[0001] Die Erfindung betrifft einen Beschlag für Türen oder dergleichen, bei denen ein Schließzylinder
in eine Öffnung einer Halteplatte, wie eines Beschlagschildes, einer Rosette oder
dergleichen, ragt, mit einer Schutzkappe, die zumindestens die Seiten des Schließzylinders
abdeckt.
[0002] Bei derartigen Beschlägen mit einem Kernschutz für Schließzylinder ergibt sich das
Problem, daß der Schließzylinder unterschiedlich weit aus dem Türblatt vorsteht, die
den Kern abdeckende Platte aber auf der Stirnseite desselben aufsitzen soll. Ein gattungsgemäßer
Beschlag ist aus der FR-A-25 83 451 bekannt. Bei diesem Beschlag wird das vorstehend
genannte Problem dadurch gelöst, daß zwischen Schutzkappe und Tür einerseits sowie
zwischen Schutzkappe und Halteplatte andererseits Distanzscheiben untergelegt werden.
Dies ist aufwendig.
[0003] Die DE-A-37 41 967 schlägt daher in der Schutzkappe Gewindebohrungen vor, in welcher
Gewindeschrauben eingeschraubt sind, die zur axialen Fixierung der Schutzkappe sich
insbesondere an der Abdeckplatte abstützen. Auch hier muß die Einstellung der axialen
Position der Gewindeschrauben separat vorgenommen werden. Gegebenenfalls müssen wiederholte
Anpassungen und Justierungen vorgenommen werden. Auch dies ist aufwendig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile
einen Beschlag zu schaffen, bei dem die Ausrichtung und insbesondere axiale Festlegung
der Schutzkappe in weniger aufwendiger Weise erfolgen kann.
[0005] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einem Beschlag der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß mindestens zwei sich parallel zur Erstreckungsrichtung des
Schließzylinders erstreckende Stifte kraftschlüssig in der Schutzkappe angeordnet
sind, die an der Halteplatte zur Anlage gelangen.
[0006] Dadurch, daß die Stifte, die vorzugsweise als mit einem achsparallelen Schlitz versehene,
klemmend in der Schutzkappe einsitzende Hülsen ausgebildet sind, kraft- oder reibschlüssig
in Bohrungen derselben einsitzen, werden die Stifte beim Festschrauben oder Andrücken
der Halteplatte an der Tür durch den aufgewandten Anpreßdruck automatisch in ihren
Aufnahmen in der Schutzkappe verschoben, wobei als Widerlager der Schutzkappe der
Schließzylinder selbst dient. Nach Befestigung wird die Schutzkappe einerseits gegen
Hineindrücken durch den Schließzylinder selbst gehalten, da ihre drehbare Scheibe
an der Stirnseite des Schließzylinders bei dieser Montagetechnik anliegt. Gegen ein
Herausrutschen aus der Öffnung der Halteplatte ist die Schutzkappe durch die reibschlüssig
in ihr einsitzenden Stifte oder Hülsen gehalten, die beim Befestigen der Halteplatte,
wie einer Rosette oder eines Türschildes, automatisch in eine entsprechende Axialposition
relativ zur Schutzkappe verschoben wurden.
[0007] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, daß eine in der Schutzkappe
drehbar gelagerte den Schließzylinderkern zumindestens teilweise abdeckende Schutzscheibe
an ihrer Rückseite axial durch einen Sprengring gehalten ist.
[0008] Halteplatte, Schutzkappe, drehbare Schutzscheibe bestehen aus Metall, insbesondere
gehärtetem Stahl. Auch der Sprengring und die Stifte bzw. Klemmhülsen bestehen vorzugsweise
aus einem derartigen Material, wobei hierfür allerdings, da diese Teile von außen
nicht zugänglich sind, auch andere Materialien verwendet werden können. In bevorzugter
Ausgestaltung kann vorgesehen sein, daß die Halteplatte lediglich ein Unterteil einer
Rosette bzw. eines Türschildes bildet und durch ein Kunststoff-Oberteil überdeckt
ist. Dieses ist in an sich üblicher Weise auf ihr, beispielsweise durch Einrasten
oder Kleben festgelegt.
[0009] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus
der nachfolgenden Beschreibung, in der zwei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
Beschlags unter Bezugnahme auf die Zeichnung im einzelnen erläutert sind. Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine erste Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Beschlags in perspektivischer Darstellung
mit teilweise weggebrochenen Teilen; und
- Figur 2
- eine leicht abgewandelte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Beschlags im Längsschnitt
in Explosionsdarstellung.
[0010] Der erfindungsgemäße Beschlag 1 weist eine Halteplatte 2 auf, die in der Regel ein
Türschild oder eine Rosette ist, welches von ihrer rückwärtigen Seite (von 3 her)
in an sich bekannter Weise verdeckt befestigbar ist.
[0011] Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Halteplatte 2 eine rückwärtige Aussparung
4 auf, die auf ihrer Vorderseite weitgehend durch einen einstückig mit der Halteplatte
2 ausgebildeten Boden 6 abgedeckt ist, welcher eine Öffnung 7 aufweist, durch welche
der vordere Teil einer Schutzkappe 8 aus dem Halteteil 2 herausragen kann.
