[0001] Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder einer Rotationsdruckmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Die Reinigungsvorrichtung dient insbesondere zum Reinigen eines Druckzylinders oder
eines Gummituchzylinders einer Druckmaschine.
[0003] Die Reinigungsvorrichtung enthält einen Verteiler zum automatisch gesteuerten Sprühen
von Reinigungsflüssigkeit auf den Zylinder, und Leitelemente, welche sich neben dem
Sprühstrahl vom Verteiler bis zum Zylinder erstrecken und zwischen sich und dem Zylinder
hinter und vor dem Sprühstrahl einen engen Spalt bilden, wobei der hintere Spalt der
in Drehrichtung des Zylinders erste Spalt ist und der vordere Spalt der in Drehrichtung
des Zylinders zweite Spalt ist.
[0004] Eine Reinigungsvorrichtung dieser Art ist aus der US-PS 3 084 626 bekannt. Bei der
bekannten Vorrichtung befinden sich die Leitelemente im Abstand neben dem Sprühstrahl,
so daß sie den Sprühstrahl nicht begrenzen, sondern nur verhindern, daß Füssigkeitsteile
ungewollt auf benachbarte Maschinenteile Spritzen.
[0005] Ferner zeigt die US-PS 3 900 003 eine Flüssigkeitsauftragsvorrichtung zum Auftragen
von Entwicklerflüssigkeit auf einen Zylinder in einer Multicolor-Elektrofotografie-Kopiermaschine.
Die AT-PS 282 662 Zeigt einen Wischzylinder, welcher einen in ein Gefäß mit Reinigungsflüssigkeit
eintauchenden Zylinderabschnitt und einen an einen zu reinigenden Zylinder einer Druckmaschine
anliegenden Abschnitt aufweist. Auf den aus der Flüssigkeit auftauchenden Bereich
des Wischzylinders wird zwischen zwei mit Abstand benachbarten Rakeln Reinigungsflüssigkeit
zum Spülen des Wischzylinders gesprüht. Die DE-PS 12 40 885 zeigt einen Saugkasten
gegenüber einem Druckzylinder. Der Saugkasten ist durch eine zum Zylinder parallele
Achse schwenkbar und bildet mit dem Zylinder einen Spalt. Der Saugkasten ist am Spalteinlauf
und am Spaltauslauf je mit Bürsten versehen und hat im Bereich zwischen diesen Bürsten
Sauglöcher zum Absaugen von Staub von der Oberfläche eines zu bedruckenden Papieres,
welches um die Zylinderoberfläche läuft. Das DE- Gebrauchsmuster 1 996 060 zeigt eine
Vorrichtung zum Sprühen von Flüssigkeit in den Spalt zwischen zwei Walzen im Druckwerk
einer Offsetdruckmaschine, um ihre Druckplatten zu befeuchten. Die Abgabe der Flüssigkeit
wird von einer Steuereinrichtung der Druckmaschine in Abhängigkeit von der Druckgeschwindigkeit
und in Abhängigkeit von einem wählbaren Faktor sowie mit wählbarer Sprühdauer impulsartig
gesteuert. Ferner ist aus der DE-OS 34 46 757 A1 eine Beschichtungseinrichtung zum
Beschichten von Papierbahnen bekannt, welche gegenüber der von einem Zylinder geführten
Papierbahn einen Farbauftrags-Stauraum bildet, welcher entgegen der Drehrichtung der
Papierbahn und des Zylinders mit einer Labyrinth-Überlaufdichtung versehen ist.
[0006] Reinigungsvorrichtungen dieser Art werden verwendet, um den während des Druckvorgangs
sich ansammelnden, auf der Zylinderfläche haftenden Schmutz zu lösen. Zur Abfuhr des
durch die Reinigungsflüssigkeit aufgeweichten Schmutzes dient bei geläufigen Rotationsdruckmaschinen
ein Rakel oder ein den Schmutz mit Lösungsmittel aufsaugendes Tuch. Bei Rollenrotationsdruckmaschinen
wird die Schmutzabfuhr auch direkt durch die Bahn vorgenommen, wenn der dem Reinigungsprozeß
unterworfene Zylinder in Kontakt mit der Bahnabwicklung steht. Für die Übertragung
der Reinigungsflüssigkeit auf die Zylindermantelfläche sind somit mehrere Prinzipien
bekannt. Ein Prinzip beruht auf dem Auftragen durch einen Wischvorgang, wofür verschiedene
getränkte Materialien dienen können. Ein anderes Prinzip beruht auf dem Auftragen
der Reinigungsflüssigkeit mittels Borsten, oder Borstenwalzen, durch welche die verschmutzte
Mantelfläche zugleich mechanisch gereinigt wird. Ein weiteres Prinzip beruht auf dem
Aufsprühen der Reinigungsflüssigkeit auf die Mantelfläche des Zylinders, wobei die
Reinigungsflüssigkeit durch Eigendruck oder durch den Druck eines gasförmigen Trägermediums
gefördert wird.
