[0001] Die Erfindung betrifft eine Stirlingmaschine mit Wärme-tauscher, die für Nieder-
bis Mitteltemperaturbetrieb, d.h. für kleines Kompressionsverhältnis und großes verdrängtes
Volumen ausgelegt ist, bei der zwischen zwei zueinander parallelen Gehäuseplatten
eines Gehäuses eine Verdrängerplatte hin- und herbeweglich ist, die entlang dem Umfang
frei von Gleitreibung gegenüber den Stirnseiten des Gehäuse ist, bei der die Verdrängerplatte
zwei Arbeitsgasteilvolumina: Expansionsraum und Kompressionsraum voneinander trennt,
denen zum Wärmeaustausch Kühler und Erhitzer zugeordnet sind, bei der die beiden Arbeitsgasteilvolumina
über einen Regenerator miteinander verbunden sind, und bei der die Hin- und Herbewegung
der Verdrängerplatte sich unter Phasenversatz im Takt mit einem Arbeitskolben befindet.
[0002] Bei einer bekannten (DE-DS 30 15 815) Stirlingmaschine dieser Art sind die beiden
Gehäuseplatten nur über die die Stirnseiten bildenden Wandungen gegeneinander abgestützt
und besitzt die Verdrängerplatte an den Stirnkanten Spiel gegenüber den Stirnseiten
des Gehäuses. Wenn man bei dieser Stirlingmaschine die Gehäuseplatten und die Verdrängerplatte
flächenmäßig größer gestalten will, um größere Leistung zu erreichen, so sind dem
Grenzen gesetzt, weil die Gehäuseplatten dem erhöhten Druck nur bei aufwendiger Gestaltung
standhalten. Deshalb sind bei der bekannten Stirlingmaschine eine Vielzahl relativ
kleiner Motormodule zu einem Aggregat zusammengefaßt, um eine Maschine in dem erhöhten
Leistungsbereich zu verwirklichen. Der mit einer Vielzahl relativ kleiner Motormodule
verbundene Bauaufwand ist relativ groß, da jedes Modul zu fertigen ist und über mehrere
Gestänge mit der Motorwelle zu verbinden ist.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Stirlingmaschine der eingangs genannten
Art zu schaffen, die für vergrößerte Leistungsbereiche bei veringertem Bauaufwand
ausgelegt ist, indem die Gehäuseplatten und die Verdrängerplatte unter Berücksichtigung
der Gehäuse-Druckfestigkeit möglichst groß gestaltet sind. Die erfindungsgemäße Stirlingmaschine
ist, diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Gehäuseplatten durch
verteilt angeordnete Streben gegeneinander auf Distanz gehalten sind, wobei die Streben
rechtwinkelig zu der Verdrängerplatte verlaufend durch diese hindurch treten, und
daß die Verdrängerplatte entlang ihren Stirnkanten durch lineare Rollmembranen gegenüber
den Gehäuse-Stirnseiten geführt ist.
[0004] Bei der erfindungsgemäßen Stirlingmaschine lassen sich die Gehäuseplatten und die
Verdrängerplatte ungewöhnlich groß gestalten, da die Gehäuseplatten über ihre Fläche
hin durch die Streben gegeneinander stabilisiert sind. Es läßt sich z.B. ein Leistungsbereich
50 - 500 W erreichen, wobei die Gehäuseplatten mehrere Quadratmeter groß sind und
in den Arbeitsgasteilvolumina Arbeitsdrücke von 10.000 pa und mehr auftreten. Die
Streben sollen die Verdrängerplatte möglichst dicht geführt passieren, damit die strebenbedingten
Durchgänge durch die Verdrängerplatte nicht zu untragbaren Gasverbindungen zwischen
Expansionsraum und Kompressionsraum führen. Deshalb ist eine genaue Parallelführung
der Verdrängerplatte nötig und diese genaue Parallelführung ist durch die Rollmembranen
gegeben. Durch die Rollmenbranen ist eine praktisch brauchbare Anwendung der Streben
zwischen den Gehäuseplatten erreicht.
[0005] Die Verbindung zwischen der Verdrängerplatte und der Motorwelle kann in herkömmlicher
Weise ausschließlich über Gestänge erfolgen. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft
ist es jedoch, wenn zur Hin- und Herbewegung der Verdrängerplatte zwischen dieser
und der einen Gehäuseplatte Bewegungs-Luftbälge vorgesehen sind, die mittels eines
Steuerbalges, mit diesem zur Luftzufuhr- und -abfuhr leitend verbunden, betätigbar
sind, der von der Motorwelle über eine Pleuelstange kontrahierbar und expandierbar
ist. Die Betätigung der Verdrängerplatte mittels der über die Fläche verteilten Bewegungs-Luftbälge
ergibt eine verbesserte Paralellführung der Verdrängerplatte. Insbesondere aber wird
die Gleitreibung von geführten Bewegungs-Stangen des verbindenden Gestänges vermieden.
