[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Profilzylinder mit im Flansch des Zylindergehäuses
angeordneten Gehäusestiften, die in federnder Anlage stehen zu im Zylinderkern angeordneten
und bis in einen Schlüsselkanal ragenden, von den Zuhaltungsvertiefungen eines Schlüssels
einzuordnenden Kernstiften, die zusammen mit den Gehäusestiften die Stiftzuhaltung
bilden, und mindestens einer, vorzugsweise von der Schlüsselbreitseite gesteuerten
Zusatzzuhaltung, welcher eine Sperreingriffs-Vertiefung an der Innenseite der zylinderischen
Gehäusewand zugeordnet ist, deren Sperrfunktion mittels des passenden Schlüssels aufhebbar
ist.
[0002] Ein Profil-Schließzylinder dieser Art ist durch die DE-PS 32 25 952 bekannt. Dort
steht die Zusatzzuhaltung in Richtung der Sperreingriffs-Vertiefung unter Federbelastung.
Zum Zurückziehen der Zusatzzuhaltung weist der Schlüssel an seiner Breitseite einen
zum freien Ende hin offenen Schlitz auf, der mit hinterschnittenen Flanken einen formpassend
gestalteten Kopf dieser Zusatzzuhaltung steuert. Solche Schlitze erfordern eine besonders
hohe Präzision, um das Einfangen des Kopfes zu bewerkstelligen. Da im übrigen nur
ein kleiner Teil der Dicke der in aller Regel als Flachschlüssel ausgebildeten Schlüssel
für den Sperrhub bzw. seine Aufhebung genutzt werden kann, können unterschiedliche
Toleranzpaarungen die Funktion und somit die Sperrsicherheit beeinträchtigen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Profilzylinder mit Schlüssel
baulich vorteilhaft und funktionssicher so auszubilden, daß eine größere Sperreingriffstiefe
für die Zusatzzuhaltung genutzt werden kann.
[0004] Gelöst ist diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung.
[0005] Die Unteransprüche sind vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Profil-Schließzylinders.
[0006] Zufolge solcher Ausgestaltung ist ein gattungsgemäßer Profil-Schließzylinder erhöhten
Gebrauchs- und Sicherheitswerts erzielt: Das liegt in der nun maximal möglichen Ausnutzung
der Gehäusewand für die Sperreingriffs-Vertiefung und der freien Abtastung des Schlüssel
begründet. Die relativ reibungsintensive Flankenbelastung ist vermieden. Die baulichen
Mittel sind einfach und zweckmäßig. Konkret ist so vorgegangen, daß die Zusatzzuhaltung
aus zwei bei passendem Schlüssel fluchtend in der Zylinderkern-Drehfuge zufolge permanent
magnetischer Haftung zusammengehaltenen Teilen besteht, von denen der eine, schlüsselkanalseitig
liegende Teil in Richtung des Schlüsselkanals federbelastet ist und bei dieser Verlagerung
den anderen Teil in eine die Zylinderkern-Drehfuge überlappende Sperrstellung mitschleppt.
Für das Mitschleppen bzw. die koaxiale rittlingsartige Lage steht die größtmöglich
wirkende Magnetkraft zur Verfügung. Für das quer dazu liegende Abstreifen bei Drehen
des Zylinderkerns brauchen nur relativ geringe Haftkräfte überwunden zu werden. Diese
Art des funktionsabhängigen Kuppelns und Freigebens läßt sich auf engstem Raum realisieren,
da Federn dort unmittelbar nicht benötigt werden. Entsprechend steht für die Sperreingriffs-Vertiefung
bis auf eine recht dünnwandig zu wählende Restdicke nahezu die gesamte Dicke der Gehäusewand,
in der Regel 2 mm, zur Verfügung. Der restliche, praktisch den Boden einer Sackbohrung
bildende Materialstand steht auch nicht unter irgendeiner Belastung durch die Funktionsteile.
