[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren für das ein- oder mehradrige Auswalzen von Draht
oder von Walzgut mit Rundquerschnitt aus Edelstahl oder sonstigem Legierungsstahl
in einer Hochleistungs/Feinstahl/Drahtstraße mit jeweils mehrere Walzgerüste bzw.
Walzeinheiten aufweisender Vorstraße, mindestens einer Zwischenstraße und mit einem
Fertigwalzblock, wobei dem Fertigwalzblock ein weiterer mindestens zweigerüstiger
Nachwalzblock nachgeordnet ist und zwischen dem Fertigwalzblock und dem Nachwalzblock
eine temperierende Kühl- und/oder Ausgleichsvorrichtung für das Walzgut zwischengeschaltet
ist. Ein solches Verfahren ist der EP-A-0 512 735 zu entnehmen. Diese Druchschrift
fällt unter Art 54(3) EPÜ.
[0002] Moderne Hochleistungs/Feinstahl/Drahtstraßen bestehen hinter der Ofenanlage zumeist
aus einer Vorstraße, einer oder mehrerer Zwischenstraßen und aus einem Fertigwalzblock
für das Walzgut. Die Walzgerüste in Vorstraße und Zwischenstraße sind robust gebaut
und für hohe Walzwerksansprüche ausgelegt. Sie werden einzeln angetrieben, wobei Vor-
und Hauptgetriebe platzsparend in einem Gehäuse untergebracht sind. Die Walzgutführungen
sind zum Zweck einer hohen Oberflächenqualität weitgehend als Rollenführungen ausgebildet.
Der Walzenwechsel erfolgt in der Vorstraße durch Wechsel der Walzensätze über eine
Ausziehvorrichtung, in der Zwischenstraße durch Austausch der kompletten Gerüste mit
Kran. Zur Verringerung der Walzguttoleranzen und zur Erhöhung der Betriebssicherheit
sowie zur Erhöhung des Durchsatzes werden in der Zwischenstraße vorzugsweise Kompaktgerüste
mit einer Horizontal/Vertikalanordnung der Walzen eingesetzt. Die Gerüste mit ihren
fliegend gelagerten Walzenwellen erlauben den Einsatz hochverschleißfester Walzenwerkstoffe
für lange Kaliberstandzeiten.
[0003] Als Fertigwalzblock versteht man Walzmaschinen, die aus mehreren, meist sechs bis
zehn, wechselweise um 90° gegeneinander versetzten Walzeinheiten bestehen, die in
Walzlinie dicht hintereinander in einer Kassette untergebracht sind und die als Walzeinheiten
von einem Antrieb über ein Verteilergetriebe sowie zwei Längswellen direkt und gemeinsam
angetrieben werden. Durch den Fortfall von Spindeln werden trotz der hohen Drehzahlen
Vibrationen an den Antriebsteilen weitgehend vermieden. Dies ist u.a. eine wichtige
Voraussetzung für die Einhaltung enger Toleranzen. Die einzelnen Walzeinheiten sind
zumeist unter 45° zur Horizontalen auf der Walzenkassette angeordnet und mit fliegend
gelagerten Walzen bestückt. Die Walzen haben relativ geringe Durchmesser; sie sind
zur Erhöhung der Kaliberstandzeit aus Hartmetall gefertigt oder tragen Hartmetallringe
bspw. aus Wolframkarbid. Das bedeutet, daß die Kaliber formtreu bleiben und lange
Standzeiten ermöglichen. Das Auf- und Abziehen der Walzringe wird mit Hilfe einer
hydraulischen Vorrichtung innerhalb weniger Minuten durchgeführt. Moderne Fertigwalzblöcke
arbeiten mit Walzendgeschwindigkeiten bis 100 m/sec oder mehr. Dies ist eine wichtige
Voraussetzung für ein leistungsfähiges und vollkontinuierlich betriebenes Walzwerk.
[0004] Nach dem Fertigwalzblock folgt eine Wasserkühlstrecke mit integrierter Ausgleichsstrecke.
