[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Fördern einer Flüssigkeit,
wie Heizöl EL, von einem entfernt liegenden Vorratstank über eine Förderleitung mittels
Unterdruck zu einem Lagerbehälter, bei dem der Unterdruck durch eine am Ende der Förderleitung
angeordnete, mechanisch betreibbare Pumpe erzeugt wird.
[0002] Um z. B. Heizöl EL (EL = extra leicht) oder andere Flüssigkeiten von einem entfernt
liegenden Vorratstank zu fördern, besteht die Vorschrift, daß eine Förderung mittels
Unterdruck erfolgt. Hierdurch soll verhindert werden, daß durch ein Fördern mit Druck,
d. h. durch eine Pumpe, die direkt am Vorratstank angebracht ist, es zu Verunreinigungen
des Erdreiches kommt, wenn die Förderleitung undicht wird. Insbesondere bei Heizöl
besteht daher die Vorschrift, daß bei getrennt liegenden Vorratstank und Lagerbehälter
eine Unterdruck-Förderung vorgenommen wird. Die dabei verwendeten Pumpen sind beispielsweise
Zahnrad- oder Schraubenspindelpumpen an sich bekannter Bauart. Wird allerdings der
für die Förderung erforderliche Unterdruck kleiner als -0,4 bar, so beginnt beispielsweise
das Heizöl zu sieden, so daß zu sogenannten Ausgasungen kommen kann. Hierdurch wird
der Förderstrom unterbrochen, wobei insbesondere das gefürchtete Trockenlaufen der
Förderpumpen zu beobachten ist. Hierdurch werden die Förderpumpen relativ schnell
beschädigt, so daß ihre Leistung weiter absinkt und es zu Betriebsunterbrechungen
kommt. Ähnliches wird dann beobachtet, wenn die Förderleitung undicht wird.
[0003] Bekannt ist ein Verfahren und eine Vorrichtung der vorgenannten Art aus der DE-A
1-35 34 723. Bei dieser Vorrichtung wird die Flüssigkeit mit einem Unterdruck gefördert,
der durch eine von der Flüssigkeit betriebenen Strahlpumpe als Förderaggregat erzeugt
wird, wobei die Flüssigkeitsvorlage zum Betreiben der Strahlpumpe der Ölvorrat ist,
der sich im Lagerbehälter befindet.
[0004] Bei diesem Stand der Technik ist nachteilig, daß zum einen eine Strahlpumpe einen
geringen Wirkungsgrad hat und das Fördervolumen gegenüber der eigentlichen Nutzförderung
unverhältnismäßig groß ist. Außerdem entstehen große Mengen an Gas, die in den Lagerbehälter
eingetragen werden und zu Störungen führen können.
[0005] Es stellt sich demnach die Aufgabe, gegenüber dem Stand der Technik eine verbesserte
Betriebsweise unter Verwendung herkömmlicher, mechanisch zu betreibender Pumpen oder
Pumpengruppen anzugeben, bei dem trotzdem Betriebsstörungen der vorgenannten Art mit
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich ausgeschlossen werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst bei einem Verfahren der eingangs genannten Art, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß kurz vor Eintritt der Förderleitung in die Pumpe über eine
in die Förderleitung einmündende Hilfsleitung mit gegenüber der Förderleitung wesentlich
geringerem Förderquerschnitt Flüssigkeit derselben Art wie die der geförderten Flüssigkeit
in die (Haupt-)Förderleitung einspeisbar ist.
[0007] Vorzugsweise wird die in der Hilfsleitung geförderte Flüssigkeit aus dem Lagerbehälter
entnommen, dem auch die von der Pumpe geförderte Flüssigkeit zugeführt wird. Es sei
aber nicht ausgeschlossen, daß ein zusätzlicher Vorratsbehälter speziell für die Hilfsleitung
eingesetzt wird.
[0008] Die Hilfsleitung benötigt auch keine weitere zusätzliche Pumpe, da die vorgenannte
Pumpe die Förderung über die Hilfsleitung mit übernimmt. Wesentlich ist, daß das Verhältnis
der zuführbaren Mengen zwischen Haupt-Förderleitung und Hilfsleitung einstellbar ist.
