[0001] Die Erfindung betrifft ein verfahren und eine Klimaanlage zur Regelung des Klimas
in einem aus einem ersten und einem zweiten Halbraum bestehenden Innenraum eines Fahrzeuges.
[0002] Es sind Klimaanlagen für Fahrzeuge bekannt, bei denen der oder die Sollwerte für
einzelne Bereiche des Fahrzeug-Innenraums getrennt vorgegeben werden. Eine derartige
Klimaanlage ist beispielsweise in DE 34 09 321 C2 beschrieben. Bei der bekannten Klimaanlage
lassen sich die Innenraum-Sollwerttemperaturen, der Luftdurchsatz und die Luftverteilung
für die Fahrer- und Beifahrerseite getrennt voneinander über Tasten vorgeben. Die
Klimaanlage ist dabei mit einer einzigen Klimatisierungsvorrichtung versehen, die
aus einer Kühl-/Heizvorrichtung zum Temperieren von über ein Gebläse zugeführter Luft
und aus einer Luftverteilungsvorrichtung zum Verteilen der temperierten Luft auf unterschiedliche
Ausströmöffnungen (Fußraum-, Mittel- oder Mannanström- und Defroster-Düsen) besteht.
Zur Veränderung des Luftdurchsatzes, der Lufttemperatur und der Luftverteilung sind
entsprechende Stellglieder vorgesehen. Zur Klimaregelung wird die an einer Stelle
des Innenraums gemessene Innenraumtemperatur einer Regelvorrichtung zugeführt, die
die Stellglieder der Klimatisierungsvorrichtung in Abhängigkeit von der gemessenen
Innenraumtemperatur und einem oder mehreren Sollwerten sowie den für die Fahrer- und
Beifahrerseite gegebenenfalls unterschiedlichen Vorgabewerten ansteuert.
[0003] Je nach der Größe und der Beschaffenheit eines Fahrzeug-Innenraums ist es erforderlich,
mehrere der oben beschriebenen Klimatisierungsvorrichtungen vorzusehen. Dabei ist
jede Klimatisierungsvorrichtung einem bestimmten Bereich des Fahrzeug-Innenraums zugeordnet.
Mehrere Klimatisierungsvorrichtungen sind insbesondere dann erforderlich, wenn die
zu regelnden Klimazonen nicht nebeneinander liegen, wie dies bei der aus DE 34 09
321 C2 beschriebenen Klimaanlage der Fall ist, sondern - in Fahrtrichtung - hintereinander
liegen, wie dies beispielsweise bei einem Transporter, Kleinbus o.dgl. eher der Fall
ist. Das Problem der Klimaregelung bei einem Fahrzeug mit mehreren Klimazonen besteht
darin, die Anzahl der Meßfühler zum Ermitteln der das Klima repräsentierenden Klimaparameter
so gering wie möglich und diese Meßfühler an Stellen innerhalb des Fahrzeug-Innenraums
anzuordnen, an denen sie sich für die Fahrgäste nicht störend auswirken, dennoch aber
einen für das Klima repräsentativen Meßwert liefern.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Klimaanlage zur
Regelung des Klimas in einem aus einem ersten und einem zweiten Halbraum bestehenden
Innenraum eines Kraftfahrzeuges zu schaffen, bei denen das Klima in den beiden Halbräumen
trotz Verwendung lediglich eines Meßfühlers für mindestens einen das Klima eines der
beiden Halbräume repräsentierenden Klimaparameter dem eingestellten Vorgabewert entsprechend
geregelt wird.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Verfahren vorgeschlagen, bei
dem dem ersten Halbraum zur Erzeugung eines Klimas, das durch mindestens einen ersten
