[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Kassierstation der im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Art.
[0002] Solche Kassierstationen eignen sich beispielsweise für Postbüros, Verkaufsläden oder
andere dem Publikum zugänglichen Orte mit Geldverkehr.
[0003] Kassierstationen weisen eine Geldschublade zur Aufbewahrung der Einnahmen und des
Wechselgelds auf. Beim Abwickeln einer Kassentransaktion muss die Geldschublade geöffnet
werden und deren Inhalt leicht zugänglich sein. Meist in regelmässigen Abständen enthält
die Geldschublade hohe Geldbeträge, die einen Unberechtigten dazu verführen können,
mit einem schnellen Griff in die Kasse sich eines hohen Geldbetrages zu bemächtigen.
Um derartige Verluste in Grenzen zu halten, werden die Kassetten der Kassierstationen
regelmässig gegen solche mit einem minimalen Satz von Wechselgeld ausgetauscht, was
ebenfalls eine Schwachstelle der Sicherheit darstellt und zudem ein aufwendiges Abrechnen
und Abzählen der Geldbeträge verlangt.
[0004] Andererseits sind automatische Banknotenbezugssysteme, z. B. aus der US-PS 4 524
268 bekannt. Der mittels einer persönlichen Nummer vom Bezugssystem identifizierbare
Kunde kann Banknoten auf sein Konto deponieren bzw. vom Konto abheben, wobei er bei
der Transaktion mit Hilfe einer Tastatur mit dem Automaten verkehrt. Die eingenommene
und auf ihre Echtheit kontrollierte Banknote wird in einer vorbestimmten Kassette
gestapelt und der Nennwert dem Kunden gutgeschrieben. Die eingenommenen Banknoten
stehen für eine Abgabe von Noten wieder zur Verfügung. Bei Kassierstationen ist eine
solche Identifizierung unzumutbar.
[0005] Für eine schonende Behandlung der Banknoten unterschiedlicher Grössen sind Apparate
vorbeschrieben, die auch bei stark gebrauchten Noten einen sicheren Transport der
Noten zum geordneten Stapeln in Kassetten gewährleisten. Beispielsweise sind solche
Stapelvorrichtungen und Kassetten in der US-PS-5 139 149 und US-PS-5 116 037 beschrieben.
Ein Zwischenspeicher zum Bündeln von Banknoten ist Gegenstand der US Application Serial
No.7-732034.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kassierstation zu schaffen, die Sicherheit
gegen Entwendung des Inhalts bietet und das Entstehen von Fehlbeträgen durch Wechseltricks
ausschaltet.
[0007] Die Erfindung besteht in den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0008] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher
erläutert.
[0009] Es zeigt:
- Figur 1
- eine Kassierstation,
- Figur 2
- einen Sicherheitsraum für eine Kasse der Kassierstation und
- Figur 3
- ein Banknotenlauf-Schema
In der Figur 1 bedeutet 1 einen Kassierteil und 2 eine Kasse, die zusammen eine Kassierstation
bilden und beispielsweise als Point-of-Sales dient. Die Kasse 2 dient als Vorratsbehälter
für eingenommene und auszugebende Banknoten 3, die über den Kassierteil 1 in die Kasse
2 eingeben werden.
[0010] Der Kassierteil 1 weist in der einen Gehäusewand 4 ein Eingabefach 5 für die der
Kassierstation zum Bezahlen angebotenen Banknoten 3, eine Ausgabeschale 6 für die
zurückgegebenen Banknoten 3 sowie wenigstens einen Bildschirm 7 zum Darstellen von
Kassentransaktionen auf. Eine Tastatur 8 ist mit dem Kassierteil 1 beispielsweise
über ein Kabel verbunden, damit sie auf einem Kassentisch 9 bequem für das Bedienpersonal
zurecht geschoben werden kann. Auf dem Kassierteil 1 kann weiter eine elektronische
Anzeigetafel 10 drehbar angeordnet sein, damit auch der Kunde die Kassentransaktion
verfolgen kann. Ein mit der Tastatur 8 oder direkt mit dem Kassierteil 1 verbundener
Strichkodeleser 11 kann die Arbeit der Bedienperson während der Kassentransaktion
erleichtern. Die Strichkodeleser 11 können die auf den Waren angebrachte Kennnummer
ablesen.
