[0001] Die Erfindung betrifft einen Kältespeicher nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Kältespeicher dieser Art sind in der Praxis gebräuchlich, wobei mit einer eutektischen
Sole gefüllte Behälter unter der Decke eines Kühlfahrzeugs oder dergleichen Kühlraum
angebracht werden. Die Behälter können unterschiedliche Formen aufweisen. So können
plattenförmige Flachbehälter in geringem Abstand von der Kühlfahrzeugdecke angebracht
sein, um bei normaler Konvektion eine beidseitige Luftzirkulation um den Behälter
zu ermöglichen. Andere Formen der Behälter sind insbesondere stabförmig mit rundem,
rechteckigem oder auch U-förmigen Querschnitt gebildet und mit Innenstegen ausgesteift,
wobei die Querschnittsform mit dem Verhältnis von effektiver Oberfläche zu Innenvolumen
dafür sorgt, daß die Kühlleistung für einen Arbeitstag ausreicht, während die Gesamtspeicherkapazität
durch eine entsprechende Zahl nebeneinander geordneter Behälter zu erbringen ist.
Unterschiedliche Gestaltungen berücksichtigen weiterhin Anforderungen an eine einfache
Herstellung, an eine ausreichende Steifigkeit und an eine einfache Montage der Behälter
unter Einschluß der einzubringenden Kältemittel-Rohrleitung. Die eutektische Sole
kann mit einem Gefrierpunkt von z.B. -30° C während nächtlicher Standzeiten des Fahrzeugs
über die Kältemittel-Zuleitungen eingefroren werden, wozu meistens fahrzeugfeste Kälteaggregate
einzuschalten sind, und gibt dann durch die typischerweise in Kunststoff ausgeführten
Wandungen der Gefäße die benötigte Kühlleistung an die Luft im Nutzraum des Kühlfahrzeugs
ab.
[0003] Bei diesen Kühlfahrzeugen führt allerdings jedes Öffnen des Nutzraums auch zu einem
Austausch mit Umgebungsluft, deren Luftfeuchtigkeit sich auf den Wandungen der Sohle
in Eisform bzw. Schneeform niederschlägt. Dies macht einen Abtauvorgang erforderlich,
der regelmäßig langwierig ist, wenn sich zunächst einmal die Sole in den Behältern
vollständig verflüssigt und über 0° C erwärmt haben muß, ehe sich eine Enteisung an
der Umgebungsluft einstellt. Weiterhin muß das niederfallende Eis bzw. Wasser aus
dem Fahrzeuginnenraum entfernt werden.
[0004] Dieser Vorgang wird noch zeit- und arbeitsaufwendiger bei Fahrzeugen, die nicht oder
nicht in regelmäßigen, kurzen Zeitabständen vollständig entladen werden sollen, etwa
Verkaufsfahrzeuge, deren Sortiment aufrechterhalten werden soll und periodisch wieder
aufgefüllt wird. Diese Fahrzeuge müssen zum Abtauen vollständig entladen werden, da
abtropfendes Tauwasser und Eis Tiefgefrierpackungen verderben kann und, zwischen derartige
Verpackungen eindringend, beim erneuten Einfrieren die Verpackungen miteinander verklebt.
Gerade weil das Abtauen dabei zeit- und arbeitsaufwendig ist, können Eile und mangelnde
Sorgfalt sehr schnell zu Schäden durch Tauwasser führen.
[0005] Unterbleibt allerdings das Abtauen eines Kältespeichers aus Zeitmangel oder des Arbeitsaufwandes
wegen oder wird das Abtauen nur aus diesen Gründen herausgeschoben, dann mindert sich
die Kälteleistung, so daß die im Kühlfahrzeug einzuhaltende Temperatur nicht mehr
gewährleistet ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es dementsprechend, einen Kältespeicher zu schaffen, der
Einsparungen an Zeit und Arbeitsaufwand in bezug auf die Abtauvorgänge vereister Kältespeicher
bietet und einen größeren Schutz von Waren innerhalb eines Kühlfahrzeugs beim Abtauen
der Kältespeicher gewährleistet. Insbesondere soll ein Kältespeicher ohne größere
Umstände zu enteisen sein, so daß dieser Vorgang nicht etwa aus Zeitmangel unterbleibt.
