[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Blechmänteln, insbesondere
für Palettenbehälter mit einem Innenbehälter aus Kunststoff, bei dem ein rechteckiger
Zuschnitt aus Stahlblech rohrförmig gebogen wird und die Stoßränder des Rohrkörpers
fest miteinander verbunden werden, der Rohrkörper aus Stahlblech über eine Reckpresse
gezogen wird, deren Spreizbacken die Form der Schmalseiten des Kunststoff-Innenbehälter
aufweisen, und durch Auseinanderfahren der Spreizbacken der Reckpresse die Breitseiten
des Blechmantels bis zum Fließen des Materials gereckt und damit kaltverfestigt werden.
[0002] Bei diesem aus der DE 26 38 238 C3 bekannten Verfahren zur Herstellung von Blechmänteln
für die Kunststoff-Innenbehälter von Palettenbehältern, bei dem die Stoßränder des
aus einem rechteckigen Blechzuschnitt gebogenen Rohrkörpers miteinander verschweißt
werden, ist es nicht zu verhindern, daß beim Recken der Rohrkörper auf der Reckpresse
zu Blechmänteln die Schweißnaht bei einer Vielzahl von Blechmänteln einreißt. Ein
weiterer Nachteil dieses bekannten Herstellungsverfahrens ist darin zu sehen, daß
teure Schweißmaschinen zum Verschweißen der rohrförmig gebogenen Blechzuschnitte zu
Rohrkörpern benötigt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße Herstellungverfahren
im Hinblick auf eine minimale Ausschußrate und die Einsparung von teuren Schweißmaschinen
weiterzuentwickeln.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch das Herstellungsverfahren mit den
Merkmalen des Patentanspruches 1.
[0005] Die Unteransprüche sind auf vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Fertigungsverfahrens
gerichtet.
[0006] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren ermöglicht eine derart feste Verbindung
der Stoßränder der rohrförmig gebogenen Blechzuschnitte, daß ein Einreißen der Blechmäntel
an den Verbindungsstellen beim Reckvorgang ausgeschlossen ist, und erübrigt den Einsatz
teurer Schweißmaschinen durch den Wegfall der Schweißnähte der Rohrkörper als Ausgangsprodukte
für die Blechmäntel.
[0007] Die Erfindung ist nachstehend anhand von Zeichnungen erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Palettenbehälters mit einem Blechmantel und einem Kunststoff-Innenbehälter,
- Fig. 2
- eine Draufsicht des rechteckigen Blechzuschnitts zur Herstellung des Rohrkörpers als
Ausgangsprodukt für den auf einer Reckpresse zu fertigenden Blechmantel,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung des Rohrkörpers, die
- Fign. 4 und 5
- Schnitte nach den Linien IV-IV und V-V der Fig. 3 in vergrößerter Darstellung und
die
- Fign. 6 und 7
- zwei Phasen beim Recken des Rohrkörpers auf einer Reckpresse zu einem Blechmantel.
[0008] Der als Ein- und Mehrzweckbehälter verwendete Palettenbehälter 1 nach Fig. 1 für
den Transport und zur Lagerung von Flüssiggut weist als Hauptbauteile einen austauschbaren
Innenbehälter 2 aus Polyethylen mit rechteckigem Grundriß und abgerundeten Ecken,
der mit einem durch einen Schraubdeckel 4 verschließbarem Einfüllstutzen 3 und einem
Entnahmehahn 5 ausgestattet ist, einen Blechmantel 6 mit einem abnehmbaren Blechdeckel
7 sowie eine als flache Bodenwanne 9 aus Blech ausgebildete Palette 8 mit euronormgerechten
Längen- und Breitenabmessungen zur formschlüssigen Aufnahme des Kunststoff-Innenbehälters
2 auf.
[0009] Zur Herstellung des Blechmantels 6 wird ein rechteckiger Blechausschnitt 10 aus verzinktem
Stahlblech, dessen Schmalseiten 11, 12 zu Doppelfalzrändern 11a, 12a und dessen Breitseiten
13, 14 zu Doppelfalzrändern 13a, 14a umgekantet werden, zu einem Rohrkörper 15 gebogen,
dessen schmalseitige Doppelfalzränder 11a, 12a miteinander verhakt werden (Fig. 3-5).
[0010] Aus den zusammengehakten Doppelfalzrändern 11a, 12a des Rohrkörpers 15 wird eine
Reihe von beabstandeten Verbindungslaschen 16 durch Schnittprägen nach außen parallel
zu den Doppelfalzrändern 11a, 12a ausgeformt, und die Doppelfalzränder 11a, 12a werden
durch einen durch die Verbindungslaschen 16 gezogenen Draht 17, dessen Enden 17a,17b
an den beiden äußeren Verbindungslaschen 16a, 16b befestigt werden, gegeneinander
verriegelt (Fig. 3-5).
