[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Wärmebehandlung von laufenden
Warenbahnen, wie Textilbahnen oder dergl., insbes. Trockner, mit wiederholter Zu-
und Abführung des luft-, gas- oder dampfförmigen Behandlungsmittels im Umlauf auf
und von den Warenbahnen, bei der das umlaufende Behandlungsmittel vor der Wiederzuführung
auf die Warenbahn zur Abscheidung von bei der Behandlung von der Warenbahn mitgerissenen
Verunreinigungen des Behandlungsmittels über Siebe geführt wird.
[0002] Bei Trocknern für laufende Textilbahnen, bei denen das Behandlungsmittel vollständig
oder auch teilweise nach dem Aufblasen auf die Warenbahn über Heizregister und Gebläse
wieder auf die Warenbahn zur erneuten Behandlung zurückgeführt wird, ist es wegen
des mehr oder weniger erheblichen Übertrittes von losen Fasern von der Warenbahn in
den Behandlungsmittelstrom erforderlich, im Behandlungsmittelkreislauf Faser-Fangsiebe
anzuordnen, um die losen Fasern aus dem Behandlungsmitt-elstrom wieder zu entfernen,
vor allem, um ein Verstopfen der Heizregister und auch der Düsenkörper und Kanäle
durch sich dort aufbauende Faseransammlungen zu verhindern.
[0003] Neben den Fasern verschmutzen auch Avivagen die Siebbänder beträchtlich. Brennen
diese zusätzlich ein, sind sie nur sehr schwer zu beseitigen.
[0004] Die zu diesem Zweck in den Behandlungsmittelkreislauf eingeschalteten Siebe müssen
normal nach jeder Schicht gereinigt werden, d.h. die sich gebildete Fasermatte wird
entfernt. Dazu ist es bisher erforderlich, den Trockner abzuschalten, abkühlen zu
lassen und zu öffnen, um an die Siebe zu gelangen. Das bedeutet Stillstandszeiten
und somit Produktionsausfall für den Trockner. Einmal pro Woche ist es zusätzlich
erforderlich die Siebgaze von Avivagen zu reinigen. Dieses erfolgt normalerweise durch
Auskochen, da sie, wenn sie erst im festen Aggregatzustand sind, anders nicht mehr
zu entfernen sind.
[0005] Um die Stillstandszeiten gering zu halten, wurde schon vorgeschlagen, die Siebe herausziehbar
im Trocknergehäuse anzubringen (DE-OS 3315755.3) . Hierbei läßt sich aber eine starke
Verschmutzung des Aufstellungsraumes des Trockners nicht vermeiden, wenn nicht besondere
und aufwendige Vorkehrungen ergriffen werden, um die Verschmutzung beim Herausziehen
der Siebe gering zu halten.
[0006] Es wurde auch schon vorgeschlagen, die Siebe als umlaufende endlose Siebbänder auszuführen
und diese dann an Bürsten vorbeizuführen, um die Fasern vom Siebband abzubürsten (DE-GM
1 834 526). Auch wurden statt Bürsten Saugdüsen verwandt, um die Fasern von den Sieben
abzusaugen. Durch diese Maßnahmen konnten die Schwierigkeiten mit der Verschmutzung
der Aufstellungsräume zwar verringert werden, z.T. teilweise auch ganz vermieden werden.
[0007] Besondere Schwierigkeiten ergeben sich aber für die Reinigung der Siebe,wenn aus
einer vorbehandelten Warenbahn Avivagen von der Warenbahn zusätzlich in den Behandlungsmittelstrom
gelangen und dadurch ein Verkleben der Fasern mit dem Sieb erfolgt. In diesen häufig
vorkommenden Fällen versagen die bekannten Siebreinigungsverfahren.
[0008] Durch die vorliegende Erfindung soll deshalb die Aufgabe gelöst werden auch in derartigen
Fällen eine einwandfreie Reinigung der Siebe zu erzielen und auch die Stillstandszeiten
für die Behandlungseinrichtungen infolge Siebreinigung vollständig zu vermeiden.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird deshalb bei einer Vorrichtung der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, die Siebe mit Reinigungsdüsen für die Siebe in Verbindung zu bringen,
durch die den Sieben Reinigungsmittel von der der Zuströmseite des Behandlungsmittels
zu der zu behandelnden Warenbahn abgewandten Seite der Siebe mit hohem Druck zugeführt
wird. Zweckmäßig sollen auf der den Reinigungsdüsen für die Siebe gegenüberliegenden
bzw. abgewandten Seite der Siebe Auffangvorrichtungen für die von den Sieben entfernten
Verunreinigungen angeordnet sein. Weiterhin können auf der den Reinigungsdüsen für
die Siebe gegenüberliegenden bzw. abgewandten Seite der Siebe an den Sieben anliegende
umlaufende Bürsten für die Siebe zusätzlich angebracht sein.
[0010] Als auf die Siebe durch die Reinigungsdüsen aufgeblasenes Reinigungsmittel kann Preßluft
dienen oder Wasser verwendet werden. Das Reinigungsmittel kann dabei aufgeheizt sein.