[0007] Das Prinzip des Aufsprühens ist verbreitet, weil die Aufsprüheinrichtung im Gegensatz
zu den berührenden Auftragsvorrichtungen nicht mit dem Schmutz in Kontakt kommt und
außerdem einfach schaltbar ist. Die Dauer und die Energie des Strahls sind einfach
einzustellen. Der Nachteil des Sprühens liegt darin, daß die unter dem Strahl bewegte,
zu reinigende Fläche manchmal nicht so gut benetzt wird, wie dies mit Wischeinrichtungen
möglich ist. Außerdem ergeben sich Rückpralleffekte und Dekompressionseffekte der
Waschflüssigkeit, wodurch von der für die Reinigung der Zylindermantelfläche vorgesehenen
Flüssigkeitsmenge Teile verlorengehen. Die nicht treffenden, den Zylinder nicht befeuchtenden
Flüssigkeitsmengen gelangen an unerwünschte Stellen der Druckmaschine und rufen teilweise
unerwünschte Wirkungen wie Korrosion oder Bedruckstoffstörungen hervor. An abseits
befeuchteten Stellen sammelt sich unerwünscht benetzende Flüssigkeit, die Tropfen
bildet, die auf den Bedruckstoff gelangen können.
[0008] Die Vergeudung von Reinigungsflüssigkeit ist auch aus kinematischen Gründen unvermeidbar,
weil die Bewegung und die Kräfte des Flüssigkeitsstrahls gegenüber dem rotierenden
Zylinder keinen einwandfreien Übergang der Flüssigkeit in einen benetzenden Film ergeben.
Auf die Oberfläche des Zylinders auftreffende Tropfen prallen in den verschiedensten
Winkeln ab.
[0009] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, den Verlust an Reinigungsflüssigkeit
möglichst gering zu halten und die Übertragung der Flüssigkeit beim Strahlen auf die
Zylindermantelfläche effektiver zu gestalten.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale.
[0011] Die Dekompression der unter Druck austretenden Reinigungsflüssigkeit und die ungeordnete
Verteilung wird eingedämmt, indem zumindest Teile der Übertragungsstrecke durch einen
kammerartigen Aufbau geschlossen werden. Das Abschirmen des Übertragungsraums zwischen
der Strahleinrichtung und der Mantelfläche des Zylinders beeinflußt den Druckverlauf,
der sich von dem Punkt des noch herrschenden Innendrucks in der Leitung an der Ausflußöffnung
bis zum Punkt nahe der rotierenden Mantelfläche erstreckt. Durch die Vorgabe der Strömungsquerschnitte
der bis an den Zylinder heranreichenden Kammer wird Einfluß auf den Strömungsdruck
genommen. Der Druckausgleich mit dem Umgebungsdruck an der unvermeidlichen Öffnung
als Spalt zwischen der Abschirmung, der Umgebung und der bewegten Zylindermantelfläche
wird durch eine Labyrinthdichtung gestaltet, durch welche die Strömungsenergie bis
auf einen Rest herabgesetzt wird. Mit geringer Druckdifferenz von dem abgeschirmten
Raum zur Umgebung tritt wenig Flüssigkeit in die Umgebung aus, sondern geht hauptsächlich
auf die Zylinderfläche über. Aus Platzgründen sind kleine Abmessungen der Dämmeinrichtung
angestrebt. Das bedeutet, daß für den mit möglichst hohem Druckverlust zu versehenden
Strömungsweg nur geringe Abmessungen zur Verfügung stehen. Der Strömungsquerschnitt
wird deshalb klein gehalten, und es werden möglichst viele Ecken vorgesehen.