Klimaparameter, insbesondere die Innenraumtemperatur, spezifiziert ist, über eine
erste Klimatisierungsvorrichtung Luft mit ersten Luftzuführparametern, wie z.B. Lufttemperatur,
Luftdurchsatz und Luftverteilung, zugeführt wird und bei dem dem zweiten Halbraum
zur Erzeugung eines Klimas, das durch mindestens einen zweiten Klimaparameter, insbesondere
ebenfalls die Innenraumtemperatur, spezifiziert ist, über eine zweite Klimatisierungsvorrichtung
Luft mit zweiten Luftzuführparametern (Lufttemperatur, Luftdurchsatz, Luftverteilung)
zugeführt wird.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der mindestens eine für das Klima innerhalb
eines der beiden Halbräume repräsentative (erste oder zweite) Klimaparameter gemessen
und zusammen mit einem für diesen Klimaparameter eingestellten Sollwert getrennt oder
als Differenzsignal einer Regelung zugeführt. Durch diese Regelung wird der Klimaparameter,
der meßtechnisch erfaßt wird, geregelt, indem die dem zugehörigen Halbraum zugeordnete
Klimatisierungsvorrichtung entsprechend eingestellt wird. Auf der Grundlage der Regelung
des mindestens einen (ersten oder zweiten) Klimaparameters wird aber gleichzeitig
auch die Klimatisierungsvorrichtung für den jeweils anderen Halbraum gesteuert. Das
Ausgangssignal der Regelung für die eine Klimatisierungsvorrichtung wird dabei einer
Steuerung für die andere Klimatisierungsvorrichtung zugeführt.
[0007] Die erfindungsgemäße Klimaanlage ist versehen mit einer ersten Klimatisierungsvorrichtung
zum Erzeugen von dem ersten Halbraum zuzuführender Luft mit ersten Luftzuführparametern
für ein durch mindestens einen ersten Klimaparameter spezifizierbares Klima innerhalb
des ersten Halbraums.
[0008] Nach der Erfindung wird das Klima in beiden Halbräumen des Fahrzeug-Innenraums anhand
des Meßsignals für mindestens einen Klimaparameter lediglich eines der beiden Halbräume
geregelt bzw. gesteuert. Bei diesem meßtechnisch erfaßten Klimaparameter handelt es
sich im Regelfall um die Innenraumtemperatur. Es wäre aber auch denkbar, daß anstelle
oder zusätzlich zu der Innenraumtemperatur auch die Feuchtigkeit der Luft im Fahrzeug-Innenraum
meßtechnisch erfaßt und das Klima auch in Abhängigkeit von einer vorgegebenen Luftfeuchtigkeit
geregelt wird. Bei der nachfolgenden Beschreibung der Erfindung wird aus Vereinfachungsgründen
davon ausgegangen, daß das Klima lediglich anhand der vorgegebenen Innenraumtemperatur
eingestellt wird.
[0009] Die Innenraumtemperatur für beide Halbräume wird geregelt bzw. gesteuert, ohne daß
pro Halbraum ein entsprechender Meßfühler vorgesehen ist. Vielmehr ist nach der Erfindung
vorgesehen, einen einzigen Meßfühler innerhalb eines der beiden Halbräume anzuordnen.
Es hat sich herausgestellt, daß die Anordnung dieses Meßfühlers im Armaturenbrett
(Schalttafel) des Fahrzeuges geeignet ist, um einen für den Fahrzeug-Innenraum repräsentativen
Meßwert zu liefern. Diese Anordnung des Meßfühlers kann nach der Erfindung beibehalten
bleiben, um bei Unterteilung des Fahrzeug-Innenraumes in zwei hintereinanderliegende
Halbräume die Innenraumtemperatur für beide Halbräume zuverlässig zu regeln bzw. nachzuführen.
