[0001] Die Erfindung betrifft einen Verpackungsbehälter für die Schutzumhüllung von Gegenständen,
bestehend aus mindestens zwei den Behälterhohlraum mit ihren Formeintiefungen begrenzenden
Formkörpern, die aus im Saugverfahren ausgeformten Altpapier- und/oder Kartonagenschnitzeln
gebildet sind.
[0002] Formstücke für Verpackungszwecke sind allgemein und bspw. nach DE-U-87 14 602 und
US-A-3 135 450 bekannt und in den unterschiedlichsten Formen, insbesondere was die
Formeintiefungen betrifft für den genannten Zweck in Benutzung. Abgesehen von diesen,
aus Pulpe oder Papierabfällen hergestellten Behältern gibt es aber auch solche, die
aus geblähtem, kugelförmig strukturiertem, außerordentlich leichtem Kunststoff hergestellt
werden. Solche Kunststofformstücke, aber auch die eingangs erwähnten, dienen dazu,
einen Gegenstand innerhalb einer Kartonage oder einer Kiste so zu umschließen oder
abzustützen, daß der Gegenstand in seiner eigentlichen Verpackung gut gehalten und
gegell Stoß- oder Schlagbeeinträchtigungen geschützt wird. Diese bekannten, hinsichtlich
ihrer Zweckbestimmung befriedigenden Verpackungsformstücke haben jedoch hinsichtlich
ihres Materials beträchtliche Nachteile. Zu ihrer Gewinnung ist der Verbrauch und
damit die chemische Umsetzung und Verarbeitung von Primärenergieträgern, nämlich Erdöl
erforderlich. Eine Wiederverwendung oder ein Recycling ist nicht möglich. Für eine
Verbrennung kommen derartige Formstücke wegen der damit verbundenen extrem starken
Rauch- und insbesondere Rußentwicklung nicht in Frage, und eine Zersetzung bzw. Verrottung
auf natürlichem Wege tritt bei Deponie nicht ein, d.h., derartige Formstücke erfüllen
zwar ihren Zweck, sie sind aber unter den heutigen Umweltaspekten bezüglich ihrer
weiteren Herstellung und Verwendung im Grunde nicht mehr zu vertreten. Als Ersatz
für derartige Kunststofformstücke sind deshalb nach dem erwähnten DE-U-87 14 602 Verpackungsformstücke
der eingangs genannten Art aus einem schalenförmigen Formkörper mit einseitiger, der
Form des Gegenstandes angepaßter, mindestens einer Formeintiefung vorgeschlagen worden,
wobei der aus weitgehend aufgelösten Papierschnitzeln bestehende Formkörper auf der
Formeintiefungsseite mit einer weitgehend glatten, feinsiebartig strukturierten und
relativ harten Oberfläche und auf der anderen Seite, die Formkörperoberflächenkontur
im wesentlichen wiederholend grob formangepaßt ausgebildet sind. Unter "weitgehend
glatter Oberfläche" ist dabei eine Strukturierung zu verstehen, die sich durch die
Anlage der ersten Faserschichten am Ausformsieb ergibt. Ferner ist unter "auf der
anderen Seite grob formangepaßt" beim vorbekannten Formkörper zu verstehen, daß sich
auf der anderen Seite, also der Seite, die nicht am zu umhüllenden Gegenstand zur
Anlage kommt, zwar die Formgestalt der Anlageseite wiederholt, diese aber so belassen
ist, wie sie sich ergibt, wenn der Saugverfestigungsvorgang abgebrochen wird. Diese
Seite ist bedingt durch die Art der speziellen Herstellung weicher als die glatte
Oberfläche.
[0003] Für Versandzwecke, und zwar ohne dafür Umhüllungskartonagen benutzen zu müssen, die
die anfallende Altpapierflut noch vergrößern, sind solche Formstücke nach dem genannten
DE-U-87 14 602 nicht ohne weiteres geeignet, da die rauhen, nach außen gewandten Flächen
für einen umhüllungslosen Versand denkbar ungeeignet sind und die Flankenwände der
Formstücke bei Zusammenstellung frei nach außen ragen und der Bruchgefahr unterliegen.
Außerdem wiederholen sich nach außen in Negativform die Formgebungen des Innenraumes,
und zwar bedingt durch die Art der Herstellung im Saugverfahren. Dies ist nur durch
Verwendung eines anderen Rohmaterials, nämlich geeignetem Kunststoff möglich, wie
dies die Verpackungsbehälter bspw. nach dem DE-U-18 97 373 und US-A-3 213 037 zeigen.