[0012] Die Entspannung der unter Druck stehenden Reinigungsflüssigkeit erfolgt bei einer
parallel beabstandet, zur Zylindermantelfläche sich erstreckenden Verteileinrichtung
durch einen in Drehrichtung des Zylinders ersten hinteren Spalt und einen zweiten
vorderen Spalt. In Drehrichtung des Zylinders strömt eine größerer Menge ab, weil
in dieser Richtung vor allem bei größerer Umfangsgeschwindigkeit des Zylinders eine
Sogwirkung herrscht. Um dem vermehrten Sprühnebelaustritt am in Drehrichtung vorderen
Spalt zu begegnen, wird das betreffende Labyrinth auf dieser Seite länger ausgelegt.
Bei mechanisch gleicher Gestaltung der Labyrinthe ist das in Drehrichtung vordere
Labyrinthelement länger als das hintere Labyrinthelement.
[0013] Benetzende, sich an den Oberflächen des Labyrinths sammelnde Reinigungsflüssigkeit
kann, damit sie am Ende der Aufbringungsphase nicht unerwünscht abläuft oder tropft,
durch gezieltes Ablaufenlassen entfernt werden. Dazu werden gemäß einer besonderen
Ausführungsform die Verteileinrichtung und die Leitelemente gekippt und die ablaufende
Menge einem Sumpf zugeleitet.
[0014] Im einfachsten Fall bestehen die Leitelemente aus einer den Zwischenraum zwischen
der Verteileinrichtung und dem Zylinder überbrückenden Verkleidung mit einer in Drehrichtung
gesehenen vorderen und hinteren Kammerwand. An den freien, dem Zylindermantel gegenüberliegenden,
nicht berührenden Kanten der Verkleidung kann ein Siebgeflecht angeordnet werden,
das die Nebeltröpfchen abscheidet und eine "Strömungsschikane" ist.
[0015] Aufwendiger, jedoch besser ist eine Labyrinthgestaltung mit axial verlaufenden Rillen,
Nuten neben Vorsprüngen oder Kanten. Vom Vorsprung zur Nut oder von Berg zu Tal ergibt
sich ein wechselndes Druckprofil. An den Labyrinthwänden bleibt weniger Flüssigkeit
hängen als in dem Siebgeflecht. Zusätzliche Dämmung wird durch doppelwandigen Aufbau
der Labyrinthelemente mit Durchbrüchen oder Löchern in das Innere der Doppelwand erreicht.
Hierbei ist ein weiterer Entweichungsweg für die Flüssigkeit, den Nebel und den Flüssigkeitsdruck
geschaffen.
[0016] Außer der Kippbarkeit für die Verteileinrichtung mit ihren angesetzten Labyrinthelementen
für den kontrollierten Ablauf von Restflüssigkeit kann vorgesehen werden, die Verteileinrichtungen
zwischen der Arbeitsstellung und einer Ruhestellung zu verschieben. Dabei können die
Labyrinthelemente oder die gesamte Aufbringungseinrichtung so schwenkbar gestaltet
sein, daß sie in der Ruheposition nur geringen Platz einnehmen.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen anhand von bevorzugten
Ausführungsformen beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Reinigungsvorrichtung mit einem Verteiler in einem Kammergehäuse;
- Fig. 2
- einen Verteiler mit angesetzten Labyrinthelementen
- Fig. 3
- einen Verteiler mit doppelwandigen Labyrinthelementen
- Fig. 4
- einen Verteiler mit verstellbarem Abstand.
[0018] Gegenüber einem Zylinder 1 eines Druckwerks einer Druckmaschine, der hier ein Gummituchzylinder
ist, ist ein sich achsparallel erstreckender Verteiler 2 angeordnet. Der Verteiler
2 weist Austrittsöffnungen 3 auf, über die der Zylinder 1 in seiner gesamten Breite
mit Reinigungsflüssigkeit beaufschlagbar ist. Die Austrittsöffnungen 3 bestehen als
Anzahl von Löchern oder als länglicher Schlitz. Zum Verhindern nachströmender Reinigungsflüssigkeit
nach Beendigung eines gesteuerten Sprüh- oder Strahlintervalls können die Austrittsöffnungen
3 mit Sperrnadeln oder Sperrdeckeln, die mechanisch oder elektronisch ansteuerbar
sind, versehen sein.
