| (19) |
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(11) |
EP 0 556 194 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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28.01.1998 Patentblatt 1998/05 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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12.04.1995 Patentblatt 1995/15 |
| (22) |
Anmeldetag: 27.09.1991 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP9101/851 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9208/679 (29.05.1992 Gazette 1992/12) |
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| (54) |
LUFTTROCKNENDE BINDEMITTEL
AIR-DRYING BINDERS
LIANTS SECHANT A L'AIR
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
| (30) |
Priorität: |
07.11.1990 DE 4035359
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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25.08.1993 Patentblatt 1993/34 |
| (73) |
Patentinhaber: GÜLS, Volker |
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D-51145 Köln (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- GÜLS, Volker
D-51145 Köln (DE)
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| (74) |
Vertreter: Jönsson, Hans-Peter, Dr.Dipl.-Chem. et al |
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Patentanwälte
von Kreisler Selting Werner
Postfach 10 22 41 50462 Köln 50462 Köln (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 146 098 EP-A- 0 276 657 EP-A- 0 304 767
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EP-A- 0 211 712 EP-A- 0 294 501 JP-A-61 258 743
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- World Patent Index Latest, Derwent Publications Ltd, (London, GB) & JP,A, 61258743
- Chemical Abstracts, volume 101, No.42, 1984 (Columbus, Ohio, US) see page 95, abstract
74471e, & JP;A,5964138
- Chemical Abstrats, volume 17, No.42, 1987 (Columbus, Ohio, US) see abstract 218228s,
& RO,A,91529
- Derwent Abstract Nr OD/86/343 827
- Merkblatt Polyöl 110 Hüls v. April 1975
- Produktinformation POLYVEST OC 4000 (Jan. 1989)
- Die Baustofflösung, Hüls, 7.4. Syntheseöl BF (1974) nebst Anlagen A1-A3
- Broschüre UNIVEST; Fa. Hüls, Nr 1119 (Sept 1985)
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Bemerkungen: |
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Die Akte enthält technische Angaben, die nach dem Eingang der Anmeldung eingereicht
wurden und die nicht in dieser Patentschrift enthalten sind. |
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[0001] Die Erfindung betrifft lufttrocknende Bindemittel auf der Basis von bei Raumtemperatur
flüssigen Polybutadienölen und speziellen Kohlenwasserstoffen und Terpentinöl sowie
deren Verwendung zur Verfestigung, Verklebung, Beschichtung oder Imprägnierung von
Baustoffen, Reststoffen, Abfallstoffen und sonstigen Materialien aller Art.
[0002] Die Verwendung von bei Raumtemperatur flüssigen Butadienölen zur Herstellung von
lufttrocknenden Harzen ist seit langem im Stand der Technik beispielsweise aus Römpps
Chemielexikon, 9. Auflage, Seite 3280 (Heidel und Dittmann, Chimia, 22, (1968, S.
213-218), bekannt. Auf dem Bausektor haben jedoch Butadienöle in der Vergangenheit
aufgrund der schwierigen Verarbeitbarkeit wenig Anklang gefunden. Bekanntermaßen trocknen
die flüssigen Polybutadienöle unter der Einwirkung von Luftsauerstoff relativ schnell
aus, so daß eine Lagerung unter Schutzgas empfohlen wird. Auch die Verwendung von
Lösungsmitteln wie Testbenzinen zur Einstellung der Viskosität der Polybutadienöle
beinhaltet gewisse Schwierigkeiten, wenn das mit den Polybutadienölen zu verfestigende
Produkt bei üblichen Umgebungstemperaturen wie beispielsweise Raumtemperatur an der
Luft getrocknet werden soll. Darüber hinaus reagieren die im Handel erhältlichen Polybutadienöle
außerordentlich leicht mit Wasser, so daß die zu verbindenden Baustoffe bisher in
besonders trockener, praktisch wasserfreier Form eingesetzt werden mußten.
[0003] EP 0 211 712 A1 beschreibt ein organisches Bindemittel zur Behandlung von porösen
Baustoffen mittels einer Lösung von bei Raumtemperatur flüssigen Polybutadienölen
in aromatischen oder aliphatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Xylol, Toluol,
Benzin F und Testbenzin.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, lufttrocknende Bindemittel
auf der Basis von bei Raumtemperatur flüssigen Polybutadienölen bereitzustellen, die
einfach und ohne Schutzgasatmosphäre handhabbar sind und den zu verfestigenden Materialien
eine hohe Druckfestigkeit verleihen. Bei der Verklebung, Beschichtung oder Imprägnierung
von Materialien besteht die vornehmliche Aufgabe darin, diesen einen festen inneren
Verbund zu verleihen und/oder die Oberfläche vor Umwelteinflüssen zu schützen, sowie
eine möglichst optimale Verklebung der Materialien oder Grundierung für weitere Oberflächenbehandlungen
zur Verfügung zu stellen.
[0005] Weiterhin ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung Reststoffe und Abfallstoffe wie
beispielsweise Kunststoff oder Schaumstoffreste einer geeigneten Wiederverwendung
zuzuführen.
[0006] Die vorstehend genannten Aufgaben wurden gelöst mit
einem lufttrocknenden Bindemittel auf der Basis von bei Raumtemperatur flüssigen Polybutadienölen
und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß sie 35 bis 89,5
Gew.-% aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe, die weniger als 100 ppm Aromaten
enthalten mit einer Verdunstungszahl nach DIN 53170 im Bereich von mehr als 100 bis
1000 und 0,5 bis 30 Gew.-% Terpentinöl enthalten.
[0007] Überraschenderweise wurde nach langwierigen Testversuchen herausgefunden, daß die
erfindungsgemäß einzusetzenden aromatenfreien Kohlenwasserstoffe und das, Terpentinöl
in der Lage sind, handelsüblichen Polybutadienölen eine erniedrigte Viskosität zu
verleihen, die erstmals eine außerordentlich einfache Handhabung erlauben. Das Merkmal
der Aromatenfreiheit ist hier von besonderer Bedeutung, da übliche Aromatengehalte
in handelsüblichen aliphatischen Kohlenwasserstoffen, beispielsweise Testbenzin, das
Bindemittel unbrauchbar machen und aus Umweltschutzgründen nicht empfehlenswert sind.
