[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Färben von Textilmaterialien
aus natürlichen und synthetischen Polyamidfasern, wobei man während einer kurzen und
damit faserschonenden Färbezeit bei Kochtemperatur des Färbebades färbt und egale
Färbungen mit guten Echtheiten erhöht (Hochtemperatur-Schnellfärbeverfahren).
[0002] Übliche Färbeverfahren für die genannten Textilmaterialien benötigten Färbezeiten,
die beispielsweise im Bereich von 30 bis 90 Minuten liegen. Es ist bekannt, dass insbesondere
Wollfasern während solch langer Färbezeiten geschädigt werden können, was zu Qualitätseinbussen
bei gefärbten Material führt. Ausserdem ist der Ausziehgrad der Färbeflotten nicht
vollständig.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Färbeverfahren für das Färben
von Textilmaterialien aus natürlichen und synthetischen Polyamidfasern bereitzustellen,
das die Nachteile der bekannten Färbeverfahren nicht aufweist.
[0004] Es wurde nun gefunden, dass man die gestellte Aufgabe überraschend gut durch die
Verwendung spezieller Hilfsmittel in den Färbebädern lösen kann.
[0005] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zum Färben von Textilmaterialien
aus natürlichen oder synthetischen Polyamidfasern in wässrigen Färbebädern, die mindestens
ein Tensid, insbesondere aus der Gruppe der Alkohol-Polyalkylenglykoläther oder mit
Endgruppen blockierten Alkohol-Polyalkylenglykoläther, sowie gegebenenfalls weitere
Hilfsmittel enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass man
(a) die Textilmaterialien in wässrige Färbebäder, die neben dem Farbstoff mindestens
ein Tensid sowie gegebenenfalls weitere Hilfsmittel und Säuren enthalten, einbringt
und diese Färbebäder auf Kochtemperatur aufheizt,
(b) das Textilmaterial kurzzeitig bei dieser Temperatur färbt,
(c) die an Farbstoff erschöpften Bäder auf Temperaturen von 50 bis 90°C abkühlt und
(d) das gefärbte Textilmaterial dann aus den Färbebädern entfernt und fertigstellt.
[0006] Als geeignete Tenside werden vorteilhafterweise die Komponenten (I) der allgemeinen
Formel

worin
R ein aliphatischer Rest von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen,


ist, worin Z eine direkte Bindung oder (R1- O)r und r eine Zahl von 1 bis 80 ist,
R1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen,
WWasserstoff, C1-C4Alkyl gegebenenfalls substituiert mit einem oder mehreren Substituenten aus der Gruppe
Carboxy, Hydroxy, Isocyanato, Phenyl, Benzyloxymethylen und Phenethyloxymethylen;
Carboxy oder ein Rest - CONH - R2 ist, worin R2Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist, wobei wenn U ein quaternäres Stickstoffatom
enthält, W Sulfat, CH3SO4 oder ein Halogenanion, vorzugsweise Cl- ist und
m eine Zahl von 1 bis 80 ist und
(R1-O)m für m gleiche oder verschiedene Reste (R1-O) steht,
oder (11) der allaemeinen Formel

worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen;
U1 eine direkte Bindung oder ein Rest CO - NH - (CH2)1-3 ;
R30, R31 und R32 voneinander unabhängig C1-C4Alkyl das gegebenenfalls mit Hydroxy substituiert ist und P COO oder SO3 ist,
oder (III) der allgemeinen Formel

worin R, U1, R30, R32 die für die Formel (2) angegebene Bedeutung haben und Pi COOM oder SO3M ist, wobei M Wasserstoff, Alkalimetal oder Ammonium bedeutet,
oder (IV) der allgemeinen Formel

worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen,
die Summe k + k' = 4, wobei k = 1, 2 oder 3 und
m eine Zahl von 1 bis 80 ist,
verwendet.
[0007] Weitere Gegenstände der Erfindung betreffen die Färbereihilfsmittel zur Durchführung
des Verfahrens und die erfindungsgemäss gefärbten Textilmaterialien.
[0008] Bei den Verbindungen der Komponente (I) handelt es sich insbesondere um Fettalkohol-Polyalkylenglykoläther
der Formel

worin R ein aliphatischer Rest von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, insbesondere 6 bis
24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und m eine Zahl von 1 bis 80, vorzugsweise
2 bis 50 ist und (R
1-O)
m für m gleiche oder verschiedene Reste (R
1-0) steht.
[0009] Der Substituent R stellt vorteilhafterweise den Kohlenwasserstoffrest eines gesättigten
oder ungesättigten aliphatischen Monoalkohols mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen dar.
Der Kohlenwasserstoffrest kann geradkettig oder verzweigt sein. Vorzugsweise bedeutet
R Alkyl oder Alkenyl mit 8 bis 22 und insbesondere mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen.
[0010] Als aliphatisch gesättigte Alkohole können natürliche Alkohole, wie z.B. Hexylalkohol,
Octylalkohol, Laurylalkohol, Myristylalkohol, Cetylalkohol, Stearylalkohol, Arachidylalkohol
oder Behenylalkohol, sowie synthetische Alkohole, z.B. Oxo-Alkohole wie insbesondere
2-Ethylbutanol, 2-Methylpentanol, 5-Methylheptan-3-ol, 2-Ethyl-hexanol, 1,1,3,3-Tetramethylbutanol,
Octan-2-ol, Isononylalkohol, Trimethylhexanol, Trimethylnonylalkohol, Decanol, C
9-C
11-Oxoalkohol, Tridecylalkohol, Isotridecanol oder lineare primäre Alkohole (Alfole)
mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen in Betracht kommen. Einige Vertreter der Alfole sind
Alfol (8-10), Alfol (9-11), Alfol (10-14), Alfol (12-13) oder Alfol (16-18), ("Alfol"
ist ein eingetragenes Warenzeichen).
[0011] Ungesättigte aliphatische Monoalkohole sind beispielsweise Dodecenylalkohol, Hexadecenylalkohol
oder Oleylalkohol.
[0012] Die Alkoholreste können einzeln oder in Form von Gemischen von zwei oder mehreren
Komponenten vorhanden sein, wie z.B. Mischungen von Alkyl- und/oder Alkenylgruppen,
die sich z.B. von den entsprechenden Fettsäuren ableiten.
[0013] -OR
1O-leitet sich von 1,2- oder 1,3-Propylenglykol, 1,4-Butylenglykol und vorzugsweise
Ethylenglykol ab. m ist vorzugsweise eine Zahl von 2 bis 50 und besonders bevorzugt
von 4 bis 20.
[0014] Die Verbindungen der Formel (1a) sind beispielsweise aus der EP-A-312493 bekannt.
[0015] Bei den Verbindungen der Komponente (I) handelt es sich weiterhin insbesondere um
Verbindungen der Formel

worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, insbesondere 6 bis
24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, X
1 Wasserstoff oder Phenyl, X
2 Wasserstoff oder Phenyl, wobei X
1 und X
2 voneinander verschieden sind und m
1 eine Zahl von 2 bis 80, vorzugsweise von 4 bis 50 ist, oder um Verbindungen der Formel

worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, insbesondere 6 bis
24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, einer der Reste Y
1 oder Y
2 Benzyloxymethylen oder Phenethyloxymethylen und der andere Wasserstoff, und m
1 eine Zahl von 2 bis 80, vorzugsweise von 4 bis 50 ist, oder um Verbindungen der Formel

worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, insbesondere 6 bis
24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, R
2 Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen, insbesondere 3 bis 5 und n eine Zahl von 2 bis
60, vorzugsweise von 4 bis 20 ist.
[0016] In den Verbindungen der Formeln (1 b) bis (1d) sind die bevorzugten Bedeutungen für
R und -OR
1O- die gleichen wie sie für die Verbindungen der Formel (1a) angegeben sind.
[0017] Die Verbindungen der Formeln (1 b) und (1c) sind aus EP-A-378048 und EP-A-406168
bekannt.
[0018] Bevorzugte Verbindungen der Formel (1d) sind beispielsweise die Umsetzungsprodukte
aus den Anlagerungsprodukten von vorzugsweise 2 bis 60 Mol Alkylenoxiden, insbesondere
Ethylenoxid, und höheren ungesättigten oder gesättigten C
8-C
18Fettalkoholen mit C
1-C
5Alkylisocyanaten.
[0019] Von ganz besonderem Interesse sind die Verbindungen der Formel

worin
R3 Cg bis C14-Alkyl,
R4 Wasserstoff oder ein Niederalkylisocyanatrest,
einer der Reste Y3 oder Y4 Methyl und der andere Wasserstoff,
m2 eine ganze Zahl von 0 bis 8 und
n2 eine ganze Zahl von 4 bis 10 bedeuten.
[0020] Von ganz besonderem Interesse sind dabei die Verbindungen der Formel (1e), in denen
R
4 einen Niederalkylisocyanatrest und m
2 = 0 bedeutet.
[0021] Ganz besonders bevorzugt sind dabei Verbindungen, bei denen der Niederalkylisocyanatrest
der n-Butylisocyanat- oder Isopropylisocyanatrest ist.
[0022] Die niederalkylisocyanat-endgruppenverschlossenen nichtionogenen Tenside der Formel
(1e) werden hergestellt indem man die Alkylpolyalkylenglykolether unter Verwendung
eines Katalysators oder Katalysatorgemisches mit Niederalkylisocyanat umsetzt.
[0023] Ebenfalls von qanz besonderem Interesse sind die Verbindunqen der Formel

worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, W
1 ein aliphatischer Rest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, n eine Zahl von 2 bis 60, vorzugsweise
von 4 bis 20 ist und (R
1- O)
n für n gleiche oder verschiedene Reste (R
1- O) steht.
[0024] Bei der Verbindungen der Komponente (I) handelt es sich weiterhin insbesondere um
Verbindungen der Formel

[0025] worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und n
1 eine Zahl von 2 bis 20 ist.
[0026] Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Komponente (I) der allaemeinen Formel

[0027] worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, W
2 Wasserstoff oder der Rest OC-R und n
6 eine Zahl von 6 bis 30 ist.
[0028] In den Verbindungen der Formeln (1e) bis (1 h) sind die bevorzugten Bedeutungen für
R und -O-R
1-O- die gleichen wie sie für die Verbindungen der Formel (1a) angegeben sind.
[0029] Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Komponente (I) der allgemeinen Formel

worin R'ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, Z eine direkte Bindung
oder (R
1-O)
r1 , R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, n
5 eine Zahl von 4 bis 20 und r
1 eine Zahl von 4 bis 20 ist.
[0030] Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Komponente (I) der allgemeinen Formel

worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 2 bis 21 ist.
[0031] Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Komponente (I) der allgemeinen Formel

worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 2 bis 21 ist und X ein Anion aus der Gruppe Halogenide, Sulfate oder Alkylsulfate
ist.
[0032] Ebenfalls bevorzugt werden Verbindungen der Komponente (I) der allgemeinen Formel

worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20, p
1 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 + p
1 3 bis 22 und t eine Zahl von 2 bis 4 ist.
[0033] In den Verbindungen der Formeln (1 i) bis (11) sind die bevorzugten Bedeutungen für
R' und -O-R
1-O- die gleichen wie sie für R und -O-R
1-O- in der Formel (1a) angegeben sind.
[0034] Das erfindungsgemässe Färbeverfahren wird in Färbebäderdurchgeführt, die neben mindestens
einer der Komponenten (I) bis (IV) und den Farbstoff gegebenenfalls weitere übliche
Hilfsmittel enthalten, wie z.B. Egalisiermittel, Entschäumer, weitere Netzmittel,
Lösungsmittel und/oder Emulgatoren; ferner anorganische Salze, insbesondere Ammonium-
oder Alkalimetallsalze, wie z.B. Ammoniumsulfat, Ammonium- oder Natriumacetat oder
vorzugsweise Natriumsulfat enthalten. Vorzugsweise werden 0,1 bis 10 Gew.-% Ammonium-
oder Alkalisulfat, bezogen auf das Fasermaterial verwendet. Geeignete Säuren, die
in den Färbebädern verwendet werden, sind beispielsweise Mineralsäuren, wie Schwefel-
oder Phosphorsäure, ferner organische Säuren, zweckmässig niedermolekulare organische
Säuren, insbesondere aliphatische Carbonsäuren, wie Ameisen-, Essig-oder Oxalsäure.
Die Säuren dienen vor allem zur Eistellung des pH-Wertes der Färbebäder, der in der
Regel im Bereich von 4 bis 6,5 liegt, wobei bei Wollfärbungen ein pH-Wert von etwa
4,2 bis 4,7 und beim Färben von Polyamidfasern ein solcher von 5 bis 6,5, insbesondere
5,5 bis 6,0 geeignet ist.
[0035] Üblicherweise werden in den erfindungsgemäss verwendeten Färbebädern zusätzlich Egalisiermittel,
z.B. Verbindungen auf Fettaminbasis wie sie in den nachfolgenden Formeln (6) bis (8)
angegeben sind, verwendet, wobei Gemische aus einer anionischen Verbindung der Formel

worin R
5 einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 12 bis 22 Kohlenstoffatomen, M Wasserstoff, Alkalimetall
oder Ammonium, L
1 Wasserstoff oder ein Rest SO
3M und m
4 und n
4 ganze Zahlen bedeuten, wobei die Summe von m
4 und n
4 2 bis 14 ist, einer quaternären Verbindung der Formel

worin R" unabhängig von R
5 die für R
5 angegebene Bedeutung hat, A ein Anion, Q einen gegebenenfalls substituierten Alkylrest
und p und q ganze Zahlen bedeuten, wobei die Summe von p und q 20 bis 50 ist, und
einer nichtionogenen Verbindung der Formel

