[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Mischer gemäß den im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Mischer dienen zur Vermengung verschiedener Komponenten eines Mischgutes, wobei je
nach Einsatzzweck Ringtrogzwangsmischer, Tellermischer, Rührwerksmischer und dergleichen
unterschieden werden. So müssen beispielsweise zur Betonherstellung Wasser, Zement,
Kies, Sand sowie ggfs. geeignete Zuschlagsstoffe oder Bindemittel möglichst gleichmäßig
miteinander vermengt werden. Ferner sind in der Keramikindustrie, in der Lebensmittelsindustrie,
in der Kunststoffindustrie usw. die unterschiedlichsten Komponenten mittels den Mischern
zu verarbeiten, wobei entsprechend dem jeweiligen Mischgut recht unterschiedliche
Anforderungen hinsichtlich der Drehzahl des Mischwerksrotors gefordert werden. Aus
der DE 31 14 477 C1 ist beispielshaft ein Ringtrogzwangsmischer bekannt, dessen Mischwerksrotor
mittels eines Antriebsmotors über ein Getriebe antreibbar ist. Um eine gute Durchmischung
des Mischgutes zu ermöglichen, wird wenigstens ein Mischwerk des Mischwerksrotors
zusätzlich zur Rotordrehung um seine Achse gedreht, und zwar durch Zwischenschaltung
eines Zahnkranzes, welcher im Bereich der Unterseite des Mischwerksrotors in einem
dort vorgesehenen Zwischenraum angeordnet ist. Entsprechend der Getriebeübersetzung
besteht ein festes Drehzahlverhältnis zwischen Antriebsmotor und Mischwerksrotor und/oder
Mischwerkzeug. Entsprechendes gilt beispielsweise auch bei Tellermischern, deren Mischwerkzeuge
im Mischtrog exzentrisch angeordnet sind. In der Ausführung kann der Mischtrog stationär
oder drehbar angeordnet sein. Eine Anpassung der Drehzahl des Mischwerksrotors oder
des Mischwerkzeuges an das jeweilige Mischgut ist nicht ohne weiteres möglich und
bei der Auslegung eines solchen Mischers muß ein Kompromiß hinsichtlich der unterschiedlichen
Drehzahlen eingegangen werden, wobei ein optimaler Betrieb und optimale Ergebnisse
letztendlich nur für einen kleinen Teil der unterschiedlichsten Mischgüter erzielt
werden können. Da das genannte Getriebe bzw. der Zahnkranz im Mischer selbst angeordnet
sind, ist ein erheblicher Aufwand für ein Austausch oder eine Änderung des Übersetzungsverhältnisses
erforderlich, und auch der Einsatz von Schaltgetrieben ist im Hinblick auf das begrenzte
Raumangebot nicht ohne weiteres möglich.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Mischer der eingangs genannten
Art dahingehend weiterzubilden, daß die Anpassung an die jeweiligen Einsatzbedingungen
problemlos und ohne aufwendige Konstruktionsänderungen und Umbaumaßnahmen möglich
ist. Der Mischer soll einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen und eine optimale
Durchmischung des Mischgutes bei reduzierter Mischzeit gewährleisten. Der Mischer
soll eine hohe Funktionssicherheit aufweisen, den hohen betrieblichen Anforderungen
genügen und eine einfache Handhabung und Bedienung ermöglichen.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt nach den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 angegebenen Merkmalen.
[0005] Der vorgeschlagene Mischer zeichnet sich durch eine praxisgerechte und funktionssichere
Konstruktion aus und ermöglicht unmittelbar die Veränderung und Regelung der Drehzahl
des Antriebsmotors. Ferner können nicht nur der Haupt-Antriebsmotor, sondern auch
Nebenantriebe, insbesondere für ein Mischwerkzeug oder einen Beschickungsaufzug, eine
entsprechende Drehzahlregelung enthalten. Ohne in die Mechanik des Mischers Eingriff
zu nehmen, wird durch Vorgabe und/oder Regelung der Frequenz der den Antriebsmotor
speisenden Spannung die Drehzahl definiert vorgegeben, wodurch zuverlässig der Mischwerksrotor
und/oder das Mischwerkzeug mit der für das jeweilige Mischgut optimalen Drehzahl gefahren
werden können. Der zum Einsatz gelangende Umrichter ermöglicht in zweckmäßiger Weise
die Einstellung des Verlaufes des Anlaufstroms, wodurch eine Anpassung an den, insbesondere
als Drehstrommotor ausgebildeten, Antriebsmotor erreicht wird. Der maximale Anlaufstrom
ist auf einen vorgegebenen Wert einstellbar, wodurch nicht nur die Lebensdauer des
Antriebsmotors, sondern auch der nachgeschalteten Mechanikbauteile, wie Kupplung oder
Getriebe, günstig beeinflußt werden. Der Umrichter ist derart ausgelegt, daß die Anlaufszeit
des Antriebsmotors unter Berücksichtigung des jeweiligen Mischgutes einstellbar ist.