Die Anbindung der Verdrängerplatte an die Motorwelle mittels der Bewegungs-Luftbälge,
der Luftzufuhr und -abfuhr und des Steuerbalges ist bei einer erheblich vergrößerten
Verdrän-gerplatte wichtig, für die genaue Parallelführung zu den Gehäuseplatten und
Reibungsarmut bei der Bewegung entscheidend sind. Das Volumen der Bewegungs-Luftbälge
wird durch die Änderung der Phasenlage zwischen der Bewegung der Verdrängerplatte,
d.h. der Bewegung des Steuerbalges und der Bewegung des Arbeitsbalges von normalerweise
90 Grad auf größer 90 Grad kompensiert.
[0006] Die Streben sind so ausbildbar, daß sie Zug- und Druckkräfte aufnehmen können. Eine
kleine Verbindung vom Motorraum ins Freie sorgt dafür, daß der Luftdruck im Arbeitsbalg
im Mittel mit dem Atmosphärendruck identisch ist.
[0007] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn entweder die Streben jeweils als
verspannende Zuganker ausgebildet sind und ein Rückschlagventil den Luftdruck im Arbeitsbalg
auf gleich oder größer Atmosphärendruck einstellt, oder die Streben jeweils als versteifende
Stützen ausgebildet sind und ein Rückschlagventil den Luftdruck im Arbeitsbalg auf
gleich oder kleiner Atmosphärendruck einstellt. Bei dieser wahlweisen Ausbildung ist
die Funktion der Streben eindeutig und die Bauaufwendung vereinfacht. Die Festlegung
auf entweder nur Druckverhältnisse oder nur Saugverhältnisse macht auch jeweils spezielle
Anwendungsmöglichkeiten machbar.
[0008] Eine besonders zweckmäßige und vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung liegt vor,
wenn der Regenerator an der Verdrängerplatte vorgesehen ist und sich über deren gesamte
Fläche erstreckt. Dies vereinfacht die Dicht- und Führungsverhältnisse zwischen den
Stirnkanten der Verdrängerplatte und den Stirnseiten-Wandungen des Gehäuses. Es liegt
auch eine Anpassung der Dimension des Regenerators an die vergrößerten Flächen der
erfindungsgemäßen Wärmetauscher vor und der Strömungswiderstand des Regenerators wird
herabgesetzt.
[0009] Der Regenerator wirkt durch das Volumen der Verdrängerplatte hindurch, die z.B. eine
Dicke von 0,1 m aufweist und z.B. aus offenporigem Polyesterschaum gefertigt ist.
Der bewegte Regenerator bildet an den den Gehäuseplatten zugewandten Oberflächen die
Wärmetauscher, die sich mit der Gehäuseplatte mitbewegen und gasdurchströmbar ausgebildet
sind. Der Kühler-Wärmetauscher ist in der Regel bei waagerechter Verdrängerplatte
unten angeordnet.
[0010] Die vorliegende Stirlingmaschine im Leistungsbereich 50 - 500 W ist besonders geeignet
in sonnenreichen Gegenden Wasser zu fördern, Kälte und Strom zu erzeugen oder Getreide
zu mahlen. Sie ist aus einfachen Materialien ohne Präzisionsteile herstellbar und
daher geeignet auch in nichtindustrialisierten Ländern gefertigt zu werden.
