[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Imprägnieren oder Einbetten von harten,
verschleißfesten Phasen in Oberflächenschichten von Metallerzeugnissen, die durch
Abgießen von flüssigem Metall hergestellt werden.
[0002] Es sind verschiedene Verfahren bekannt, durch die Metallerzeugnisse, beispielsweise
aus Eisen, mit harten, verschleißfesten oder abriebsbeständigen Oberflächen versehen
werden können. Die Beschichtung der Oberflächen erfolgt beispielsweise durch Flammspritzbeschichtung
oder Plasmaspritzbeschichtung. Nachteilig bei diesen Verfahren ist jedoch, daß die
Oberflächenschichten beim Beschichtungsverfahren und bei der Verwendung der Erzeugnisse
abplatzen können. Ferner treten hohe Verfahrenskosten auf.
[0003] Aus der US-PS 4,119,459 ist es auch bekannt, Karbide in die Oberfläche einzuschmelzen,
indem Karbidmakroteilchen auf ein Gießmodel aufgebracht werden und anschließend das
Werkstück gegossen wird. Es ist jedoch hierbei schwierig, die Karbidmakroteilchen
genau an den gewünschten Stellen und in dem gewünschten Verteilungsmuster zu plazieren.
[0004] Ferner sind für die Herstellung von Eisenprodukten einige Verfahren zum Angießen
harter Oberflächen an die Eisenwerkstücke in Verbindung mit der Anwendung von Polystyrolmodellen
bekannt. Ein solches Verfahren wurde beispielsweise von Hansen et al, "Application
of Cast-On Ferrochrome-Based Hard Surfacings to Polystyrene Pattern Castings", Bureau
of Mines Report of Investigations 8942, U.S. Department of the Interior, 1985, beschrieben.
Bei diesem Verfahren wird zunächst eine Paste, die ein Haftmittel und das gewünschte
harte Material, wie z. B. Wolframkarbidpulver, enthält, auf solche Oberflächen eines
Polystyrolmodelles aufgetragen, die den zum Verschleiß neigenden Oberflächen des resultierenden
Gusses entsprechen. Dann wird vor dem Abgießen des Metalls eine hitzebeständige Beschichtung
auf das ganze Modell aufgetragen. Dieses Verfahren ist als "Evaporative Pattern Casting"-Verfahren
oder EPC-Verfahren bekannt.
[0005] Dieses Verfahren leidet jedoch an der mangelnden Haftfähigkeit zwischen der verschleißfesten
Schicht, die beispielsweise aus Wolframkarbid besteht, und dem Schaummodell aus Polystyrol,
die vor allem darauf zurückzuführen ist, daß die fast trockene Paste die Oberfläche
des geschäumten Kunstharzes nicht ausreichend benetzt. Daher dringt das Eisen vor
seinem Erstarren manchmal nicht in die Schicht ein, und anstatt das Eisen getränkt
zu haben, platzt das Karbid von dem Erzeugnis ab. Ferner ist dieses Verfahren komplex
und unwirtschaftlich und läßt sich nicht wirkungsvoll bei einer Produktion im großen
Stil anwenden.
[0006] Die mechanischen Eigenschaften von Eisenguß, der durch ein EPC-Verfahren hergestellt
wurde, sind wegen der Anwesenheit von Kohlenstoffdefekten minderwertiger als die von
Sand- oder Kerngußerzeugnissen. Ferner erfordert das EPC-Verfahren besondere Vorsichtsmaßnahmen,
um geringe Formänderungen beim Gießen einzuhalten.
[0007] Aus der EP-A-0 421 374 und der EP-A-0 470 503 sind ferner unterschiedliche Verfahren
bekannt, durch die das Imprägnieren von Metalloberflächen mit Karbiden während des
Gießprozesses verbessert wird, indem Schichten aus Karbidteilchen auf einen Schaumstoffkern
bzw. einen Sandkern übertragen werden, der dem Abgießen des herzustellenden, aus Eisen
oder Aluminium bestehenden Werkstückes dient.