In Abhängigkeit von Abmessung und Qualität des Walzgutes lassen sich die Kühlzonen
so ansteuern, daß auch bei maximaler Walzgeschwindigkeit das geforderte Temperaturprofil
im Walzgut erreicht wird. Hinter der Wasserkühlstrecke wird das Walzgut bspw. auf
einer Stelmor-Anlage luftgekühlt. Am Ende der Stelmor-Anlage befindet sich eine verstellbare
Fallstufe mit anschließendem Kettentransport. Über den Kettentransport laufen die
Drahtwindungen in die Bundbildekammer. Die gebildeten Bunde werden über eine Kippstuhlentladestation
auf eine Hakenbahn aufgelegt und gehen von dort aus in die Bindeanlagen und in den
Versand.
[0005] Soll bspw. bei einer Walzstraße des zuvor beschriebenen Anlagenkonzepts die Gesamt-Stichabnahme
der Straße erhöht werden, d.h. entweder größere Knüppelabmessungen als Ausgangsgut
eingesetzt oder dünnere Fertigabmessungen gewalzt werden, zeigen sich schnell die
technologischen Grenzen der maschinellen Grundauslegung. Das Planziel bei vielen bestehenden
Anlagen, nämlich die Durchsatzleistung zu steigern und die Qualität des Walzgutes
zu verbessern, bestand bisher in der Regel darin, ganze Anlagenteile auszutauschen
und durch solche mit modernster Bauart zu ersetzen. Dies erforderte von den Anlagenbetreibern
erhebliche Investitionen. Manche bestehenden Walzstraßen konnten dergestalt modernisiert
werden, daß die Anlage permanent mit höchsten Geschwindigkeiten betrieben wird. Die
hohen Walzgeschwindigkeiten stellen allerdings höchste Anforderungen an die Präzision
aller Anlagenteile, z.B. an die Reaktionszeiten der hydraulischen und pneumatischen
Einrichtungen und der sonstigen maschinellen Aggregate, wie z.B. bei den Schopfscheren,
die höchste Schaltzeitgenauigkeiten erfordern. Die hohen Geschwindigkeiten im Fertigwalzblock
bedingen vor allem bei den Rollenführungen extrem hohe Drehzahlen. Dabei können Lagerschäden
auftreten. Auch die Lager der Antriebswellen im Fertigwalzblock werden in einem Höchstmaß
beansprucht.
[0006] Aus der EP-A-0 512 735, die im Hinblick auf Artikel 54, Abs. 3 und Abs. 4 EPÜ zu
beachten ist, ist eine Hochleistungsdrahtstraße bekannt, mit einer jeweils mehrere
Walzgerüste bzw. Walzeinheiten aufweisender Vorstraße, mit mindestens einer Zwischenstraße
und mit einer anschließenden Fertigstraße. Der Fertigstraße ist ein weiterer mindestens
zweigerüstiger Nachwalzblock nachgeordnet. Zwischen der Fertigstraße und dem Nachwalzblock
ist eine temperierende Kühlvorrichtung für das Walzgut zwischengeschaltet. Diese Anordnung
soll der Gefügeverbesserung im fertiggewalzten Walzgut sowie dem thermomechanischen
Walzen bei etwas niedrigerer Temperatur dienen.
