[0001] Metallische Gegenstände oder Konstruktionen, die abgeschmiert oder durch Öle oder
Fette geschützt werden, benötigen häufig einen wirksamen Schutz gegen Korrosion. Aus
diesem Grund wird den Ölen oder Fetten ein Inhibitor zugesetzt. Zweckmäßig ist dies
bei Motorenfetten, hydraulischen Ölen, Schmierölen, bei den meisten Schmierfetten
und den temporären Rostschutzmitteln.
[0002] Im Laufe der Zeit ist es gelungen, Inhibitoren zu entwickeln, die in Ölen oder Fetten
als oxidierende Inhibitoren (Passivatoren) oder als Adsorptionsinhibitoren wirken
oder gleichzeitig auf beide Arten. Beispiele für oxidierende Inhibitoren sind Natriumnitrit
oder Lithiumnitrit, welche als feste Salze im Fett feinverteilt werden können, ferner
bestimmte organische Nitrite oder Chromate. Die größte Gruppe der in Öl eingesetzten
Inhibitoren sind Adsorptionsinhibitoren, die häufig aus Stickstoff- oder Schwefelverbindungen
bestehen. Hierher gehören auch die Amine, welche entweder als solche oder als Salze
niedriger Alkan-Carbonsäuren verwendet werden.
[0003] Die wichtigsten in Öl eingesetzten Inhibitoren sind die Alkali- und Erdalkalisalze
höhermolekularer Sulfonsäuren, die man durch Neutralisation von sulfonierten Ölen
(Petroleumsulfonate, Synthesesulfonate) erhält. Es handelt sich hier um höhermolekulare
Verbindungen, die über ihre polare Sulfonsäuregruppe auf der ganzen Metalloherfläche
adsorbiert werden. Sie wirken dabei im allgemeinen auf doppelte Weise; d.h., sie verzögern
sowohl die anodische als auch die kathodische Reaktion. Der lipophile Teil solcher
Verbindungen trägt zur besseren Löslichkeit in Mineralölen bei.
[0004] Ein Nachteil der Erdalkalimetallsulfonate ist, daß bei Kombination mit anderen Additiven
schwerlösliche Erdalkalimetallsalze entstehen können, die durch Ablagerungen auf den
Metalloberflächen die tribologische Wirksamkeit beeinträchtigen können. Es können
auch bei hohen Verarbeitungstemperaturen, bei denen die Öle verdampfen bzw. verbrennen,
anorganische Salze auf der Metalloberfläche zurückbleiben, die z.B. beim Walzen von
Feinstblechen störend sind. Ein weiterer Nachteil ist, daß bei der Herstellung metallhaltiger
Sulfonate schwermetallhaltige Rückstände wie Bariumsulfat und Zinksulfat anfallen.
[0005] Die Anwendung metallhaltiger Korrosionsinhibitoren, insbesondere in offenen Tribosystemen
ist eingeschränkt, da in Folge ihres hohen Metallgehaltes die biologische Abbaubarkeit
durch Störung mikrobieller Abbauprozesse verzögert werden kann.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist, sulfonatähnliche Verbindungen bereitzustellen, die als
Zusätze zu Mineralölen, Fetten und insbesondere nativen Ölen wie Rapsöl, guten Korrosionsschutz
bewirken.
[0007] Es wurde gefunden, daß Umsetzungsprodukte von epoxidierten Fettsäureestern, vorzugsweise
den Methylestern solcher Fettsäuren mit höhermolekularen Sulfonsäuren, die geforderten
Eigenschaften besitzen.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung epoxidierter und anschließend mit
nieder- oder höhermolekularen Sulfonsäuren umgesetzter Fettsäureester, insbesondere
Methylester ungesättigter Fettsäuren als korrosionshemmender Zusatz zu Schmierölen,
insbesondere Schmierölen pflanzlicher Herkunft.
[0009] Die erfindungsgemäß verwendeten Umsetzungsprodukte können wie folgt hergestellt werden:
Zur Umsetzung geeignete Sulfonsäuren sind z.B. höhermolekulare Monoalkylbenzolsulfonsäuren
oder Dialkylbenzolsulfonsäuren. Als epoxidierte Fettsäureester werden bevorzugt die
epoxidierten Methylester ungesättigter Fettsäuren oder Fettsäuregemische, z.B. Rüböl,
Leinöl, Sojaöl oder Fischöl zugrundeliegende Fettsäuren eingesetzt. Die genannten
Sulfonsäuren werden mit den epoxidierten Fettsäureestern, die Epoxidgehalte von 1,5
- 15 Gew.-% (Gew.-% Sauerstoff, bezogen auf epoxidierten Methylester), vorzugsweise
4 - 8 Gew.-% aufweisen, in Mengen von 10 - 60 Gew.-% (bezogen auf epoxidierten Fettsäureester)
bei Temperaturen von 20 - 120°C, vorzugsweise bei 30 - 60°C, umgesetzt, wobei flüssige
Produkte erhalten werden. Die Menge der Sulfonsäuren wird so bemessen, daß auf ein
Mol Epoxidgruppen etwa ein Mol reaktionsfähige Sulfonsäuregruppe kommt. Bei nicht
vollständiger stöchiometrischer Umsetzung soll das Reaktionsprodukt vorzugsweise noch
Epoxidgruppen enthalten. Bevorzugte Sulfonsäuren sind höhermolekulare Dialkylbenzolsulfonsäuren.