[0019] Der Zylinder 1 rotiert in Drehrichtung Z, in die auch der Transport der auf seine
Mantelfläche aufgetragenen Reinigungsflüssigkeit erfolgt. In der Richtung Z verläuft
eine von der bewegten Mantelfläche des Zylinders 1 hervorgerufene Strömung, die in
Abhängigkeit von der Viskosität des umgebenden Mediums, hier Umgebungsluft mit Sprühnebel
und Lösemitteldampf, eine gewisse Dicke erreicht. Aus den Austrittsöffnungen 3 austretende
Reinigungsflüssigkeit, die vom Eigendruck im Verteiler 2 auf den Wert des Umgebungsdrucks
fällt und dabei zerplatzt oder verwirbelt, wird mit der bewegten Mantelfläche des
Zylinders 1 in Drehrichtung Z mitgerissen.
[0020] In Fig. 1 ist der Verteiler 2 als Rohr ausgeführt. Dieses Rohr 2 ist in einem U-förmigen
Kammergehäuse 5 aufgenommen. Das Kammergehäuse 5 ist durch eine justierbare Halterung
4 an den Seitenwänden der Druckmaschine befestigt. Die Öffnung des Kammergehäuses
5 weist radial zum Zylinder 1 oder ist derart schräggestellt, daß die Strömungsrichtung
der austretenden Reinigungsflüssigkeit zum Teil tangential in Drehrichtung Z erfolgt.
Außen zwischen der Mantelfläche des Zylinders 1 und einer hinteren Rückwand 6.1 des
Kammergehäuses 5 entsteht ein gewisser Staudruck, der in Drehrichtung über den Verteiler
2 entweicht und den durch den hinteren Spalt 7.1 zwischen der Rückwand 6.1 und dem
Zylindermantel entweichenden Sprühnebel wegträgt. Der Spalt 7.1 zwischen der Rückwand
6.1 und dem Zylinder 1 ist eng ausgebildet. Bei schräg in Drehrichtung Z angestelltem
Kammergehäuse 5 ist die abdeckende Vorderwand 6.2 durch die geometrische Bedingung
länger. Die bis dicht an die Mantelfläche nicht berührend heranreichende Vorderwand
6.2 des Kammergehäuses 5 hindert den freien Austritt der Tröpfchen der Reinigungsflüssigkeit
in Drehrichtung Z am vorderen Spalt 7.2. Die aus den Austrittsöffnungen 3 versprühte
Menge an Reinigungsflüssigkeit nimmt hauptsächlich den Weg durch den vorderen Stömungsspalt
7.2, abgesehen von der sich im Kammergehäuse 5 niederschlagenden Nebelmenge. Zur Reduzierung
der Nebelmenge am vorderen Strömungsspalt 7.2 ist es möglich, ein Gittergeflecht 8
zur Ausbildung eines teiloffenen, verlustbehafteten Austrittsquerschnitts am vorderen
Strömungsspalt 7.2 anzubringen. Der Nebel bzw. die Tropfen sind gezwungen, durch die
vielen versetzten freien Querschnitte zu entweichen.
[0021] Die Funktion des Gittergeflechts 8 zusammen mit der Vorderwand 6.2 des Kammergehäuses
5 wird bei der Ausführungsform von Fig. 2 durch ein vorderes Labyrinthelement 9.2
ersetzt. Das vordere Labyrinthelement 9.2 schließt vorderseitig, in Drehrichtung Z
gesehen, an den Verteiler 2 dicht an und bildet wiederum ein Strömungslabyrinth für
den vorderen Strömungsspalt 7.2. Tangential gesehen ist es wellig oder eckig augebildet,
damit an axial verlaufenden Vorsprüngen 10 und Nuten 11 jeweils abwechselnd enge und
weite Spaltquerschnitt entstehen. Die vom Verteiler 2 austretende Reinigungsflüssigkeit
benetzt die Mantelfläche des Zylinders 1, sie benetzt auch zum Teil das vordere Labyrinthelement
9.2, und der strömende Teil durchläuft das Strömungslabyrinth mit wechselndem Druckverlauf,
wobei sich an den abwechselnd engen oder weiten Labyrinthquerschnitten relativ niedrigerer
und höherer Druck abwechseln.
