(19)
(11) EP 0 564 667 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
11.10.1995  Patentblatt  1995/41

(21) Anmeldenummer: 92105706.3

(22) Anmeldetag:  02.04.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B44B 5/00, B21K 25/00, A44C 21/00, G07F 1/06

(54)

Bimetallischer Münzrohling

Bimetallic coin blank

Flan monétaire bimétallique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU MC NL PT SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
13.10.1993  Patentblatt  1993/41

(73) Patentinhaber: Krupp VDM GmbH
58791 Werdohl (DE)

(72) Erfinder:
  • Seuster, Egon
    W-5970 Plettenberg (DE)
  • Rinke, Horst
    W-5880 Lüdenscheid (DE)
  • Kolb-Telieps, Angelika
    W-5880 Lüdenscheid (DE)
  • Heubner, Ulrich
    W-5980 Werdohl (DE)

(74) Vertreter: Cohausz & Florack Patentanwälte 
Postfach 33 02 29
40435 Düsseldorf
40435 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 312 436
GB-A- 413 829
US-A- 3 499 739
US-A- 3 992 938
EP-A- 0 343 701
US-A- 1 334 051
US-A- 3 697 237
US-A- 4 643 781
   
  • PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 4, no. 140 (C-026) 3. Oktober 1980; & JP-A-55 089 431 (NISSHIN STEEL CO LTD) 7.July 1980
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen zweiteiligen Rohling für Münzen, Medaillen, Wertmarken, Spielmarken und dergleichen, bestehend aus einer inneren Scheibe aus einem ersten Metall oder einer Metallegierung , die Vertiefungen am Außenrand aufweist und in die zentrale Öffnung eines äußeren Rings aus einem zweiten Metall oder einer zweiten Metallegierung eingepreßt ist.
Ein Münzrohling mit diesen Merkmalen ist aus der EP-A-0312436 bekannt.

[0002] In der Vergangenheit sind Münzen hauptsächlich aus massivem Metall einheitlicher Zusammensetzung aus einem Stück hergestellt worden. Darüber hinaus werden Münzen auch aus unterschiedlichen Metallen und Metallegierungen hergestellt. Es handelt sich dabei überwiegend um Schichtverbundwerkstoffe, wie sie beispielsweise durch Walzplattieren eines Stahlkerns mit einer beidseitigen Auflage aus Messing hergestellt werden. In jüngerer Vergangenheit finden für die Herstellung von Münzen zunehmend auch solche Werkstoffverbunde Anwendung, die aus einer inneren Scheibe aus einem Metall bestehen, welche von einem äußeren Ring aus einem anderen Metall oder aus einer anderen Metallegierung umgeben ist. So besteht die italienische 500-Lire-Münze aus einer inneren Scheibe aus einer goldfarbenen Kupferlegierung. Konzentrisch um diese innere Scheibe ist ein äußerer Ring aus einem bläulich schimmernden silbergrauen Chromstahl gepreßt. Die schnellaufenden Prägemaschinen nach heutiger Maschinentechnik, mit denen diese Werkstoffverbunde mit tragbarem Aufwand auch in großen Stückzahlen hergestellt werden, erfordern bei der Herstellung der Komponenten eines solchen konzentrischen Werkstoffverbunds besondere Aufmerksamkeit. Besondere Maßnahmen sind daher erforderlich, um beim Prägen einen gut aneinander haftenden Verbund der inneren Scheibe und des äußeren Ringes zu erzielen.

[0003] In der US-A- 3 499 739 wird vorgeschlagen, den äußeren Ring etwas dicker zu wählen als die innere Scheibe. Dadurch soll beim Prägevorgang der äußere Ring über die Kanten der inneren Scheibe gedrückt werden, um einen formschlüssigen Verbund der Scheibe und des Rings zu erreichen. Die JP-A- 58-3743 enthält den Vorschlag, die innere Scheibe oder alternativ den äußeren Ring mit einer umlaufenden Randnut zu versehen. Zum Zusammenfügen werden beide Komponenten ineinandergelegt, um mit Hilfe eines speziellen Werkzeugs Material der inneren Scheibe in die Nut im äußeren Ring oder umgekehrt zu pressen.

[0004] Aus der EPA-A- 0 080 437 ist bekannt, den Innenrand des äußeren Ringes keilförmig zu gestalten und die innere Scheibe mit einem Randwulst zu versehen. Beim Prägevorgang kann dann Material aus diesem Wulst über den verjüngten Innenrand des äußeren Ringes fließen. Zugleich sind am Innenrand des äußeren Ringes noch mehrere hervorspringende Zähne vorgesehen, die sich beim Prägen in die innere Scheibe eindrücken sollen. So wird die Möglichkeit eines gegenseitigen Verdrehens von äußerem Ring und innerer Scheibe nach dem Prägen ausgeschlossen.

