[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren und Anlagen zur Entfernung von Quecksilber aus Erdgasleitungsrohren
und Erdgastransportanlagenteilen für die Aufbereitung und den Transport von Erdgas.
[0002] Es hat sich gezeigt, daß mit dem geförderten Erdgas aus Erdgaslagerstätten auch Quecksilberdämpfe
ausgetragen werden, welche sich in den Rohren unds Anlagenteilen als Quecksilber niederschlagen.
Quecksilberdämpfe als Verunreinigung im Erdgas treten nur in äußerst geringem Umfang
auf, bei einer jahrelangen Benutzung der Erdgasleitungen findet sich Quecksilber und
evtl. Quecksilberverbindungen in solchen Mengen, daß bei einer Verschrottung der Leitungen
die Rohre aus Umweltschutzgründen nicht eingeschmolzen werden dürfen, weil das beim
Einschmelzen in die Umgebungsluft dampfförmig aufsteigende Quecksilber die Atmosphäre
nachhaltig vergiften würde.
[0003] Daher besteht dort, wo nicht von vornherein beim Eintritt der Rohgase in die Anlagen
Quecksilberdämpfe ausgefiltert wurden, die Notwendigkeit, Rohrleitungen und Anlagenteile
zu reinigen. Diese Notwendigkeit tritt nicht nur dort auf, wo alte Erdgasleitungen
zu entsorgen sind, sondern auch dort, wo noch brauchbare Erdgasleitungen weiterverwendet
werden sollen. Denn überall dort, wo an diesen Leitungen gearbeitet wird, sei es daß
Abgangsstutzen eingeschweißt werden sollen, sei es, daß sonstige Reparaturarbeiten
ausgeführt werden müssen, immer besteht die Gefahr von Gesundheitsschädigungen für
die Personen vor Ort und die Gefahr von Umweltverschmutzungen.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Möglichkeiten zur Entfernung
von Quecksilber und Quecksilberverbindungen aus kontaminierten Rohren und Anlagenteilen
zu schaffen, die mit möglichst geringem Aufwand und einfachen Mitteln durchgeführt
werden können.
[0005] Die Erfindung besteht darin, daß man die Leitung durch kalt ausgeführte Schnitte
in Rohrstücke zerlegt, daß man nach jedem Schnitt das abgeschnittene Rohrstück in
eine Schräg- oder Vertikallage anhebt und den Inhalt des Rohrstückes an Fest- und
Flüssigstoffen in ein unter das niedrigere Rohrende gestelltes Gefäß auslaufen läßt,
daß man dann beide Enden des Rohrstückes durch Stopfen verschließt und das Rohrstück
zu einer Ausdampfstation transportiert, in der man durch Leitungsstutzen in den Stopfen
das Rohrstück mit Inertgas füllt, das mit Inertgas gefüllte Rohrstück erhitzt und
dabei vorhandene Quecksilberverbindungen spaltet und das vorhandene Quecksilber verdampft,
und daß man das erhitzte, Quecksilberdampf enthaltende Inertgas in einen Kondensator
überführt, in dem man das quecksilberdampfhaltige Inertgas so weit abkühlt, bis das
Quecksilber aus dem Inertgas ausfällt.
[0006] Mit diesem Verfahren gelingt es, Quecksilber aus den Erdgasleitungsrohren und Anlagenteilen
bis auf nicht mehr nachweisbare Reste zu entfernen und das Quecksilber als Rohstoff
zu gewinnen.
[0007] Bei der Ausführung dieses Verfahrens ist es zweckmäßig, wenn man die Inertgasfüllung
des Rohres mehrmals wechselt, vorzugsweise im Kreislaufbetrieb. Dann geht man sicher,
daß auch der letzte Rest von Quecksilberdampf aus dem Rohr ausgetragen wird.
[0008] Vorteilhaft ist es, wenn man bei der Durchführung des Verfahrens so vorgeht, daß
man für die Inertgasfüllung das Rohrstück zuvor evakuiert, um so weit wie möglich
Sauerstoff aus dem Rohrstück zu entfernen. Als Inertgas benutzt man zweckmäßigerweise
Stickstoff. Energetisch ist es vorteilhaft für die Durchführung des Verfahrens, daß
man zumindest während der Erhitzung des Rohres die Inertgasfüllung unter Unterdruck
hält.