[0008] Es wurde gefunden, daß mit Hilfe der vorliegenden Erfindung auch Materialien wie
Sand, die mehr als 2 Gew.% Wasser enthalten, verbunden werden können, während bisher
im Stand der Technik besondere Vorbereitungen getroffen werden mußten, beispielsweise
das Ausglühen, um die Wassergehalte möglichst klein zu halten. So war es bisher erforderlich
Sande mit einem SiO
2-Gehalt von mehr als 99,5% einzusetzen.
[0009] Darüber hinaus wurde gefunden, daß Polybutadienöle in Anwesenheit der aromatenfreien
aliphatischen Kohlenwasserstoffe und dem Terpentinöl in handelsüblichen Behältern
ohne Schutzgasatmosphäre praktisch unbegrenzt gelagert werden können, ohne die Eigenschaften
zu verändern. Andererseits wird jedoch beim Vermischen, Streichen, nach Hochdruck-
oder Niederdruckverfahren, Eintauchen, Besprühen oder sonstigen Verfahren mit Baustoffen,
Reststoffen, Abfallstoffen und sonstigen Materialien aller Art eine Abbinde- oder
Trockenzeit erreicht, die eine problemlose Anwendung der lufttrocknenden Bindemittel
für eine Vielzahl von Produkten erlaubt.
[0010] Bei Raumtemperatur oder leicht erhöhter Temperatur bis etwa 50 oder 70 °C werden
beispielsweise Topf Zeiten (Abbindezeiten) von wenigen Stunden bis einigen Tagen erreicht,
die je nach Bedarf eingestellt werden können. Auch Verarbeitungstemperaturen unterhalb
0 °C, beispielsweise bis -50 °C, sind ohne weiteres möglich. Die Topfzeit ist selbstverständlich
neben der Temperatur auch von den zu verfestigenden, zu verklebenden, zu beschichtenden
oder zu imprägnierenden Materialien und der Menge des lufttrockenden Bindemittels,
bezogen auf die jeweiligen Materialien, abhängig. Die Einstellung vorgewählter Topfzeiten
ist durch einfache Versuche möglich, bei denen insbesondere die Temperatur und die
Menge des Bindemittels, bezogen auf die jeweiligen Materialien, variiert wird. Darüber
hinaus läßt sich selbstverständlich auch das Mengenverhältnis von Polybutadienölen
zu aromatenfreien aliphatischen Kohlenwasserstoffen und/oder dem Terpentinöl in einem
breiten Bereich variieren und somit neben der Topfzeit auch die verfestigende Wirkung
des lufttrocknenden Bindemittels variieren. Hohe Polybutadienanteile führen hier in
der Regel zu festen Verbunden. Durch Zugabe von Wasser, beispielsweise in einer Menge
von bis zu 20%, bezogen auf das Bindemittel, läßt sich eine außerordentlich lange
Abbindezeit einstellen. Die Verwendung von bis zu 99 % Wasser erlaubt die Herstellung
von Flächenbegrünungen.
[0011] Wenn im Sinne der vorliegenden Erfindung die Rede von Polybutadienölen ist, so werden
hierunter unsubstituierte und substituierte Polybutadiene verstanden, die in vielfältiger
Form im Handel von verschiedensten Herstellern erhältlich sind.
[0012] Besonders bevorzugt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein Polybutadienöl, das
etwa 72 % 1,4-cis-Doppelbindungen, etwa 27 % 1,4-trans-Doppelbindungen und etwa 1
% 1,2-Vinyl-Doppelbindungen aufweist, das darüber hinaus eine Molmasse von etwa 1800,
eine Dichte von etwa 0,91 g/cm
3 und eine Viskosität von 770 mPas (Brookfield) besitzt. Bei dem unter der Bezeichnung
Polyöl
R 110 im Handel erhältlichen Produkt variieren die Anteile der jeweiligen Doppelbindungen
um die genannten Werte. Ebenso stellt die Angabe der Molmasse nicht auf das ausschließliche
Vorhandensein von Polybutadien mit der genannten Molmasse ab, sondern hierunter ist
ein mittleres Molekulargewicht zu verstehen, das bedingt durch unterschiedliche Chargen
auch variiert. Aus der Angabe der Viskositätszahl bei 20 °C ergibt sich, daß es sich
zwar um ein fließfähiges, jedoch relativ hochviskoses Polybutadienöl handelt. Die
Polybutadienöle haben auch bei Temperaturen bis unter -50 °C eine noch ausreichende
Viskosität.
[0013] Den Polybutadienölen können in einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
an sich aus dem Stand der Technik bekannte Zusatzstoffe, die auch Synthesekautschuk
zugesetzt werden können, in gleicher Weise zugesetzt werden. Eine Übersicht über im
Stand der Technik bekannte Kautschuk-Chemikalien und-Zuschlagsstoffe gibt Ullmanns
Enzyklopädie der Technischen Chemie, 4. Auflage, Band 13, Seiten 637-671. Dementsprechend
können in einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung die Polybutadienöle
insbesondere Hydrophobierungs-, Alterungs- und Ermüdungsschutzmittel, Füllstoffe,
Pigmente sowie sämtliche auf dem Bausektor bekannten Polymerharze auf der Basis von
Polyurethanen, Silikonen, Epoxiden, Acrylaten, Polyestern, Polysulfiden auf der Basis
anorganischer und organischer Lösungsmittel sowie auch auf Wasserbasis (Lösung oder
Emulsion) enthalten. Geeignete Mengen dieser Mittel sind dem Fachmann einerseits aus
der Synthesekautschukherstellung bekannt; andererseits sind diese Mengen auch durch
einfache Versuche zu ermitteln. Voraussetzung für deren Einsatz ist jeweils die Verträglichkeit
mit den Polybudtadienölen und den einzusetzenden Lösungsmitteln. So können dem erfindungsgemäßen
Bindemittel beispielsweise im Stand der Technik bekannte anorganische und/oder organische
Hydrophobierungsmittel wie Zinn-organische Verbindungen, Silikone, Alkylchlor- und
Alkylalkoxysilane, Paraffine, Wachse, Metallseifen auch mit Zusätzen an Aluminium-
oder Zirkonium-Salzen, quartäre organische Verbindungen, Harnstoff-Derivate oder Fettsäure-modifizierte
Melaminharze zugesetzt werden. Die einzusetzenden Mengen richten sich dabei nach dem
gewünschten Grad der Hydrophobierung und können bei Bedarf vom Fachmann mit einfachen
Versuchen ermittelt werden.
