(19)
(11) EP 0 566 978 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
28.06.1995  Patentblatt  1995/26

(21) Anmeldenummer: 93106091.7

(22) Anmeldetag:  15.04.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6C22C 9/00, E03B 7/00, E03F 3/00, E03B 3/00

(54)

Verwendung einer Kupfer-Aluminium-Zink-Legierung als korrosionsbeständiger Werkstoff

Use of a copper-aluminium-zinc alloy as corrosion resistant material

Utilisation d'un alliage de cuivre-aluminium-zinc comme matériau résistant à la corrosion


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE DK ES FR IT NL SE

(30) Priorität: 24.04.1992 DE 4213487

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.10.1993  Patentblatt  1993/43

(73) Patentinhaber: WIELAND-WERKE AG
89079 Ulm (DE)

(72) Erfinder:
  • Dürrschnabel, Wolfgang, Dr.
    W-7919 Bellenberg (DE)
  • Breu, Monika, Dr.
    W-7900 Ulm (DE)
  • Müller, Gert, Dr.
    W-7910 Neu-Ulm 4 (DE)
  • Tai, Phan tan, Dr.
    W-3000 Hannover 1 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
  • Week 9006, Derwent Publications Ltd., London, GB; AN 90-040228
  • Week 8648, Derwent Publications Ltd., London, GB; AN 86-314306
  • Week 8731, Derwent Publications Ltd., London, GB; AN 87-215916
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung einer Kupfer-Aluminium-Zink-Legierung als korrosionsbeständiger Werkstoff für Rohre in der Installations- und Sanitärtechnik und auf dem Trinkwassersektor.

[0002] Werkstoffe, die für den obigen Verwendungszweck eingesetzt werden, müssen vielfachen Anforderungen hinsichtlich ihrer Korrosionsbeständigkeit genügen. Die Mehrzahl der Schadensfälle wird durch gleichmäßige Flächenkorrosion oder Lochfraß ausgelöst. Durch unsachgemäße Montage kann es außerdem zu Korrosionsangriffen im Bereich von Lötstellen und Verbindungen kommen.

[0003] Rohre für den genannten Einsatzzweck werden verbreitet aus sauerstofffreiem Kupfer (SF-Cu) hergestellt. Durch spezielle Herstellungsverfahren kann auf der Rohrinnenfläche eine oxidische Schutzschicht erzeugt werden. Eine Alternative ist ein legierter Werkstoff, bei dem sich unter Einsatzbedingungen von selbst eine oxidische, schützende Deckschicht bildet.

[0004] Für den genannten Einsatzweck ist weiterhin beispielsweise eine Cu-Mg-Al/Si-Legierung (DE-PS 3.043.833) vorgeschlagen worden, welche jedoch die gestellten Anforderungen auch nur teilweise erfüllen konnte.

[0005] Aus JP-A-1 316 431 und JP-A-61 231 131 ist die Verwendung von Cu-Al-Zn-Sn-Legierungen als Werkstoff für korrosionsbeständige Rohre für Trinkwasser bekannt.

[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen korrosionsbeständigen Werkstoff anzugeben, für den keine Lochfraßgefähr besteht und bei dem die Kupfer-Löslichkeit und der Massenabtrag herabgesetzt werden.

[0007] Die Aufgabe wird erfindunsgemäß durch die Verwendung einer Kupfer-Aluminium-Zink-Legierung gelöst, die aus 0,1 - 1,0 % Aluminium; 0,1 - 1,0 % Zink; Silizium, Magnesium, Eisen und Niob als Wahl Komponenten in einer Summe bis maximal 1,5 %; Rest Kupfer und üblichen Verunreinigungen besteht (die Prozentangaben beziehen sich dabei auf das Gewicht).

[0008] Die Zusammensetzung einer Kupferlegierung der genannten Art ist zwar beispielsweise aus der GB-PS 1.152.481 bekannt, dort findet sich jedoch kein Hinweis auf den beanspruchten Verwendungszweck.

[0009] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird eine Kupferlegierung mit 0,1 - 0,5 % Aluminium und 0,1 - 0,5 % Zink verwendet. Weiterhin empfiehlt es sich, eine Kupferlegierung zu verwenden, die zusätzlich ein oder mehrere der Elemente Silizium, Magnesium, Eisen,, Niob bis zu einem Maximalgehalt von insgesamt 1,5 % enthält. Vorzugsweise werden Kupferlegierungen mit den Zusammensetzungen nach den Ansprüchen 4 bis 9 verwendet.

[0010] Weiterhin ist es vorteilhaft, der Legierung maximal 0,04 % Phosphor zuzusetzen. Phosphor verbessert dabei die Gießbarkeit und wirkt als Desoxidationsmittel.

