[0001] Die Erfindung betrifft ein Nebelschmiergerät für Stanzautomaten nach dem Oberbegriff
des Schutzanspruches 1.
[0002] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster G 87 12 350.9 ist ein Nebelschmiergerät für Stanzautomaten
bekannt. Das aus einem Kammerober- und -unterteil bestehende Gerät verfügt über jeweils
eine Vernebelungsdüse in beiden Kammerteilen, deren Sprührichtungen von oben bzw.
unten auf ein durch zwei gegenüberliegende Bandlaufschlitz geführtes Band gerichtet
sind. Oberhalb der beiden Bandlaufschlitze ist zur Vermeidung des Austritts von Schmiermittel
eine Absaugrinne angeordnet, an die eine Absaugeinrichtung angeschlossen ist. Das
die Kammer durchlaufende Band wird beidseitig mit Schmierstoff beaufschlagt, wobei
es durch die rechteckige Querschnittsform beider Kammerhälften dazu kommt, daß aufgrund
der waagerechten Wandungen Inhomogenitäten beim Schmiermittelauftrag entstehen.
[0003] Ein weiterer Nachteil ergibt sich daraus, daß die Absaugung ausschließlich im oberen
Kammerteil durchgeführt wird und im unteren Kammerteil das überflüssige Schmiermittel
in einem Sumpf gesammelt wird. Dadurch, daß zwischen dem unteren Kammerteil und der
Absaugung im oberen Kammerteil das zu benetzende Band das Nebelschmiergerät durchläuft,
kann es dazu kommen, daß ein Austritt von Schmiermittel unterhalb des Bandes durch
die Bandlaufschlitze erfolgt.
[0004] Hier setzt die Erfindung ein, deren Aufgabe es ist, in einem Nebelschmiergerät für
Stanzautomaten eine homogene beidseitige Benetzung des Bandes mit Schmiermittel zu
gewährleisten und ein Austreten von Schmiermittel aus den Bandlaufschlitzen zu verhindern.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Schutzanspruches 1
genannten Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Ausführungsformen ergeben
sich aus den Merkmalen der Unteransprüche.
[0005] Mit der Anordnung jeweils zweier Absaugschlitze am Bandeinlauf und Bandauslauf des
Nebelschmiergerätes, oberhalb und unterhalb des ein- bzw. auslaufenden Bandes ist
ein Austritt von Schmiermittel ausgeschlossen. Dabei erstrecken sich die Absaugschlitze
über die gesamte Breite der Bandlaufschlitze und die lichte Querschnittsfläche der
Absaugschlitze ist in Summe mindestens genauso groß wie die Querschnittsfläche des
jeweiligen Bandlaufschlitzes. Mit dieser Größenvorgabe ist gesichert, daß die Drosselwirkung
beim Eintritt der angesaugten, mit Schmiermittel beaufschlagten Luft in die Ansaugschlitze
so gering ist, daß die Rückstauwirkung sich nicht negativ auswirken kann und so ein
ungewollter Austritt aus den Bandlaufschlitzen vermieden wird.
[0006] Ein weiterer Druckdifferenzabfall wird dadurch vermieden, daß die Summe der lichten
Querschnittsflächen der Absaugschlitze mindestens gleich groß wie die Summe der Querschnittsflächen
der Absaugkanäle ist und dadurch ebenfalls keine Drosselstelle mit einer ebenfalls
negativ wirkenden Stauwirkung gebildet ist.
[0007] Günstige Vernebelungsverhältnisse für das Schmiermittel im oberen Kammerteil entstehen
durch den Einbau einer Abdeckhaube, die - ausgehend von der oberen Vernebelungsdüse
- sich in Richtung Kammeraußenwand erweitert und gleichzeitig die obere Wandungskante
des oberen Absaugschlitzes am Bandeinlauf und -auslauf bildet. Durch diese Gestaltung
wird eine ungünstige Verwirbelung im oberen Kammerteil verhindert und eine Tröpfchenbildung
an der Kammerwand vermieden. Im unteren Teil können die Wände der Abdeckhaube vertikal
oder in Absaugrichtung abgeschrägt bleiben. Die untere Wandungskante des oberen Absaugschlitzes
und die obere Wandungskante des unteren Absaugschlitzes sind - ausgehend von den Außenwänden
der Kammerteile - konisch in Richtung des Kammerinneren gewölbt und können als integrierter
Bestandteil der Kammeraußenwand oder als zusätzliche Elemente ausgeführt sein. Durch
die Wahl dieser Form sind günstige Verhältnisse für das Einströmen von Außenluft durch
die Absaugwirkung gegeben.
