[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Starten einer Webmaschine nach einer Stillstandsphase,
insbesondere nach einer Unterbrechung des Webvorgangs zwecks Behebung eines Fehlers
bei der Gewebebildung, welche Webmaschine eine Kettablassvorrichtung, eine Warenabzugsvorrichtung,
eine Fachbildevorrichtung und eine Weblade zum Anschlagen eines jeweils in ein Webfach
eingetragenen Schussfadens an den Warenrand des Gewebes enthält, wobei in einer ersten
Startphase der Warenrand in einer von einer Anschlagposition der Weblade entfernten
Ausweichstellung gehalten, eine Schussfadenzufuhr in das Webfach blockiert und die
Webmaschine im Leerlauf angetrieben sowie der Warenrand anschliessend gegen die Anschlagposition
der Weblade zurückgeführt wird, und wobei in einer zweiten Startphase der Schussfaden
in das Webfach eingetragen wird.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Webmaschine zur Durchführung des Verfahrens.
[0003] Nach einem bekannten Verfahren der eingangs genannten Art wird jeweils der Warenrand
im Abstand von der Anschlagposition der Weblade in einer vorderen Ausweichstellung
gehalten, bis eine bestimmte Anschlagkraft erreicht ist (JP-Patent Publication 2-169749).
Die betriebsmässig vorgesehene, volle Anschlagkraft wird in der Regel beim zweiten
Webzyklus erreicht, so dass bei der bekannten Ausführung bereits nach dem ersten im
Leerlauf ausgeführten Webzyklus der Schusseintrag erfolgen kann. Bei der Herstellung
empfindlicher Gewebe, z.B. leichter Gewebe für die Damen-Oberbekleidung, können beim
Wiederstarten der Webmaschine zur Fortsetzung des unterbrochenen Webvorgangs im Gewebe
sichtbare Anlaufstellen auftreten. Es hat sich gezeigt, dass durch die bisher bekannten
Massnahmen, insbesondere bei Webmaschinen mit hoher Drehzahl und entsprechend hoher
Schusseintragsleistung, die Bildung solcher Anlaufstellen nicht zuverlässig verhindert
werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein insbesondere in dieser Hinsicht verbessertes
Verfahren zum Starten einer Webmaschine, insbesondere zum Wiederstarten nach erfolgter
Behebung einer Betriebsstörung, zu schaffen, durch welches auch bei Webmaschinen mit
hoher Schusseintragsleistung die Bildung von Anlaufstellen im Gewebe sicher vermieden
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale gelöst.
[0006] Die erfindungsgemässe, vom Webprogramm unabhängige Ansteuerung der Fachbildevorrichtung
und mindestens einer der Kettablass- und Warenabzugsvorrichtungen gestattet eine gezielte
Beeinflussung der für ein gleichmässiges Gewebebild massgebenden Parameter, insbesondere
eine Wiederherstellung der vor der Unterbrechung des Webvorganges bestehenden Spannung
der Kettfäden, bis die Webmaschine ihre ursprüngliche, dem normalen Webbetrieb entsprechende
Drehzahl und ihren entsprechenden, aus dem Zusammenwirken der einzelnen Aggregate
resultierenden dynamischen Betriebszustand erreicht hat. Aufgrund eines beim Erreichen
dieses Betriebszustandes ausgelösten Steuersignals einer üblichen Ueberwachungseinrichtung
der Webmaschine sind die Fachbildevorrichtung und die damit zusammenwirkenden Aggregate
jederzeit, d.h. nach jedem der im Leerlauf ausgeführten Webzyklen, auf das betriebsmässige
Webprogramm zur Einleitung der zweiten Startphase des erfindungsgemässen Verfahrens
umschaltbar.
[0007] Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
[0008] Die erfindungsgemässe Webmaschine zur Durchführung des Verfahrens ist Gegenstand
des Anspruchs 5.
[0009] Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines in der Zeichnung
schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung, in Verbindung mit den
Ansprüchen. Es zeigen:
- Fig. 1
- Teile einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeigneten Webmaschine
in einer stark vereinfachten Seitenansicht;
- Fig. 1a
- eine Teilansicht der für eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens eingerichteten
Webmaschine;
- Fig. 2
- ein Webfachdiagramm der Webmaschine während der Startphasen des erfindungsgemässen
Verfahrens, und
- Fig. 3 und 4
- entsprechende Webfachdiagramme der Webmaschine, je nach einer weiteren Ausführungsform.
