[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur On-Line-Kontrolle und zum automatischen
Auswerfen von falschen und/oder fehlerhaften Faltschachtel-Zuschnittten bei der Herstellung
von Faltschachtelkartons nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Faltschachteln aus Pappe oder dergleichen Material stellen in der Verpackungsindustrie
einen erheblichen Anteil an den auf dem Markt befindlichen Verpackungsmitteln. Hierauf
stützt sich nicht nur die Lebensmittelindustrie mit ihren vielfältigen Kartonausführungen
oder die elektrische und elektronische Industrie, sondern in einem besonders hohen
Maße auch die pharmazeutische Industrie. Sowohl die in Gläsern oder anderen luftdicht
verschlossenen Behältern als auch die in Folienverpackungen in den Handel gebrachten
Pharmazeutika sind in aller Regel portioniert in Faltschachtelkartons erhältlich,
deren Aufdrucke unmittelbar lesbar sind oder in codierter Form Auskunft über den Inhalt
der Schachtel geben.
[0003] Entsprechend der hohen Stückzahl und der Vielfältigkeit, mit der Faltschachtelkartons
aus Zuschnitten im Handel zur Anwendung kommen, ist ihr mehrstufiger Fertigungsprozeß
hochgradig automatisiert. Häufig ist der mehrstufige Fertigungsprozeß, beginnend mit
dem Bedrucken der flächigen Vorlage, dem Stanzen des Zuschnittes über das mehrfache
Falten bis zum Zusammenfügen der Schachtel, beispielsweise durch Verkleben, in einer
hochleistungsfähigen On-Line-Maschinenstraße zusammengefaßt. Die hohe Produktionsleistung
und die hohen Qualitätsanforderungen an die fertigen Produkte machen mehrfache Überwachungssysteme
erforderlich, die durch manuellen Eingriff in den Fertigungsablauf weder ökonomisch
vertretbar noch technisch sinnvoll sind. Jede Störung in nur einem Teilbereich der
Fertigung würde letztlich zum Stillstand der gesamten Maschinenstraße und damit zu
erheblichen Ausfällen der Produktionsleistung führen. Andere Störungen wie beispielsweise
Fehlleitungen oder Fehlklebungen und dergleichen führen bei nicht ausreichender Überwachung
im Folgeprozeß zu hohen Ausschußquoten. Die Anforderungen hinsichtlich einer Mehrzahl
von Informationen wie beispielsweise die Angaben über Menge und Art des Inhalts, die
Form und Farbgebung von Codieraufdrucken und dergleichen mehr sind bei Faltschachtelkartons
für die pharmazeutische Industrie besonders wichtig und zum großen Teil durch eine
Vielzahl von Gesetzen und staatlichen Verordnungen exakt vorgegeben. Von entsprechend
hoher Genauigkeit und Fehlerfreiheit müssen die optischen, mechanischen und/oder elektronischen
Überwachungsmittel sein, die in der Lage sind, möglichst verzögerungsfrei fehlerhafte
oder falsche Produktionsparameter oder Produktkomponenten zu erkennen, um jegliche
Fehler unmittelbar zu beheben oder fehlerhafte Produkte ohne Produktionsunterbrechung
aus der On-Line-Fertigung auszuwerfen.
[0004] So sind beispielsweise allein in eine hochleistungsfähige Faltschachtelklebemaschine,
die nur einen Teil der automatischen Fertigungsstraße darstellt, optoelektronische
Bar-Codeleser, Leimspurkontrolldetektoren und dergleichen Überwacher integriert. Hiermit
wird das mehrfache Falten des planen Zuschnittes zu einem sechsseitigen oder vielseitigen
Behälter und das abschließende Beleimen für das dauerhafte Zusammenfügen zu der gewünschten
Behälterform in jedem Fertigungsschritt überwacht.
[0005] Die Funktionssicherheit derartiger Überwachungsanlagen hängt jedoch nicht nur von
der Qualität und Quantität der Fehlererkennung ab, sondern gleichermaßen von der damit
erforderlich werdenden Fehlteile-Beseitigung aus dem gegebenen Fertigungsablauf.