[0010] Die erhaltenen Reaktionsprodukte werden Ölen, insbesondere nativen Ölen, in Mengen
von 0,01 - 70 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 5 Gew.-%, bezogen auf reines Öl zugesetzt
und verleihen diesen bedeutend bessere Korrosionsschutzeigenschaften als herkömmliche
Korrosionsinhibitoren wie Metallsulfonate und Metallnaphthenate.
[0011] Je nach eingesetzter Sulfonsäure bzw. epoxidiertem Fettsäuremethylester können demulgierende
oder emulgierende Produkte erhalten werden. Insbesondere für Hydraulik-, Getriebe-
und Dampfturbinenöle bei denen HLP- und CLP-Anforderungen vorgeschrieben sind, ist
der Einsatz von Schmierstoffen mit gutem Demulgierverhalten erforderlich.
[0012] Hydrauliköle HLP nach DIN 51 524 Teil 2 sind Druckflüssigkeiten aus Mineralölen mit
Wirkstoffen zum Erhöhen des Korrosionsschutzes, der Alterungsheständigkeit und zur
Verminderung des Fressverschleißes. Schmieröle CLP nach DIN 51 517 Teil 3 sind Mineralöle
mit Wirkstoffen zum Erhöhen des Korrosionsschutzes und der Alterungsbeständigkeit
sowie Wirkungen zum Herabsetzen des Verschleißes.
[0013] Damit in Hydraulikanlagen keine Störungen auftreten, müssen Hydrauliköle durch extrem
feine Filter (z.B. 3 µm) gut filtrierbar sein. Die erfindungsgemäßen Reaktionsprodukte
enthalten im Gegensatz zu herkömmlichen Sulfonaten keine Metallverbindungen, die oft
die Filtrierbarkeit stören oder gar unmöglich machen und sind daher besonders gut
filtrierbar.
[0014] Die erfindungsgemäßen Reaktionsprodukte eignen sich aufgrund ihrer wasserabweisenden
und korrosionsschützenden Eigenschaften als Zusatz zu Dewatering-Fluids auf Basis
von tiefsiedenen Kohlenwasserstoffen.
[0015] Aufgrund ihrer hohen Affinität zu biologisch schnell abbaubaren Grundölen wie Rapsöl,
Sojaöl, Syntheseester, sind sie geeignete Additive zur Formulierung von biologisch
schnell abbaubaren Schmierstoffen. Ihre biologische Abbaubarkeit ist durch die Verwendung
von epoxidierten nativen Rohstoffen und das Fehlen von Metallionen wesentlich besser
als die herkömmlicher Additive z.B. Metallsulfonate.
Beispiel 1
[0016] 500 g Monoalkylbenzolsulfonsäure mit einer Säurezahl vom 78 mg KOH/g Substanz und
300 g Rüböl werden unter Rühren auf 40°C erwärmt. Dazu gibt man innerhalb von 60 min
portionsweise 400 g epoxidiertes Rüböl mit einem Epoxid-Gehalt von 5 Gew.-%. Anschließend
läßt man noch 4 Stunden bei 40°C nachreagieren. Das erhaltene Reaktionsprodukt kann
ohne weitere Aufarbeitung als Korrosionsschutz-Additiv eingesetzt werden.
Beispiel 2
[0017] 500 g Dialkylbenzolsulfonsäure mit einer Säurezahl vom 80 mg KOH/g Substanz und 300
g Rüböl werden unter Rühren auf 40°C erwärmt. Dazu gibt man innerhalb von 60 min portionsweise
195 g 2-Ethylhexylglycidylether. Anschließend läßt man noch 4 Stunden bei 40°C nachreagieren.
Das erhaltende Reaktionsprodukt kann ohne weitere Aufarbeitung als Korrosionsschutz-Additiv
eingesetzt werden.
Beispiel 3
[0018] 500 g epoxidierter Rübölsäuremethylester mit einem Epoxid-Gehalt von 5 Gew.-% wird
auf 40°C erwärmt. Dazu gibt man innerhalb von 60 min portionsweise 660 g Monoalkylbenzolsulfonsäure
mit einer Säurezahl von 78 mg KOH/g Substanz. Anschließend läßt man noch 4 Stunden
bei 40°C nachreagieren. Das erhaltende Reaktionsprodukt kann ohne weitere Aufarbeitung
als Korrosionsschutz-Additiv eingesetzt werden.
1. Verfahren zur Herstellung modifizierter Fettsäuren, dadurch gekennzeichnet, daß man
epoxidierte Fettsäureester mit Epoxidgehalten von 1,5 bis 15 Gew.-% bei 20 bis 120°C
mit Monoalkylbenzolsulfonsäuren oder Dialkylbenzolsulfonsäuren umsetzt.
2. Verwendung epoxidierter und anschließend mit nieder- oder höhermolekularen Sulfonsäuren
umgesetzter Fettsäuren, insbesondere den Methylestern ungesättigter Fettsäuren als
korrosionshemmender Zusatz zu Schmierölen, insbesondere Schmierölen pflanzlicher Herkunft.