[0014] Zur Beschleunigung der Trocknung ist der Einsatz von Übergangsmetallverbindungen,
insbesondere organischen Metallsalzen von Übergangsmetallen auch aus der Synthesekautschukherstellung
bekannt. Dementsprechend besteht eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung darin, Polybutadienöle mit Trockenstoffen vom Typ mehrwertiger organischer
Metallsalze einzusetzen, die eine besonders gezielte Abbindungszeit ermöglichen.
[0015] In gleicher Weise kann es erforderlich sein, den Polybutadienölen Netzmittel zuzusetzen,
um eine verbesserte Haftfestigkeit zwischen den getrockneten Polybutadienölen und
dem zu verfestigenden, zu verklebenden, zu beschichtenden oder zu imprägnierenden
Material zu erzielen. Aufgrund der ansich hydrophoben Natur der Polybutadienöle selbst
haben sich nichtionoge Netzmittel als besonders vorteilhaft herausgestellt, wobei
insbesondere Nonylphenolethoxylate bevorzugt verwendet werden. Als organische Metallsalze
werden vorzugsweise Kobalt, Blei, Magnesium und/oder Mangan enthaltende Verbindungen
eingesetzt, jeoch in derart geringen Anteilen, daß die Umweltverträglichkeit des Produkts
nicht beeinträchtigt wird, insbesondere die Wassergefährdungsklasse nach den einschlägigen
Bauverordnungen nicht verschlechtert wird.
[0016] Prinzipiell sind zwar alle bekannten Kohlenwasserstoffe geeignet, die Viskosität
von Polybutadienölen zu reduzieren. Handelsübliche Kohlenwasserstoffe, die vielfach
als Lösungsmittel eingesetzt werden, enthalten jedoch meist einen mehr oder weniger
großen Anteil an Aromaten, insbesondere Benzol. Demgegenüber besteht die Erfindung
darin, aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe insbesondere mit Verdunstungszahlen
nach DIN 53 170 (Verdunstungszahl von Diethylether = 1) im Bereich oberhalb von 50;
vorzugsweise im Bereich von 100 bis 1000 einzusetzen. Hierbei wird erreicht, daß der
aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoff oder das aliphatische Kohlenwasserstoffgemisch
bei der Anwendung der Bindemittel in vergleichbarer Zeit verdunstet, wie die Autoxidation
der Polybutadienöle fortschreitet. Bevorzugt eingesetzt werden daher im Sinne der
vorliegenden Erfindung Gemische von Isoparaffinen mit 8 bis 16 C-Atomen, insbesondere
11 bis 13 C-Atomen und Aromatengehalten von weniger als 100 ppm, insbesondere 50 ppm.
Wenn im Zusammenhang mit der Erfindung also die Rede von aromatenfreien aliphatischen
Kohlenwasserstoffen ist, so bedeutet dies, daß die einzusetzenden aliphatischen Kohlenwasserstoffe,
die auch im Handel erhältlich sind, auch solche einschließen, die nur geringe Mengen
an Benzol, beispielsweise 100 ppm oder weniger, enthalten.
[0017] Terpentinöl ist beispielsweise in Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, 4.
Auflage, Band 22, Seite 553 bis 564 definiert und umfaßt im weitesten Sinne natürliche
oder synthetische Gemische von mono- und bicyclischen Monoterpenen neben in der Regel
kleinen Mengen an Terpen-Sauerstoff-Verbindungen (z.B. Terpenalkohole), Sesquiterpenen
und andere Verbindungen. So wird weiterhin unterschieden in Balsamterpentinöl, Wurzelterpentinöl,
Sulfatterpentinöl und Kienöl einschließlich Terpentinersatz, Pine Oil oder Orangenterpenen.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird Pine Oil als
Bestandteil der lufttrocknenden Bindemittel eingesetzt. Hierunter versteht man nach
Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, 4. Auflage, Band 22, Seite 561 und 562,
brennbare, farblose bis gelbe, ölige angenehm riechende Flüssigkeiten, deren Hauptkomponenten
aus Terpenalkoholen, hauptsächlich α-Terpineolen und Terpen-Kohlenwasserstoffen besteht.
Synthetisches Pine Oil unterscheidet sich in der chemischen Zusammensetzung von natürlichem,
insbesondere durch das Fehlen von Borneol, Campher, Ester, Anethol und Sesquiterpenen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind jedoch synthetische und natürliche Pine
Oils gleichermaßen einsetzbar.
[0019] Erfindungsgemäß enthalten also die Bindemittel aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe
und Terpentinöl nebeneinander.
[0020] Das Mengenverhältnis dieser Bestandteile untereinander ist im Rahmen der vorliegenden
Erfindung in der Regel nicht kritisch, da beide Bestandteile die gleiche Aufgabe,
nämlich die Einstellung der Viskosität und der Trocknungszeit des Bindemittels lösen.
Darüber hinaus bewirken diese Bestandteile eine gute Beständigkeit sogar feuchten
Materialien gegenüber, die die erfindungsgemäßen Bindemittel einer sehr breiten Anwendung
zugänglich machen.
[0021] Ebenso von gewisser Bedeutung ist die Gesamtmenge der einzusetzenden aromatenfreien
aliphatischen Kohlenwasserstoffe und Terpentinöl bezogen auf die Polybutadienöle.