[0010] Die Webmaschine nach Fig. 1 enthält einen Kettbaum 1, einen Spannbaum 2, eine Fachbildevorrichtung
3 und eine Weblade 4, sowie einen Brustbaum 5, eine Warenabzugswalze 6, eine Andrückrolle
7 und einen Warenbaum 8. Der Kettbaum 1 ist mit einer Kettablassvorrichtung 10 entsprechend
den Pfeilen 11 und lla antreibbar gekoppelt. In entsprechender Weise ist die Warenabzugswalze
6 mit einer Warenabzugsvorrichtung 12 entsprechend den Pfeilen 13 bzw. 13a antreibbar
gekoppelt. Vom Kettbaum 1 sind Kettfäden 14 durch die Fachbildevorrichtung 3 gegen
einen Warenrand 15 und von diesem als Teil eines dort gebildeten Gewebes 16 gegen
den Warenbaum 8 geführt, auf den das Gewebe 16 aufgewickelt wird. Die Fachbildevorrichtung
3 enthält eine Anzahl Webschäfte 17, von denen in der Zeichnung nur zwei dargestellt
sind, und eine Antriebsvorrichtung 18, über welche die Webschäfte 17 jeweils zur Bildung
eines Webfachs 20 verstellbar sind.
[0011] In das Webfach 20 wird jeweils über eine mit dem Hauptantrieb der Webmaschine gekoppelte,
nicht dargestellte Schusseintragsvorrichtung durch ein Schusseintragsmittel, z.B.
Druckluft oder, wie in der Zeichnung angedeutet, ein z.B. bandförmiges Greiferelement
21, ein Schussfaden 22 eingetragen, der in einer Anschlagposition 4' der über eine
Antriebseinrichtung 23 verschwenkbaren Weblade 4 an den Warenrand 15 angeschlagen
und durch einen folgenden Fachwechsel eingebunden wird.
[0012] Die Antriebe der Kettablassvorrichtung 10 und der Warenabzugsvorrichtung 12 sowie
die Antriebsvorrichtung 18 der Fachbildevorrichtung 3 sind je für sich über eine gemeinsame
Steuervorrichtung 24 entsprechend einem Webprogramm ansteuerbar. Die Antriebsvorrichtung
23 der Weblade 4 kann mit dem Hauptantrieb der Webmaschine gekoppelt oder, wie dargestellt,
ebenfalls für sich über die Steuervorrichtung 24 ansteuerbar sein. Die Steuervorrichtung
24 ist in bekannter Weise über in der Zeichnung angedeutete Signalleitungen 27, 28,
30; 31, 32 durch Steuersignale zahlreicher Ueberwachungseinrichtungen beeinflussbar,
durch welche z.B. die Spannung der Kettfäden 14 und der Schussfäden 22 sowie der Zustand
des gebildeten Gewebes 16 erfasst wird. In der Zeichnung sind ein Sensor 25 zur Ueberwachung
der Position des Warenrandes 15 und eine Einrichtung 26 zur Erfassung eines Fehlers,
z.B. eines fehlerhaft eingetragenen Schussfadens 22, im gebildeten Gewebe 16 angedeutet.
Der Sensor 25 und die Einrichtung 26 sind über die Signalleitungen 27 bzw. 28 mit
der Steuervorrichtung 24 verbunden. Ueber die Steuervorrichtung 24 werden die Antriebe
der einzelnen Aggregate der Webmaschine aufeinander abgestimmt und während des normalen
Webbetriebes entsprechend dem vorbestimmten Webprogramm gesteuert.
[0013] Beim Auftreten einer Betriebsstörung, z.B. eines Kett- oder Schussfadenbruchs oder
eines Fehlers bei der Gewebebildung, wird die Webmaschine durch ein entsprechendes
Steuersignal des betreffenden Ueberwachungselementes stillgesetzt und gegebenenfalls,
etwa zum Entfernen eines fehlerhaft eingetragenen Schussfadens, durch Zurückstellen
der entsprechenden Aggregate - der Kettablassvorrichtung 10, der Warenabzugsvorrichtung
12 und der Fachbildevorrichtung 3 - in eine für die programmgemässe Fortsetzung des
unterbrochenen Webvorganges bestimmte Betriebsstellung zurückgeführt.