[0006] Bei der durch die automatisierte Fertigung möglichen hohen Fertigungsfrequenz bereitet
eine automatisierte Fehlererkennung bisher technisch weniger Schwierigkeiten als die
Fehlteile-Beseitigung, insbesondere der Vorgang des Auswerfens einzelner als fehlerhaft
oder falsch erkannter Fertigungsprodukte aus der laufenden Fertigungsstraße.
[0007] Bekannt ist in diesem Zusammenhang ein sogenannter Rotationsauswerfer in Form eines
Drehtellers bei Faltschachtelklebemaschinen (DE 37 43 728 C2). Von diesem wird, nachdem
ein Meldedetektor einen falschen oder fehlerhaften Zuschnitt erkannt hat, unter Berücksichtigung
der Verzögerungszeit oder der Anazhl der Schachteln zwischen Erkennung und Vorbeilauf
des zu entfernenden Zuschnittes an dem Rotationsauswerfer dieser Zuschnitt von magnetgesteuerten
Schaltrollen erfaßt, einer rotierenden Auswerferscheibe zugeführt und nach Mitnahme
über einen unbestimmten Drehwinkel in tangentialer Richtung ausgeworfen. Da im Produktionsablauf
die Erkennungsdetektoren örtlich sehr unterschiedlich im Verhältnis zum Auswerfer
installiert sind, müssen die Verzögerungszeiten zwischen Erkennung und Aktivierung
der Auswerfvorrichtung der jeweiligen Anordnung entsprechend eingestellt werden. Der
Drehteller der bekannten Auswerfvorrichtung ist seitlich zur Förderstrecke der Zuschnitte
und fluchtend in deren Ebene liegend so angeordnet, daß der Peripheriebereich der
Scheibe unmittelbar unterhalb oder oberhalb der Bewegungsbahn der Zuschnitte entlang
ihrer Förderstrecke liegt bzw. diese überlappt. Die Zuschnitte laufen in die Faltschachtelklebemaschine
vereinzelt, d.h. mit einem vorgegebenen Abstand ein. Die Lage der Zuschnitte ist durch
Kraftschluß zwischen dem oberen Endlosband und dem unteren Endlosband der Förderstrecke
rutschfrei definiert. Die Zuschnitte stehen zu beiden Seiten der Bandförderer hervor,
so daß das Ergreifen eines falschen oder fehlerhaften Zuschnittes während der laufenden
Produktion mittels des Mechanismus des Rotationsauswerfers möglich wird. Der Greifer
ist eine Friktionsrolle, die im Moment des Vorbeilaufes des Falschzuschnittes am Drehteller
des Rotationsauswerfers aktiviert wird, den Rand des Zuschnittes auf die mit einer
Friktionsschicht versehene Telleroberfläche drückt und so den Zuschnitt zwischen den
beiden Endlosbändern der Förderstrecke drehend herauszieht. Der kontinuierlich umlaufende
Drehteller erfaßt somit bei Aktivierung der Friktionsrolle jeweils einen als fehlerhaft
erkannten Zuschnitt im Moment des Vorbeilaufes und überführt bei laufender Produktion
dessen Linearbewegung in die Drehbewegung des Drehtellers. Das ist allerdings nur
dann sichergestellt, wenn die Schachtel hierbei während ihrer seitlichen Verschiebung
richtig gehalten wird. Ansonsten kann es nur zu einer undefinierten seitlichen Verschiebung
ohne vollständige Ausschleusung kommen.