Dabei handelt es sich bei der Innenraumtemperatur-Regelung für den hinteren Halbraum
um sozusagen eine "intelligente" Steuerung, die in Abhängigkeit von der Innenraumtemperatur-Regelung
für den vorderen Halbraum erfolgt, zu deren Zweck die Innenraumtemperatur mit dem
Meßfühler gemessen wird. Das sich aus der Innenraumtemperatur-Regelung für den vorderen
Halbraum ergebende Ansteuerungssignal für die Stellglieder der dem vorderen oder ersten
Halbraum zugeordneten ersten Klimatisierungsvorrichtung wird einer Steuerung zugeführt,
die ein Ausgangssignal zum Ansteuern der Stellglieder der dem hinteren oder zweiten
Halbraum zugeordneten zweiten Klimatisierungsvorrichtung liefert. Die Umsetzung des
Eingangssignals der Steuerung in das Ausgangssignal erfolgt dabei in Abhängigkeit
von der Konfiguration des Fahrzeug-Innenraums. Über die allmähliche Vermischung der
Luft beider Halbräume wird mit einem bestimmten Zeitverhalten auch die Innenraumtemperatur
des hinteren Halbraums von dem im vorderen Halbraum angeordneten Meßfühler erfaßt.
Insofern wird also auch die Temperatur des hinteren Halbraums geregelt, wobei die
Regelstrecken zwischen den beiden Klimatisierungsvorrichtung und dem einen Meßfühler
unterschiedlich sind. Die Unterschiede zwischen den Regelstrecken werden in der Steuerung
für die Umsetzung des Ausgangssignals der Innenraumtemperatur-Regelung für den vorderen
Halbraum in das Ansteuerungssignal für die Klimatisierungsvorrichtung des hinteren
Halbraums berücksichtigt.
[0010] Mit der Erfindung werden ein Verfahren zur Klimaregelung bei Fahrzeugen und eine
Klimaanlage für Fahrzeuge vorgeschlagen, bei denen der oder die das Klima des einen
Halbraums bestimmenden Klimaparameter in Abhängigkeit von dem oder den das Klima des
anderen Halbraums bestimmenden geregelten Klimaparametern gesteuert werden, um der
Klimaregelung über die Klimaerfassung mit Hilfe des oder den lediglich in dem einen
Halbraum untergebrachten Meßfühlern indirekt rückgeführt zu werden.
[0011] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Steuerung des
mindestens einen zweiten Klimaparameters für das Klima des nicht mit dem Meßfühler
versehenen zweiten Halbraums auch unter Berücksichtigung eines (für den zweiten Halbraum)
separat vom ersten Sollwert vorgebbaren zweiten Sollwert für den mindestens einen
zweiten Klimaparameter erfolgt. Bei dem mindestens einen zweiten Klimaparameter für
den zweiten Halbraum handelt es sich ebenfalls vorteilhafterweise um die Innenraumtemperatur.
Bei der hier beschriebenen Variante der Erfindung ist es also möglich, die Innenraumtemperatur
für den zweiten Halbraum, der nicht mit einem Innenraumtemperatur-Meßfühler versehen
ist, separat vom Innenraumtemperatur-Sollwert für den anderen Halbraum vorzugeben.
Vorteilhafterweise läßt sich der Sollwert für den mindestens einen zweiten Klimaparameter
lediglich in Abhängigkeit von der Größe des Sollwerts für den mindestens einen ersten
Klimaparameter vorgeben, indem der zweite Sollwert lediglich um einen bestimmten prozentualen
Betrag oder um einen konstanten Betrag von der Größe des ersten Sollwerts abweichend
vorgegeben werden darf.
[0012] Vorzugsweise läßt sich jeweils mindestens einer der ersten bzw. zweiten Luftzuführparameter
auch unter Berücksichtigung jeweils mindestens eines separat einstellbaren Vorgabewerts
wählen. Hierbei ist beispielsweise daran gedacht, die Luftdurchsätze für die beiden
Halbräume gegebenenfalls unterschiedlich vorzugeben.
