(19)
(11) EP 0 567 690 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
04.09.1996  Patentblatt  1996/36

(21) Anmeldenummer: 92121737.8

(22) Anmeldetag:  21.12.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B21D 51/10

(54)

Verfahren zum Herstellen eines topfförmigen Gehäuses

Method of producing a potlike housing

Procédé pour la fabrication d'une boîte en forme de pot


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB IT

(30) Priorität: 08.04.1992 DE 4211869

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
03.11.1993  Patentblatt  1993/44

(73) Patentinhaber: WILLY VOIT GMBH & Co.
D-66386 St Ingbert (DE)

(72) Erfinder:
  • Oberhauser, Klaus
    W-6670 St. Ingbert (DE)
  • Schmitt, Jakob
    W-6670 St. Ingbert (DE)

(74) Vertreter: Vièl, Georg, Dipl.-Ing. 
Patentanwälte VIEL & VIEL, Postfach 65 04 03
66143 Saarbrücken
66143 Saarbrücken (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 1 777 244
DE-B- 2 756 365
FR-A- 702 634
DE-A- 2 264 379
DE-C- 3 128 881
US-A- 3 793 971
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines topfförmigen Gehäuses aus gerolltem Blech mit geschlossenem Boden und einer mit Laschen versehenen Öffnung sowie einem im Bodenbereich des topfförmigen Gehäuses eingesetzten Deckel (siehe z.B. DE-A-3 128 881).

    [0002] Wenn die Forderung besteht, topfförmige Gehäuse in wasserdichter Ausführung bereitzustellen, so wird bekanntermaßen oft der Weg eingeschlagen, das besagte Gehäuse durch Tiefziehen herzustellen. Dieses hat den Nachteil, daß sehr teure Aggregate erforderlich sind. Auch muß wegen des Tiefziehprozesses relativ teures Vormaterial gewählt werden. Außerdem haben tiefgezogene Teile den Nachteil, daß die Wandstärke nicht immer gleichförmig ist (DE-OS 22 64 379).

    [0003] Es ist auch bekannt, topfförmige Gehäuse durch Rollen von Blech herzustellen. Bei diesen Gehäusen gibt es die verschiedensten Ausführungen, um das Gehäuse zu befestigen, allerdings sind die geläufigen Befestigungsmethoden nicht so günstig ausgeführt, wie das bei einem tiefgezogenen topfförmigen Gehäuse der Fall ist (DE-A-31 28 881).

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein topfförmiges Gehäuse zu schaffen, das Laschen aufweist, die integraler Bestandteil des Gehäuses sind, und das kostengünstig hergestellt werden kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei dem gattungsgemäßen Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß vor dem Rollen des Bleches an einer Seite des Bleches befindliche, durch Stanzen hergestellte Laschen um 90 Grad aus der Blechebene gebogen und anschließend die umfaßten bzw. abgestützten Laschen von der Seite oder in Längsrichtung gestaucht sowie gleichzeitig die inneren und äußeren Biegekanten scharfkantig geformt werden.

    [0006] Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht darin, daß die Laschen zu dem Rand versetzt um 90° aus der Blechebene gebogen werden.

    [0007] Eine andere Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß die Laschen bündig zu dem Rand um 90° aus der Blechebene gebogen werden.

    [0008] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß mit geringem Aufwand ein wasserdichtes topfförmiges Gehäuse hergestellt werden kann, das außerdem im Bodenbereich mehr Raum für aufzunehmende Bauteile (Magnete) aufweist als z.B. tiefgezogene Gehäuse. Außerdem ergibt sich ein sehr genauer Sitz beim Anflanschen des Gehäuses. Bei Anwendung des neuen Verfahrens kann preiswerteres Material als z.B. beim Tiefziehen verwendet werden. Weiterhin ergibt sich eine gleichförmige Wandstärke. Das neue Verfahren ist bei all seinen Vorzügen kostengünstig im Vergleich zu bekannten Verfahren (Tiefziehen).

    [0009] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert.