[0007] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe von einem Kältespeicher nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 ausgehend mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung besteht darin, daß ein gezieltes und schnelles
Auftauen der Vereisung von Kältespeicher-Behältern zur Eis-Ablösung führt, wobei das
Abtauen sich sogar darauf beschränken kann, lediglich einen Wasserfilm zwischen der
Wandung der Behälter und dem Eis zu schaffen. Eine solche gezielte und schnelle Einwirkung
setzt dann nicht mehr voraus, daß die Kältespeicher zunächst auf eine Schmelztemperatur
der Sole und dann noch über den Gefrierpunkt des Wassers hinaus erwärmt werden, was
zum einen mit einem Verlust an Kühlenergie, zum anderen mit Zeitverlust verbunden
ist und darüber hinaus nach dem Abtauvorgang wiederum einen zeit- und energieaufwendigen
Rückkühlvorgang nach sich zieht. Bei einer schnellen Beheizung des eigentlichen Wandungsbereichs
kann vielmehr der Energieinhalt der Sole weitgehend unangetastet bleiben. Darüber
hinaus bedarf es auch nicht eines vollständigen Auftauens der Vereisung, sondern lediglich
einer Ablösung der Vereisung durch Auftauen der Grenzschicht zur Behälterwandung hin.
[0008] Die damit einhergehende Arbeitserleichterung führt dazu, daß das Abtauen mit der
gebotenen Regelmäßigkeit durchgeführt werden kann, so daß nicht etwa der Versuch naheliegt,
ein Kühlfahrzeug trotz verminderter Kühlleistung weiterzubetreiben.
[0009] Da Kältespeicher - insbesondere in Kühlfahrzeugen - üblicherweise deckenseitig angeordnet
sind, um mit Hilfe normaler Konvektion eine entsprechende Kühlleistungs-Ausbringung
zu schaffen, genügt es bei kurzzeitigen Abtauvorgängen, darunterliegende Waren gegen
herabtropfendes Tauwasser und herabfallendes Eis zu schützen. Ein Entleeren eines
solchen Fahrzeugs und ein Verbringen der Ware in einen gesonderten Kühlraum erübrigt
sich bei kurzzeitigen Abtauvorgängen. Ein Nässeschutz von Waren kann durch eine wasserdichte
Folienabdeckung oder dergleichen erfolgen. Vorteilhafter ist allerdings eine Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehene Rinne bzw. ein System von Rinnen, um Tauwasser und Eissturz
aufzufangen und/oder abzuleiten. Um zumindest ein Anfrieren von Eis in den Rinnen
zu vermeiden und einen entsprechenden Wasserfilm aufrechtzuerhalten, sind auch die
Rinnen zweckmäßig mit einer Heizeinrichtung auszustatten. Die Heizeinrichtung kann
dafür ausgelegt sein, das Eis vollständig aufzutauen. Im Sinne einer energiesparenden
und schnellen Beseitigung des Eises genügt es aber in vielen Fällen, das Eis ungetaut
auszubringen.
[0010] In einer anderen Ausgestaltung kann vorgesehen werden, die Kältespeicher nicht, wie
es üblich ist, horizontal an der Decke eines Kühlfahrzeugs anzubringen sondern vertikal
- etwa an einer senkrechten Wandung (Stirn-, End- oder Seitenwand) oder einer Inneneinrichtung,
wobei eine natürliche Konvektion im Kühlfahrzeug oder dergleichen Kühlraum sichergestellt
werden kann - beispielsweise durch freie Zirkulationswege innerhalb des Raums. Desgleichen
ist eine Zwangs-Zirkulation mit Hilfe eines oder mehrerer Ventilatoren möglich. Der
Vorteil dieser Ausgestaltung, bei der etwa plattenförmige Kältespeicher parallel zu
einer Wand angeordnet sind oder stabförmige Behälter vertikal ausgerichtet sind, besteht
in der einfachen Abführung von Tauwasser und Eis beim Abtauen, bei der keine Schutzvorkehrungen
für die Ware erforderlich sind.
[0011] Die Heizeinrichtung zum Abtauen an der Oberfläche eines Behälters kann auf sehr unterschiedliche,
grundsätzlich bekannte Beheizungsverfahren gestützt werden. Grundsätzlich ist es möglich,
Wärme in diesen Bereich durch ein Wärmemedium oder durch Wärmeleitung von außen einzubringen.