[0011] Bei der Vorrichtung nach der Erfindung kann jeder Sektion oder jedem Feld eines Trockners
ein verschiebbares Siebband mit Reinigungsdüsen sowie gegebenenfalls Bürstenreinigungsvorrichtungen
zugeordnet sein, es kann aber auch für alle Felder eines Trockners ein gemeinsames
umlaufendes oder aufrollbares Siebband vorgesehen werden, welches am Anfang und/oder
Ende des Trockners aus dem Trocknergehäuse herausgeführt ist, wobei die Reinigungsvorrichtungen
wegen der Verbesserung der Zugänglichkeit vorteilhaft außerhalb des eigentlichen Trocknergehäuses
angeordnet sein können. Hierbei ergibt sich der Vorteil, daß die Ablage des Schmutzes
an einem Ort erfolgt, der übrige Arbeitsraum aber frei von Flusenhaufen bleibt.
[0012] Wenn die Siebbänder zur Zuführung des Reinigungsmittels aus dem eigentlichen Behandlungsraum
für die Warenbahnen herausgeführt sind, sollen die Reinigungsdüsen sowie gegebenenfalls
die Reinigungsbürsten unmittelbar hinter dem Austritt der Siebbänder aus dem Behandlungsraum
angebracht sein, damit sie nicht zu sehr bei der Reinigung abgekühlt sind.
[0013] Fasern und Avivagen sollen nicht lange auf dem Siebband verweilen um nicht anzukleben.
Sofortiges Entfernen sichert leichte Reinigung sogar von Avivagen solange sie frisch
und noch flüssig sind. Als zweckmäßig hat es sich auch erwiesen, vor den Reinigungsdüsen
und gegebenenfalls Bürsten eine zusätzliche Aufheizstrecke für die Siebbänder mit
einem Heizkörper der mit Dampf betrieben ist oder einen Strahlungsheizkörper für die
Siebbänder vorzusehen.
[0014] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Reinigungsdüsen über die Breite der Siebe
verschieblich auszubilden, was zu einfachen Konstruktionen der Reinigungsvorrichtung
führt.
[0015] Zur Zuführung des Reinigungsmittels zu den Reinigungsdüsen sollen die Reinigungsdüsen
bzw. die mit diesen verbundenen Blasbzw. Druckeinrichtungen mit ferngesteuerten Ventilen
in Verbindung stehen, deren Steuerung entweder in Abhängigkeit vom Strömungswiderstand
der zu reinigenden Siebe oder von der Zeit erfolgen kann. Die Schaltung soll also
so erfolgen, daß ein automatisches Einschalten der Siebreinigungsanlage erfolgt, wenn
das Filter einen bestimmten Widerstand durch die Verschmutzung überschreitet. Nur
bei ständiger Reinigung der Siebe kann die volle Leistung eines Trockners aufrechterhalten
werden. In einer Schicht fällt sonst die Leistung um etwa 15% ab.
[0016] An Hand der beiliegenden Zeichnungen soll die Erfindung nachfolgend noch näher erläutert
werden. Auf den Zeichnungen zeigen in schematischer Darstellung
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen Trockner für laufende Textilbahnen mit Zuführung des
Behandlungsmittels zur Warenbahn,
- Fig.2
- den gleichen Querschnitt mit Abführung des Behandlungsmittels von der Warenbahn,
- Fig. 3
- die Anordnung von umlaufenden Siebbändern für jedes Feld eines Trockners, schematisch
in Seitenansicht,
- Fig. 4
- ein einzelnes umlaufendes Siebband für den gesamten Trockner, ebenfalls schematisch
dargestellt in Seitenansicht und
- Fig. 5
- in vergrößerter Darstellung die erfindungsgemäße Reinigung des Siebbandes.
[0017] Bei der Gesamtdarstellung eines Trockners für laufende Warenbahnen nach Fig. 1 und
2 ist das Trocknergehäuse mit 10 bezeichnet und die darin angeordneten Düsenkörper,
zwischen denen die Warenbahn 24 zum Trocknen hindurchgeführt wird, mit 11. Das Behandlungsmittel
wird in Richtung der ausgezogenen Pfeile im Trocknergehäuse umgewälzt und strömt dabei
vom Umluftventilator 12 in die Düsenkörper 11, tritt von dort auf die Warenbahn 24
und wird danach zwischen benachbarten Düsenkörpern abge-führt und zum Ventilator 12
zurückgeleitet. Bei dieser Umwälzung erfolgt dann in einem Heizregister 13 eine Wiederaufheizung
des Behandlungsmittels bevor es erneut auf die Warenbahn geblasen wird.
[0018] Vor dem Heizregister 13 ist ein Faserfangsieb 14 angeordnet, durch das die vom Behandlungsmittel
aus der Warenbahn 24 herausgelösten Flusen am Eintritt in die engen Kanäle des Heizregisters
gehindert werden. Bei starkem Flusenanfall baut sich auf dem Sieb eine mehr oder weniger
starke Flusenschicht auf, durch die sich eine starke Erhöhung des Strömungswiderstandes
ergibt, der zu einem nicht unbeträchtlichen Leistungsabfall des Trockners führen kann.