Die Federbelastung liegt in Richtung des Schlüsselkanals, woraus resultiert, daß das
entsprechend periphere Widerlager einer Rückholfeder am die größte Materialanhäufung
aufweisenden Zylinderkern ausgebildet werden kann. Weiter erweist es sich als vorteilhaft,
daß der kernseitige Teil der Zusatzuhaltung topfförmig gestaltet ist und in der Topfhöhlung
ein Permanentmagnet sitzt. Die Topfform macht es möglich, den Topfrand als stabile
Stützebene für den dem Schlüsselkanal abgewandt liegenden Teil zu nutzen. Weiter erweist
es sich als günstig, daß der Topf außenseitig von einer Druckfeder umgeben ist. Letztere
hält die Zusatzzuhaltung in Abtastbereitschaftstellung und stützt sich zweckmäßig
an einem Ringkragen ab, dem, der Zylinderkern-Drehfuge zugewandt, ein Haltering gegenüberliegt.
Weiter wird in Vorschlag gebracht, daß der eine Teil einen in Richtung des Schlüsselkanals
weisenden Tastvorsprung hat. Letzterer kann sich koaxial zur Topfhöhlung erstrecken,
so daß also eine rotationssymmetrische Zusatzzuhaltung vorliegt. Liegt die abtastfähige
Zone, bspw. Rippe des Schlüssels nicht in einer solchen Quermittelebene senkrecht
zu der des Schlüsselkanals, kann es sich als vorteilhaft erweisen, daß der Tastvorsprung
exzentrisch sitzt und dem Teil ein drehsichernder Führungsfortsatz zugeordnet ist.
Letzterer kann negativ oder positiv sein. Konkret erweist sich eine Lösung dahingehend
als günstig, daß der Führungsfortsatz von einem Stift gebildet ist und der den Tastvorsprung
tragende Teil eine passende Nische aufweist. Bezüglich des exzentrisch liegenden Tastvorsprunges
ist es dabei von Vorteil, daß der Tastvorsprung und der Führungsfortsatz einander
diametral gegenüberliegen. Das führt zu einer ausgewogenen Anordnung. Weiter wird
vorgeschlagen, daß Tastvorsprung und Führungsfortsatz in Achsrichtung des Zylinderkerns
hintereinanderliegen. Alternativ ist aber auch eine Zuordnung denkbar und vorteilhaft,
bei der Tastvorsprung und Führungsfortsatz in einer Querebene des Drehzylinders liegen.
Hierdurch bleibt zwischen den einzelnen Zusatzzuhaltungen noch ein größtmöglicher
Materialanteil des Zylinderkerns stehen. Eine Lösung von sogar eigenständiger Bedeutung
ergibt sich weiter dadurch, daß der kernseitige Teil als Hub-Übersetzungshebel ausgebildet
ist. Hier läßt sich über den Hub-Übersetzungshebel beispielsweise eine geringe Abtasttiefe
in eine Sperreingriffs-Vertiefung von größerer Tiefe übersetzen oder geringerer Tiefe
untersetzen. Außerdem ist man frei in der Wahl der Anordnung solcher Sperreingriffs-Vertiefungen.
Man kann dadurch sogar Bereiche in unmittelbarer Nähe zum Schlüsselrücken hin an der
Breitfläche erreichen. Eine vorteilhafte Lösung ergibt sich durch einen Rollkörper
als den Schlüssel abtastendes Zwischenglied zwischen Schlüsselkanal und Hub-Übersetzungshebel.
Die Bewegungseinleitung über einen Rollkörper bringt eine besonders leichtgängige
Betätigungsweise. Endlich erweist sich noch als vorteilhaft, daß der Hub-Übertragungshebel
etwa auf der Quer-Längsmittelebene des Zylindergehäuses den Magneten trägt, unterhalb
desselben angelenkt ist und zwischen Permanentmagnet und abtastendem Rollkörper die
Rückholfeder aufweist, welche sich über einen Gleitkopf an der Innenseite der zylinderischen
Gehäusewand in einer Querschnittsebene abstützt, auf welcher keine Zuhaltungsvertiefungen
liegen.