[0008] Auch wenn diese letztgenannten Verfahren eine erhebliche Verbesserung mit sich brachten,
sind sie immer noch nicht voll befriedigend. Beispielsweise erfordert das EPC-Verfahren
in einer konventionellen Gießerei die Einrichtung spezieller Vorrichtungen. Ferner
können die Gußerzeugnisse Formabweichungen aufweisen, die auf Formabweichungen der
Schaumstoffmodelle zurückzuführen sind. Die aus dem Stand der Technik bekannte Sandformmethode
zum Eingießen von Karbiden erfordert Karbidkugeln, durch die das Verfahren sich verteuern
kann. Erhöhte Kosten können sich auch dadurch ergeben, daß gefordert wird, die verschleißfeste
Oberfläche eben auszubilden. In diesem Fall muß das Gußerzeugnis geglättet und eine
Oberflächenschicht abgetragen werden, die ungefähr dem halben Durchmesser der kugelförmigen
Teilchen entspricht.
[0009] Es besteht daher weiterhin das Bedürfnis nach einem Verfahren zur Imprägnierung von
Metalloberflächen, insbesondere von Eisenerzeugnisoberflächen mit einem harten, verschleißfesten
Material, durch welches sich die eingangs genannten Probleme der bekannten Verfahren
überwinden lassen.
[0010] Die Erfindung schafft hier Abhilfe und schlägt ein Verfahren zum Einbetten von Schichten
aus hartem, verschleißfestem Material in Oberflächenschichten von Metallerzeugnissen,
welche durch Gießen von flüssigem Metall in Gießformen hergestellt werden, vor. Die
Schichten enthalten hervorstehende Zapfen, Anker oder Haken, die aus dem harten, verschleißfesten
Material bestehen und durch die die verschleißfeste Schicht "mechanisch" an der Gußoberfläche
befestigt ist.
[0011] Die erfindungsgemäße Lehre wird durch den Patentanspruch 1 angegeben. Weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
[0012] Anhand der Zeichnung werden nachfolgend Ausführungsbeispiele sowie weitere Vorteile
und vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung näher beschrieben
und erläutert.
[0013] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine gesinterte Karbidscheibe, die vier Karbidzapfen trägt,
- Fig. 2
- geeignete Formen für Karbidzapfen und
- Fig. 3
- die photographische Darstellung eines Sphärengußstücks mit einer Karbidscheibe, die
einen Anker oder Zapfen als integrierenden Bestandteil enthält.
[0014] Die vorliegende Erfindung kann grundsätzlich beim Gießen jedes bekannten Metalls
angewendet werden. Jedoch wird Gußeisen, insbesondere Kugelgraphitguß oder Grauguß
bevorzugt. Andere Beispiele geeigneter Metalle umfassen Nichteisenlegierungen und
Superlegierungen hoher Wärmebeständigkeit.
[0015] Gemäß der vorliegenden Erfindung beinhaltet ein erster Schritt die Ausbildung einer
Scheibe oder Platte, die ein verschleißfestes Material enthält. Hinsichtlich der Wahl
des harten, verschleißfesten Materials läßt sich die Erfindung mit jeder aus dem Stand
der Technik bekannten sinterfähigen, harten Phase anwenden. Solche harten Phasen sind
beispielsweise Wolframkarbid, Chromkarbid und dergleichen. Ferner kann das verschleißfeste
Material ein metallisches Bindemittel enthalten, das z. B. der Eisengruppe angehört,
wie vorzugsweise Kobalt für die Verwendung bei Wolframkarbiden oder Nickel für die
Verwendnung bei Chromkarbiden usw. Wird beispielsweise duktiles Eisen als zu gießendes
Metall verwendet, so werden Teilchen bevorzugt, die aus Wolframkarbid mit einem Gewichtsanteil
von 14 bis 17 % Kobalt zusammengesetzt sind.
[0016] Die Herstellung der Scheibe erfolgt durch Vermischen eines Pulvers aus hartem verschleißfestem
Material (dem vorzugsweise ein Metallbindemittel beigemischt ist) mit einem geeigneten
organischen Bindemittel, beispielsweise einer 10 %-igen Polyvinylalkohollösung (PVA),
und einem geeigneten Härter, beispielsweise 2-Äthylhexyl-Diphenyl-Phosphat, Phosphatesterhärter
(z. B. KRONITEX 3600 der Fa. FMC Corporation, USA) oder einem Gemisch aus Härtern.