[0008] Die Drehbewegung des schadhaften Zuschnittes bedingt nicht nur bestimmte Druck- und
Friktionswerte, sondern auch einen Abstand zwischen den aufeinanderfolgenden Zuschnitten
in der Förderbahn, der in etwa wenigstens der Differenz zwischen der diagonalen Länge
des Zuschnittes und seiner Breite entsprechen muß. Damit sind an die Vereinzelung
der Zuschnitte, d.h. den Abstand der einzelnen Zuschnitte zueinander, besondere Anforderungen
gestellt, die zu einer Minderung der Produktionsleistung der gesamten Maschinenanlage
führen. Hinzu kommt, daß der Drehwinkel, über den der schadhafte Zuschnitt vom Drehteller
des Rotationsauswerfers mitgenommen wird, nicht definiert ist, da er nicht nur von
der Größe, sondern auch von der Oberflächenbeschaffenheit und dem Gewicht des Zuschnittes
abhängig ist, wodurch sich sehr unterschiedliche Friktions-Mitnahmekräfte und Drehmomente
ergeben können. Die hierdurch nicht zu verhindernde unkontrollierte Abwurfrichtung
verursacht nicht selten Maschinenstörungen, die zu einer weiteren Minderung der Produktionsleistung
der Gesamtanlage führen können. Die für die Mitnahme eines schadhaften Zuschnittes
erforderliche kraftschlüssige Verbindung zwischen aktivierter Friktionsrolle und Drehteller
über unterschiedliche Bogenlängen, in Abhängigkeit von der Dimensionierung des Zuschnittes,
ist entsprechend der Justierung des Rotationsauswerfers jeweils nur für bestimmte
Dimensionierbereiche in den Zuschnittabmessungen und dessen Kartonstärke sichergestellt.
Auch hat sich gezeigt, daß bei Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit entlang der
Förderstrecke ein sicheres Erfassen der Zuschnitte zwischen Friktionsrolle und Drehteller
nicht immer gegeben ist. Solche Zuschnitte können dann teilverschoben und teilverdreht
von der laufenden Produktion weiter mitgenommen werden, so daß es letztlich zu Störungen
kommt, die das Abschalten der gesamten automatisierten On-Line-Anlage zur Folge haben.
[0009] Schließlich soll hier noch auf eine weitere bekannte Vorrichtung zum Aussortieren
vorbestimmter Schachtelzuschnitte aus einer Reihe von Kontinuierlich angelieferten
Zuschnitten verwiesen werden (DE-OS 27 09 812), bei der mittels eines Stößels fehlerhafte
Zuschnitte aus der Förderebene senkrecht nach oben ausgestoßen werden, um von einem
Bandförderer - nämlich einem unteren und einem oberen Riemenförderer - erfaßt, umgelenkt
und in entgegengesetzter Förderrichtung abtransportiert zu werden. Hierfür müssen
die Schachteln oder dergleichen Zuschnitte jedoch im Auswerfbereich ausreichend vereinzelt
sein, damit sichergestellt ist, daß nicht nachfolgende fehlerfreie Zuschnitte unbeabsichtigt
mit ausgeworfen werden. Die Förderleistung ist bei dieser bekannten Vorrichtung daher
für die Zwecke eines vollautomatischen Hochleistungsprozesses außerordentlich begrenzt.
[0010] Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, einen Auswerfer
für wenigstens teilweise automatisierte On-Line-Fertigungsanlagen zur Herstellung
von Faltschachtelkartons aus entsprechenden Zuschnitten vorzugeben, bei dem jegliche
Schwenk- oder Umlenk- bzw. Drehbewegung des aus der Produktionsstraße zu entfernenden
Zuschnittes vermieden wird, so daß die hierdurch bedingten Nachteile entfallen und
auf die bisher erforderlichen erhöhten Anforderungen an das Bedienungspersonal der
Maschinen bei dennoch zuverlässiger Aussortierung verzichtet werden kann.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Kennzeichen des Anspruches
1 angegebenen Merkmale erreicht.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen dieser Aufgabenlösung ergeben sich
aus den Unteransprüchen.