[0007] Der Gegenstand der Erfindung ist nachstehend anhand zeichnerisch veranschaulichter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- teils in Ansicht, teils im Schnitt, eine mit einer Zusatzzuhaltung ausgerüsteten Profil-Schließzylinder,
- Fig. 2
- eine Ansicht des zugehörigen Schlüssels,
- Fig. 3
- die Draufsicht auf Fig. 1, wiederum partiell im Schnitt,
- Fig. 4
- den Schnitt gemäß Linie VI-VI, stark vergrößert und die Zusatzzuhaltung gemäß erstem
Ausführungsbeispiel verkörpernd, bei steckendem Schlüssel,
- Fig. 5
- einen entsprechenden, jedoch nur auszugsweise dargestellten Schnitt bei abgezogenem
Schlüssel,
- Fig. 6
- den Schnitt gemäß Linie VI-VI in Fig. 5,
- Fig. 7
- einen gleichen Querschnitt wie Fig. 4, ein zweites Ausführungsbeispiel der Zusatzzuhaltung
darstellend, bei abgezogenem Schlüssel und exzentrisch liegendem Tastvorsprung,
- Fig. 8
- den Schnitt gemäß Linie VIII-VIII in Fig. 7,
- Fig. 9
- das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 bei eingeführtem Schlüssel, als Querschnitt wiederum,
- Fig. 10
- einen Querschnitt wie Fig. 4, das dritte Ausführungsbeispiel wiedergebend, und zwar
bei steckendem Schlüssel,
- Fig. 11
- diese Ausgestaltung bei abgezogenem Schlüssel, bei welchem dritten Ausführungsbeispiel
die Drehsicherung der Zusatzzuhaltung in axialer Richtung des Zylinderkerns liegt,
- Fig. 12
- den Schnitt gemäß Linie XII-XII in Fig. 11,
- Fig. 13
- eine der Fig. 4 entsprechende Darstellung, das vierte Ausführungsbeispiel wiedergebend,
und zwar bei steckendem Schlüssel,
- Fig. 14
- dasselbe bei abgezogenem Schlüssel (dieses Ausführungsbeispiel hat eine profilrinnenübergreifende
Abtastung des Schlüssels),
- Fig. 15
- den Schnitt gemäß Linie XV-XV in Fig. 14,
- Fig. 16
- veranschaulicht einen der Fig. 4 entsprechenden Querschnitt und zeigt das fünfte Ausführungsbeispiel,
hier bei steckendem Schlüssel,
- Fig. 17
- die Situation bei in Abzug begriffenem Schlüssel,
- Fig. 18
- die Situation nach Abzug des Schlüssels und
- Fig. 19
- ein Verteilungsschema der Zusatzzuhaltungen zu den üblichen Stiftzuhaltungen.
[0008] Der als Doppelzylinder ausgebildete Profil-Schließzylinder weist ein symmetrisches
Zylindergehäuse 1 auf. Das setzt sich in einen nach unten gerichteten Flansch 2 fort.
Im Zylindergehäuse 1 erstrecken sich, koaxial angeordnet, zwei formgleiche Zylinderkerne
3. Sie sind in der zylinderischen Höhlung 4 drehbar gelagert und axial abgestützt.
[0009] Zwischen den gegeneinander gerichteten Enden der Zylinderkerne 3 ist in einem Ausschnitt
5 des Zylindergehäuses 1 eine einen Schließbart 6 tragende Schließbartnabe 7 angeordnet.
[0010] Im übrigen weist der dargestellte Profilzylinder Stiftzuhaltungen I auf, die in einer
gemeinsamen Gehäusemittelebene liegen, in welcher auch in jedem Zylinderkern 3 ein
Schlüsselkanal 8 verläuft. Jede, hier sechsfach pro Zylinderkern 3 zugeordnete Stiftzuhaltung
I setzt sich zusammen aus einem Gehäusestift 9 und einem Kernstift 10. Der Gehäusestift
9 ist in einer Sackbohrung 11 des Zylindergehäuses 1 geführt und wird von einer sich
bodenseitig der Sackbohrung abstützenden Druckfeder 12 in Richtung des Zylinderkerns
3 permanent beaufschlagt.
[0011] Durch Einstecken eines passenden Schlüssels 13, dieser ist als Flachschlüssel realisiert,
werden die Kernstifte 10 so verlagert, daß die Trennfuge 14 zwischen den Kernstiften
10 und den Gehäusestiften 9 in der Zylinderkern-Drehfuge F von 1 und 3 liegt. Das
erlaubt bei solchen Profilzylindern das anschließende Drehen des Zylinderkerns 3 mittels
des Schlüssels 13.