Die Mischung bildet eine fließfähige Masse mit geeigneten rheologischen Eigenschaften,
so daß sich die Masse in die Form einer Scheibe bringen läßt. In diesem Sinne ist
jeder Härter und/oder organische Binder geeignet, der wirksam mit einem bestimmten
harten verschleißfesten Material verarbeitet werden kann.
[0017] In dem erfindungsgemäßen Verfahren werden vorzugsweise feinkörnige Teilchen verwendet,
die eine Maschenweite von 140/200 (ca. 110 bis 74 Mikrons) oder feiner haben.
[0018] Auf eine nach außen weisende Oberfläche der Scheibe wird dann ein Muster aufgebracht,
dessen Struktur eine Verbesserung der Imprägnierung des Eisens zur Folge hat. Die
Form des Musters auf der Scheibe kann jede Struktur einnehmen, die eine laterale Bewegung
der Scheibe auf einer Komponentenoberfläche während der Anwendung verhindert, d. h.
die Struktur soll Scherkräfte, die tangential an der Scheibenoberfläche angreifen,
abfangen. Beispielsweise ist gemäß einer Ausgestaltung auf die äußere Oberfläche der
Scheibe eine Waffelstruktur aufgebracht (Fig. 1).
[0019] Das Muster läßt sich durch geeignete Mittel abformen, indem beispielsweise ein Stempel
auf die Oberfläche der noch fließfähigen, plastischen dünnen Platte aufgedrückt wird,
der das gewünschte Muster aufweist.
[0020] Das gleiche Gemisch aus verschleißfestem Material, organischem Binder und Härter,
das für die Ausbildung der Scheibe verwendet wird, wird vorzugsweise auch für die
Ausbildung von Zapfen oder Ankern benutzt, die an der Scheibe befestigt werden. Die
Zapfen oder Anker können jede Form annehmen, die eine mechanische Halterung der Scheibe
an der Abgußoberfläche ermöglicht. Zwei Beispiele geeigneter Zapfen sind in Fig. 2
jeweils in Seitenansicht und in Aufsicht dargestellt. Andere Zapfenformen können beispielsweise
flache Karbidscheiben mit waffelförmigen Oberflächentexturen enthalten.
[0021] Diese Zapfen werden gesondert gegossen und dann beispielsweise in einem Ofen bei
ca 100°C getrocknet, so daß sich formbeständige feste Körper ausbilden. Sie werden
auf die Scheibe geklebt, und zwar auf die Seite der Scheibe, auf der sich das Muster
befindet, um die verschleißfeste Schicht zu bilden, wie es beispielsweise in Fig.
1 dargestellt ist.
[0022] Die Anzahl der Zapfen, die auf der Scheibe befestigt werden, wird so gewählt, daß
die Zapfen die Trennungskräfte, die an die Scheibenoberfläche angelegt werden könnten,
aufnehmen können, ohne daß sich die Scheibe löst. Beispielsweise sind in dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 vier Anker vorgesehen. Die Anzahl kann jedoch auch z. B. zwischen 1 und
8 variieren.
[0023] Die Zapfen können nach ihrem Trocknen an der Scheibe befestigt werden. Sie können
auch vor der Befestigung vorgesintert werden. In jedem Fall werden sie integrierte
Bestandteile der Scheibe, sobald diese zusammen mit den Zapfen fertig gesintert wird.
Die Scheibe wird dann bei niedrigen Temperaturen von beispielsweise 320 bis 340°C
erhitzt, um flüchtige Bestandteile der organischen Binder und Härter zu entfernen.
[0024] Dieses Sintern unabgebundener Scheiben erfolgt unter Bedingungen, unter denen die
Scheiben und Zapfen völlig kompakt werden. Derartige Sinterverfahren sind bekannt.
Beispielsweise kann das Sintern im Vakuum bei Temperaturen zwischen 1450 und 1475°C
über einen Zeitraum von 50 bis 75 Minuten erfolgen.
[0025] Da die Zusammensetzung der Zapfen bzw. Anker vorzugsweise mit der der zugehörigen
Scheibe übereinstimmt, ist die Scheibe mit den darauf befestigten Ankern nach dem
Abkühlen von der Sintertemperatur auf Raumtemperatur im wesentlichen spannungsfrei.
Damit sind nach dem Sintern die Zapfen integrale Bestandteile der zugehörigen Scheiben
(Fig. 3).
