[0001] Die Erfindung betrifft einen Infrarot-Fernbedienungsgeber mit den im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Neuere Fernbedienungsgeber weisen eine Vielzahl von Bedieneinrichtungen, z.B. Tasten
und Drehgeber, auf, mittels derer die unterschiedlichen Funktionen eines oder mehrerer
Geräte der Unterhaltungselektronik ausgelöst werden können. Durch die Vielzahl von
Bedieneinrichtungen wird jedoch der Bedienvorgang insgesamt unübersichtlich. Dies
führt beispielsweise dazu, daß insbesondere ältere Menschen in bezug auf die Bedienung
der Geräte überfordert sind und bei eventuellen Eingabefehlern nicht mehr in der Lage
sind, den ursprünglichen Gerätezustand wieder herzustellen. Außerdem ergeben sich
ganz allgemein Unannehmlichkeiten bei der Handhabung der Fernbedienungsgeber, da -
bedingt durch die Vielzahl der Bedieneinrichtungen - die Fernbedienungsgeber immer
größer werden.
[0003] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster G 90 03 169.5 ist ein zuammensteckbarer Fernbedienungsgeber
bekannt. Wird dieser im zusammengesteckten Zustand betrieben, so können sämtliche
Bedienfunktionen eines oder mehrere Geräte der Unterhaltungselektronik ausgelöst werden.
Sind die zusammensteckbaren Einheiten jedoch voneinander getrennt, so kann nur ein
kleiner Teil der Bedienfunktionen ausgelöst werden.
[0004] Als nachteilig kann bei dem bekannten zusammensteckbaren Fernbedienungsgeber angesehen
werden, daß sich die endgültige Form des Fernbedienungsgebers erst ergibt, wenn die
beiden Einheiten zusammengesteckt sind. Daraus ergibt sich das Problem, daß der zusammensteckbare
Fernbedienungsgeber nicht in einer dem Benutzer bekannten Art gestaltet werden kann.
Ein weiteres Problem ist die mechanische Anfälligkeit eines derartig zusammengesteckten
Fernbedienungsgebers.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Infrarot-Fernbedienungsgeber anzugeben,
bei dem die beschriebenen Nachteile des Standes der Technik vermieden werden.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Infrarot-Fernbedienungsgeber mit den im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Die Vorteile der Erfindung bestehen insbesondere darin, daß der beanspruchte Fernbedienungsgeber
einen vereinfachten Bedienvorgang ermöglicht und im zusammengesetzten Zustand in einer
dem Benutzer bekannten Art gestaltet ist. Darüber hinaus ist durch das formschlüssige
Einfügen der ersten Bedieneinheit in die zweite eine größere mechanische Stabilität
gegeben.
[0008] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Erläuterung der Ausführungsbeispiele
anhand der Figuren.
[0009] Es zeigen:
Figuren 1 bis 4 ein Ausführungsbeispiel, bei dem beide Bedieneinheiten als vollständige
Infrarot-Fernbedienungsgeber ausgebildet sind, sowie
Figuren 5 bis 8 ein Ausführungsbeispiel, bei dem nur eine Bedieneinheit als ein vollständiger
Infrarot-Fernbedienungsgeber ausgebildet ist.
[0010] In Figur 1 ist die Draufsicht eines erfindungsgemäßen ersten Ausführungsbeispiels
eines Infrarot-Fernbedienungsgebers dargestellt, sowie in Figur 2 seine Seitenansicht.
