungen und damit zu Oberflächenbeschädigungen führen können. Die Führungsstege
sind zusammen mit der Führungsbüchse sehr steif, so daß keine unbeabsichtigten radialen
Bewegungen des Gehäuses des Längenverstellelementes möglich sind.
[0006] Zahlreiche vorteilhafte, teilweise erfinderische Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung. Es zeigt
- Fig. 1
- einen Teilausschnitt aus einer höhenverstellbaren Stuhlsäule mit Führungsrohr, Führungsbüchse
und Gehäuse einer Gasfeder,
- Fig. 2
- die Führungsbüchse im Längsschnitt,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf Fig. 2 gemäß dem Sichtpfeil III in Fig. 2 und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch die Führungsbüchse nach einer spanabhebenden Bearbeitung entsprechend
der Schnittlinie IV-IV in Fig. 2.
[0008] Eine Führungsbüchse 1 ist in einem nur angedeuteten Führungsrohr 2 einer höhenverstellbaren
Stuhlsäule angeordnet. Derartige Stuhlsäulen sind beispielsweise aus der EP 0 325
726 A1 (entspr. US-Patent 4 899 969) bekannt, worauf ausdrücklich verwiesen wird.
[0009] Die Führungsbüchse 1 weist eine Gleitbüchse 3 auf, an deren Außenseite radial zur
Mittel-Längs-Achse 4 nach außen vorspingende Rippen-Stege 5 angeformt sind. Mit diesen
Rippen-Stegen 5 stützt sich die Führungsbüchse 1 radial gegen die Innenwand 6 des
Führungsrohres 2 ab. Ein oberer Ringbund 7 legt die Führungsbüchse 1 in axialer Richtung
gegenüber dem Führungsrohr 2 fest. Im übrigen ist die Führungsbüchse 1 mit Preßsitz
in das Führungsrohr 2 eingeschoben.
[0010] An der Innenfläche 8 der Gleitbüchse 3 ist ein Gehäuse 9 einer nur angedeuteten Gasfeder
10 in Richtung der Achse 4 verschiebbar geführt. Diese Gasfeder 10 bildet zusammen
mit dem Führungsrohr 2 und der Führungsbüchse 1 im wesentlichen die angesprochene
höhenverstellbare Stuhlsäule. Das Gehäuse 9 der Gasfeder 10 kann deren unmittelbares
Gehäuse sein, oder ein zusätzliches, die Gasfeder 10 umgebendes Tragrohr, wie es ebenfalls
aus der EP 0 325 726 A1 (entspr. der US-PS 4 899 969) bekannt ist, worauf ebenfalls
ausdrücklich verwiesen wird.
[0011] Die Führungsbüchse 1 besteht aus Kunststoff, und zwar bevorzugt aus einem Polyacetal,
und ist einstückig durch Spritzgießen hergestellt. An der Innenfläche 8 der Gleitbüchse
3 sind Führungsstege 11 ausgebildet, die über die volle axiale Länge der Gleitbüchse
3 verlaufen und radial von der Innenfläche 8 zur Achse 3 hin vorstehen. Sie sind einstückig
mit der Gleitbüchse 3 ausgebildet. Die Führungsstege 11 weisen vor einem noch zu erläuternden
Kalibriervorgang durch Räumen ein Übermaß zur Achse 3 hin auf. Dieses wird durch den
Räumvorgang reduziert, so daß dann an den Führungsstegen 11 Teil-Zylinder-Flächen
12 ausgebildet werden, die die eigentlichen Führungsflächen gegenüber dem Gehäuse
9 der Gasfeder 10 bilden. Zwischen benachbarten Führungsstegen 11 verlaufen als Teile
der Innenfläche 8 Rücksprünge 13. Für den Radius R12 der Teil-Zylinder-Flächen 12
von der Achse 4 und den radialen Abstand R13 der Rücksprünge 13 von der Achse 3 bezogen
auf den Radius R9 des Gehäuses 9 gilt die Beziehung R13 > R12 ≧ R9, wobei R12 höchstens
um wenige hundertstel Millimeter, beispielsweise bis zu 0,05 mm, größer ist als R9.
[0012] Wie den Fig. 3 und 4 entnehmbar ist, sind zwölf Führungsstege 11 in gleichen Winkelabständen
und parallel zur Achse 3 verlaufend vorgesehen. Auf jeden Fall sollten es mindestens
sechs Führungsstege 11 sein. Die Breite a der Rücksprünge 13 in Umfangsrichtung ist
etwa doppelt so groß wie die Breite b der Teil-Zylinder-Flächen 12. In den Rücksprüngen
13 kann Schmierfett 14 untergebracht werden.
[0013] Zum Räumen der Teil-Zylinder-Flächen 12 wird eine Räumnadel eingesetzt, die über
ihren ganzen Umfang sich erstreckende Räumzähne mit kreisförmiger Schneide aufweist.
Bei dem Räumprozeß werden von den Führungsstegen 11 das erwähnte Übermaß ausmachende
Teile spanabhebend entfernt. Die geräumten Späne haben hierbei eine Breite, die maximal
der Breite b der Teil-Zylinder-Flächen 12 entspricht. Die aus benachbarten Teil-Zylinder-Flächen
12 geräumten Späne sind im Bereich des zwischen ihnen liegenden Rücksprungs 13 unterbrochen.
Diese Art des Räumens der Teil-Zylinder-Flächen 12 führt dazu, daß diese sehr glatt
mit hoher Oberflächenqualität geräumt werden, weil die beim Räumen anfallenden Kunststoffspäne
gut ablaufen können. Es besteht keine Gefahr, daß sie sich zwischen den Schneidzähnen
des Räumwerkzeuges und der Innenfläche 8 der Gleitbüchse 3 festsetzen und die Oberfläche
der Teil-Zylinder-Flächen 12 beschädigen.