[0026] Auch wenn gemäß dem oben beschriebenen Verfahren zur Ausbildung der Scheiben und
Zapfen Binder und Härter verwendet werden, so lassen sich auch Verfahren anwenden,
bei denen diese Zusätze entfallen. Beispielsweise kann das Karbidpulver mit einem
geeigneten Anteil von metallischen Bindern unmittelbar zu einer Scheibe mit einem
flachen Zapfen innerhalb einer kalten Form gepreßt werden. Derartige Scheiben können
dann auf die gleiche Weise gesintert werden, wie sie oben beschrieben wurde, jedoch
mit der Ausnahme, daß nun weder Binder noch Härter durch Erwärmen auf niedrige Temperaturen
von ihren flüchtigen Bestandteilen befreit werden müssen.
[0027] Die gesinterte verschleißfeste Schicht oder Scheibe kann nun in bekannter Weise auf
einer geeigneten Gußformoberfläche, beispielsweise der eines Sandkerns befestigt werden.
Hierbei wird z. B. gemäß einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung ein Hochtemperaturklebstoff
verwendet. Die Schicht wird dann beispielsweise in einem Ofen auf 100°C erwärmt, so
daß die verdampfenden Bestandteile aus dem Klebstoff ausgetrieben werden und der Klebstoff
aushärtet.
[0028] Der Hochtemperaturklebstoff muß eine Fließtemperatur aufweisen, die höher ist als
die Gießtemperatur des Metalls. Es ist grundsätzlich jeder diesbezügliche Klebstoff
geeignet, jedoch wird ein anorganischer Hochtemperaturklebstoff besonders bevorzugt.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird bei der Verarbeitung duktilen
Eisens ein Binder bevorzugt, der einen Hochtemperaturkeramikklebstoff enthält, z.
B. ein Hochtemperaturbinder, der durch die Fa. Aremco Products, Inc., USA unter der
Warenbezeichnung Ceramabond 569 vertrieben wird und beispielsweise Oxide von Aluminium,
Silizium und Kalium in einer wässrigen kolloidalen Suspension enthält, die eine maximale
Gebrauchstemperatur von ungefähr 1650°C aufweist.
[0030] Bei dieser Temperatur dringt das flüssige Metall in die Poren der Schicht aus hartem
verschleißfestem Material ein. Dabei kann ein beliebiges der bekannten Gießverfahren,
beispielsweise Gießen unter Ausnützung der Schwerkraft, Preßdruckgießen, Vakuumgießen
oder dergleichen angewendet werden. Jedoch wird wegen dessen leichter Handhabbarkeit
das Gießen unter Ausnützung der Schwerkraft bevorzugt. In Fig. 3 ist beispielsweise
ein Kugelgraphitguß mit Wolframkarbidimprägnierung dargestellt.
[0031] Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur Erzeugung von Metallerzeugnissen angewendet
werden, die einen weiten Anwendungsbereich abdecken. Ferner läßt sich das Verfahren
bei einer Vielzahl von Metallen und deren Legierungen anwenden, da es bei Ausführung
des Verfahrens nicht erforderlich ist, daß das Metall metallurgisch mit der Schicht
aus verschleißfestem Material reagiert. Zur Befestigung genügt im wesentlichen die
mechanische Verankerung durch die Zapfen. Jedoch wurde in dem besonderen Fall von
Eisenguß eine zusätzliche metallurgische Reaktion festgestellt, durch die die Eisen-Karbid-Bindung
weiter verstärkt wird. Die Ausbildung dieser Reaktion kann durch Ausbildung eines
Waffelmusters auf der Scheibe verbessert werden.
[0032] Ferner können durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhebliche Verfahrenskosten
eingespart werden. Insbesondere kann die Oberflächenumwandlung schon während des Gießverfahrens
erfolgreich durchgeführt werden und erfordert weder ein nachträgliches Löten oder
Schweißen noch zusätzliche Gießeinrichtungen, wie sie beim Gießen mit einem sich auflösenden
Schaumstoffkern (EPC-Verfahren) assoziiert sein können. Insbesondere läßt sich das
erfindungsgemäße Verfahren ohne Schwierigkeiten bei bekannten Sandformgießverfahren
anwenden.