[0014] Zum Starten der Webmaschine nach erfolgter Behebung der Betriebsstörung wird vorgängig,
durch schrittweisen Antrieb des Kettbaums 1 und der Warenabzugswalze 6 entsprechend
den Pfeilen 11 bzw. 13, der Warenrand 15 aus der mit vollen Linien dargestellten Position
in eine von der Anschlagposition 4' der Weblade 4 entfernte, strichpunktiert dargestellte
Ausweichstellung 15' verstellt und in dieser während eines Teils einer ersten Startphase
gehalten. In dieser ersten Startphase kann zuerst der mit mindestens einem Aggregat
der Webmaschine, z.B. der Schusseintragsvorrichtung, getrieblich verbundene, nicht
dargestellte Hauptantrieb der Webmaschine gestartet und anschliessend jeweils wenigstens
eines der übrigen Aggregate - die Fachbildevorrichtung 3, die Kettablassvorrichtung
10 und die Warenabzugsvorrichtung 12 sowie gegebenenfalls die Weblade 4- wahlweise
nacheinander zugeschaltet werden. Entsprechend wird die Webmaschine - bei blockierter
Schussfadenzufuhr zum Schusseintragsmittel 21 - während einer Anzahl, z.B. zwei bis
zwanzig oder mehr, Webzyklen im Leerlauf angetrieben, bis sie ihre dem normalen Webbetrieb
entsprechende, ursprüngliche Drehzahl erreicht hat, die ursprüngliche Spannung der
Kettfäden 14 wieder hergestellt ist und alle ihre Aggregate im entsprechenden, ursprünglichen
Rhythmus zusammenwirken.
[0015] Während dieser ersten Startphase wird die Fachbildevorrichtung 3 über die Steuervorrichtung
24 unabhängig vom betriebsmässig vorgesehenen Webprogramm so angesteuert, dass die
Webschäfte 17 in jedem der im Leerlauf ausgeführten Webzyklen eine Stellung einnehmen,
welche einer Offenstellung des Webfachs 20 entspricht, in der der zuletzt korrekt
eingetragene Schussfaden 22 durch die Kettfäden 14 am Warenrand 15 in der Ausweichstellung
15' sicher eingebunden gehalten wird. Je nach der Art des herzustellenden Gewebes
können die Webschäfte 17, entsprechend der Darstellung nach Fig. 2, über alle Webzyklen
der ersten Startphase in der gleichen Offenfachstellung gehalten oder, wie in den
Fig. 3 und 4 dargestellt, nach einem eigenen, vom betriebsmässigen Webprogramm abweichenden
Startprogramm gesteuert werden. Wenn die für die Fortsetzung des betriebsmässigen
Webvorganges erforderlichen Betriebsbedingungen erfüllt sind, wird auf ein entsprechendes
Steuersignal mindestens einer der Ueberwachungseinrichtungen der Webmaschine, z.B.
der dem Gewebe 16 zugeordneten Einrichtung 26 oder eines nicht dargestellten, die
Spannung der Kettfäden 14 erfassenden Wächterelementes, über die Steuervorrichtung
24 eine Rückwärtsdrehung des Kettbaums 1 und/oder der Warenabzugswalze 6 in Richtung
der Pfeile lla bzw. 13a eingeleitet und der Warenrand 15 gegen die Anschlagposition
4' der Weblade 4 zurückgeführt.
[0016] In der zweiten Startphase werden die Fachbildevorrichtung 3, die Kettablassvorrichtung
10 und die Warenabzugsvorrichtung 12 wieder entsprechend dem betriebsmässig vorbestimmten
Webprogramm im Sinne einer Fortsetzung des unterbrochenen Webvorganges angesteuert,
wobei der Schussfaden 22 an das Schusseintragsmittel 21 übergeben, in das dem Webprogramm
entsprechend gebildete Webfach 20 eingetragen, an den Warenrand 15 angeschlagen und
durch einen programmgemäss folgenden Fachwechsel eingebunden wird. Da dieser Schusseintrag,
aufgrund des erfindungsgemässen Startverfahrens, bei gleicher Kettfadenspannung und
unter gleichen dynamischen Betriebsbedingungen erfolgt wie der vor der Unterbrechung
des Webvorganges ausgeführte Schusseintrag, kann die Bildung einer sichtbaren Anlaufstelle
im Gewebe in den meisten Fällen sicher vermieden werden.