[0005] Die EP-A- 0 160 343 greift diese Idee mit einem sehr ähnlich gestalteten äußeren Ring auf. Bei der aus der EP-A- 0 280 615 bekannten Münze wird in den äußeren Ring eine Kugel eingeführt und sodann plastisch zur inneren Scheibe umgeformt. Bei der EP-A- 0 415 892 wird der Innenrand des äußeren Ringes mit einer unterbrochenen Umfangsnut versehen, in die beim Prägevorgang dann Material der inneren Scheibe hineinfließt.

[0006] Während sich die Lehre der US-A- 3 499 739 für die praktische Anwendung als nicht ausreichend erwiesen hat und die Lehre der vorgenannten JP-A ein spezielles Werkzeug für das Zusammenfügen erfordert, haben die Lehren der EP-A- 0 080 437, 0 160 343 und 0 415 892 den Nachteil, daß der Innenseite des äußeren Ringes eine komplizierte geometrische Gestalt gegeben werden muß.

[0007] Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß durch eine einfach vorzunehmende geeignete Formgebung des äußeren Randes der inneren Scheibe ein Verdrehen beider Teile und das Herausfallen der inneren Scheibe aus dem äußeren Ring nach dem Prägen sicher verhindert wird. Hierzu genügt es, den Außenrand der inneren Scheibe mit Vertiefungen in schräg gegeneinander gerichteter Anordnung zu versehen. Diese Vertiefungen können auch als schlangenförmige Nut ausgebildet sein. Dadurch wird das Fließen von Material des äußeren Teils in die Vertiefungen des inneren Teils erleichtert.

[0008] In einer weiteren Ausgestaltung sieht die Erfindung vor, daß äußerer Ring und innere Scheibe des konzentrischen Münz-Werkstoffverbundes in ihrer elektrischen Leitfähigkeit weit auseinanderliegen. Das wird am besten dadurch erzielt, daß für den elektrisch gut leitenden Teil ein Kupfer-Münzwerkstoff mit einem spezifischen elektrischen Widerstand von max. 25 µΩ·cm Anwendung findet. Für den elektrisch schlecht leitenden Teil soll ein Chrom- oder ein Chrom-Nickel-Stahl mit einem spezifischen elektrischen Widerstand von wenigstens 70 µΩ·cm gewählt werden. Der elektrisch schlechter leitende Teil kann auch ein Schichtverbund aus ferritischem und austenitischem Stahl sein. Dadurch wird folgendes erreicht:
Die heutigen elektronischen Münzzprüfgeräte nutzen in unterschiedlicher Weise das Prinzip der elektromagnetischen Wechselwirkung zwischen elektromagnetischen Feldern verschiedener Frequenz und den Münzmetallen. Es lassen sich beim Durchlauf der Münzen durch die Spulensysteme von Münzprüfgeräten charakteristische Doppelsignale erzielen, sofern ein erheblich besser leitender Teil des Werkstoffverbundes den äußeren Ring bildet, oder alternativ ein Einzelsignal mit charakteristischer Kurvenform, wenn ein erheblich besser leitender Teil die innere Scheibe bildet.

[0009] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Darstellung des äußeren Rings der Münze,
Fig. 2
die innere Scheibe in perspektivischer Darstellung in einer Ausführung und
Fig. 3
in einer gegenüber der inFig. 2 abgewandelten Ausführung.


[0010] Die Münze besteht aus einem äußeren Ring 2 nach Fig. 1, der eine zentrale Öffnung aufweist, deren Umriß dem der inneren Scheibe 1 nach Fig. 2 oder 3 entspricht, derart, daß die innere Scheibe 1 durch Einpressen in die zentrale Öffnung des äußeren Rings 2 mit diesem kraftschlüssig verbunden wird.

[0011] Um den Zusammenhalt der beiden Teile 1, 2 zu verbessern, sind erfindungsgemäß mehrere schräge Vertiefungen 5 im Außenrand 4 der inneren Scheibe 1 (Fig. 2) angeordnet. Bei der Ausführung gemäß Fig. 3 sind die Vertiefungen zu einer schlangenlinienförmigen Nut 5a verbunden, die sich um den Außenrand 4 der inneren Scheibe 1 herum erstreckt. In diese Vertiefungen 5, 5a fließt beim Zusammenpressen der Teile 1, 2 Material hinein. Dadurch entsteht neben der kraftschlüssigen auch eine formschlüssige Verbindung der Teile 1, 2.