Desgleichen kann Wärme durch Strahlung aufgebracht werden. Die gebräuchlichsten und
am besten zu realisierenden Verfahren beruhen allerdings darauf, die Wärme mittels
elektrischer Energie aufzubringen.
[0012] So kann die Wandung des Behälters mit elektrischen Widerstandsdrähten durchzogen
bzw. überzogen sein, so daß der Anschluß an eine elektrische Stromversorgung zur Erwärmung
der Drähte führt und damit die gewünschte gezielte Oberflächenerwärmung an den Behältern
schafft. Anstelle der Heizdrähte kann eine Beschichtung aus elektrischem Widerstandsmaterial
auf die Wandung des Behälters aufgebracht werden. Desgleichen kann die Oberfläche
des Behälters mit einer Widerstandsfolie ausgestattet werden, um diese gleichmäßige
Widerstandsschicht elektrisch aufheizen zu können.
[0013] Es ist aber auch möglich, die Oberfläche mit einer Struktur von Elektroden, z.B.
kammartig ineinandergreifenden Elektroden, zu versehen, so daß sich bei Anlegung von
Gleichstrom oder niederfreqentem Strom ein Stromfluß längs der Oberfläche ergibt,
dessen Stromwärmeverluste aus dem Eis einen Wasserfilm erzeugen. Dazu müssen die Elektroden
eine elektrisch leitende, "blankliegende" Oberfläche aufweisen.
[0014] Eingebettete oder isolierte Elektroden können dann verwandt werden, wenn die Stromwärme
mit Hilfe dielektrischer Verluste aufgebracht werden soll. Ein Wechselfeld im Mikrowellenbereich
kann hier durch einen entsprechenden Hochfrequenzgenerator aufgebracht werden.
[0015] Wenn für die Kältespeicherung in einem Kühlfahrzeug oder einem sonstigen Isolierraum
mehrere Behälter vorzusehen sind, können diese derart gruppenweise unterteilt werden,
daß jeweils eine Gruppe einem Abtauvorgang unterzogen wird, während die andere Gruppe
die Kühlung aufrechterhält. Beispielsweise können bei einer Vielzahl parallel zueinander
an der Decke angeordneter stabförmiger Kühlbehälter Gruppen gebildet werden, bei denen
die Behälter abwechselnd der einen und anderen Gruppe zugehören. Wenn also jeder zweite
der Behälter einem Abtauvorgang unterzogen wird, führen die benachbarten Behälter
die Kühlung fort, bis sie nach Abschluß des Abtauvorgangs bei der ersten Gruppe ihrerseits
einem Abtauvorgang unterzogen werden und den bereits enteisten Behältern die Kühlung
überlassen. Dieses umschichtige Arbeitsprinzip, bei dem jeweils nur ein Teil der Kältespeicher
enteist wird, läßt sich auch bei einem einzigen Kältespeicher anwenden, in dem dessen
Oberfläche unterteilt und die Teile gesondert schaltbaren Heizeinrichtungen zugeordnet
werden. Damit ist eine Enteisung des Kältespeichers bei laufendem (Fahr-)Betrieb grundsätzlich
möglich.
[0016] Einer Enteisung bei Kühlfahrzeugen wird allerdings vorzugsweise bei Standzeiten durchgeführt
und dann auch gleichzeitig mit der erneuten Einspeicherung von Kälteenergie verbunden
werden. Zu diesem Zweck kann es besonders vorteilhaft sein, die Kältemittel-Rohrleitungen
gleichfalls gruppenweise zu unterteilen und die Kältespeicherung z.B. im Anschluß
an eine Enteisung einer Gruppe anzuschließen. Hierzu kann vorgesehen werden, mehrere
Kälteaggregate einzusetzen, die dementsprechend auch jeweils nur auf eine Teilleistung
auszulegen sind, so daß die Gesamtkosten, Gewichte und Volumen der Kälteaggregate
nicht nennenswert größer sind als bei einem einzigen, auf die Gesamtleistung ausgelegten
Aggregat. Die Unterteilung hat aber darüber hinaus den Vorteil, daß etwa in der kalten
Jahreszeit einfach auf einen Teilbetrieb (Teilleistung) umgeschaltet werden kann.
Darüber hinaus ist die Unterteilung der Kältespeicher in Gruppen auch günstig im Sinne
eines Notbetriebs, wenn in einem der Teile oder in einem Kälteaggregat ein Defekt
auftritt.
