| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 568 044 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
01.04.1998 Patentblatt 1998/14 |
| (22) |
Anmeldetag: 28.04.1993 |
|
|
| (54) |
Laufwerk für ein Schienenfahrzeug
Running gear for a railway vehicle
Train de roues pour un véhicule ferroviaire
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT CH DE FR IT LI |
| (30) |
Priorität: |
29.04.1992 DE 4213990
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
03.11.1993 Patentblatt 1993/44 |
| (73) |
Patentinhaber: ABB Daimler-Benz Transportation (Deutschland) GmbH |
|
16761 Hennigsdorf (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Mauer, Lutz
W-8900 Augsburg (DE)
- Richter, Wolfgang-Dieter
W-8501 Winkelhaid (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 025 484 DE-U- 9 010 678 US-A- 2 598 870
|
CH-A- 515 140 FR-A- 2 280 536
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Laufwerk gemäß dem Oberbegriff des ersten Anspruchs.
[0002] Ein bekanntes Laufwerk für ein Schienenfahrzeug (US-A 2,598,870) weist zwei Radsätze
auf, deren Achse je ein Getriebe zugeordnet ist und die weitgehend starr mit einem
Hauptdrehgestellrahmen verbunden sind. Auf diesem Hauptdrehgestellrahmen lagert über
Primärfederelemente ein Zwischendrehgestellrahmen, auf dem über Sekundärfederelemente
ein Wagenkasten eines Schienenfahrzeugs abgestützt werden kann. Der Zwischendrehgestellrahmen
trägt zugleich Antriebsmotoren, welche über Kardanwellen mit daran festgesetzten Bremsscheiben
jeweils mit einem Achsgetriebe gekoppelt sind. Bei diesem Aufbau werden die beim Beschleunigen
wie beim Bremsen auftretenden Traktionskräfte unmittelbar auf den Zwischendrehgestellrahmen
und damit in das Primär- und Sekundärfedersystem eingekoppelt. Zudem werden beim Bremsen
auftretende Kräfte über die Getriebe und die zugeordnete Kardanwelle auf die Bremseinheit
übertragen, wodurch eine zusätzliche Belastung dieser Bauteile eintritt.
[0003] Es ist auch ein Laufwerk für ein Schienenfahrzeug bekannt, (CH-A 515 140), bei dem
federungslos in einem Drehgestellrahmen gelagerten Radsätzen Bremsscheiben zugeordnet
sind, denen Bremseinheiten an einem Träger gegenüberstehen. Dieser Träger ist Doppel-T-förmig
ausgebildet und mit den parallel zueinander verlaufenden Stäben in Langträgern des
Drehgestellrahmens schwenkbar gehalten. Dabei ist der Drehgestellrahmen mit einem
Querträger versehen, der in einem der Langträger drehbar gelagert ist, so daß ein
Verwinden des Drehgestellrahmens möglich ist. Diese Verwindung wird von einem Verbindungssteg
des die Bremseinheit halteden Trägers aufgenommen, der im übrigen aber unelastisch
mit dem Drehgestellrahmen verbunden ist.
[0004] Schließlich ist es bei einem mehrachsigen Laufwerk für ein Schienenfahrzeug auch
bekannnt (DE-U-9010378), jedem der beiden Radsätze einen Führungsrahmen zuzuordnen,
der mittels hülsenförmiger gummielastischer Elemente am Drehgestellrahmen schwenkbarer
angelenkt ist und im Bereich der Radlager über Primärfederelemente am Drehgestellrahmen
abgestützt ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Laufwerk für ein Schienenfahrzeug
zu schaffen, das über die Einführung einer quer-abgefederten Komponentenebene eine
Reduktion des Querkraftniveaus im Rad-Schiene-Berührpunkt ermöglicht und eine vereinfachte
Ausführung der zwischen Primär-und Sekundärebene angeordneten tragenden Struktur (Drehgestellrahmen)
erlaubt.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 genannten Merkmalen
gelöst. Fortbildungen und besondere Ausführungen der Erfindung sind in den weiteren
Ansprüchen umfaßt.
[0007] Bei einem Aufbau eines Laufwerks gemäß der Erfindung wird eine in sich geschlossene
Baugruppe für Komponeten geschaffen,die eine Bremsausrüstung oder auch zusätzlich
oder statt dieser Motor- und Getriebeelememte umfassen kann.Diese Baugruppe kann dabei
unabhängig von dem zwischen Primär-und Sekundärfederebene angeordneten und lediglich
aus Lang-und Querträgern gebildeten Laufwerksrahmen hergesellt und schließlich auf
diesem Laufwerksrahmen über elastische Aufhängungselemente darauf festgesetzt werden
. Dadurch werden starre Kopplungen dieser Baugruppe bzw.Komponenten mit dem Drehgestellrahmen
vermieden, wodurch hinsichtlich der Traktionskräfte eine Reduktion des Querkraftniveaus
im Rad-Schiene-Berührpunkt bei einfacher Ausführung der tragenden Struktur des Drehgestellrahmens
ermöglicht wird. Die Baugruppe ist in vorteilhafter Weise mit einer minimierten Anzahl
von Aufhängungspunkten in den elastischen Aufhängungselementen im Rahmen des Laufwerks
aufgehängt, wobei die Baugruppe oberhalb des Rahmens des Laufwerks angeordnet ist.