[0017] In gewissen Fällen, z.B. bei der Herstellung von extrem dünnen, nahezu durchsichtigen
Geweben, hat sich gezeigt, dass, je nach dem zu verarbeitenden Fadenmaterial, bei
den auf den ersten Schusseintrag nach der zweiten Startphase II folgenden Schusseinträgen
Gewebestreifen auftreten können, obwohl alle vorstehend erwähnten Aggregate der Webmaschine
den für den normalen Webbetrieb erforderlichen Betriebszustand erreicht haben und
die Spannung der Kettfäden sowie die Drehzahl der Webmaschine und alle weiteren Parameter
mit den entsprechenden Werten vor der Unterbrechung des Webvorganges übereinstimmen.
Um auch derartige, relativ selten auftretende Abweichungen im Gewebebild zu verhindern,
kann nach einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens der aus der Ausweichstellung
15' zurückbewegte Warenrand 15 am Ende der ersten Startphase I in eine in der Fig.
1a angedeutete Ausgleichsstellung 15a oder 15b geführt und in dieser Stellung gehalten
werden, welche gegenüber einer der Anschlagposition 4' der Weblade 4 entsprechenden
Sollstellung um ein einstellbares Mass - ein Untermass in der Stellung 15a bzw. ein
entsprechendes Uebermass in der Stellung 15b - versetzt ist.
[0018] Dieses Mass der Versetzung entspricht einem definierten Bruchteil, z.B. 20 bis 60%,
des nach jedem Schusseintrag auszuführenden, durch das Webprogramm bestimmten Kett-
und Gewebevorschubs und ist jeweils, z.B. entsprechend den Eigenschaften des zu verarbeitenden
Kett- und/oder Schussfadenmaterials, über die Kettablassvorrichtung 10 und/oder die
Warenabzugsvorrichtung 12 oder durch entsprechende Ansteuerung des Spannbaums 2 und/oder
des Brustbaums 5 beeinflussbar. Nach dem in der zweiten Startphase II ausgeführten
ersten Schusseintrag wird der Warenrand 15 aus der Ausgleichsstellung 15a bzw. 15b
in einer vorbestimmten Anzahl, z.B. einem bis zehn oder mehr, unter sich gleichen
Teilschritten jeweils vor einem der folgenden Schusseinträge in eine entsprechende
Zwischenstellung und schliesslich in die Sollstellung geführt.
[0019] Auf diese Weise kann die durch den eingestellten Kett- und Gewebevorschub bestimmte,
betriebsmässig konstant gehaltene Schussdichte des Gewebes 16 innerhalb der vorgegebenen
Grenzen varriert und damit innerhalb eines durch die Anzahl der Teilschritte begrenzten,
wählbaren Gewebeabschnitts die Entstehung eines Gewebefehlers verhindert werden, der
insbesondere dann auftritt, wenn bei konstanter Schussdichte die Umschlingungswinkel
der die Schussfäden umschlingenden Kettfäden von einem beim den normalen Webbetrieb
sich einstellenden Sollwert abweichen. Durch diese Ausführurungsform des erfindungsgemässen
Verfahrens können somit unterschiedliche Umschlingungswinkel der die Schussfäden umschlingenden
Kettfäden ausgeglichen und schrittweise an den betriebsmässigen Sollwert dieses Umschlingungswinkels
angeglichen werden. Entsprechend kann auch die Entstehung einer sichtbaren Anlaufstelle
im Gewebe 16 verhindert und ein im wesentlichen gleichmässiges Gewebebild erzielt
werden.
[0020] Die Richtung und das Mass der jeweils erforderlichen Versetzung der Ausgleichsstellung
15a bzw. 15b gegenüber der Anschlagposition 4' der Weblade 4 können, z.B. beim Anweben
der mit dem entsprechenden Kett- und Schussfadenmaterial belegten Webmaschine, durch
probeweise ausgeführte Startvorgänge der Webmaschine ermittelt und entsprechend dem
dabei erzielbaren Ergebnis eingestellt werden. Durch entsprechende Programmierung
der Steuervorrichtung 24 kann, z.B. über eine Ansteuerung des Spannbaums 2 und/oder
des Brustbaums 5, die beschriebene Korrektur der Warenrandstellung jeweils automatisch
durchgeführt werden.
[0021] Zur Steuerung der Fachbildevorrichtung 3 während der ersten Startphase kann in der
Steuervorrichtung 24 eine eigene, während der ersten Startphase aktivierbare und vor
dem Beginn der zweiten Startphase abschaltbare Steuereinheit 24a vorgesehen sein.