Der Infrarot-Fernbedienungsgeber besteht aus einer ersten Bedieneinheit 5 und einer
zweiten Bedieneinheit 1, wobei die erste Bedieneinheit 5 in die zweite Bedieneinheit
1 formschlüssig eingefügt ist. Dies kann beispielsweise durch Einschieben der ersten
Bedieneinheit 5 in eine in der zweiten Bedieneinheit 1 vorgesehene Aussparung erfolgen,
wobei die Aussparung an die Konturen der ersten Bedieneinheit 5 angepaßt ist. Beide
Bedieneinheiten 1 und 5 sind als vollständige und unabhängige Infrarot-Fernbedienungsgeber
ausgebildet. Die Bedieneinheiten 1 und 5 weisen als Bedieneinrichtungen Tastenblöcke
3, 4 und 9 auf, die Bedieneinheit 1 außerdem noch eine Anzeigeeinrichtung. Der Tastenblock
4 der ersten Bedieneinheit 5 und der Tastenblock 9 der zweiten Bedieneinheit 1 ermöglichen
das Auslösen bestimmter Grundfunktionen des zu steuernden Geräts. Bei einem Videorekorder
können diese Grundfunktionen beispielsweise durch Wiedergabe, Aufnahme, schnelles
Vor- und Rückspulen, Bildsuchlauf, Pause und Aus gebildet werden. In der Figur 2 sind
außerdem ein Infrarot-Sender 7 der ersten Bedieneinheit 5 und ein Infrarot-Sender
8 der zweiten Bedieneinheit 9 zu erkennen. Auf die Darstellung weiterer Einzelheiten
wie des Batteriefachs oder der Auswerteschaltung wurde verzichtet. Sind die beiden
Bedieneinheiten 1 und 5 zusammengefügt, so erfolgt das Auslösen der Gerätefunktionen
des zu steuernden Geräts über die Bedieneinrichtungen 3 und 9 sowie über den Infrarot-Sender
8 der zweiten Bedieneinheit 1.
[0011] Werden, wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, die beiden Bedieneinheiten getrennt,
so stehen zwei vollständig unabhängige Infrarot-Fernbedienungsgeber zur Verfügung.
Dies hat den Vorteil, daß das Auslösen von Gerätefunktionen von zwei Bedienpersonen
vorgenommen werden kann. Außerdem ist die Möglichkeit einer Fernbedienung auch für
den Fall gewährleistet, daß eine der beiden Bedieneinheiten 1 bzw. 5 defekt oder nicht
auffindbar ist.
[0012] In Figur 5 ist die Draufsicht eines erfindungsgemäßen zweiten Ausführungsbeispiels
eines Infrarot-Fernbedienungsgebers dargestellt. Dieser besteht aus einer ersten Bedieneinheit
5 und einer zweiten Bedieneinheit 1, wobei die erste Bedieneinheit 5 in die zweite
Bedieneinheit 1 formschlüssig eingefügt ist. Die Bedieneinheiten 1 und 5 weisen als
Bedieneinrichtungen Tastenblöcke 3 und 4 auf, die Bedieneinheit 1 außerdem noch eine
Anzeigeeinrichtung. Der Tastenblock 4 der ersten Bedieneinheit 5 ermöglicht das Auslösen
bestimmter Grundfunktionen des zu steuernden Geräts. In der Seitenansicht des Infrarot-Fernbedienungsgebers
in Figur 6 ist außerdem ein Infrarot-Sender 7 der ersten Bedieneinheit 5 zu erkennen
sowie ein Lichtleiter 6 zur Auskopplung der Infrarot-Signale aus der zweiten Bedieneinheit
1. Auf die Darstellung weiterer Einzeilheiten wie des Batteriefachs, der Auswerteschaltung
oder der Kontaktierung zwischen erster und zweiter Bedieneinheit wurde verzichtet.
Wird der Infrarot-Fernbedienungsgeber im zusammengefügten Zustand benutzt, sind alle
Gerätefunktionen auslösbar. Die Gerätegrundfunktionen über den Tastenblock 4 der ersten
Bedieneinheit 5 und die zusätzlichen Gerätefunktionen über den Tastenblock 3 der zweiten
Bedieneinheit 1. Werden Gerätefunktionen über den Tastenblock 3 ausgelöst, so werden
die entsprechenden Signale über die Kontaktierung zwischen der zweiten und der ersten
Bedieneinheit zur Auswerteschaltung in der ersten Bedieneinheit 5 übertragen. Die
Auswerteschaltung steuert den Infrarot-Sender 7 an, dessen Signale mittels des Lichtleiters
6 aus dem Infrarot-Fernbedienungsgeber ausgekoppelt und zum zu steuernden Gerät übertragen
werden. Ist bei zusammengefügten Bedieneinheiten die erste Bedieneinheit 5 so in der
zweiten Bedieneinheit 1 angeordnet, daß der Infrarot-Sender 7 seine Signale direkt
an das zu steuerende Gerät abstrahlen kann, so kann auf den Lichtleiter 6 verzichtet
werden.
