[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Schwenkvorrichtung für einen Vertikallamellenvorhang
gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruches 1. Insbesondere ist dabei an solche Vertikallamellenvorhänge
gedacht, bei denen die einzelnen Lamellen lediglich um ihre Schwenkachse schwenkbar
aber längs einer abzudeckenden Fenster- und/oder Türfront nicht verschiebbar sind.
Solche Vertikallamellenvorhänge weisen üblicherweise eine manuell betätigbare Schwenkvorrichtung
auf, welche im wesentlichen eine eine Schlaufe bildende Zugsaite umfasst. Ein Trum
der Zugsaite ist dabei mit dem einen Ende der Schmalseite von jeder der Lamellen verbunden.
Das andere Trum der Zugsaite steht in Verbindung mit dem anderen Ende der Schmalseite
von jeder der Lamellen. Durch entsprechende Umlenkrollen wird erreicht, dass die Schlaufe
der Zugsaite neben der mit dem Vertikallamellenvorhang abzudeckenden Front herunterhängt.
Durch Zug am einen oder am anderen der Trume der Zugsaite kann die Schwenkstellung
aller Lamellen verstellt werden. Diese sind dazu an einer Schwenkachse, die oben in
eine Schwenkachsenhalteschiene ragt, schwenkbar gelagert. Die Schwenkachse von jeder
der Lamellen verläuft in der Verlängerung der entsprechenden Lamellenlängsachse.
[0002] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die obengenannte manuell betätigbare
Schwenkvorrichtung dahingehend zu ergänzen und zu verbessern, dass eine automatische,
von der Sonneneinstrahlung abhängige Schwenkstellung der Lamellen des Vertikallamellenvorhanges
erreicht wird. Die Ergänzung und Verbesserung soll dabei an allen bereits montierten
Vertikallamellenvorhängen vorgenommen werden können.
[0003] Diese Aufgabe wird mit einer Schwenkvorrichtung gelöst, die die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruches 1 aufgeführten Merkmale aufweist.
[0004] Eine erste bevorzugte Ausführungsform der Schwenkvorrichtung ist durch die Merkmale
der Patentansprüche 2 bis 5 gekennzeichnet. Diese Ausführungsform lässt sich besonders
gut an alle möglichen Arten der genannten Vertikallamellenvorhänge anpassen. Durch
den Antrieb der Zugsaite durch einen auf ein Antriebsrad wirkenden Elektromotor, durch
das Anklemmen von je einem Mitnehmerelement auf jedem der Trume der Zugsaite und durch
das Vorhandensein von Endschaltern, wovon je einer einem der genannten Mitnehmerelemente
zugeordnet ist, lässt sich der erforderliche Schwenkweg von der geschlossenen zur
offenen Stellung der Lamellen und umgekehrt lediglich durch das lagerichtige Anordnen
der Mitnehmerelemente bestimmen. Das lichtempfindliche Halbleiterelement misst direkt
die Intensität der Sonneneinstrahlung und erlaubt durch die Abgabe eines entsprechenden
Signales an die Steuereinrichtung ein lichtabhängiges Steuern. Mittels Bedienungselementen,
die auf einer Bedienungseinrichtung vorhanden sind, kann zwischen manuellem und automatischem
Betrieb umgeschaltet werden. Auch beim manuellen Betrieb ist es nicht mehr erforderlich,
an einem der Zugsaitentrume zu ziehen, sondern die gewünschte Schwenkstellung der
Lamellen kann elektrisch über die Bedienungseinrichtung vorgenommen werden. Dies kann
ebenfalls mittels einer Fernbedienungseinrichtung, beispielsweise über eine Ultraschall-
oder Infrarotverbindung geschehen.