[0011] In der Zeichnung sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt und
zeigt
- Fig. 1
- eine erste Stirlingmaschine mit Wärmetauscher, schematisch im Schnitt,
- Fig. 2
- eine Einzelheit der Stirlingmaschine gemäß Fig. 1 in einem gegenüber Fig. 1 vergrößerten
Maßstab,
- Fig. 3
- eine zweite Stirlingmaschine mit Wärmetauscher, schematisch im Schnitt,
- Fig. 4
- eine dritte Stirlingmaschine mit Wärmetauscher, schematisch im Schnitt,
- Fig. 5 und 6
- jeweils einen Saugbalg, schematisch im Schnitt,
- Fig. 7
- einen Druckbalg, schematisch im Schnitt,
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht der Rollmembranen um die Verdrängerplatte,
- Fig. 9
- ein Indikatordiagramm für den Zusammenhang von Arbeitsgasdruck und Arbeitsgasvolumen,
- Fig. 10
- Kurvenverläufe von Einzelzuständen in einer Stirlingmaschine mit Wärmetauscher,
- Fig. 11
- eine vierte Stirlingmaschine mit Wärmetauscher, schematisch im Schnitt,
- Fig. 12
- Kurvenverläufe von Einzelzuständen der Stirlingmaschine gemäß Fig. 11,
- Fig. 13
- ein Verdrängerplattengehäuse einer fünften Stirlingmaschine, schematisch im Schnitt,
- Fig. 14
- ein Verdrängerplattengehäuse einer sechsten Stirlingmaschine, schematisch im Schnitt,
- Fig. 15
- eine Seitenansicht einer ersten vergrößerten Gehäuseplatte,
- Fig. 16
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten vergrößerten Gehäuseplatte,
- Fig. 17
- eine achte Stirlingmaschine in einer ersten Ausführung ohne Steuerbalg, schematisch
im Schnitt,
- Fig. 18
- eine neunte Stirlingmaschine in einer zweiten Ausführung ohne Steuerbalg, schematisch
im Schnitt,
- Fig. 19
- eine zehnte Stirlingmaschine in einer dritten Ausführung ohne Steuerbalg, schematisch
im Schnitt,
- Fig.20
- eine elfte Stirlingmaschine mit einer zweiten Ausführung des unteren Wärmetauschers,
schematisch im Schnitt,
- Fig.21
- eine zwölfte Stirlingmaschine in einer Ausführung ohne Motorwelle, schematisch im
Schnitt,
- Fig.22
- eine perspektivische Ansicht einer Stirlingmaschine gemäß Fig. 1 mit zweiachsig der
Sonne nachführbarem Verdrängerkasten,
- Fig.23
- eine perspektivische Ansicht einer Stirlingmaschine gemäß Fig. 3 mit Sonnenkollektorfeld,
- Fig.24
- eine perspektivische Ansicht einer Gruppe von Stirlingmaschinen gemäß Fig. 3, die
ein Stirlingkühlaggregat ebenfalls gemäß Fig. 3 antreiben, und
- Fig.25
- eine perspektivische Ansicht einer großen Stirlingmaschine gemäß Fig. 1 oder 4 mit
zwei Verdrängerkästen.
[0012] Die Stirlingmaschine gemäß Fig. 1 und 2 umfaßt einen Wärmetauscher, der ein im wesentlichen
reckteckiges Gehäuse aufweist, das von zwei Gehäuseplatten 1, 2 und von vier rechteckig
umlaufenden Gehäusestirnwänden 10 gebildet ist. Über die Fläche der Gehäuseplatten
1, 2 hin sind als Zuganker 3 aus-gebildete Streben gleichmäßig verteilt, die beiderends
an je einer der Gehäuseplatten festgelegt sind. Die Zuganker queren durch Bohrungen
27 einer rechteckigen Verdrängerplatte 5, die in dem Gehäuse untergebracht ist und
deren Stirnkanten umlaufend von den Gehäusestirnwänden 10 Abstand aufweisen. An den
Stirnkanten ist jeweils eine Längsseite einer Rollmembran 9 befestigt, deren andere
Längsseite unmittelbar an der zugeord-neten Gehäusestirnwand 10 befestigt ist. Die
Rollmembran 9 ist ein entlang der Stirnkante verlaufender Streifen, der in Richtung
seiner Längserstreckung eine Falte 21 bildet. Die Verdrängerplatte 5 bildet als Kern
einen plattenförmigen Regenerator 18, an dessen oberer Fläche zum Wärmetausch ein
Erhitzer 19 und an dessen anderer Fläche zum Wärmetausch ein Kühler 20 vorgesehen
ist. Die Verdrängerplatte 5 teilt das Gehäuse in einen Expansionsraum 11 und einen
Kompressionsraum 12 und ist nach unten hin auf Hebebälgen 13 gelagert.
