[0001] Die Erfindung betrifft einen Zargenrahmen für Zargenrahmen für Feuerschutztüren oder
dergleichen feuerhemmende Abschlüsse von Gebäudeöffnungen, dessen dem ein- oder mehrteiligen
geschlossenen Türblatt stirnseitig zugewandten Laibungsseiten je eine ein- oder mehrteilige
Abdeckleiste aufweisen, die an dem jeweils zugehörigen Zargenholm festgelegt ist und
der Aufnahme eines ein- oder mehrteiligen Streifens aus unter Wärmeeinwirkung im Brandfalle
aufschäumendem und damit die Abdeckleiste über den Spalt zwischen Abdeckleiste und
jeweils benachbarter Stirnseite des Türblattes hinweg dichtend gegen die jeweils benachbarte
Stirnseite des geschlossenen Türblattes bewegendem, vorzugsweise parallel zur Abdeckleistenlängsrichtung
abbiegendem, Brandschutzmaterial, insbesondere wasserhaltiges Kalziumsilikat, zwischen
der jeweiligen Abdeckleiste und der zugehörigen benachbarten Zargenseitenfläche dient.
[0002] Feuerschutztürausbildungen dieser Art sind bekannt, beispielsweise DE-C-25 29 550.
Dort wird ein zwischen einer Abdeckleiste und der Innenseitenfläche des zugehörigen
Zargenholmes, an dem die Abdeckleiste durch Klemmen, Einprägen oder Schweißen festgelegt
ist, definierter Aufnahmeraum gebildet, der durch sicken- und/oder abkantungsförmige
Ausbildungen längsseitig begrenzt ist, in den ein Streifen aus einem Brandschutzmaterial
aufgenommen ist, der unter im Brandfalle auftretender Erwärmung sein Volumen vergrößernd
aufschäumt und damit die an einer ihrer Längsseiten mit dem zugehörigen Zargenholm
verbundenen Deckleiste über den bis zur benachbarten Stirnseite des geschlossenen
Türblattes sich erstreckenden Spalt hinwegbewegt, so daß der Spalt abgedichtet und
damit der Übertritt des Feuers oder auch nur einer entsprechend hoch erwärmten Luft
verhindert wird.
[0003] Zargenrahmen der hier in Rede stehenden Art werden regelmäßig zur Verhütung von Korrision
und auch aus optischen Gründen mit einer Farbschicht versehen. Dies geschieht bislang
durch Einfärben bzw. Beschichten mit Farbe in einem Tauchbecken, nachdem die Brandschutzstreifen
in den Aufnahmeraum zwischen die Abdekcleisten und die benachbarten Zargenstirnseiten
aufgenommen und durch Kleben festgelegt sind. Die aus Blech bestehenden Abdeckleisten
werden zuvor mit den Zargenholmen durch Klemmen, Prägen oder Schweißen derart verbunden,
daß die nachfolgend aufgebrachte Farbschicht diese Verbindungsstellen, die einen Metall-auf-Metall-Kontakt
bedingen, korrisionssicher versiegeln. Nach Beschichtung mit Farbe im Tauchbecken
wird der in dieser Weise fertiggestellte Zargenrahmen - also mit Abdeckleisten und
aufgenommenen Brandschutzstreifen - in einem Umlufttrockner bei ca. 70° getrocknet.
Diese Temperaturen hält der Brandschutzstreifen aus, ohne aufzuschäumen, wie dies
unter Erhitzung im Brandfalle stattfindet.
[0004] Die Einfärbung im Tauchbecken und das anschließende Umlufttrocknen setzen allerdings
lösungsmittelhaltige Farben voraus, die im Zuge des vorerwähnten Prozesses Lösungsmittel
freisetzen, die umweltschädlich sind. Es mußten daher hohe Aufwendungen getrieben
werden, um diese Lösungsmittel oder allgemein Ausdünstungen, die im Zuge dieses Farbbeschichtungsprozesses
auftreten, aufzufangen und entsprechend umweltisoliert zu entsorgen.
[0005] Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, derartige Umweltschädigungen bzw.
die damit verbundenen Aufwendungen möglichst herabzusetzen.
[0006] Erfindungsgemäß gelingt dies nach der Lehre der Erfindung dadurch, daß die die Zargenseitenfläche
aufweisende Zargenwandung mit einer Öffnung versehen ist durch die der Streifen in
den Aufnahmeraum zwischen dem jeweiligen Abdeckblech und der zugehörigen benachbarten
Zargenseitenfläche einführbar ist.