[0012] Zur entsprechenden Einordnung der Stiftzuhaltungen I sind an der einen Schmalkante
des Schlüssels 13 Zuhaltungsvertiefungen realisiert bezeichnet als Schließkerben 15.
Bei der dargestellten Lösung ist die Schließdrehung jedoch erst dann möglich, wenn
gleichzeitig durch den Schlüssel 13 eine von der Schlüsselbreitseite gesteuerte Zusatzzuhaltung
II betätigt wird. Diese Einrichtung ist nachstehend anhand der verschiedenen Ausführungsformen
näher erläutert:
[0013] Jeder Zusatzzuhaltung II liegt an der Innenseite des zylinderischen Abschnitts der
Wandung des Zylindergehäuses 1, bezeichnet als Gehäusewand W, eine Sperreingriffs-Vertiefung
16 gegenüber. Die Zusatzzuhaltung II erstreckt sich senkrecht zur Ebene des Schlüsselkanals
8, vorzugsweise auch in der dortigen Diametralen. Die Zusatzzuhaltung II besteht aus
zwei koaxial orientierten Teilen, bezeichnet mit a und b. Letztere sind zufolge permanent-magnetischer
Haftung zusammengehalten. Bei steckendem passenden Schlüssel 13 fluchten ihre gegeneinander
gerichteten, ebenfalls eine Trennfuge 17 bildenden Flächen mit der Zylinderkern-Drehfuge
F. Wird jedoch der Schlüssel 13 abgezogen, so verlagert sich diese in Richtung des
Schlüsselkanales 8 federbelastete Zusatzzuhaltung II so, daß der andere Teil, bezeichnet
mit b, in eine die Zylinderkern-Drehfuge F überlappende Sperrstellung mitgeschleppt
wird. Die Ausgangssituation ist in Fig. 4, die Sperrstellung in Fig. 5 wiedergegeben.
Bei Drehbarkeit des Zylinderkerns 3 wird a von b querseitig abgestreift; b verbleibt
in 16, also in einem von der Mantelwand des Zylinderkerns 3 geschlossenen "Nest".
[0014] Die Zusatzzuhaltung II, resp. deren schlüsselkanalseitig liegender Teil a setzt sich
in einen Tastvorsprung 18 fort. Letzterer wirkt mit einer trichterförmigen Steuervertiefung
19 an der korrespondierenden Breitseite des Schlüssels 13 zusammen. Die Steuervertiefungen
19 sind den Schließkerben 15 vergleichbare Organe und bestehen hier aus unterschiedlich
tief gestuften Bohrungen, um diesen Bereich der Abtastung hinsichtlich der Variabilität
zu nutzen. So liegt zusammen mit I eine wesentlich erhöhte Kombinationsrate vor.
[0015] Der kernseitige Teil a der Zusatzzuhaltung II ist topfförmig gestaltet sowie mantelwandseitig
abgesetzt. Eine so geschaffene, nach auswärts hin öffnende Topfhöhlung 20 nimmt ausfüllend
einen Permanentmagneten 21 auf. Letzterer schließt ebenengleich mit den Topfrand des
beispielsweise aus Messing bestehenden Teiles a ab. Beide Teile a,b weisen im wesentlichen
gleichen Außendurchmesser auf. Die Sperreingriffs-Vertiefung 16 ist wie die Teile
aund b zylinderisch. Es läßt sich nahezu die gesamte Dicke der Gehäusewand W als Einlagerungs-
bzw. Ausweichraum nutzen. Dies sind bei gängigen Schließzylindern ca. 2 mm. Es braucht
nur ein hauchdünner Boden der Vertiefung 16 belassen zu werden, da diese Zone von
der Zuhaltung II praktisch nur anliegende berührt wird.
[0016] Die Aufnahmekammer für den kernseitigen Teil a der Zusatzzuhaltung II bildet eine
zylinderische, auf den Mittelpunkt des Zylinderkerns gerichtete Bohrung 22. Die radiale
Bohrung 22 endet kurz vor dem Schlüsselkanal 8 und weist breitenabgesetzt eine zum
Schlüsselkanal 8 hin offene Durchgreiföffnung 23 für den Tastvorsprung 18 auf. Die
verbleibende Ringschulter 24 fungiert dabei als Begrenzungsanschlag für die in dieser
Richtung federbelastete Zusatzzuhaltung II.