[0005] Eine zweite, sehr einfach zu installierende Ausführungsform der erfindungsgemässen
Schwenkvorrichtung ist durch die Patentansprüche 6 bis 10 gekennzeichnet. Das Kernstück
dieser Ausführungsform ist ein Zylinder von einer bestimmten Länge, der mit einer
Dehnmasse gefüllt ist. Die Dehnmasse, die vorzugsweise ein Gemisch aus Hartwachs,
Parafin und Petrol ist, weist einen relativ grossen Wärmeausdehnungskoeffizienten
auf. Bei Sonneneinstrahlung wird der Zylinder erwärmt. Die Dehnmasse versucht sich
auszudehnen. Eine längsbeweglich zum Zylinder angeordnete und in diesen hineinragende
Kolbenstange, deren Ende mit einem Kolben abgeschlossen ist, wird durch die auf die
der Kolbenstange abgewandte Fläche des Kolbens wirkende Kraft der Dehnmasse aus dem
Zylinder herausgedrückt und wirkt auf das Antriebsmittel, das mit den Trumen der Zugsaite
verbunden ist. Der Zugsaitenbewegungsweg ist dabei abhängig von der Länge des mit
der Dehnmasse gefüllten Zylinders. Je nach dem benötigten Zugsaitenbewegungsweg des
nachzurüstenden Vertikallamellenvorhanges sind verschiedene Ausführungen erforderlich.
Mit dem auf die Kopplungseinrichtung wirkenden Schalthebel kann die Kopplung zwischen
der Kolbenstange und dem Antriebsmittel ein- oder ausgeschaltet werden. Im ausgeschalteten
Zustand ist der vorherige manuelle Betrieb durch Zug an einem der Trume der Zugsaite
nach wie vor möglich. Die Kopplungseinrichtung ist so gestaltet, dass nach dem Einschalten
der Kopplung, unabhängig von der zuvor manuell verstellten Schwenkstellung der Lamellen,
der automatische Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
[0006] Für die Nachrüstung der beiden Ausführungsarten der erfindungsgemässen Schwenkvorrichtungen
ist ein Installationsfachmann nicht erforderlich. Das Nachrüsten ist im Do-it-yourself-Verfahren
leicht vollziehbar. Das Vorbereiten von zusätzlichen elektrischen Installationen entfällt.
[0007] Es ist selbstverständlich, dass weitere, unter den Patentanspruch 1 fallende Ausführungsformen
möglich sind. So könnte beispielsweise das der Sonneneinstrahlung ausgesetzte Organ
im ersten Ausführungsbeispiel auch ein Bimetallschalter sein.
[0008] Anhand von Figuren wird die vorliegende Erfindung nun beispielsweise näher beschrieben.
Es zeigen
- Fig. 1
- die prinzipielle Anordnung der Schwenkvorrichtung an einem Vertikallamellenvorhang,
- Fig. 2
- eine andere Anordnungsvariante der Schwenkvorrichtung an einem Vertikallamellenvorhang,
- Fig. 3 - 5
- einen blockschaltbildmässigen Aufbau einer ersten elektronisch gesteuerten Ausführungsform
der erfindungsgemässen Vorrichtung, wobei die Figur 3 ein Steuergerät von der Seite,
die Figur 4 das Steuergerät in der Aufsicht und die Figur 5 eine Fernbedienungssendeeinrichtung
darstellt, und
- Fig. 6 + 7
- eine zweite, mit einem Dehnzylinder versehene Ausführungsform der erfindungsgemässen
Vorrichtung, wobei die Figur 6 eine teilweise geschnittene Seitenansicht und die Figur
7 eine teilweise geschnittene Aufsicht darstellen.
[0009] In der Fig. 1 ist ein Anordnungsbeispiel der erfindunsgemässen Schwenkvorrichtung
an einem Vertikallamellenvorhang gezeigt. Dieser besteht aus mehreren freihängenden
und voneinander beabstandet angeordneten Lamellen 1. Jede davon ist oben mit einer
Schwenkachse 3 versehen, die in der Verlängerung der vertikalen Längsachse 2 der Lamelle
verläuft und in eine Schwenkachsenhalteschiene 23 hineinragt. Der Vertikallamellenvorhang
diene im gezeigten Beispiel dazu, ein Fenster abzudecken, dessen Umrisse durch eine
untere Fensterbank 24 ein oberes Vorhangschienenbrett 25, einen linken Fensterrahmenteil
26 und einen rechten Fensterrahmenteil 27 gegeben sei. Die bereits genannte Schwenkachsenhalteschiene
23 sei im Vorhangschienenbrett 25 befestigt.