[0011] Beispielhaft ist auf einer Aussenwand der Kasse 2 ein Kassentisch 9 für die Ablage
der Tastatur 8 angeordnet. Die Kasse 2 kann als Korpus dienen, auf dem die Kassierstation
1 auf einer Abstellfläche 12 steht. Mit Vorteil ist die Kasse 2 gepanzert und weist
eine mit einem Sicherheitsschloss versperrte Panzertüre 13 auf, um die Sicherheit
gegen einen Diebstahl des Kasseninhalts zu erhöhen.
[0012] In der Zeichnung der Figur 1 sind geschützte Transportwege 14, hier als Doppelpfeil
angedeutet, in einem gestrichelt gezeichneten Schutzrohr 15 untergebracht, das auf
der Abstellfläche 12 stehend angeordnet ist und durch einen Ausschnitt 16 im Boden
in den Kassierteil 1 ragt. Das Schutzrohr 15 und naheliegende technische Vorkehrungen
bei den Transportwegen 14 ermöglichen beispielsweise eine begrenzte Drehbewegung des
Kassierteils 1 relativ zur Abstellfläche 12. Die geschützten Transportwege 14 befördern
die Banknoten 3 vom Eingabefach 5 in die Kasse 2 und aus der Kasse 2 zur Ausgabeschale
6. Eine oder zwei enge Oeffnungen in der Kassenwand am kassenseitigen Ende des Schutzrohres
15 sind ausreichend, um diesen Transport der Banknoten 3 zu ermöglichen. Mit Vorteil
sind die Transportwege 14 an dieser Stelle trennbar ausgeführt, so dass für Servicezwecke
der Kassierteil 1 leicht von der Abstellfläche 12 abgehoben werden kann.
[0013] Innerhalb der Kasse 2 werden die Banknoten 3 beispielsweise entsprechend ihres Nennwerts
in Kassetten 17 mechanisch gestapelt bzw. entnommen. Die Kassetten 17 können bei Bedarf
durch einen Berechtigten einzeln gegen solche mit einem vorbestimmten Inhalt ausgetauscht
werden.
[0014] In einem Einkaufmarkt mit einer Konzentration der Kassierstationen am Ausgang erweist
es sich als Vorteil, den Kassierteil 1 und die Kasse 2 jeder Kassierstation gemäss
der Figur 2 räumlich getrennt aufzustellen, wobei die Kassen 2 gemeinsam in einem
weiter entfernten Sicherheitsraum 18, z. B. im Untergeschoss, untergebracht sind.
Die verlängerten Schutzrohre 15 mit den in ihnen angeordneten Transportwegen 14 verbinden
jeden auf einem Korpus aufgestellten Kassierteil 1 mit der zugehörigen Kasse 2.
[0015] Die Kassierstation weist als Vorteil einen gegen Diebstahl geschützten Kasseninhalt
auf, wobei sich der Schutz nur auf die Kasse 2 und die Transportwege 14 erstreckt.
Das Innnere des Kassierteils 1 kann für den Servicedienst leicht zugänglich gestaltet
werden, da die Banknoten 3 nur in kleinen Beträgen kurzzeitig im Kassierteil 1 verweilen.
Das maschinelle Einnehmen, Erkennen der Banknoten 3 und Zusammenstellen des Rückgelds
vermeidet Fehlbeträge infolge von Unaufmerksamkeiten der Bedienperson.
[0016] In der Figur 3 umfasst eine Transportstrecke 19 das Eingabefach 5 mit einem Blattseparator
20, eine Prüfstation 21 und eine Weiche 22. Die Weiche 22 leitet die in der Prüfstation
21 geprüfte Banknote 3 je nach dem Ergebnis der Prüfung zur Annahme über den ersten
Transportweg 14 vom Kassierteil 1 in die Kasse 2 oder zur Rückgabe über einen Rückweiseweg
23 in die Richtung zur Ausgabeschale 6. Der Rückweiseweg 23 biegt bei einer Einmündung
24 in einen Abtransportweg 25 ein, der zur Ausgabeschale 6 führt. Die zur Rückgabe
bestimmten Banknoten 3 kommen einzeln in der Ausgabeschale 6 an und werden dort gesammelt.