Unter Versand ist dabei sowohl Postversand in Einzelstücken, aber auch bspw. Transport
auf Paletten in gestapelter Vielzahl zu verstehen.
[0004] Der Erfindung liegt deshalb, ausgehend von Formstücken der eingangs genannten Art
die Aufgabe zugrunde, diese dahingehend zu verbessern und zu stabilisieren, daß sie
für einen umhüllungslosen Versand als Verpackungsbehälter geeignet sind, keine frei
abragenden Flanken und keine nach außen wiederholte Negativausformungen aufweisen
und daß der aus den Formstücken gebildete Verpackungsbehälter, obgleich im Saugformverfahren
hergestellt, sowohl innen wie außen glatte Flächen aufweist.
[0005] Diese Aufgabe ist mit einem Verpackungsbehälter der eingangs genannten Art nach der
Erfindung durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angeführten Merkmale gelöst. Vorteilhafte
und praktische Ausführungsformen ergeben sich nach den Unteransprüchen.
[0006] Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung ergibt sich ein Verpackungsbehälter, der
sowohl innen wie außen "glatte" Außenwände aufweist, der ausreichend stabil ist, einen
Verpackungskarton ersetzen kann, und zwar verbunden mit der Möglichkeit, dabei trotzdem
den Behälterhohlraum direkt an die Konturen des zu verpackenden Gegenstandes durch
entsprechende Gestaltung des Saugformsiebes anpassen zu können, was dann bedeutet,
daß keine zusätzlichen Stütz- oder Halteelemente beim Umhüllen des Gegenstandes in
den Behälter mit eingebracht werden müssen. Da der Behälter keine rauhen Außenflächen
mehr aufweist, ist damit auch die Postakzeptanz gegeben.
[0007] Da Formstücke der gattungsgemäßen Art gemäß genanntem DE-U-87 14 602 heute mit Wandstärken
von 5 bis 6 mm herstellbar sind, haben diese sowieso eine relativ hohe Festigkeit,
um direkt als Verpackungsbehälter für den Versand benutzt werden zu können, ohne daß
es dazu einer zusätzlichen Umhüllungskartonage bedarf. Durch die erfindungsgemäß aufgebrachte
Deckschale ergibt sich aber eine zusätzliche Versteifung insbesondere der Flankenwände.
[0008] Der erfindungsgemäße Verpackungsbehälter wird für den Versand entweder in üblicher
Weise verschnürt oder zweckmäßiger mit Klebeband verschlossen. Dafür sind vorteilhaft
in den glatten Außenflächen Klebeband- oder Schnurzugeintiefungen angeordnet, welche
Verschlußmittel damit jeglicher äußerer Beeinträchtigung entzogen sind und diese auch
keine Verhakungshindernisse beim Durchlaufen von bspw. mechanischen Förderanlagen
darstellen. Im gleichen Sinne kann auch vorteilhaft in mindestens einer der Deckschalen
in dessen Großfläche eine Anschrifteneintiefung angeordnet sein, wobei sich derartige
Eintiefungen problemlos vorsehen lassen, da sich diese bei der Saugformherstellung
automatisch mit ergeben, wenn das Formsieb entsprechend geformt ist. Um die gegeneinandergestellten
Flanken der Formkörper bei Zusammenfügung des Behälters gegeneinander verrutschsicher
auszubilden, können die Formkörper längs ihrer Öffnungsränder mit ineinandergreifenden
Stufen versehen werden, was sich bei der Saugformherstellung ebenfalls ohne weiteres
mit berücksichtigen läßt.
[0009] Um die Großflächen des Behälters zusätzlich bei größeren Abmessungen zu stabilisieren
bzw. zu versteifen, ist es im übrigen ohne weiteres möglich, die Formstückwände wabenartig
zu strukturieren, wobei die wabenartigen Eintiefungen jedoch nur eine geringe Tiefe
haben (höchstens Wandstärkentiefe), um eine im wesentlichen nur gering profilierte
und versandfreundliche Außenfläche des Behälters beizubehalten.