[0022] Gegen die Drehrichtung Z gesehen ist ebenfalls am Verteiler 2 anschließend ein hinteres
Labyrinthelement 9.1 angeflanscht. Das hintere Labyrinthelement 9.1 übt dieselbe Funktion
wie das vordere Labyrinthelement 9.2 aus mit dem Unterschied, daß die zu betrachtende,
nach hinten entweichende Teilmenge der aus dem Verteiler 2 austretenden Reinigungsflüssigkeit
kleiner ist. Dadurch ist die vorzunehmende Strömungs-Dämmung in Form eines kürzeren
hinteren Labyrinthelements 9.1 zu bilden.
[0023] Bei doppelwandiger Ausführung nach Fig. 3 erhält das bestehende, Druckverlust bringende
Profil der Labyrinthelemente 9.1; 9.2 kapselnde Wände 12.1; 12.2 aufgesetzt. Durchbrüche
13 erlauben das Eindringen von Tröpfchen in die so gebildeten Pufferräume 18. Zum
Wegströmen der Tröpfchen durch das Labyrinth längs der Strömungsspalte 7.1 und 7.2
kommt folglich ein weiterer Strömungsweg durch die Durchbrüche 13 hinzu. Durch diese
Durchbrüche 13 entweichende Tröpfchen, die nicht zur Mantelfläche des Zylinders 2
transportierbar sind, werden aus dem Inneren über Auslaufstutzen 14 abgeführt. Die
Auslaufstutzen 14 können über eine gemeinsame Ablaufleitung an einen nicht dargestellten
Sumpf angeschlossen sein.
[0024] Wenn die kapselnden Wände 12.1; 12.2 ebenfalls mit Durchbrüchen versehen werden,
verläuft der verlustbehaftete Strömungsweg durch die Durchbrüche 13 in das Innere
und weiter wieder nach außen, wobei austretende Teilmengen von Reinigungsflüssigkeit
an der Außenwand der kapselnden Wände 12.1; 12.2 zu sammeln und abzuleiten sind. In
welchem Abstand die Durchbrüche 13 vom Verteiler 2 und mit welchem Durchmesser sie
anzubringen sind, entscheiden die Erfahrungswerte.
[0025] Der Vorteil eines doppelwandigen Aufbaus liegt darin, daß in die Kapseln, mit Weiterleitung
durch die Durchbrüche, Sperr- oder Zusatzmedien eingebracht werden können. An die
Kapsel kann auch Vakuum gelegt und damit überschüssiger Nebel abgesaugt werden. Diese
aufwendige Maßnahme ist dann vorteilhaft, wenn die Nebelbildung vor allem nur in kurzen
Phasen auftritt.
[0026] Die mit den Labyrinthelementen 9.1; 9.2 geschaffene Abschirmung des Strahlbereichs
des Verteilers 2 führt dazu, daß ein Kanal 17 in der Mantelfläche des Zylinders 1
beim Durchlauf unter den Labyrinthelementen 9.1; 9.2 vermehrt Reinigungsflüssigkeit
aufnimmt. Der vermehrte Eintrag von Reinigungsflüssigkeit in den Kanal 17 kann verhindert
werden, wenn ein Auftragsbalken 15 durch eine entsprechend synchronisierte Bewegung
einer Steuerkurve 16, die durch einen Nocken oder einen Nockenabsatz gebildet werden
kann, liftbar ist. Mit dem Liften des Auftragsbalkens 15 wird das Strömungslabyrinth
oder sein Strömungsspalt 7.1 und 7.2 einseitig erweitert. Dies erfolgt durch einseitiges
Vergrößern des Abstands des hinteren Labyrinthelements 9.1 oder des vorderen Labyrinthelements
9.2 relativ zum Zylinder 1, oder durch Vergrößern des Abstandes beider Labyrinthelemente
9.1 und 9.2 vom Zylinder derart, daß der für das Eindringen von Reinigungsflüssigkeit
in den Kanal 17 verantwortliche Druck verschwindet. Bei schlagartigem Schwenken des
Auftragbalkens 15 entsteht außerdem der günstige Effekt, daß der sich beim Schwenken
drehende Flüssigkeits-Strahl, wenn er gegen die Drehrichtung Z bewegt wird, die dem
Kanalbereich zuzuordnende Menge an Reinigungsflüssigkeit vermindert. Mit dieser Maßnahme
erhält also der Kanal 17 weniger Reinigungsflüssigkeit als die ausgedehnten Bereiche
der Mantelfläche des Zylinders 1. Die Bewegung der Steuerkurve 16 wird von einer Steuereinrichtung
der Druckmaschine gesteuert.