[0010] Je das eine Ende der oberen Schmalseite der einzelnen Lamellen ist mit einem ersten
Trum 5 und je das andere Ende der oberen Schmalseite der einzelnen Lamellen ist mit
einem zweiten Trum 6 einer eine Schlaufe bildenden Zugsaite 4 verbunden. Durch Zug
am ersten der Trume 5 kann beispielsweise eine Schwenkstellung aller der Lamellen
derart erreicht werden, dass deren Flächen im wesentlichen parallel zur Fensterfront
stehen. Diese Schwenkstellung der Lamellen ist im folgenden mit einer ersten geschlossenen
Stellung bezeichnet. Durch Zug am zweiten der Trume 6 kann die Schwenkstellung der
Lamellen derart verändert werden, dass deren Flächen im wesentlichen rechtwinklig
zur Fensterfront stehen. Im folgenden wird für diesen Zustand von einer zweiten offenen
Stellung der Lamellen gesprochen.
[0011] Üblicherweise ist die Zugsaite durch seitlich oben am Fenster angebrachte Umlenkrollen
21, 22 umgelenkt und hängt, die genannte Schlaufe bildend, neben dem rechten oder
linken Fensterrahmenteil 26, 27 nach unten. Ein Steuergerät 7 der erfindungsgemässen
Schwenkvorrichtung wird unterhalb der genannten Schlaufe, beispielsweise an die Wand
montiert. Das Steuergerät 7, welches weiter hinten näher beschrieben ist, weist ein
Antriebsmittel 8 auf, das ein Antriebsrad 10 umfasst, um dessen Mantelfläche eine
Hilfssaite 15, beispielsweise als Kugelsaite geschlauft ist. Jedes der Enden der Hilfssaite
15 wird mit einer Klemmvorrichtung 16, 17 am ersten bzw. am zweiten der Trume der
Zugsaite 4 befestigt. Durch die Hilfssaite 15 wird erreicht, dass keine Anpassung
der Mantelfläche des Antriebsrades 10 an die Art der Zugsaite 4 notwendig ist. Es
ist egal, ob diese als Kugelsaite oder lediglich als simple Schnur ausgeführt ist.
Das Vorhandensein der Hilfssaite 15 bewirkt jedoch auch, dass ein genaues Positionieren
des zu montierenden Steuergerätes 7 in der Höhe nicht notwendig ist.
[0012] Auf jedem der Trume der Hilfssaite 15 ist je ein Mitnehmerelement 11, 12 angeordnet.
Diese Mitnehmerelemente sind längs der genannten Trume verschiebbar und befestigbar.