[0017] Mit Vorteil ist im Abtransportweg 25 unmittelbar vor der Ausgabeschale 6 ein Zwischenspeicher
26 angeordnet, der die ankommenden, zur Rückgabe vorbestimmten Banknoten 3 stapelt,
um sie erst am Ende der Kassentransaktion gemeinsam als Bündel in die Ausgabeschale
6 zu schieben.
[0018] Das Eingabefach 5 kann mit dem aus der DE-PS 28 16 371 bekannten Blattseparator 20
ausgerüstet sein. Die in das Eingabefach 5 eingelegten Banknoten 3, die auch unterschiedliche
Nennwerte aufweisen können, werden vom Blattseparator 20 vereinzelt, um die Banknoten
3 einzeln über die Transportstrecke 19 der Prüfeinrichtung 21 zuzuführen.
[0019] Signalleitungen verbinden ein Rechenwerk 27 mit dem Blattseparator 20, der Prüfeinrichtung
21, der Weiche 22 und dem Zwischenspeicher 26. Das Rechenwerk 27 ist zum Steuern des
Blattransports und zum Aufnehmen von Positionssignalen der Banknote 3 längs ihres
Weges durch den Kassierteil 1 eingerichtet.
[0020] Die Prüfeinrichtung 21 tastet mittels eines optischen und/oder magnetischen Verfahrens
Echtheitsmerkmale der auf der Transportstrecke 19 durch die Prüfeinrichtung 21 hindurch
beförderten Banknote 3 ab und sendet die Messwerte über die Signalleitung zum Rechenwerk
27. Das Rechenwerk 27 vergleicht die Messwerte mit in einem Speicher 27' abgelegten
Sollwerten, entscheidet über Annahme oder Rückweisung der geprüften Banknote 3 und
stellt die Weiche 22 in den ersten Transportweg 14 oder in den Rückweiseweg 23, bevor
die Banknote 3 in der Weiche 22 eintrifft.
[0021] Der erste Transportweg 14 befördert die angenommene Banknote 3 in die Kasse 2 und
erstreckt sich durch ein den Zustand der Banknote 3 prüfendes Begutachtungsgerät 28
hindurch zu hintereinander angeordneten Ablenkmitteln 29, 29', bei denen sich der
Transportweg 14 zu den Eingängen der Kassetten 17 oder zu einem Behälter 30 verzweigt.
Ein Steuergerät 31 überwacht den Transport der Banknote 3 in der Kasse 2 und steuert
mittels der Ablenkmittel 29, 29' die Banknote 3 zu der vorbestimmten Kassette 17.
[0022] Die Anzahl der Kassetten 17 richtet sich nach der Anzahl der von der Kassierstation
akzeptierten verschiedenen Nennwerte der Banknoten 3. In den Kassetten 17 werden die
Banknoten 3 des gleichen Nennwerts auf einen Stapel 32 geschichtet und können von
dort auf ein Signal des Steuergeräts 31 in einer vom Rechenwerk 27 vorbestimmten Anzahl
an einen zugeordneten Zweig 33 eines zweiten Transportwegs 14' abgegeben werden. Eine
Ablage der Banknoten 3 nach ihrem Nennwert weist den Vorteil auf, dass auf einfache
und schnelle Art die zur Rückgabe bestimmten Banknoten 3 zusammengestellt werden können.
[0023] Die Kassette 17 für den höchsten Nennwert muss an sich nur die Banknoten 3 stapeln
können, so dass eine Abgabeeinrichtung und der zugehörige Zweig 33 zum zweiten Transportweg
14' eingespart werden können.
[0024] Das Steuergerät 31 ist zum Steuern und Kontrollieren des Blatttransports unter Berücksichtigung
der Anweisungen des Rechenwerks 27 und zum Verarbeiten von Positionssignalen eingerichtet,
die die Banknoten 3 längs ihres Weges durch die Kasse 2 auslösen. Zu diesem Zweck
ist das Steuergerät 31 mittels einer Messignalleitung 34 mit dem Begutachtungsgerät
28 und mittels einer Stellsignalleitung 35 mit dem ersten Ablenkmittel 29 verbunden.
