[0001] Die Erfindung betrifft einen Schienensockel zur Verankerung von Eisenbahnschienen
in einem festen, schotterlosen Oberbau, wobei der Schienensockel mit seinem unteren
Bereich in einen aus einer Bodenplatte und Seitenwänden aus elastischem Material bestehenden
Schwellenschuh eingesetzt und mit diesem in entsprechenden Ausnehmungen des Oberbaues
gelagert ist.
[0002] Die Schienensockel werden jeweils paarweise, quer zur Gleisrichtung einander gegenüberliegend,
in die entsprechenden Ausnehmungen des Oberbaues eingesetzt. Die Eisenbahnschienen
werden in auf der Oberseite der Schienensockel angebrachte Halterungen eingelegt und
befestigt. Die Schienensockel können dabei entweder als Einzelblöcke oder aber - insbesondere
bei höheren von den Schienen aufzunehmenden Querkräften - paarweise durch Querstreben
zu Querschwellen verbunden montiert werden.
[0003] Der Schwellenschuh aus elastischem Material bildet eine Schwingungs- und Schallisolierung
zwischen Betonsockel und festem Oberbau. Wird in den Schwellenschuh zusätzlich eine
Bodenplatte aus geschlossenzelligem, mikrozellularem Material eingelegt, oder besteht
der Boden des Schwellschuhes selbst aus einem solchen Material, werden durchaus die
einem Schotterbett entsprechenden guten Elastizitäts- und Dämpfungseigenschaften erreicht.
[0004] Bei einem bekannten Schienensockel (DE-AS 12 75 081) ist der Schwellenschuh durch
einfaches Aufschieben auf den unteren Bereich des Schienensockels montiert. Er wird
ausschließilich durch die Elastizität der an den Seitenflächen des Betonsockels anliegenden
Seitenwände des Schwellenschuhes gehalten.
[0005] Der bekannte Schienensockel hat jedoch den Nachteil, daß er nur auf in trockener
Umgebung, das heißt in Tunnel, nicht aber auf im Freien verlegten Schienenstrecken
eingesetzt werden kann. Bei einer im Freien verlegten Schienenstrecke besteht die
Gefahr, daß zwischen den Seitenflächen des Schienensockels und den Seitenwänden des
Schwellenschuhes Feuchtigkeit, wie z. B. Regenwasser, in den Schwellenschuh eindringen
kann. Ein mit Wasser gefüllter Schwellenschuh verliert jedoch, insbesondere bei Eisbildung
im Winter, einen wesentlichen Teil seines elastischen Verhaltens, so daß seine Funktionsfähigkeit
stark eingeschränkt wird.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten
Schienensockel anzugeben, der diese Nachteile vermeidet und daher universell, insbesondere
auch auf im Freien verlegten Strecken einsetzbar ist.
[0007] Bei einem Schienensockel der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß im Bereich der Oberkanten der Seitenwände des Schwellenschuhes
eine die Seitenwände des Schwellenschuhes gegen die Seitenflächen des Schienensockels
umlaufend abdichtende Verbindung vorgesehen ist.
[0008] Eine abdichtende Verbindung kann beispielsweise durch eine einfache Klebeverbindung
zwischen den Innenflächen der Seitenwände des Schwellenschuhes mit den Seitenflächen
des Schienensockels hergestellt werden. Diese Klebeverbindung kann ggf. durch ein
außen umlaufendes Spannband zusätzlich gesichert werden.
[0009] Zweckmäßigerweise ist jedoch gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung zusätzlich
ein umlaufender Dichtungsrahmen aus elastischem Material vorgesehen, der seinerseits
einmal mit seinem oberen Randbereich mit dem Schienensockel dichtend verbunden, z.
B. verklebt ist, andererseits mit seinem unteren Randbereich die Seitenwände des Schwellenschuhes
außen überdeckt und mit diesen dichtend verbunden ist. Zwar sind bei dieser Lösung
zwei abdichtende Verbindungen erforderlich, jedoch sind diese kontrollierter und einfacher
herzustellen.
[0010] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung besteht der Schienensockel aus Beton, wobei
der obere Randbereich des Dichtungsrahmens beim Herstellen des Schienensockels mit
in den Schienensockel eingegossen wird. In diesem Fall ist es zweckmäßig, die Kante
des oberen, eingegossenen Randbereiches des Dichtungsrahmens wulstartig auszubilden
oder in einen zusätzlich Metallrahmen einzufassen, der seinerseits mit in den Schienensockel
eingegossen wird. Dadurch wird eine sichere und dauerhafte Verankerung des Dichtungsrahmens
im Schienensockel gewährleistet.
[0011] Zweckmäßigerweise ist der untere, die Seitenwände des Schwellenschuhes überlappende
Randbereich des Dichtungsrahmens mit den Seitenwänden verschweißt. Insgesamt wird
so eine zuverlässig und dauerhaft dichte Verbindung von Schienensockel und Schwellenschuh
erreicht.
[0012] Im folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiele
weiter erläutert.
