[0001] Die Erfindung betrifft einen Witterungsschutz in Form eines einfachsten Visieres
für Velohelme nach dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruches.
[0002] Velohelme zum Schutz des Kopfes gegen Verletzungen finden immer grössere Verbreitung
bei Velofahrern. An Velohelme werden aber ganz andere Anforderungen gestellt, als
an Motorradhelme. Im Gegensatz zu den Velohelmen, sind bei Motorradhelmen Gesichtsschutze,
welche als Visiere bekannt sind schon länger gebräuchlich.
[0003] Die Anforderungen an Velohelme sind aber grundsätzlich verschieden von denen an Motorradhelme,
dementsprechend sind auch die Konstruktionen, die Materialien der Helmschalen verschieden.
Bei Motorradhelmen haben sich wegen des hohen Fahrtwinddruckes Visiere durchgesetzt,
die meist fest und integral verbundener und Bestandteil des Helmes sind. Velofahrer
aber leisten körperliche Arbeit und brauchen daher einen extrem leichten, auf ein
Minimum beschränkten Helm mit bester Durchlüftung. Ein Gesichtsschutz in Form eines
Visieres ist hier nur Sinnvoll bei Regen, Schnee und kalten Temperaturen. Daher sind
die Anforderungen an einen derartigen Gesichtsschutz grundsätzlich anders, als bei
einem Motorradhelm. Für die bisher fabrizierten Velohelme sind keine Visiere bekannt.
Im Handel sind nur für Motorradhelme verschiedene Arten von Helmvisieren bekannt.
Alle benötigen zur Befestigung am Helm entsprechende feste Einrichtungen am Helm selbst
und am Visier und weisen meist eine aufwendige Konstruktion zur Halterung einer Scheibe
auf.
Aus DE 3137680 ist ein Visier bekannt, welches mittels Schrauben am Helm befestigt
wird. Dies bedingt eine entsprechende Ausgestaltung der Helmschale mit Loch und Gewinde.
[0004] Aus FR 2391664 ist ein Visier bekannt, welches an der Oberkannte Druckknöpfe aufweist.
Dieses Visier ist einfach montierbar, aber nur an Helmen montierbar, welche mit entsprechenden
Gegenstücke zu den Druckknöpfen an der Helmschale versehen sind.
[0005] Aus WO 86/0479 ist ein Visier bekannt, bei welchem die Oberkannte der Scheibe in
einem Rahmen gefasst ist. Der Rahmen weist seitlich zwei Schwenklagerelemente auf,
welche in entsprechende Gegenstücke an der Helmschale einhängbar sind.
[0006] Alle diese Visierarten sind relativ schwer und können nur an jeweils entsprechend
ausgerüsteten Helmschalen verwendet werden. Es ist daher nicht möglich, das gleiche
Visier sowohl an einem üblichen Helm mit Kunststoffkalotte als auch an einem mit Textilien
überzogenen Helm oder einem Lederhelm, wie sie häufig von Velofahrern benützt werden,
abwechselnd angebracht werden. Gerade dies wünschen aber viele Velofahrer, damit sie
bei Wetterwechsel rasch den Helm wechseln können, ohne zusätzliche Visiere mitnehmen
zu müssen. Es soll auch aus dem Gesichtsfeld geschoben werden können und wieder zurück.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Visier als Gesichtsschutz für Velohelmen zum Schutz
gegen Witterungseinflüsse wie Regen, Schnee und Kälte zu schaffen, welches sehr leicht
ist, leicht montierbar und demontierbar ist und ohne Aenderungen sofort an verschiedenartigen
Helmen angebracht werden kann, unabhängig von der Beschaffenheit des Helmes, der Helmoberfläche,
der Grösse und der Geometrie des Helmes. Dabei soll es nach Bedarf einfach aus dem
Gesichtsbereich geschoben werden können und in dieser Position die 1 aerodynamische
Formgebung des Helmes nicht massgebend beeinträchtigen.
Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen angegebene Erfindung gelöst.
[0008] Ein weiterer Vorteil der Erfindung sind Ausführungsformen, bei denen das Visier leicht
nach oben und vors Gesicht oder aus dem Gesichtsfeld schwenkbar ist und in der jeweiligen
Stellung verharrt.
[0009] Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung ist, dass alle Ausführungsformen ausserordentlich
kostengünstig herstellbar sind und von jedermann problemlos ohne Werkzeuge auf jeden
Helm montiert werden können.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend im Zusammenhang mit den Zeichnungen beschrieben.
- Figur 1
- zeigt ein an einem Helm befestigtes Visier.
- Figur 2
- zeigt einen Saugnapf als Befestigungsmittel.
- Figur 3
- zeigt Visier in zusammengerolltem Zustand.
- Figur 4
- zeigt eine Trägerplatte mit Druckknopfteil.
- Figur 4a
- zeigt eine Trägerplatte zur Verwendung mit Klettverschlüssen.