Eine zu geringe Menge an aromatenfreien aliphatischen Kohlenwasserstoffen und Terpentinöl
bedingt selbstverständlich eine hohe Viskosität des Bindemittels, das dieses für viele
praktische Anwendungen wenig geeignet erscheinen läßt. Andererseits ist für bestimmte
Anwendungen eine geringe Viskosität erwünscht, vornehmlich bei der Verklebung oder
Imprägnierung von Materialien, bei denen ein möglichst tiefes Eindringen des Bindemittels
in das Material erwünscht ist. Beim Beschichten von Oberflächen kann dagegen eine
hohe Viskosität erwünscht sein, wenn eine sofortige Haftung auf der Oberfläche angestrebt
wird. Gleiches gilt auch für bestimmte Anwendungen beim Verkleben oder Imprägnieren.
[0022] Eine zu starke Verdünnung der Polybutadienöle mit aromatenfreien aliphatischen Kohlenwasserstoffen
und Terpentinöl andererseits bedingt eine geringe Verfestigungswirkung der Bindemittel,
die allerdings durch ein angepaßtes Mengenverhältnis von zu verfestigendem Material
und Bindemittel wieder ausgeglichen werden kann.
[0023] Aufgrund des Eigengeruchs des Terpentinöls werden die einzusetzenden Mengen hier
üblicherweise geringer gehalten, so daß neben den Polybutadienölen Terpentinöl einer
Menge von 0,5 bis 30, insbesondere 1 bis 20 Gew.%, in den erfindungsgemäßen Bindemitteln
enthalten ist. Die genannten Mengenangaben für aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe
und Terpentinöl sind dabei für die Möglichkeiten ausgelegt, daß die aromatenfreien
aliphatischen Kohlenwasserstoffe und Terpentinöl, insbesondere Pine Oil, jeweils alleinige
Bestandteile der Bindemittel sind und darüber hinaus auch für den Fall, daß neben
aromatenfreien aliphatischen Kohlenwasserstoffen auch Terpentinöl in den erfindungsgemäßen
Bindemitteln enthalten ist. Hierbei gelten die genannten Obergrenzen für die Gemische
aus Kohlenwasserstoffen und Terpentinöl, so daß wenigstens 2 Gew.-% Polybutadienöle
enthalten sind.
[0024] Eine weiter bevorzugte Ausführungsform beinhaltet die Anwesenheit von 35 bis 89,5
Gew.%, insbesondere 35 bis 55 Gew.% aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe
neben 1 bis 15 Gew.%, insbesondere 5 bis 15 Gew.% Terpentinöl bezogen auf das Bindemittel.
Auch hier gelten die oben genannten Obergrenzen.
[0025] Im Stand der Technik sind auch substituierte und modifizierte Polybutadienöle bekannt.
Unter der Bezeichnung Polyvest
R OC 4000 wird beispielsweise ein estermodifiziertes Polybutadienöl vertrieben, das
mit Wasser mischbar ist. Das Handelsprodukt besteht aus 74 % estermodifiziertem Polybutadienöl,
das aminneutralisiert wurde. Daneben enthält das Handelsprodukt 26 % Butylglycol.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß dieses mit Wasser mischbare Polybutadienöl
in ausgezeichneter Weise mit Terpentinöl dispergiert werden kann. Die so erhaltenen
Dispersionen können ohne Schwierigkeiten in die oben genannten Bindemittelzusammensetzungen
eingebracht werden. Beim Vermischen mit feinem feuchten oder trockenen Quarzsand wird
beispielsweise ein wasserdurchlässiges Baumaterial erhalten werden, das nicht nur
außerordentlich hohe Druckfestigkeiten aufweist, sondern darüber hinaus auch über
eine sehr hohe Elastizität im Vergleich zu Beton- oder Zementprodukten verfügt, so
daß die erhaltenen Produkte bei entsprechender Körnung auch zur Herstellung von Dünnbettspachteln
geeignet sind.
[0026] Dementsprechend besteht eine bevorzugte Ausführungform der vorliegenden Erfindung
in einem Bindemittel , das dadurch gekennzeichnet ist, daß 1/2 bis 1/20 des Terpentinöls
durch estermodifiziertes, aminneutralisiertes Polybutadienöl ersetzt ist. Eine darüber
hinaus bevorzugte Ausführungform der erfindungsgemäßen Bindemittel ist dadurch gekennzeichnet,
daß das estermodifizierte, aminneutralisierte Polybutadienöl in einer Menge von 10
bis 30 Gew.% der oben genannten Menge an Terpentinöls eingesetzt wird.
[0027] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Bindemittel können vor allem Baustoffe, Reststoffe,
Abfallstoffe und sonstige Materialien aller Art verfestigt, beschichtet oder imprägniert
werden. Nach Benetzung der Materialien mit dem Bindemittel, beispielsweise durch Vermischen,
Eintauchen, Besprühen, Aufstreichen, erfolgt die oxidative Aushärtung durch Luftsauerstoff,
vorzugsweise bei Raumtemperatur, und damit eine Verklebung des Material-Bindemittelgemisches.
So können auch Natursteine dauerhaft verfestigt werden oder kontaminierte Baustoffe,
Hausmüll oder andere Materialien aller Art mit den erfindungsgemäßen Bindemitteln
eingekapselt werden.
[0028] Die Mengenverhältnisse von zu verfestigenden, zu verklebenden, zu beschichtenden
oder zu imprägnierenden Materialien und Bindemitteln richten sich nach den Erfordernissen
der jeweiligen Anwendung. Eine hohe Verfestigungswirkung bedingt selbstverständlich
einen hohen Anteil an Bindemittel, während eine geringe Menge an Bindemittel eine
geringe Verfestigungswirkung aber hohe Kriechwirkung hervorruft. In einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die Bindemittel in einer Menge von
0,02 bis 30 Gew.%, bezogen auf das Material, zur Verfestigung, Verklebung, Beschichtung
oder Imprägnierung von Baustoffen, Wertstoffen, Abfallstoffen und sonstigen Materialien
aller Art eingesetzt. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
beinhaltet den Einsatz einer Menge von 1,5 bis 10 Gew.% zur Verfestigung von Baustoffen,
Reststoffen, Abfallstoffen und/oder sonstigen Materialien.