Schließlich wird in zweckmäßiger Weise die Beschleunigungsrampe des Drehzahlverlaufs
möglichst linearisiert. Durch diese Maßnahmen werden mechanische Stöße und Überbeanspruchungen
in besonders zweckmäßiger Weise auf ein Minumum reduziert, was sich besonders positiv
für die Betriebsdauer sowie Wartungsintervalle und letztendlich für die Verfügbarkeit
des Mischers auswirkt. Der Umrichter ermöglichst in zweckmäßiger Weise die Stromregelung
für den Antriebsmotor. Schließlich ist der Umrichter für eine Gleichstromspeisung
des Antriebsmotors bei Beendigung des Mischvorganges ausgebildet, wodruch Auslaufzeiten
und/oder Sicherheitszeiten zum Entleeren des Mischtroges nicht unwesentlich verkürzt
werden.
[0006] Weiterbildungen und besondere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben und in der Zeichnung dargestellt.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines besonderen in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert, ohne daß insoweit eine Einschränkung erfolgt.
Es zeigen:
- Fig.1
- eine Prinzipdarstellung des Mischers,
- Fig. 2
- eine Aufsicht von oben.
[0008] Fig. 1 zeigt einen Mischer, und zwar einen Tellermischer, dessen Antriebsmotor 2
unterhalb eines Mischtrogs 4 angeordnet ist. Der Antriebsmotor 2 ist über eine Gelenkwelle
6 mit einem Getriebe 8 gekoppelt, welches im Zentrum des Mischtroges in einem vom
ringförmigen Mischraum 10 getrennten Raum 12 angeordnet ist. Über dem Raum 12 ist
ein Mischwerksrotor 14 um eine vertikale Hochachse 16 drehbar angeordnet. Die Drehzahl
des Mischwerksrotors 14 um die Hochachse 16 ist unter Berücksichtigung des Untersetzungsverhältnisses
des Getriebes 12 unmittelbar abhängig von der Drehzahl der Antriebswelle 18 des Antriebsmotors
2.
[0009] Auf dem Mischwerksrotor 14 sind mehrere Mischwerkszeuge angeordnet, welche in den
oben mittels eines Deckels 20 abgeschlossenen Mischraum 10 hineinragen. Ein hier rechts
dargestelltes erstes Mischwerkzeug 22 ist mit dem Mischwerksrotor 14 im wesentlichen
fest verbunden, wobei mittels Federn 24 eine gewisse vertikale Bewegbarkeit gegeben
ist. Das in der Zeichnung links dargestellte andere Mischwerkzeug 24 ist um eine vertikale
Achse 26 drehbar im Mischwerksrotor 14 angeordnet. Die Einleitung der Drehbewegung
des Mischwerkzeugs 24 um die Achse 26 erfolgt über eine Gelenkwelle 28 und ein Differentialgetriebe
30 mittels eines weiteren Antriebsmotors 32, welcher oben auf dem Deckel 20 angeordnet
ist.
[0010] Ferner ist dem Mischer ein Beschickungsaufzug 34 zugeordnet, welcher entlang schrägstehenden
Führungsschienen 36 verfahrbar ist, wozu oben ein weiterer elektrischer Antriebsmotor
38 vorgesehen ist.