[0013] Dadurch, daß der erfindungsgemäße Auswerfer für Zuschnitte bei der Herstellung von
Faltschachtelkartons ausschließlich translatorische Bewegungen anstelle der bisher
erforderlichen Umlenk- oder Schwenkbewegungen mit dem jeweils auszuscheidenden Zuschnitt
ausführt, kann der Abstand zwischen den auf der linearen Förderstrecke zugeführten
Zuschnitten auch im Schuppenstrom minimiert und damit die Fertigungsgeschwindigkeit
erhöht werden. Insbesondere muß bei großen Formaten nicht mehr auf einen vergrößerten
Abstand zwischen den Schachteln, bedingt durch das Bogenmaß des Auswerfers, geachtet
werden. Der Auswurf des Zuschnittes erfolgt kontrolliert mit genau definiert vorgegebener
Auswerfrichtung und Entnahmegeschwindigkeit über einen Linearförderer in der gegebenen
Förderebene. Das Erfassen schadhafter Zuschnitte ist unabhängig von deren Dicke, deren
Oberflächeneigenschaften sowie ihrer Größe und dem Gewicht. Es ist ein exaktes und
präzise definiertes Ausstoßen von Fehlzuschnitten unabhängig von deren Eigenschaften
sichergestellt. Der störungsfreie Auswurf wird erfindungsgemäß erreicht durch die
Synchronisierung der Geschwindigkeit der linearen Förderstrecke der Zuschnitte entlang
der Produktionsstraße einerseits und der linearen Geschwindigkeit der im Winkel zur
Produktionsrichtung in eben deren Ebene fördernden Auswurfvorrichtung andererseits.
Die Abstimmung der beiden Geschwindigkeiten aufeinander ist nur noch abhängig vom
Winkel, der zwischen den beiden linearen Bewegungen in der gleichen Ebene, wie vorstehend
beschrieben, definiert ist. Nachdem die Anlage einmal eingerichtet ist, wird der Winkel
in aller Regel nicht mehr verändert.
[0014] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beiliegenden Zeichnungen, die nur beispielsweise
Ausführungsformen wiedergeben, näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematisierte Draufsicht auf einen Teil der Förderstrecke einer Faltschachtelklebemaschine
mit erfindungsgemäßem Linearauswerfer,
- Fig. 2
- eine Darstellung gemäß Fig. 1 mit zusätzlichem Stößelauswerfer,
- Fig. 3
- wiederum schematisiert einen vertikalen Längsschnitt durch eine Ausführungsform eines
Linearauswerfers mit zugehöriger Förderstrecke, und
- Fig. 4
- zeigt eine seitliche Draufsicht gemäß Fig. 3 mehr im Detail.
[0015] Wie aus den Darstellungen ersichtlich, werden entlang einer Förderstrecke 3 in diesem
Ausführungsbeispiel vereinzelt, in einem jeweiligen Abstand 5 zueinander liegend,
Zuschnitte 4 für die Herstellung von Faltschachtelkartons mit der Geschwindigkeit
V₁ in Pfeilrichtung in der Förderebene bewegt. Übliche Produktionsgeschwindigkeiten
liegen hierfür bei 300 bis 600 m/min. Die Förderstrecke 3 besteht aus einer Doppelbandanordnung,
also zwei in dichtem Abstand übereinanderliegenden Endlosförderbändern, die mit gleicher
Geschwindigkeit in Pfeilrichtung umlaufen und hierbei durch Friktion die einzelnen
Zuschnitte 4 definiert festhalten. Seitlich und im spitzen Anstellwinkel α zur translatorischen
Bewegung der Zuschnitte 4 entlang der Förderstrecke 3 ist in der Förderebene eine
feststehende Schienenanordnung 9 mit einem Förderband 6 zum Abtransport von fehlerhaften