[0008] Die obere Wandungskante der unteren Absaugschlitze ist tiefer in das Innere des Nebelschmiergerätes
gezogen als die untere Wandungskante der oberen Absaugschlitze, um zu sichern, daß
eventuell doch von oben ablaufende Tröpfchen in die unteren Absaugschlitze gerissen
werden.
[0009] Zur Vermeidung von Inhomogenitäten des Schmierfilmes auf den Bändern, die durch Aufwölbungen
bzw. Verwerfungen während des Vorschiebens besonders bei dünnen Bändern auftreten
können, ist das Band in in der Breite verstellbaren Bandführungen geführt. Die Bandführung
ist dabei so gestaltet, daß die Bänder in nach innen gerichteten Schlitzen laufen
und in diesen Schlitzen vom Bandeinlauf bis zum Bandauslauf geführt werden. Die Tiefe
der Schlitze ist an den Bandeinläufen größer als im übrigen Teil der Bandführung,
um ein leichtes Einlaufen und Einfädeln neuer Bänder zu gewährleisten. In gleicher
Weise verhält es sich mit der Breite der Schlitze, die ebenfalls am Bandeinlauf größer
als am Auslauf der Bandführung ist.
[0010] Günstig wirkt sich eine in Schlitzebene geteilte Bandführung aus, bei der der Abstand
der beiden Teile einstellbar ist, so daß sie der Stärke der Bänder angepaßt werden
kann.
[0011] Zur Vermeidung von Inhomogenitäten des Schmierfilmes an den Außenrändern der Bänder,
die in den Schlitzen laufen, ist am Bandauslauf im Bereich des unteren Absaugschlitzes
mindestens eine Aussparung in den Schlitzen vorhanden, aus denen überflüssiges Schmiermittel
austreten und durch den unteren Absaugschlitz abgesaugt werden kann.
[0012] Neben der Möglichkeit der Führung des Bandes in einer durch das ganze Nebelschmiergerät
führenden Bandführung kann diese zweiteilig ausgeführt sein, so daß die Bandführung
nur am Bandeinlauf und -auslauf gegeben ist und im direkten Sprühbereich keine Führung
des Bandes erfolgt.
[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittdarstellung eines Nebelschmiergerätes;
- Fig. 2
- eine andere Ausführungsform des Schmiergerätes;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Querschnittsflächenverhältnisse;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der Luftströmung;
- Fig. 5
- eine Schnittdarstellung eines Nebelschmiergerätes;
- Fig. 6
- eine Schnittdarstellung einer anderen Ausführungsform des Nebelschmiergerätes, und
- Fig. 7
- eine Darstellung einer Bandführung an einem Nebelschmiergerät.
[0014] Aus der schematischen Darstellung (Fig. 1) ist das aus einem Kammeroberteil 5 und
einem Kammerunterteil 6 bestehende Nebelschmiergerät erkennbar. Sowohl im Oberteil
5 als auch im Unterteil 6 sind jeweils mindestens eine Vernebelungsdüse 7 und 8 angebracht.
Die Vernebelungsdüse 7 im oberen Kammerteil 5 ist von einer Abdeckhaube 9 eingefaßt,
die sich ausgehend von der Vernebelungsdüse 7 in Richtung der unteren Absaugschlitze
2, 2' erweitert und deren Unterkante 10, 10' jeweils die Oberkante der oberen Absaugschlitze
2, 2' bildet. Die Abschrägung der Abdeckhaube 9 verläuft im unteren Teil bis zur Unterkante
10, 10' in vertikaler Richtung, so daß eventuell anhaftende Tröpfchen an diesem ablaufen
und in die Absaugschlitze 2, 2' gerissen werden.
[0015] Die Unterkanten 11, 11' der Absaugschlitze 2, 2' werden von Bereichen der Außenhaut
12, 12' der Kammeraußenwand gebildet, die in Richtung des Kammerinneren konisch eingezogen
verlaufen. In gleicher Weise sind die oberen Wandungen 13, 13' der unteren Absaugschlitze
3, 3' ausgebildet, so daß von diesen ein düsenförmiger Spalt gebildet wird, der ein
drosselfreies Eindringen der Außenluft in das Nebelschmiergerät gewährleistet.