worin R" unabhängig von R
5 die für R
5 angegebene Bedeutung hat und x und y ganze Zahlen bedeuten, wobei die Summe von x
und y 80 bis 140 ist, besonders bevorzugt sind. Dieses Egalisiermittel ist z.B. aus
der EP-A-89004 bekannt.
[0036] Das genannte Egalisiermittelgemisch kann mit mindestens einerder Komponenten (I)
bis (IV), d.h. mit mindestens einer der Verbindungen der Formeln (1a) bis (1d) gemischt
werden und bildet dann ein für das erfindungsgemässe Färbeverfahren geeignetes Färbereihilfsmittel,
das einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung darstellt.
[0037] Diese erfindungsgemässen Färbereihilfsmittel bestehen also vorzugsweise aus dem Gemisch
der Verbindungen der Formeln (6), (7) und (8) (nachfolgend M
1 genannt) kombiniert mit mindestens einer Verbindung, vorzugsweie 2 Verbindungen der
Formeln (1a) bis(1d) (nachfolgend M
2 genannt).
[0038] Im Gemisch M
1 können die Mengenverhältnisse der einzelnen Komponenten etwa 5 bis 70 Teile der Verbindung
der Formel (6), 15 bis 60 Teile der Verbindung der Formel (7) und 5 bis 60 Teile der
Verbindung der Formel (8), bezogen auf 100 Teile M
1 betragen.
[0039] Werden in M
2 zwei Verbindungen verwendet, so liegen die Gewichtsverhältnisse im Bereich von 20:80
bis 80:20. Bevorzugt enthält M
2 die Verbindungen der Formeln (1a) und (1b), (1a) und (1c) oder (1a) und (1d).
[0040] Das erfindungsgemässe Färbereihilfsmittelgemisch aus M
1 und M
Z enthält diese beiden Komponenten im Gewichtsverhältnis von (0.1-1):1. Diese Gemische
liegen als wässrige oderwässrig-organische Zubereitungen, insbesondere Lösungen (geeignete
Lösungsmittel sind beispielsweise Glykole und Glykoläther, wie Butyltriglykol) mit
einem Aktivsubstanzgehalt von 25 bis 70 Gewichtsprozent vor.
[0041] Die Einsatzmengen dieser wässrigen beziehungsweise wässrig/organischen Zubereitungen
liegen im Bereich von 0,3 bis 3 Gewichtsprozent, vorzugsweise 0,5 bis 2 Gewichtsprozent,
bezogen auf das zu färbende Fasermaterial.
[0042] Die verwendbaren anionischen Farbstoffe können den verschiedensten Farbstoffklassen
angehören und gegebenenfalls eine oder mehrere Sulfonsäuregruppen und gegenbenenfalls
eine oder mehrere faserreaktive Gruppen enthalten. Insbesondere handelt es sich um
Triphenylmethanfarbstoffe mit mindestens zwei Sulfonsäuregruppen, schwermetallfreie
Monoazo- und Disazofarbstoffe mit je einer oder mehreren Sulfonsäuregruppen und gegebenenfalls
einer oder mehreren faserreaktiven Gruppen und schwermetallhaltige, namentlich kupfer-,
chrom-, nickel- oder kobalthaltige Monoazo-, Disazo-, Azomethin- und Formazanfarbstoffe,
insbesondere metallisierte Farbstoffe, die an ein Metallatom zwei Moleküle Azofarbstoff
oder ein Molekül Azofarbstoff und ein Molekül Azomethinfarbstoff gebunden enthalten,
vor allem solche, die als Liganden Mono- und/oder Disazofarbstoffe und/oder Azomethinfarbstoffe
und als zentrales Metallion ein Chrom- oder Kobaltion enthalten, wie auch Anthrachinonfarbstoffe,
insbesondere 1-Amino-4-alkylamino-anthrachinon-2-sulfonsäuren beziehungsweise 1,4-Diarylamino-
oder 1-Cycloalkylamino-4-arylaminoanthrachinonsulfonsäuren. Unter faserreaktiven Gruppen
sind solche Gruppen zu verstehen, die mit dem zu färbenden Polyamidmaterial eine kovalente
Bindung eingehen.
[0043] Farbstoffe, die eine oder mehrere faserreaktive Gruppen enthalten, werden in dem
erfindungsgemässen Verfahren vorzugsweise in Kombination mit nicht-faserreaktiven
Farbstoffen verwendet.
[0044] Die Mengen, in denen die Farbstoffe in den Färbebädern verwendet werden, können je
nach der gewünschten Farbtiefe in weiten Grenzen schwanken, im allgemeinen haben sich
Mengen von 0,001 bis 10 Gewichtsprozent, bezogen auf das Färbegut, eines oder mehrerer
Farbstoffe als vorteilhaft erwiesen.
[0045] Als anionische Farbstoffe kommen insbesondere solche der folgenden Farbstoffklassen
in Betracht:
(a) Triphenylmethanfarbstoffe mit mindestens zwei Sulfonsäuregruppen der Formel

worin R1' und R2' unabhängig voneinander C1-4-Alkyl,
R3' und R4' unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und R5'C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Wasserstoff ist;
(b) Mono- und Disazofarbstoffe der Formeln

worin R6 eine über die -NH-Gruppe gebundene faserreaktive Gruppe, Benzoylamino, Phenoxy, Chlorphenoxy
oder Methylphenoxy,
R7 Wasserstoff, Benzoyl, Dichlorphenoxy, Phenyl, C1-4-Alkyl, Phenylsulfonyl, Methylphenylsulfonyl oder eine gegebenenfalls über Aminobenzoyl
gebundene faserreaktive Gruppe und die Substituenten R8 unabhängig voneinander Wasserstoff oder einen Phenylamino- oder N-Phenyl-N-methyl-amino-sulfonylrest,
a = 0 oder 1 und b = 0, 1 oder 2 bedeuten;

worin Rg eine faserreaktive Gruppe ist und der Phenylring B durch Halogen, C
1-4-Alkyl und Sulfo substituiert sein kann;

worin R
6 die unter Formel (10) angegebene Bedeutung hat;

worin c = 0 oder 1 ist;
(c) 1:2-Metallkomplexfarbstoffe, wie die 1:2-Chromkomplexfarbstoffe der Azo- und Azomethinfarbstoffe
der Formel

worin R10 Wasserstoff, Sulfo oder Phenylazo und R11 Wasserstoff oder Nitro ist, und der Phenylring B die unter Formel (11) angegebenen
Substituenten enthalten kann;
(d) 1:2-Metallkomplexfarbstoffe, wie die symmetrischen 1:2-Chromkomplexfarbstoffe
der Azofarbstoffe der Formeln

worin der Phenylring B die unter Formel (11) angegebenen Substituenten enthalten kann
und R12 und R13 unabhängig voneinander Wasserstoff, Nitro, Sulfo, Halogen, C1-4-Alkylsulfonyl, C1-4-Alkylaminosulfonyl und -SO2NH2 bedeuten und d = 0 oder 1 ist;

worin R14 Wasserstoff, C1-4-Alkoxy-carbonylamino, Benzoylamino, C1-4-Alkylsulfonylamino, Phenylsulfonylamino, Methylphenylsulfonylamino oder Halogen,
R15 Wasserstoff oder Halogen und R16 C1-4-Alkylsulfonyl, C1-4-Alkylaminosulfonyl, Phenylazo, Sulfo oder -SO2N2 ist, wobei die Hydroxygruppe im Benzring D in o-Stellung zur Azobrücke an den Benzring
D gebunden ist, und der Benzring E einen in 5- und 6-Stellung ankondensierten Nitrobenzolring
enthalten kann; die symmetrischen 1:2-Kobaltkomplexe der Azofarbstoffe der Formeln

worin R17 die -OH oder NH2 Gruppe, R18 Wasserstoff oder C1-4-Akylaminosulfonyl und R19 Nitro oder C1-4-Alkoxy-C1-4-alkylenaminosulfonyl ist;