[0011] Der Rohrkörper 15 wird auf eine Reckpresse 18 aufgezogen, deren Spreizbacken 19 die
Form der Schmalseiten 2a, 2b des Kunststoff-Innenbehälters 2 aufweisen. Beim Aufziehen
auf die Reckpresse 18 wird der Rohrkörper 15 derart ausgerichtet, daß im Bereich einer
Spreizbacke 19 der Reckpresse 18 befinden sich die zusammengehakten Doppelfalzränder
11a, 12a des Rohrkörpers 15.
[0012] Beim Auseinanderfahren der Spreizbacken 19 der Reckpresse 18 durch einen Druckmittelzylinder
20 nimmt der Rohrkörper 15 die Form des Blechmantels 6 an. Bei dem Reckvorgang wirkt
der Rohrkörper 15 aus Blech bzw. der entstehende Blechmantel 6 wie ein Bremsband,
so daß in der Hauptsache die Breitseiten 21 des Blechmantels 6 gereckt werden, da
die Spreizbacken 19 so weit auseinandergedrückt werden, daß das Blechmaterial in den
Breitseiten 21 leicht zum Fließen gebracht wird und sogar ein leichter "Säbeleffekt"
in diesen Breitseiten hervorgerufen wird. Durch das Recken des Blechmaterials wird
nicht nur eine Kaltverfestigung desselben erreicht, sondern auch dem Blechmantel 6
eine solche endgültige Form gegeben, daß er am Kunststoff-Innenbehälter 2 eng anliegt
und bei geringstmöglicher Blechstärke eine maximale Stabilität erhält. Ferner kann
durch das Recken des Blechmantels 6 beim rechteckigen Blechzuschnitt 10 Material eingespart
werden, und für die Formgebung des Blechmantels 6 ist keine komplizierte und teure
Spezialpresse mit großen Preßformen erforderlich.
1. Verfahren zur Herstellung von Blechmänteln, insbesondere für Palettenbehälter mit
einem Innenbehälter aus Kunststoff, bei dem ein rechteckiger Zuschnitt aus Stahlblech
rohrförmig gebogen wird und die Stoßränder des Rohrkörpers fest miteinander verbunden
werden, der Rohrkörper aus Stahlblech über eine Reckpresse gezogen wird, deren Spreizbacken
die Form der Schmalseiten des Kunststoff-Innenbehälters aufweisen, und durch Auseinanderfahren
der Spreizbacken der Reckpresse die Breitseiten des Blechmantels bis zum Fließen des
Materials gereckt und damit kaltverfestigt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schmalseiten (11, 12) des rechteckigen Blechzuschnitts (10) zu einem Mehrfachfalzrand,
vorzugseise einem Doppelfalzrand (11a, 12a) umgekantet werden, die Doppelfalzränder
(11a, 12a) des aus dem Blechzuschnitt (10) gebogenen Rohrkörpers (15) miteinander
verhakt werden, aus den zusammengehakten Doppelfalzrändern (11a, 12a) eine Reihe von
beabstandeten Verbindungslaschen (16) durch Schnittprägen nach außen parallel zu den
Doppelfalzrändern (11a,12a) ausgeformt werden, die Doppelfalzränder (11a, 12a) durch
einen durch die Verbindungslaschen (16) gezogenen Draht (17) gegeneinander verriegelt
werden und der derart hergestellte Rohrkörper (15) auf der Reckpresse (18) zu einem
Blechmantel (6) geformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden (17a, 17b) des durch
die Verbindungslaschen (16) gezogenen Verriegelungsdrahtes (17) an den beiden äußeren
Verbindungslaschen (16a, 16b) befestigt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohrkörper (15) derart
auf die Reckpresse (18) aufgezogen wird, daß sich die zusammengehakten Doppelfalzränder
(11a, 12a) des Rohrkörpers (15) im Bereich einer Spreizbacke (19) der Reckpresse (18)
befinden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Spreizbacke(19) der Reckpresse
(18) mit einer ihrer beiden abgerundeten Eckkanten zur Anlage an die zusammengehakten
Doppelfalzränder (11a, 12a) des Rohrkörpers (15) kommt.
5. Verfahren nach Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmalseiten (11,
12) und die Breitseiten (13, 14) des rechteckigen Blechzuschnitts (10) zu Doppelfalzrändern
(11a-14a) umgekantet werden.