    [0010] Es zeigt
    Fig. 1
    ein topfförmiges Gehäuse in Seitenansicht und
    Fig. 2
    die dazugehörige Draufsicht,
    Fig. 3
    ein Blech mit ausgestanzten Laschen und
    Fig. 4
    die Seitenansicht zu Fig. 3,
    Fig. 5
    schematisch die wesentlichen Stufen des erfindungsgemäßen Verfahrens in zwei Ansichten,
    Fig. 6
    ein nach dem neuen Verfahren hergestelltes topfförmiges Gehäuse und
    Fig. 7
    die wesentlichen Stufen einer Variante des neuen Verfahrens, ebenfalls in zwei Ansichten.


    [0011] In den Fig. 1 und 2 ist ein topfförmiges Gehäuse 11 dargestellt, das mit zwei Laschen 2 versehen ist. Die Laschen 2 weisen Löcher 7 auf, um das Gehäuse 11 beispielsweise an einem Getriebe (nicht dargestellt) anschrauben zu können.

    [0012] In den Fig. 3 und 4 ist ein Blech 1 dargestellt, an dem sich an einer Seite durch Stanzen hergestellte Laschen 2 befinden. Dieses Blech 1 kann im Produktionsprozeß auch noch Teil eines Bandes sein, das von einer Rolle (Coil) abgewickelt wird.

    [0013] In Fig. 5 sind die wesentlichen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens zeichnerisch schematisch dargestellt. Bei a ist das Blech 1 mit den Laschen 2 entsprechend der Fig. 4 dargestellt. Der erste Verfahrensschritt b ist das Biegen der Laschen 2 um 90° aus der Ebene des Bleches 1 heraus. In diesem Fall werden die Laschen 2 zu dem Rand 10 versetzt um 90° auf der Blechebene gebogen, d. h. die Außenseiten 14 der Laschen 2 stehen über den Rand 10 hinaus. Bei dem Verfahrensschritt nach Fig. 5 c wirkt ein Stempel (nicht gezeichnet), der die Form der Laschen aufweist, von der Seite her in Richtung des Pfeiles 13 gegen die Laschen 2, wobei die Laschen 2 allseitig umfaßt bzw. abgestützt sind, damit die Stauchkräfte (Pfeil 13) auf die Laschen 2 so einwirken können, daß die Ecken 3 und 4, im wesentlichen die Ecke 4, scharfkantig ausgebildet werden. - Die Ecken 3 und 4 können auch als innere 3 und äußere 4 Biegekanten bezeichnet werden.

    [0014] In dem Schritt c werden die Laschen 2 in Richtung des Pfeils 13 gestaucht und gleichzeitig die inneren und äußeren Biegekanten 3 und 4 scharfkantig geformt. Dabei ergibt sich ein Niveauunterschied 15 zwischen dem Rand 10 und den Laschen 2.

    [0015] Nun folgt das Rollen des Rohteils, wie es in Fig. 5 c dargestellt ist. Die danach aneinander liegenden Längsnähte werden miteinander verbunden, beispielsweise verschweißt oder verklinkt. Anschließend wird im Bodenbereich des topfförmigen Gehäuses 11 ein Deckel 8 eingesetzt.

    [0016] Zu diesem Zweck kann eine Rille bzw. Ausdehnung 5 vorgesehen sein, in der der Deckel 8 gehalten ist. Der Deckel 8 kann eingebördelt (Fig. 6) oder mit dem Gehäuse 11 verschweißt sein.

    [0017] Nun kann eine spanabhebende Bearbeitung der Öffnung 9 so erfolgen, daß der Rand 10 der Öffnung 9 und die Laschen 2 eben sind und eine Fase 6 vorhanden ist. Diese Fase dient zur Aufnahme eines O-Ringes zum Abdichten beim Anflanschen des topfförmigen Gehäuses 11. Ein weiterer Schritt ist dann das Stanzen von Löchern 7 in die Laschen 2.