[0016] Die Unterkante der unteren Absaugschlitze 3, 3' wird von den Innenwandungen 14, 14'
der unteren Absaugkanäle 15, 15' gebildet. Die Absaugkanäle 15, 15', 16, 16' werden
gemeinsam in Richtung des Absaugaggregates über einen Filter geführt, der es erlaubt,
das überschüssige Schmiermittel in den Kreislauf zurückzuführen.
[0017] In der Fig. 2 wurde wie in der Fig. 1 auf die Darstellung des durch das Nebelschmiergerät
geführten Bandes aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
[0018] Im Unterschied zum Nebelschmiergerät, wie es in der Fig. 1 dargestellt ist, ist in
der Fig. 2 eine andere Ausführungsform der Abdeckhaube 9 erkennbar. Hierbei geht die
Abdeckhaube 9 in kontinuierlicher Abschrägung von der Nebelsprühdüse 7 bis zu den
Absaugschlitzen 2 und 2', so daß die Oberkante der Absaugschlitze 2, 2' in Richtung
Kammeraußenwand über die Unterkanten der Absaugschlitze 2, 2' hinausgezogen ist. Hierdurch
ergeben sich günstigere Strömungsverhältnisse beim Absaugen in die Absaugkanäle 16,
16', da sich die Drosselwirkung an den Absaugschlitzen 2, 2' verringert. In den Figuren
1 und 2 ist erkennbar, daß die oberen Absaugschlitze 2, 2' und die unteren Absaugschlitze
3, 3' in verschiedenen Vertikalebenen des Nebelschmiergerätes liegen, wobei die oberen
Absaugschlitze 2, 2' in Richtung des Kammeräußeren verschoben sind. Um ein Herauslaufen
von evtl. von den Wandungen der oberen Absaugschlitze 2, 2' heruntertropfenden Schmieröl
verschiedenster Viskositäten aus dem Nebelschmiergerät sicher zu verhindern, sind
die oberen Wandbereiche der unteren Absaugschlitze 3, 3' steiler in Richtung der Unterseite
des Kammerunterteiles 6 in das Innere eingezogen, so daß der Winkel, der in diesem
Bereich von den Wandungstangenten und der Horizontalebene eingeschlossen wird immer
kleiner als 90° ist.
[0019] Aus der Fig. 3 gehen die Größenverhältnisse der lichten Querschnitte A2 und A3 der
Absaugschlitze 2 und 3 sowie der Querschnittsfläche A1 des Bandeinlaufschlitzes 1
hervor. Außerdem ist kreisförmig die lichte Querschnittsfläche A4 der Absaugkanäle
15 und 16 eingezeichnet.
[0020] Aus der Darstellung in Fig. 4 geht der Strömungsverlauf der durch die Absaugschlitze
2 und 3 durch den Bandeinlaufschlitz 1 angesaugten Außenluft hervor, der mit den eingezeichneten
Pfeilen symbolisch dargestellt ist.
[0021] Fig. 5 ist ein Längsschnitt durch ein komplettes Nebelschmiergerät, an dem eine verstellbare
Bandführung 17 am Bandeinlaufschlitz 1 befestigt ist. Die längsgeschlitzte Bandführung
18 verläuft durch das gesamte Nebelschmiergerät zwischen oberem und unterem Kammerteil
5 und 6. Hierbei sind die Schlitze 19 an der Bandeinlaufseite so ausgeführt, daß sie
sowohl in Breite als auch in Tiefe größer sind als im eigentlichen Bandführungsbereich,
der vom Bereich, in dem das Band dem Sprühnebel ausgesetzt ist, bis zum Bandauslauf
reicht.
[0022] Günstig wirkt sich eine in Richtung der Schlitzebene verlaufende Längsteilung der
Bandführung 17 aus, die es ermöglicht, eine Schlitzbreiten-Einstellung entsprechend
der Bandstärke vorzunehmen.
[0023] Fig. 6 zeigt eine modifizierte Form der Bandführung 17, in der der untere Bereich
der Bandführung im Bereich des unteren Absaugschlitzes 3' am Bandauslauf eine Öffnung
20 aufweist, aus der überschüssiges Schmiermittel aus den Bandführungsschlitzen 19
austreten kann und direkt in die unteren Absaugschlitze 3' am Bandauslauf gezogen
wird.