[0013] Vorteilhafterweise wird der mindestens eine zweite Klimaparameter (Innenraumtemperatur
für den hinteren Halbraum) auf der Grundlage einer Steuergröße vorgegeben, die den
thermischen Energiebedarf für das durch den mindestens einen zweiten Klimaparameter
spezifizierte Klima des hinteren Halbraums repräsentiert, wobei die zweite Klimatisierungsvorrichtung
der Steuergröße entsprechend gesteuert wird. Die Steuergröße kann in Form einer Führungsmatrix
dargestellt werden, deren Elemente die zweiten Luftzuführparameter repräsentieren.
Insbesondere umfaßt die Führungsmatrix Angaben über die Temperatur und den Durchsatz
der dem hinteren Halbraum zugeführten Luft. Bei Vorgabe eines vom ersten Sollwert
für den vorderen Halbraum abweichenden zweiten Sollwert für den hinteren Halbraum
wird die Führungsmatrix zeilen- bzw. spaltenweise mit den Sollwertunterschieden entsprechenden
Offset-Werten beaufschlagt. Während sich ein Innenraumtemperatur-Sollwert auf eine
Veränderung sowohl der Temperatur als auch des Durchsatzes der dem hinteren Halbraum
zugeführten Luft auswirkt, wirkt sich die Vorgabe der Geschwindigkeit der dem hinteren
Halbraum zugeführten Luft auf die den Luftdurchsatz für Warm- und den Luftdurchsatz
für Kaltluft repräsentierenden Elemente der Führungsmatrix aus.
[0014] Nachfolgend wird anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Im einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- schematisch einen Kleintransporter mit zwei Klimatisierungsvorrichtungen mit eingezeichneten
Warmluft- und Kaltluftströmungen und Stellgliedern sowie Sensoren und
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild der Regelung bzw. Steuerung der beiden Klimatisierungsvorrichtung
zur Erzielung eines Klimas im Fahrzeug-Innenraum mit vorgebbarer Innenraumtemperatur.
[0015] In Fig. 1 ist stark schematisiert und in Seitenansicht ein Kleinbus 10 dargestellt.
Der Innenraum 12 des Fahrzeuges ist in einen ersten vorderen Halbraum 14 für den Fahrer
und den Beifahrer und in einen zweiten hinteren Halbraum 16 für die übrigen Fahrgäste
unterteilt. Die beiden Halbräume 14,16 sind nicht voneinander getrennt; die gestrichelte
Linie in Fig. 1 soll lediglich die Grenzfläche zwischen den beiden Halbräumen 14,16
andeuten. Pro Halbraum ist eine Klimatisierungsvorrichtung vorgesehen, wobei die erste
Klimatisierungsvorrichtung 18 zur Erzeugung von temperierter Luft für den vorderen
Halbraum 14 und die zweite Klimatisierungsvorrichtung 20 zur Erzeugung von temperierter
Luft für den hinteren Halbraum 16 vorgesehen ist. Beide Klimatisierungsvorrichtungen
18,20 weisen jeweils ein Kühlaggregat 22,24 und ein Heizaggregat 26,28 auf. Während
das Kühlaggregat 22 und das Heizaggregat 26 der ersten Klimatisierungsvorrichtung
18 direkt hintereinander angeordnet sind (Reheat-Verfahren) sind die beiden Aggregate
24,28 der zweiten Klimatisierungsvorrichtung 20 räumlich voneinander getrennt angeordnet.