[0017] Drei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden
nachfolgend näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen in jeweils schematisierter
Ansicht:
- Fig. 1
- Seitenansicht eines Kühlfahrzeugs (teilweise schnittbildlich),
- Fig. 2
- Querschnitt durch einen Sole-Behälter mit einer darunter angeordneten Rinne,
- Fig. 3
- Seitenansicht des Sole-Behälters nach Fig. 2 und
- Fig. 4
- Querschnitt durch einen anderen Sole-Behälter mit darunter angeordneter Rinne.
[0018] In Fig. 1 ist insgesamt ein Kühlfahrzeug 1 dargestellt, welches einen kastenförmigen
Aufbau 2 aufweist. Dieser Aufbau ist in der bei Kühlfahrzeugen üblichen Weise allseitig
isoliert. In einer linken Seitenwand 3 sind drei hermetisch schließende Isoliertüren
4,5 und 6 zu erkennen. Eine solche Ausführungsform mit mehreren Türen, von denen sich
weitere auf der anderen Seite und am Heck befinden können, ist typisch für ein Ausliefer-
oder Verkaufsfahrzeug von breitsortierten Tiefkühlwaren, die einzeln oder in kleinen
Stückzahlen variabel entnehmbar sein sollen.
[0019] Zur Aufrechterhaltung einer Tiefgefriertemperatur innerhalb des Kühlaufbaus 2 dient
ein insgesamt mit 7 bezeichneter Kältespeicher unterhalb einer Isolierdecke 8. Der
Kältespeicher besteht typischerweise aus mehreren nebeneinanderliegenden Behältern
aus Kunststoff in Platten- oder Stabform, die mit einer eutektischen Sole gefüllt
sind. Diese Sole besitzt eine Erstarrungstemperatur (von z.B. -30° C), die hinreichend
unterhalb der im Kühlaufbau aufrechtzuerhaltenden Temperatur liegt. Wenn sich die
Luft im Kühlaufbau infolge von Isolierverlusten oder infolge von Luftaustausch mit
der Umgebung bei geöffneten Türen erwärmt, steigt die Warmluft nach oben und wird
dann durch Konvektion längs des Kältespeichers 7 gekühlt.
[0020] Dieser herkömmliche Aufbau eines Kühlfahrzeugs ist erfindungsgemäß durch eine Heizvorrichtung
am Kältespeicher ausgestaltet, zu der verschiedene Varianten anhand Fig. 2,3 und 4
noch erläutert werden. Derartige Heizeinrichtungen sollen ein Enteisen der Kältespeicher
besonders einfach und schnell gestalten, da sich die Feuchtigkeit von außen eintretender
Luft typischerweise an den Behältern des Kältespeichers niederschlägt.
[0021] In Fig. 1 ist hierzu eine besondere Form einer (Auffang-)Rinne 9 zu erkennen, die
im wesentlichen aus einer flexibel-aufrollbaren Bahn besteht und dazu dient, den Nutzraum
des Kühlaufbaus vor abtropfendem Tauwasser oder niederfallendem Eis zu schützen, wenn
der Kaltespeicher abgetaut wird. Dabei wird die Bahn, typischerweise eine Folienbahn,
zwischen zwei Rollen 10 und 11 gehalten, von denen die Rolle 11 in der dargestellten
Auffangposition der Rinne 9 Spanndrähte aufgewickelt enthält, die sich endseitig an
die flexible Bahn anschließen und die die Bahn gespannt halten, während sie in Richtung
eines Pfeils 12 auf die Rolle 10 aufgewickelt wird. Beim Aufwickelvorgang werden Wasser
und Eis von der Bahn in einen Sammelbehälter 13 eingebracht, der dann leicht von Hand
entfernt werden kann. Mit dem vollständigen Aufwickeln der Bahn ist die Rinne beseitigt
und eine freie Konvektion der Innenluft zum Kältespeicher 7 hin gewährleistet.