Beim Drehen des Antriebsmittels 8 in der einen oder in der anderen Richtung nähert
sich das erste Mitnehmerelement 11 oder das zweite Mitnehmerelement 12 dem Steuergerät
7. Dieses weist auf seiner den Mitnehmerelementen zugewandten Seite Endschalter 13,
14 auf. Das erste Mitnehmerelement 11 kann sich einem ersten der Endschalter 13 nähern
und das zweite der Mitnehmerelemente 12 kann sich einem zweiten der Endschalter 14
nähern. Die Mitnehmerelemente 11, 12 werden nun auf den genannten Trumen so angeordnet,
dass das erste Mitnehmerelement 11 den ersten Endschalter 13 betätigt, sobald die
erste geschlossene Stellung der Lamellen erreicht ist. Die Betätigung des Endschalters
bewirkt ein Unterbrechen der Antriebsbewegung des Antriebsrades 10 in einer ersten,
dem Schliessen des Vertikallamellenvorhanges dienenden Antriebsrichtung. Ebenso bewirkt
das zweite Mitnehmerelement 12 beim Auftreffen auf den zweiten Endschalter 14 ein
Unterbrechen der Antriebsbewegung des Antriebsrades 10 in einer zweiten Antriebsrichtung,
welche dem Oeffnen des Vertikallamellenvorhanges dient, sobald die zweite offene Stellung
der Lamellen erreicht ist. Ein der Sonneneinstrahlung ausgesetztes Organ 9, ist vorzugsweise
an der Fensterscheibe angeordnet. Es ist ein lichtempfindliches Organ, ist über erste
elektrische Leitungen 19 mit dem Steuergerät 7 verbunden und gibt, je nachdem Sonnenschein
vorhanden ist oder nicht, ein Steuersignal derart an das Steuergerät 7 ab, dass das
Antriebsmittel in der ersten oder in der zweiten der genannten Antriebsrichtungen
in Betrieb gesetzt wird, bis die erste geschlossene Stellung oder die zweite offene
Stellung des Vertikallamellenvorhanges erreicht ist. Wie bereits gesagt, wird das
Erreichen der genannten ersten und zweiten Stellungen der Lamellen durch das Zusammenwirken
der Mitnehmerelemente 11, 12 mit den Endschaltern 13, 14 festgestellt. Das lichtempfindliche
Organ ist für den vorgesehenen Fall vorteilhafterweise ein lichtempfindliches Halbleiterelement,
beispielsweise ein Photowiderstand oder ein Phototransistor.
[0013] Um eine vollkommene netzunabhängige Ausführung zu erwirken, wird eine Solarzelle
18 ebenfalls vorteilhafterweise an der Fensterscheibe angebracht. Durch das einfallende
Licht wird ein in dieser Figur nicht sichtbarer, im Steuergerät 7 untergebrachter
Akkumulator, der zum Speisen aller elektrischen und/oder elektronischen Bauteile bestimmt
ist, nachgeladen.
[0014] Wie dies in der Fig. 2 gezeigt ist, ist es auch möglich, das Steuergerät 7 nicht
vorne an der Wand seitlich vom Fenster, sondern direkt an einem seitlichen Fensterrahmenteil,
beispielsweise am rechten Fensterrahmenteil 27 zu befestigen. Eine solche Befestigungsart
bringt insbesondere für die weiter hinten beschriebene zweite Ausführungsform der
erfindungsgemässen Vorrichtung mit dem Dehnzylinder Vorteile, da so der Dehnzylinder
der Sonneneinstrahlung besser ausgesetzt ist als in der vorgängig beschriebenen Montageanordnung.
Einander in den Fig. 1 und 2 entsprechende Teile sind je mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0015] In den Fig. 3, 4 und 5 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemässen Schwenkvorrichtung
dargestellt. Sie umfasst nebst der in diesen Figuren nicht sichtbaren Zugsaite das
bereits genannte Steuergerät 7 mit dem darin angeordneten Antriebsmittel 8, das das
Antriebsrad 10 umfasst, um welches die Hilfssaite 15 geschlauft ist. Am ersten und
am zweiten Trum der Hilfssaite 15 sind die bereits genannten und vorgängig beschriebenen
Klemmvorrichtungen 16, 17 sowie die Mitnehmerelemente 11, 12 angeordnet. Die am Steuergerät
vorgesehenen Endschalter 13, 14, die je mit den Mitnehmerelementen 11, 12 zusammenwirken
und deren Funktionsweise ebenfalls bereits beschrieben worden ist, befinden sich in
der Nähe des Antriebsrades 10 am Steuergerät 7. Als Endschalter können sowohl mechanische
als auch elektronische, beispielsweise Gabellichtschranken, eingesetzt werden. Das
Antriebsmittel 8 umfasst im weiteren einen Elektromotor 28, der auf ein Untersetzungsgetriebe
29 wirkt. Auf eine aus dem Untersetzungsgetriebe 29 herausragende untersetzte Antriebsachse
30 ist das Antriebsrad 10 aufgesetzt. Eine Steuereinrichtung 32, vorzugsweise eine
elektronische Steuereinrichtung, ist als weitere Baugruppe im Steuergerät 7 enthalten.