Die Kühlmittel- bzw. Wärmemittelkreisläufe sämtlicher Aggregate werden über Stellglieder
30,32,34,36 in Form von Ventilen gesteuert. Während die erste Klimatisierungsvorrichtung
18 ein zwischen ihrem Kühl- und ihrem Heizaggregat 22,26 angeordnetes Gebläse 38 aufweist,
ist den beiden Aggregaten 24,28 der zweiten Klimatisierungsvorrichtung 18 jeweils
ein separates Gebläse 40,42 zugeordnet. Die von dem Gebläse 38 erzeugte und durch
die Kühl- und Heizaggregate 22,26 der ersten Klimatisierungsvorrichtung 18 erwärmte
Luft wird dem vorderen Halbraum 14 über die Fußraumdüsen, die Mannanströmdüsen und
die Defroster-Düsen zugeführt. Die Luftverteilung auf diese Düsen erfolgt durch (in
Fig. 1 nicht eingezeichnete) Stellklappen. Warmluft wird dem vorderen Halbraum 14
vornehmlich über die Fußraumdüsen zugeführt, während Kaltluft über die Defroster-Düsen
in den vorderen Halbraum 14 gelangt, es sei denn, daß die erste Klimatisierungsvorrichtung
18 im Defroster-Betrieb arbeitet. Das Heizaggregat 28 der zweiten Klimatisierungsvorrichtung
20 ist im Bodenbereich des Kleinbusses 10 angeordnet, so daß die über Fußraumöffnungen
ausströmende Warmluft innerhalb des zweiten Halbraumes 16 aufsteigen kann, was durch
entsprechende Strömungspfeile in Fig. 1 angedeutet ist. Das Kühlaggregat 24 der zweiten
Klimatisierungsvorrichtung 20 ist im Heckbereich angeordnet; die Kühlluft gelangt
über Dach-Ausströmer von oben in den zweiten Halbraum 16, was durch entsprechende
Strömungspfeile in Fig. 1 angedeutet ist. Die Verteilung der dem hinteren Halbraum
16 zugeführten temperierten Luft über die Fußraumöffnungen und die Dachausströmer
erfolgt durch entsprechende Stellung von Steuerklappen.
[0016] Zur Ermittlung der Ausblastemperaturen sind Temperatursensoren 44,46 und 48 vorgesehen.
Die Außentemperatur wird durch einen Außentemperaturfühler 50 ermittelt. Die Sonnenstrahlung,
der der Kleinbus 10 ausgesetzt ist, wird über einen Sonnenstrahlungssensor 52 erfaßt.
Die Innenraumtemperatur für beide Halbräume 14,16 wird durch einen Innenraumtemperatursensor
54 meßtechnisch erfaßt, der im bzw. am Armaturenbrett 56, also innerhalb des vorderen
Halbraumes 14 angeordnet ist.
[0017] Anhand des Blockschaltbildes nach Fig. 2 soll nachfolgend die Temperaturregelung
für den Innenraum 12 des Kleinbusses 10 gemäß Fig. 1 erläutert werden. Über ein Bedien-Tastenfeld
der Klimaanlage wird ein Sollwert für die Innenraumtemperatur des vorderen Halbraums
14 vorgegeben. Das Differenzsignal aus dem Meßsignal des Innenraumtemperatursensors
54 und dem Sollwert wird einer Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58 zur Regelung
der Innenraum des vorderen Halbraums 14 zugeführt. Die Regeleinrichtung 58 empfängt
überdies Signale von dem Sonnenstrahlungssensor 52, dem Außentemperaturfühler 50 und
einem die Kühlwassertemperatur erfassenden (in Fig. 1 nicht eingezeichneten) Sensors.
[0018] Auf der Grundlage des Ausgangssignal der Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58
wird die erste Klimatisierungsvorrichtung 18 für den vorderen Halbraum 14 gesteuert.
Ferner wird das Ausgangssignal der Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58 auch einer
Steuerschaltung 60 zugeführt, die das empfangene Signal in Ansteuerungssignale für
die Stellglieder der zweiten Klimatisierungsvorrichtung 20 für den hinteren Halbraum
16 umsetzt. Die von den beiden Klimatisierungsvorrichtungen 18,20 temperierte Luft
wird den beiden Halbräumen 14,16, also dem Innenraum 12 des Kleinbusses 10 zugeführt.
Über den Innenraumtemperatursensor 54 wird die Temperatur des Innenraums 12 erfaßt.
