[0001] Die Erfindung betrifft eine auf Bodenauflageteilen horizontal verschiebbare Teleskoptribüne
bei der im vorderen Bereich der Tribünenstufen Sitzelemente an Trägerteilen derart
angeordnet sind, daß sich bei in die Gebrauchslage ausgefahrener Tribüne die Sitzhöhe
aus dem Abstand zwischen Sitzfläche und der jeweils nächstunteren Tribünenstufe ergibt,
wobei die einzelnen Tribünenstufen rückseitig an vertikalen Stützen befestigt sind,
und bei der die Tribünenstufen in der Stapellage der Teleskoptribüne parallel und
bündig übereinander liegen.
[0002] Teleskoptribünen zur platzsparenden wahlweisen Tribünenbestückung sind für Hallen
und Stadien bekannt.
[0003] Bei einer solchen vorbekannten Ausführungsform einer Teleskoptribüne nach der DE-PS
22 59 816 sind Sitzbänke vorgesehen die mit vertikalen Trägern jeweils an der Vorderseite
einer Tribünenstufe schwenkbar angelenkt sind. Diese Tribünenstufen werden in der
Stapellage derart abgeklappt, daß die Sitzbänke eine vertikale Frontfläche bilden.
Dadurch entspricht die kleinste erreichbare Stufensteigung etwa der Breite einer Sitzbank.
Soll die Teleskoptribüne aus der Stapellage in die Gebrauchslage überführt werden,
so müssen die Sitzbänke jeweils von Hand aufgeklappt werden.
[0004] Für verschiedene Anwendungsfälle wird jedoch eine geringe Stufensteigung, d.h. ein
geringer Höhenunterschied zweier aufeinanderfolgender Tribünenstufen gewünscht. Dadurch
wird unter anderem vermieden, daß zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tribünenstufen
eine Zwischenstufe eingefügt werden muß, wenn die Stufensteigung 200 mm überschreitet.
Außerdem lassen sich bei Verwendung einer geringen Stufensteigung im Vergleich zu
einer größeren Stufensteigung bei gleicher Höhe mehr Tribünenstufen und damit mehr
Zuschauerplätze unterbringen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabenstellung zugrunde, eine Teleskoptribüne so auszubilden,
daß eine geringe Stufensteigung bei einfacher Handhabung möglich wird. Das allgemeine
Prinzip der Erfindung läßt sich auch bei Teleskoptribünen mit normalen Stufensteigungen
anwenden und erreicht dort ebenfalls einen Gebrauchsvorteil.
[0006] Die Aufgabenstellung der Erfindung wird dadurch gelöst, daß die Sitzelemente derart
starr befestigt sind, daß die Schenkel ihrer Trägerteile in der Stapellage einen Überdeckungsbereich
bilden und die Vorderteile der in Längsrichtung bündigen Sitzteile in einer vertikalen
Ebene liegen. Bei dieser Ausführungsform ist es möglich, die Teleskoptribüne ausschließlich
durch horizontales Verschieben der Bodenauflageteile aus der Gebrauchslage in die
Stapellage zu überführen und umgekehrt, wodurch sich eine erleichterte Bedienung ergibt.
Bei den Sitzelementen, deren Trägerteile in horizontaler Richtung eine Überdeckung
aufweisen, sind die Trägerteile an den entsprechenden Tribünenstufen in Längsrichtung
gegeneinander versetzt angeordnet, wodurch die Sitzteile der Sitzelemente in der Stapellage
übereinander zu liegen kommen. Durch das bündige Übereinanderliegen der Sitzteile
in Längsrichtung und durch die Bildung einer vertikalen Ebene aus den Vorderteilen
der Sitzteile wird eine nahezu geschlossene Front der Teleskoptribüne in der Stapel-
bzw. Abstellage erreicht.
[0007] Eine zweckmäßig Weiterbildung kann vorsehen, daß ein Bereich der Tribünenstufen von
Sitzelementen derart ausgespart ist, daß ein treppenartiger Aufgangsbereich entsteht.
Dadurch wird erreicht, daß die Teleskoptribüne unabhängig von anderen Bestückungselementen,
wie fest installierte Tribünen mit Aufgängen versehen werden kann. In der Stapellage
wird der Aufgangsbereich zweckmäßig durch eine vorgehängte Abdeckplatte, bündig zu
der durch die Sitzteile bestimmten vertikalen Ebene, abgedeckt. Dadurch entsteht eine
geschlossene Stirnfläche. Die Abdeckplatte läßt sich zweckmäßig in entsprechenden
Halteteilen der Tribünenstufen einhängen.
[0008] Eine weitere gegebenenfalls zweckmäßige Ausbildungsform kann vorsehen, daß die Bodenauflageteile
z.B. wie in der DE-PS 24 56 697 und in der DE-OS 37 09 753 gezeigt, bodenverfahrbar
ausgebildet sind. Diese Ausführung ermöglicht ein einfaches Auseinander- und Zusammenfahren
der Teleskoptribüne mit geringem Kraftaufwand.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung kann die Stufensteigung kleiner als 250
mm, vorzugsweise kleiner als 200 mm sein. Dadurch wird die Notwendigkeit der Einfügung
von Zwischenstufen zwischen zwei Tribünenstufen vermieden.