[0007] Die DE-A-29 20 398 befaßt sich mit einem Walzblock zum Warmwalzen von Draht oder
Stäben, wobei an mindestens einer Stelle des Walzblocks zwischen den Walzgerüsten
ein größerer Abstand vorgesehen ist und dort eine Kühlstrecke für das Walzgut angeordnet
ist. Der mit einer Kühlstrecke versehene Walzblock ist zum Fertigwalzen des Walzguts
vorgesehen. Grundsätzlich soll die Anordnung der Kühlstrecke zwischen den Walzgerüsten
auch bei Vor- und Zwischenblöcken anwendbar sein.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Leistungsfähigkeit bestehender Feinstahl/Drahtstraßen,
die gegebenenfalls schon in den technischen Grenzbereichen betrieben werden, mit geringem
maschinentechnischen Einsatz und mit vertretbarem Investitionsaufwand zu steigern,
d.h. den Durchsatz zu erhöhen, die Endwalzgeschwindigkeit zu steigern sowie das Gefüge
und die Toleranzen des Walzgutes weiter zu verbessern.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Gattung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorgeschlagen wird, daß vor dem Anstich des Walzgutes
im ersten Gerüst des Nachwalzblocks das Auslaufgerüst des Fertigwalzblocks etwas geöffnet
wird und die Auslaufgeschwindigkeit des Walzgutes geringfügig verringert wird und
daß nach dem Anstich des Walzgutes im Nachwalzblock das Auslaufgerüst des Fertigwalzblocks
auf die vorgegebene Kaliberöffnung zurückgestellt wird. Durch das Öffnen des Auslaufgerüstes
des Fertigwalzblocks wird die auf die Walzader ausgeübte Zugspannung so vergrößert,
daß im Nachwalzblock auch bei Anstichverzögerung ein sicheres Greifen des Walzdrahtes
gewährleistet ist. Hierzu ist es zweckmäßig, wenn das Auslaufgerüst des Fertigwalzblocks
um 0,02 bis 0,05 mm geöffnet wird.
[0010] In Fortbildung des Walzverfahrens wird vorgeschlagen, daß das getriebliche Übersetzungsverhältnis
von Fertigwalzblock und Nachwalzblock so eingestellt wird, daß eine geringe Zugspannung
auf das Walzgut zwischen den Walzblöcken ausgeübt wird. Durch das Aufbringen der geringen
Zugspannung werden bei laufender Drahtader mögliche Querschnittsunterschiede aufgefangen.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung des Walzverfahrens sieht vor, daß das Stichabnahmesystem
der Walzen des Fertigwalzblocks bei den Walzen des Nachwalzblocks fortsetzbar ist.
Wie zuvor erörtert, gewährleistet der Einsatz des gleichen Stichabnahmesystems für
Fertigwalzblock und Nachwalzblock u.a. die weitgehende Austauschbarkeit der Walzen
von einem Walzblock zum anderen Walzblock. Ferner kann ein optimales thermobeeinflußtes
Walzen durchgeführt werden, da zwischen bestimmten Stichabnahmen eine ausreichend
lange und gut kontrollierbare Kühl- und Ausgleichsstrecke für das Walzgut zwischen
den Walzblöcken vorhanden ist und noch besser auf das Materialgefüge Einfluß genommen
werden kann.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben. Dieses
zeigt:
einen Ausschnitt aus einer Walzstraße mit einem Fertigwalzblock, einer Kühl- und Ausgleichsvorrichtung
und einem Nachwalzblock.
[0013] Wie eingangs erwähnt wurde, besteht die gattungsgemäße Feinstahl/Drahtstraße in der
Regel aus einer Vorwärmkammer, in der die Knüppel vorgewärmt werden, bevor diese bspw.
in einem Stoßofen auf Walztemperatur aufgeheizt werden. Die Knüppel gelangen aus dem
Stoßofen nach einer Preßwasserentzunderung in eine mehrgerüstige Vorstraße, in welcher
der Knüppel, auf einen runden Querschnitt reduziert wird. Nach der Vorstraße ist gewöhnlich
eine Kurbel-Schopf- und Häckselschere installiert, die in der Lage ist, das Schopfende
für die Zwischenstraße vorzubereiten. Die Walzader durchläuft die Zwischenstraße,
in welche mehrere Stichabnahmen erfolgen. Anschließend gelangt die Walzader nach erneutem
Schopfen der Walzenden in den in der Figur 1 schematisch dargestellten Fertigwalzblock
1.