[0013] Es zeigen
- Fig. 1:
- ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
- Fig. 2:
- einen Querschnitt durch einen Schienensockel gemäß Linie A-A in Fig. 1
- Fig. 3 und 4:
- mögliche Verbindungsformen
[0014] Im in der Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind jeweils zwei Schienensockel
2 durch eine Querstrebe 12 zu einer Querschwelle verbunden. Die Schienensockel 2 sind
jeweils in Schwellenschuhe 3 aus elastischem Material, in die zusätzlich eine Bodenplatte
4 aus geschlossenzelligem, mikrozellularem Material eingelegt ist, eingesetzt und
zusammen mit diesen in entsprechenden Ausnehmungen einer Betongrundplatte 1 eines
festen Gleisoberbaues gelagert. Auf den Schienensockeln 2 sind jeweils Schienen 6
auf elastischen Zwischenplatten 5 aufgelegt und mit Bügeln 7 und Schrauben 8 befestigt.
Im dargestellten Beispiel bestehen die Schienensockel 2 aus Beton. Zur dichtenden
Verbindung von Schienensockel 2 und Schwellenschuh 3 ist ein umlaufender Dichtungsrahmen
9 mit seinem oberen Randbereich 11 in den Schienensockel 2 mit eingegossen. Der untere
Randbereich 10 des Dichtungsrahmens 9 überlappt den oberen Randbreich der Seitenwände
13 des Schwellenschuhes 3 und ist mit diesem durch Klebung, vorzugsweise jedoch Verschweißen,
dichtend verbunden.
[0015] Gemäß den in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispielen kann der obere Randbereich
11 des Dichtungsrahmens einfach umgelegt und eingegossen sein (Fig. 3 a). Eine sichere
Verankerung wird jedoch erreicht, wenn die Kante des eingegossenen Randbereiches 11
einen umlaufenden Wulst 14 aufweist (Fig. 3 b) oder in einem zusätzlichen, miteingegossenen
Metallrahmen 15 eingespannt ist (Fig. 3 c).
[0016] Die in Fig. 4 gezeigten Lösungen bieten sich insbesondere dann an, wenn Schienensockel
2 aus nicht gießbarem Werkstoff, wie Beton, sondern beispielsweise aus Holz eingesetzt
werden sollen. Bei den Beispielen der Fig. 4 a und 4 b ist der obere Randbereich 11
des Dichtungsrahmens 9 mit dem Schienensockel 2 verklebt, wobei im Beispiel der Fig.
4 b der Dichtungsrahmen 9 im Klebebereich eine Art Sicke aufweist, die mit dem nach
innen gerichteten Rücken in eine entsprechende Nut 16 des Schienensockels 2 eingeklebt
und durch ein in der außenliegenden Sickenmulde eingelegtes umlaufendes Spannband
17 zusätzlich gesichert ist.
[0017] Im Beispiel der Fig. 4 c sind die Seitenwände 13 des Schwellenschuhes 3 unmittelbar
mit dem Schienensockel verbunden, wobei die Seitenwände 13 im inneren Randbereich
eine Abstufung 18 zur Aufnahme der Klebeschicht 19 aufweisen und die Verbindung wiederum
durch ein außen umlaufendes Spannband 17 gesichert ist.
1. Schienensockel (2) zur Verankerung von Eisenbahnschienen (6) in einem festen, schotterlosen
Oberbau, wobei der Schienensockel (2) mit seinem unteren Bereich in einen aus einer
Bodenplatte (4) und Seitenwänden (13) aus elastischem Material bestehenden Schwellenschuh
(3) eingesetzt und mit diesem in entsprechenden Ausnehmungen des Oberbaues (1) gelagert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Oberkanten der Seitenwände (13) des
Schwellenschuhes (3) eine die Seitenwände (13) des Schwellenschuhes (3) gegen die
Seitenflächen des Schienensockels (2) umlaufend abdichtende Verbindung vorgesehen
ist.
2. Schienensockel (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein umlaufender Dichtungsrahmen
(9) aus elastischem Material vorgesehen ist, dessen unterer Randbereich (10) die Oberkanten
der Seitenwände (13) des Schwellenschuhes (3) auf deren Außenseite überlappt und mit
diesen dichtend verbunden ist, und dessen oberer Randbereich (11) mit den Seitenflächen
des Schienensockels (2) dichtend verbunden ist.
3. Schienensockel (2) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schienensockel
(2) aus Beton besteht und der obere Randbereich (11) des Dichtungsrahmens (9) in den
Schienensockel (2) eingegossen ist.
4. Schienensockel (2) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kante des oberen
Randbereiches (11) des Dichtungsrahmens (9) ausgebildet ist.
5. Schienensockel (2) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Randbereich
(11) des Dichtungsrahmens (9) in einen Metallrahmen (15) eingespannt und mit diesem
in den Schienensockel (2) eingegossen ist.
6. Schienensockel (2) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
untere Randbereich (10) des Dichtungsrahmens (9) mit den Seitenwänden (13) des Schwellenschuhes
(3) verschweißt ist.