[0010] Der neuartige Verpackungsbehälter wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0011] Es zeigt schematisch
- Fig. 1
- perspektivisch und im Schnitt eine Ausführungsform des Behälters;
- Fig. 2
- perspektivisch eine besondere Ausführungsform der Deckschale;
- Fig. 3
- eine Ausführungsform der Formkörper, bei der diese mit der zugehörigen Deckschale
ein Stück bilden;
- Fig. 4
- einen Schnitt durch die Randausbildung zweier Formkör per;
- Fig. 5
- perspektivisch eine besondere Ausführungsform eines Formstückes und
- Fig. 6
- perspektivisch einen aus mehreren Formstücken gemäß Fig. 5 zusammengestellten Verpackungsbehälter.
[0012] Der Verpackungsbehälter I besteht aus den Behälterhohlraum II begrenzenden Formkörpern
1, 2, die aus im Saugverfahren ausgeformtem Altpapier- und/oder Kartonagenschnitzel
gebildet sind.
[0013] Das spezielle Saugverfahren bedarf keiner näheren Erläuterung, da allgemein bekannt.
Für ein solches Verpackungsbehälter ist nun unter Bezug auf Fig. 1, 2 wesentlich,
daß der Behälter I aus mindestens zwei Formkörpern 1, 2 gebildet und jeder Formkörper
als Hohlkörper ausgebildet ist, dessen Innenraum 4 mit einer Deckschale 6 aus dem
gleichen Material abgeschlossen ist und wobei die glatten Seiten 3 jedes Formkörpers
1, 2 und der zugehörigen Deckschalen 6 die Innen- und Außenflächen des Behälters I
bilden, während die rauhen Flächen 1', 2' gegen die Hohlräume 4 der Formkörper 1,
2 gerichtet sind.
[0014] Bevorzugt werden natürlich die Formkörper 1, 2 formidentisch ausgebildet, da dafür
die gleiche Saugform benutzt werden kann.
[0015] Gemäß Fig. 5, 6 kann der Verpackungsbehälter I bspw. aber auch aus vier Formkörpern
1, 2 gebildet werden, die dann aufgrund ihrer Keilform im Sinne der Fig. 6 zu einem
Verpackungsbehälter zusammengefügt werden können, der dann nur noch mit einem geeignet
breiten Klebeband 20 für seinen Zusammenhalt zu umschließen ist. Der für die Umschließung
eines Gegenstandes notwendige Innenraum 14 (pro Formkörper jeweils ein Viertel des
Innenraumes bei dieser Ausführungsform) wird dabei, wie bspw. dargestellt, durch entsprechende
Formgebung des Saugformsiebes jedes damit hergestellten Formkörpers gewonnen. Solche
Ausbildungen, die natürlich auch andere Formen haben können, sind für Gegenstände
gleicher Form vorgesehen die bspw. bei einer Serienfertigung anfallen und nur verpackt
transportiert bzw. versandt werden müssen. Auch zylindrische Formgebungen mit entsprechend
angepaßten Deckschalen sind auf diese Weise ohne weiteres herstell- und zu einem Behälter
zusammenstellbar. Die formangepaßten Deckschalen 6 werden zweckmäßig mit den Formkörpern
1, 2 verklebt, was aber naoch nicht einmal zwingend notwendig ist, da diese Deckschalen
6 beim Anliegen von Klebebändern 20 mit fixiert werden können. Zweckmäßig geht man
dabei so vor, daß man die beiden Formkörper 1, 2 zunächst an den Gegenstand anlegt
und ringsum längs der Öffnungsränder 11 mit einem Klebeband 20 verbindet. Dann werden
die Deckschalen 6 aufgelegt und bspw. mit kreuzweise angebrachten Klebebändern fixiert.
Eine Verklebung wird jedoch bevorzugt, da dadurch die Handhabung des Verpackungsbehälters
einfacher ist.
[0016] Zweckmäßig sind, und wie in Fig. 3 dargestellt, ein Formkörper und die zugehörige
Deckschale 6 in Form eines Stückes 7 ausgeformt, wobei zwischen den beiden Teilen
eine Falteintiefung 8 eingeformt ist, was bei der Saugausformung einfach dadurch erreicht
werden kann, daß man dabei über diesen Bereich des Formsiebens in geringerer als Wandstärkendistanz
eine entsprechend geformte Leiste als Blende anordnet. Längs dieser Falteintiefung
8 können dann der Formkörper 4 und die Deckschale 6 in Pfeilrichtung P zusammengeklappt
werden und in dieser Stellung miteinander verklebt werden. Zweckmäßig ist dabei das
Ganze so gestaltet, daß die Formeintiefungen in den Formkörpern 1, 2 als Stützen für
die Deckschalen 6 dienen.