[0029] Die Auswahl der mit Hilfe der erfindungsgemäßen Bindemittel zu verfestigenden, zu
verklebenden, zu beschichtenden oder zu imprägnierenden Stoffe ist praktisch nicht
begrenzt. So können insbesondere feuchter oder trockener Sand, Blähschiefer, Kies,
Zement, Schotter, Holz, Mineralfasern, beispielsweise Fasern aus Asbest, steinwolle,
Glas oder Glaswolle, Schaumstoffgranulate, Holzwolle, Glaswolle, Steinwolle, Glimmer,
Blähton, Lehm, Ton, Schmelzgranulate, Fasern aus synthetischem oder natürlichem Material,
Keramikfasern, Kunststoffteile, insbesondere aus Polyethylen, Polyurethan, Polyvinylchlorid,
Polystyrol, deren Granulate oder Schaumstoffe, Mineralien, Mikromineralien, Stäube
aller Art, Carbonate, Alt-Reifen-Granulate, gekörnte Abfälle, Klärschlamm, Verbrennungsrückstände,
Flugaschen, Abfallreste von Verbundelementen oder Zementprodukten, Schlacken, Glas,
Schaumglasgranulat, keramische Teile und -Abfälle mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Bindemittel verfestigt, verklebt, beschichtet oder imprägniert werden.
[0030] Insbesondere können die erfindungsgemäßen Bindemittel somit zur Herstellung von Flächenbefestigungen,
wie Straßenflächen, Gehwegflächen, Radwegflächen, Tennisplätzen, Garageneinfahrten,
Hofbefestigungen, Pflasterverfugungen, Ausgleich- und Niveau-Estrichen, Estrichen
für Fußbodenheizung, Ausgleichbeton, Formbeton, Dünnbettmörtel, Dünnbettspachtel,
Fugenmörtel, Umkehrdächer, wasserdurchlässige Baumscheiben, Baufertigteilen und -Formteilen
wie Platten, Pflaster, kaschierte Platten, Pflanzgefäßen, Standfiguren, Abstandhaltern,
Dränageplatten, Filterplatten, Steinrohlingen, Natursteinnachbildungen, Natursteinrestaurierungen
und zur Gefachausbildung verwendet werden. Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ist
es möglich, Asbestfasern, beispielsweise in Form von Spritzasbest oder Faserplatten,
derart zu binden, daß eine sofortige Dekontamination oder Asbestsanierung durch Entfernung
der Materialien nicht erforderlich ist. Verunreinigungen der Oberflächen stören in
der Regel nicht, so daß die erfindungsgemäßen Bindemittel beispielsweise durch Sprühen
direkt, ohne eine Vorreinigung, auf die Oberflächen aufgebracht werden können. In
gleicher Weise können die erfindungsgemäßen Bindemittel zur Verfestigung von Putzen
oder Steinen aller Art eingesetzt werden. Auch im Bergbau ist die Verwendung zur Bindung
von Kohlestäuben möglich.
[0031] Eine weitere Möglichkeit der Beschichtung von Oberflächen besteht beispielsweise
in der Verwendung der erfindungsgemäßen Bindemittel als Unterbodenschutz oder Steinschlagschutz
im Automobilbereich sowie als Haftbrücke bei fetthaltigen Materialien und Edelstahl.
[0032] Schadstoffbelastete Fugenabdichtungen, -bänder und -flächen können insbesondere durch
Besprühen oder Streichen so versiegelt werden, daß die Schadstoffe nicht mehr entweichen
können und die sonst notwendige Entsorgung und Lagerung entfällt.
[0033] Die erfindungsgemäßen Bindemittel können beispielsweise für die Verfestigung ein-
und mehrkörniger, trockener Sande eingesetzt werden. Die üblicherweise hellgrünen
über dunkelgrün, braun bis violetten Bindemittel haben meist einen schwachen, spezifischen
Eigengeruch, der durch gewisse Anteile an Pine Oil überlagert werden kann.
[0034] Nach Benetzung der Sande oder sonstigen Materialien mit den erfindungsgemäßen Bindemitteln
erfolgt die oxidative Aushärtung durch Luftsauerstoff beispielsweise bei Raumtemperatur
oder erhöhter Temperatur, und eine Verklebung des Baustoff-Bindemittel Gemisches unter
Erhalt eines wasserdurchlässigen Körpers.
[0035] Bei Herstellung in einer Negativform kann nach dem Abbinden dieser Körper ohne Probleme
entnommen werden. Formteile können direkt in Holz- oder sonstigen Formen gefertigt
werden. Trennmittel, wie beispielsweise Schalöle, sind normalerweise nicht erforderlich.
[0036] Die erfindungsgemäßen Bindemittel können beispielsweise als Einkomponentensystem
zur Verfestigung von Sanden unterschiedlicher Körnungen eingesetzt werden. Je nach
Kornverteilung und Feuchtigkeitsgehalt sind Einsatzmengen von 0,5 bis 10 Gew.%, insbesondere
1,5 bis ca. 10 Gew.% Bindemittel, bezogen auf das zu verfestigende Material, bevorzugt.
Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Bindemittel wird der Farbton des zu verfestigenden
Materials, insbesondere des Sandes nicht verändert. Die Sandstruktur und der natürliche
Hohlraumgehalt des Sandes bleiben auch bei dichtester Lagerung fast vollkommen erhalten.
[0037] Hierdurch ist eine gute Wasserdurchlässigkeit ausgehärteter Bindemittel-Sand-Mischungen
gegeben. Bei Bedarf ist eine Färbung der Massen durch Zugabe an sich bekannter, wetterbeständlger
Farbpigmente zu den zu verfestigenden Materialien ebenso möglich, wie die vorherige
Zugabe von Farbpigmenten zu den Bindemitteln.
[0038] Die Aushärtung der Mischungen erfolgt durch Aufnahme von Luftsauerstoff und ist dementsprechend
auch temperaturabhängig. Typische Verarbeitungszeiten für Bindemittelgemische mit
den verschiedensten Materialien aller Art, beispielsweise Sande, betragen 120 min.
bei 3 °C oder 60 min. bei 20 °C. Die Bindemittel-Sand-Mischungen werden bevorzugt
in Mischaggregaten (Freifallmischern) hergestellt und müssen unverzüglich weiterverarbeitet
werden. Kleine Mengen können ohne weiteres mit handelsüblichen Bohrmaschinenvorsätzen
verarbeitet werden. Auch das Anrühren von Hand ist möglich.