Eine Bedienungseinrichtung 33 mit mehreren Bedienungselementen 34 ist vorzugsweise
auf der gleichen Seite wie das Antriebsrad, am Steuergerät angeordnet. Im weiteren
ist vorgesehen, eine Fernbedienungsempfangseinrichtung 35, beispielsweise eine Ultraschall-
oder Infrarotempfangseinrichtung im Steuergerät unterzubringen. Zum Versorgen all
der elektrischen und/oder elektronischen Bauteile mit elektrischer Energie ist ein
Akkumulator 31 ebenfalls im Steuergerät 7 untergebracht. Die Steuereinrichtung 32
schaltet den Elektromotor 28 in der einen oder in der anderen Richtung ein oder aus,
dies je nach einer logischen Auswertung der von den Bedienungselementen 34, dem vorgenannten
der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Organ den Endschaltern 13, 14 und/oder von einer
Fernbedienungssendeeinrichtung 36 über eine Ultraschall- oder Infrarotstrecke mit
der Fernbedienungsempfangseinrichtung 35 empfangenen Signale.
[0016] Bedienungselemente 34 auf der Bedienungseinrichtung 33 sind vorgesehen für ein Ausschalten
oder Einschalten des Steuergerätes 7, für ein Umschalten vom automatischen Betrieb
auf den manuellen Betrieb, sowie im letzteren Fall zum Öffnen oder Schliessen des
Vertikallamellenvorhanges. Beim manuellen Betrieb können die Befehle zum Öffnen oder
Schliessen ebenfalls ab der Fernbedienungssendeeinrichtung 36 gegeben werden. Die
erste geschlossene und die zweite offene Stellung der Lamellen wird in jedem Fall
durch die Endschalter 13, 14 überwacht. Im automatischen Betrieb werden die Öffnungs-
oder
[0017] Schliessbefehle vom lichtempfindlichen Organ je nach dem Auftreten oder Wegfallen
von Sonnenschein gegeben. Um ein unnötiges, relativ rasch aufeinanderfolgendes Öffnen
und Schliessen bei wechselnder Sonneneinstrahlung zu verhindern, sind in der Steuereinrichtung
32 Verzögerungsmittel vorgesehen, mit welchen die vom lichtempfindlichen Organ empfangenen
Signale gefiltert und verzögert werden. Eine hinsichtlich der Montage vorteilhafte
Ausführung kann dadurch erreicht werden, dass die Solarzelle 18 und das lichtempfindliche
Organ 9 als eine einzige, an der Fensterscheibe anzubringende Baugruppe konzipiert
ist. Diese ist über elektrische Leitungen 19, 20 mit dem Steuergerät 7 verbunden.
Als weitere Ausführung kann vorgesehen sein, dass anstelle der Solarzelle 18 oder
zusätzlich dazu ein in den Figuren nicht dargestelltes Netzgerät mit dem Akkumulator
31 verbunden wird und für dessen Nachladung verantwortlich ist.