Zuschnitten 4' in der dargestellten Form in Stellung gebracht, wobei sich das Auswerferband
in Pfeilrichtung mit der Geschwindigkeit V₂ bewegt. Dieser in Fig. 1 nicht näher dargestellter
Greifermechanismus erfaßt den Zuschnitt 4' am Anfang des Linearauswerfers, der so
angeordnet ist, daß sein zur Förderstrecke 3 benachbart liegender Bereich 10 fluchtend
unterhalb oder oberhalb des Randbereiches der Zuschnitte 4 liegt, wobei die Förderebene
des Linearauswerfers 6, 8, 9 in der Förderebene der Förderstrecke 3 liegt. Der in
Draufsicht überlappende Abschnitt zwischen dem Bereich 10 des Linearauswerfers 6,
8 9 und dem jeweiligen Randbereich eines Zuschnittes 4 ist bei dieser Ausrichtung
so beschaffen, daß keinerlei Berührungsstörungen für die Zuschnitte 4 entlang der
Förderrichtung der On-Line-Anlage auftreten können. Nur für den Fall, daß durch einen
oder mehrere hier nicht dargestellte Meldedetektoren ein Zuschnitt als falsch, schadhaft,
fehlerhaft oder unzutreffend bedruckt erkannt wird, wird im Moment des Vorbeilaufes
dieses Zuschnittes 4' an dem Linearauswerfer ein Greifermechanismus 7, 8 aktiviert,
der diesen Zuschnitt entweder durch Friktion auf dem Bereich 10 mittelbar festdrückt
oder ihn durch Linearbewegung weiter auf diesen Bereich zu schiebt, bis er in Bewegungsrichtung
und in derselben Bewegungsebene des Linearauswerfers bei ausschließlich translatorischer
Bewegung mit der Geschwindigkeit V₂ mitgenommen wird.
[0016] Für die störungsfreie Funktion des erfindungsgemäßen Linearauswerfers ist wesentlich,
daß dieser im spitzen Anstellwinkel α bezüglich der beiden beschriebenen translatorischen
Bewegungsrichtungen liegt, wobei die Transportrichtung zwischen der Förderstrecke
3 und derjenigen des Linearauswerfers nach der Formel

aufeinander abgestimmt sind. Das Transportband 6 des Linearauswerfers läuft also mit
höherer Geschwindigkeit um als die durch die Förderstrecke 3 vorgegebene Produktionsgeschwindigkeit,
und zwar in Abhängigkeit vom Anstellwinkel α. Damit ergibt sich bei einem Linearauswerfer,
der z.B. unter einem Winkel α = 45° zur Förderstrecke 3 seitlich an diese angestellt
ist, eine Linear-Auswerfgeschwindigkeit V₂ von

Die Auswerfgeschwindigkeit ist in diesem Ausführungsbeispiel somit um den Faktor 1,4
größer als die Fördergeschwindigkeit der Zuschnitte 4 entlang der Produktionsstraße.
Dies bedeutet nichts anderes, als daß die sogenannte Projektionsgeschwindigkeit des
Auswerfers auf die Förderstrecke eben dieser Geschwindigkeit entspricht, so daß der
für schadhaft erkannte Zuschnitt 4' während des linearen seitlichen Herausziehens
aus der Förderstrecke 3 in der Förderebene oder wenigstens annähernd in dieser Ebene
mit der Geschwindigkeit der Förderstrecke 3 zwischen seinem in Förderrichtung vor
und in Förderrichtung hinter ihm liegenden Zuschnitt mit bewegt wird, ohne daß er
hierbei eine Beschleunigungs- oder Verzögerungsbewegung oder irgendwelche Umlenkbewegung
erfährt. Damit kann der Abstand 5 der einzelnen Zuschnitte 4 untereinander oder gegebenenfalls
ein gegebener Überlappungsabstand in einem Schuppenstrom von Zuschnitten gänzlich
unabhängig vom Auswerfvorgang, durch die die Vereinzelung bestimmenden Produktionsabläufe
minimiert werden.