[0013] Von den Hebebälgen 13 gehen Fluidumleitungen 36 aus und vom Kompressionsraum 12 geht
eine Fluidumleitung 38 aus, die jeweils zu einem Maschinenteil mit Kurbeltriebwerk
führen. Und zwar führt die Fluidumleitung 38 von dem Kompressionsraum 12 zu einem
Arbeitsbalg 7, dessen Volumen ein Rückschlagventil 6 zugeordnet ist. Der Arbeitsbalg
7 arbeitet über eine Pleuelstange 47 auf eine Kurbelwelle bzw. Motorwelle 15, die
ein Schwungrad 35 trägt. Die von den Hebebälgen 13 kommenden Fluidumleitungen 36 führen
zu einem Steuerbalg 14, der über eine Pleuelstange 16 mit der Motorwelle 15 verbunden
ist. In Bezug auf die Motorwelle 15 sind der Arbeitsbalg 7 und der Steuerbalg 14 um
eine Phasenlage 17 gegeneinander versetzt, die größer als 90 Grad ist. Fig. 2 verdeutlicht
die Zuordnung der Gehäuseplatten, der Verdrängerplatte 5, der Bohrungen 27 und der
Zuganker 3 zueinander.
[0014] Die Stirlingmaschine gemäß Fig. 3 ist in einem weiten Umfang so aufgebaut, wie die
gemäß Fig. 1 und 2. Entlang jeder Stirnkante verläuft die Faltenrichtung 34 der von
der Rollmembran 9 gebildeten Falte. Die Regeneratorplatte 5 ist mit dem Motorteil
über eine linear geführte Schubstange 28 verbunden, die eine Führungseinrichtung 48
passiert und über eine Pleuelstange 29 an der Motorwelle 15 angreift.
[0015] Will man Stirlingmaschinen bauen, welche größer als etwa 1 mal 1 m sind, was mit
gekrümmten Gehäuseflächen gerade noch beherrschbar ist, bereitet die Stabilisierung
der Gehäuseraumwandungen Schwierigkeiten, da der Arbeitsdruck in der Maschine von
10.000 pa bestrebt ist, die Wandungen mit 1t/m² auseinander zu drücken. Eine massive
Stahlstützkonstruktion ist aufwendig und würde, wenn eine Gehäuseplatte transparent
sein soll, den Lichteinfall in die Maschine behindern.
[0016] Gemäß Fig. 1-3 wird das druckfeste Gehäuse dadurch erzielt, daß die Zuganker 3 die
beiden einander gegenüber liegenden Gehäuseplatten 1, 2 verspannen und der Luftdruck
in der Maschine durch das Rückschlagventil 6, das Luft in die Maschine nur einströmen
läßt, auf größer oder gleich Atmosphärendruck gehalten wird, weil Zuganker nur auf
Zug belastbar sind. Der Arbeitsbalg 7 arbeitet als Druckbalg (Luftdruck im Balg >
Atmosphärendruck). Dabei kann die eine Gehäuseplatte 1 aus transparentem, unzerbrechlichem
Polycarbonat sein. Falls gemäß Fig. 4 hochtransparentes, zerbrechliches Sekuritglas
für die obere Gehäuseplatte 1 verwendet werden soll, ist es besonders einfach, statt
der Zuganker Stützen 4 zu nehmen, auf weichen die Glasplatte nur lose aufliegt. Jetzt
wird der Luftdruck in der Maschine durch das umgedrehte Rückschlagventil 6 kleiner
oder gleich Atmosphärendruck gehalten, indem es Luft aus der Maschine nur ausströmen
läßt. Ein Arbeitsbalg 8 arbeitet jetzt als Saugbalg (vergl. Fig. 5 und 6). Die Glasscheibe
wird gegen die Stützen gesaugt und zerbricht bei ausreichender Anzahl (ca. 25/m²)
der Stützen nicht. Werden die Streben so ausgebildet, daß sie sowohl auf Zug, wie
auf Druck beiastbar sind, kann der Druck in der Maschine durch eine kleine Bohrung
anstelle des Rückschlagventils im Mittel auf Atmosphärendruck gehalten werden, wodurch
die Maschine mit einer kleineren Schwungmasse auskommt.
[0017] Bei der bekannten (DE-OS 30 15 815) Stirlingmaschine ist die Führung der Verdrängerplatte
nicht definiert. Diese führt neben der Hin- und Herbewegung zwischen den Gehäuseplatten
wegen der Drehdurchführung des Antriebsgestänges auch eine Schwenkbewegung aus. Die
Verdrängerplatte kann nicht spaltfrei am Regenerator anliegen und ist deshalb zwar
frei von Gleitreibung entlang ihrem Umfang, dichtet aber die Arbeitsgasteilvolumina
Expansionsraum und Kompressionsraum nicht gegeneinander ab.