[0018] In den Fig. 6 und 7 ist ein zweites Ausführungsbeispiel für die erfindungsgemässe
Schwenkvorrichtung dargestellt. In einem Steuergerät 40 ist als Antriebsmittel 41
ein um zwei voneinander beabstandete Laufräder 43, 44 geschlauftes flexibles Band
45 vorgesehen. Das letztere ist vorzugsweise ein Zahnriemen. Ein erstes Verbindungsmittel
48 ist am ersten Trum 46 des flexiblen Bandes angeordnet und zum Verbinden mit dem
ersten Trum 5 der Zugsaite 4 bestimmt. Ein zweites Verbindungsmittel 49 ist am zweiten
Trum 47 des flexiblen Bandes 45 angeordnet und zum Verbinden mit dem zweiten Trum
6 der Zugsaite 4 bestimmt. Die Anordnung der Verbindungsmittel 48, 49, die im wesentlichen
eine punktförmige Verbindung mit den genannten Trumen 5, 6 der Zugsaite 4 ermöglichen,
ist derart, dass in der ersten geschlossenen Stellung der Lamellen das erste Verbindungsmittel
48 in der Nähe des ersten der Laufräder 43 und das zweite Verbindungsmittel 49 in
der Nähe des zweiten der Laufräder 44 ist. In der zweiten offenen Stellung der Lamellen
ist das erste Verbindungsmittel 48 in der Nähe des zweiten der Laufräder 44 und das
zweite Verbindungsmittel 49 in der Nähe des ersten der Laufräder 43.
[0019] Ausserhalb des Steuergerätes 40 ist ein sich in dessen Längsachse erstreckendes Organ
42, das der Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, angeordnet. Das Organ 42 umfasst im
wesentlichen einen Zylinder 51, dessen eines, dem Steuergerät 40 abgewandtes Ende
verschlossen ist und an dessen anderem Ende eine Kolbenstange 52, die teilweise in
den Zylinder 51 hineinragt, längsverschiebbar und flüssigkeitsdicht angeordnet ist.
Das in den Zylinder 51 hineinragende Ende der Kolbenstange 52 ist mit einem Kolben
oder einer Kolbenscheibe 54 abgeschlossen. Der Innenraum des Zylinders 51, dessen
Wandung vorzugsweise aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung hergestellt und mattschwarz
eingefärbt ist, ist mit einer Dehnmasse 53 gefüllt. Die Dehnmasse ist ein flüssiger
oder gallertartiger Stoff oder ein Stoffgemisch mit einem möglichst grossen Ausdehnungskoeffizienten.
Als geeignet erwiesen hat sich ein Stoffgemisch, das aus 83 % Prozent Hartwachs, aus
15 % Parafin und aus 2 % Petrol besteht.
[0020] Wenn der Zylinder 51 durch die Sonneneinstrahlung erwärmt wird, versucht sich die
Dehnmasse auszudehnen. Im geschlossenen Zylinder kann dies nur dadurch erfolgen, dass
durch die durch die Dehnmasse auf die der Kolbenstange abgewandte Kolbenscheibenfläche
einwirkende Kraft die Kolbenstange aus dem Zylinder herausgedrückt wird. Beim Abkühlen
der Dehnmasse 53 sorgt eine Rückstellfeder 59, die zwischen der Kolbenscheibe 54 und
dem die Lagerung der Kolbenstange aufweisenden Ende des Zylinders eingefügt ist, zusätzlich
für die Rückführung der Kolbenstange in den Zylinder 51. Das aus dem Zylinder 51 herausragende
Ende der Kolbenstange 52 ist über eine Koppeleinrichtung 50 mit dem Antriebsmittel
41 gekoppelt. Die Koppeleinrichtung 50 umfasst im wesentlichen eine Zahnstange 55,
dessen eines mit der Zahnung versehenes Ende in ein Ritzel 56 eingreift, das mit dem
zweiten Laufrad 44 konzentrisch verbunden ist. Das andere Ende der Zahnstange 55 weist
eine quer zur Kolbenstange 52 verlaufende Ausrückplatte 61 auf, welche federnd in
eine radiale Nute, die in der Kolbenstange 52 vorhanden ist, eingreift. Die Zahnstange
55 überträgt die Längsbewegung der Kolbenstange 52 auf eine Drehbewegung des zweiten
Laufrades 44, welches wiederum für eine Längsbewegung der beiden genannten Trume 46,