[0009] Zur Durchführung des Verfahrens gibt es die Möglichkeit, daß man das Rohrstück durch
von außen herangetragene Wärme bis über die Verdampfungstemperatur des Quecksilbers
erhitzt und dann die Inertgasfüllung des Rohres vorzugsweise mehrmals gegen quecksilberdampffreies
Inertgas im Kreislaufbetrieb wechselt und dem Kondensator zuführt.
[0010] Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß man das Rohrstück durch eingebrachtes heißes
Inertgas bis über die Verdampfungstemperatur erhitzt, also die Wärme mit dem Inertgas
von innnen her dem Rohr zuführt, was den Vorteil hat, daß die Rohrinnenwandung, an
der das auszutragende Quecksilber befindlich ist, stärker erhitzt wird als die Rohraußenwandung.
[0011] Bei dieser Ausführungsform des Verfahrens ist es zweckmäßig, wenn man das Inertgas
in einem Kreislauf viele Male durch das Rohr bewegt und es dabei außerhalb des zu
reinigenden Rohres erhitzt, bevor man es aus dem Kreislauf absaugt und dem Kondensator
zuführt. Hierzu dient eine im wesentlichen U- oder C-förmige Rohrleitungsanordnung,
zwischen deren Enden das zu reinigende Rohr eingespannt wird und die in ihrem Inneren
Erhitzungsvorrichtungen für das Inertgas aufweist.
[0012] Eine solche Erhitzungsvorrichtung könnte auch im Inneren des zu reinigenden Rohres
untergebracht werden.
[0013] Die auf diese Weise gereinigten Rohrstücke können je nach ihrem Erhaltungszustand
entweder wiederverwendet werden oder problemlos als Schrott eingeschmolzen werden.
[0014] Will man vorhandene Erdgasleitungen für eine Weiterbenutzung reinigen ohne daß man
die Leitung auseinanderschneidet, geht man zweckmäßigerweise so vor, daß man die Rohrleitung
zu beiden Seiten der zu reinigenden Rohrstrecke absperrt, daß man die Gase aus der
abgesperrten Rohrstrecke vorzugsweise über eine Reinigungsvorrichtung evakuiert und
durch Inertgas ersetzt, daß man das Rohr abschnittweise erhitzt und dabei mit dem
Inertgas vorzugsweise unter Unterdruck spült, wonach man dem Inertgas den in ihm vorhandenen
Quecksilberdampf durch Kondensation entzieht. Zweckmäßigerweise wird hierbei die Erhitzungsvorrichtung
auf einem Wagen montiert, der entlang der zu reinigenden Erdgasleitung bewegt wird.
[0015] Bei der Ausführung dieses Verfahrens geht man zweckmäßigerweise so vor, daß man das
Inertgas in derjenigen Richtung im zu reinigenden Rohr wandern läßt, in der man die
Erwärmungsvorrichtung bewegt. Auf diese Weise wird erreicht, daß im gereinigten Rohrstück
sich nicht Quecksilber erneut niederschlagen kann. Man braucht auf diese Weise auch
immer nur ein kurzes Rohrstück intensiv zu erwärmen.
[0016] In allen Fällen ist es zweckmäßig, wenn man vor der Wärmebehandlung die Rohrisolierung
entfernt und eine neue nach der Behandlung wieder aufbringt, wenn das Rohr bzw die
Rohrstücke erdverlegt weiterverwendet werden sollen.
[0017] Die Anlage zur Entfernung von Quecksilber aus kontaminierten Rohren und Anlagenteilen
besteht aus einem Inertgaslager, einer Erhitzungsvorrichtung
, einer Evakuierungsvorrichtung, einem Kondensator und einer Saugvorrichtung, die durch
Rohrleitungen miteinander verbunden sind, in die das zu reinigende Rohr oder der Rohrleitungsteil
eingefügt sind.
[0018] Zweckmäßig ist es, wenn die Erhitzungsvorrichtung aus einem das zu reinigende Rohrstück
umgebenden Ofen, oder aus einem in das zu reinigende Rohrstück einzubringenden Inertgaserhitzer,
oder aus einem außerhalb des zu reinigenden Rohrstückes angeordneten Inertgaserhitzer
oder aus einem das zu reinigende Rohrstück umgebenden Brenner oder aus einer mit elektrischem
Strom oder elektromagnetischen Wellen betriebenen Erhitzungsvorrichtung besteht. Möglich
ist auch die Verwendung von überhitztem Dampf.