[0017] Die Fig. 2 und 3 zeigen beispielsweise Ausführungsformen für mögliche Auswerfer schadhafter
Zuschnitte 4' aus der Förderstrecke 3. Gemäß der Ausführungsform von Fig. 2 wird ein
Stößel 7, der translatorisch in Richtung des Doppelpfeils hin und her bewegbar ist,
aktiviert, wenn eine nicht dargestellte Meß- und Prüfvorrichtung, d.h. ein geeigneter
Codeleser, zuvor einen fehlerhaften Zuschnitt 4' erkannt hat und ein entsprechendes
Signal zur Stößelbetätigung unter Berücksichtigung der Verzögerungszeit zwischen Erkennung
des Fehlers und Vorbeilauf des fehlerhaften Zuschnittes an dem Linearauswerfer weitergegeben
hat. Die dargestellte aktivierte, d.h. ausgefahrene Stellung des Stößels 7 ist maximal
nur für einen Bruchteil der Vorbeilauflänge eines Zuschnittes, berechnet auf die kleinstmögliche
Zuschnittlänge, gegeben. In nicht aktivierter Stellung befindet sich der Stößel zurückgezogen
außerhalb des Bewegungsbereiches der Zuschnittfolge. Der mittels des Stößels 7 in
den Greiferbereich des Linearauswerfers geschobene schadhafte Zuschnitt 4' wird von
diesem ergriffen und mit der erhöhten Geschwindigkeit V₂, die als Projektionsgeschwindigkeit
unter Berücksichtigung des Winkels α in Richtung der Förderbewegung der Geschwindigkeit
der Förderstrecke 3 entspricht, im wesentlichen in der Förderebene verbleibend, mitgenommen
und genau in Richtung der Gleitschiene 9 ausgeworfen. Der Stößel 7 drückt also den
schadhaften Zuschnitt so weit aus der Transportrichtung heraus, daß er zwangsläufig
in das seitlich schräggestellte Auswerfband einläuft und durch Friktion mit diesem
Band auf den Schienen 9 gleitend austransportiert wird.
[0018] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist der Einlaufabschnitt 19, d.h. der der Förderstrecke
3 benachbarte Abschnitt 8 des Auswerferbandes 6 schwenkbar ausgeführt, so daß er in
Richtung auf den Zuschnitt 4' zu und, wie dargestellt, von diesem wegbewegt werden
kann. Dieser schwenkbare Abschnitt 8 wird für den Auswurf eines schadhaften Zuschnittes
4' nach unten geschwenkt, bis er den Zuschnitt zwischen sich und der friktionsarmen
Oberfläche der Gleitschienen 9 oder einer entsprechenden Führungsplatte einklemmt
und hierdurch den Zuschnitt durch kraftschlüssige Kopplung aus der Förderstrecke 3
herauszieht. Der Linearförderer besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus dem mit
der Geschwindigkeit V₂ umlaufenden Endlosband 6', welches durch den Motor 11 angetrieben
ist, und der friktionsarm beschichteten Führungsschiene 9. Im Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1; 2 kann der Linearförderer aus zwei im dichten Abstand zueinander umlaufenden
Endlosbändern bestehen, entsprechend der Förderstrecke 3, die gemäß Fig. 3 gleichfalls
aus zwei im dichten Abstand zueinander synchron umlaufenden Endlosbändern 3 besteht.
Die Endlosbänder klemmen gewissermaßen die Zuschnitte 4 zwischen sich ein.
[0019] Andere Greifermechanismen im Bereich 10 des Linearförderers und der angrenzenden
Förderstrecke 3 anstelle des Stößel 7 oder des einseitig greifenden Transportbandes
6' sind denkbar.
[0020] Die erfindungsgemäße Verwendung des im dargestellten Greifabschnitt 8 klappbaren
Transportbandes 6' ist jedoch besonders vorteilhaft, weil so ein nahtloser Übergang
zwischen Greiferfunktion und Förderfunktion sichergestellt ist.
