[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines außen verzahnten
Getriebeteiles gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 und dem Oberbegriff des
Patentanspruches 2.
[0002] Außenverzahnte Getriebeteile sind z. B. als Schwungräder für Schaltgetriebe oder
Anlasser im Kraftfahrzeugbau in großem Umfang im Einsatz. Bisher wurden derartige
Getriebeteile entweder dadurch hergestellt, daß z. B. die Schwungräder zweiteilig
ausgebildet waren. Hierbei wurde die Schwungradscheibe aus kaltverformtem Blech hergestellt
und die Außenverzahnung in einem gesonderten Ring mittels spanabhebender Formung gebildet.
Der Ring wurde dann an der Schwungradscheibe angeschweißt. Diese bekannte Anordnung
hat den Nachteil, daß sie kostenaufwendig ist und daß durch das Schweißverfahren Materialveränderungen
in das Schwungrad eingetragen werden, die nicht voll zu überblicken sind.
[0003] Um das Gesamtgewicht eines Getriebeteiles bei ausreichender Festigkeit sowohl im
Scheibenbereich als auch im Bereich der Außenverzahnung herabzusetzen, ist bereits
in der EP-0 333 917 A2 vorgeschlagen worden, daß die Außenverzahnung aus einem vor
deren Formung gegenüber dem Blechrohling verdickten Randbereich desselben gebildet
ist, derart, daß der Querschnitt der Außenverzahnung größer ist als der Querschnitt
einer entsprechend langen Ringzone mit der Blechstärke des Blechrohlings.
[0004] Hierzu wird vor der Formung der Außenverzahnung der betreffende Randbereich mittels
geeigneter Blechverformungsverfahren, wie Stauchung od. dgl. verdickt, wodurch Gefügeänderungen
in das Material eingetragen werden. Da für diese Getriebeteile üblicherweise Kohlenstoffstahl
eingesetzt wird, tritt eine zwangsläufige Härtung ein, die für das nachfolgende Bearbeitngsverfahren
nachteilig ist. Die Ausbildung der Zähne wird bei dieser Ausführungsform dann durch
ein Einhämmern der Zähne nach einem ebenfalls zum Stand der Technik gehörenden Verfahren
durchgeführt. Diese zweitgenannte Verfahrensweise hat weiterhin den Nachteil, daß
es immer wieder vorkommen kann, daß die Zahnflanken nicht ausreichend tragfähig sind,
so daß bei hohen Belastungen ein Brechen der Zähne auftreten kann. Außerdem hat die
bekannte Anordnung den Nachteil, daß die Zähne nicht nur auf der Außenseite des Randbereiches
der Ronde ausgebildet sind, sondern auch nach hinten zum Innenraum der Ronde eine
zahnartige Wellung dieses Randbereiches erfolgt, so daß hierdurch bei Umlauf des Rades
eine ganz erhebliche Geräuschentwicklung eintritt.
[0005] Aus der EP-0 140 576 A1 ist ein Schwungrad bekanntgeworden, das aus einem Preßteil,
d. h. einem Vorzug, hergestellt wird, wobei die an der Außenseite eines sich axial
erstreckenden Teiles vorgesehenen Zähne durch Walzen hergestellt werden. Die Zeichnung
zeigt dieses Bauteil so, als ob der Innenkranz der Zähne glatt ausgebildet ist. Dieses
Verfahren hat den Nachteil, daß von einem Vorzug ausgegangen wird, wobei die Wandstärke
des sich axial erstreckenden zylindrischen Bereiches genau der Wandstärke der Nabenfläche
entspricht, so daß entweder der Fußkranz des Zahnkranzes zu dünn und zu schwach ist,
so daß ein Brechen der Zähne eintreten kann, oder aber die Nabenfläche ist zu dick,
so daß hier eine Materialverschwendung und eine unerwünschte Gewichtserhöhung eintritt.
[0006] In der DE-38 19 957 C1 wird ein Verfahren zur Herstellung einer Riemenscheibe beschrieben,
bei der eine Metallronde in ihrem Umfangsbereich bordiert und anschließend die Bordierung
zur Bildung einer Auflagefläche flachgedrückt wird, wobei dann in die so gebildete
Auflagefläche in Umfangsrichtung verlaufende Nuten eingearbeitet werden oder es ist
auch möglich, Querverzahnungen in diese Auflagefläche einzubringen, so daß eine querverzahnte
Riemenscheibe erstellt wird. Da der Werkstoff der Bordierung aber zur Bildung der
Auflagefläche bereits verdichtet ist, sind besondere Anforderungen an die Herstellung
der Verzahnung gestellt, d. h. die Verzahnung wird in ein verdichtetes Metallteil
eingebracht.