worin G -COOH oder -SO3H bedeutet; die unsymmetrischen 1:2-Metallkomplexfarbstoffe, wie die 1:2-Chromkomplexfarbstoffe
derAzofarbstoffe der Formeln

worin ein Substituent R20 Wasserstoff und der andere Sulfo ist;

worin R11 die unter Formel (14) und R15 die unter Formel (16) angegebene Bedeutung haben und die Phenylringe B unabhänig
voneinander, die unter Formel (11) angegebenen Substituenten enthalten können, und
der Phenylring Leinen in 2- und 3-Stellung ankondensierten Benzolring oder anstelle
der Sulfogruppe einen in 2- und 3-Stellung ankondensierten Sulfobenzolring enthalten
kann;


worin der Phenylring B in den Formeln (21), (22) und (24) die unter Formel (11) angegebenen
Substituenten enthalten kann, R11 die unter Formel (19) angegebene Bedeutung hat, R21 Wasserstoff, Methoxycarbonylamino oder Acetylamino ist und R16 die unter Formel (16) angegebenen Bedeutung hat; 1:2-Chromkomplexfarbstoffe der Azofarbstoffe
der Formeln (15) und (16); 1:2-Chrom-Mischkomplexe der Azofarbstoffe der Formeln (15)
und (16); (e) Anthrachinonfarbstoffe der Formeln

worin T Wasserstoff oder C1-4-Alkyl, e = 0 oder 1 ist, und R9 die unter Formel (11) angegebene Bedeutung hat, R22 unabhängig voneinander Wasserstoff oder C1-4-Alkyl und R23 Wasserstoff oder Sulfo bedeutet;

worin die Substituenten R24 unabhängig voneinander Cyclohexyl und den Diphenylätherrest, der durch Sulfo und
den Rest -CH2NH-Rg substituiert sein kann, bedeuten, wobei Rg die unter Formel (11) angegebene
Bedeutung hat; und

worin Rg die unter Formel (11) und R22 die unter Formel (25) angegebenen Bedeutungen haben und R25 C4-8-Alkyl ist.
[0046] Geeignete Faserreaktivgruppen in den angegebenen Formeln sind z.B. solche der aliphatischen
Reihe, wie Acryloyl, Mono-, Di- oder Trichlor- beziehungsweise Mono-, Di- oder Tribromacryloyl
oder -methacryloyl, wie -CO-CH=CH-CI, -CO-CCI=CH
2, -CO-CH=CHBr, -COCBr=CH
2, -CO-CBr=CHBr, -CO-CCI=CH-CH
3, ferner -CO-CCI=CH-COOH, -CO-CH=CCI-COOH, 4-Chlorpropionyl, 3-Phenylsulfonylpropionyl,
3-Methylsulfonylpropionyl, β-Sulfatoäthylaminosulfonyl, Vinylsulfonyl, β-Chloräthylsulfonyl,
β-Sulfatoäthylsulfonyl, β-Methylsulfonyläthylsulfonyl, β-Phenylsulfonyläthylsulfonyl,
2-Fluor-2-Chlor-3,3-difluorcyclobutan-1-carbonyl, 2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutan-carbonyl-1
oder sulfonyl-1,ß-(2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutyl-1)-acryloyl, a- oder β-Alkyl-oder
-Arylsulfonyl-acryloyl, wie a- oder β-Methylsulfonylacryloyl.
[0047] Besonders für Wolle geeignete Reaktivreste sind: Chloracetyl, Bromacetyl, a,ß-Dichlor-
oder a,ß-Dibrompropionyl, a-Chlor- oder a-Bromacryloyl, 2,4-Difluor-5-chlorpyrimidyl-6,
2,4,6-Tr!f!uoropyr!m!dy!-5, 2,4-Dichlor-5-methylsulfonylpyrimidinyl-6, 2-Fluor-4-methyl-5-chlorpyrimidyl-6,
2,4-Difluor-5-methylsulfonylpyrimidyl-6, 2,4-Difluorotriazinyl-6, sowie Fluotriazinylreste
der Formel