47 des flexiblen Bandes 45 sorgt. Im weiteren ist am Steuergerät eine Ausrückmechanik
57 vorgesehen, welche eine Ausrückbetätigungsstange 60 umfasst, die mit ihrem einen
Ende auf die bereits genannte Ausrückplatte 61 wirkt und an deren anderem Ende ein
aus dem Steuergerät 40 herausragender Schalthebel 58 angeordnet ist. Beim Betätigen
des Schalthebels drückt die Ausrückbetätigungsstange 60, die auf der der Zahnstange
55 gegenüberliegenden Seite der Kolbenstange 52 angeordnet ist, auf die Ausrückplatte
61. Diese wird angehoben und gibt ihren Eingriff in die vorgenannte Nut in der Kolbenstange
52 frei. Eine Entkopplung der Kolbenstange von der Zahnstange hat stattgefunden. Die
Zugsaite 4 kann nun, wie vorher ohne Steuergerät 40, manuell betätigt werden. Beim
Rückstellen des Schalthebels 58 in seine ursprüngliche Lage wird die Druckwirkung
der Ausrückbetätigungsstange 60 auf die Ausrückplatte 61 beseitigt. Eine Blattfeder
62, die an der Zahnstange 55 befestigt ist und auf die Ausrückplatte 61 drückt, sorgt
dafür, dass die Ausrückplatte 61 in die vorgenannte Nut an der Kolbenstange 52 dann
wieder eingreift, wenn sich infolge der Längsbewegung der Kolbenstange die Nut und
die Ausrückplatte beim nächsten Mal gegenüberliegen. Eine automatische Einrastung
und Kopplung der Kolbenstange 52 mit dem Antriebsmittel 41 ist dadurch gewährleistet.
[0021] Der Verstellweg der Zugsaite 4 entspricht höchstens dem Abstand der beiden genannten
Laufräder 43, 44. Mittels der Länge des Dehnzylinders 51 sowie dem Verhältnis des
Umfanges des Ritzels 56 zum Umfang der Mantelfläche des zweiten Laufrades 44 kann
der erforderliche Verstellweg für die Zugsaite für einen bestimmten Vertikallamellenvorhangtyp
eingestellt werden.
[0022] Sicherheitshalber und um ein Überdrehen der Lamellen zu verhindern ist vorgesehen,
dass ab einem bestimmten Kraftaufwand der Kolbenstange 52 auf die Zahnstange 55 die
Ausrückplatte 61 von selbst aus der Nut in der Kolbenstange 52 springt. Dies kann
durch eine entsprechende Flankengestaltung der Nut erreicht werden. Das vorgenannte
selbsttätige Einrasten der Ausdrückplatte 61 in die Nut sorgt auch in diesem Fall
wieder automatisch für eine richtige gegenseitige Lage der Schwenkvorrichtung und
der Lamellen. Eine ähnlich wirkende Sicherheitseinrichtung könnte durch das Anordnen
einer Rutschkupplung zwischen dem Ritzel 63 und dem zweiten Laufrad 44 erstellt werden.
1. Schwenkvorrichtung für einen Vertikallamellenvorhang mit mehreren voneinander beabstandeten
vertikalhängenden Lamellen, die um ihre vertikale Achse schwenkbar sind, mit einer
auf alle die Lamellen einwirkenden Zugeinrichtung zum gemeinsamen Verstellen der Schwenkstellung
der Lamellen, wobei die Zugeinrichtung eine eine Schlaufe bildende Zugsaite mit einem
ersten und einem zweiten Trum umfasst und die Schwenkstellung der Lamellen durch Zug
am einen oder am anderen der Trume von einer ersten geschlossenen Stellung bis zu
einer zweiten offenen Stellung einstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuergerät
(7, 40), welches mindestens ein Antriebsmittel (8, 41) umfasst, das mit der Zugsaite
(4) verbindbar und lösbar ist, vorhanden ist, dass das Antriebsmittel (8, 41) in einer
ersten und in einer zweiten, der ersten entgegengesetzten Antriebsrichtung antreibbar
ist und dass ein der Sonneneinstrahlung aussetzbares Organ (9, 42) vorhanden ist,
durch welches das Antriebsmittel (8, 41) derart beeinflussbar ist, dass das letztere
beim Auftreten von Sonnenschein in der ersten Antriebsrichtung höchstens solange aktiv