[0017] Aufgrund des abgesetzten Mantelwandabschnitts des Teiles a ergibt sich zwischen einem
so erzielten, schlüsselkanalseitigen Führungskragen 25 des Teiles a eine Federkammer
26, die so topfaußenseitig eine Druckfeder 27 aufnehmen kann. Ein peripherer Haltering
28 sichert die aufgesteckte Druckfeder 27. Der Haltering 28 befindet sich im Presssitz
im Bohrungseingang.
[0018] Während beim zweiten und vierten Ausführungsbeispiel der Tastvorsprung 18 rotationssymmetrisch,
d.h. zentralliegend der Zusatzzuhaltung II entspringt, wobei sich das vierte Ausführungsbeispiel
praktisch nur dadurch unterscheidet, daß dort der Tastvorsprung eine deutlich größere
Breite aufweist als der des ersten Ausführungsbeispieles, besteht in Bezug zum zweiten
und dritten Ausführungsbeispiel eine bauliche Abweichung darin, daß der Tastvorsprung
18 dort exzentrisch liegt. Für seine entsprechende Verlagerung ist die gesamte zur
Verfügung stehende Breite von a ausgenutzt, d.h. der Tastvorsprung 18 reicht dort
maximal bis zur Mantelwand des exponierten Führungskragens 25. Der in seinem Durchmesser
gegenüber dem Tastvorsprung 18 des ersten Ausführungsbeispieles noch einmal reduzierte
Tastvorsprung 18 (Fig. 7) kann so eine dem Rücken 13' des Schlüssels 13 näherliegende
seitliche Rippe 29 desselben abgreifen. Die Beibehaltung der koaxialen Ausrichtung
würde ihn in den Bereich einer darunterliegenden Nut 30 des Schlüssels 13 führen.
Der breitere Tastvorsprung 18 überbrückt dagegen die Nut 30, wie das deutlich aus
den Figuren 14 und 15 hervorgeht. Die Bezugsziffern sind sinngemäß angewandt.
[0019] Unter Berücksichtigung des im Grunde vorteilhaften rotationssymmetrischen Aufbaus
der Zusatzzuhaltung II bedarf diese bei exzentrischer Anordnung des Tastvorsprungs
18 der Drehsicherung. Hierzu weist, wenn nicht eine im Querschnitt unrunde zusatzzuhaltung
gewählt wird, der dem Schlüsselkanal 8 näherliegende Teil a einen seitlichen Führungsfortsatz
31 auf. Er kann diesem, den kreisrunden Querschnitt überschreitenden Teil a angeformt
sein. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Führungsfortsatz in Form eines
separaten Bauteiles, und zwar als zylinderischer Stift 32 realisiert. Letzterer erstreckt
sich raumparallel zur Längsmittelachse x-x der Zusatzzuhaltung II. Der Stift 32 sitzt
unter Haftreibung in einer entsprechend ausgerichteten Bohrung 33. Die Bohrung 33
und die die Federkammer 26 schaffende Bohrung 22 schneiden einander. Der Stift 32
ragt dabei in eine passende, drehsichernd wirkende Nische 34 des Führungskragens 25.
Die axiale Führungslänge ist dabei so gewählt, daß sie länger ist als der Tasthub
des Tastvorsprungs 18 ist. Im Bereich der Federkammer 26 ist dagegen der Stift 32
peripher ausgenommen, und zwar im wesentlichen dem Bohrungsverlauf der Federkammer
26 folgend. Randseitig des Zylinderkernes 3 schließt die entsprechende Ausnehmung
35 mit der das dortige Federlager bildenden Stirnfläche des Halteringes 28 ab. Die
gehäuseseitige Ladeöffnung für den Stift 32 ist stopfenverschlossen.