[0010] Bei einer praktisch erprobten vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein,
daß die Tribünenstufen an den vertikalen Stützen einseitig auskragend befestigt sind
und daß an den Vorderseiten der Trageelemente der Tribünenstufen ein Auflageteil vorgesehen
ist, welches auf einen entsprechenden Abstützteil der nächstunteren Tribünenstufe
in der Gebrauchslage aufliegt.
[0011] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden; es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der Teleskoptribüne in der Gebrauchslage,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht der Teleskoptribüne nach Fig. 1 in der Stapellage,
- Fig. 3
- eine Vorderansicht der Teleskoptribüne nach Fig. 1 in der Stapellage,
- Fig. 4
- eine Rückansicht der Teleskoptribüne nach Fig. 1.
[0012] Bei der in den Figuren 1-4 dargestellten Ausführungsform der Teleskoptribüne mit
sechs Tribünenstufen 1-6 sind paarweise bodenverfahrbare Bodenauflageteile 7,8,9,10,11,12
vorgesehen. An den Bodenauflageteilen 7-12 befinden sich vertikale Stützen 13,14,15,16,17,18,
an denen auskragende Tragearme 19,20,21,22,23,24 angeordnet sind, welche Oberflächenbelegungen
25,26,27,28,29,30 als Trittflächen der Tribünenstufen 1-6 tragen. Im vorderen Bereich
jeder Tribünenstufe sind an den Tragearmen 19-24 Auflageteile 31,32,33,34,35,36 vorgesehen,
wobei die Auflageteile 32,33,34,35,36 in der Gebrauchslage auf entsprechenden Stützteilen
37,38,39,40,41 der nächstunteren Tribünenstufe aufliegen.
[0013] Im Bereich der vorderen Kanten der Tribünenstufen 1-6 sind an den Auflageteilen 31,32,33,34,35,36
jeweils die vertikalen Schenkel 42,43,44,45,46,47 der Trägerteile der Sitzreihen angeordnet,
wobei die horizontalen Schenkel 48,49,50,51,52,53 vorderseitig winkelförmig abgebogene
Sitzteile 54,55,56,57,58,59 z.B. aus Kunststoff tragen. Die Vorderteile der Sitzteile
54,55,56,57,58,59 bilden wie in Fig. 2 erkennbar eine vertikale Ebene und ergeben
damit in der Stapellage eine geschlossene Vorderfront.
[0014] Figur 3 läßt den Überdeckungsbereich der vertikalen Schenkel 42,43,44,45,46,47 der
Trägerteile für die Sitzelemente erkennen. Außerdem ist ein treppenartiger Aufgangsbereich
D der Tribüne dargestellt.
[0015] Zur Versteifung des Tribünenaufbaus sind zwischen den vertikalen Stützen 15,16,17,18
der höheren Tribünenstufen 3,4,5,6 lastaufnehmende, vorteilhaft im Dreieckverbund
angeordnete Diagonalstreben 60,61,62,63 vorgesehen (vgl.Fig. 4).
1. Auf Bodenauflageteilen horizontal verschiebbare Teleskoptribüne bei der Sitzelemente
an Trägerteilen im vorderen Bereich der Tribünenstufen (1-6) derart angeordnet sind,
daß sich bei in die Gebrauchslage ausgefahrener Tribüne die Sitzhöhe aus dem Abstand
zwischen Sitzfläche und der jeweils nächstunteren Tribünenstufe ergibt, wobei die
einzelnen Tribünenstufen (1-6) rückseitig an vertikalen Stützen (13-18) befestigt
sind und bei der die Tribünenstufen (1-6) in der Stapellage parallel und bündig übereinander
liegen, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzelemente an den Tribünenstufen (1-6) derart starr befestigt sind, daß
die Schenkel (42-47) ihrer Trägerteile in der Stapellage einen Überdeckungsbereich
bilden und die Vorderteile der in Längsrichtung bündigen Sitzteile (54-59) in einer
vertikalen Ebene liegen.
2. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bereich der Tribünenstufen (1-6) von Sitzelementen derart ausgespart ist,
daß ein treppenartiger Aufgangsbereich (D) entsteht.
3. Teleskoptribüne nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der treppenartige Aufgangsbereich (D) in der Stapellage durch eine Abdeckplatte
fluchtend mit den Vorderteilen der Sitzelemente abdeckbar ist.
4. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stufensteigung zwischen aufeinanderfolgenden Tribünenstufen unterhalb von
250 mm liegt.
5. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragearme (19-24) der Tribünenstufen (1-6) an den vertikalen Stützen (13-18)
einseitig auskragend befestigt sind und daß an der Vorderseite der Tribünenstufen
Auflageteile (32-36) vorgesehen sind, welche in der Gebrauchslage auf entsprechenden
Stützteilen (37-41) der jeweils nächstunteren Tribünenstufe aufliegen.
6. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenauflageteile (7-12) bodenverfahrbar ausgebildet sind.
7. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitzhöhe im Bereich zwischen 350 und 550 mm liegt.
8. Teleskoptribüne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den paarweise angeordneten vertikalen Stützen (15,16,17,18) lastaufnehmende
Diagonalstreben (60,61,62,63) vorgesehen sind.