Vorzugsweise sollte die über die Hilfsleitung zugeführte Menge zwischen 0,3 bis 10
% der durch die Haupt-Förderleitung zuführbaren Menge eingestellt werden.
[0009] Ein weiterer Vorteil ist, daß durch Vergleich der Druckverhältnisse und der in der
Zeit geförderten Mengen, was beispielsweise mit Hilfe von VakuumMetern und Durchflußmessern
geschehen kann, eine sehr einfache Überwachung des Fördersystems durchgeführt werden
kann. Durch einen Vergleich der geförderten Mengen und der in den Leitungen vorhandenen
Drücke läßt sich schon frühzeitig eine Betriebsstörung prognostizieren.
[0010] Kommt es zu den gefürchteten Förderunterbrechungen, so reicht der durch die Hilfsleitung
geförderte Flüssigkeitsstrom aus, die Selbstschmierung üblicher mechanischer Pumpen
aufrecht zu erhalten, so daß diese nicht zerstört werden. Üblicherweise kann der über
die Hilfsleitung zugeführte Ölstrom auch nicht unterbrochen werden, da er immer wieder
in den Lagertank zurückgeführt wird.
[0011] Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist gekennzeichnet durch eine Hilfsleitung,
die kurz vor Eintritt der Förderleitung in die Pumpe in die Förderleitung einmündet.
Die Hilfsleitung ist mit einem Vorratsbehälter der geförderten Flüssigkeit im Bereich
des Lagerbehälters verbunden, so daß das von der Pumpe erzeugte Vakuum, auch bei Absinken
des Unterdruckes in der Hauptleitung, ausreicht, den Förderstrom durch die Hilfsleitung
aufrecht zu erhalten.
[0012] Vorzugsweise wird vor der Mündung der Hilfsleitung in diese eine Mengenregulierungsschieber
oder ein ähnlicher Mengenregulator eingebaut.
[0013] Um auf jeden Fall sicher zu sein, daß in die Hilfsleitung kein Gas eintritt, wird
vorgeschlagen, vor das Aufnahmeende der Hilfsleitung eine über die Füllstandshöhe
reichende vertikale flüssigkeitsdurchlässige Ausperlwand in den Lagerbehälter einzubauen.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
[0015] Verfahren und Vorrichtung bedienen sich dabei an sich bekannter, bewährter Aggregate,
so daß auf deren Beschreibung nicht im einzelnen eingegangen werden muß.
[0016] Von einem entfernt liegenden Vorratstank 12 wird über eine längere, beispielsweise
100 m lange Förderleitung 7 Heizöl gefördert. Die Förderleitung kann beispielsweise
im Erdreich verlegt sein. Über die Förderleitung 7, die über ein Vakuum-Meter 8 überwacht
wird, gelangt das Heizöl in eine Pumpe 11, die mechanisch angetrieben ist. Bei der
Pumpe handelt es sich beispielsweise um eine Zahnrad-oder Schraubenspindelpumpe an
sich bekannter Art. Es kann auch eine sogenannte Pumpengruppe sein, wie dies an sich
in der Fördertechnik bekannt ist. Anstelle von Heizöl kann beispielsweise auch Abwasser,
Lösung oder dergleichen gefördert werden. Vor Eintritt in die Pumpe 11 ist die Förderleitung
7 mittels eines Durchflußmessers 16 in Bezug auf die Durchflußmenge überwachbar.
[0017] Die von der Pumpe 11 geförderte Flüssigkeit gelangt über die Einlaufleitung 6 in
einen Lagerbehälter 1. Aus dem Lagerbehälter 1 kann sie mit Hilfe einer Entnahmeleitung
3 je nach Bedarf für einen Ölbrenner (nicht dargestellt) entnommen werden. Der Dauerfüllstand
des Lagerbehälters 1 wird mit Hilfe eines Schwimmerschalters 5 überwacht. Bei Absinken
des Flüssigkeitsniveaus unter den Dauerfüllstand schaltet der Schwimmerschalter 5
die Pumpe 11 ein, die dann erneut zu fördern beginnt und gestoppt wird, wenn der Schwimmerschalter
eine Höchstposition (gestrichelt dargestellt) erreicht hat.