[0019] Zweckmäßig ist die Verwendung einer Inertgasringleitung, in welcher eine Vorrichtung
zum Einfügen des zu reinigenden Rohres und die Erhitzungsvorrichtung angeordnet sind
und an die eine Stichleitung angeordnet ist, die zum Kondensator führt.
[0020] Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die Stichleitung ebenfalls eine Ringleitung ist,
welche an zwei Stellen an die Inertgasringleitung angeschlossen ist.
[0021] Das Wesen der vorliegenden Erfindung ist nachstehend anhand von in der Zeichnung
schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Reinigungsanlage mit einem verschiebbaren Ofen für aus der Leitung herausgeschnittene
Rohrstücke,
- Fig. 2
- eine Reinigungsanlage, in der die Rohrstücke von innen her durch erwärmtes Inertmedium
geheizt werden,
- Fig. 3
- eine Reinigungsanlage, bei der das zu reinigende Rohrstück mit einem Brenner von innen
her geheizt wird,
- Fig. 4
- eine Anlage zur Reinigung von verlegten Erdgasleitungen.
[0022] Auf Lagerständern 1 sind zu reinigende Rohre 2 gelagert, welche an ihren Enden durch
Stopfen 3 verschlossen sind, in die Anschlußstutzen 4 führen, an welche Inertgasleitungen
angeschlossen sind. An die Inertgasleitung 5 ist über eine Stichleitung 6 die Vakuumpumpe
7 angeschlossen, über welche die Rohre evakuiert werden. Über eine Stichleitung 8
ist die Inertgasquelle 9 angeschlossen. Durch Ventile 10 sind die Stichleitungen 6,8
mit der Inertgasleitung 5 verbindbar. Diese Erdgasleitung 5 ist ringförmig über einen
Kondensator 11 geführt, in welchem die Quecksilberdämpfe zu flüssigem Quecksilber
niedergeschlagen werden. In der Ringleitung befindet sich weiter ein Gebläse 12, mit
dem der Inertgasstrom in der Ringleitung 5 zirkuliert wird. Erhitzt werden das Inertgas
und die Rohre 2 durch einen Warmluftofen 13, der auf Gleisen 14 über die mit Rohren
2 bepackten Ständer 1 fahrbar ist. Im gezeichneten Ausführungsbeispiel sind zwei Lagerständer
vorgesehen, einer ist auf der Zeichnung sichtbar, über den anderen wird der Warmluftofen
gefahren.
[0023] Im Kondensator 11 wird das Inertgas so tief abgekühlt, daß das Quecksilber ausfällt.
Das Inertgas verläßt somit den Kondensator 11 mit einer niedrigen Temperatur. Es ist
zweckmäßig, hinter den Kondensator 11 das Inertgas wieder zu erhitzen, damit es mit
einer Temperatur, die höher als die Verdampfungstemperatur von Quecksilber ist, wieder
in das Rohr 2 eintrtt. Hierzu dient nun ein Wärmetauscher 15, 16, in dessen Teil 15
die Temperatur des in den Kondensator 11 eintretenden Inertgases heruntergekühlt wird,
während im Wärmetauscherteil 16 die im Wärmertauscherteil 15 freigewordene Wärme dem
den Kondensator gekühlt verlassenden Inertgas wieder zuge-fügt wird. Da dieses nur
in einem begrenzten Maße möglich ist, ist dem Wärmetauscherteil 16 eine Erhitzungsvorrichtung
17 nachgeschaltet. Um die beiden mit Ständern 1 und Anschlußstutzen 4 ausgestatteten
Arbeitsplätze, auf denen jeweils mehrere Rohre 2 gleichzeitig behandelt werden, wechselseitig
benutzen zu können, indem man entweder über den einen Arbeitsplatz oder über den anderen
Arbeitsplatz den Warmluftofen 13 schiebt, betreiben zu können, sind Ventile 18,19,20,21
vorgesehen. Durch Öffnen der Ventile 20, 21 wird der rechte Arbeitsplatz an die Inertgasringleitung
5 angeschlossen. Gleichzeitig mit dem Öffnen der Ventile 20 und 21 werden die Ventile
18 und 19 geschlossen, damit durch die Rohre auf dem anderen Arbeitsplatz kein Inertgas
mehr fließen kann. Dort, wo die Ventile 18,19 geschlossen sind, läßt man die Rohre
erst einmal abkühlen, entfernt dann zu beiden Seiten die Stopfen 3, trägt die behandelten
Rohre aus und ersetzt sie durch zu behandelnde Rohre, verschließt diese durch die
Stopfen 3 und bereitet so den nächsten Arbeitsgang vor, der dadurch eingeleitet wird,
daß die Ventile 20,21 geschlossen, die Ventile 18,19 geöffnet und der Warmluftofen
13 über den Arbeitsplatz mit den geöffneten Ventilen 18,19 geschoben wird.