[0020] Beim zweiten Ausführungsbeispiel liegt der Führungsfortsatz 31 diametral gegenüberliegend
zum Abtastvorsprung 18. Dies geht besonders deutlich aus Fig. 9 hervor. Die Diametrale
D-D liegt in der Querebene des Zylindergehäuses 1. So gesehen erstreckt sich der Tastvorsprung
18 oberhalb der horizontalen, den Mittelpunkt des Zylinderkernes schneidenden Ebene
und der Führungsfortsatz 31 unterhalb dieser horizontalen Ebene. Diese Zuordnungsart
hat den Vorteil, daß bei einer reichen Bestückung an Zusatzzuhaltungen II, wie das
Fig. 20 zeigt, neben den Zusatzzuhaltungen II ein recht großer, nicht perforierter
Zwischenraum 36 verbleibt.
[0021] Soll dagegen dieser Zwischenraum 36 für die Unterbringung der Führungsfortsätze 31
genutzt werden, so kann die Ausgestaltung gemäß dritter Ausführungsform greifen. Dort
sind Tastvorsprünge 18 und Führungsfortsätze 31 in Achsrichtung des Profilzylinders
hintereinanderliegend orientiert. Fig. 13 zeigt die Lage des Stiftes 32 zur in der
vertikalen versetzten Lage des exzentrischen Tastvorsprunges.
[0022] Das fünfte Ausführungsbeispiel (Fig. 16-18) ist vom Prinzip her, also der Magnethaftung
zwischen den Teilen a und b, den vorbeschriebenen Lösungen gleich und weicht nur in
der konstruktiven Gestaltung ab insofern, als dort der kernseitige Teil a als Hub-Übersetzungshebei
H auftritt. Letzterer schwenkt um einen Gelenkzapfen 37. Dieser liegt im unteren Abschnitt
des Profilzylinders, also in größerer Nähe zum Flansch 2. Er sitzt in einem zur Zylinderkern-Drehfuge
F hin offenen Querschacht 38 des Zylinderkerns 3. Der nach oben weisende Kopf 39 des
Hub-Übertragungshebels H belastet einen als Tastvorsprung (18) fungierenden Rollkörper
40 in Form einer Kugel. Dieses gehäusegefangene schlüsselabtastende Schlüsselglied
zwischen Schlüsselkanal 8 und Hub-Übersetzungshebel H greift auch hier durch eine
zum Schlüsselkanal 8 hin offene Durchgreiföffnung 23 hindurch der Rollkörper 40 tastet
in diesem Bereich eine Steuervertiefung 19 auf einer dem Schlüsselrücken 13' näherliegenden
Rippe 29 ab. Über einen solchen Hebel lassen sich also auch Zonen des Schlüssels 13
abtasten, die weitab von der größten Materialanhäufung des Zylinderkerns 3 liegen,
wo also für die oben beschriebenen Zusatzzuhaltungen II nicht genügend "Fleisch" für
die Zuordnung und Führung wäre.
[0023] Dagegen ist für die Zuordnung des Permanentmagneten 21 eine Lage gewählt, die wiederum
im Bereich der oben erwähnten, durch den Mittelpunkt des Zylinderkerns 3 gehenden
Horizontalen liegt. Konkret sieht dies so aus, daß der Hub-Übertragungshebel H etwa
auf der Querlängsmittelebene des Zylindergehäuses 1 den Permanentmagneten 21 in einer
nach auswärts weisenden Tasche 41 trägt. Unterhalb dieser Tasche 41 liegt der Gelenkzapfen
37 und oberhalb die als Rückholfeder fungierende Druckfeder 27, welche nun ortsversetzt
liegt zur Zusatzzuhaltung II, d.h. zum Teil b. Die dortige Federkammer 26 ist eine
zum Rücken des Hub-Übersetzungshebels H ausgehende Sackbohrung. Auf deren Boden stützt
sich die schlüsselkanalseitige Endwindung der Druckfeder 27 ab. Die dagegen nach auswärts
gerichtete endständige Federwindung belastet einen Gleitkopf 42. Dieser ist auf der
der Innenseite der Gehäusewand W zugewandten Seite flach gewölbt, sodaß keine verhakenden
oder abtragenden Wirkungen entstehen. Der Gleitkopf 42 setzt sich hebelseitig in einen
zentralen Führungszapfen 43 fort, auf den die Druckfeder 27 aufgesteckt ist.