[0018] Wesentlicher Bestandteil der Erfindung ist eine Hilfsleitung 14, die mit ihrem freien
Ende 24 unterhalb des Dauerfüllstand-Niveaus im Lagerbehälter 1 endet und dazu geeignet
ist, eine gewisse Flüssigkeitsmenge dem Lagerbehälter zu entnehmen. Die Hilfsleitung
14 mündet bei 15 in die (Haupt- )Förderleitung 7, und zwar unmittelbar vor Eintritt
der Förderleitung 7 in die Pumpe 11. Es handelt sich um eine einfache T-Verbindung,
ohne spezielle Düsenkonfiguration oder dergleichen. In die Leitung 14 ist vor Eintritt
in die Mündung 15 noch ein Filter 10 und ein Mengenregulierungsschieber 9 eingebaut.
Fern er ist hinter den Regulierungsschieber 9 noch ein Durchflußmesser 17 eingebaut.
[0019] Das Verhältnis der Querschnitte zwischen den beiden Leitungen 7 und 14 ist so bemessen,
daß die über die Hilfsleitung zugeführte Menge etwa das 0,003 bis 0,1-fache der durch
die Hauptleitung 7 geförderten Menge beträgt, mit anderen Worten, sie ist um wenigstens
eine Größenordnung niedriger als die der Hauptleitung. Vorzugsweise beträgt das Verhältnis
etwa 2 : 100 bis 3 : 100. Diese Werte haben sich für die Förderung von Heizöl EL als
ausreichend erwiesen. Es sei nicht ausgeschlossen, daß bei Wechsel der Flüssigkeitsart
auch andere Verhältnisse sinnvoll sein können. Führt ein zu hoher Unterdruck, beispielsweise
unterhalb vom 0,4 bar, zu einer Ausgasung, so wird der Förderstrom durch die Hauptleitung
unterbrochen, obwohl ein ausreichender Unterdruck vorhanden ist. In diesem Falle saugt
die Pumpe eine ausreichende Menge der zur Selbstschmierung erforderlichen Flüssigkeit
über die Hilfsleitung an, so daß die Schmierung nicht unterbrochen wird und auch der
Unterdruck aufrecht erhalten bleibt. Sobald die Gasblasen durch den Pumpe gewandert
sind, wird die Förderung über die Förderleitung 7 wieder aufgenommen. Eine Schaumbildung
im Bereich der Pumpenflügel-Wand-Übergänge wird daher eindeutig vermieden. Versuche
haben gezeigt, daß ein permanenter, der Pumpenleistung angepaßter Film im Bereich
der beweglichen Kanten innerhalb der Pumpe bestehen bleibt, so daß die Pumpenleistung
niemals zusammenbricht.
[0020] Ein weiterer Vorteil ist, daß über einen Vergleichsrechner 19 die Werte für Vakuum
über die Vakuum-Meter 8 in der Förderleitung 7 und Vakuum-Meter 18 in der Hilfsleitung
14 und durch die entsprechenden Durchflußmesser 16 und 17 ein ständiger Wertevergleich
vorgenommen werden kann. Bei Auftreten kleinster Undichtigkeiten in der Förderleitung
7 kommt es beispielsweise zu einem Rückgang der Förderleistung beim gleichem Vakuum.
Dies wird durch Vergleich der Durchflußleistung schon sehr frühzeitig ermittelt, so
daß Gegenmaßnahmen und Überwachungen frühzeitig eingeleitet werden können. Insofern
bietet die Hilfsleitung 14 eine Möglichkeit, dort für die Förderung relevante Parameter
abzunehmen.
[0021] Abweichend von der vorliegend beschriebenen Ausführungsform sei darauf hingewiesen,
daß der Übergang von Hilfsleitung in Haupt-Förderleitung 7 auch anders gestaltet werden
kann, beispielsweise durch schräg geführte Einläufe. Es sei auch nicht ausgeschlossen,
daß eine Zuführung innerhalb des Pumpengehäuses in die Hauptförderleitung erfolgt.