[0027] In den Fig. 1 bis 4 sind identische oder funktionsmäßig einander entsprechende Teile
mit gleichen Bezugszahlen versehen.
[0028] Der Sprühstrahl 20 des Verteilers 2 wird vorzugsweise von der Druckmaschine automatisch
gesteuert. Dabei kann die Zeit, die Flüssigkeitsmenge, die Sprührichtung und/oder
der Auftreffbereich des Sprühstrahles 20 auf dem Zylinder 1 gesteuert werden. Die
Vorrichtung ermöglicht, daß die Reinigungsflüssigkeit in bestimmter zeitlicher Verteilung
sowie bestimmter örtlicher Mengenverteilung auf den Zylinder gesprüht oder in Form
eines scharfen Strahles gespritzt wird.
1. Reinigungsvorrichtung für einen Zylinder einer Rotationsdruckmaschine, insbesondere
für einen Druckzylinder oder einen Gummituchzylinder, mit einem Verteiler (2) zum
automatisch gesteuerten Sprühen von Reinigungsflüssigkeit auf den Zylinder (1), mit
Leitelementen (6.1, 6.2), welche sich neben dem Sprühstrahl (20) vom Verteiler (2)
bis zum Zylinder (1) erstrecken und zwischen sich und dem Zylinder (1) hinter und
vor dem Sprühstrahl (20) je einen engen Spalt (7.1, 7.2) bilden, welcher als Strömungsdrossel
wirkt, wobei der hintere Spalt (7.1) in Drehrichtung des Zylinders (1) der erste Spalt
ist und der vordere Spalt (7.2) in Drehrichtung des Zylinders (1) der zweite Spalt
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Leitelemente (6.1, 6.2) vor und hinter dem Sprühstrahl (20) direkt am Sprühstrahl
angeordnet sind und ihn dabei im wesentlichen ohne Luftzwischenraum begrenzen und
in Richtung vom Verteiler (2) zum Zylinder (1) führen.
2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens an dem vorderen Spalt (7.2) ein Stömungslabyrinth (8; 9.1, 9.2) zum Abscheiden
von Reinigungsflüssigkeits-Nebel vorgesehen ist.
3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Leitelemente (6.1, 6.2) ein Gehäuse (5) bilden, und daß der Verteiler (2) im Gehäuse
(5) untergebracht ist.
4. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
sich die Leitelemente (6.1, 6.2) ungefähr parallel zur Richtung des Sprühstrahles
(20) erstrecken.
5. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
am vorderen Spalt (7.2) und am hinteren Spalt (7.1) je ein Strömungslabyrinth (7.2,
7.1) zum Abscheiden von Beschichtungsflüssigkeits-Nebel vorgesehen ist.
6. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Labyrinth (9.2) am vorderen Spalt (7.2) länger ist als das Labyrinth (9.1) am
hinteren Spalt (7.1).
7. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Wände des Strömungslabyrinths (7.1, 7.2) mit Drainageöffnungen (13) zum Ableiten
von Reinigungsflüssigkeit und von abgeschiedenem Reinigungsflüssigkeits-Nebel vom
Spalt (7.1, 7.2) in eine Drainagekammer (18) versehen sind, welche stromabwärts der
Drainageöffnungen (13) liegt.
8. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Labyrinthelemente (9.1, 9.2) und der Verteiler (2) auf verschiedene Abstände vom
Zylinder (1) einstellbar sind.
9. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Strömungslabyrinth durch ein Gittergeflecht (8) oder eine Anordnung (9.1, 9.2)
von sich abwechselnden Wellenbergen (10) und Wellentälern (11) gebildet ist, welche
sich parallel zum Zylinder (1) erstrecken.
10. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Verteiler (2) zusammen mit den Leitelementen (6.1, 6.2) und den Labyrinthelementen
(9.1, 9.2) relativ zum Zylinder (1) jeweils beim Vorbeilaufen eines im Umfang des
Zylinders (1) gebildeten Kanals (17) automatisch geliftet und nach dem Vorbeilaufen
dieses Kanals (17) automatisch wieder in die ursprüngliche Position abgesenkt wird.