[0014] Der Fertigwalzblock 1 besitzt zehn drallfreie Gerüstkassetten in 45°-Anordnung. Die
horizontalen Gerüstkassetten sind mit den Bezugsziffern 2, 4, 6, 8 bzw. 10 versehen.
Die vertikalen Gerüstkassetten sind in einer schematischen Draufsicht als gegenüberliegende
Walzen 3, 3' dargestellt. Die Walzringe der Gerüstkassetten bestehen aus Hartmetall
und werden ölhydraulisch auf die fliegend gelagerten Walzenwellen aufgezogen. Durch
Andrücken der zweikalibrigen Walzringe gegen eine Anlagefläche der Walzenwelle wird
die Fluchtung der Walzlinie gewahrt. Eine Axialverstellung ist daher nicht erforderlich.
Die radiale Anstellung wird manuell über Exzenter vorgenommen. Sämtliche Einlaufarmaturen
werden für einen exakten Gerüsteinlauf lichtoptisch justiert und beim Einbau ebenfalls
mit einer Lichtoptik eingestellt. Der Fertigwalzblock 1 ist mit einem Verteilergetriebe
5 verbunden, von dem eine Abtriebswelle 7 zu den horizontalen Gerüstkassetten und
eine Abtriebswelle 9 zu den vertikalen Gerüstkassetten verlegt ist.
[0015] Der dargestellte Ausschnitt der Feinstahl/Drahtstraße zeigt außerdem einen zweigerüstigen
Nachwalzblock 11, wobei die vertikale Gerüstkassette 11' und die horizontale Gerüstkassette
11'' in einem 90°-Winkel zueinander angeordnet sind. Der Fertigwalzblock 1 und der
Nachwalzblock 11 sind in Walzlinie zueinander ausgerichtet. Der Nachwalzblock 11 ist
mit einem Schaltgetriebe 12 verbunden, von welchem eine Abtriebswelle 13 zu der horizontalen
Gerüstkassette und eine Abtriebswelle 14 zu der vertikalen Gerüstkassette geführt
ist. Die Eingangswellen 15, 16 des Verteilergetriebes 5 bzw. des Schaltgetriebes 12
sind direkt mit drei leistungsmäßig gleichartig ausgelegten Gleichstrommotoren 19,
19', 19'' gekoppelt. Die Gleichstrommotoren dienen dem Antrieb des Fertigwalzblocks
und dem Antrieb des Nachwalzblocks. Zwischen dem Verteilergetriebe 5 und dem Schaltgetriebe
11 ist ein Wasserkasten 17 zur Kühlung des Walzgutes und eine Ausgleichsstrecke 18
zum Temperaturausgleich des Walzgutes vorgesehen.
[0016] Hinter dem Nachwalzblock ist - was nicht näher dargestellt wurde - eine weitere Wasserkühlstrecke
angeordnet sowie eine Stelmor-Anlage, eine Bundbildekammer sowie eine Hakenbahn für
die abgekühlten und zum Versand vorbereiteten Drahtbunde.
[0017] Der vorgewalzte und geschopfte Draht aus der Zwischenstraße tritt in den Fertigwalzblock
1 ein und wird in den zehn Gerüstkassetten drallfrei auf bspw. 5,5 mm Durchmesser
bei einer Endwalzgeschwindigkeit von etwa 85 m/sec reduziert. Anschließend wird der
Draht durch den Wasserkasten 17 geführt, in diesem abgekühlt und danach durch die
Temperaturausgleichsstrecke 18 geführt. Die Regelung der Temperaturabkühlung und des
Temperaturausgleichs erfolgt in Abhängigkeit von der jeweiligen Drahtlegierung und
von dem gewünschten Qualitätsprofil. Gegebenenfalls kann die Kühl/Ausgleichsanordnung
des Fertigwalzblocks 1 zugeschaltet werden. Anschließend gelangt der Draht in den
Nachwalzblock 11 und wird in diesem in zwei Stichen auf 5 mm Durchmesser oder kleiner
ausgewalzt. Danach gelangt er in die nicht näher dargestellten Anlageneinheiten wie
Wasserkühlstrecke, Stelmor-Anlage, Bundbildekammer, Hakenbahn etc.