Anstelle der Entnahme aus dem Lagerbehälter 1 kann auch ein separater Lagerbehälter
mit Flüssigkeit in Vorrat gehalten werden, beispielsweise speziell gereinigter Flüssigkeit,
um bei Betriebsunterbrechung keine Verschmutzungen in die Pumpe einzutragen. Es sei
auch die Möglichkeit genannt, in die Hilfsleitung 14 eine weitere kleine Hilfspumpe
einzubauen, wenn dies z. B. aus Sicherheitsgründen erforderlich erscheint.
[0022] Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß in den Lagerbehälter 1 zwischen dem Ende
der von der Pumpe 11 kommenden Einlaßleitung 6 und dem Aufnahmeende 24 der Hilfsleitung
14 eine über die Füllstandshöhe reichende vertikale flüssigkeitsdurchlässige Ausperlwand
2 angeordnet ist, die verhindert, daß eingetragene Gasperlen bis zum Aufnahmeende
der Hilfsleitung gelangen können.
1. Verfahren zum Fördern einer Flüssigkeit, wie Heizöl EL, von einem entfernt liegenden
Vorratstank (12) über eine Förderleitung (7) mittels Unterdruck zu einem Lagerbehälter
(1), bei dem der Unterdruck durch eine am Ende der Förderleitung angeordnete, mechanisch
betreibbare Pumpe (11) erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß kurz vor Eintritt
der Förderleitung (7) in die Pumpe (11) über eine in die Förderleitung einmündende
(bei 15) Hilfsleitung (14) mit gegenüber der Förderleitung (7) wesentlich geringerem
Förderquerschnitt Flüssigkeit derselben Art wie die der geförderten Flüssigkeit in
die (Haupt-) Förderleitung (7) einspeisbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsleitung (14) frei
im Lagerbehälter (1) unterhalb von dessen Mindestfüllstand endet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die über die Hilfsleitung
(14) zuführbare Flüssigkeitsmenge regulierbar ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die über die Hilfsleitung (14) zugeführte Flüssigkeitsmenge auf eine Menge von
0,3 bis 10 % der durch die (Haupt-) Förderleitung zuführbaren Flüssigkeitsmenge eingestellt
wird.
5. Vorrichtung zum Fördern einer Flüssigkeit, wie Heizöl EL, von einem entfernt liegenden
Vorratstank (12) über eine Förderleitung (7) mittels Unterdruck zu einem Lagerbehälter
(1), mit einer am Ende der Förderleitung angeordneten, mechanisch betreibbaren Pumpe
(11), dadurch gekennzeichnet, daß kurz vor Eintritt der Förderleitung in die Pumpe
eine Hilfsleitung (14) in die Förderleitung einmündet, die einen gegenüber dem der
Förderleitung (7) wesentlich geringeren Förderquerschnitt besitzt, und dadurch, daß
die Hilfsleitung (14) mit einem Vorratsbehälter (Lagerbehälter 1) der geförderten
Flüssigkeit im Bereich des Lagerbehälters verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsleitung mit einem
offenen Ende in den Lagerbehälter (1) hineinragt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die Hilfsleitung
(14) vor der Mündung in die Förderleitung (7) ein Mengenregulierungsschieber (9) eingebaut
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Mengenverhältnis
der bei gleichem Druck geförderten Flüssigkeitsmenge bei (Haupt-)Förderleitung (7)
und Hilfsleitung (14) sich wie 100 : 0,3 bis 100 : 10, vorzugsweise 100 : 1 bis 100
: 3, verhält.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Pumpe (11) eine Zahnrad- oder Schraubenspindelpumpe ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Lagerbehälter (1) zwischen dem Ende einer von der Pumpe kommenden Einlaßleitung
(6) und dem Aufnahmeende (24) der Hilfsleitung (14) eine über die Füllstandshöhe reichende
vertikale flüssigkeitsdurchlässige Ausperlwand (6) angeordnet ist.