[0018] Bei der vorliegenden Stirlingmaschine stehen die Zuganker 3 oder Stützen 4 rechtwinkelig
zu den zwei parallelen Gehäuseplatten 1, 2 und gehen rechtwinkelig durch die Verdrängerplatte
5 (Fig.2), die verschleiß- und reibungsfrei exakt geführt sein muß und nicht an den
Zugankern bzw. Streben streifen soll, obwohl die Bohrungen 27, durch die die Zuganker
hindurchgehen, kaum größer sein dürfen als die Durchmesser der Zuganker, um die Trennung
von Expansions- und Kompressionsraum zu gewährleisten. Außerdem ist die Verdrängerplatte
in der weiter unten beschriebenen bevorzugten Ausführungsform sehr schwer (ca. 30
kg/m²). Dieses Gewicht muß die Verdrängerplattenführung aufnehmen, da die Maschine
in allen Lagen arbeiten soll. Die erfindungsgemäße Führung besteht aus den linearen
Rollmembranen 9 (bei quadratischem oder rechteckigem Gehäuse vier Stück), welche die
Verdrängerplatte exakt führen und gleichzeitig frei von Gleitreibung gegen die Gehäusestirnwandung
10 abdichten. Die linearen Rollmembranen sind im Gegensatz zu runden Rollsocken oder
Schlauchrollbälgen verschleißfrei, da sie praktisch keiner Walkarbeit unterliegen
und, was in der Stirlingmaschine zwingend nötig ist, auch ohne Druckdifferenz zwischen
innerer und äußerer Seite arbeiten können. Die lineare Falte 21 ist in Faltenrichtung
34 tragfähig und kann das Gewicht der Verdrängerplatte (bei nicht horizontalem Betrieb
der Maschine) aufnehmen. Die exakte Abdichtung zwischen Verdrängerplatte und Gehäusewand
bzw. Regenerator ist im Interesse eines hohen Wirkungsgrades unbedingt erforderlich
(Wirkungsgrad erfindungsgemäße Maschine gemessen: 60% von Carnot). Die obengenannte
bekannte Maschine hat neben einem großen Mangel an Regeneratorvolumen erhebliche Spaltverluste
zwischen Verdränger und Regenerator, so daß sie keinen Wirkungsgrad erzielt (gemessen:
< 1% von Carnot).
[0019] Die Darstellungen in Fig. 5 bis 7 sind gegenüber den Darstellungen in Fig. 1, 3 und
4 jeweils vergrößert. Fig. 5 und 6 verdeutlichen jeweils eine Gestaltung eines Saugbalges
und Fig. 7 verdeutlicht eine Gestaltung eines Druckbalges. Bei quadratischem oder
rechteckigem Gehäuse erstrecken sich gemäß Fig.8 zwei gegenüberliegende lineare Rollmembranen
9 erfindungs-gemäß bis in die Gehäuseecken und haben eine tiefere Falte 21 als die
beiden anderen Rollmembranen, die an den erstgenannten Rollmembranen anliegen und
enden. Diese Anordnung garantiert die sichere Abdichtung der Arbeitsgasteilvolumina
gegeneinander auch in den Gehäuseecken bei gleichzeitiger einfacher verschleißfreier
Gestaltung der linearen Rollmenbranen.
[0020] Die Hin- und Herbewegung der Verdrängerplatte zwischen den zwei Gehäuseplatten kann
gemäß Fig.3 durch eine linear geführte (Watt's Parallelogramm, Kreuzkopf, Linearkugellager)
Schubstange 28 erfolgen, die vom Zentrum der einen Gehäuseplatte 2 aus rechtwinkelig
mit der Verdrängerplatte 5 starr verbunden ist und über den Pleuel 29 an der Motorwelle
15 angreift. Die Verdrängerplatte bewegt sich dabei sinusförmig, was zu einm Indikatordiagramm
gemäß Fig.9 mit abgerundeten Ecken 30 führt. Linearführungen von Schubstangen sind
in der Regel nicht wartungsfrei. Eine Schubstange, an der die gesamte schwere Verdrängerplatte
hängt, begrenzt die Größe der Verdrängerplatte auf etwa 2 mal 2 m. Durch die harmonische
Bewegung unterliegt die Verdrängerplatte jedoch keinen starken Beschleunigungskräften,
die Maschine ist wuchtbar und läuft sehr ruhig.
[0021] Wünschenswert ist zur Erhöhung der Leistungsdichte aber trotzdem eine diskontinuierliche
Verdrängungsbewegung. Die oben erwähnte bekannte Maschine verwendet hierzu einen bistabil
vorgespannten Kurbeltrieb, der eine Schubstange enthält, die mit einer Feder vorgespannt
ist, deren eines Ende an der Schubstange und deren anderes Ende an dem Hebelarm einer
Gabel befestigt ist, zwischen deren Gabelzinken ein auf einem Hebelarm des Membranmotorteils
angeordneter Mitnehmer entsprechend dem Hub der Membran verschieblich ist, wobei durch
die Federvorspannung zwei stabile Stellungen vorgegeben sind. Diese Anordnung ist
kompliziert, fragil und nicht geeignet, um eine schwere, mehrere Quadratmeter große
Verdrängerplatte ruckartig hin- und herzubewegen.