[0012] Infolge der Schrägstellung der Vertiefungen 5, 5a gemäß der Erfindung wird das Hineinfließen des Materials beim Zusammenpressen der beiden Teile 1, 2 erheblich erleichtert, weil sich die Vertiefungen 5, 5a nach und nach mit dem Material des anderen Teils füllen, in dem die Vertiefungen nicht vorhanden sind.


Ansprüche

1. Zweiteiliger Rohling für Münzen, Medaillen, Wertmarken, Spielmarken und dergleichen, bestehend aus einer inneren Scheibe aus einem ersten Metall oder einer Metallegierung, die Vertiefungen am Außenrand aufweist und in die zentrale Öffnung eines äußeren Rings aus einem zweiten Metall oder einer zweiten Metallegierung eingepreßt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (5) am Außenrand der inneren Scheibe (1) schräg gegeneinander gerichtet verlaufen.
 
2. Zweiteiliger Rohling für Münzen, Medaillen, Wertmarken, Spielmarken und dergleichen, bestehend aus einer inneren Scheibe aus einem ersten Metall oder einer Metallegierung, die Vertiefungen am Außenrand aufweist und in die zentrale Öffnung eines äußeren Rings aus einem zweiten Metall oder einer zweiten Metallegierung eingepreßt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß um den Außenrand (4) der inneren Scheibe (1) eine schlangenlinienförmige Nut (5a) verläuft.
 
3. Rohling nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß sich die Materialien der inneren Scheibe (1) und des äußeren Rings (2) mit ihrem spezifischen elektrischen Widerstand um wenigstens 45 µΩ.cm unterscheiden.
 
4. Rohling nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der elektrisch schlechter leitende Teil aus Chrom- oder Chrom-Nickel-Stahl besteht oder ein Schichtverbund aus einem austentischen und aus einem ferritischen nichtrostenden Stahl ist.
 


Claims

1. A two-part blank for coins, medals, tokens, gambling chips and the like, comprising an inner disc of a first metal or metal alloy whose outer edge is formed with depressions and which is pressed into the central opening of an outer ring of a second metal or a second metal alloy, characterized in that the depressions (5) on the outer edge of the inner disc (1) extend directed at an inclination to one another.
 
2. A two-part blank for coins, medals, tokens, gambling chips and the like, comprising an inner disc of a first metal or metal alloy whose outer edge is formed with depressions and which is pressed into the central opening of an outer ring of a second metal or a second metal alloy, characterized in that an undulating groove (5a) extends around the outer edge (4) of the inner disc (1).
 
3. A blank according to claims 1 or 2, characterized in that the materials of the inner discs (1) and the outer ring (2) differ in specific electric resistance by at least 45 µΩ.cm.
 
4. A blank according to claim 3, characterized in that the more poorly electrically conductive part consists of chromium steel or chromium/nickel steel or is a composite of an austenitic and a ferritic stainless steel.
 


Revendications

1. Ébauche formée de deux parties pour des pièces de monnaie, des médailles, des marques de valeur, des jetons et analogues, constituée par un disque intérieur formé d'un premier métal ou d'un alliage métallique, qui possède des renfoncements aménagés dans son bord extérieur et est inséré à force dans l'ouverture centrale d'un anneau extérieur formé d'un second métal ou d'un second alliage métallique, caractérisée en ce que les renfoncements (5) aménagés dans le bord extérieur du disque intérieur (1) sont orientés obliquement les uns par rapport aux autres.
 
2. Ébauche formée de deux parties pour des pièces de monnaie, des médailles, des marques de valeur, des jetons et analogues, constituée par un disque intérieur formé d'un premier métal ou d'un alliage métallique, qui possède des renfoncements aménagés dans son bord extérieur et est inséré à force dans l'ouverture centrale d'un anneau extérieur formé d'un second métal ou d'un second alliage métallique, caractérisée en ce qu'une rainure sous forme linéaire ondulée (5a) s'étend autour du bord extérieur (4) du disque intérieur (1).
 
3. Ébauche selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les matériaux du disque intérieur (1) et de l'anneau extérieur (2) ont des résistances électriques spécifiques qui diffèrent d'au moins 45 µΩ.cm.
 
4. Ébauche selon la revendication 3, caractérisée en ce que la partie qui conduit moins bien le courant électrique est réalisée en acier au chrome ou en acier au chrome et au nickel ou est une couche composite formée d'un acier austénitique et d'un acier ferritique inoxydable.
 




Zeichnung