[0017] Um den Behälter bequem umschnüren oder mit Klebeband 20 verschließen zu können, sind
insbesondere die Deckschalen 6, wie in Fig. 2 dargestellt, mit bspw. sich kreuzenden
Schnurzugeintiefungen 9 versehen, wobei auch zusätzlich eine Anschrifteneintiefung
10 vorgesehen werden kann. Abgesehen davon, daß derartige Eintiefungen mit zur Aussteifung
beitragen, erstrecken sich dadurch Verschnürungen bzw. Klebebänder unterhalb der Oberflächenebenen
und gewährleisten einen unbehinderten Transport durch bspw. Förderanlagen, wobei auch
das Anschriftenfeld unbeeinträchtigt bleibt.
[0018] Ebenso unproblematisch wie die Ausbildung derartiger Eintiefungen 9, 10 ist auch
eine Oberflächenstrukturierung, wie in Fig. 1 zum Teil angedeutet, in Form von Waben
13, deren Tiefe maximal der Wandstärke der Formkörper entspricht.
[0019] Um die beiden Formkörper 1, 2 im zusammengefügten Zustand gegeneinander zu sichern,
können auch die Öffnungsränder 11 der Formkörper 4, wie in Fig. 4 dargestellt, als
ineinandergreifbare Stufen 12 ausgebildet sein. Die Eintiefungen 9 können natürlich
auch ringsum längs der Öffnungsränder 11 angeordnet sein, um dort ein Klebeband 20
ringsumlaufend anbringen zu können, was aber auch ohne solche Eintiefungen möglich
ist.
[0020] Durch eine besondere Ausgestaltung des Formsiebes ist es, wie erwähnt, im übrigen
auch möglich, an den Formkörpern 1, 2 (siehe Fig. 5) gegenstandsbezogene Halteelemente
14 bei der Saugherstellung mit vorzusehen, die sich als Stützzapfen 17 oder Querrippen
im Innenraum der Formkörper 1, 2 erstrecken und im zusammengefügten Zustand den umschlossenen
Gegenstand halten bzw. abstützen.
1. Verpackungsbehälter, bestehend aus mindestens zwei den Behälterhohlraum mit Formeintiefungen
(16) begrenzenden Formkörpern (1, 2), die aus im Saugverfahren ausgeformten Altpapier-
und/oder Kartonagenschnitzeln gebildet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formkörper (1, 2) als Hohlkörper ausgebildet sind, deren Innenraum (4) mit
einer ebenflächigen Deckschale (6) aus dem gleichen Material abgeschlossen ist, wobei
die ebenflächigen, glatten Seiten (3) jedes Formkörpers (1, 2) und der zugehörigen
Deckschalen (6) die Innen- und Außenflächen des Behälters (I) bilden und die rauhen
Flächen (2') der Formkörper (1, 2) und der Deckschalen (6) in die Innenräume (4) der
Formkörper gerichtet sind.
2. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Formkörper (1, 2) mit seiner zugehörigen Deckschale (6) in Form eines Stückes
(7) ausgeformt und zwischen Formkörper und Deckschale (6) eine Falteintiefung (8)
eingeformt ist.
3. Behälter nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckschalen (6) mindestens mit ihren Außenrändern (15) mit den Flankenwänden
(15') der Formkörper (1, 2) verklebt sind.
4. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckschale (6) mit ihrer rauhen Innenfläche (6') jeweils von mindestens einer
Formeintiefung (16) der Formkörper (1, 2) abgestützt ist.
5. Behälter nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Deckschalen (6) im Kontaktbereich mit den Formeintiefungen (16) ebenfalls
verklebt sind.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in mindestens einer der Deckschalen (6) in dessen Großfläche (6'') eine Anschrifteneintiefung
(10) angeordnet ist.
7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Formkörper (4) längs ihrer Öffnungsränder (11) mit ineinandergreifbaren Stufen
(12) versehen sind.
8. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens die Großflächen (6'') der Deckschalen (6) wabenartig strukturiert sind
und die Tiefe (T) der Waben (13) maximal der Wandstärke der Formkörper (1, 2) entspricht.