[0022] In Fig. 2 ist ein schematisierter Querschnitt eines Behälters 14 dargestellt, der
allein oder mit mehreren ähnlichen Behältern, die beispielsweise parallel nebeneinanderliegend
zu dem Kältespeicher in einem Kühlfahrzeug angeordnet sind, verwendbar ist. Ein solcher
Behälter besitzt eine üblicherweise aus einen geschlossenen Kunststoffprofil hergestellte
Umfangswandung 15, so daß lediglich noch die Stirnseiten des Profils durch Entkappen
zu verschließen sind, um einen geschlossenen Behälter zu schaffen, der mit einer eutektischen
Sole 16 gefüllt wird. Innerhalb des Behälters 14 verläuft eine haarnadelförmige Schleife
einer Kältemittel-Rohrleitung 17, über die der Kältespeicher regeneriert werden kann,
wenn die eutektische Sole 16 ganz oder teilweise geschmolzen ist.
[0023] Erfahrungsgemäß schlägt sich auf der Oberfläche der Wandung 15 des Behälters 14 bevorzugt
die von der gekühlten Luft nicht mehr aufzunehmende Feuchtigkeit nieder und bildet
einen eis- oder schneeförmigen "Panzer". Ein solcher "Panzer" mindert die Kühlleistung
durch Verschlechterung des Kälteübergangs von der Sole zur Luft hin und durch Verengung
der Konvektionswege der Luft.
[0024] Zum Enteisen ist dem Behälter 14 eine Oberflächen-Heizeinrichtung mit Heizdraht-Widerstandselementen
18 zugeordnet, die parallel nebeneinander in Längsrichtung auf dem Behälterumfang
verlaufen und eine möglichst begrenzte aber forcierte Erwärmung im Bereich der Oberfläche
erzielen. Für ein Enteisen bedarf es regelmäßig nicht eines vollständigen Auftauens
der gefrorenen Niederschläge, vielmehr nur einer Ablösung von der Behälterwandung.
Hierzu reicht ein dünner Flüssigkeitsfilm aus Schmelzwasser an und zwischen den Heizdrähten
18 aus.
[0025] Beim Enteisen wird niedergehendes Tauwasser und Eis durch eine Rinne 19 aufgefangen,
die unterhalb des Behälters 14 in dessen Längsrichtung verläuft und die ihrerseits
auch mit Heizdrähten 20 an der Unterseite versehen ist, um ein Anfrieren von niedergehendem
Eis an der Rinne zu unterbinden. Die Rinne 19 kann dann ein Gefälle zu einer Seite
erhalten, um Eis und Wasser ablaufen zu lassen, sie kann aber auch durch Abziehen
gesammelter Feuchtigkeit geleert oder nach dem Herausbringen aus dem Kühlfahrzeug
einfach ausgeschüttet werden. Derartige Rinnen können auf Querführungen so angebracht
werden, daß sie quer zu sich selbst verschiebbar sind. Dies ist insbesondere für den
Fall interessant, daß mehrere solcher Behälter parallel zueinander an der Decke eines
Kühlfahrzeugs angebracht sind, daß beim Abtauen aber nur ein Teil, etwa jeder zweite
Behälter dem Abtauvorgang unterzogen wird, während die dazwischenliegenden Behälter
weiterhin für Kühlleistung sorgen. Die zueinander querverschiebbaren Rinnen ermöglichen
es, daß nur die dem Abtauvorgang unterliegenden Behälter unterseitig abgedeckt werden,
während die die Kühlleistung aufrechterhaltenden Behälter für Konvektionsluft frei
zugänglich sind.
[0026] In der Fig. 3 ist der Behälter 14 in einer Seitenansicht zu sehen. Die Heizdrähte
18 gehen an den Stirnseiten des Behälters 14 jeweils in einen von zwei elektrischen
Anschlußringen 21,22 über, zu denen jeweils ein elektrischer Stromanschluß 23 bzw.
24 von der elektrischen Bordnetzversorgung herangeführt ist. Der Stromfluß durch die
Heizdrähte 18 erfolgt also generell in Längsrichtung, wenngleich es hierauf nicht
ankommt. Die Anordnung der Heizdrähte ist frei, solange eine hinreichende und gleichmäßige
Beheizung der Oberfläche möglich ist.