- Figur 5
- zeigt ein Visier mit Klettband oder Klemmband.
- Figur 6
- zeigt ein Visier mit Klettband oder Klemmband in aufgeschwenkter Position.
- Figur 7
- zeigt ein Visier mit Bügel und Saugnapf.
- Figur 8
- zeigt ein Visier mit Schlitzen und Saugnapf.
- Figur 9
- zeigt ein Visier mit Gummiband in umgestülptem Zustand.
- Figur 10
- zeigt ein Visier mit Bügel an einem Helmüberzug befestigt.
[0011] In Figur 1 ist ein Velohelm in Kunststoffbauart, z. B. aus tyropor, mit montiertem
Visier dargestellt. Ein Visier mit einer Scheibe 1 ist an einem üblichen Velohelm
2 in vors Gesicht geklappter Stellung angebracht. Die Oberkante 3 der Scheibe 1 ist
ungefähr parallel zur Stirnkante 2a des Helmes. Besondere Stabilität erhält das dünnwandige
Visier durch Anliegen an der Stirnkante 2a. Nahe beim seitlichen Ende 4 der Oberkante
3 ist ein Bügel 6 angebracht, welcher die Scheibe 1 mit dem Saugnapf 5 als Befestigungsmittel
verbindet. Es ist offensichtlich, dass diese Anordnung auf beiden Seiten der Scheibe
1 analog ist. Wenn das Visier nicht benütz werden soll, kann es einfach aus dem Gesichtsfeld
nach oben hinten gekippt werden, wobei sich die Bügel 6 an den Befestigungsmitteln,
Saugnäpfen 5 drehen. Ein derartiges Visier kann so dünnwandig sein und z. B. einfach
aus einer durchsichtigen Folie bestehen, dass es bei nicht Gebrauch einfach zusammengerollt
werden kann und damit leicht mitzunehmen ist, wie in Figur 3 dargestellt.
[0012] Aus Figur 2 ist das Befestigungsmittel als Saugnapf 5 im Detail ersichtlich. Ein
Saugnapf 5 mit einem Befestigungskopf 5' wird vom schlaufenförmig gebogenen Ende des
Haltebügels 6, welcher am Visier fest angebracht ist, umfasst. Das schlaufenförmig
gebogene Ende 7 des Haltebügels 6 umfasst den Befestigungskopf 5' des Saugnapfes derart,
dass diese Umfassung als Schwenkgelenk funktioniert, und klemmt den Befestigungskopf
5' in einer Weise, dass die eingestellte Stellung des Visieres gegenüber dem Saugnapf,
respektive gegenüber dem Helm durch Selbsthemmung verharrt.
[0013] Viele Velohelme weisen keine glatte Oberfläche auf. Sie sind aus Leder, Textilgewebe
oder dergleichem. Ein einmalig auf die Helmoberfläche aufzuklebender, vorzugsweise
selbstklebender Träger übernimmt die Funktion des Befestigungsmittels auf der Helmoberfläche.
Ein Schnellverschluss-System erlaubt ein häufiges und rasches Montieren und Demontieren
eines Visieres am Träger. Je nach Gestaltung des Visieres sind verschiedene Schnellverschlüsse
möglich wie Druckknöpfe, Saugnäpfe, Klettverschlüsse und dergleichen.
Figur 4 zeigt eine Trägerplatte für Schnellbefestigungen mit Druckknöpfen. Auf einer
selbstklebenden Trägerplatte 10 als Befestigungsmittel ist die eine Hälfte eines Druckknopfes
12 angebracht, dessen Gegenstück an der Scheibe des Visieres befestigt ist. Dermassen
angeordnete Druckknöpfe können gleichzeitig als Schnellverschluss und als Schwenkgelenk
zum nach oben oder vors Gesicht schwenken des Visieres dienen. Ein Stift 13, der auch
ein kleiner Federstab sein kann, sorgt für genügend Haftreibung zum in Position halten
der Scheibe.
Der Stift 13 kann auch in entsprechend angeordnete Oeffnungen oder Einbuchtungen am
Visier selbst in verschiedenen Positionen einrasten und auf diese Weise eine Arretierung
sein. Solche Trägerplatten 10 können zum Ausgleich der Geometrie der Helmschale auch
Keilförmig ausgebildet sein wie in Figur 4a dargestellt und ermöglichen so eine gute
Achsparallelität für den Schwenkmechanismus sicherzustellen, sofern das erwünscht
ist. Sie eignen sich auch ausgezeichnet zur Verwendung an Helmen mit rauher oder unebener
Helmoberfläche.
[0014] Eine allereinfachste Ausführung als Grundform ist aus den Figuren 5, am Helm montiert
und demontiert, und Figur 6, aufgeklappt ersichtlich. Die Befestigungsmittel bestehen
dabei aus einem Klettbandstreifen 9 oder einem Klemmverschluss oder reissverschlussähnlichem
Streifen mit entsprechendem Gegenstück.