[0024] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 werden die Rohre 2 nicht von außen mit einem Warmluftofen
erhitzt, sondern von innen durch stark erhitztes Inertgas. Auch hier sind zwei Stapel
I, II vorgesehen, die wechselseitig der Behandlung unterworfen werden. Wird Stapel
I mit heißem Inertgas behandelt, kühlen die Rohre des Stapels II aus und werden gegen
zu behandelnde Rohre ausgetauscht. Auch hier sind Ventile 18,19,20,21 vorgesehen,
um jeweils nur einen Rohrstapel in den Behandlungsprozeß einzubringen. Dieses Behandlungsverfahren
der Beheizung von innen her durch das Inertgas hat den Vorteil, daß sämtliches Quecksilber
bereits verdampft ist, wenn die Außenwandung des Rohres 2 die Verdampfungstemperatur
von Quecksilber überschreitet. Energetisch günstig läßt sich dieses Verfahren dann
ausführen, wenn das Rohrleitungssystem in zwei Kreise unterteilt ist: einen Kreis
mit dem zum Stapel führenden Rohr 41, dem vom Stapel kommenden Rohr 42 und einem diese
beiden Rohre verbindenden Rohr 40, in welchem eine Heizvorrichtung 38 und ein Gebläse
22 vorgesehen sind. Ein zweiter Rohrkreis 23 verläuft parallel zum Rohr 20 und ist
über Ventile 24 an die beiden Enden der Leitung 40 anschließbar. In diesem zweiten
Rohrkreis 23 befindet sich der Kondensator 11, das Gebläse 12 und der Wärmetauscher
15, 16. Auch hier sind eine Inertgasquelle 9 und eine Vakuumpumpe 7 an das Rohrleitungsnetz
angeschlossen. Ein Ventil 25 wird für die Absperrung der Leitung 40 benutzt. Die Leitungen
40,23 werden wechselseitig betrieben, d.h. wenn die Leitung 40 durch das Ventil 25
verschlossen ist, sind die Ventile 24 geöffnet, während das Ventil 25 geöffnet ist,
wenn die Ventile 24 geschlossen sind.
[0025] Diese Vorrichtung arbeitet folgendermaßen:
Bei geöffnetem Ventil 25 und geschlossenen Ventilen 24 wird die Anlage durch die Vakuumpumpe
7 bei geöffnetem Ventil 10 von Luft vorzugsweise über Reinigungsvorrichtungen entleert,
gleichzeitig wird bei geöffnetem Ventil 10 aus der Inertgasquelle 9 Inertgas in die
Leitung eingeführt, bis alle Luft durch Inertgas ersetzt ist. Sodann wird die Inertgasbeheizung
38 eingeschaltet. Das Gebläse 22 drückt das heiße Inertgas in die zu reinigenden Rohre
2. Über die Leitung 19 tritt das Inertgas aus den Rohren wieder aus und gelangt wieder
durch das geöffnete Ventil 25 zur Beheizungsvorrichtung 38. Dieser Vorgang wird solange
fortgesetzt, bis die Außentemperatur der Rohre 2 die Verdampfungstemperatur von Quecksilber
überschritten hat. Das Inertgas wird somit in ständigem Umlauf durch die Rohre und
durch die Beheizungsvorrichtung im ständigen Kreislauf gepumpt. Ist an der Außenseite
der Rohre die Verdampfungstemperatur von Quecksilber überschritten, wird die Beheizungsvorrichtung
38 stillgesetzt und das Ventil 25 geschlossen, hingegen die Ventile 24 geöffnet. Nunmehr
strömt in einem Kreislauf, gedrückt von dem Gebläse 12, das heiße Inertgas durch den
Wärmetauscherteil 15 in den Kondensator 11. Dort schlägt sich das dampfförmige Quecksilber
als Flüssigkeit nieder. Das gekühlte Inertgas wird vom Gebläse 12 angesaugt und durch
den Wärmetauscherteil 16 gedrückt. Hier wird das Inertgas erneut erwärmt und gelangt
im Kreislauf durch die Leitung 41 wieder in die zu reinigenden Rohre 2. Dieser Vorgang
kann wiederholt ausgeführt werden.