Eine entsprechende Steuereinheit 24a kann auch als Einbauteil ausgebildet sein, der
wahlweise, etwa zur Nachrüstung einer bestehenden Webmaschine, in eine vorhandene
Steuervorrichtung eingebaut werden kann. Anstelle der beschriebenen Fachbildevorrichtung
3 mit Webschäften 17 kann auch eine andere Fachbildevorrichtung, z.B. eine Jacquard-Vorrichtung,
vorgesehen sein.
[0022] Das Webfachdiagramm nach Fig. 2 zeigt ein Webfach 20a mit einem vor der Unterbrechung
des Webvorganges in einem Webzyklus Wa eingetragenen Schussfaden 22a, ein entsprechend
dem vorbestimmten Webprogramm für den nächsten Schusseintrag gebildetes Webfach 20b
mit einem in einem Webzyklus Wb eingetragenen Schussfaden 22b sowie ein programmgemäss
anschliessendes Webfach 20c mit einem in einem Webzyklus Wc eingetragenen Schussfaden
22c. Das Webfach 20b ist über mehrere, dargestellungsgemäss fünf, im Leerlauf ausgeführte
Webzyklen W1 bis W5 der ersten Startphase I sowie im Webzyklus Wb der zweiten Startphase
II in der Offenstellung gehalten, in welcher der Schussfaden 22b programmgemäss eingetragen
wird.
[0023] Wie aus der Fig. 3 hervorgeht, kann sich die erste Startphase I über eine Anzahl,
darstellungsgemäss vier Leerlauf-Webzyklen W1 bis W4 erstrecken, wobei in den Webzyklen
W1, W3 und Wb jeweils das vorstehend beschriebene Webfach 20b gebildet wird, während
in den Webzyklen W2 und W4 jeweils ein anderes Webfach 20x gebildet wird, welches
im betriebsmässigen Webprogramm nicht vorkommt, so dass der Schussfaden 22a sicher
eingebunden gehalten wird.
[0024] Entsprechend der Darstellung nach Fig. 4 kann das Webfach 20b über mehrere, darstellungsgemäss
drei, Leerlauf-Webzyklen W1, W2 und W3 in der entsprechenden Offenstellung gehalten
und mit dem im Leerlauf-Webzyklus W4 gebildeten Webfach 20x kombiniert werden.
1. Verfahren zum Starten einer Webmaschine nach einer Stillstandsphase, insbesondere
nach einer Unterbrechung des Webvorganges zwecks Behebung eines Fehlers bei der Gewebebildung,
welche Webmaschine eine Kettablassvorrichtung (10), eine Warenabzugsvorrichtung (12),
eine Fachbildevorrichtung (3) und eine Weblade (4) zum Anschlagen eines jeweils in
ein Webfach (20; 20a, 20b, 20c) eingetragenen Schussfadens (22; 22a, 22b, 22c) an
den Warenrand (15) des Gewebes enthält, wobei in einer ersten Startphase (I) der Warenrand
(15) in einer von einer Anschlagposition (4') der Weblade (4) entfernten Ausweichstellung
(15') gehalten, eine Schussfadenzufuhr in das Webfach (20; 20b) blockiert und die
Webmaschine im Leerlauf angetrieben sowie der Warenrand (15) anschliessend gegen die
Anschlagposition (4') der Weblade (4) zurückgeführt wird und wobei in einer zweiten
Startphase (II) der Schussfaden (22; 22b) in das Webfach (20; 20b) eingetragen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildevorrichtung (3) sowie die Kettablassvorrichtung
(10) und/oder die Warenabzugsvorrichtung (12) über eine Steuervorrichtung (24), welche
zur betriebsmässigen Steuerung der Webmaschine entsprechend einem vorbestimmten Webprogramm
vorgesehen ist, in der ersten Startphase (I) während mehrerer Webzyklen (W1, W2, W3,
W4, W5) von diesem Webprogramm unabhängig angesteuert werden,
dass die Fachbildevorrichtung (3) in jedem der im Leerlauf ausgeführten Webzyklen
(W1 - W5) in einer Betriebsstellung gehalten wird, die einer Offenstellung des Webfaches