[0039] Beim Zusatz der erfindungsgemäßen Bindemittel zu handelsüblichen Zementmischungen,
vorzugsweise Traßzementmischungen, die beispielsweise 10 Gew.Teile Wasser auf 100
Gew.Teile Traßzement enthalten, kann eine wasserfest abbindende Masse enthalten werden.
Beim Einsatz des oben genannten modifizierten Polybutadienöl in der Bindemittelzusammensetzung
werden mehr oder weniger elastische wasserfeste Formteile oder im Rohzustand auch
Fertigmörtel, insbesondere Dünnbettmörtel, Flußspachtel oder Dünnbettspachtel erhalten,
die beispielsweise für die Betonsanierung eingesetzt werden können. Ebenso ist die
Verwendung der Bindemittel in üblichen Haftvermittlern oder Beschichtungsmitteln möglich.
Hierbei können die Materialien teilweise oder vollständig eingekapselt werden.
[0040] Daneben ist auch die Verwendung der Bindemittel als Additiv in allen bekannten Beton-,
Estrich-, Putz- und Fugenmaterialien möglich. Unabhängig davon, ob deren Basis mineralischer,
kunststoff- oder kunststoffvergüteter Herkunft ist, wird bei den hier eingesetzten
Materialien durch den Zusatz des erfindungsgemäßen Bindemittels das Eigenschaftsprofil
nicht verschlechtert, sondern in der Regel verbessert. Bei der Verwendung zur Herstellung
von Beton kann beobachtet werden, daß die Rostneigung der Armierungen aufgrund der
höheren Oberflächenflexibilität geringer ist beim Vergleich derselben Proben ohne
Zusatz der Bindemittel.
Ausführungsbeispiel
[0041] Aus 100 Gew.Teilen Sand mit einem Feuchtigkeitsgehalt von etwa 2 % und 2 Gew.Teilen
Bindemittel bestehend aus 41,4 Gew.-Teilen Polybutadienöl (Univest
R S, Hüls AG), 10,9 Gew.-Teilen Pine Oil (handelsübliches spezifisches Gewicht bei
15,5 °C im Bereich von 0,916 bis 0,924, Terpenalkoholgehalt ca. 70 bis 75 %), 10,2
Gew.-Teilen wasserverdünnbares, unverseifbares, aminneutralisiertes 1,4-cis-Polybutadienöl
(74 Gew.-% in Butylglykol) (Polyvest
R OC 4000) und 37,5 Gew.-Teilen aliphatische Kohlenwasserstoffe (Shellsol
R T) (relatives Molekulargewicht 172, eine Verdunstungszahl nach DIN 53170 von 107,
einem nicht meßbaren Aromatengehalt mit weniger als 0.01 Gew.% Benzol und einem Siedebereich
von 182 bis 212 °C) wurden Prismen einer Kantenlänge von 4 x 4 x 16 cm hergestellt.
[0042] Nach 3 Tagen bei 50 °C ergab sich eine Druckfestigkeit von 13,2 N/mm
2, nach 7 Tagen bei 50 °C eine Druckfestigkeit von 18,5 N/mm
2 und nach 28 Tagen bei 50 °C eine Druckfestigkeit von wenigstens 30 N/mm
2.
[0043] Die Biegezugfestigkeit wurde nach 3 Tagen bei 50 °C mit 6,0 N/mm
2 bestimmt. Das Elastizitätsmodul betrug ca. 2,9 x 10
3 N/mm
2, und die Zugfestigkeit nach DIN 53455 2,0 N/mm
2.
[0044] Die Scherfestigkeit betrug ca. 1,3 N/mm
2 ohne Auflast.
[0045] Eingesetzt wurde ein Kristallsand der Kornstufe nach ISO Vorzugsreihe "G 40", "G
40T" mit einer Korngrößenverteilung im Bereich von 0,25 bis 1 mm.
1. Lufttrocknende Bindemittel auf der Basis von bei Raumtemperatur flüssigen Polybutadienölen
und aliphatischen Kohlenwasserstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß sie 35 bis 89,5
Gew.-% aromatenfreie aliphatische Kohlenwasserstoffe, die weniger als 100 ppm Aromaten
enthalten mit einer Verdunstungszahl nach DIN 53170 im Bereich von mehr als 100 bis
1000 und 0,5 bis 30 Gew.-% Terpentinöl enthalten.
2. Bindemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Polybutadienöl etwa 72
% 1,4-cis Doppelbindungen, etwa 27 % 1,4-trans-Doppelbindungen und etwa 1 % 1,2-Vinyl-Doppelbindungen
aufweist und eine Molmasse von etwa 1800, eine Dichte von etwa 0,91 g/cm3 und eine Viskosität von 770 mPa·s (Brookfield) besitzt.
3. Bindemittel nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß das Polybutadienöl
Hydrophobierungs-, Alterungs- und Ermüdungsschutzmittel, Füllstoffe und/oder Pigmente
und/oder Polymerharze enthält.
4. Bindemittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Polybutadienöl Trockenstoffe vom Typ mehrwertiger organischer Metallsalze
und/oder nichtionogene Netzmittel enthält.
5. Bindemittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die organischen Metallsalze
Kobalt, Blei Magnesium und/oder Mangan enthalten.
6. Bindemittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als nichtionogene Netzmittel
Nonylphenolethoxylate enthalten sind.
7. Bindemittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß Terpentinöl in einer Menge von 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf das Bindemittel, enthalten
ist.
8. Bindemittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß neben den Polybutadienölen
aliphatische Kohlenwasserstoffe nach Anspruch 1 in einer Menge von 35 bis 55 Gew.-%
und Pine Oil in einer Menge von 5 bis 15 Gew.-% enthalten sind.
9. Bindemittel nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß 1/2 bis 1/20 des Terpentinöls
durch estermodifiziertes, aminneutralisiertes Polybutadienöl ersetzt wird.
10. Bindemittel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das estermodifizierte, aminneutralisierte
Polybutadienöl 10 bis 30 Gew.-% des aromatenfreien Terpentinöls substituiert.