[0011] Der elektrische Antriebsmotor 2 ist als Drehstrommotor ausgebildet und über eine
elektrische Leitung 40 an einen Umrichter 42 angeschlossen. Der Eingang 44 des Umrichters
42 ist an das elektrische Netz angeschlossen und wird mit der konstanten Netzfrequenz
von insbesondere 50Hz, ggfs. mit der im Ausland üblichen festen Frequenz von 60Hz
eingespeist. Der Umrichter 42 enthält eine Elektronik, welche am Ausgang 46 eine Spannung
mit vorgebbarer Frequenz liefert. Mittels des Umrichters 44 ist somit die Drehzahl
des Antriebsmotors 2 und des Mischwerksrotors 14 regelbar. Der Umrichter 42 ist ferner
derart ausgelegt, daß unter Berücksichtigung der am Mischwerksrotor angreifenden Last
die Anlaufzeit vorgebbar ist, wobei in besonders zweckmäßiger Weise eine weitgehend
lineare Beschleunigung erfolgt. Desweiteren ist der Umrichter 42 derart ausgelegt,
daß der maximale Anlaufstrom des Antriebsmotors 2 auf einen vorgebbaren Wert einstellbar
ist. Dieser Wert ist um einen vorgebbaren Faktor größer als der Nennstrom des Antriebsmotors.
Dieser Faktor liegt zweckmäßig im Bereich zwischen 4 und 7, wobei sich ein Faktor
zwischen 5 und 6 als besonders zweckmäßig erwiesen hat. Durch diese besondere Auslegung
ist ein funktionssicherer Betrieb auch für die unteren Drehzahlbereiche gewährleistet,
welche bei Mischern von besonderer Bedeutung sind. Durch die vorgeschlagene Drehzahlregelung
wird selbst bei niederen Frequenzen bzw. Drehzahlen vom Antriebsmotor ein starkes
Drehmoment geliefert, wodurch Betriebsstörungen zuverlässig vermieden werden. Besondere
Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die mit dem Umrichter realisierte Stromregelung.
Schließlich ist der erfindungsgemäß zum Einsatz gelangende Umrichter auch für eine
Gleichstromspeisung des Antriebsmotors zu dessen Abbremsung vorgesehen. Hierdurch
wird in zweckmäßiger Weise nach der Beendigung des Mischvorganges eine Verkürzung
der Auslaufzeit erzielt. Besondere Wartezeiten vor dem Beginn der Entleerung des Mischtroges
müssen daher nicht eingehalten werden, sondern werden auf ein Minimum reduziert. Insgesamt
wird durch die Vorschaltung des erfindungsgemäß ausgelegten Umrichters den Erfordernissen
der Praxis entsprochen, wobei mechanische Stöße und Überbeanspruchungen bei Lastwechseln
vermieden werden und optimale Mischbedingungen vorgegeben werden.
[0012] Im Rahmen der Erfindung ist ferner der zweite Antriebsmotor 32, über welchen die
Drehung des Mischwerkzeuges 24 erfolgt, an den Umrichter 42 über eine Leitung 48 angeschließen.
Gleiches gilt für den weiteren Antriebsmotor 38 des Beschickungsaufzuges 34, und zwar
ist hierfür die elektrische Leitung 50 vorgesehen. Damit entsprechend dem jeweiligen
Betriebszustand der erforderliche Antriebsmotor mit dem Umrichter 42 gekoppelt ist
bzw. von diesem getrennt ist, ist eine Schalteinheit 52 zwischen dem Umrichter 42
und den einzelnen Antriebsmotoren 2, 32, 38 geschaltet. Diese Schalteinheit 52 weist
ferner einen Eingang 54 auf, welcher ebenso wie der Eingang 44 des Umrichters 42 direkt
mit dem Netz gekoppelt ist. Diese Schalteinheit 52 ist in zweckmäßiger Weise derart
einstellbar, daß entsprechend den jeweiligen Anforderungen die einzelnen Motoren wahlweise
an den Umrichter 42 oder direkt mit dem Netz gekoppelt sind. So lassen sich problemlos
bestimmte Drehzahlverhältnisse zwischen dem Mischwerksrotor 14 einerseits und dem
anderen Mischwerkzeug 34 definiert vorgeben. Zum Beschicken des Mischers wird zweckmäßig
der weitere Antriebsmotor 38 über die Schalteinheit 52 an den Umrichter 42 angeschlossen,
um insbesondere unzulässig hohe Anfahrstromspitzen zu vermeiden. Ein zusätzlicher
Schaltungsaufwand entfällt insoweit, da der grundsätzlich für den Antriebsmotor 2
des Mischwerksrotors 14 bereitgestellte Umrichter 42 für diese zusätzliche Funktion
genutzt wird.