[0014] Die Summe der Teil-Zylinder-Flächen 12 bildet die eigentliche Führungsfläche der
Gleitbüchse 3 gegenüber dem Gehäuse 9 der Gasfeder 10. Die Führungsbüchse 1 ist in
sich außerordentlich fest. Eine gute Führung des Gehäuses 9 der Gasfeder 10 wird auch
dadurch unterstützt, daß die radiale Höhe c der Führungsstege 11 gegenüber der Breite
b klein ist. Es gilt also c > b, wobei gilt R13 - R12 = c. Die Festigkeit wird noch
weiter dadurch erhöht, daß die Führungsstege 11 jeweils in radialer Überdeckung mit
den Rippen-Stegen 5 angeordnet sind, so daß vom Gehäuse 9 über die Führungsstege 11
auf die Gleitbüchse 3 ausgeübte radial zur Achse 3 verlaufende Führungskräfte direkt
jeweils in die den Führungsstegen 11 zugeordneten Rippen-Stege 5 eingeleitet werden.
[0015] Anstelle des geschilderten Räumens können grundsätzlich auch alle anderen geeigneten
spanabhebenden Bearbeitungsverfahren eingesetzt werden, beispielweise also Stoßen,
das dem Druckräumen sehr ähnlich ist.
[0016] Während im dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiel die Führungsstege
11 geradlinig und parallel zur Achse 4 verlaufen, können sie auch gewunden, also etwa
schraubenlinienförmig mit großer Steigung verlaufen. Zweckmäßigerweise ist die Steigung
zumindest so groß, daß über die Länge der Führungsstege 11 zwei einander benachbarte
Führungsstege einander zumindest einmal überlappen. Auf diese Weise wird erreicht,
daß das Gehäuse 9 zumindest über seinen gesamten Umfang durch die Teil-Zylinder-Flächen
radial abgestützt wird. Selbstverständlich kann die Steigung auch größer sein, so
daß eine mehrfache Überdeckung benachbarter Führungsstege über deren Länge erreicht
wird.
[0017] Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß anstelle einer Gasfeder 10 als pneumatischem
oder hydropneumatischem Längenverstellelement auch ein rein mechanisches Längenverstellelement,
beispielsweise mit einer mechanischen Feder vorgesehen sein kann, das ein zylindrisches
Gehäuse bzw. ein zylindrisches Führungsteil zur Führung an den Teil-Zylinder-Flächen
12 aufweist. Grundsätzlich kann die Führungsbüchse 1 in der geschilderten Ausgestaltung
auch als reine Drehführung, also ohne die Möglichkeit einer axialen Verschiebung eingesetzt
werden.
1. Führungsbüchse für eine längenverstellbare Säule für Stühle, Tische od.dgl., deren
Außenseite zur Aufnahme und Abstützung in einem Führungsrohr (2) der Säule ausgebildet
ist und die an ihrer Innenfläche (8) mit einer zu einer Mittel-Längs-Achse (4) konzentrischen
Führungsfläche zur Führung eines zylindrischen Gehäuses (9) eines Verstellelementes
(Gasfeder 10) versehen ist und die einstückig aus Kunststoff ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenfläche (8) zur Mittel-Längs-Achse (4) hin vorspringende, durch Rücksprünge
(13) voneinander getrennte Führungsstege (11) ausgebildet sind und daß an den Führungsstegen
(11) durch Spanabheben hergestellte, zur Achse (4) konzentrische Teil-Zylinder-Flächen
(12) als Führungsflächen für das Gehäuse (9) ausgebildet sind.
2. Führungsbüchse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Breite (a) der Rücksprünge (13) in Umfangsrichtung größer ist als die Breite
(b) der Teil-Zylinder-Flächen (12) in Umfangsrichtung.
3. Führungsbüchse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem Rücksprung (13) Schmierfett (14) angeordnet ist.
4. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Teil-Zylinder-Flächen (12) durch Räumen hergestellt sind.
5. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Höhe (c) der Führungsstege (11) kleiner ist als deren Breite (b).
6. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß - jeweils bezogen auf die Achse (4) - für den Radius (R12) der Teil-Zylinder-Flächen
(12) und den radialen Abstand (R13) der Rücksprünge (13) im Verhältnis zum Radius
(R9) des Gehäuses (9) die Beziehung gilt R13 > R12 ≧ R9.
7. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Teil-Zylinder-Flächen (12) in gleichen Winkelabständen zueinander angeordnet
sind.
8. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstege (11) mit den Teil-Zylinder-Flächen (12) sich im wesentlichen über
die volle Länge der Führungsbüchse (1) erstrecken.
9. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit radial zur Achse (4) nach außen vorspringenden Rippen-Stegen (5) versehen
ist.
10. Führungsbüchse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstege (11) radial zur Achse (4) jeweils fluchtend zu den Rippen-Stegen
(5) angeordnet sind.
11. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens sechs Führungsstege (11) vorgesehen sind.
12. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstege (11) mit den Teil-Zylinder-Flächen (12) geradlinig und parallel
zur Mittel-Längs-Achse (4) verlaufend angeordnet sind.
13. Führungsbüchse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstege mit den Teil-Zylinder-Flächen schraubenlinienförmig ausgebildet
sind.
14. Führungsbüchse nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß zwei benachbarte Teil-Zylinder-Flächen in Richtung der Mittel-Längs-Achse (4) einander
überdecken.