11. Verwendung das Bindemittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 zur Verfestigung,
Verklebung, Beschichtung und/oder Imprägnierung von Baustoffen, Reststoffen, Abfallstoffen
und sonstigen Materialien aller Art.
12. Verwendung nach Anspruch 11, in einer Menge von 1 bis 30 Gew.-%, insbesondere 1,5
bis 10 Gew.-% bezogen auf die zu verfestigenden, zu verklebenden, zu beschichtenden
oder zu imprägnierenden Materialien.
13. Verwendung des Bindemittels nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10 als Zusatzmittel
in an sich bekannten Beton-, Estrich-, Putz- und Fugenmaterialien.
14. Verwendung nach Ansprüchen 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Baustoff feuchter
oder trockener Sand, Blähschiefer, Kies Zement, Schotter, Holz, Mineralfasern, insbesondere
Asbestfasern, Steinwollefasern, Glasfasern und Glaswollefasern, Schaumstoffgranulate,
Holzwolle, Glaswolle, Steinwolle, Glimmer, Blähton, Lehm, Ton, Schmelzgranulate, Fasern
aus synthetischem oder natürlichem Material, Keramikfasern, Kunstoffteile, insbesondere
aus Polyethylen, Polyurethan, Polyvinylchlorid, Polystyrol, deren Granulate oder Schaumstoffe,
Mineralien, Mikromineralien, Stäube aller Art, Carbonate, Alt-Reifen-Granulate, gekörnte
Abfälle, Klärschlamm, Verbrennungsrückstände, Flugaschen, Abfallreste von Verbundelementen
oder Zementprodukten, Schlacken, Glas, Schaumglasgranulat, keramische Teile und Abfälle
eingesetzt werden.
15. Verwendung nach Anspruch 11 oder 12 zur Herstellung von Flächenbefestigungen, insbesondere
Straßenflächen, Gehwegflächen, Radwegflächen, Tennisplätzen, Garageneinfahrten, Hofbefestigungen,
Pflasterverfugungen, Ausgleichs- und Niveau-Estriche, Estriche für Fußbodenheizung,
Ausgleichsbeton, Formbeton, Dünnbettmörtel, Dünnbettspachtel, Fugenmörtel, Umkehrdächer,
wasserdurchlässige Baumscheiben, Baufertigteilen und -Formteilen, insbesondere Platten,
Pflaster, kaschierte Platten, Pflanzgefäßen, Standfiguren, Abstandhaltern, Dränageplatten,
Filterplatten, Steinrohlingen, Natursteinnachbildungen, für Natursteinrestaurierungen
und zur Gefachausbildung.
16. Verwendung nach Anspruch 11 oder 12 zur Herstellung von Unterbodenschutz, Steinschlagschutz
und/oder Hohlraumversiegelung im Automobilbereich.
17. Verwendung nach Anspruch 13 oder 14 als Haftvermittler und/oder Haftgrundierung, insbesondere
im Baubereich.
1. Air-drying binders based on polybutadiene oils which are liquid at room temperature
and aliphatic hydrocarbons, characterized by containing from 35 to 89.5% by weight
of aromatics-free aliphatic hydrocarbons containing less than 100 ppm of aromatics
and having an evaporation index according to DIN 53170 ranging from more than 100
to 1000, and from 0.5 to 30% by weight of turpentine oil.
2. The binders according to claim 1, characterized in that said polybutadiene oil contains
about 72% of 1,4-cis double bonds, about 27% of 1,4-trans double bonds and about 1%
of 1,2-vinyl double bonds and has a molecular weight of about 1800, a density of about
0.91 g/cm3 and a viscosity of 770 mPa·s (Brookfield).
3. The binders according to claim 1 or 2, characterized in that said polybutadiene oil
contains hydrophobing agents, anti-ageing agents, fatigue-preventing agents, fillers
and/or pigments and/or polymer resins.
4. The binders according to one or more of claims 1 to 3, characterized in that said
polybutadiene oil contains desiccants of the type polyvalent organic metal salts and/or
non-ionogenic wetting agents.
5. The binders according to claim 4, characterized in that said organic metal salts contain
cobalt, lead, magnesium and/or manganese.
6. The binders according to claim 4, characterized by containing nonylphenol ethoxylates
as said non-ionogenic wetting agents.
7. The binders according to one or more of claims 1 to 3, characterized by containing
turpentine oil in an amount of from 1 to 20% by weight, based on the binder.
8. The binders according to claim 1, characterized by containing aliphatic hydrocarbons
according to claim 1 in an amount of from 35 to 55% by weight and pine oil in an amount
of from 5 to 15% by weight in addition to said polybutadiene oils.
9. The binders according to claim 7 or 8, characterized in that from 1/2 to 1/20 of said
turpentine oil is replaced by ester-modified, amine-neutralized polybutadiene oil.
10. The binders according to claim 9, characterized in that from 10 to 30% by weight of
said aromatics-free turpentine oil is replaced by said ester-modified, amine-neutralized
polybutadiene oil.
11. Use of the binder according to one or more of claims 1 to 10 for the consolidation,
bonding, coating and/or impregnation of building materials, residual materials, waste
products and all kinds of other materials.
12. The use according to claim 11, in an amount of from 1 to 30% by weight, and especially
from 1.5 to 10% by weight, based on the materials to be consolidated, bonded, coated
or impregnated.
13. Use of the binder according to one or more of claims 1 to 10 as an additive in per
se known concrete, screed, plaster and joint materials.
14. The use according to claim 11 or 12, characterized in that moist or dry sand, expanded
slate, gravel, cement, crushed rock, wood, mineral fibers, especially asbestos fibers,
rock wool fibers, glass fibers and glass wool fibers, foam granules, wood wool, glass
wool, rock wool, mica, expanded clay, loam, clay, melt granules, fibers of synthetic
or natural materials, ceramic fibers, plastic parts, especially of polyethylene, polyurethane,
poly(vinyl chloride), polystyrene, granules or foams thereof, minerals, micro-minerals,
dusts of all kinds, carbonates, used-tire granulates, grained waste, sewage sludge,
combustion residues, fly ashes, waste leftovers from composite members or cement products,
slags, glass, foam glass granules, ceramic parts and wastes are employed as said building
material.