[0026] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist das zu behandelnde Rohr 2 ebenfalls mit Stopfen
3 verschlossen. Diese Stopfen tragen Anschlußstutzen 26 für die Inertgasleitung 5.
In dieser sind wiederum der Kondensator 11, das Gebläse 12, der Wärmetauscher 15,
16 und eine Erhitzungsvorrichtung 17 angeordnet. Ebenfalls ist die Vakuumpumpe 7 und
die Inertgasquelle 9 an diese Leitung angeschlossen. Die Erhitzungsvorrichtung 17
ist von nur geringer Leistung. Denn den Hauptteil der Erhitzung liefert eine in dem
Stopfen 3 montierte, in das Rohr 2 hineinragende Erwärmungsvorrichtung 27. Für die
Behandlung ist das Rohr 2 auf Fundamente 28 gesetzt.
[0027] Während für die Behandlung der Rohre 2 in den Ausführungsbeispielen der Fig. 1, 2
und 3 die Erdgasleitung in Stücke zerschnitten werden muß, wobei die Rohrstücke dann
der Reinigung zugeführt werden können, zeigt Fig. 4 ein Beispiel, bei dem eine erdverlegte
Erdgasleitung 29 behandelt wird. Hierzu ist eine Montagegrube 30 aus dem Erdboden
ausgehoben worden, die Erdgasleitung 29 ist an zwei Stellen angebohrt und mit Anbohrschellen
31 versehen. Durch diese Anbohrschellen 31 sind Absperrgeräte, z.B. Absperrblasen,
in das Innere der Erdgasleitung 29 eingebaut worden. Diese Anbohrschellen 31 weisen
Anschlußstutzen 32 für eine Schlauchleitung 33 auf, welche zur Inertgasbehandlungskammer
34 auf dem Fahrzeug 35 geführt ist. In dieser Behandlungskammer 34 sind Kondensator,
Gebläse, Wärmetauscher, Erhitzungsvorrichtung, Vakuumpumpe und Inertgasquelle untergebracht.
Erhitzt wird die Erdgasleitung 29 durch einen auf einem Fahrzeug 36 montierten Wärmequelle.
Die durch einen Pfeil auf der Erdgasleitung angegebene Strömungsrichtung des Inertgases
ist die gleiche wie die Fahrrichtung des Fahrzeuges 36 mit der Wärmequelle 37.