[0018] Vor dem Anstich des Drahtes in dem Nachwalzblock wird das Auslaufgerüst 10 des Fertigwalzblocks
1 um 0,02 bis 0,05 mm geöffnet und somit die Auslaufgeschwindigkeit geringfügig verringert.
Durch Öffnen des Auslaufgerüstes des Fertigwalzblocks wird der Zug auf die Walzader
so vergrößert, daß im Nachwalzblock auch bei einer Anstichverzögerung ein sicheres
Greifen gewährleistet ist. Nach dem Anstich im Nachwalzblock wird das Auslaufgerüst
des Fertiggerüstes wieder auf den alten Wert der Kalibereinstellung zurückgeführt.
Die Übersetzung in dem Verteilergetriebe 5 und in dem Schaltgetriebe 12 für den Fertigwalzblock
und den Nachwalzblock ist so ausgelegt, daß ein geringer Zug zwischen beiden Blöcken
herrscht, der bei laufender Walzader Querschnittsunterschiede auffängt. Es sei darauf
hingewiesen, daß die Fertigwalzung mit oder ohne Kühlung des Walzgutes im Wasserkasten
17 erfolgen kann. Auch ist ohne weiteres ersichtlich, daß der Nachwalzblock 11 bzw.
dessen Gerütkassetten 11' bzw. 11'' wahlweise mit den Gerüstkassetten 2, 4, 6, 8 oder
10 des Fertigwalzblocks 1 synchronisiert werden können, wodurch jeweils ein Walzdraht
mit unterschiedlichem Drahtdurchmesser als Fertigprodukt hergestellt werden kann.
Dies kann je nach Bedarf dazu führen, daß bestimmte Walzringe von dem Fertigwalzblock
1 abgezogen und auf die entsprechende Gerüstkassette des Nachwalzblocks 11 aufgezogen
wird.
Bezugszeichenübersicht
[0019]
- 1
- Fertigwalzblock
- 2, 4
- horizontale Gerüstkassette
- 6, 8
- horizontale Gerüstkassette
- 10
- horizontale Gerüstkassette
- 3, 3'
- vertikale Walzkassette
- 5
- Verteilergetriebe
- 7
- Abtriebswelle
- 9
- Abtriebswelle
- 11
- Nachwalzblock
- 11'
- vertikale Gerüstkassette
- 11''
- horizontale Gerüstkassette
- 12
- Schaltgetriebe
- 13
- Abtriebswelle
- 14
- Abtriebswelle
- 15
- Eingangswelle Verteilergetriebe
- 16
- Eingangswelle Schaltgetriebe
- 17
- Wasserkasten
- 18
- Temperaturausgleichsstrecke
- 19, 19', 19''
- Antriebseinheit, Gleichstrommotor
- 20
- Überbrückungswellen
- A
- Abstand zwischen den Walzblöcken
1. Verfahren für das ein- oder mehradrige Auswalzen von Draht oder von Walzgut mit Rundquerschnitt
aus Edelstahl oder sonstigem Legierungsstahl in einer Hochleistungs/Feinstahl/Drahtstraße
mit jeweils mehrere Walzgerüste bzw. Walzeinheiten aufweisender Vorstraße, mindestens
einer Zwischenstraße und mit einem Fertigwalzblock (1), wobei dem Fertigwalzblock
(1) ein weiterer mindestens zweigerüstiger Nachwalzblock (11) nachgeordnet ist und
zwischen dem Fertigwalzblock (1) und dem Nachwalzblock (11) eine temperierende Kühl-
und/oder Ausgleichsvorrichtung (17, 18) für das Walzgut zwischengeschaltet ist, wobei
vor dem Anstich des Walzgutes im ersten Gerüst (11') des Nachwalzblocks (11) das Auslaufgerüst
(10) des Fertigwalzblocks (1) etwas geöffnet wird und die Auslaufgeschwindigkeit des
Walzgutes geringfügig verringert wird und daß nach dem Anstich des Walzgutes im Nachwalzblock
(11) das Auslaufgerüst (10) des Fertigwalzblocks (1) auf die vorgegebene Kaliberöffnung
zurückgestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Auslaufgerüst (10) des Fertigwalzblocks (1) um 0,02 bis 0,05 mm geöffnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Übersetzungsverhältnis von Fertigwalzblock (1) und Nachwalzblock (11) so eingestellt
wird, daß eine geringe Zugspannung auf das Walzgut zwischen den Walzblöcken (1, 11)
ausgeübt wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Stichabnahmesystem der Walzen des Fertigwalzblocks (1) bei den Walzen des
Nachwalzblocks (11) fortsetzbar ist.