[0022] Der bevorzugte Hebe- und Senkmechanismus der Verdrängerplatte besteht gemäß Fig.
1 und 4 aus einer wartungsfreien, reibungsarmen, nahezu verschleißfreien Niederdruckpneumatik
mit torusförmigen Diaphragmen als Steuerbalg und Hebebälgen: Auf der kalten Seite
der Verdrängerplatte 5 befinden sich in den Ecken der Verdrängerplatte oder in Versenkungen
in der Gehäuseplatte 2 die Hebebälge 13, in welche von einem Steuerbalg 14, der von
der Motorwelle aus über die Pleuelstange 16 sinusförmig kontrahiert und expandiert
wird, Luft gedrückt und wieder abgesaugt wird. Die Bewegung der Hebebälge und der
Verdrängerplatte ist dabei nicht sinusförmig, da der Druckanstieg im sinusförmig bewegten
Steuerbalg hyperbelartig erfolgt und die Verdrängerplatte wegen ihres Eigengewichts
erst ab einem entsprechenden Druck im Hebesystem mit der Bewegung beginnt. Die Verdrängerplatte
wird ruckartig zur heißen Seite bis zum Anschlag gelenkt, verweilt dort, während der
Steuerbalg die Luft im Hebesystem noch etwas komprimiert und fällt erst schlagartig
zur kalten Seite zurück, wenn der Druck im Hebesystem wieder (hyperbelartig) abgefallen
ist. Die Verdrängerbewegung ist gemäß Fig. 19 trapezförmig. Die diskontinuierliche
Bewegung der Verdrängerplatte hat im Indikatordiagramm schärfer ausgefahrene Ecken
31 zur Folge, was bekanntlich die Leistungsdichte der Maschine erhöht. Die Leistung
der Maschine ist proportional der im Indikatordiagramm gemäß Fig.9 umfahrenen Fläche;

. Dieser Hebemechanismus gestattet das sichere Bewegen von schweren Verdrängerplatten
von mehreren Metern Länge (vergleiche Fig.25). Das Verdrängergehäuse ist nicht mehr
zwingend starr mit Arbeitsbalg und Welle verbunden, sondern ist z.B. über die flexiblen
Schläuche 36, 38 angeschlossen, so daß der Verdrängerkasten mühelos der Sonne einachsig
oder zweiachsig nachgeführt werden kann (vergleiche Fig. 22).
[0023] Das Luftvolumen der Hebebälge 13 hat zunächst schädliche Wirkung auf den Stirlingprozess,
da es dazu führt, daß in der Kompressionsphase Luft zum Arbeitsgas addiert und in
der Expansionsphase subtrahiert wird, also mehr Kompressionsarbeit erforderlich macht
und weniger Expansionsarbeit gestattet. Um diese verminderte Motorleistung nicht in
Kauf nehmen zu müssen, kann man gemäß Fig. 11 über einen weiteren Balg 32 genau diesen
Luftanteil der Hebebälge 180° versetzt zum Steuerbalg 14 zum Arbeitsgasvolumen hinzufügen
und herausnehmen, um so die schädliche Wirkung der Hebebalgvolumina zu kompensieren.
Dieses weitere Balgvolumen kann man jedoch mit dem hierzu 90° versetzten Volumen des
Arbeitsbalgs überlagern (siehe Fig. 12), so daß als weiteres Merkmal der Erfindung
eine optimale Phasenverschiebung größer 90° zwischen Steuerbalg und Arbeitsbalg entsteht
und der zusätzliche Kompensationsbalg 32 nicht eingebaut werden muß.
[0024] Bei der oben erwähnten bekannten Maschine ist der Verdränger eine nicht durchbrochene,
luftundurchlässige Platte. Der Regenerator ist als schmaler Streifen fest an den Gehäusestirnseiten
angeordnet. Um Reibungsfreiheit zu erzielen, ist zwischen Verdrängerplattenumfang
und Regeneratorinnenseite, wie oben bereits erwähnt, ein Spalt nötig, wodurch der
Regenerator praktisch wirkungslos ist, weil die meiste Luft durch den Spalt und nicht
durch den Regenerator strömt. Wegen des kleinen Querschnitts des Regenerator erzeugt
dieser soviel Strömungswiderstand, daß die mit der bistabilen Vorspannung erzeugte
diskontinuierliche, ruckartige Bewegung der Schwinggabel durch die entstehende Dämpfung
der Verdrängerplatte nur unbefriedigend auf diese übertragen wird.