worin R
26 eine gegebenenfalls substituierte Aminogruppe oder eine gegebenenfalls verätherte
Oxy- oder Thiogruppe bedeutet, wie z.B. die NH
2-Gruppe, eine mit C
1-C
4-Alkylresten mono- oderdisubstituierte Aminogruppe, eine C
1-C
4-Alkoxygruppe, eine C
1-C
4-Alkylmercaptogruppe, Arylamino, insbesondere Phenylamino, oder mit Methyl, Methoxy,
Chlor und vor allem Sulfo substituiertes Phenylamino, Phenoxy, Mono- oder Disulfophenoxy
etc., sowie die entsprechenden Chlortriazinylreste.
[0048] Die in dem erfindungsgemässen Verfahren verwendeten sulfogruppenhaltigen Farbstoffe
liegen entweder in Form ihrere freien Sulfonsäure oder vorzugsweise als deren Salze
vor.
[0049] Als Salze kommen beispielsweise die Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumsalze oder die
Salze eines organischen Amins in Betracht. Als Beispiele seien die Natrium-, Lithium-,
Kalium- oder Ammoniumsalze oder das Salz des Triäthanolamins genannt.
[0050] Werden in dem erfindungsgemässen Verfahren Farbstoffmischungen verwendet, so kann
diese durch Mischung der Einzelfarbstoffe hergestellt werden. Dieser Mischprozess
erfolgt beispielsweise in geeigneten Mühlen, z.B. Kugel- und Stiftmühlen, sowie in
Knetern oder Mixern.
[0051] Ferner können die Farbstoffmischungen durch Zerstäubungstrocknen der wässrigen Farbstoffmischungen
hergestellt werden.
[0052] Das Färben erfolgt aus wässriger Flotte nach dem Ausziehverfahren bei Temperaturen,
die im Kochbereich der Flotte, d.h. zwischen 95 bis 105°C, insbesondere zwischen 98
und 103°C liegen. Die Färbedauer beträgt in der Regel 5 bis 25, und insbesondere 10
bis 20 Minuten.
[0053] Das Flottenverhältnis kann innerhalb eines weiteren Bereichs gewählt werden, z.B.
von 1:5 bis 1:40, vorzugsweise von 1:8 bis 1:25.
[0054] Das erfindungsgemässe Hilfsmittelgemisch wird zweckmässig der wässrigen Farbstoff-Flotte
zugemischt und gleichzeitig mit dem Farbstoff appliziert. Man kann auch so vorgehen,
dass man das Färbegut zuerst mit dem Hilfsmittelgemisch behandelt und im gleichen
Bad nach Zugabe des Farbstoffes färbt. Vorzugsweise geht man mit dem Fasermaterial
in eine Flotte ein, die Säure und das Hilfsmittelgemisch enthält und eine Temperatur
von 20 bis 70°C, vorzugsweise 40 bis 50°C aufweist. Anschliessend wird der Farbstoff
oder eine Farbstoffmischung zugegeben und die Temperatur des Färbebades mit einer
Aufheizrate von 1 bis 4°C pro Minute erhöht, um im angegebenen Temperaturbereich von
95 bis 105° vorzugsweie 10 bis 20 Minuten zu färben. Am Schluss wird das Bad auf 70
bis 90°C abgekühlt und das gefärbte Material wie üblich gespült und getrocknet, vorzugsweise
kann das gefärbte Fasermaterial auch ohne Nachzuspülen (zentrifugiert und) getrocknet
werden.
[0055] Besondere Vorrichtungen sind beim erfindungsgemässen Verfahren nicht erforderlich.
Es können die üblichen Färbeapparate und -maschinen, beispielsweie für Flocke, Kammzug,
Stranggam, Wickelkörper, Gewebe, Gewirke, Stückwaren und Teppiche verwendet werden.
[0056] Als Polyamidfasermaterialien, die erfindungsgemäss gefärbt werden, kommen solche
aus natürlichen Polyamiden, vor allem Wolle, aber auch Mischungen aus Wolle/Polyamid,
Wolle/Polyester, Wolle/Cellulose oder Wolle/Polyacrylnitril, sowie Seide und aus synthetischen
Polyamiden, wie Polyamid 6 oder 6.6, in Betracht. Das Fasermaterial kann dabei in
den verschiedensten Aufmachungsformen vorliegen, wie z.B. als loses Material, Kammzug,
Garn, Gewebe, Gewirke und Stückware oder als Teppich.
[0057] Das erfindungsgemässe Färbeverfahren führt zu faser- und flächenegal gefärbten Textilmaterialien
aus natürlichen oder synthetischen Polyamidfasern. Hauptvorteile des Verfahrens sind
die kurze (und damit faserschonende) Färbezeit und das vollständige Aufziehen des
Farbstoffs auf die Faser, d.h. das Färbebad wird vollständig ausgezogen (erschöpft)
und kann nach entsprechender Einstellung für weiter Färbungen verwendet werden. Diese
Einstellung betrifft den erforderlichen Farbstoff-, Hilfsmittel- und Salzgehalt, sowie
den pH-Wert und das Volumen des Färbebads.
[0058] Diese Wiederverwendung von Färbeflotten (Färben aus stehenden Bädern) ist für das
Färben mit identischen oder auch von Färbebad zu Färbebad verschiedenen Farbstoffen
möglich, ohne dass in der jeweils nachfolgenden Färbung Farbtonverschiebungen und
Ausbeuteverluste auftreten.
[0059] Das Färben aus stehenden Bädern (Wiederverwendung der bereits aufgeheizten wässrigen
Flotten) führt zu erheblichen Zeit- und Energieeinsparungen.
[0060] Ein zum erfindungsgemässen Verfahren alternatives Färbeverfahren wird bei Temperaturen
unterhalb der Kochtemperatur durchgeführt und benötigt etwas längere Färbezeiten
[0061] Es handelt sich um ein Verfahren zum Färben von Textilmaterialien aus natürlichen
oder synthetischen Polyamidfasern in wässrigen Färbebädern, die mindestens eine der
Komponenten (I) bis (IV), (siehe oben), sowie gegebenenfalls weitere Hilfsmittel enthalten,
dadurch gekennzeichnet, dass man
(a) die Textilmaterialien in wässrige Färbebäder, die neben dem Farbstoff mindestens
eine der Komponenten (I) bis (IV) sowie gegebenenfalls weitere Hilfsmittel und Säuren
enthalten, einbringt und diese Färbebäder auf Temperaturen von 75 bis 90°C aufheizt,
(b) das Textilmaterial während 30 bis 90 Minuten bei diesen Temperaturen färbt,
(c) die an Farbstoff erschöpften Färbebäder auf 50 bis 70°C abkühlt und das gefärbte
Textilmaterial dann aus den Färbebädern entfernt und fertigstellt.
[0062] Herstellungsvorschriften (Verbindungen der Formel (1d)):
(A) 51 g (ca. 0,1 Mol) des Anlagerungsproduktes aus 1 Mol Decylalkohol und 8 Mol Ethylenoxid
werden in 25 ml trockenem Tetrahydrofuran gelöst und mit 8,9 g (0,105 Mol) Isopropylisocyanat
versetzt. Nach Zugabe eines Katalysatorgemisches aus jeweils 100 µl Dibutylzinnlaurat
und Triethylamin wird im Inertgasstrom unter Rühren auf 60° erwärmt. Nach 90 Minuten
wird die Umsetzung beendet, indem der Ansatz in 100 ml Petrolether gegossen und das
fast farblos ausfallende Produkt abgetrennt wird. Nach Trocknung bei einerTemperaturvon
50° im Vakuum wird das leicht ölige Produkt in einerAusbeute von 56,8 g erhalten.
(B) 153 g (ca. 0,3 Mol) des Anlagerungsproduktes aus 1 Mol Decylalkohol und 8 Mol
Ethylenoxid werden ohne Lösungsmittel unter Schutzgas vorgelegt und hierzu 30,9 g
(0,105 Mol) n-Butylisocyanat unter Rühren zugetropft. Nach Zugabe eines Kataysatorgemisches
aus je 100 µl Dibutylzinnlaurat und Triethylamin tritt zunächst eine leichte Erwärmung
des Reaktionsgemisches auf etwa 40° auf. Bei einer Innentemperatur von 60° ist die
Umsetzung nach 60 Minuten vollständig abgeschlossen. Schliesslich wird in 100 ml Petrolether
(40-80) eingegossen. Nach Trocknen des ausgefallenen, isolierten flüssigen Produktes
im Vakuum bei 50° wird eine Ausbeute von 167 g erzielt.
[0063] Die nachfolgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung der Erfindung. Darin sind
die Teile Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind in
Celsiusgraden angegeben. Die Beziehung zwischen Gewichtsteilen und Volumenteilen ist
dieselbe wie diejenige zwischen Gramm und Kubikzentimeter.
[0064] Die in den nachfolgenden Beispielen verwendeten Hilfsmittel haben die folgenden Zusammensetzungen:
A-1: Cg-C
1,-Alkyl-0-(CH
2CH
20)
4-H
[0066]
- 35 Teilen C9-C11-Alkyl-O-(CH2CH2O)8-CONH(CH2)3CH3
- 10 Teilen eines Gemisches aus 12,6 Teilen der anionischen Verbindung der Formel

(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins, m + n = 8); 21,3 Teilen der quaternären
Verbindung der Formel

(R28 = C20-22-Kohlenwasserstoffrest); 7,7 Teilen des Umsetzungsproduktes von Oleylalkohol mit 80
Mol Aethylenoxid; 7,0 Teilen der Verbindung der Formel

sowie 51,4 Teilen Wasser,
- 20 Teilen Butyltriglykol
- 35 Teilen Wasser
A-3: C10-Alkyl-O-(CH2CH2O)8-CONHCH(CH3)2 A-4: C10-Alkyl-O-(CH2CH2O)8-CONH(CH2)3CH3 A-5:

A-6:

A-7: C12-C14-Alkyl-O-(CH2CH2O)2,5CH2-COOH
A-8 C16-C18-Alkyl-O-(CH2CH2O)9CH2-COOH
A-9:

A-10:

A-11:

A-12:

A-13: R34-CONH-(CH2)3-N+(CH3)2-CH2-COO-(R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamines)
A-14: R34-CONH-(CH2)3-N+(CH3)2-CH2CHOHCH2-SO3 (R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamines)
A-15: R27-N+(CH2CH2OH)2-CH2-COO-(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamines)
A-16: R34-N+(CH3)(CH2CH2O)fH(CH2CH2O)9H / Cl-(R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamins, f + g = 15)
A-17:

(R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamins)
A-18:

(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamines)
A-19:

(a+b+c=4)
A-20:

A-21:

(R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamins)
A-22: C9-C11-Alkyl-O-(CH2CH2O)4-(CH(CH3)CH2O)2-H A-23:

A-24: Gemisch aus
- 34 Teilen C9-C11-Alkyl-O-(CH2CH2O)4-H und C9-C11-Alkyl-O-(CH2CH2O)4-H umgesetzt mit Styroloxyd (Gewichtsverhältnis: 2:1)
- 10 Teilen eines Gemisches aus 12,6 Teilen der anionischen Verbindung der Formel

(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins, m + n = 8);
21,3 Teilen der quaternären Verbindung der Formel

(R28 = C2o-22-Kohlenwasserstoffrest);
7,7 Teilen des Umsetzungsproduktes von Oleylalkohol mit 80 Mol Aethylenoxid;
7,0 Teilen der Verbindung der Formel

sowie 51,4 Teilen Wasser,
- 20 Teilen Butyltriglykol
- 36 Teilen Wasser
A-25: Gemisch aus
- 35 Teilen

(R34 = Kohlenwasserstoffrest des Kokosfettamins)
- 10Teilen

(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins, m + n = 8);
- 5 Teilen der Verbindung der Formel

- 3 Teilen C18H35-O-(CH2CH2O)80-H
- 25 Teilen Butyltriglykol
- 22 Teilen Wasser
A-26: Gemisch aus
- 34 Teilen C13-Alkyl-O(CH2CH20)5H
- 10 Teilen eines Gemisches aus 12,6 Teilen der anionischen Verbindung der Formel

(R27 = Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins, m + n = 8);
21,3 Teilen der quaternären Verbindung der Formel

(R28 = C2o-22-Kohlenwasserstoffrest);
7,7 Teilen des Umsetzungsproduktes von Oleylalkohol mit 80 Mol Aethylenoxid; 7,0 Teilen
der Verbindung der Formel

sowie 51,4 Teilen Wasser,
- 20 Teilen Butyltriglykol
- 36 Teilen Wasser
Beispiel 1: 15 g Wollserge werden in einem Laborfärbeapparat während 10 Minuten bei
40°C mit folgender Flotte vorgenetzt:
[0067]
0,1 g eines Netzmittels (Alkylphenylethoxilat)
75 mg Hilfsmittel A-1
0,1 g Ameisensäure (85 %)
165 ml Wasser
[0068] Nach dieser Vorlaufzeit wird der pH-Wert der Flotte überprüft und gegebenenfalls
durch Zugabe weiterer Ameisensäure auf einen Wert von 4,5 eingestellt. Es wird dann
eine Mischung aus 184 mg des 1:2-Chromkomplexes der Azofarbstoffe der Formeln

und 41 mg des 1:2-Chromkomplexes des Azofarbstoffs der Formel

die in 10 ml Wasser gelöst ist, in die Flotte gegeben. Nach weiteren 5 Minuten bei
40°C wird die Flotte mit einer Geschwindigkeit von 1 °C/M inute auf Kochtemperatur
aufgeheizt und 10 Minuten bei dieser Temperatur gefärbt. Die Flotte ist dann praktisch
wasserklar ausgezogen. Nach dem Abkühlen der Flotte auf 70°C wird das gefärbte Wollmaterial
aus dem Färbeapparat entnommen und dann wie üblich, z.B. durch Spülen und Trocknen
fertiggestellt. Wegen des guten Badeauszugs kann der Spülprozess erheblich verkürzt
werden.
[0069] Man erhält eine egale Rotfärbung mit guten Echtheiten und einer sehr guten Farbtiefe.
[0070] Anstelle des Hilfsmittels A-1 kann man auch die gleiche Menge der Hilfsmitteln A-7
bis A-23 einsetzen.
[0071] Beispiel 2: 40 kg Wollkammzug werden in einem Kammzugfärbeapparat während 10 Minuten
bei 50°C mit folgender Flotte vorgenetzt:
120 g eines Netzmittels (Alkylphenylethoxilat)
600 g des Hilfsmittels A-2
400 g Ameisensäure (85 %)
500 I Wasser
[0072] Anschliessend wird ein Teil der Flotte in einen Ansatzbehälter gepumpt, in den dann
290 g des 1:2-Kobaltkomplexes des Farbstoffs der Formel

630 g des 1:2-Chromkomplexes des Farbstoffs der Formel

eingerührtwerden.
[0073] Nachdem die Farbstoffe vollständig gelöst sind, werden die beiden Flottenteile vereinigt.
Der pH-Wert der Flotte beträgt 4,2. Die Flotte wird dann mit einer Geschwindigkeit
von 2°C/Minute auf 98°C aufgeheizt; der Wollkammzug wird 10 Minuten bei dieser Temperatur
gefärbt.
[0074] Nach dem Abkühlen der Flotte auf 80°C wird das Färbegut aus dem Färbeapparat entnommen
und 5 Minuten abtropfen gelassen. Der Kammzug wird dann ohne zu spülen direkt zentrifugiert
und getrocknet. Der Kammzug ist egal gelb gefärbt. Die Flotte ist vollständig ausgezogen
und ihr pH-Wert beträgt 4,7.
[0075] Die ausgezogene Flotte kann zum Färben weiterer Partien Wollkammzug verwendet werden.
Dazu wird der Wasserverlust durch Zugabe von kaltem Wasser ausgeglichen. Nach dem
Abkühlen auf 50°C wird neues Färbegut eingefahren, der pH-Wert der Flotte mit Ameisensäure
auf 4,2 eingestellt und die notwendigen Hilfsmittel und Farbstoffe zugegeben. Die
zweite Färbung wird dann wie die erste durchgeführt.
[0076] Weitere Färbungen können in gleicher Weise durchgeführt werden.
[0077] Beispiel 3: 180 kg Wolkammzug werden in einem Zirkulationsfärbeapparat während 10
Minuten bei 50°C mit folgender Flotte vorbehandelt:
480 g eines Netzmittels (Alkylphenylethoxilat)
2700 g des Hilfsmittels A-2
2700 g Ameisensäure (85 %)
1600 I Wasser
Der pH-Wert der Flotte beträgt 4,5.
[0078] Nach Zugabe von 150 I einer Farbstofflösung, die 800 g des 1:2-Kobaltkomplexes des
Farbstoffs der Formel