[0021] Fig. 4 zeigt den erfindungsgemäß ausgebildeten Linearförderer in seitlicher Draufsicht
mehr im Detail. Das einen schadhaften oder fehlerhaften Zuschnitt auswerfende Endlosband
6' ist demnach im Bereich des schwenkbar ausgebildeten Abschnittes 8 gemäß Fig. 3
einerseits um eine Klapprolle 16 und andererseits um eine dem Motor 11 zugeordnete
Umlenkrolle geführt. Das Untertrum des Auswerfbandes 6' ist lagedefiniert durch eine
Mehrzahl von im Abstand zueinander angeordneten Stützrollen 21. Zwischen dem Untertrum
und der Gleit- bzw. Führungsschiene 9 ist ein Abstand definiert einstellbar, wobei
dessen Justierung in Abhängigkeit von der Dicke der Zuschnitte vorgenommen werden
kann. Die Oberfläche der Gleitschiene 9 ist so behandelt, daß sie möglichst keine
Reibung mit dem Zuschnitt zuläßt, während die Oberfläche des Auswerfbandes 6' gegenüber
dem auszuwerfenden Zuschnitt einen möglichst hohen Reibungskoeffizienten aufweisen
soll. Das Auswerfband 6' könnte vorteilhaft über die Spannrolle 20, die am freien
schwenkbaren Ende eines Spannhebels 14 gelagert ist, vorgespannt sein - dergestalt,
daß die Klapprolle 16 in ihren beiden Stellungen, nämlich einer unteren nicht dargestellten
Auswerfstellung und der dargestellten inaktiven Stellung, zugbelastet gehalten ist.
Die Klapprolle 16 ist hierfür mittels des Klapphebels 13 fest mit einer Schwenkstange
15 verbunden und gemeinsam mit dieser um einen Drehpunkt schwenkbar. Der Schwenkvorgang
erfolgt mittels eines Elektromagneten 17 über dessen Betätigungsstößel 22. Am freien
Ende des Betätigungsstößels 22 ist eine Stößelrolle 24 gelagert, die in ein Gabellager
des freien Endes der Schwenkstange 15 eingreift. Der Hub des Betätigungsstößels 22
für die Vorgabe der passiven und der aktivierten Stellung des Klapphebels 13 läßt
sich durch Lösen einer Kontermutter 18 mittels der Justierschraube 19 exakt vorgeben.
Mit der Schwenkbewegung des Klapphebels 13 und damit der Klapprolle 16 von der dargestellten
inaktiven, d.h. nicht auswerfenden Stellung in eine untere aktive, d.h. einen als
schadhaft erkannten Zuschnitt ergreifende Stellung muß die mit der Spannrolle 20 eingestellte
Spannung des Auswerfbandes 6' erhöht über einen Maximalwert geführt werden, um in
der Auswerfstellung erneut mit der Ausgangsspannung beaufschlagt zu sein. In der nicht
dargestellten aktivierten Auswerfstellung liegt der diesbezügliche Abschnitt des Endlosbandes
6' in Übereinstimmung mit der unteren Führungsschiene parallel zu dieser und fluchten
zu dem gesamten Untertrum des Bandes.
[0022] Der Klapphebel 13 und die starr mit diesem verbundenen, jedoch um einen gemeinsamen
Drehpunkt schwenkbare Schwenkstange 15 sind in Fig. 4 mit strichpunktierter Linienführung
noch in der Stellung eingezeichnet, in der sich das Auswerferband 6' spannungslos
am Linearauswerfer montieren bzw. entfernen läßt. Eine Abdeckhaube 23 umschließt den
nicht schwenkbaren Teil des Linearauswerfers.
[0023] Die bloße, in ihrer Wegbemessung relativ kurze Schwenkbewegung des klappbaren vorderen
Abschnittes des Linearauswerfers mittels des Klapphebels 13 bei Überwindung einer
ein Maximum durchlaufenden Spannung des in den beiden Endstellungen vorgespannten
Auswerferbandes 6' kann mit hoher Zeitfolge vorgenommen werden, da hierdurch träge
Massen nicht auftreten. Infolge der Elastizität des Auswerfbandes 6' sind die für
den Schaltvorgang optimierbaren Bandspannungen mittels der Spannrolle 20 justierbar
und selbst bei einer gewissen Ermüdung des Bandes nachjustierbar. Die die Friktion
erhöhende Oberflächenbeschichtung des Endlosbandes 6' wird nur während des Auswerfvorganges
eines als schadhaft erkannten Zuschnittes in Anspruch genommen, was ihre hohe Lebensdauer
garantiert. Der Elektromagnet 17 ist als Doppelmagnet ausgebildet, d.h. rückführende
Federkräfte werden nicht benötigt, was zu einer zusätzlichen Verkürzung der erforderlichen
Schaltzeiten führt. Diese mechanischen Maßnahmen sowie die impulsweise Ansteuerung
der beiden Elektromagneten mit definierter Überspannung (Schnellerregung) führt zu
sehr konstanten Schaltzeiten im ms-Bereich. Zusätzlich wird der Schaltzeitpunkt in
Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit durch eine elektronische Kompensationsschaltung
exakt nachgeführt.
