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EP 0 557 553 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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01.09.1993 Patentblatt 1993/35 |
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Anmeldetag: 26.02.1992 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B05B 17/06 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT |
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Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT |
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D-80333 München (DE) |
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Erfinder: |
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- van der Linden, Klaus
W-8630 Coburg (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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Ultraschallzerstäuber |
(57) Bei Ultraschallzerstäubern besteht das Problem, daß die mit der Flüssigkeit (12)
in Berührung kommende Oberfläche (8) eines Zerstäubertellers (6) infolge implodierender
Dampfbläschen, die Kavitationskrater in der Oberfläche erzeugen, fortschreitend zerstört
wird. Zur Lösung des Problems ist erfindungsgemäß vorgesehen, die mit der zu zerstäubenden
Flüssigkeit (12) in Berührung kommende Oberfläche (8) des Zerstäubertellers (6) zu
härten. Die Erfindung ist prinzipiell bei allen Ultraschallzerstäubern anwendbar.
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[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ultraschallzerstäuber zur Zerstäubung eines
Stoffes mit einem Ultraschallgeber und einem mit diesem in Eingriff stehenden Zerstäuberteller
für den Stoff.
[0002] Ultraschallzerstäuber zur Zerstäubung von Flüssigkeiten sind bekannt. Sie sind üblicherweise
Bestandteil eines Ultraschallzerstäubungsgerätes. Besonders bekannte Anwendungen von
Ultraschallzerstäubungsgeräten sind die Zerstäubung von Kosmetika und die Zerstäubung
von Arzneimitteln zu Inhalationszwecken.
[0003] Bekannte Ultraschallzerstäuber enthalten im allgemeinen einen Amplitudentransformator,
an dem auf der einen Seite eine Piezokeramik angekoppelt ist und dessen gegenüberliegende
Seite als Zerstäuberteller ausgebildet ist (EP 0 258 637, EP 0 373 237). Derartige
Ultraschallzerstäuber haben den Vorteil, daß die zu zerstäubende Flüssigkeit ein feines
und homogenes Aerosol bildet. Darüber hinaus kann die Tröpfchengröße des Aerosols
bei solchen Ultraschallzerstäubern durch Wahl einer entsprechenden Schwingungsfrequenz
in weiten Grenzen beeinflußt werden. Nachteilig ist, daß sich aufgrund gerade der
schnellen Schwingungen der Flüssigkeit im Raum unmittelbar über dem Zerstäuberteller
Dampfbläschen bilden, die durch ihr Implodieren auf der mit der zu zerstäubenden Flüssigkeit
in Berührung kommenden Oberfläche des Zerstäubertellers Kavitationskrater erzeugen.
Aufgrund dieser Tatsache wird bei wiederholtem Einsatz des Ultraschallzerstäubers
die mit der Flüssigkeit in Berührung kommende Oberfläche des Zerstäubertellers fortschreitend
mit Kavitationskratern übersät und damit zerstört.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Ultraschallzerstäuber mit einem
Zerstäuberteller anzugeben, bei dem die Lebensdauer des Zerstäubertellers erhöht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die mit dem zu zerstäubenden
Stoff in Berührung kommende Oberfläche des Zerstäubertellers gehärtet ist. Hierdurch
erhöht sich die Standzeit der Oberfläche des Zerstäubertellers. Im Fall einer Flüssigkeit
wird so auch die Bildung von Kavitationskratern aufgrund implodierender Dampfbläschen
auf der mit der Flüssigkeit in Berührung kommenden Oberfläche des Zerstäubertellers
stark eingeschränkt.
[0006] In vorteilhafter Weise kann die gehärtete Oberfläche eine angelassene Stahlfläche
sein. In diesem Fall braucht der Zerstäuberteller, sofern er aus Stahl besteht, nur
während der Herstellung gehärtet zu werden.
[0007] Alternativ kann die gehärtete Oberfläche eine auf den Zerstäuberteller aufgebrachte
Schicht sein. Hierdurch kann der gesamte Herstellungsprozeß des Ultraschallzerstäubers
insoweit beibehalten werden, wobei in der Abfolge der Herstellungsschritte an geeigneter
Stelle nur ein Beschichtungsprozeß zur Beschichtung des Zerstäubertellers eingefügt
werden muß.