Weitere Leitungen 36 führen vom Steuergerät 31 zu den andern Ablenkmitteln 29' und
zu den Kassetten 17. Eine trennbare bidirektionale Datenleitung 37 zwischen dem Rechenwerk
27 und dem Steuergerät 31 dient dem Austausch von Informationen zum Steuern und zum
Kontrollieren des Banknotentransports.
[0025] Beispielhaft kann das erste Ablenkmittel 29 die Banknote 3 aus dem ersten Transportweg
14 zum Behälter 30 für die Aufnahme der Banknoten 3 ablenken. Der Behälter 30 kann
ein starres Gefäss oder auch ein flexibler Sack sein, in den die Banknoten 3 lose
hineinfallen. Diese Anordnung weist den Vorteil auf, dass stark abgenützte Banknoten
3 nicht gestapelt werden müssen, da diese die Stapel- und Abgabevorrichtung der Kassetten
17 blockieren können.
[0026] Der zweite Transportweg 14' führt von der Kasse 2 durch das Schutzrohr 15 in den
Kassierteil 1 zurück und endet an der Einmündung 24 des Abtransportwegs 25.
[0027] Mit der Kassierstation können die Kassentransaktionen abgewickelt werden, die beispielhaft
aus folgenden Tätigkeiten bestehen können:
Die Bedienperson gibt über Eingabegeräte 38, z. B. mittels der Tastatur 8 (Figur 1)
oder mittels des Strichkodelesers 11 (Figur 1), die Kennnummer oder den Wert der Kaufgegenstände
sowie Anweisungen an die Kassierstation ein. Das Rechenwerk 27 verarbeitet diese über
die Eingabegeräte 38 erhaltenen Daten und stellt sie auf Anzeigemitteln 39 dar, die
den Bildschirm 7 (Figur 1), die Anzeigetafel 10 (Figur 1) sowie einen hier nicht gezeigten
Protokolldrucker umfassen können.
[0028] Der Bildschirm 7 zeigt ein Protokoll der laufenden Kassentransaktion und unterweist
die Bedienperson über den weiteren Fortgang der Kassentransaktion. Der Kunde kann
auf der Anzeigetafel 10 den für ihn relevanten Teil des Protokolls der Kassentransaktion
verfolgen, beispielsweise den Wert des gerade vom Eingabegerät 38 registrierten Gegenstandes,
den Gesamtbetrag GB der erfassten Waren und die Summe S der angenommenen Banknoten
3 sowie die Höhe des Rückgelds.
[0029] Werden die Kennnummern der Gegenstände durch das Eingabegerät 38 erfasst, kann das
Rechenwerk 27 zur Erstellung von Listen über Umsatz und Statistiken, zur Warenbestellung
usw. herangezogen werden.
[0030] Sobald alle zu bezahlenden Gegenstände über die Eingabegeräte 38 erfasst sind und
der Gesamtbetrag GB bekannt ist, legt die Bedienperson die vom Kunden erhaltenen Banknoten
3 mit gleichen oder verschiedenen Nennwerten als Bündel in das Eingabefach 5. Der
Blattseparator 20 vereinzelt die Banknoten 3, damit die Transportstrecke 19 die Banknoten
3 einzeln zur Prüfeinrichtung 21 befördern kann. Nicht erkannte Blätter, wie Papier,
Banknoten 3 nicht zugelassener Nennwerte oder Falsifikate, werden über die Weiche
22 in den Rückweiseweg 23 zum Zwischenspeicher 26 geleitet. Jede erkannte und angenommene
Banknote 3 lenkt die Weiche 22 in den ersten Transportweg 14, der die Banknote 3 erfasst
und in die Kasse 2 befördert.
[0031] Gleichzeitig übermittelt das Rechenwerk 27 über die Datenleitung 37 dem Steuergerät
31 Angaben über die erkannte Banknote 3, addiert deren Nennwert zur Summe S der bereits
in dieser Kassentransaktion eingenommenen Banknoten 3 und bildet die Differenz D zum
Gesamtbetrag GB der Kaufgegenstände. Sobald die Differenz D = GB-S negativ wird, bricht
das Rechenwerk 27 das Einkassieren ab. Allfällig noch im Eingabefach 5 oder im Blattseparator
20 vorhandene Banknoten 3 werden ohne Prüfung über den Rückweiseweg 23 in den Zwischenspeicher
26 befördert.