(20; 20b, 20x) entspricht, in welcher der am Warenrand (15) befindliche Schussfaden
(22; 22a) eingebunden gehalten wird,
dass der Warenrand (15) während dieser Webzyklen (W1 - W5) über die Kettablassvorrichtung
(10) und/oder die Warenabzugsvorrichtung (12) kontrolliert an die Anschlagposition
(4') der Weblade (4) herangeführt wird, und
dass nach Erreichung der dem normalen Webbetrieb entsprechenden Werte der Drehzahl
und des dynamischen Betriebszustandes der zusammenwirkenden Aggregate der Webmaschine
die Fachbildevorrichtung (3) sowie die Kettablassvorrichtung (10) und die Warenabzugsvorrichtung
(12) in der zweiten Startphase (II) dem Webprogramm entsprechend im Sinne einer Fortsetzung
des Webvorganges angesteuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildevorrichtung (3)
zumindest während eines Teils der ersten Startphase (I) in einer Betriebsstellung
gehalten wird, welche einer über mehrere Webzyklen (W1, W2, W3; W4, W5) sich erstreckenden
Offenstellung des Webfaches (20; 20b) entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildevorrichtung
(3) zumindest während eines Teils der ersten Startphase (I) nach einem eigenen, vom
Webprogramm abweichenden Startprogramm angesteuert und in mindestens einem der Webzyklen
(W2, W4) in einer Betriebsstellung gehalten wird, die einer Offenstellung eines im
Webprogramm nicht enthaltenen Webfaches (20x) entspricht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Warenrand
(15) am Ende der ersten Startphase (I) in eine der Anschlagposition (4') der Weblade
(4) zugeordnete Ausgleichsstellung (15a bzw. 15b) geführt wird, die gegenüber einer
der Anschlagposition (4') entsprechenden Sollstellung um ein Mass versetzt ist, welches
einem definierten, z.B. über die Steuereinrichtung (24) beeinflussbaren Bruchteil
eines durch das Webprogramm bestimmten, nach jedem Schusseintrag vorgesehenen Vorschubs
des Gewebes (16) entspricht, und aus dieser Ausgleichsstellung (15a bzw. 15b) nach
dem in der zweiten Startphase (II) erfolgten ersten Schusseintrag in einer vorbestimmten
Anzahl Teilschritten jeweils vor einem der folgenden Schusseinträge gegen die Sollstellung
geführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst ein
mit mindestens einem Aggregat der Webmaschine, z.B. einer Schusseintragsvorrichtung,
getrieblich verbundener Hauptantrieb der Webmaschine gestartet wird, dass während
der folgenden Webzyklen (W1 - W5) der ersten Startphase (I) wahlweise nacheinander
jeweils wenigstens ein weiteres Aggregat - die Fachbildevorrichtung (3), die Weblade
(4) sowie die Kettablassvorrichtung (10) und die Warenabzugsvorrichtung (12) - zugeschaltet
wird, und dass in der zweiten Startphase (II) der Schussfaden (22) einem Schusseintragsmittel
(21) zugeführt und/oder für den Schusseintrag freigegeben wird.
6. Webmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (24) eine zumindest während der ersten
Startphase (I) aktivierbare und in der zweiten Startphase (II) in Abhängigkeit von
einem Steuersignal einer Ueberwachungseinrichtung der Webmaschine, z.B. eines eine
vorbestimmte Position des Warenrandes (15) erfassenden Wächterelementes (25), abschaltbare
Steuereinheit (24a) aufweist, welche eine vom betriebsmässig vorgesehenen Webprogramm
unabhängige Ansteuerung der Fachbildevorrichtung (3) sowie der Kettablassvorrichtung
(10) und/oder der Warenabzugsvorrichtung (12) gestattet.