[0024] Fig. 7 zeigt eine Ansicht des Nebelschmiergerätes mit der am Bandeinlauf 1 befestigten
seitenverstellbaren Bandführung 17. Auf einer parallel zum Bandeinlauf 1 gerichteten
Führungsschiene 23 sind Bandführungselemente 24, 24' verschiebbar befestigt. In den
Führungselementen 24, 24' sind in horizontaler Richtung Führungsschlitze 19, 19' vorhanden.
Das Band 21 wird in diesen Führungsschlitzen 19, 19' parallel geführt, um Verwerfungen
und Auswölbungen zu verhindern.
1. Nebelschmiergerät für Stanzautomaten mit einer aus einem Kammeroberteil und einem
Kammerunterteil bestehenden, obere und untere Vernebelungsdüsen aufweisende, an dem
zwei gegegenüberliegende Bandlaufschlitze für den Eintritt und den Austritt des zu
benetzenden Bandes vorhanden sind, und das über eine Absaugeinrichtung für den Schmierstoffnebel
verfügt,
dadurch gekennzeichnet,
daß ober- und unterhalb des Bandeinlauf- und des Bandauslaufschlitzes sich über deren
gesamte Breite erstreckende Absaugschlitze, deren lichte Querschnittsfläche in Summe
gleich groß oder größer als die Querschnittsfläche des jeweiligen Bandlaufschlitzes
ist, angeordnet sind.
2. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die obere Wandungskante
der oberen Absaugschlitze von einer sich ausgehend von der oberen Vernebelungsdüse
in Richtung Kammeraußenwand erweiternden, abgeschrägten Abdeckhaube gebildet ist.
3. Nebelschmiergerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung der Abdeckhaube
in ihrem unteren Teil vertikal verläuft.
4. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Wandungskante
des oberen Absaugschlitzes und die obere Wandungskante des unteren Absaugschlitzes
konisch in Richtung des Kammerinneren gewölbte Bereiche der Kammeraußenwand sind.
4. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die untere Wandungskanten (11, 11') der oberen Absaugschlitze
(2, 2') und die oberen Wandungskanten (11, 11') der unteren Absaugschlitze (3, 3')
konisch in Richtung des Kammerinneren gewölbt sind.
5. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen Wandungskanten
der unteren Absaugschlitze (3, 3') in Richtung der Unterseite des Kammerunterteiles
(6) so eingezogen sind, daß der von der oberen Wandung der unteren Absaugschlitze
(3, 3') und der Horizontalebene eingeschlossene Winkel kleiner 90° ist.
6. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Absaugschlitze (2, 2') des Kammeroberteiles (5) in
einer Vertikalebene liegen, die weiter in Richtung Kammeraußenwand verschoben ist
als die der Absaugschlitze (3, 3') des Kammerunterteiles (6).
7. Nebelschmiergerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Summe der lichten Querschnittsflächen der Absaugschlitze
(2, 2', 3, 3') mindestens gleich der Summe der Querschnittsflächen der Absaugkanäle
(15, 15', 16, 16') ist.
8. Nebelschmiergerät nach einem der Ansprüche von 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß am Bandeinlauf (1) eine in der Breite verstellbare Bandführung
(17) mit an den Innenseiten gelegenen parallelen Schlitzen (19), in denen das Band
seitlich geführt ist, angeordnet ist.
9. Nebelschmiergerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitztiefe in der Bandführung (17) am Einlauf größer
als am Auslauf der Bandführung ist.
10. Nebelschmiergerät nach Anspruch 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitzbreite am Einlauf und am Auslauf der Bandführung
(17) größer ist als in deren Mittelbereich.
11. Nebelschmiergerät nach Anspruch 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bandführung (17) horizontal in der Schlitzebene geteilt
und der Abstand der beiden Teile einstellbar ist.
12. Nebelschmiergerät nach Anspruch 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des unteren Absaugschlitzes (3') am Bandauslauf
(1') im unteren Teil der Bandführung (17) in Richtung des Absaugschlitzes (3') mindestens
eine Öffnung (20) vorhanden ist.
13. Nebelschmiergerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Bandführung am Bandauslauf des Nebelschmiergerätes
angeordnet ist und das Band im Sprühbereich nicht geführt ist.