[0032] Die angenommene Banknote 3 gelangt mittels des ersten Transportwegs 14 durch das
Schutzrohr 15 hindurch in die Kasse 2. Das Begutachtungsgerät 28 stellt beispielsweise
mit optischen Methoden fest, ob die angenommene Banknote 3 Gebrauchsspuren, wie z.
B. Verschmutzungen, Risse, Klebstreifen, Abnutzungen usw., aufweist und schickt die
Messwerte über die Messignalleitung 34 zum Steuergerät 31. Das Steuergerät 31 arbeitet
die Messwerte auf und vergleicht sie mit gespeicherten Vorgabewerten. Die Nennwert
spezifischen Vorgabewerte können beispielsweise im Speicher 27' abgelegt sein und
bei Bedarf vom Steuergerät 31 über die Datenleitung 37 abgerufen werden.
[0033] Stark abgenutzte Banknoten 3 bilden eine Gefahr für das gute Funktionieren der Stapel-
und Abgabevorrichtung der Kassetten 17 und eignen sich in der Regel auch aus ästhetischen
Gründen kaum zur Abgabe an die Kunden. Die Vorgabewerte sind daher so zu wählen, dass
die stark abgenutzten Banknoten 3 sicher aussortiert werden können. Erfüllt die Banknote
3 die vorbestimmten Anforderungen nicht, sendet das Steuergerät 31 ein Signal an das
erste Ablenkmittel 29, so dass die beanstandete Banknote 3 in den Behälter 30 gelenkt
wird. Die gut klassierte Banknote 3 werden vom Steuergerät 31 in die ihrem Nennwert
entsprechende Kassette 17 gesteuert, wobei die Information über den Nennwert vom Rechenwerk
27 an das Steuergerät 31 über die Datenleitung 37 übermittelt wurde. Das Steuergerät
31 stellt über die Leitungen 36 mittels der weiteren Ablenkmittel 29' den Weg der
Banknote 3 zur entsprechenden Kassette 17 und initialisiert dort den Stapelvorgang.
[0034] Das Rechenwerk 27 berechnet aus der Differenz D den Notenanteil des Rückgelds und
weist das Steuergerät 31 an, wieviele Banknoten 3 aus welchen Kassetten 17 nacheinander
entnommen und über die Zweige 33 in den zweiten Transportweg 14' in den Kassierteil
1 zurück befördert werden müssen. Sie werden zusammen mit den allfällig nichtkassierten
Banknoten 3 über die Ausgabeschale 6 dem Kunden zurückgegeben. Die Kassierstation
gibt bei jeder Kassentransaktion höchstens Banknoten 3 im Nennwert der eingegebenen
Beträge zurück.
[0035] Externe Geräte 40, beispielsweise ein an sich bekannter Münzwechsler und/oder ein
zentraler Rechner, können mit Vorteil an den Kassierteil 1 angeschlossen werden. Dabei
sind die Rechenwerke 27 über eine bidirektionale Verbindungsleitung 41 mit wenigstens
einer Empfangseinheit 40' der externen Geräte 40 verbunden, so dass in beiden Richtungen
ein Austausch von Daten über die Verbindungsleitung 41 erfolgt. Das externe Gerät
40 kann auch ein Mittel für eine drahtlose bidirektionale Radioverbindung 42 sein,
das die Daten drahtlos mit einer Zentrale 43 austauscht, deren zentrale Recheneinheit
mit entsprechenden Sende-/Empfangsmittel ausgerüstet ist.
[0036] Beispielsweise kann in einem grossen Warenhaus ein System bestehend aus vielen Kassenstationen
1, 2; 1', 2'; 1'', 2'' und dem zentralen Rechner 40 eingerichtet werden, wobei die
Kassenstationen und der zentrale Rechner 40 über die Verbindungen 41 bzw. 42 Daten
austauschen. Der zentrale Rechner 40 sammelt und speichert die detaillierten Daten
der Kassentransaktionen aller angeschlossen Kassierstationen und überwacht jede Kassentransaktion.