[0025] Bei der hier vorliegenden Stirlingmaschine ist der Regnerator 18, der Expansionsraum
11 und Kompressionsraum 12 verbindet, in der bewegten Verdrängerplatte 5 angeordnet
(Fig. 1,3,4) und erstreckt sich über deren gesamte Fläche und nimmt auch ihr gesamtes
Volumen ein. Unabhängig von der Gehäusegröße hat der Regenerator eine Dicke von mindestens
etwa 0,1 m, um den heißen Expansionsraum und den kalten Kompressionsraum voneinander
zu isolieren, und besteht bevorzugt aus offenporigem Polyesterschaum, der temperaturbeständig
ist, eine hohe spezifische Wärmekapazität hat, schlecht Wärme leitet und daher ein
hervorragender Regenerator für Niedertemperaturmaschinen ist. Der großflächige Regenerator
bietet auch schlagartig ausgeführten Verdrängerbewegungen keinen nennenswerten Strömungswiderstand.
[0026] Bei der oben erwähnten bekannten Maschine sind die Gehäuseplatten gleichzeitig die
fluidumdurchflossenen Wärmetauscher. Diese können aber das Arbeitsgas nur unbefriedigend
heizen und kühlen, da ihre Oberfläche relativ klein ist und das Arbeitsgas nicht über
sie zwangsgeführt darüberstreicht. Bei praktischen Niedertemperaturmaschinen muß man
im Interesse eines hohen Wirkungsgrades, welcher in erster Ordnung von der Temperaturdifferenz
zwischen heißer und kalter Motorseite abhängt, bestrebt sein, diese Temperaturdifferenz
möglichst groß zu halten. Dies erreicht man nur, indem man die Wärmetauscheroberflächen
so groß dimensioniert und mit dem Arbeitsgas in Kontakt bringt, daß praktisch keine
Temperaturdifferenz zwischen heizendem bzw. kühlendem Fluidum und heißem bzw. kaltem
Arbeitsgas besteht.
[0027] Bei der hier vorliegenden Stirlingmaschine sind die Erhitzer 19 und Kühler 20 daher
auf den, den Gehäuseplatten 1, 2 zugewandten Oberflächen des Regenerators 18 angebracht
und gasdurchströmbar mit nahezu beliebig großer Oberfläche als Lamel-lenwärmetauscher
ausgebildet. Sie werden mit dem Regenerator mitbewegt und stehen jetzt in innigem
Kontakt mit dem Arbeitsgas (gemessene Temperaturdifferenz zwischen Wärmetauscherfluidum
und Arbeitsgas bekannte Maschine : 20° C, erfindungsgemäße Maschine: 2° C). Erhitzer
19, Verdränger 5, Kühler 20 und Regenerator 18 bilden in der erfindungsgemäßen Maschine
eine bewegte Einheit. Die Maschine kann von einer Niedertemperaturquelle (z.B. Warmwasser-Solarflachkollektor)
oder Mitteltemperaturquelle (z.B. Parabolinnenkollektor) gespeist werden (vergleiche
Fig.23). Wird eine Maschine mechanisch angetrieben, z.B. von einer größeren oder mehreren
anderen, arbeitet sie als Kältemaschine (vergleiche Fig.24). Die Wärmetauscher arbeiten
jetzt beide als Kühler, wobei mit dem einen die gepumpte Wärme abgeführt wird und
in dem anderen die niedere Temperatur für den Kühlkreislauf erzeugt wird. Die Maschinen
liegen bevorzugt waagerecht und zwar so, daß der kühlere Wärmetauscher stets unten
liegt, um Konvektion des Arbeitsgases in der Maschine zu vermeiden, was sich als Verlustmechanismus
mit deutlichen Wirkungsgradeinbußen herausgestellt hat. Hat die Maschine eine transparente
Gehäuseplatte 1, scheint die Sonne direkt auf den Wärmetauscher 19, der jetzt als
eine gasdurchlässige, optisch schwarze Oberfläche ohne Fluidumröhrchen ausgebildet
ist und in der Regel einfach die Oberfläche des Regenerators ist.
[0028] Die oben erwähnte bekannte Maschine verwendet normales (opakes) Isolationsmaterial,
um die Außenseite der Wärmetauscher gegen Wärmeverluste an die Umgebung zu isolieren.