[0013] Fig. 2 zeigt eine Aufsicht von oben, wobei der Einfachheit halber die elektrischen
Leitungen samt Umrichter nicht dargestellt sind. Die drei Antriebsmotoren 2, 32 und
38 sind hier ebenso zu erkennen, wie der Deckel 20 und der seitlich des Mischtroges
4 angeordnete Beschickungsaufzug 34. Der weitere Antriebsmotor 38 ist mit einer Seiltrommel
56 gekoppelt, über deren Seil 58 der Beschickungsaufzug 34 auf- und abfahrbar ist.
Bezugszeichen
[0014]
- 2
- Antriebsmotor
- 4
- Mischtrog
- 6
- Gelenkwelle
- 8
- Getriebe
- 10
- Mischraum
- 12
- Raum im Zentrum von 4
- 14
- Mischwerksrotor
- 16
- Hochachse
- 18
- Antriebswelle
- 20
- Deckel
- 22, 24
- Mischwerkzeug
- 26
- vertikale Achse von 24
- 28
- Gelenkwelle
- 30
- Differentialgetriebe
- 32
- zweiter Antriebsmotor
- 34
- Beschickungsaufzug
- 36
- Führungsschiene
- 38
- weiterer Antriebsmotor
- 40
- elektrische Leitung
- 42
- Umrichter
- 44
- Eingang
- 46
- Ausgang
- 48, 50
- Leitung
- 52
- Schalteinheit
- 54
- Eingang von 52
- 56
- Seiltrommel
- 58
- Seil
1. Mischer mit einem Mischtrog (4), mit einem mittels eines Antriebsmotors (2) drehbaren
Mischwerksrotor (14) sowie mit wenigstens einem auf dem Mischwerksrotor (14) angeordneten
und in den Mischtrog (4) hineinragenden Mischwerkzeug (24), dadurch gekennzeichnet,
daß dem Antriebsmotor (2) ein Umrichter (42) vorgeschaltet ist, entsprechend dessen
Ausgangsfrequenz die Drehzahl des Antriebsmotors (32) insbesondere geregelt vorgebbar
ist.
2. Mischer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Umrichter (42) wahlweise
und/oder gemeinsam der Antriebsmotor (2) des Mischwerksrotors (14) sowie wenigstens
einer der Nebenantriebe, und zwar insbesondere ein Antriebsmotor (32) für ein drehbares
Mischwerkzeug (24) bzw. ein weiterer Motor (38) für einen Beschickungsaufzug (34),
über eine Schalteinheit (52) anschließbar sind.
3. Mischer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Umrichter (42) und
bevorzugt die den Antriebsmotoren (2, 32, 38) vorgeschaltete Schalteinheit (52) separat
vom Mischer in einem Schaltschrank oder dergleichen angeordnet sind und über elektrische
Leitungen (40, 48, 50) mit den Antriebsmotoren (2, 32, 38) elektrisch verbunden sind.
4. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Umrichter
(42) eine Stromregelung und/oder eine Strombegrenzung enthält, welche den Anlaufstrom
auf einen Wert begrenzt, welcher um einen vorgegebenen Faktor größer als der Nennstrom
ist, wobei dieser Faktor insbesondere zwischen 4 bis 7 und bevorzugt zwischen 5 bis
6 groß ist.
5. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Umrichter
(42) zum Abbremsen wenigstens eines der genannten Antriebsmotore (2, 32, 38) für eine
Gleichstromspeisung derselben ausgerüstet ist.
6. Mischer, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
über dem Mischwerksrotor (14), bevorzugt auf einem den Mischwerksrotor umgebenden
Deckel (20), der Antriebsmotor (32) des Mischwerkzeuges (24) angeordnet ist.
7. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Mischwerksrotor
(14) ein Differentialgetriebe (30) angeordnet ist, welches dem Mischwerkzeug (24)
vorgeschaltet ist.
8. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Differentialgetriebe
(30), insbesondere über eine Gelenkwelle (28), an den Antriebsmotor (32) des drehbaren
Mischwerkzeugs (24) und/oder an das Getriebe (8) und/oder den Antriebsmotor (2) des
Mischtrogs (4) gekoppelt ist.
9. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschickungsaufzug
(34) und/oder dessen Führungsschiene (36) unmittelbar neben dem Mischtrog (4) angeordnet
ist.
10. Mischer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer
der verschiedenen Antriebsmotoren (2, 32, 38) bei vorgegebener Frequenz des Umrichters
(42) und/oder bei der Netzfrequenz mittels der Schalteinheit wahlweise mit dem Ausgang
des Umrichters (42) oder mit dem elektrischen Netz verbindbar ist.