[0011] Die Erfindung wird anhand der folgenden Ausführungsbeispiele näher erläutert:

[0012] Es wurden Rohre der Abmessung 18 x 1 mm aus SF-Cu und einer erfindungsgemäßen Legierung mit der Zusammensetzung gemäß der folgenden Tabelle hergestellt:
Werkstoff  
SF-Cu weich, 50 - 70 HB
hart, 100 - 120 HB
CuAl0.3Zn0.3 weich, 50 - 70 HB
hart, 100 - 120 HB


[0013] Zur Beurteilung des Korrosionsverhaltens wurden an den Rohrmustern Stromdichte-Potential-Kurven (Fig.1) und der elektrochemische Polarisationswiderstand (Rp) bzw. Polarisationsleitwert (Rp⁻¹) gemäß Fig. 2a - 2c gemessen sowie der Massenabtrag (Fig.3) ermittelt.

[0014] Es zeigen im einzelnen:
Fig.1:
die Stromdichte-Potential-Kurve der Legierung CuAl0.3Zn0.3 im Vergleich zu SF-Cu. Bezugselektrode: gesättigte Kalomelelektrode;
Fig.2a bis 2c:
den Polarisationsleitwert Rp⁻¹ als Funktion der Versuchsdauer.

(a) SF-Cu, Zustand weich, 50-70 HB bzw. hart, 100-120 HB

(b) CuAl0.3Zn0.3, Zustand weich, 50-70 HB

(c) CuAl0.3Zn0,3, Zustand hart, 100-120 HB;

Fig.3:
den auf die Fläche bezogenen Gewichtsverlust nach einer Zeit von 1000 h.


[0015] In Fig.1 sind die Stromdichte-Potential-Kurven der Legierung CuAl0.3Zn0.3 und SF-Cu im Vergleich dargestellt. Es ist zu erkennen, daß die zulegierten Elemente den Bereich der Korrosionsbeständigkeit deutlich erweitern. Die Passivstromdichte ist gegenüber SF-Cu verringert, was für die bessere Deckschichtqualität spricht. Die Durchbruchpotentiale sind zu positiveren Potentialen hin verschoben.

[0016] Der Polaristationswiderstand Rp bzw. der Kehrwert, der Polaristationsleitwert Rp⁻¹, ist ein Maß für die Korrossionsgeschwindigkeit. Je geringer der Polarisationsleitwert, desto größer ist die Beständigkeit gegen gleichmäßige Korrosion. Die Figuren 2a bis c vergleichen den Polarisationsleitwert des Werkstoffes CuAl0.3Zn0.3 in verschiedenen Zuständen (weich/hart) mit demjenigen von SF-Cu. Unlegiertes Cu zeigt nicht nur ein schlechteres Verhalten, sondern auch eine beträchtliche Streuung.

[0017] Der Massenverlust ist gegenüber SF-Cu entsprechend Fig. 3 erheblich reduziert.

[0018] In allen Fällen Zeigt die erfindungsgemäße Kupfer-Aluminium-Zink-Legierung ein deutlich besseres Verhalten als SF-Cu. Es wird nicht nur die Deckschichtqualität verbessert, sondern auch die Bildungsgeschwindigkeit beeinflußt und vor allem der Potentialbereich der Korrosionsbeständigkeit ausgedehnt. Durch diese Ausbildung der Passivschicht wird die Cu-Löslichkeit deutlich herabgesetzt.

[0019] Es ist weiterhin als entscheidender Vorteil anzusehen, daß durch die Kombination der Zwangskomponenten Al und Zn der pH-Wert-Bereich für die Bildung von Deckschichten erweitert wird. Während Al gemäß dem Pourbaix-Diagramm fähig ist, auch in sauren Medien Reaktionsprodukte zu bilden und somit zum Aufbau einer wirksamen Schutzschicht beizutragen, gilt entsprechendes für Zn in alkalischen Medien. Beide Zusätze stabilisieren sich wechselseitig und sind in der Lage, gemeinsam im System Cu-Al-Zn einen verhältnismaßig weiten pH-Wert-Bereich abzudecken. Somit sind die die Erfindung betreffenden Werkstoffe nicht nur in neutralen Wässern einsetzbar. Gewisse pH-Wert-Schwankungen wirken sich nicht negativ auf das Korrosionsverhalten aus.