1. Method for single-strand or multi-strand rolling out of wire or of roll stock with
round cross-section from high grade steel or other steel alloy in a high output small-section
and wire rolling mill comprising roughing trains each having several roll stands or
roll units, at least one intermediate train and a finishing roll block (1), wherein
a further at least two-stand subsequent roll block (11) is arranged downstream of
the finishing roll block (1) and a tempering cooling and/or compensating device (17,
18) for the roll stock is connected between the finishing roll block (1) and the subsequent
roll block (11), wherein, prior to the pass of the roll stock in the first stand (11')
of the subsequent roll block (11), the exit stand (10) of the finishing roll block
(1) is opened somewhat and the exit speed of the roll stock is slightly reduced and
that, after the pass of the roll stock in the subsequent roll block (11), the exit
stand (10) of the finishing roll block (1) is reset to the preset clearance opening.
2. Method according to claim 1, characterised thereby that the exit stand (10) of the
finishing roll block (1) is opened by 0.02 to 0.05 millimetres.
3. Method according to claim 1 or claim 2, characterised thereby that the translation
ratio of finishing roll block (1) and subsequent roll block (11) is so set that a
small tension stress is exerted on the roll stock between the roll blocks (1, 11).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised thereby that the pass reduction
system of the rolls of the finishing roll block (1) can be continued at the rolls
of the subsequent roll block (11).
1. Procédé pour le laminage à une ou plusieurs voies de fils ou de produits laminés de
section circulaire, en acier inoxydable ou autre alliage d'acier, dans un train à
fil pour aciers fins, à capacité élevée, qui comporte un train de prélaminage, au
moins un train de laminage intermédiaire et un bloc de finition (1), comportant chaque
fois plusieurs cages ou unités de laminage, un bloc de postlaminage (11) comportant
au moins deux cages étant agencé en aval du bloc de finition (1) et un dispositif
de refroidissement et/ou de compensation de température (17,18) équilibrant la température
du produit laminé étant agencé entre le bloc de finition (1) et le bloc de postlaminage
(11), procédé dans lequel on ouvre légèrement la cage finale (10) du bloc de finition
(1) avant la passe initiale du produit laminé dans la première cage (11') du bloc
de postlaminage (11) et on réduit légèrement la vitesse du produit laminé et dans
lequel on ramène la cage finale (10) du bloc de finition (1) à l'ouverture calibrée
prédéterminée après la passe initiale du produit laminé dans le bloc de postlaminage
(11).
2. Procédé selon la revendication 1
caractérisé en ce qu'on ouvre la cage finale (10) du bloc de finition (1) de 0,02
à 0,05 mm.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2
caractérisé, en ce qu'on règle le rapport de réduction du bloc de finition (1) et
du bloc de postlaminage (11) de telle sorte qu'une légère traction s'exerce sur le
produit laminé, entre les blocs (1,11).
4. Procédé' selon au moins l'une des revendications 1 à 3
caractérisé en ce que la réduction aux différentes passes dans le bloc de finition
(1) peut se poursuivre dans le bloc de postlaminage (11).