1. A method of starting a loom after a phase at standstill, especially after an interruption
of the weaving process for the purpose of removal of a fault in the formation of the
fabric, the said loom comprising a warp let-off motion (10), a cloth take-up motion
(12), a shed-forming motion (3) and a sley (4) for beating up a weft yarn (22; 22a,
22b, 22c) inserted into a shed (20; 20a, 20b, 20c) respectively, where in a first
phase (I) of the start the fell (15) of the cloth is held in an alternative position
(15') removed from a position (4') of the sley (4) in beat-up, a feed of weft yarn
into the shed (20; 20b) is blocked and the loom is driven running idly, and also the
fell (15) of the cloth is subsequently carried back towards the position (4') of the
sley (4) in beat-up, and where in a second phase (II) of the start the weft yarn (22;
22b) is inserted into the shed (20; 20b)
characterized in that in the first phase (I) of the start, via a control equipment
(24) which is provided for operative control of the loom to correspond with a predetermined
weaving programme, the shed-forming motion (3) as well as the warp let-off motion
(10) and/or the cloth take-up motion (12) during a number of weaving cycles (W1, W2,
W3, W4, W5) are driven independently of this weaving programme,
that the shed-forming motion (3) is held in each of the weaving cycles (W1 - W5) executed
running idly in a operative position corresponding with an open position of the shed
(20; 20b, 20x) in which the weft yarn (22; 22a) lying at the fell (15) of the cloth
is held bound in,
that the fell (15) of the cloth during said weaving cycles (W1 - W5), controlled via
the warp let-off motion (10) and/or the cloth take-up motion (12), is advanced to
the position (4') of the sley (4) in beat-up, and
that in the second phase (II) of the start, after reaching the original values of
the r.p.m. corresponding with the normal weaving operation and of the corresponding
dynamic operative state of the cooperating units of the loom, the shed-forming motion
(3) as well as the warp let-off motion (10) and the cloth take-up motion (12) are
driven in the sense of a continuation of the weaving process according to the weaving
programme.
2. A method as in Claim 1, characterized in that during at least part of the first phase
(I) of the start the shed-forming motion (3) is held in an operative position corresponding
with an open position of the shed (20; 20b) extending over a number of weaving cycles
(W1, W2, W3; W4, W5).
3. A method as in Claim 1 or 2, characterized in that
during at least part of the first phase (I) of the start the shed-forming motion
(3) is driven according to a starting programme of its own which deviates from the
weaving programme and in at least one of the weaving cycles (W2, W4) is held in an
operative position which corresponds with an open position of a shed (20x) not contained
in the weaving programme.
4. A method as in one of the Claims 1 to 3, characterized
in that at the end of the first phase (I) of the start the fell (15) of the cloth
is carried into a compensating position (15a resp. 15b) which is associated with the
position (4') of beat-up of the sley (4) and with respect to a desired position corresponding
with the position (4') of beat-up is offset by a dimension which corresponds with
a definite fraction which may be influenced, e.g., via the control equipment (24),
of a feed of the fabric (16) determined by the weaving programme and provided after
each weft insertion, and after the first weft insertion effected in the second phase
(II) of the start is carried from this compensating position (15a resp. 15b) towards
the desired position in a predetermined number of partial steps, in each case before
one of the following weft insertions.
5. A method as in one of the Claims 1 to 4, characterized
in that first of all a main drive of the loom is started which is connected through
gearing to at least one unit of the loom, e.g., a weft insertion motion, that during
the succeeding weaving cycles (W1 - W5) of the first phase (I) of the start at least
one further unit - the shed-forming motion (3), sley (4), warp let-off motion (10)
and cloth take-up motion (12) - chosen one after another, is switched on at a time
and that in the second phase (II) of the start the weft yarn (22) is fed to a weft
insertion means (21) and/or released for the weft insertion.
6. A loom for the performance of the method
as in one of the Claims 1 to 5, characterized in that the control equipment (24)
exhibits a control unit (24a) which may be activated during at least the first phase
(I) of the start and may during the second phase (II) of the start be switched off
in dependence upon a control signal from a monitoring device on the loom, e.g., a
detector element (25) for picking up a predetermined position of the fell (15) of
the cloth, and allows a drive of the shed-forming motion (3) as well as the warp let-off
motion (10) and/or the cloth draw-off motion (12), which is independent of the weaving
programme operatively foreseen.