[0013] In den Figuren 7 und 8 ist der oben beschriebene Infrarot-Fernbedienungsgeber für
den Fall dargestellt, daß die erste Bedieneinheit 5 aus der zweiten Bedieneinheit
1 entnommen ist. Nunmehr sind nur die Gerätegrundfunktionen über den Tastenblock 4
der ersten Bedieneinheit 5 auslösbar. Der Vorteil eines derartig ausgestalteten Infrarot-Fernbedienungsgebers
ist insbesondere darin zu sehen, daß nur ein sehr geringer Realisierungsaufwand nötig
ist, da die Hauptbestandteile des Infrarot-Fernbedienungsgebers wie Auswerteschaltung,
Infrarot-Sender und Batterie nur einmal vorhanden sind.
[0014] Neben den beiden erläuterten Ausführungsbeispielen ist eine Vielzahl von Änderungen
und Kombinationen möglich, die sich ohne weiteres aus dem Beschriebenen ableiten lassen.
Beispielsweise kann die Anzeigeeinrichtung in der zweiten Bedieneinheit auch für die
Anzeige von Betriebsdaten des zu steuernden Geräts vorgesehen sein, wozu entweder
in der ersten oder zweiten Bedieneinheit ein Infrarot-Empfänger vorhanden ist, der
die Signale eines Infrarot-Senders im zu steuernden Gerät empfängt. Weiterhin können
neben Tastenblöcken andere Bedieneinrichtungen, z.B. Drehgeber, verwendet werden,
oder der Lichtleiter kann durch ein Spiegelsystem ersetzt werden.
1. Infrarot-Fernbedienungsgeber, bestehend aus einer ersten Bedieneinheit für das Auslösen
von Gerätegrundfunktionen und einer zweiten Bedieneinheit für das Auslösen aller Gerätefunktionen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Bedieneinheit formschlüssig und ohne Veränderung der Abmessungen der
zweiten Bedieneinheit in diese eingefügt werden kann.
2. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß sowohl die erste als auch die zweite Bedieneinheit selbständig funktionsfähige
Infrarot-Fernbedienungsgeber sind, die jeweils ein Batteriefach, eine Auswerteschaltung,
einen Infrarot-Sender und Bedieneinrichtungen aufweisen.
3. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Bedieneinheit ein selbständig funktionsfähiger Infrarot-Fernbedienungsgeber
ist, welcher ein Batteriefach, eine Auswerteschaltung, einen Infrarot-Sender und Bedieneinrichtungen
aufweist,
daß die zweite Bedieneinheit Bedieneinrichtungen aufweist, und
daß bei eingefügter erster Bedieneinheit die Bedieneinheiten zur Signalübertragung
elektrisch leitend miteinander verbunden sind.
4. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der zweiten Bedieneinheit ein Lichtleiter oder ein Spiegelsystem vorgesehen
ist, das bei eingefügter erster Bedieneinheit die Auskopplung der vom Infrarot-Sender
der ersten Bedieneinheit stammenden Infrarot-Signale aus der zweiten Bedieneinheit
ermöglicht.
5. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß nur die erste Bedieneinheit Bedieneinrichtungen für die Gerätegrundfunktionen
aufweist.
6. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bedieneinrichtungen der Bedieneinheiten Tastenblöcke und/oder Drehgeber sind.
7. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Bedieneinheit eine Anzeigevorrichtung aufweist.
8. Infrarot-Fernbedienungsgeber nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anzeigevorrichtung der zweiten Bedieneinheit Betriebszustände und Daten des
Infrarot-Fernbedienungsgebers und des zu steuernden Geräts anzeigt, wobei die Daten
des zu steuernden Geräts von einem Infrarot-Sender im zu steuernden Gerät abgestrahlt
und von einem Infrarot-Empfänger in der ersten oder zweiten Bedieneinheit empfangen
werden.