[0007] Durch diese Maßnahme eines insoweit "nachträglichen" Einbringens des Brandschutzstreifens
wird nämlich die Voraussetzung geschaffen, die davor stattfindende Behandlung des
Zargenrahmens ohne eine Temperaturbeschränkung vorzunehmen, wie sie durch Beginn des
Aufschäumvorganges des Brandschutzstreifens vorgegeben und auch insoweit nicht beliebig
änderbar ist, als die Brandschutzstreifen aufgabengemäß in einem den Brandfall anzeigenden,
möglichst niedrigen Temperaturbereich ihre Dichtungsaufgabe erfüllen sollen.
[0008] Eine zur Korrisionsverhinderung erforderliche Farbbeschichtung ist durch eine sogenannte
Pulverbeschichtung mit anschließendem Einbrennen des Farbpulvers gegeben. Dabei treten
die vorerwähnten Probleme der sich verflüchtender Lösungsmittel und dergleichen insoweit
nicht auf, das Einbrennen verlangt aber relativ hohe Temperaturen von ca. 150° C aufwärts.
Bei diesen Temperaturen - so ca. bei bereits 100° C - beginnt das in Rede stehende
Brandschutzmaterial aufzuschäumen, so daß eine derartige Behandlung des im vorgeschilderten
Falle fertiggestellten Rahmens mit eingelegtem Brandschutzstreifen eine derartige
Wärmebelastung im Zuge der Farbbeschichtung nicht verträgt.
[0009] Andererseits müssen Verbindungsvorgänge und dergleichen, die bereits auf insoweit
zuvor farbbeschichtete Einzelteile derart wirken, daß die korrisionshindernde Farbbeschichtung
zerstört wird, vermieden werden, d.h. im Zuge eines rationellen Fertigungsprozesses
muß tunlich der Rahmen hinsichtlich seiner miteinander innig zu verbindender Teile
zusammengefügt sein, bevor die Farbbeschichtung vorgenommen wird.
[0010] Diese widerstrebenden Forderungen werden erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Brandstreifen erst nach dem Einbrennen der zuvor pulverbeschichteten Zargenrahmenteile
eingeführt werden, wozu in der an der den Zargenrahmen umgebenden Mauerung anliegenden
Zargenwandung jeweils pro Zargenholm eine Öffnung vorgesehen ist, die das Einführen
der Streifen aus Brandschutzmaterial in den durch bereits erfolgte Befestigung der
Abdeckleisten benachbart zu den Zargenstirnseiten gebildeten Aufnahmeraäume erfolgt.
[0011] Die dafür in der dem Mauerwerk stirnseitig zugewandten Zargenholmwandung vorgesehenen
Öffnungen werden mit Einsetzen des Zargenrahmens in das Bauwerk verschlossen und würden
von daher ein Austritt der nach dem Einbrennvorgang eingesetzten Brandschutzstreifen
nicht zulassen. Um jedoch im Zuge des Transportes zwischen Fertigstellung des Zargenrahmens
und erfolgtem Einführen der Brandschutzstreifen deren Austritt aus dem Aufnahmeraum
im Zuge transportbedingter Handhabung und dergleichen zu verhindern, wird in besonders
bevorzugter Ausführung der Erfindung dafür Sorge getragen, daß diese Einführöffnungen
für die Brandstreifen verschließbar sind. Dies geschieht in bevorzugter Weise dergestalt,
daß die Öffnungen in den entsprechenden Zargenwandungen nur teilausgestanzt vorbereitet
und die innerhalb der Öffnungsebene von der Teilumstanzung umgebenen Zargenwandungsbereich
durch Verbiegen des verbleibenden Verbindungssteges zur Zargenwandung aus deren Ebene
herausgebogen werden können, so daß sich der zugehörige Brandschutzstreifen durch
die dadurch freigegebene Öffnung bewerkstelligen läßt. Nach Einführen kann man den
Zargenwandungsbereich, also den durch die Teilausstanzung insoweit abgetrennten Materialbereich
der Zargenwandung wieder in Ausrichtung zur Wandungsebene zurückbiegen, wodurch die
Öffnung derart "verschlossen" wird, daß der eingeführte Brandschutzstreifen den Aufnahmeraum
nicht mehr unbeabsichtigt verlassen kann. Selbstverständlich läßt sich ein derartiger
"Verschluß" der Öffnung nach Einführen des Brandschutzstreifens auch ganz einfach
durch Überkleben mittels einer Folie oder dergleichen bewerkstelligen, zumal ein solcher
Verschluß nur bis zum Einbau in die den Zargenrahmen aufnehmende Maueröffnung am Einsatzort
erforderlich ist und danach ein Austritt des Brandschutzstreifens bereits durch das
Mauerwerk verhindert ist.