[0027] In Fig. 4 ist eine weitere Ausgestaltung mit einem Behälter 25 dargestellt, der,
wie der Behälter 14 einen Kreisquerschnitt hat. Auch diesem Behälter sei eine Rinne
19 zugeordnet. Der Behälter 25 unterscheidet sich von dem Behälter 14 dadurch, daß
seine Oberfläche Ablöserippen 26 an der Oberseite bzw. Unterseite aufweist, die gewährleisten,
daß ein Eispanzer 27 sich in Seitenstücken teilt und unterseitig leicht ablöst. Desgleichen
schaffen die Ablöserippen 26 ein leichtes und präzises Ablaufen und Abtropfen von
Tauwasser. Weiterhin ist bei dieser Ausgestaltung vorgesehen, daß die Heizeinrichtung
nicht in Form einzelner Heizdrähte auf der Wandung des Behälters 25 angeordnet ist,
sondern in Form einer dünnen Widerstandsschicht 28, die einen äußerst gleichmäßigen,
dünnen Film von Tauwasser erzeugt, der für das Enteisen ausreicht, aber mit minimaler
Energie auskommt und damit auch die Kapazität des Kältespeichers nur minimal belastet.
1. Kältespeicher (7) für Kühlfahrzeuge (1) mit zumindest einem eine eutektische Sole
(16) enthaltenden Behälter (14,25), durch den zumindest eine Kältemittel-Rohrleitung
(17) hindurchführt und das zur konvektiven Kühlung eines Kühlfahrzeugs-Nutzraums über
Wandungen des Behälters (14,25) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter
(14,25) zumindest auf einen Teil seiner Wandungen eine Heizeinrichtung (18,27) zum
Abtauen an der Oberfläche aufweist.
2. Kältespeicher (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung
elektrische Heizdrähte (18) zum Anschluß an eine elektrische Spannungsversorgung umfaßt.
3. Kältespeicher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung
(28) eine auf der Oberfläche des Behälters angeordnete Beschichtung mit elektrischem
Widerstandsmaterial aufweist.
4. Kältespeicher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung
als Widerstandsfolie auf der Oberfläche des Behälters sitzt.
5. Kältespeicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizeinrichtung in
Form von Elektroden ausgebildet ist, die auf der Oberfläche des Behälters mit Abstand
voneinander angeordnet sind.
6. Kältespeicher nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden elektrisch
leitende Elektrodenflächen für einen Stromfluß zwischen den Elektroden aufweisen.
7. Kältespeicher nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden zur Erzeugung
eines dielektrischen Wechselfeldes im Mikrowellen-Bereich ausgebildet sind.
8. Kältespeicher nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche
des Behälters (25) Ablöserippen (26) aufweist.
9. Kältespeicher nach einem der Ansprüche 1 bis 8 mit mehreren eine eutektische Sole
enthaltenden Behältern, dadurch gekennzeichnet, daß alle Behälter Heizeinrichtungen
aufweisen und daß die Heizeinrichtungen gruppenweise ein-und ausschaltbar sind.
10. Kältespeicher nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter gruppenweise
nach den Heizeinrichtungen unterteilt und gruppenweise über die Kältemittel-Zuleitungen
an jeweils eines von mehreren Kälteaggregaten angeschlossen sind.
11. Kältespeicher nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch zumindest eine
unterhalb des Behälters (14,25) angeordnete Rinne (19).
12. Kältespeicher nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß auch die Rinne
(19) eine Heizeinrichtung (20) aufweist.
13. Kältespeicher nach Anspruch 10,11 oder 12 in Verbindung mit Anspruch 9, wobei die
Behälter nebeneinander zur deckenseitigen Anbringung in einem Kühlfahrzeug (1) angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Rinne bzw. mehrere gruppenweise miteinander
verbundene Rinnen den gruppenweise zusammengeschalteten Heizeinrichtungen zugeordnet
sind.
14. Kältespeicher nach Anspruch 13 mit mehreren stabförmig ausgebildeten und parallel
nebeneinander angeordneten Behältern, dadurch gekennzeichnet, daß die Rinne bzw. die
Gruppe von Rinnen in Längsrichtung unterhalb der Behälter verläuft und in Querrichtung
so weit verschiebbar ausgebildet ist, daß jeder eingeschalteten Heizeinrichtung eine
Rinne zuzuordnen ist.
15. Kältespeicher nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter zwei
Gruppen zugeordnet sind, wobei die nebeneinanderliegenden Behälter im Wechsel der
einen und der anderen Gruppe zugehören.
16. Kältespeicher nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rinne zumindest in einem Bodenbereich aus einer flexibelaufrollbaren Bahn (9) besteht.