Jederzeit sind die Kassenbestände des Systems abrufbar. Der Druck von Listen zum Kassenbestand
und von Abrechnungen für jede Kassenstation, z. B. beim Wechsel der Kassenbedienung,
lassen sich ebenfalls zentral erstellen.
[0037] Das Ueberwachen der Kassentransaktionen durch den zentralen Rechner 40 weist den
Vorteil auf, dass der Rechner 40 beim Erkennen einer Gefahr für eine Kassierstation
ein an diese adressiertes Haltesignal erzeugt und der Kassierstation übermittelt.
Beim Empfang des Haltesignals blockiert das adressierte Rechenwerk 27 die Kassierstation.
Als Beispiel einer Gefahr sei der Versuch einer unbefugten Person angeführt, die ein
Entleeren der Kasse 2 mittels über die Tastatur 8 eingetasteter Kommandos versucht.
Auch das Signalisieren einer gefährlichen Situation durch das Kassenpersonal z. B.
mittels eines Alarmtasters auf der Tastatur 8 (Figur 1) wird dem Rechner 40 übermittelt.
[0038] Der Münzwechsler ermöglicht das automatische Wechseln und Abgeben kleinerer Teilbeträge.
Der mit dem Rechenwerk 27 verbundene Münzwechsler prüft, erkennt und kassiert Hartgeld
und übermittelt dem Rechenwerk 27 den Betrag des eingeworfenen Hartgelds. Auf ein
Kommando des Rechenwerks 27 gibt der Münzwechsler die entsprechende Anzahl Münzen
in seine Rückgabeschale ab, wo sie der Kunde als Kleingeldanteil seines Rückgelds
in Empfang nimmt.
[0039] Selbstverständlich kann der Kleingeldwechsel auch manuell mit Hilfe einer herkömmlichen
Münzwechselkasse vorgenommen werden.
1. Kassierstation bestehend aus einem Kassierteil (1) und einer Kasse (2), wobei die
Kasse (2) als geschützter Vorratsbehälter für eingenommene und auszugebende Banknoten
(3) ausgebildet ist und der mit einem Rechenwerk (27) zum Steuern von Kassentransaktionen
ausgerüstete Kassierteil (1) zum Eingeben der zu bezahlenden Beträge über Eingabegeräte
(8; 11; 38) und zum Anzeigen der Kassentransaktion auf Anzeigemitteln (7; 10; 39)
eingerichtet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Kassierteil (1) ein von aussen
zugängliches Eingabefach (5) zur Aufnahme der zur Zahlung angebotenen Banknoten (3)
und eine Ausgabeschale (6) für die Rückgabe der Banknoten (3) umfasst, dass geschützte
Transportwege (14; 14') den Kassierteil (1) mit der Kasse (2) verbinden, in denen
die Beförderung der Banknoten (3) in beiden Richtungen erfolgt, dass längs einer Transportstrecke
(19) zwischen dem Eingabefach (5) und dem zur Kasse (2) führenden ersten Transportweg
(14) eine mit dem Rechenwerk (27) verbundene Prüfeinrichtung (21) zum Abtasten von
Echtheitsmerkmalen der Banknoten (3) angeordnet ist, dass die Transportstrecke (19)
eine vom Rechenwerk (27) gesteuerte, nach der Prüfeinrichtung (21) eingebaute Weiche
(22) aufweist, wobei auf ein Kommando des Rechenwerks (27) die Weiche (22) die Banknote
(3) zur Annahme in die Kasse (2) bzw. zur Rückgabe in einen Rückweiseweg (23) lenkt,
dass der zweite Transportweg (14') von der Kasse (2) kommend zusammen mit dem Rückweiseweg
(23) in einen Abtransportweg (25) mündet, der zur Ausgabeschale (6) führt, und dass
das Rechenwerk (27) weiter zum Erkennen der Banknoten (3) aufgrund der in der Prüfeinrichtung
(21) abgetasteten Merkmale, zum Berechnen der Summe (S) der Nennwerte der in die Kasse
(2) geleiteten Banknoten (3) und der zur Abgabe von vorbestimmten Banknoten (3) aus
der Kasse (2), zum Steuern der Beförderungswege der Banknoten (3) und zum Protokollieren
der Kassentransaktionen eingerichtet ist.
2. Kassierstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kassentransaktion
wenigstens das Erfassen der zu bezahlenden Beträge, das Annehmen von Geld sowie die
Bereitstellung und Rückgabe des Wechselgelds umfasst und dass der über die Ausgabeschale
(6) abgegebene Betrag auf die Summe (S) der in der gleichen Kassentransaktion über
das Eingabefach (5) eingegebenen Banknoten (3) beschränkt ist.
3. Kassierstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Transportstrecke
(14) in der Kasse (2) steuerbare Ablenkmittel (29; 29') enthält, die die Banknoten
(3) entsprechend ihrem Nennwert auf Stapel (32) in eine von mehreren Kassetten (17)
lenken, dass der zweite Transportweg (14') zum Befördern der vom Stapel (32) zur Rückgabe
aus den Kassetten (17) entnommenen Banknoten (3) in den Kassierteil (1) eingerichtet
ist und dass die Kasse (2) ein vom Rechenwerk (27) abhängiges Steuergerät (31) zum
Steuern der Banknoten (3) aufweist.
4. Kassierstation nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Kasse (2)
ein Begutachtungsgerät (28) zum Feststellen von Gebrauchsspuren an den eingenommenen
Banknoten (3) vor dem ersten Ablenkmittel (29) längs des ersten Transportwegs (14)
angeordnet ist und dass das Steuergerät (31) in Verbindung mit dem Begutachtungsgerät
(28) zum Vergleichen der Gebrauchsspuren mit Vorgabewerten und zum Aussortieren der
abgenutzten Banknoten (3) eingerichtet ist, wobei das erste Abzweigmittel (29) die
aussortierten Banknoten (3) in einen Behälter (30) ablenkt.
5. Kassierstation nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenspeicher
(26) zum Sammeln der zur Abgabe an einen Kunden bestimmten Banknoten (3) unmittelbar
vor der Abgabeschale (6) im Abtransportweg (25) angeordnet ist und dass am Ende der
Kassentransation die Uebergabe der im Zwischenspeicher (26) gesammelten Banknoten
(3) an die Abgabeschale (6) gemeinsam erfolgt.
6. Kassierstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kassierteil (1) und
die Kasse (2) räumlich getrennt aufgestellt sind und die Kasse (2) in einem Sicherheitsraum
(18) angeordnet ist.
7. Kassierstation nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rechenwerk (27) zum
Datenaustausch mit externen Geräten (40) eingerichtet ist.
8. Kassierstation nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das externe Gerät (40)
ein Münzwechselautomat ist.
9. System zum Betrieb von Kassierstationen nach Anspruch 1 bestehend aus:
einer Vielzahl der Kassierstationen (1, 2; 1', 2'; 1'', 2'') mit einem Rechenwerk
(27),
einem zentralen Rechner (40) mit wenigstens einer Empfangseinheit (40') für Daten,
Verbindungsleitungen (41) zum bidirektionalen Datenaustausch zwischen den Kassierstationen
und dem Rechner (40), wobei der Datenaustausch zwischen den Rechenwerken (27) und
der Empfangseinheit (40') über die Verbindungsleitungen (41) erfolgt, und
Mittel im zentralen Rechner (40) zum Ueberwachen der Kassentransaktionen, zum Erstellen
von Listen mit dem Kassenbeständen und Abrechnungen für jede Kassenstation.
10. System nach Anspruch 9, zusätzlich enthaltend
Mittel im zentralen Rechner (40) zum Feststellen eines Alarmsignals oder eines
Betrugsversuchs, bei einer der Kassenstationen Wechselgeld zu erhalten, das den eingegebenen
Betrag übersteigt und der das Alarmsignal aussendenden Kassierstation,
Mittel im zentralen Rechner (40) zum Erzeugen eines an die das Alarmsignal aussendenden
Kassierstation adressierten Haltesignals
Mittel im Rechenwerk (27) zum Erkennen des adressierten Haltesignals und
Mittel zum Abschalten dieser Kassenstation beim Erkennen eines Haltesignals durch
die Mittel im Rechenwerk (27).