[0033] Zur näheren Beschreibung der vorliegenden Erfindung sowie weiterer Vorteile wird
im folgenden ein Ausführungsbeispiel angegeben.
Beispiel:
[0034] Feines Wolframkarbidpulver mit 14 bis 17 % Kobaltpulver als Metallbinder (Maschenweite
von 140/200 oder feiner) wird mit einem geeigneten organischen Binder, beispielsweise
einer 10 %-igen wässrigen Polyvinylalkohollösung, und einem geeigneten Härter (2-Äthylhexyl-Diphenyl-Phosphat
oder KRONITEX 3600 der Fa. FMC Corporation, USA) oder einem Gemisch aus Härtern gemischt,
um eine fließfähige Masse mit angemessenen rheologischen Eigenschaften auszubilden,
die sich zu Scheiben oder dünnen Platten abgießen oder ausrollen läßt. Auf die Scheibe
wird dann ein Muster mit Waffelstruktur, wie sie aus Fig. 1 hervorgeht, aufgeprägt.
Nach dem Trocknen und Abbinden der Scheibe wird diese fest.
[0035] Unter Benutzung des gleichen Gemisches aus Karbiden, Bindern und Härtern werden Zapfen
geeigneter Form (Fig. 2 ) gesondert gegossen und in einem Ofen bei 100°C getrocknet,
bis sie ebenfalls fest werden. Diese Zapfen werden auf die waffelförmige Seite der
Scheibe geklebt, solange diese noch plastisch ist, beispielsweise bevor der Binderharz
abgebunden hat. Eine entsprechende Anordnung zeigt Fig. 1. Die noch nicht abgebundene
Karbidscheibe wird dann im Vakuum 60 Minuten lang bei 1460°C gesintert, wobei die
Scheibe und die Zapfen sich zu einer kompakten Einheit miteinander verbinden (Fig.
3).
[0036] Die gesinterte Karbidscheibe wird dann mit dem Klebstoff Ceramabond 569 der Fa. Aremco
auf einem Sandkern befestigt. Sandkern und Karbidscheibe werden 60 bis 120 Minuten
lang in einem Ofen auf 100°C erwärmt, um die flüchtigen Bestandteile aus dem Binder
auszutreiben und diesen abzubinden. Dies kann auch bei Raumtemperatur erfolgen, erfordert
dann jedoch einen erheblich längeren Zeitraum. Nun wird daß Gießeisen mittels eines
üblichen Gießverfahrens um die Karbidscheibe gegossen, so daß bei der Metallerstarrung
die Karbidscheibe fest mit der Metalloberfläche verbunden ist.
1. Verfahren zum Imprägnieren von Metallerzeugnissen, die durch Gießen von flüssigem
Metall in Gießformen hergestellt werden, mit harten, verschleißfesten Oberflächenschichten,
dadurch gekennzeichnet, daß eine verschleißfeste Schicht in Form einer dünnen Scheibe
oder Platte hergestellt wird, auf deren einer Oberfläche wenigstens ein Zapfen oder
Anker anhaftet, und daß die Scheibe oder Platte vor dem Gießen des Metalls auf einer
Oberfläche der Gießform angeheftet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe auf wenigstens
einer Oberfläche eine Struktur, vorzugsweise ein Waffelmuster, aufweist, die eine
laterale Bewegung der Scheibe verhindert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe mehrere
integral anhaftende Zapfen aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die ungesinterten
Zapfen an der Scheibe befestigt werden und die Scheibe anschließend mit den Zapfen
gesintert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfen
angesintert und an der Scheibe befestigt werden und daß die Scheibe mit den Zapfen
fertig gesintert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform
einen Sandkern enthält, auf den die Platte oder Scheibe mit einem Hochtemperaturklebstoff,
vorzugsweise einem Hochtemperaturkeramikkleber, angeheftet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Metall
Eisen, insbesondere duktiles Eisen ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das harte,
verschleißfeste Material Wolframkarbid mit einem Metallbinder, vorzugsweise mit 14
bis 17 Gewichts-% Kobalt enthält.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe
aus einer Mischung aus einem Pulver verschleißfreien Materials, einem organischen
Binder und wenigstens einem Härter, vorzugsweise durch Abgießen hergestellt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Zapfen
aus der gleichen Mischung wie die Scheiben, vorzugsweise durch Abgießen hergestellt
werden.