[0012] Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispieles
nachstehend näher erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine Teilquerschnittsdarstellung einer Blechzarge mit dieser zugeordnetem Türblatt;
- Figur 2
- eine Teilquerschnittsdarstellung gemäß Figur 1 im Bereich der Öffnung für das Einführen
eines Brandschutzstreifens, letzterer im Zuge der Einführung dargestellt;
- Figur 3
- eine Ansicht gemäß Figur 2 um 90° gegenüber einer parallel zur Zeichnungsebene verlaufenden
Achse gedreht;
- Figur 4
- eine von rechts her gesehene Ansicht auf die die Öffnung aufweisende Stirnseitenwandung
eines Zargenholms.
[0013] In den Figuren ist der dargestellte Abschnitt einer Blechzarge jeweils mit 1 und
der dargestellte Abschnitt eines zugeordneten Feuerschutz-Türblattes - ggfs. auch
mehrteilig ausgebildet - mit 2 bezeichnet. Die Blechzarge 1 besteht aus einem Profil,
das an einer seiner Längsseiten einen zur Tür hin vorspringenden Anschlag 3 aufweist.
Das Türblatt 2 besteht aus einem kastenförmigen Abdeckblech 4 und einem flachdeckelförmigen
Abdeckblech 5, dessen Längsseitenabschnitt 6 um einen nach außen abgebogenen Randabschnitt
7 des kastenförmigen Abdeckblechs 4 herumgebogen ist. Auf diese Weise entsteht ein
geschlossenes Gehäuse, dessen Inneres mit Isoliermaterial ausgefüllt ist. Das Türblatt
2 ist mit einem stirnseitig ringsum geführten Blech 8 ausgesteift.
[0014] Grundsätzlich kann man eine Blechleiste für die Halterung eines Brandschutzstreifens
auch im Stirnseitenbereich des Türblattes anordnen, dann lassen sich auch die Brandschutzstreifen
nach fertiggestelltem Türblatt derart von den Stirnseiten der Aufnahmeräume zwischen
jeweils Abdeckleiste und zugehöriger Türblattstirnseite einführen und transportsichernd
verschließen. Bevorzugt ordnet man jedoch die Brandschutzstreifen im Bereich der Zarge
an, weil damit das Türblatt einfacher, leichter und hinsichtlich der Zerbrechlichkeit
der Brandschutzstreifen entsprechend weniger stoßanfällig ausgebildet werden kann.
Die Figuren beziehen sich somit auf eine insoweit ortsfeste Anordnung der Brandschutzstreifen
im Stirnseitenbereich des Zargenrahmens. Die Figuren zeigen somit die Anbringung des
als selbständiges Bauteil ausgebildeten Abdeckbleches 9, welcher einen Brandschutzstreifen
10 abdeckt, im Bereich eines der Zargenholme 1 des Zargenrahmens. Der Blechstreifen
9 ist hinsichtlich seiner einen Seitenkante dem Zargenholm 1 zugeordnet. An der der
Festlegung dienenden Seitenkante der Abdeckblechleiste 9 ist dieser mit einer rechtwinkligen
Abkantung 12 versehen, die einen U-förmigen Querschnitt aufweist und mit ihrem freien
Schenkel an der Außenseite des Anschlags 3 der Blechzarge 1 anliegt. Die Abkantung
12 umfaßt somit die zur Türöffnung hin vorstehende Kante des Anschlages 3, und zwar
durch das Abkanten des Blechstreifens 9 in diesem Bereich derart, daß scharfe Kanten
vermieden sind. Die Abkantung 12 kann grundsätzlich klemmend und/oder durch Einprägung
an dem Anschlag 3 festgelegt sein, es ist aber auch eine Schweißung, insbesondere
in Gestalt einer Punktschweißung an in Längsrichtung des Zargenholmes beabstandeten
Stelle möglich, und zwar natürlich dann auch ohne Umgriff der Abkantung 3 und noch
nicht einmal notwendigerweise an dieser, sondern auch im Zargenseitenflächenbereich
17 des Zargenholms.
[0015] Bei dieser Befestigung der Abdeckleiste 9 wird das Schließen des Spaltes 13 zwischen
den einander zugewandten Stirnseiten 17 und 19 von Zargenholm 1 und Türblatt 2 im
Brandfalle unter Aufquellen des Brandschutzstreifens 10 durch entsprechendes Ausschwenken
der Abdeckleiste 9 bewirkt. Zur Halterung des Brandstreifens zwischen der Zargenseitenfläche
17 des Zargenholms und der zugeordneten, insoweit parallel verlaufenden Abdeckleiste
9 in dem dadurch gebildeten Aufnahmeraum 21 weist die Deckleiste an ihrem freien,
in Längsrichtung des Zargenholms verlaufenden Endbereich eine Abkantung 14 und in
ihrem der anderen längsseitigen Befestigung zugewandten Fußbereich eine Begrenzungssicke
15 auf.