[0024] Die gegenseitige Abstimmung der Geschwindigkeit V₂, mit der der Auswurf fehlerhafter
Zuschnitte erfolgt, und der Fördergeschwindigkeit V₁ erfolgt über eine Regelschaltung
mittels Ist-/Sollwert-Kontrolle so, daß die Auswerfergeschwindigkeit sich stets als
Funktion

der Fördergeschwindigkeit darstellt, mit der Relation

von den tatsächlich gemessenen Werten abweicht.
1. Vorrichtung zur On-Line-Kontrolle und zum automatischen Auswerfen von falschen und/oder
fehlerhaften Faltschachtel-Zuschnitten bei der Herstellung von Faltschachtelkartons
mittels geeigneter Falt- und Klebevorgänge, wobei über Melde-Detektoren, wie Codeleser
od.dgl., wenigstens ein seitlich zur Förderstrecke angeordneter, mit dem Zuschnitt
in Eingriff bringbarer Auswerfer betätigbar ist, der aus der laufenden Fertigung entlang
einer die Zuschnitte von gegebenenfalls unterschiedlicher Abmessung in dichter Hintereinanderanordnung
bzw. im Schuppenstrom sich bewegenden Förderstrecke jeweils den unerwünschten Zuschnitt
ausschleust,
dadurch
gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung ein in einem spitzen Anstellwinkel (α) zur Förderrichtung in etwa
in der Förderebene transportierender Linearauswerfer (6) ist, wobei die Geschwindigkeit
(V₁), mit der die Zuschnitte (4) auf der Förderstrecke (3) bewegt sind, und die Geschwindigkeit
(V₂), mit der auszuschleusende Zuschnitte (4') von dem Linearauswerfer (6) ausgeschleust
werden, entsprechend der Gleichung
aufeinander abgestimmt sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Linearauswerfer (6) aus einem fluchtend zu der Ebene
der Förderstrecke (3) liegenden, mit Zuschnitten (4) innerhalb der Förderstrecke (3)
in Eingriff bringbaren Bandförderer mit hohem Reibungskoeffizienten und einer feststehenden
Schienenanordnung mit geringem Reibungskoeffizienten besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Linearauswerfer in seinem benachbart zur Förderstrecke
(3) liegenden Bereich (10) eine Greifervorrichtung aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens der benachbart zur Förderstrecke (3) liegende
Einlauf (8) des Bandförderers Greiferfunktionen übernehmend schwenkbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Förderstrecke (3) und/oder der Linearauswerfer (6)
jeweils aus zwei in dichtem Abstand übereinander angeordneten Endlos-Bandförderern
besteht, die zwischen sich die Zuschnitte (4, 4') aufnehmen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der der Greifervorrichtung gegenüberliegenden Seite
der Förderstrecke (3) ein mit dieser in Wirkverbindung stehender Stößel (7) vorgesehen
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der schwenkbare Bereich (8) als Auswerfer unerwünschter
Zuschnitte (4') und der den definierten Abtransport vornehmende Teil des Linearauswerfers
(Fig. 4) von einem Auswerferband (6') übergriffen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der schwenkbare
Bereich (8) aus einem von einem Elektromagneten (17) betätigbaren Klapphebel (13)
mit Klapprolle (16) besteht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 5, 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannung
des Auswerfbandes (6') und der lichte Abstand zwischen dem Band (6') und der Gleitschiene
(9) justierbar sind.