1720 g des 1:2-Chromkomplexes des Farbstoffs der Formel

1800 g des 1:2-Chromkomplexes der Farbstoffe der Formeln

und 900 g des Farbstoffs der Formel

enthält, wird die Färbeflotte noch 5 Minuten bei 50°C gehalten und dann mit einer
Auf heizrate von 1,5°C/Minute auf 95°C aufgeheizt. Der Wollkammzug wird 10 Minuten
bei dieser Temperatur gefärbt. Nach dem Abkühlen der Flotte wird der Wollkammzug ohne
zu spülen zentrifugiert und getrocknet.
[0079] Man erhöht eine faser- und flächenegale organgefarbene Färbung mit guten Allgemeinechtheiten.
Der Badeauszug ist deutlich besser im Vergleich zu einer vergleichbaren Färbung mit
üblichen Hilsmitteln während 45 Minuten.
[0080] Färbungen vergleichbarer Qualität erhält man auch, wenn man anstelle der Ameisensäure
4500 g Essigsäure (80 %) einsetzt.
[0081] Anstelle des Hilfsmitels A-2 kann man auch die Hilfsmittel A-3 bis A-6, bzw. A-24
bis A-26 einsetzen.
Beispiel 4: 40 g Wollgewebe werden in einem Zirkulationsfärbeapparat nach der Baumfärbemethode
während 10 Minuten bei 50°C mit folgender Flotte vorgenetzt:
[0082]
0,18 g eines Netzmittels (Alkylphenylethoxilat)
0,6 g des Hilfsmittels A-2
0,6 g Ameisensäure (85 %)
600 ml Wasser
Der pH-Wert der Flotte beträgt 4,5.
[0083] Nach Zugabe von 50 ml einer Lösung, die 0,5 g des Farbstoffgemisches der 1:2-Chromkomplexfarbstoffe
gemäss Beispiel 2 enthält, wird die Färbeflotte noch etwa 5 Minuten bei 50°C gehalten.
Anschliessend wird die Flotte mit einer Aufheizrate von 1°C/Minute auf 98°C aufgeheizt
und das Wollgewebe 10 Minuten bei dieser Temperatur gefärbt. Die Flotte wird dann
auf 70°C abgekühlt; das egal gelb gefärbte Material wird aus der Flotte entnommen
und ohne zu spülen getrocknet.
[0084] Der ausgezogenen Flotte werden dann erneut die oben angegebenen Mengen an Netz- und
Egalisiermittel zugesetzt und es werden wiederum 40 g Wollgewebe in die Flotte eingebracht;
der pH-Wert der Flotte beträgt nach dem Auffüllen mit Wasser auf 600 ml und nach Abkühlen
auf 50°C 4,5.
[0085] Nach Zugabe von 50 ml einer wässrigen Lösung, die 0,56 g eines Gemisches aus den
1:2-Chromkomplexfarbstoffen der Formeln

und

(Gewichsverhältnis 2:1) enthält, wird die Färbeflotte noch etwa 5 Minuten bei 50°C
gehalten. Anschliessend wird mit einer Aufheizrate von 1 °C/Minute auf 98 °C aufgeheizt
und 10 Minuten bei dieser Temperatur gefärbt. Die Weiterbehandlung erfolgt wie oben
angegeben. Man erhöht ein egal braun gefärbtes Wollgewebe.
[0086] Weitere Färbungen, jeweils ausgehend von einem ausgezogenen Bad wie beschrieben,
werden mit einem Färbebad, das 0,68 g des 1:2-Chromkomplexfarbstoffes der Formel

enthält und dann wieder mit einem Färbebad, das 0,56 g des Farbstoffgemisches aus
den Farbstoffen der Formeln (108) und (109) enthält, durchgeführt. Man erhält marineblaue
beziehungsweise braune Färbungen.
[0087] Die fünfte Färbung im selben Bad wird dann wiederum mit 0,5 g des Farbstoffgemisches
der 1:2-Chromkomplexfarbstoffe gemäss Beispiel 2 durchgeführt.
[0088] Man erhält in allen Fällen faser- und flächenegale Färbungen mit guten Echtheiten.
Vergleichbare Färbungen mit konventionellen Hilfsmitteln können nicht durchgeführt
werden, da der Badauszug nicht vollständig erfolgt.
[0089] Der Badauszug bei den oben genannten Färbungen führt zu wasserklaren Bädern; es wird
damit möglich, nicht nur mit dem gleichen Farbstoff, sondern auch mit Farbstoffen
anderer Farbnuancen Färbungen aus dem jeweils gleichen (ausgezogenen) Bad auszuführen.
Farbabweichungen des gefärbten Materials gegenüber entsprechenden Färbungen aus jeweils
neuen Färbebädern werden nicht beobachtet.
Beispiel 5: 10 g Wollgewebe werden in einem Becherfärbeapparat während 10 Minuten
bei 50°C mit folgender Flotte vorbehandelt:
[0090]
0,1 g Natriumacetat
0,5 g Natriumsulfat (wasserfrei)
0,25 g Essigssäure (80 %)
0,15 g des Hilfsmittels A-1
100 ml Wasser
[0091] Der pH-Wert der Flotte beträgt 4,5.
[0092] Nach Zugabe von 30 ml einer Lösung, die 0,05 g des Farbstoffgemisches gemäss Beispiel
2 und 0,3 g des Farbstoffgemisches gemäss Beispiel 1 enthält, wird die Flotte noch
10 Minuten bei 50°C gehalten und dann mit einer Aufheizrate von 1 °C/Minute auf 90°C
aufgeheizt. Das Gewebe wird dann 45 Minuten bei dieser Temperatur gefärbt. Nach dem
Abkühlen der Flotte auf 70°C wird das gefärbte Wollgewebe aus der Flotte entfernt
und durch Spülen, Zentrifugieren und Trocknen fertiggestellt.
[0093] Man erhält eine faser- und flächenegale Rotfärbung, die mit üblichen Hilfsmittel
erst nach einer Färbezeit von mindestens 45 Minuten und bei einer Färbetemperatur
von 98°C erreicht werden kann. Ferner ist der Ausziehgrad der Flotte bei obiger 90°C-Färbung
deutlich besser als bei der genannten Färbung bei 98°C.
[0094] Ausgezeichnete Färbungen erhält man ebenfalls, wenn man eine Flotte verwendet, die
anstelle der Essigsäure 0,15 g Ameisensäure und 1,5 % des Egalisiermittels A-2 enthält.
Der pH-Wert dieser Flotte beträgt ebenfalls 4,5.
[0095] Verwendet man anstelle der Hilfsmittel A-1 und A-2 in den Beispielen 1 bis 5 äquivalente
Mengen der Hilfsmittel A-3 bis A-26, erhält man ebenfalls ausgezeichnete Färbungen.
1. Verfahren zum Färben von Textilmaterialien aus natürlichen oder synthetischen Polyamidfasern
in wässrigen Färbebädern, die mindestens ein Tensid, sowie gegebenenfalls weitere
Hilfsmittel enthalten, dadurch gekennzeichnet, dass man
(a) die Textilmaterialien in wässrige Färbebäder, die neben dem Farbstoff mindestens
ein Tensid, sowie gegebenenfalls weitere Hilfsmittel und Säuren enthalten, einbringt
und diese Färbebäder auf Kochtemperatur aufheizt,
(b) das Textilmaterial kurzzeitig bei dieser Temperatur färbt,
(c) die an Farbstoff erschöpften Färbebäder auf Temperaturen von 50 bis 90°C abkühlt
und das gefärbte Textilmaterial dann aus den Färbebädern entfernt und fertigstellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tensid eine der Komponenten
(I) der allqemeinen Formel

worin
R ein aliphatischer Rest von 4 bis 24 Kohlenstoffatomen,


ist, worin Z eine direkte Bindung oder (Ri-O)r und r eine Zahl von 1 bis 80 ist,
R1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen,
W Wasserstoff, C1-C4Alkyl gegebenenfalls substituiert mit einem oder mehreren Substituenten aus der Gruppe
Carboxy, Hydroxy, Isocyanato, Phenyl, Benzyloxymethylen und Phenethyloxymethylen,
Carboxy oder ein Rest - CONH - R2 ist, worin R2 Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist, wobei wenn U ein quaternäres Stickstoffatom
enthält, W Sulfat, CH3SO4 oder ein Halogenanion ist,
m eine Zahl von 1 bis 80 ist und
(R1 - O)m für m gleiche oder verschiedene Reste (R1- O) steht,
oder (II) der allaemeinen Formel

worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen;
U1 eine direkte Bindung oder ein Rest CO - NH - (CH2)1-3 ;
R30, R31 und R32 voneinander unabhängig C1-C4Alkyl das gegebenenfalls mit Hydroxy substituiert ist und P COO oder SO3 ist,
oder (III) der allqemeinen Formel

worin R, U1, R30, R32 die für die Formel (2) angegebene Bedeutung haben und P1 COOM oderSO3M ist,wobei M Wasserstoff, Alkalimetal oder Ammonium bedeutet,
oder (IV) der allgemeinen Formel

worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen,
R1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen,
die Summe k + k' = 4, wobei k = 1, 2 oder 3 und
m eine Zahl von 1 bis 80 bedeutet, ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin Rein aliphatischer Rest mit4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und m eine Zahl von 1 bis 80, vorzugsweise
von 2 bis 50 ist und (R
1-O)
m für m gleiche oder verschiedene Reste (R
1-O) steht.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, X
1 Wasserstoff oder Phenyl, X
2 Wasserstoff oder Phenyl, wobei X
1 und X
2 voneinander verschieden sind, und m
1 eine Zahl von 2 bis 80, vorzugsweise von 4 bis 50 ist.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, einer der Reste Y
1 oder Y
2 Benzyloxymethylen oder Phenethyloxymethylen und der andere Wasserstoff, und m
1 eine Zahl von 2 bis 80, vorzugsweise von 4 bis 50 ist.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, R
2 Alkyl mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen und n eine Zahl von 2 bis 60, vorzugsweise von
4 bis 20 ist und (R
1-O)
n für n gleiche oder verschiedene Reste (R
1- O) steht.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin
R3 C9 bis C14-Alkyl, R4 Wasserstoff oder ein C1-C4Alkylisocyanatrest, einer der Reste Y3 oder Y4 Methyl und der andere Wasserstoff, m2 eine ganze Zahl von 0 bis 8 und n2 eine ganze Zahl von 4 bis 10 ist.
8. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, W
1 C
1-C
4Alkyl und n eine Zahl von 2 bis 60, vorzugsweise 4 bis 20 ist.
9. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin Rein aliphatischer Rest mit4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und n
1 eine Zahl von 2 bis 20 ist.
10. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, W
2 Wasserstoff oder der Rest OC-R und n
6 eine Zahl von 6 bis 30 ist.
11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, Z eine direkte
Bindung oder (R
1-O)
r1 , R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, n
5 eine Zahl von 4 bis 20 und r
1 eine Zahl von 4 bis 20 ist.
12. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 2 bis 21 ist.
13. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 2 bis 21 ist und X ein Anion aus der Gruppe Halogenide, Sulfate oder Alkylsulfate
ist.
14. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (I) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R' ein aliphatischer Rest mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen, R
1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, m
3 eine Zahl von 1 bis 20, n
3 eine Zahl von 1 bis 20, p
1 eine Zahl von 1 bis 20 und die Summe m
3 + n
3 + p
1 3 bis 22 und t eine Zahl von 2 bis 4 ist.
15. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (II) eine
Verbindung der Formel
ist, worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen;
U1 eine direkte Bindung oder ein Rest CO - NH - (CH2)1-3;
R30, R31 und R32 voneinander unabhängig C1-C4Alkyl das gegebenenfalls mit Hydroxy substituiert ist und P COO oder SO3 ist.
16. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (III) eine
Verbindung der Formel

ist, worin R, U
1, R
30, R
32 die in Anspruch 15 angegebene Bedeutung haben und P
1 COOH oder SO
3H ist.
17. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente (IV) eine
Verbindung der Formel

ist, worin
R ein aliphatischer Rest mit 4 bis 24 Kohlenstoffatomen,
R1 Alkylen mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen,
die Summe k + k' = 4, wobei k = 1, 2 oder 3 und
m eine Zahl von 1 bis 80 ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die
weiteren Hilfsmittel Egalisiermittel, Entschäumer, Netzmittel, Lösungsmittel und/oder
Emulgatoren sowie anorganische Salze und die Säuren Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure,
oder niedermolekulare organische Säuren, insbesondere Ameisensäure sind.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass man
anionische Farbstoffe, insbesondere Sulfonsäuregruppen enthaltende Farbstoffe einsetzt.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass man metallfreie Farbstoffe,
Reaktivfarbstoffe oder vorzugsweise Metallkomplexfarbstotfe einsetzt.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass man
die Textilmaterialen in Färbebäder von 20 bis 70°C, insbesondere 40 bis 50°C einbringt
und dann auf Kochtemperatur aufheizt.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass man
die Färbebäder auf Temperaturen von 95 bis 105°C, vorzugsweise 98 bis 103°C aufheizt.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass man
die Färbebäder mit einer Aufheizrate von 1 bis 4°C/Minute aufheizt.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass man
die Textilmaterialen während 5 bis 25, vorzugsweise während 10 bis 20 Minuten färbt.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass man
die an Farbstoff erschöpften Färbebäder auf 70 bis 90°C abkühlt.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass man
die gefärbten Textilmaterialien nach der Entnahme aus den Färbebädern spült und nachbehandelt.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass man
die gefärbten Textilmaterialien nach der Entnahme aus den Färbebädern ohne nachzuspülen
trocknet.
28. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass man die erschöpften Färbebäder
nach entsprechender Einstellung für eine weitere Färbung wiederverwendet.
29. Verfahren nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet, dass man die erschöpften Färbebäder
auf den erforderlichen Farbstoff-, Hilfsmittel und Salzgehalt, sowie den pH-Wert und
das Volumen einstellt.
30. Verfahren zum Färben von Textilmaterialien aus natürlichen oder synthetischen
Polyamidfasern in wässrigen Färbebädern, die mindestens eine der Komponenten (I),
(11), (III) oder (IV) und gegebenenfalls weitere Hilfsmittel enthalten, dadurch gekennzeichnet,
dass man
(a) die Textilmaterialien in wässrige Färbebäder, die neben dem Farbstoff mindestens
eine der Komponenten (I), (11), (111) und (IV), sowie gegebenenfalls weitere Hilfsmittel
und Säuren enthalten, einbringt und diese Färbebäder auf Temperaturen von 75 bis 90°C
aufheizt,
(b) das Textilmaterial während 30 bis 90 Minuten bei diesen Temperaturen färbt,
(c) die an Farbstoff erschöpften Färbebäder auf 50 bis 70°C abkühlt und das gefärbte
Textilmaterial dann aus den Färbebädern entfernt und fertigstellt.
31. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass man
textile Wollmaterialien, insbesondere Wollgewebe, lose Wolle oder Kammzug färbt.
32. Wässrige Färbereihilfsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Gemisch aus
den Verbindungen der Formeln (6), (7) und (8) und mindestens eine, vorzugsweise zwei
der Verbindungen der Formeln (1a) bis (1d) enthalten.
33. Die nach dem Verfahren gemäss einem derAnsprüche 1 bis 31 gefärbten Textilmaterialien
aus natürlichen oder synthetischen Polyamidfasern.