15. The use according to claim 11 or 12, for producing consolidated areas, especially
road areas, footpath areas, bikeway areas, tennis courts, garage driveways, courtyard
pavings, pavement pointings, balance and levelling floors, screeds for floor heating,
levelling screed, molding concrete, thin-bed mortar, thin-bed putty, joint cement,
reversed roofs, water-permeable drainage rings around trees, prefabricated building
units and moldings, especially panels, paving, laminated boards, plant vessels, statues,
spacers, drainage panels, filter plates, stone blanks, natural rock replicas, for
natural rock restorations and in half-timbered building.
16. The use according to claim 11 or 12, for making an underseal, gravel protection and/or
cavity sealing in the automobile sector.
17. The use according to claim 13 or 14, as adhesion promotor and/or primer, especially
in the building sector.
1. Liants séchant à l'air à base d'huiles polybutadiènes liquides à température ambiante
et hydrocarbures aliphatiques, caractérisés en ce qu'ils contiennent, dans une quantité
de 35 à 89,5% en poids, des hydrocarbures aliphatiques dépourvus de composés aromatiques,
qui contiennent moins que 100 ppm de composés aromatiques, ayant un indice d'évaporation
selon DIN 53170 compris dans la gamme de plus que 100 à 1000 et, dans une quantité
de 0,5 à 30% en poids, de l'huile de térébenthine.
2. Liants selon la revendication 1, caractérisés en ce que l'huile polybutadiène a environ
72% de doubles liaisons 1,4-cis, environ 27 % de doubles liaisons 1,4-trans et environ
1% de doubles liaisons 1,2 vinyle, une masse moléculaire d'environ 1800, une densité
d'environ 0,91 g/cm3 et une viscosité de 770 mPa·s (Brookfield).
3. Liants selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisés en ce que l'huile polybutadiène
contient des produits d'imperméabilisation, anti-vieillissement et anti-fatigue, des
charges et/ou des pigments et/ou des résines polymères.
4. Liants selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 3, caractérisés en ce que l'huile
polybutadiène contient des dessiccateurs du type de sels métalliques organiques polyvalents
et/ou des agents mouillants non ionogènes.
5. Liants selon la revendication 4, caractérisés en ce que les sels métalliques organiques
contiennent du cobalt, du plomb, du magnésium et/ou du manganèse.
6. Liants selon la revendication 4, caractérisés en ce qu'ils contiennent comme agent
mouillant non ionogène des nonylphénolèthoxylates.
7. Liants selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 6, caractérisés en ce qu'ils
contiennent de l'huile de térébenthine dans une quantité de 1 à 20% en poids par rapport
au liant.
8. Liants selon la revendication 1, caractérisés en ce qu'ils contiennent, outre les
huiles polybutadiènes, des hydrocarbures aliphatiques selon la revendication 1 dans
une quantité de 35 à 55% en poids et de l'huile de pin dans une quantité de 5 à 15%
en poids.
9. Liants selon l'une des revendications 7 ou 8, caractérisés en ce que 1/2 à 1/20 de
l'huile de térébenthine est remplacé par une huile polybutadiène à modification ester
et neutralisation par amines.
10. Liants selon la revendication 9, caractérisés en ce que l'huile polybutadiène à modification
ester et neutralisation par amines a substitué 10 à 30% en poids de l'huile de térébenthine
dépourvue de composés aromatiques.
11. Utilisation du liant selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 10 pour durcir,
coller, revêtir et/ou imprégner les matériaux de construction, les résidus, les chutes
et autres matériaux de tous genres.
12. Utilisation selon la revendication 11, dans une quantité de 1 à 30% en poids, notamment
1,5 à 10% en poids, par rapport aux matériaux à durcir, à coller, à revêtir ou à imprégner.
13. Utilisation du liant selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 10 comme adjuvant
pour les matériaux de bêton, de chapes, de crépi et de jointement connus par soi.
14. Utilisation selon l'une des revendications 11 ou 12, caractérisée en ce que le sable
sec ou humide, le schiste gonflé, le gravier, le ciment, la pierre concassée, le bois,
les fibres minérales, notamment les fibres d'amiante, de laine minérale, de verre
et de laine de verre, les granulés de mousse, la laine de bois, la laine de verre,
les laines minérales, le mica, l'argile gonflé, le limon, l'argile, les granulés de
fusion, les fibres de matériaux synthétiques ou naturels, les fibres céramiques, les
pièces en plastique, notamment en polyéthylène, polyuréthane, polyvinylchloride, polystyrène,
leurs granulés ou mousses, les minéraux, les micro-minéraux, les poussières de tous
genres, les carbonates, les granulés de vieux pneus, les granulés de déchets, les
boues de décantation, les résidus de combustion, les cendres volantes, les chutes
des éléments de liaison ou des produits en ciment, les scories, le verre, les granulats
de verre expansé, les pièces céramiques et les déchets céramiques sont utilisés comme
matériaux de construction.
15. Utilisation selon l'une des revendications 11 ou 12, pour la fabrication de revêtements
de surfaces, notamment les routes, les voies piétonnes, les pistes cyclables, les
cours de tennis, les entrées de garage, les fixations de cours, des jointement des
pavés, des chapes de compensation ou de nivellement, des chapes pour les chauffages
au sol, du bêton de propreté, du bêton moulé, des mortiers en couche mince, des rebouchages
en couche mince, des toits renversés, des sections d'arbre perméables à l'eau, des
pièces préfabriquées et moulées, notamment plaques, pavés, plaques laminées, récipients
de plantes, statuettes, entretoises, plaques de drainage, plaques filtrantes, blocs
verts, simili-pierres de construction, restauration pierres naturelles et formation
de pans.
16. Utilisation selon l'une des revendications 11 ou 12, pour l'obtention d'une protection
du bas de caisse ou protection contre les projections de pierres et/ou des protections
des cavités dans le secteur automobile.
17. Utilisation selon l'une des revendications 13 ou 14, pour agents d'adhérence et/ou
couche de fond d'adhérence, notamment dans le domaine du bâtiment.