[0020] Verschiebt sich das Durchbruchpotential außerdem so weit in positive Richtung, daß es sich nicht mehr im Bereich des freien Korrosionspotentials befindet, so liegt ein zusätzlicher Schutz gegen Elementbildung wie z. B. Kontakt- oder Belüftungselemente vor. Zudem konnte bei den überprüften Rohrmustern keine Lochfraßgefährdung festgestellt werden.


Ansprüche

1. Verwendung einer Kupfer-Aluminium-Zink-Legierung, bestehend aus
0,1 - 1,0 % Aluminium; 0,1 - 1,0 % Zink; Silizium, Magnesium, Eisen und Niob als Wahl Komponenten in einer Summe bis maximal 1,5 % Rest Kupfer und üblichen Verunreinigungen,
als korrosionsbeständiger Werkstoff für Rohre in der Installations- und Sanitärtechnik und auf dem Trinkwassersektor.
 
2. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 mit 0,1 - 0,5 % Aluminium; 0,1 - 0,5 % Zink für den Zweck nach Anspruch 1.
 
3. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 oder 2 mit maximal 0,5 % Silizium für den Zweck nach Anspruch 1.
 
4. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 oder 2 mit maximal 1,5 % Magnesium für den Zweck nach Anspruch 1.
 
5. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 oder 2 mit maximal 0,1 % Eisen für den Zweck nach Anspruch 1.
 
6. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 5 mit maximal 0,05 % Eisen für den Zweck nach Anspruch 1.
 
7. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 1 oder 2 mit maximal 0,1 % Niob für den Zweck nach Anspruch 1.
 
8. Verwendung einer Kupferlegierung nach Anspruch 7 mit maximal 0,05 % Niob für den Zweck nach Anspruch 1.
 
9. Verwendung einer Kupferlegierung nach einem oder mehrerenn der Ansprüche 1 bis 8 mit maximal 0,04 % Phosphor für den Zweck nach Anspruch 1.
 


Claims

1. The use of a copper-aluminium-zinc-alloy, consisting of 0,1 to 1,0 % aluminium; 0,1 to 1,0 % zinc; optionally silicium, magnesium, iron and niob together in an amount up to 1,5 %, the balance being copper and usual impurities, as corrosion resistant material for tubes in the field of sanitary and drinking water utilisation.
 
2. The use of a copper-alloy according to claim 1, containing 0,1 to 0,5 % aluminium; 0,1 to 0,5 % zinc for the purpose of claim 1.
 
3. The use of a copper-alloy according to claim 1 or 2, containing up to 0,5 % silicium for the purpose of claim 1.
 
4. The use of a copper-alloy according to claim 1 or 2, containing up to 1,5 % magnesium for the purpose of claim 1.
 
5. The use of a copper-alloy according to claim 1 or 2, containing up to 0,1 % iron for the purpose of claim 1.
 
6. The use of a copper-alloy according to claim 5, containing up to 0,05 % iron for the purpose of claim 1.
 
7. The use of a copper-alloy according to claim 1 or 2, containing up to 0,1 % niob for the purpose of claim 1.
 
8. The use of a copper-alloy according to claim 7, containing up to 0,05 % niob for the purpose of claim 1.
 
9. The use of according to one or more of claims 1 to 8, containing up to 0,05 % phosphorus for the purpose of claim 1.
 


Revendications

1. Utilisation d'un alliage de cuivre-aluminium-zinc constitué de 0,1-1,0 % d'aluminium; 0,1-1,0 % de zinc; de silicium, de magnésium, de fer et de niobium en tant que constituants de choix dans un total allant jusqu'à un maximum de 1,5 %, le reste étant du cuivre et des impuretés classiques, en tant que matière première résistante à la corrosion pour des tuyaux dans la technique des installations et du sanitaire et dans le domaine de l'eau potable.
 
2. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 1, présentant 0,1-0,5 % d'aluminium ; 0,1-0,5 % de zinc pour les fins selon la revendication 1.
 
3. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 1 ou 2, présentant au maximum 0,5 % de silicium pour les fins selon la revendication 1.
 
4. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 1 ou 2, présentant au maximum 1,5 % de magnésium pour les fins selon la revendication 1.
 
5. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 1 ou 2, présentant au maximum 0,1 % de fer pour les fins selon la revendication 1.
 
6. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 5, présentant au maximum 0,05 % de fer pour les fins selon la revendication 1.
 
7. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 1 ou 2, présentant au maximum 0,1 % de niobium pour les fins selon la revendication 1.
 
8. Utilisation d'un alliage de cuivre selon la revendication 7, présentant au maximum 0,05 % de niobium pour les fins selon la revendication 1.
 
9. Utilisation d'un alliage selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 8, présentant au maximum 0,04 % de phosphore pour les fins selon la revendication 1.
 




Zeichnung