[0015] Viele Velohelme weisen eine relativ flache Oberseite der Helmschale auf, sodass verschwenkbare
Visiere in geöffnetem Zustand einige Zentimeter über die Helmoberseite hinausragen.
Dem kann entgegengewirkt werden, indem der Abstand zwischen der Scheibe des Visieres
und dem Drehpunkt veränderbar ausgestaltet wird. Figur 7 zeigt eine derartige Ausführungsform
mit im drehbaren Verbindungsstück 7 verschiebbar gelagertem Bügel 6. Das Verbindungsstück
7 umschliesst den Befestigungskopf des Saugnapfes 5 derart, dass es um diesen drehbar
ist, jedoch durch Haftreibung eine gewisse Selbsthemmung bewirkt. Ferner kann es federnd
ausgebildet sein, sodass auch einem unerwünschten Verschieben des Bügels 6 eine gewisse
Haftreibung entgegenwirkt. Dadurch wird ein sicheres Verharren des Visieres in geöffneter
Stellung garantiert. Eine funktiosähnliche Ausführungsform ist in Figur 8 dargestellt,
wobei in der Visierscheibe 1 selbst Schlitze 8 angeordnet sind, in welchen die Befestigungselemente,
z. B. Saugnäpfe 5 verschiebbar gelagert sind. Eine ähnliche Wirkung kann auch durch
gekrümmte Längsschlitze bewirkt werden, in denen je zwei Schnellverschlüssse verschiebbar
gelagert sind. Die Krümmung der Längsschlitze ist so zu gestalten, und die Schnellverschlüsse
so zu montieren, dass das Visier um einen virtuellen unterhalb der Helmschale liegenden
Drehpunkt geschwenkt wird, der so zu wählen ist, dass das Visier in geöffneter Stellung
eng an der Helmoberseite anliegt.
[0016] Eine weitere Ausführungsvariante in Figur 9 zeigt weitere enorme Vorteile des folienartigen
dünnwandigen Visieres, welche ausschliesslich auf der grossen Flexibilität des Materials
der Scheibe basiert. Elastische Zwischenstücke 94, z. B. Gummizüge, verbinden das
Visier 1 mit den Trägern 93. Ein ebenfalls flexibles, jedoch nicht elastischen Zwischenstück
95 ist mit seinem einen Ende mit dem Visier, mit dem andern Ende mit einem Schellverschluss
96, vorzugsweise einem Klettverschluss, verbunden und gewährleistet eine Arretierung
in der geöffneten und der geschlossenen Stellung des Visieres. Um das Gesichtsfeld
freizugeben wird bei dieser Variante einfach die Visierscheibe umgestülpt, ähnlich
wie bei einer Schirmmütze.
Weitere kleine Klettverschlüsse 97, 98 können die Arretierung verbessern.
[0017] Eine im Prinzip funktionsgleiche Ausführungform in Figur 10 benützt die Verwendung
von bekannten Helmüberzügen. Dabei ist der Bügel 6 derart lang ausgeführt, dass er
durch am Helmüberzug 40 aufgenähte Schlaufen 41 oder Oesen 42 geführt werden kann.
Auf diese Weise kann das Visier mit dem Bügel 6 einfach herausgezogen oder eingeschoben
werden und durch einfaches Umbiegen analog zur der in Figur 9 dargestellten Variante
nach oben umgestülpt werden. Es empfiehlt sich, den Bügel 6 als flexiblen Stab, z.B.
als Drahtbügel auszuführen.
1. Visier mit einer durchsichtigen Scheibe als Gesichtsschutz, und Montagemitteln zur
Befestigung an Helmen, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe eine zusammenrollbare
hochtransparente Kunststofffolie ist, die in montiertem Zustand eine Biegesteifigkeit
aufweist, welche dem maximalen Fahrtwindwiderstand standhält.
2. Visier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe eine Kante aufweist,
welche annähernd dem Helmrand im Bereich des Gesichtteiles entspricht und in montiertem
Zustand etwa von der Schläfenregion einer Seite des Helmes bis zur entsprechenden
Region auf der andern Seite reicht, wobei im Bereich dieser Kante mindestens ein Befestigungsmittel
angebracht ist, welches mit einem entsprechenden Gegenstück am Helm eine wiederlösbare
Verbindung ergibt.
3. Visier nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenstück lösbar am Helm
befestigt ist.
4. Visier nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,dass das Gegenstück die Helmoberfläche
selbst ist.
5. Visier nach Anspruche 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenstück ein Helmüberzug
ist.
6. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
Saugnäpfe sind.
7. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
Druckknöpfe sind.
8. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
Klettverschlüsse sind.
9. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel
Klemmverschlüsse sind.
10. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel
selbst ein flexibler Bügel ist.
11. Visier nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung
des Visieres mit den Befestigungsmitteln einen elastischen Gummizug enthält.
12. Visier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es gegenüber
dem Helm schwenkbar angebracht ist.
13. Visier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass es umstülpbar
ist.