[0024] Die den Tastvorsprung in Form des Rollkörpers 40 belastende Druckfeder 27 liegt in
einer Querschnittsebene, in welcher keine Zuhaltungsvertiefungen liegen, also weder
eine Sperreingriffs-Vertiefung 16 noch eine Kernbohrung 44 für die Kernstifte 10.
In der Zeichnung ist diese Tatsache durch Unterbrechung der Aufbruchstelle am Teil
a dargestellt.
[0025] Um für das Aussteuern des Rollkörpers 40 beim Ziehen oder Einführen des Schlüssels
13 einen verklemmungsfreien Bereich zu schaffen, kann, wie dies aus Fig. 17 beispielsweise
hervorgeht, ein flacher Ausweichraum 45 an der Innenseite der Gehäusewand W vorgesehen
sein. Der Kopf 39 des Hub-Übersetzungshebels H besitzt eine kugelstützende Haltemulde
46 auf.
[0026] Bei gezogenem Schlüssel 13 stützen sich die Kernstifte 10 an einer gemeinsamen Schulter
im Schlüsselkanal 8 ab.
[0027] Bei allen Zuhaltungen ist im Hinblick auf die Schließkerben 15 bzw. Steuervertiefungen
19 auf eine verhakungsfreie Einlenkbarkeit geachtet, so daß die Zuhaltungen bzw. ihre
Tastvorsprünge 18 Auflaufschrägen besitzen, beispielsweise konusförmig zulaufen.
[0028] Die Funktion ist, kurz zusammengefaßt, wie folgt: durch Einführen des passenden Schlüssels
13 in den Schlüsselkanal 8 werden sowohl die Stiftzuhaltungen I als auch die Zusatzzuhaltungen
II entgegen Federkraft so ausgesteuert, daß die Trennfuge 14 und die Trennfuge 17
mit der Zylinderkern-Drehfuge F fluchten. Der Profilzylinder kann nun drehbetätigt
werden. Unter Berücksichtigung der Dicke der Gehäusewand W von 2 mm kann eine recht
große Stufentiefe für die Abtastung genutzt werden, da beispielsweise nur die Hälfte
der axialen Tiefe der Sperreingriffs-Vertiefung 16 von dem scheibchenförmigen Teil
b eingenommen wird.
[0029] Nach Abziehen des Schlüssels 13 verlagert die Druckfeder 27 die Zusatzzuhaltung II
in Richtung des Schlüsselkanales 8 bis hin zum Begrenzungsanschlag 24. Dadurch tritt
der Teil b in eine die Zylinderkern-Drehfuge F überlappende Stellung und versperrt
(vgl. Fig. 5, 7, 11, 14). Die Siftzuhaltungen I treten federbelastend ebenfalls in
die Sperrstellung, die aber hier nicht näher erläutert werden muß.
[0030] Was das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 16-18 betrifft, so ergibt sich die gleiche
Funktion, indem der passende Schlüssel 13 via Rollkörper 40 den Hub-Übersetzungshebel
H entgegen der Wirkung der Druckfeder 27 so verschwenkt, daß die Trennfuge 17 in der
Ebene der Zylinderkern-Drehfuge F liegt. Der Zylinderkern 3 kann so gedreht werden,
bei entsprechend gleicher Einordnung der Stiftzuhaltungen I. Durch Ziehen des Schlüssels
13 ergibt sich die Situation, wie sie in Fig. 19 dargestellt ist. Der Rollkörper 40
tritt gegen die rechtsseitige Kanalflanke des Schlüsselkanals 8. Der Hub-Übertragungshebel
H schwenkt federveranlaßt im Uhrzeigersinn. Das führt zu einer Verlagerung der Trennfuge
17 derart, daß auch hier der sperraktive Teil b der Zusatzzuhaltung II die Zylinderkern-Drehfuge
F mit seiner Mantelwand kreuzt. Er ragt in den zylinderkernseitigen Bohrungsfortsatz
47, welcher bei den voraufgegangenen Ausführungsbeispielen die Federkammer 26 bildet.
Die Drehbewegung des Zylinderkerns 3 ist entsprechend blockiert. Fig. 18 zeigt die
Ausweichbewegung beim Ziehen des Schlüssels 13. Auch bei dem fünften Ausführungsbeispiel
ergibt sich für die üblichen Stiftzuhaltungen die oben beschriebene Arbeitsweise.