Diese Faserschicht muß also von Zeit zu Zeit oder laufend beseitigt werden, je nach
Anfall der Verunreinigungen. Das geschieht erfindungsgemäß mittels einer am Sieb 14
vorzugsweise verschiebbar angeordneten Blasdüse , die mit irgendeiner Blas- oder Druckeinrichtung
für das Reinigungsmedium verbunden ist.
[0019] In den Fig. 3 und 4 ist die sektionsweise oder felderweise Anordnung von umlaufenden
Siebbändern 19 in einem Trocknergehäuse 10 und die Anordnung eines einzigen Siebbandes
19 für den gesamten Trockner angedeutet. In den dargestellten Beispielen sind die
Siebbänder noch mit zusätzlichen Bürstenreinigungsvorrichtungen 20 versehen.
[0020] Fig. 5 läßt die Druckmittelreinigung in vergrößerter Darstellund erkennen. Wie man
sieht,erfolgt die Siebreinigung hier außerhalb des eigentlichen Trocknergehäuses 10.
Die Zuströmrichtung des Trocknungsmediums zum Sieb ist dabei durch Pfeile angedeutet.
Die Verunreinigungen liegen also auf der Außenseite des Siebbandes 19. Zum Reinigen
ist das Siebband aus dem Behandlungsgehäuse herausgeführt. Man erkennt in der Figur
die im dargestellten Fall quer zur Laufrichtung des Siebbandes verschiebliche Blasdüse
15, eine dieser gegenüberliegende Stützwalze 16, sowie einen Auffangbehälter 17 für
die vom Sieb abgenommenen Verunreinigungen.
[0021] Zusätzlich ist in diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung noch ein Strahlungsheizkörper
18 für das Siebband vorgesehen, um die Temperatur des Siebbandes auf dėr für die
Entfernung der Avivagen optimalen Temperatur zu halten.
1. Vorrichtung zur Behandlung von laufenden Warenbahnen, wie Textilbahnen oder dergl.,
insbes. Trockner, mit wiederholter Zu- und Abführung des luft-, gas- oder dampfförmigen
Behandlungsmittels im Umlauf auf und von den Warenbahnen, bei der das umlaufende Behandlungsmittel
vor der Wiederzuführung auf die Warenbahn zur Abscheidung von bei der Behandlung von
der Warenbahn mitgerissenen Verunreinigungen des Behandlungsmittels über Siebe geführt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebe (10,11) mit Reinigungsdüsen (12) für die
Siebe in Verbindung stehen, durch die den Sieben Reinigungsmittel von der der Zuströmseite
des Behandlungsmittels zu der zu behandelnden Warenbahn (15) abgewandten Seite der
Siebe mit hohem Druck zugeführt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der den Reinigungsdüsen
(12) für die Siebe (10,11) gegenüberliegenden bzw. abgewandten Seite der Siebe Auffangvorrichtungen
(13) für die von den Sieben entfernten Verunreinigungen angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß auf der den Reinigungsdüsen
(12) für die Siebe (10,11) gegenüberliegenden bzw. abgewandten Seite der Siebe an
den Sieben anliegende umlaufende Bürsten (14) für die Siebe zusätzlich angebracht
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als durch die Reinigungsdüsen
(12) auf die Siebe (10,11) aufgeblasenes Reinigungsmittel Preßluft dient.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Reinigungsmittel
für die Siebe (10,11) Wasser verwendet wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungsmittel aufgeheizt
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebe als über
den gesamten Behandlungsraum der Vorrichtung umlaufende endlose Siebbänder (10) ausgebildet
sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebbänder (10,11)
zur Zuführung des Reinigungsmittels aus dem eigentlichen Behandlungsraum für die Warenbahnen
(15) herausgeführt und die Reinigungsdüsen (12) sowie gegebenenfalls Bürsten (14)
unmittelbar hinter dem Austritt der Siebbänder aus dem Behandlungsraum angebracht
sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß vor den Reinigungsdüsen
(12) sowie gegebenenfalls Bürsten (14) eine zusätzliche Aufheizstrecke für die Siebbänder
(10,11) z.B. mit einem Dampf- oder Strahlungsheizkörper (18) für die Siebbänder (10,11)
vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Sektion bzw.
jedem Feld der Vorrichtung ein getrenntes, als umlaufendes Siebband (10) ausgeführtes
Sieb zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebe als aufrollbare
Siebbänder (11) ausgeführt sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsdüsen
(12) über die Breite der Siebe (10,11) verschieblich sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Reinigungsdüsen
(12) bzw. die mit diesen verbundenen Blas- bzw. Druckeinrichtungen mit ferngesteuerten
Ventilen in Verbindung stehen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 13 , dadurch gekennzeichnet, daß die Steueuerung der
Ventile in Abhängigkeit vom Strömungswiderstand der zu reinigenden Siebe (10,11) erfolgt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,daß die Steuerung der Ventile
in Abhängigkeit von der Zeit für jedes der nacheinander zu reinigenden Siebe (10,11)
vorgenommen wird.