[0007] Auch bei der Verfahrensweise gemäß der DE-39 32 823 C1 werden die Zähne in eine vorher
verdickte und in ihrem Gefüge veränderte Fläche eingedrückt.
[0008] Aus der DE-40 06 582 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Zahnrades bekannt,
bei welchem die Zahnrolle um eine Achse umläuft, die in Umfangsrichtung des zu bearbeitenden
Werkstückes steht und bei welchem die Umformarbeit in eine Vielzahl von Einzelumformschritten
aufgelöst ist, d. h. die Zähne werden in den Rand des Werkstückes eingehämmert, so
daß eine Gefügezerstörung auftritt, d. h. der Faserverlauf des Metalls wird zerstört
und hier können später Brüche auftreten.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit welchem
ausgehend von einer Ronde oder einem Vorzug ohne Materialverhärtung eine Verdickung
des Randbereiches der Ronde beim Herstellen der Zähne erzielt wird.
[0010] Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch die Lehre des Patentanspruches
1 und durch die Lehre des Patentanspruches 2 gelöst.
[0011] Mit anderen Worten ausgedrückt wird bei beiden erfindungsgemäß vorgeschlagenen Arbeitsverfahren
im Randbereich der Ronde eine Bordierung vorgesehen, d. h. ein einfaches Umbiegen
des hierzu bestimmten Rondenbereiches, so daß keine Gefügeveränderungen eintreten.
Anschließend werden über eine als Zahnrolle ausgebildete Formrolle in diesen bordierten
Bereich des Ausgangsbauteiles die Zähne eingedrückt, wobei erst zu diesem Zeitpunkt
eine Gefügeveränderung im Material des Ausgangsbauteiles eintritt.
[0012] Praktische Versuche haben gezeigt, daß es ohne weiteres möglich ist, durch diese
beiden Arbeitsverfahren ein außen verzahntes Getriebeteil zu schaffen, dessen Nabenfläche
relativ dünnwandig ist und dessen sich senkrecht zur Nabenfläche erstreckender Randbereich,
der den Zahnkranz aufnimmt, eine solche Stärke aufweist, daß die Zähne die ausreichende
Höhe und der Fußkranz des Zahnkranzes die ausreichende Festigkeit aufweist.
[0013] Zur Herstellung eines solchen Getriebeteiles wird dann gemäß der Erfindung eine Vorrichtung
vorgeschlagen, die sich im wesentlichen dadurch kennzeichnet, daß zwei synchron angetriebene
Wellen vorgesehen sind, wobei die eine Welle die Aufnahmespindel für das Werkzeug
und den Vorsetzer trägt und die andere Welle die Formrolle, wobei die Synchronisierung
dieser beiden Wellen durch einen Kettentrieb erfolgt. Hierdurch ist der Einsatz nur
eines Antriebsmotors möglich, und die bisherigen Versuche, einen Synchronlauf zwischen
einem Werkzeug und einer Formrolle durch elektronische Schaltung zu erreichen, hat
sich bei den hohen, hier auftretenden Kräften nicht bewährt.
[0014] Die Umlenk- und Spannrollen sind außerdem zusätzlich auf dem Schlitten durch Stellschrauben
in ihrer Lage einstellbar, so daß dadurch ein Verstellen der einzelnen Umlenk- und
Spannrollen durch die Stellschrauben möglich wird, woraus sich die Möglichkeit ergibt,
die Zahnrolle zum Werkzeug exakt auszurichten. Mit anderen Worten ausgedrückt wird
dadurch erreicht, daß man die Zahnrolle unabhängig vom Schlitten und unabhängig vom
Werkzeug in ihrer Drehstellung einstellen kann und damit auf das Werkzeug ausrichten
kann.
[0015] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert.
[0016] Die Zeichnungen zeigen dabei in den
- Fig. 1 bis 4
- die Herstellung eines außen verzahnten Getriebeteiles aus einer Metallronde,
- Fig. 5
- das erzielte Getriebeteil,
- Fig. 6
- eine abgeänderte Möglichkeit zur Erzielung der Bordierung,
- Fig. 7
- den Einsatz einer Zahnrolle in Verbindung mit einem eine Bordierung aufweisenden Vorzug
und in
- Fig. 8
- schematisch die Anordnung der Synchronisation des Werkzeuges und der Formrolle.