[0031] Bei allen Ausführungsbeispielen ist das Drehtrennen der beiden durch Magnethaftung
aneinander "klebenden" Teile a und b wie auch das wiedereinfangen durch die bohrungsgeführte
Ausrichtung stets betriebssicher. Dabei liegt in radial einwärts gerichteter Mitschlepprichtung
die größte wirkende Magnetkraft vor, so daß es hierbei stets zu einer sicheren Mitnahme
kommt.
[0032] Die in der vorstehenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen offenbarten
Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für
die Verwirklichung der Erfindung von Bedeutung sein. Alle offenbarten Merkmale sind
erfindungswesentlich. In die Offenbarung der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt
der zugehörigen/beigefügten Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich
mit einbezogen.
1. Profilzylinder mit im Flansch (2) des Zylindergehäuses (1) angeordneten Gehäusestiften
(9), die in federnder Anlage stehen zu im Zylinderkern (3) angeordneten und bis in
einen Schlüsselkanal (8) ragenden, von den Zuhaltungsvertiefungen (Schließkerben 15)
eines Schlüssels (13) einzuordnenden Kernstiften (10), welche zusammen mit den Gehäusestiften
(9) die Stiftzuhaltungen (I) bilden, und mindestens einer vorzugsweise von der Schlüsselbreitseite
gesteuerten Zusatzzuhaltung (II), welcher eine Sperreingriffs-Vertiefung (16) an der
Innenseite der zylinderischen Gehäusewand (W) zugeordnet ist und deren Sperrfunktion
mittels des passenden Schlüssels (13) aufhebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zusatzzuhaltung (II) aus zwei bei passendem Schlüssel (13) fluchtend in der Zylinderkern-Drehfuge
(F) zufolge permanent-magnetischer Haftung zusammengehaltenen Teilen (a, b) besteht,
von denen der eine, schlüsselkanalseitig liegende Teil (a) in Richtung des Schlüsselkanals
(8) federbelastet ist und bei dieser Verlagerung den anderen Teil (b) in eine die
Zylinderkern-Drehfuge (F) überlappende Sperrstellung mitschleppt.
2. Profilzylinder nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, daß
der kernseitige Teil (a) der Zusatzzuhaltung (II) topfförmig gestaltet ist und in
der Topfhöhlung (20) ein Permanentmagnet (21) sitzt.
3. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Topf außenseitig von einer Druckfeder (27)
umgeben ist.
4. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Teil (a) einen in Richtung des Schlüsselkanales
(8) weisenden Tastvorsprung (18) hat.
5. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Tastvorsprung (18) exzentrisch sitzt und dem
Teil (a) ein drehsichernder Führungsfortsatz (31) zugeordnet ist.
6. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsfortsatz (31) von einem Stift (32)
gebildet ist und der den Tastvorsprung (18) tragende Teil (a) eine passende Nische
(34) aufweist.
7. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Tastvorsprung (18) und der Führungsfortsatz
(31) einander diametral gegenüberliegen (Diametrale D-D).
8. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß Tastvorsprung (18) und Führungsfortsatz (31) in
Achsrichtung des Zylinders hintereinanderliegen.
9. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß Tastvorsprung (18) und Führungsfortsatz (31) in
einer Querebene untereinanderliegen.
10. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der kernseitige Teil (a) als Hub-Übersetzungshebel
(H) ausgestaltet ist.
11. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, gekennzeichnet durch einen Rollkörper (40) als schlüsselabtastendes Zwischenglied
zwischen Schlüsselkanal (8) und Hub-Ubersetzungshebel (H).
12. Profilzylinder nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere
danach, dadurch gekennzeichnet, daß der Hub-Übersetzungshebel (H) etwa auf der Querlängsmittelebene
des Zylindergehäuses (1) den Permanentmagneten (21) trägt, unterhalb desselben angelenkt
ist und zwischen Permanentmagnet (21) und abtastendem Rollkörper (40) die Druckfeder
(27) aufweist, welche sich über einen Gleitkopf (40) an der Innenseite der zylinderischen
Gehäusewand (W) in einer Querschnittsebene abstützt, auf welcher keine Zuhaltungsvertiefungen
liegen.