ist, bis die erste Stellung der Lamellen (1) erreicht ist und beim Verschwinden des
Sonnenscheines in der zweiten Antriebsrichtung höchstens solange aktiv ist, bis die
zweite Stellung der Lamellen (1) erreicht ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsmittel (8) ein
Antriebsrad (10) umfasst, welches mit einem von einem Elektromotor (28) angetriebenen
Untersetzungsgetriebe (29) verbunden ist, dass der Elektromotor von einem Akkumulator
(31) antreibbar ist und dass eine Solarzelle (18) und/oder ein Netzgerät zum Nachladen
des Akkumulators vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugsaite (4) mit der
Mantelfläche des Antriebsrades (10) in Wirkverbindung bringbar ist, dass durch die
Bewegung der Zugsaite (4) mitbewegbare Mitnehmerelemente (11, 12) vorhanden sind,
dass am Steuergerät zwei Endschalter (13, 14) angeordnet sind, wobei das erste Mitnehmerelement
(11) einen ersten der Endschalter (13) dann betätigt, wenn die Lamellen (1) in der
ersten Stellung sind und das zweite Mitnehmerelement (12) einen zweiten der Endschalter
(14) dann betätigt, wenn die Lamellen (1) in der zweiten Stellung sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Organ
ein lichtempfindliches Halbleiterelement (9) ist, dass eine elektronische Steuereinrichtung
(32), mit welcher das Halbleiterelement gekoppelt ist, vorhanden ist und dass wenigstens
eine Bedienungselemente (34) aufweisende Bedienungseinrichtung (32) vorgesehen und
mit der Steuereinrichtung (32) gekoppelt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedienungseinrichtung
eine Fernbedienungseinrichtung (35, 36) ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsmittel (41)
ein um zwei voneinander beabstandete Laufräder (43, 44) geschlauftes flexibles Band
(45) ist, wovon ein erster Trum (46) des Bandes (45) mit dem ersten Trum (5) der Zugsaite
(4) und ein zweiter Trum (47) des Bandes (45) mit dem zweiten Trum (6) der Zugsaite
(4) je an einer Stelle mit einem Verbindungsmittel (48, 49) derart verbindbar ist,
dass in der ersten Stellung der Lamellen (1) das erste Verbindungsmittel (48) in der
Nähe des ersten der Laufräder (43) und das zweite Verbindungsmittel (49) in der Nähe
des zweiten der Laufräder (44) ist und dass in der zweiten Stellung der Lamellen (1)
das erste Verbindungsmittel (48) in der Nähe des zweiten der Laufräder (44) und das
zweite Verbindungsmittel in der Nähe des ersten der Laufräder (43) ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebsmittel
(41) über eine Kopplungseinrichtung (50) mit einer in einem Zylinder (51) längsbeweglich
gelagerten und aus dem Zylinder (51) herausragenden Kolbenstange (52) wirkverbunden
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Organ (42) den mit einer
Dehnmasse (53) gefüllten Zylinder (51) umfasst, wobei die Dehnmasse (53) bei Erwärmung
oder Abkühlung kraftschlüssig auf einen im Innern des Zylinders (51) an der Kolbenstange
(52) angeordneten Kolben (54) einwirkt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Dehnmasse (53) ein flüssiger
oder gallertartiger Stoff oder ein Stoffgemisch mit einem möglichst grossen Ausdehnungskoeffizienten,
vorzugsweise ein Gemisch aus Hartwachs, Parafin und Petrol, ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopplungseinrichtung
(50) eine Zahnstange (55) umfasst, welche einerseits auf ein an einem der Laufräder
(44) vorgesehenes Ritzel (56) wirkt und andererseits über eine Ausrückmechanik (57)
mit der Kolbenstange (52) verbunden ist, wobei die Ausrückmechanik mit einem am Steuergerät
angeordneten Schalthebel (58) manuell betätigbar ist.