[0017] In Fig. 1 ist bei 1 eine Metallronde dargestellt, die zwischen einem Werkzeug 2 und
einem Vorsetzer 3 festgelegt ist. Das Werkzeug weist einen Aufnahmeraum 7 auf.
[0018] Oberhalb der Metallronde 1 ist eine Bordierrolle 4 dargestellt, die einen mittleren
abgerundeten Bereich und zwei an diesem befestigte Gegenhalterscheiben 4a und 4b aufweist.
[0019] Bei der in Fig. 2 dargestellten Anordnung hat sich die Bordierrolle 4 auf das Werkzeugteil
zubewegt und dabei die Metallronde 1 bordiert, so daß die Bordierung 6 entstanden
ist.
[0020] Bei der Darstellung in Fig. 3 ist die Bordierrolle 4 durch eine Zahnrolle 5 ersetzt,
die als Formrolle arbeitet und einen mittleren Bereich aufweist, der an seinem Außenumfang
Zähne aufweist, wobei zusätzlich durch die Gegenhalterscheiben 5a und 5b ein Aufnahmeraum
8 geschaffen wird. In Fig. 3 ist ein Zahn 9 der Zahnrolle 5 erkennbar.
[0021] Durch weiteres Zustellen der Zahnrolle 5, so wie dies in Fig. 4 dargestellt ist,
wird nunmehr die Bordierung 6 in dem durch den Aufnahmeraum 7, den Aufnahmeraum 8
und den Zwischenraum zwischen den Zähnen 9 gebildeten Raum hineingepreßt, so daß dadurch
der umlaufende Zahnkranz gebildet wird, so wie dies Fig. 5 der Zeichnungen zeigt.
[0022] In Fig. 5 ist mit 12 die Nabenfläche eines Anlasserzahnrades bezeichnet, wobei diese
Nabenfläche eine Dicke
a aufweist. Der Zahnkranz in diesem Bauteil wird durch die Zähne 10 und den durchgehenden
Fußkranz 11 gebildet, wobei die Stärke des Fußkranzes 11 mindestens der Stärke der
Nabenfläche 12 entspricht.
[0023] Fig. 6 zeigt Fig. 3 entsprechend ein Ausgangsteil, beispielsweise eine Metallronde,
deren Bordierung nicht halbkreisförmig wie in Fig. 3 dargestellt ausgebildet ist,
sondern die lediglich etwas angebogen ist, so dann bei Tätigwerden der in Fig. 4 dargestellten
Zahnrolle dasselbe Ergebnis erzielt wird wie in Fig. 4 dargestellt.
[0024] In Fig. 7 ist das zur Herstellung des Getriebeteiles gemäß Fig. 5 erforderliche Ausgangsprodukt
ein Vorzug 16, wobei dieser Vorzug 16 neben einer Bordierung 17 einen sich in axialer
Richtung der Nabenfläche erstreckenden flansch 18 aufweist, der später mit sogenannten
Geberlöchern versehen werden kann, wenn dieses Getriebeteil im Kraftfahrzeugbau im
Bereich des Anlassers eingesetzt wird. Obgleich bei dem in Fig. 7 dargestellten Bauteil
die Notwendigkeit eines zweistufigen Verfahrens besteht, nämlich in einem ersten Arbeitsverfahren
muß der Vorzug 16 gedrückt werden und dann muß dieses Bauteil umgespannt werden und
auf eine Formmaschine aufgespannt werden, wird trotzdem der große Vorteil erreicht,
daß der für die Aufnahme der Geberlöcher erforderliche Flansch 18 einteilig mit der
Nabenfläche des Getriebeteiles hergestellt werden kann. Auch in diesem Fall wird nach
Aufspannen des Vorzuges 16, so wie in Fig. 7 dargestellt, der Zahnkranz durch Zustellen
einer Zahnrolle 20 gebildet, wobei sich die Bordierung 17 dann in den Aufnahmeraum
1a des Werkzeuges und 8a der Zahnrolle 20 einpreßt.
[0025] In Fig. 8 ist eine Vorrichtung schematisch dargestellt, bei der eine Welle 22 erkennbar
ist, die an ihrem oberen Bereich die Aufnahmespindel für das Werkzeug trägt. Im unteren
Bereich trägt die Welle 22 ein Kettenrad 23.