[0008] Die Anordnung der Aufhängungspunkte soll in Bereichen, die in Bezug auf die Dauerfestigkeit
des Rahmens als unkritisch einzustufen sind, z.B. in ausreichender Entfernung vom
Querträger-Langträgeranschluß erfolgen.
[0009] Die Charakteristik der Aufhängungselemente, die aus zwischen Lagerböcken und Lageraugen
des Drehgestellrahmens gehaltenen Metalldornen bestehen, wobei die Metalldorne von
einer elastomeren Schicht umgeben und in einer mit der Baugruppe festverbundenen Metallhülse
eingefaßt sind, sollte so ausgelegt sein, daß die Baugruppe quer, bzw. um die Hochachse
drehbar weichgelagert, in Wirkungsrichtung der Komponenten jedoch hart geführt wird.
Die Abstimmung der Charakteristik kann so erfolgen, daß die Baugruppe eine Tilgerfunktion
in Bezug auf die Drehgestellschwingung, bzw. auf Wendebewegungen bei Erreichen des
Grenzzykellaufs zukommt.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen beispielhaft näher beschrieben.
Dabei zeigen:
- Fig. 1)
- eine Draufsicht auf ein Laufwerk mit eingebauter Baugruppe;
- Fig. 2)
- eine Untersicht unter den ausgebauten Baugruppenträger;
- Fig. 3)
- eine Seitenansicht zu Fig. 2);
- Fig. 4)
- eine Vorderansicht zu Fig. 2).
[0011] Das Laufwerk gemäß Fig. 1 besteht aus zwei Radsätzen 4, 5, die über Langträger 2
und Querträger 3 zu einem Drehgestell vereinigt sind. Auf dem Drehgestellrahmen aus
Lang- und Querträgern 2, 3 ist die Baugruppe 6 gelagert, die aus einer rahmenförmigen
Schweißkonstruktion besteht, die kleiner ist, als der Drehgestellrahmen und sich innerhalb
der Langträger 2 über die Querträger 3 erstreckt und an deren schmalen Enden die Bremseinheiten
15 für die Bremsscheiben 14 der Achsen 16 der Radsätze 4, 5 gehalten werden.
[0012] Die Baugruppe 6 besteht, wie in Fig. 2 bis 4 gezeigt, aus einem Baugruppenträger
mit Längsträgern 6' und Querträgern 6'', an denen verschiedene Halterungen und Aufnahmen
angebracht sind. Die Baugruppe 6 ist mit Aufhängungselementen 7 auf dem Drehgestellrahmen
gelagert. Die Aufhängungselemente 7 bestehen aus Metalldornen 7', die in Böcken auf
dem Drehgestellrahmen gelagert sind. Die Metalldorne 7' sind mit einer elastomeren
Schicht überzogen und werden in Metallhülsen 7'' gehalten, die mit der Unterseite
der Baugruppe 6 fest verbunden sind. Die Aufhängungselemente 7 sind in Verwindungsrichtung
um ein mehrfaches elastischer eingestellt, als in gerader Richtung.
[0013] Die Halterungen, bzw. Aufnahmen an der Baugruppe 6 umfassen die angeschweißten Aufhänger
9 für die Bremseinheiten 15, die an beiden Querträgern 6'' angeordnet sind, Aufhänger
11 für Magnetschienenbremsen an die Längsträgern 6', eine Halterung 12 für Kabel und
Schläuche an dem einen Querträger 6'' und eine Halterung 13 für Kabel an dem anderen
Querträger 6''. Kabelschutzrohre 14.1 sind in die Baugruppe 6 integriert. In Abwandlungen
zu dem gezeigten Beispiel können zusätzlich zu den Bremseinheiten oder statt dieser
auch Motor- und Getriebeelemente in der Baugruppe 6 aufgehängt sein.
1. Laufwerk für ein Schienenfahrzeug, mit einem zwei Radsätze (4, 5) führenden Drehgestellrahmen
(2, 3), mit einer Primär- und einer Sekundärfederebene, und mit einer elastisch auf
dem Drehgestellrahmen (2, 3) sitzenden Baugruppe (6), die einen oberhalb des Drehgestellrahmens
(2, 3) angeordneten Baugruppenrahmen (6', 6'') mit wenigstens einem Antriebsmotor
und/oder mit mindestens einer Bremsausrüstung (14, 15) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehgestellrahmen fest miteinander verbundene Langträger (2) und Querträger
(3) aufweist sowie zwischen Primär- und Sekundärfederebene angeordnet ist, daß der
Baugruppenrahmen (6', 6'') sich innerhalb der Langträger (2) des Drehgestellrahmens
(2, 3) und der Achsen (16) der Radsätze (4, 5) erstreckt sowie an seinen schmalen
Enden Bremseinheiten (15) für auf den Achsen (16) der Radsätze (4, 5) angeordnete
Bremsscheiben (14) hält und daß der Baugruppenrahmen (6', 6'') an gesonderten elastischen
Aufhängungselementen (7) am Drehgestellrahmen (2, 3) aufgehängt ist, wobei die Aufhängungselemente
(7) aus zwischen Lagerböcken und Lageraugen des Drehgestellrahmens (2, 3) gehaltenen
Metalldornen (7') besteht und die Metalldorne (7') von einer elastomeren Schicht umgeben
und in einer mit der Baugruppe (6) verbundenen Metallhülse (7'') eingefaßt sind.
2. Laufwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Charakteristik der Aufhängungselemente
(7) so ausgelegt ist, daß die Baugruppe (6) quer bzw. um die Hochachse drehbar weich
gelagert, in Wirkungsrichtung der Komponenten jedoch hart geführt wird.
3. Laufwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstimmung der Charakteristik
so erfolgt, daß die Baugruppe (6) eine Tilgerfunktion in Bezug auf die Drehgestellschwingung,
bzw. auf Wendebewegungen bei Erreichen des Grenzzykellaufs zukommt.
1. Running gear for a rail vehicle, comprising a bogie frame (2, 3) guiding two wheelsets
(4, 5), a primary and a secondary spring plane, and a sub-assembly (6), resiliently
seated on the bogie frame (2, 3), which has a sub-assembly frame (6', 6'') arranged
above the bogie frame (2, 3) and comprising at least one drive motor and/or at least
one brake gear (14, 15), characterised in that the bogie frame has longitudinal members
(2) and cross-members (3) which are fixedly joined together, and is arranged between
the primary and secondary spring plane, in that the sub-assembly frame (6', 6'') extends
inside the longitudinal members (2) of the bogie frame (2, 3) and the axes (16) of
the wheelsets (4, 5), and at its narrow ends holds brake units (15) for brake discs
(14) arranged on the axles (16) of the wheelsets (4, 5), and in that the sub-assembly
frame (6', 6'') is attached to the bogie frame (2, 3) by separate resilient attachment
elements (7), the attachment elements (7) consisting of metal pins (7') held between
bearing blocks and bearing eyes of the bogie frame (2, 3) and the metal pins (7')
being surrounded by an elastomeric layer and enclosed in a metal sleeve (7'') connected
to the sub-assembly (6).
2. Running gear according to Claim 1, characterised in that the characteristics of the
attachment elements (7) are such that the sub-assembly (6) is non-rigidly mounted
transversely to or rotatable around the vertical axis but is guided rigidly in the
direction of action of the components.
3. Running gear according to Claim 2, characterised in that the characteristics are adapted
such that the sub-assembly (6) is assigned an absorption function with respect to
the bogie vibration or turning movements when the cycle limit is reached.
1. Organe de roulement pour un véhicule ferroviaire, avec un châssis de bogie (2, 3),
guidant deux essieux montés (4, 5), avec un premier étage de suspension et un deuxième
étage de suspension, et avec un sous-ensemble (6), qui s'appuie d'une manière élastique
contre le châssis de bogie (2, 3), sous-ensemble qui comporte un châssis de sous-ensemble
(6', 6''), disposé au-dessus du châssis de bogie (2, 3) et comportant au moins un
moteur d'entraînement et/ou au moins un équipement de frein (14, 15), caractérisé
en ce que le châssis de bogie comporte des longrines longitudinales (2) et des longrines
transversales (3) fermement assemblées l'une à l'autre et est disposé entre les étages
de suspension primaire et secondaire ; que le châssis de sous-ensemble (6', 6'') s'étend
à l'intérieur des longrines longitudinales (2) du châssis de bogie (2, 3) et des arbres
(16) des essieux montés (4, 5), et, au niveau de ses extrémités étroites, comporte
des unités de frein (15) pour les disques de frein (14) disposés sur les arbres (16)
des essieux montés (4, 5) ; et que le châssis de sous-ensemble (6', 6'') est suspendu
au châssis de bogie (2, 3) par des éléments de suspension élastique distincts (7),
auquel cas les éléments de suspension (7) sont constitués de goujons métalliques (7'),
maintenus entre les paliers et les oeillets de palier du châssis de bogie (2, 3),
et les goujons métalliques (7') sont entourés d'une couche élastomère et sont enchâssés
dans une douille métallique (7''), reliée au sous-ensemble (6).
2. Organe de roulement selon la revendication 1, caractérisé en ce que la caractéristique
des éléments de suspension (7) est dimensionnée de façon que le sous-ensemble (6)
soit logé en ajustement lâche, transversalement ou en rotation autour de l'axe vertical,
mais étant guidé en ajustement dur dans la direction d'action des composantes.
3. Organe de roulement selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'adaptation de
la caractéristique est réalisée de telle sorte que le sous-ensemble (6) se voit conférer
une fonction de suppression de l'oscillation de bogie, ou encore des mouvements de
rebroussement quand on atteint la marche en cycle limite.