[0019] Der Hauptaspekt der Klimaanlage für den Kleinbus 10 ist darin zu sehen, daß die zweite
Klimatisierungsvorrichtung 20 für den hinteren Halbraum 16 in Abhängigkeit von dem
von der Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58 gelieferten Ausgangssignal zur Ansteuerung
der ersten Klimatisierungsvorrichtung 18 für den vorderen Halbraum 14 gesteuert wird.
Dabei wird das Ausgangssignal der Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58 in der Steuerschaltung
60 umgesetzt, und zwar derart, daß die von der zweiten Klimatisierungsvorrichtung
20 gelieferte thermische Energie dem Energiebedarf des hinteren Halbraums 16 unter
Berücksichtigung der Innenraumtemperatur-Vorgabe, der gemessenen Innenraumtemperatur,
der Fahrzeugumfeldbedingungen und der von der ersten Klimatisierungsvorrichtung 18
dem vorderen Halbraum 14 zugeführten thermischen Energie entspricht.
[0020] Über das Bedien-Tastenfeld der Klimaanlage kann der Steuerschaltung 60 ein Sollwert-Innenraumtemperatur-Offset
für den hinteren Halbraum 16 zugeführt werden. Ebenso ist es möglich, die Luftgeschwindigkeit
für die ausströmende Luft des hinteren Halbraums 16 separat einzustellen (Luftgeschwindigkeit-Offset).
Über eine weitere Taste kann auch die Luftgeschwindigkeit der dem vorderen Halbraum
14 zugeführten Luft manuell eingestellt werden, was in Fig. 2 aus Gründen der besseren
Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet ist. Eine Abweichung des Sollwertes für die
Innenraumtemperatur im hinteren Halbraum 16 gegenüber dem Sollwert für die Innenraumtemperatur
des vorderen Halbraums 14 ist lediglich in einem bestimmten Maße möglich, da ansonsten
die von dem Innenraumtemperatursensor 54 gemessene Temperatur nicht mehr für den vorderen
Halbraum 14 repräsentativ ist. Die Offset-Vorgabe für die Sollwert-Temperatur des
hinteren Halbraums 16 sollte nicht mehr als wenige °C von dem Sollwert für die Innenraumtemperatur
des vorderen Halbraums 14 abweichen. Die in der Steuerschaltung 60 aus dem Ausgangssignal
der Innenraumtemperatur-Regeleinrichtung 58 etablierte Steuergröße kann als Steuermatrix
für die zweite Klimatisierungsvorrichtung 20 des hinteren Halbraums 16 aufgefaßt werden.
Diese 2x2 Matrix stellt sich wie folgt dar:

wobei φ
HEIZ den Luftdurchsatz für die Warmluft, φ
KÜHL die den Luftdurchsatz für die Kaltluft, T
HEIZ die Warmlufttemperatur und T
KÜHL die Kaltlufttemperatur der dem hinteren Halbraum 16 zugeführten Luft repräsentiert.
Bei vom Automatikbetrieb abweichenden manuellen Vorgaben für die Innenraumtemperatur
des hinteren Halbraums 16 wird die gesamte Matrix M zeilen- bzw. spaltenweise mit
Offset-Werten beaufschlagt. Bei einer Variation der Geschwindigkeit der dem hinteren
Halbraum zugeführten Luft ändern sich lediglich die Parameter φ
HEIZ und φ
KÜHL der obigen Matrix M.