[0012] Die Schutzkappe 8 besitzt auf ihrer Vorderseite 9 eine kreisförmige Öffnung 11, welche
durch eine Nase 12 begrenzt ist. Die Öffnung 11 wird weitgehend, bis auf den Durchbruch
13 für einen Schlüssel durch eine kreisrunde Scheibe 14 abgedeckt, die die Nasen 12
hintergreift und an diesen anliegt. Die Scheibe 14 wird drehbar, aber axialfest durch
ein Teilringteil 16 gehalten, welches als Federring ausgebildet ist und mittels einer
Federnase 17 in eine Umfangsnut 18 der Schutzkappe 8 einrastet. Die Innenkontur der
Schutzkappe 8 zusammen mit dem Ringteil 16 entspricht der Außenkontur eines durch
die Schutzkappe zu schützenden Schließzylinders.
[0013] Die Schutzkappe 8 weist in ihrem rückwärtigen Bereich den Boden hintergreifende Ansätze
21 auf, die mit parallel zur Erstreckungsrichtung A des aufzunehmenden Zylinders (senkrecht
zur Abdeckplatte 14) gerichteten Bohrungen 22 versehen sind und in denen kraft- bzw.
reibschlüssig Stifte 23 einsitzen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Stifte
23 als teilringförmige Hülsen ausgebildet, die klemmend in den Bohrungen 22 einsitzen.
[0014] Der aus Schutzkappe 8 mit Stiften 23, Scheibe 14 und Ringteil 16 bestehende Zylinderschutz
wird werksseitig derart vormontiert, daß die Stifte 23 in die Bohrungen 22 eingesteckt
und so weit als möglich nach vorne, d.h. zur Scheibe 14 hingeschoben werden. Die Scheibe
14 wird von der Rückseite der Schutzkappe 8 eingesetzt, bis sie an den Ringnasen 12
zum Anschlag kommt. Anschließend wird das Teilringteil 16 in die Öffnung der Schutzkappe
8 eingedrückt, wobei es mit seiner ringförmigen Federnase 17 in die Ringnut 18 einschnappt
und derart die Scheibe 14 zwar drehbar läßt, aber axial unverschieblich hält.
[0015] Die Montage am Einbauort erfolgt derart, daß bei in der Tür angeordneten Schließzylindern
der vormontierte Zylinderschutz über das vorstehende Ende des Schließzylinders geschoben
wird. Anschließend wird die Halteplatte 2 über den Zylinderschutz bzw. die Schutzkappe
8 geschoben, bis sie zunächst an der vorderen Stirnseite der Stifte 23 zur Anlage
kommt, wenn sie dann an der Tür festgeschraubt wird, so drückt sie die Stifte 23 in
ihren Bohrungen 22 in der Schutzkappe 8 nach hinten, so daß hierdurch der je nach
dem Betrag des Überstehens des Zylinders über das Türblatt erforderliche Ausgleich
in einfacher und in keiner Weise aufwendiger Weise erfolgt.
[0016] Bei der Ausgestaltung der Figur 2 sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0017] Bei dieser Ausgestaltung sind zunächst die Federnase 17 und die Nut 18 nicht im Querschnitt
reckteckig, sondern dreieckförmig ausgebildet, wobei sie sich nach vorne hin, d.h.
zu den Nasen 12 der Kappe 8 hin verjüngen, so daß lediglich ein Einrasten im Bereich
der Schulter 31 erfolgt. Weiterhin ist angedeutet, daß die Halteplatte 2 in an sich
bekannter Weise durch eine Kunststoffabdeckung 32 überdeckt sein kann, daß also die
Rosette oder das Türschild zweiteilig mit Unterteil - Halteplatte 2 - und Oberteil
- Kunststoffabdeckung 32 - ausgebildet ist. Der Schließzylinder 33 in einem Türblatt
34 dargestellt. Auch hier erfolgt wieder die werksseitige Vormontage der Teile 8,
14, 16 und 23 in der beschriebenen Weise. Anschließend wird der derart gebildete Zylinderschutz
über den Zylinder 33 geschoben, das Türschild 2 aufgesetzt und am Türblatt 34 fest
verschraubt. Schließlich kann die Abdeckung 32 aufgeclipst werden.
1. Beschlag für Türen oder dergleichen, bei denen ein Schließzylinder in eine Öffnung
einer Halteplatte, wie eines Beschlagschildes, einer Rosette oder dergleichen, ragt,
mit einer Schutzkappe, die zumindestens die Seiten des Schließzylinders abdeckt, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens zwei sich parallel zur Erstreckungsrichtung des Schließzylinders
(33) erstreckende Stifte (23) kraftschlüssig in der Schutzkappe (8) angeordnet sind,
die an der Halteplatte (2) zur Anlage gelangen.
2. Beschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stifte (23) achsparallel
geschlitzte Ringhülsen sind, die klemmend in Bohrungen (22) der Schutzkappe (8) einsitzen.
3. Beschlag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine in der Schutzkappe
drehbar gelagerte Schließzylinderkern zumindestens teilweise abdeckende Schutzscheibe
(14) an ihrer Rückseite axial durch einen Sprengring (16) gehalten ist.
4. Beschlag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteplatte
(2) eine rückwärtige Aussparung aufweist, und daß die Schutzkappe (8) in der Aussparung
(11) angeordnet ist.
5. Beschlag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzkappe (4) mit einem
nach innen gerichteten Radialflansch (12) durch eine vordere Öffnung (7) der Halteplatte
(2) herausragt, wobei der Radialflansch (12) ein Widerlager für die Schutzscheibe
(14) bildet.
6. Beschlag nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stifte (23) rückseitig
an einem Bodenbereich (6) der Aussparung (11) anliegen.
7. Beschlag nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sprengring
mit einer Umfangsfeder (17) versehen ist, die in eine Umfangsnut (18) der Schutzkappe
(4) eingreift.