[0016] Wie aus den übrigen Figuren ersichtlich, ist die die Zargenseitenfläche 17 aufweisende
Zargenwandung 18 an einem ihrer Längsendbereiche mit einer Öffnung 20 versehen, die
von der im Einbauzustand mauerseitigen Seite her gesehen einen Zutritt zu dem Aufnahmeraum
21 zwischen der Zargenseitenfläche 17 der Wandung 18 und der an diesem Zargenholm
festgelegten, zugehörigen Abdeckleiste 9 ermöglicht, wie dies insbesondere Figur 3
erkennen läßt. Die Öffnung ist dabei derart groß bemessen, daß sich der Brandschutzstreifen
nach Fertigstellung, d.h. Verbindung der Metallteile mit nachfolgendem Einbrennen
der Farbpulverbeschichtung, insoweit bruchfrei in den Aufnahmeraum 21 einführen läßt.
Um im Zuge des Transportes und dergleichen bis zum fertigen Einbau hin ein Austreten
des eingeführten Brandschutzstreifens aus dem Aufnahmeraum 21 durch die Öffnung 20
zu verhindern, wird diese geschlossen, was grundsätzlich durch einfaches aufkleben
einer Folie oder dergleichen geschehen kann. Im vorliegenden Beispiel ist die Öffnung
durch eine C-förmige Ausstanzung 22 berandet, die einen teilausgestanzten Materialbereich
23 umreißt, der über einen Material-Verbindungssteg 24 mit den umgebenden Blechmaterial
der Zargenwandung 18 in Verbindung steht. Für das Einführen des Brandschutzstreifens
wird dieser Materialbereich aus der Wandungsebene herausgebogen, und zwar zu der der
Zargenseitenfläche 17 der Wandung 18 abgewandten Seite hin, und nach Einführen des
Streifens 10 wird dieser Materialbereich etwa in die Wandungsebene zurückgedrückt,
so daß der Brandschutzstreifen 10 durch die Öffnung 20 nicht mehr austreten kann.
1. Zargenrahmen für Feuerschutztüren oder dergleichen feuerhemmende Abschlüsse von Gebäudeöffnungen,
dessen dem ein- oder mehrteiligen geschlossenen Türblatt (2) stirnseitig zugewandten
Laibungsseiten je eine ein- oder mehrteilige Abdeckleiste (9) aufweisen, die an dem
jeweils zugehörigen Zargenholm (1) festgelegt ist und der Aufnahme eines ein- oder
mehrteiligen Streifens (10) aus unter Wärmeeinwirkung im Brandfalle aufschäumendem
und damit die Abdeckleiste (9) über den Spalt (13) zwischen Abdeckleiste (9) und jeweils
benachbarter Stirnseite (19) des Türblattes (2) hinweg dichtend gegen die jeweils
benachbarte Stirnseite (19) des geschlossenen Türblattes (2) bewegendem, vorzugsweise
parallel zur Abdeckleistenlängsrichtung abbiegendem, Brandschutzmaterial, insbesondere
wasserhaltiges Kalziumsilikat, zwischen der jeweiligen Abdeckleiste (9) und der zugehörigen
benachbarten Zargenseitenfläche (17) dient,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Zargenseitenfläche (17) aufweisende Zargenwandung (18) mit einer Öffnung
(20) versehen ist, durch die der Streifen (10) in den Aufnahmeraum (21) zwischen dem
jeweiligen Abdeckblech (9) und der zugehörigen benachbarten Zargenseitenfläche (17)
einführbar ist.
2. Zargenrahmen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung (20) nach Einführen des Streifens (10) zumindest für die Dauer des
Transportes bis in die Einbaulage des Rahmens (1) gegen ein Ausgleiten des Streifens
(10) geschlossen ist.
3. Zargenrahmen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung (10) teilsausgestanzt, insbesondere durch eine C-förmige Stanzlinienführung
(22), ist und daß der durch die Teilausstanzung insoweit teilgelöste Materialbereich
(23) unter Verformung des verbleibenden Materialverbindungssteges (24) aus der Öffnungsebene
ausbiegbar und in diese zurückbiegbar ist.
4. Zargenrahmen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung (20) voll ausgestanzt und mittels einer Klebefolie oder dergleichen
verschließbar ist.
5. Zargenrahmen nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdeckleiste (9) an dem zugehörigen Zargenholm (1) durch Schweißung festgelegt
ist.