1. Procédé pour démarrer un métier à tisser après une phase d'arrêt, notamment après
une interruption de l'opération de tissage pour supprimer un défaut lors de la formation
du tissu, ce métier à tisser comportant un dérouleur de chaîne (10), un dispositif
d'enroulement du tissu (12), un dispositif de formation de la foule (3) et un battant
(4) pour la butée d'un fil de trame (22 ; 22a, 22b, 22c) inséré respectivement dans
une foule (20 ; 20a, 20b, 20c) contre le bord (15) du tissu, où dans une première
phase de démarrage (I) le bord de tissu (15) est maintenu dans une position d'écartement
(15') éloignée d'une position de butée (4') du battant (4), une amenée du fil de trame
dans la foule (20 ; 20b) est bloquée et le métier à tisser est entraîné en marche
à vide, et le bord de tissu (15) est ramené ensuite contre la position de butée (4')
du battant (4), et où lors d'une deuxième phase de démarrage (II) le fil de trame
(22 ; 22b) est inséré dans la foule (20 ; 20b), caractérisé en ce que le dispositif
de formation de la foule (3) ainsi que le dérouleur de chaîne (10) et/ou le dispositif
d'enroulement du tissu (12) sont commandés par un dispositif de commande (24) prévu
pour la commande fonctionnelle du métier à tisser conformément à un programme de tissage
prédéterminé dans la première phase de démarrage (I) pendant plusieurs cycles de tissage
(W1, W2, W3, W4, W5) indépendamment de ce programme de tissage, en ce que le dispositif
de formation de la foule (3) est maintenu pendant chacun des cycles de tissage (W1
- W5) exécutés en marche à vide dans une position de fonctionnement qui correspond
à une position d'ouverture de la foule (20 ; 20b, 20x) dans laquelle le fil de trame
(22 ; 22a) se trouvant au bord de tissu (15) est maintenu lié,
en ce que le bord de tissu (15) pendant ces cycles de tissage (W1 - W5) est amené
par l'intermédiaire du dérouleur de chaîne (10) et/ou du dispositif d'enroulement
du tissu (12) d'une manière contrôlée à la position de butée (4') du battant (4),
et
en ce que après avoir atteint les valeurs de rotation correspondant à l'état de
tissage normal ainsi que l'état de fonctionnement dynamique des appareils coopérants
du métier à tisser, le dispositif de formation de la foule (3) ainsi que le dérouleur
de chaîne (10) et le dispositif d'enroulement de tissu (12) sont commandés lors de
la deuxième phase de démarrage (II), conformément au programme de tissage, dans le
sens d'une continuation de l'opération de tissage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de formation
de la foule (3) est maintenu au moins pendant une partie de la première phase de démarrage
(I) dans une position de fonctionnement qui correspond à une position d'ouverture
de la foule (20 ; 20b) s'étendant sur plusieurs cycles de tissage (W1, W2, W3 ; W4,
W5).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le dispositif de formation
de la foule (3) est commandé au moins pendant une partie de la première phase de démarrage
(I) selon un programme de démarrage propre, s'écartant du programme de tissage et
est maintenu pendant au moins l'un des cycles de tissage (W2, W4) dans une position
de fonctionnement qui correspond à une position ouverte d'une foule (20x) non comprise
dans le programme de tissage.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le bord de tissu
(15) est guidé à la fin de la première phase de démarrage (I) dans une position d'équilibrage
(15a et, respectivement 15b) associée à la position de butée (4') du battant (4),
qui est décalée par rapport à une position de consigne correspondant à la position
de butée (4') d'une mesure qui correspond à une fraction définie sur laquelle on peut
agir, par exemple, par le dispositif de commande (24) d'une avance de tissu (16) déterminée
par le programme de tissage, prévue après chaque insertion de trame, et est guidé
de cette position d'équilibrage (15a et, respectivement 15b) après la première insertion
de trame effectuée dans la deuxième phase de démarrage (II) selon un nombre prédéfini
de pas partiels respectivement avant l'une des insertions de trame suivantes vers
la position de consigne.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on fait démarrer
tout d'abord une commande principale du métier à tisser relié par un mécanisme de
transmission à au moins un appareil du métier à tisser, par exemple, un dispositif
d'insertion de trame, qu'on met en circuit pendant les cycles de tissage suivants
(W1 - W5) de la première phase de démarrage (I) sélectivement les uns après les autres
respectivement au moins un appareil supplémentaire - le dispositif de formation de
la foule (3), le battant (4) ainsi que le dérouleur de chaîne (10) et le dispositif
d'enroulement de tissu (12), et que pendant la deuxième phase de démarrage (II), le
fil de trame (22) est amené à un moyen d'insertion de trame (21) et/ou est libéré
pour l'insertion de trame.
6. Métier à tisser pour exécuter le procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé
en ce que le dispositif de commande (24) présente une unité de commande (24a) pouvant
être activée au moins pendant la première phase de démarrage (I) et pouvant être désactivée
pendant la deuxième phase de démarrage (II) en fonction d'un signal de commande d'un
dispositif de surveillance du métier à tisser, par exemple d'un élément de surveillance
(25) détectant une position prédéterminée du bord de tissu (15), unité de commande
qui permet une commande indépendante du programme de tissage prévu selon la production
du dispositif de formation de la foule (3) ainsi que du dérouleur de chaîne (10) et/ou
du dispositif d'enroulement de tissu (12).