1. Verfahren zur Regelung des Klimas in einem aus einem ersten und einem zweiten Halbraum
bestehenden Innenraum eines Fahrzeuges, bei dem
- dem ersten Halbraum (14) zur Erzeugung eines Klimas, das durch mindestens einen
ersten Klimaparameter, insbesondere die Innenraumtemperatur, spezifiziert ist, über
eine erste Klimatisierungsvorrichtung (18) Luft mit ersten Luftzuführparametern zugeführt
wird,
- dem zweiten Kalbraum (16) zur Erzeugung eines Klimas, das durch mindestens einen
zweiten Klimaparameter, insbesondere ebenfalls die Innenraumtemperatur, spezifiziert
ist, über eine zweite Klimatisierungsvorrichtung (20) Luft mit zweiten Luftzuführparametern
zugeführt wird,
- der mindestens eine erste Klimaparameter gemessen wird,
- der mindestens eine erste Klimaparameter in Abhängigkeit von unter anderem der Abweichung
des Meßwerts von einem vorgebbaren ersten Sollwert für den mindestens einen ersten
Klimaparameter geregelt und die erste Klimatisierungsvorrichtung (18) entsprechend
eingestellt wird und
- der mindestens eine zweite Klimaparameter auf der Grundlage der Regelung des mindestens
einen ersten Klimaparameters vorgegeben und die zweite Klimatisierungsvorrichtung
(20) dem derart vorgegebenen mindestens einen zweiten Klimaparameter entsprechend
gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine zweite
Klimaparameter auf der Grundlage einer Steuergröße (M) vorgegeben wird, die den thermischen
Energiebedarf für das durch den mindestens einen zweiten Klimaparameter spezifizierte
Klima des zweiten Halbraums (16) repräsentiert, und daß die zweite Klimatisierungsvorrichtung
(20) der Steuergröße (M) entsprechend gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens eine
zweite Klimaparameter auch unter Berücksichtigung eines separat vom ersten Sollwert
vorgebbaren zweiten Sollwert für den mindestens einen zweiten Klimaparameter gesteuert
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe des zweiten Sollwerts
von der Größe des ersten Sollwerts abhängig gewählt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
einer der ersten und/oder mindestens einer der zweiten Luftzuführparameter auch unter
Berücksichtigung jeweils mindestens eines separat einstellbaren Vorgabewerts gewählt
wird.
6. Klimaanlage für einen aus einem ersten und einem zweiten Halbraum bestehenden Innenraum
eines Fahrzeuges, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit
- einer ersten Klimatisierungsvorrichtung (18) zum Erzeugen von dem ersten Halbraum
(14) zuzuführender Luft mit ersten Luftzuführparametern für ein durch mindestens einen
ersten Klimaparameter spezifizierbares Klima innerhalb des ersten Halbraums (14),
- einer zweiten Klimatisierungsvorrichtung (20) zum Erzeugen von dem zweiten Halbraum
(16) zuzuführender Luft mit zweiten Luftzuführparametern für ein durch mindestens
einen zweiten Klimaparameter spezifizierbares Klima innerhalb des zweiten Halbraums
(16),
- einer Meßvorrichtung (54) zum Erfassen des mindestens einen ersten Klimaparameters,
- einer Einstellvorrichtung zum Vorgeben eines Sollwerts für den mindestens einen
ersten Klimaparameter,
- einer mit der ersten Klimatisierungsvorrichtung (18) verbundenen Regeleinrichtung
(58) zur Regelung des mindestens einen ersten Klimaparameters in Abhängigkeit von
dem Meßwert und dem Sollwert für den mindestens einen ersten Klimaparameter und
- einer mit der zweiten Klimatisierungsvorrichtung (20) verbundenen Steuervorrichtung
(60) zur Steuerung der zweiten Klimatisierungsvorrichtung (20) in Abhängigkeit von
der Regelung des mindestens einen ersten Klimaparameters.
7. Klimaanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (60)
die zweite Klimatisierungsvorrichtung (20) zusätzlich unter Berücksichtigung eines
vorgebbaren zweiten Sollwerts für den mindestens einen zu steuernden zweiten Klimaparameter
steuert.
8. Klimaanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe des zweiten Sollwerts
von der Größe des ersten Sollwerts abhängig vorgebbar ist.
9. Klimaanlage nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
einer der ersten und/oder mindestens einer der zweiten Luftzuführparameter auch unter
Berücksichtigung mindestens eines separat einstellbaren Vorgabewerts gewählt ist.