[0008] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die auf den Zerstäuberteller aufgebrachte
Schicht als Hauptbestandteil Titannitrid (TiN) oder alternativ Chromnitrid (CrN) enthalten.
Schichten aus Titannitrid oder alternativ aus Chromnitrid sind preiswert und mechanisch
besonders hart.
[0009] Es erweist sich als besonders zweckmäßig, die Schicht durch Kathodenzerstäubung aufzubringen.
Darunter sind Aufdampfen, Aufstäuben oder Ionenimplantieren oder eine Kombination
dieser Beschichtungsverfahren zu verstehen. Die mittels dieser Verfahren aufgebrachten
Schichten sind nicht nur besonders hart, sondern sie haften auch hervorragend auf
der Fläche, auf die sie aufgebracht sind.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert.
Dabei zeigt:
[0011] Figur 1 einen Längsschnitt durch einen Ultraschallzerstäuber.
[0012] Der in Figur 1 gezeigte Ultraschallzerstäuber 1 umfaßt einen Ultraschallgeber 2,
zum Beispiel eine Piezokeramikplatte, einen mit diesem verbundenen Amplitudentransformator
4, der in einen Zerstäuberteller 6 übergeht. Der Zerstäuberteller 6 enthält im Ausführungsbeispiel
eine konkave, gehärtete Oberfläche 8. Mit 10 ist ein Zuführungsschlauch für eine Flüssigkeit
12 bezeichnet.
[0013] Beim Betrieb des Ultraschallzerstäubers 1 wird die mittels des Führungsschlauchs
10 auf der Oberfläche des Zerstäubertellers deponierte Flüssigkeitsmenge - im allgemeinen
ein oder einige wenige Tropfen - mittels der Schwingungsanregung durch den Ultraschallgeber
2 zerstäubt. Die bei diesem Vorgang mehr oder weniger unvermeidbar auftretenden, implodierenden
Dampfbläschen können an der gehärteten Oberfläche 8 des Zerstäubertellers 6 kaum noch
Kavitationskrater erzeugen, da die Atome auf einer gehärteten Oberfläche fester aneinander
gebunden sind. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Oberfläche 8 eine gehärtete,
auf den Zerstäuberteller 6 aufgebrachte Schicht aus beispielsweise Titannitrid oder
Chromnitrid oder Chromchromid ist. Hierdurch ist die Lebensdauer dieses Zerstäubertellers
gegenüber einem ungehärteten Zerstäuberteller erheblich vergrößert. Die auf die Oberfläche
des Zerstäubertellers 6 aufgebrachte Schicht 8 ist im Ausführungsbeispiel durch Kathodenzerstäubung
aufgetragen worden.
[0014] Prinzipiell ist ein Ultraschallzerstäuber des in Figur 1 gezeigten Aufbaus in jedes
Ultraschallzerstäubungsgerät einbaubar.
1. Ultraschallzerstäuber zur Zerstäubung eines Stoffes mit einem Ultraschallgeber und
einem mit diesem in Eingriff stehenden Zerstäuberteller für den Stoff, dadurch gekennzeichnet, daß die mit dem zu zerstäubenden Stoff (12) in Berührung kommende Oberfläche des
Zerstäubertellers (6) gehärtet ist.
2. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gehärtete Oberfläche eine angelassene Stahlfläche ist.
3. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gehärtete Oberfläche eine auf den Zerstäuberteller (6) aufgebrachte Schicht
(8) ist.
4. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Zerstäuberteller (6) aufgebrachte Schicht (8) als Hauptbestandteil
Titannitrid TiN enthält.
5. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 1, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Zerstäuberteller (6) aufgebrachte Schicht (8) als Hauptbestandteil
Chromnitrid CrN enthält.
6. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht (8) durch Kathodenzerstäubung aufgebracht ist.
7. Ultraschallzerstäuber nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht (8) durch Aufdampfen im Vakuum aufgebracht ist.
8. Ultraschallzerstäuber nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff in flüssigem Aggregatzustand vorliegt.