    [0018] Eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, was die Schritte a, b und c gemäß Fig. 5 anbelangt, ist in Fig. 7 in zwei Ansichten dargestellt. Ein Unterschied zu dem Verfahren gemäß Fig. 5 besteht darin, daß die Laschen 2 bündig zu dem Rand 10 um 90° aus der Blechebene gebogen werden, so wie das in Fig. 7 b dargestellt ist. Die Stauchung der Laschen 2 erfolgt in diesem Fall in Richtung des Pfeiles 12 mit denselben Wirkungen wie sie zur Fig. 5 c bereits beschrieben worden sind. Bei dem Stauchen gemäß Fig. 7 c werden die Laschen umfaßt, so daß sie bei dem Stauchvorgang nicht ausweichen können und die äußeren und inneren Biegekanten 3 und 4 gefüllt werden.

    [0019] Das verwendete Stahlblech 1 wird durch Walzen hergestellt. Es ist zweckmäßig, die Gehäuseachse so zu wählen, daß sie in Walzrichtung liegt. Dann liegen die Biegekanten für die Laschen 2 quer zur Walzrichtung. Diese Ausbildung verringert die Bruchgefahr bezüglich der Laschen 2.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Herstellen eines topfförmigen Gehäuses (11) aus gerolltem Blech (1) mit geschlossenem Boden und einer mit Laschen (2) versehenen Öffnung (9) sowie einem im Bodenbereich des topfförmigen Gehäuses (11) eingesetzten Deckel (8), dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Rollen des Bleches (1) an einer Seite des Bleches (1) befindliche, durch Stanzen hergestellte Laschen (2) um 90 Grad aus der Blechebene gebogen und anschließend die umfaßten bzw. abgestützten Laschen (2) von der Seite (13) oder in Längsrichtung (12) gestaucht sowie gleichzeitig die inneren und äußeren Biegekanten (3, 4) scharfkantig geformt werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschen (2) zu dem Rand (10) versetzt um 90° aus der Blechebene gebogen werden (Fig. 5b).
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Laschen (2) bündig zu dem Rand (10) um 90° aus der Blechebene gebogen werden (Fig. 7b).
     


    Claims

    1. A method of manufacturing a pot-shaped housing (11) from rolled sheet (1), comprising a closed base, an opening (9) provided with tabs (2) and a cover (8) inserted into the base region of the pot-shaped housing (11), characterised in that, before the sheet (1) is rolled, tabs (2) formed by punching and provided on one side of the sheet (1) are bent through 90 degrees from the plane of the sheet and then the enclosed or supported tabs (2) are compressed from the side (13) or in the longitudinal direction (12) and the inner and outer bending edges (3, 4) are simultaneously sharply formed.
     
    2. A method according to claim 1, characterised in that the tabs (2) are bent through 90° from the sheet plane so as to be displaced relative to the edge (10) (Fig. 5b).
     
    3. A method according to claim 1, characterised in that the tabs (2) are bent through 90° from the sheet plane so as to be flush with the edge (10) (Fig. 7b).
     


    Revendications

    1. Procédé de fabrication d'un boîtier (11) en forme de pot en tôle (1) laminée, comportant un fond fermé et une ouverture (9) munie de languettes (2) ainsi qu'un couvercle (8) inséré dans la région du fond du boîtier (11) en forme de pot, caractérisé en ce que des languettes, fabriquées par découpage et se trouvant d'un côté de la tôle (1), sont, avant le laminage de la tôle, courbées à 90° hors du plan de la tôle, puis les languettes (2) entourées ou supportées sont refoulées par le côté (13) ou suivant la direction (12) longitudinale et dans le même temps les arêtes (3,4) de courbure intérieure et extérieure sont conformées à angles aigus.
     
    2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les languettes (2) sont courbées à 90° hors du plan de la tôle, en étant décalées vers le bord (10) (figure 5b).
     
    3. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les languettes (2) sont courbées à 90° hors du plan de la tôle, en affleurant au bord (10) (figure 7b).
     




    Zeichnung