Liste der Bezugszeichen:
[0028]
- 1
- Lagerständer
- 2
- Rohr
- 3
- Stopfen
- 4
- Anschlußstutzen
- 5
- Inertasleitung
- 6
- Stichleitung
- 7
- Vakuumpumpe
- 8
- Stichleitung
- 9
- Inertgasquelle
- 10
- Ventil
- 11
- Kondensator
- 12
- Gebläse
- 13
- Warmluftofen
- 14
- Gleise
- 15
- Wärmetauscherteil
- 16
- Wärmetauscherteil
- 17
- Erhitzer
- 18
- Ventil
- 19
- Ventil
- 20
- Ventil
- 21
- Ventil
- 22
- Gebläse
- 23
- Rohrkreis
- 24
- Ventil
- 25
- Ventil
- 26
- Anschlußstutzen
- 27
- Erwärmungsvorrichtung
- 28
- Fundament
- 29
- Erdgasleitung
- 30
- Montagegrube
- 31
- Anbohrschelle
- 32
- Anschlußstutzen
- 33
- Schlauch
- 34
- Inertgasbehandlungskammer
- 35
- Fahrzeug
- 36
- Fahrzeug
- 37
- Ringbrunnen
- 38
- Heizvorrichtung
- 39
- Gebläse
- 40
- Rohrkreis
- 41
- Rohr
- 42
- Rohr
1. Verfahren zur Entfernung von Quecksilber aus Erdgasleitungsrohren und Erdgastransportanlagenteilen
für die Aufbereitung und den Transport von Erdgas,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Leitung durch kalt ausgeführte Schnitte in Rohre zerlegt,
daß man nach jedem Schnitt das abgeschnittene Rohr in eine Schräg- oder Vertikallage
anhebt und den Inhalt des Rohres an Fest- und Flüssigstoffen in ein unter das niedrigere
Rohrende gestelltes Gefäß auslaufen läßt,
daß man beide Rohrenden durch Stopfen verschließt und das Rohr zu einer Ausdampfstation
transportiert, in der man durch Leitungsstutzen in den Stopfen das Rohr mit Inertgas
füllt,
das mit Inertgas gefüllte Rohr erhitzt und das vorhandene Quecksilber verdampft
und daß man das erhitzte, Quecksilberdampf enthaltende Inertgas in einen Kondensator
überführt, in dem man das quecksilberdampfhaltige Inertgas so weit abkühlt, bis das
Quecksilber aus dem Inertgas ausfällt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Inertgasfüllung des Rohres mehrmals wechselt, vorzugsweise im Kreislauf
zirkuliert.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man für die Inertgasfüllung das Rohr zuvor evakuiert.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man zumindest während der Erhitzung des Rohres die Inertgasfüllung unter Unterdruck
hält.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Rohr durch von außen herangetragene Wärme bis über die Verdampfungstemperatur
von Quecksilber bei dem vorherrschenden Druck erhitzt.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Rohr durch eingebrachtes heißes Inertgas bis über die Verdampfungstemperatur
erhitzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Inertgas in einem Kreislauf viele Male durch das Rohr bewegt und es dabei
außerhalb des Rohres erhitzt, bevor man es auf dem Kreislauf abpumpt, dem Kondensator
zuführt.
8. Verfahren zur Entfernung von Quecksilber aus Erdgasleitungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Rohrleitung zu beiden Seiten der zu reinigenden Rohrstrecke absperrt,
daß man die Gase aus der abgesperrten Rohrstrecke evakuiert und durch Inertgas ersetzt,
daß man das Rohr abschnittweise erhitzt und dabei mit dem Inertgas vorzugsweise unter
Unterdruck spült, wonach man dem Inertgas den in ihm vorhandenen Quecksilberdampf
durch Kondensation entzieht.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Inertgas in derjenigen Richtung im zu reinigenden Rohr wandern läßt, in
der man die Erwärmungsvorrichtung bewegt.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß man vor der Wärmebehandlung die Rohrisolierung entfernt und eine neue nach der
Behandlung wieder aufbringt.
11. Anlage zur Entfernung von Quecksilber aus Erdgasleitungsrohren und Erdgastransportanlagenteilen
gekennzeichnet durch
ein Inertgaslager,
eine Erhitzungsvorrichtung,
eine Evakuierungsvorrichtung,
einen Kondensator und
eine Pumpvorrichtung,
die durch Rohrleitungen miteinander verbunden sind, in die das zu reinigende Rohr
oder der Rohrleitungsteil eingefügt sind.
12. Anlage nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erhitzungsvorrichtung aus einem das zu reinigende Rohrstück umgebenden Ofen
oder
aus einem in das zu reinigende Rohrstück einzubringenden Inertgaserhitzer oder
aus einem außerhalb des zu reinigenden Rohrstückes angeordneten Inertgaserhitzer oder
aus eine das zu reinigende Rohrstück umgebenden Wärmequelle besteht.
13. Anlage nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
eine Inertgasringleitung, in welcher eine Vorrichtung zum Einfügen des zu reinigenden
Rohres und die Erhitzungsvorrichtung angeordnet sind
und an die eine Stichleitung angeordnet ist, die zum Kondensator führt.
14. Anlage nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stichleitung ebenfalls eine Ringleitung ist, welche an zwei Stellen an die
Inertgasringleitung angeschlossen ist.