[0026] Weiterhin ist ein Schlitten 21 erkennbar, der eine Welle 24 trägt, die in ihrem oberen
Bereich die Zahnrolle trägt, während im unteren Bereich ein Kettenrad 25 erkennbar
ist. Die beiden Kettenräder 23 und 25 werden über eine Kette 26 miteinander verbunden,
die u. a. über Umlenk- und Spannrollen 27 und 28 geführt ist, die auf einem Schlitten
29 drehbar gelagert sind. Dieser Schlitten 29 kann über eine hydraulische Kolben-Zylinderanordnung
vor- und und zurückbewegt werden, wobei bei entsprechender Bewegung des Schlittens
21, der über eine nicht dargestellte mechanische Einrichtung verstellt werden kann,
ein entsprechendes Nachspannen der Kette 26 durch die hydraulische Kolben-Zylinderanordnung
30 erfolgt. Hierdurch ist der Antrieb der beiden Wellen 22 und 24 über einen Motor
möglich und es wird ein absoluter Synchronlauf trotz der hohen auftretenden Drücke
erreicht.
[0027] Mit 31 und 32 sind in Fig. 8 zwei Stellschrauben angedeutet, mit denen es möglich
ist, unabhängig von der Verstellung des Schlittens 29, die Umlenkund Spannrollen 27
und 28 in ihrer Dreheinstellung zu regulieren, so daß dadurch exakte Ausrichtungen
der Zahnrolle zum Werkzeug möglich sind.
1. Verfahren zur Herstellung eines außen verzahnten Getriebeteiles (15) aus einer Metallronde
(1) mit einer Nabenfläche (12) und einem umlaufenden, aus einem Fußkranz (11) und
daran nach außen vorstehenden Zähnen (10) gebildeten Zahnkranz, der sich im wesentlichen
senkrecht zur Nabenfläche (12) erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallronde (1) in ihrem Umfangsbereich bordiert und anschließend die Bordierung
(6) zur gleichzeitigen Bildung der Zähne (10) in einem Aufnahmeraum (7) eines Werkzeuges
(2) und einem Aufnahmeraum (8) einer Zahnrolle (5) flachgedrückt, d. h. spanlos geformt
wird.
2. Verfahren zur Herstellung eines außen verzahnten Getriebeteiles (15) aus einem Vorzug
(16) mit einer Nabenfläche (12) und einem umlaufenden, aus einem Fußkranz (11) und
daran nach außen vorstehenden Zähnen (10) gebildeten Zahnkranz, der sich im wesentlichen
senkrecht und einseitig zur Nabenfläche (12) erstreckt, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Tiefzieh- oder Drückverfahren aus einer Metallronde ein Vorzug (16)
mit einer Bordierung (17) und einem sich daran anschließenden, im wesentlichen senkrecht
zur Nabenfläche (12) erstreckenden Flansch (18) hergestellt wird und anschließend
die Bordierung (17) zur gleichzeitigen Bildung der Zähne (10) in einem Aufnahmeraum
eines Werkzeuges (2a) und einem Aufnahmeraum (8a) einer Zahnrolle (20) flachgedrückt,
d. h. spanlos geformt wird.
3. Vorrichtung zur Herstellung eines außen verzahnten Getriebeteiles, wobei die Profilierung
nach Zustellen wenigstens einer Zahnrolle mittels dieser durch Drücken erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß das Werkzeug (2, 2a) stationär auf einer Aufnahmespindel angeordnet ist, die
Zahnrolle 5, 20) auf einem Schlitten (21) angeordnet ist, der auf das Werkzeug (2)
zu bewegbar ist, wobei die das Werkzeug tragende Aufnahmespindel ein Kettenrad (23)
trägt und die die Zahnrolle (5, 20) unter Zwischenschaltung eines Getriebes in gleicher
Drehrichtung wie das Werkzeug antreibende Welle (24) ein Kettenrad (25) trägt, die
miteinander über eine Kette (26) verbunden sind, wobei in diese Kette (26) zwei auf
einem Schlitten (29) gelagerte Umlenk- und Spannrollen (27) und (28) eingeschaltet
sind und über eine hydraulische Kolben-Zylinderanordnung (30) gegenüber dem die Welle
(24) tragenden Schlitten (21) verstellbar sind und als Kettenspanner wirken.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine Verstellung der Spannrollen (27) und (28) ermöglichende Stellschrauben (31)
und (32).
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bordierung (6) mittels einer als Zahnrolle (5) ausgebildeten Formrolle erfolgt.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bordierung (17) mittels einer als Zahnrolle (20) ausgebildeten Formrolle
erfolgt.