In der Ausführung mit nichttransparenten Gehäuseplatte 1 verwendet die erfindungsgemäße
Maschine, die bevorzugt mit Sonnenlicht mittels Kollektoren betrieben wird und in
der Regel im Freien, für Sonnenlicht zugänglich aufgestellt ist, gemäß Fig. 13 eine
transparente Isolation 22 (Polycarbonatwaben, Aerogel etc.) auf der obenliegenden,
mit dem Arbeitsgas in Kontakt stehenden Gehäuseplatte 1, um Wärmeverluste des Arbeitsgases
zu vermeiden. Die Sonne scheint hierzu durch die transparente Isolation 22 auf die
Gehäuseplatte und hält diese heiß, sodaß mangels Temperaturdifferenz zwischen Platte
und Arbeitsgas kein Wärmefluß stattfinden kann. Negative Temperaturdifferenz kann
sogar unterstützend das Arbeitsgas heizen. Diese transparente Isolationswirkung wird
auch erzielt, wenn die obere Gehäuseplatte 1 gemäß Fig. 14 mit Warmwasser-Solarflachkollektoren
23 belegt wird, deren Kollektorplatten 53 über eine Fluidumleitung 54 den inneren
Wärmetauscher 19 mit Heißwasser versorgen. Dabei wird sowohl der Wärmeverlust des
Kollektors über seine Rückseite verhindert als auch der Wärmeverlust des Arbeitsgases
über die obere Gehäuseplatte ausgeschaltet, weil die heiße Kollektorplatte den Wärmefluß
von unten nach oben nicht ermöglicht. Normale Isolation wird gespart.
[0029] Eine erfindungsgemäße Ausführung der Stirlingmaschine verwendet gemaß Fig.15 eine
obere gut wärmeleitende Gehäuseplatte 1, die eine Plattenvergrößerung 33 bildet und
größer ist als die Verdrängerplatte und daher an mindestens einer Stirnseite übersteht
und gleichzeitig die optisch schwarze Kollektorplatte für einfallendes Sonnenlicht
ist und in der Regel mit einer Glasscheibe 39 gegen Wärmeverlust abgedeckt ist. Die
entstehende Wärme in der Platte wird durch Wärmeleitung zu dem Plattenbereich transportiert,
unter dem sich der Motorgehäuseraum befindet. Dieser Wärmetransport in der Platte
kann gemäß Fig.15 durch Wärmerohre, die in oder an der Platte angebracht sind, unterstützt
werden. In diesem Fall kann die Plattenvergrößerung 33 auch aus mehreren Teilen bestehen,
die über die Wärmerohre 24 mit der Gehäuseplatte 1 verbunden sind (siehe Fig.16).
Die wärmeleitende Gehäuseplatte hat gemäß Fig.15 und 16 in der Regel an der Motorrauminnenseite
eine vergrößerte Oberfläche, z.B. durch Lamellen 25 oder Stäbe, die in die Verdrängerplatte
bzw. den Regenerator 18 eintauchen, um so den guten Wärmeübergang auf das Arbeitsgas
zu gewährleisten. Der mit dem Regenerator mitgeführte innere Wärmetauscher entfällt
in diesem Fall.
[0030] Eine Ausführung der erfindungsgemäßen Maschine ist mit folgenden Einschränkungen
in der Betriebsweise besonders einfach zu gestalten: Arbeitet die Maschine als Arbeitskraftmaschine
mit einem Saugbalg 8 (Fig. 17), also mit Unterdruck gegenüber der Atmosphäre und liegt
die Maschine horizontal mit der heißen Seite (Expansionsraum) 11 oben, kann bei richtiger
Wahl der Hebebalgdurchmesser (sie müssen auf das Gewicht der Verdrängerplatte und
auf die Temperaturdifferenz von warmer und kalter Motorseite abgestimmt sein) der
Steuer-balg entfallen, da alleine der Druckunterschied zwischen Motor-innenraum und
Umgebung genügt, um die Verdrängerplatte 5 zu heben. Die Hebebälge 13 sind jetzt unten
zur Atmosphäre offen. Durch die Temperaturdifferenz zwischen warmer und kalter Motorseite,
den Strömungswiderstand des Regenerators, das Gewicht der Verdrängerplatte sowie der
Wahl der Größe der Öffnungen 55 zwischen Hebebalginnenräumen und Atmosphäre stellt
sich die erwünschte Phasenverschiebung von etwa 90 Grad zwischen Arbeitsbalgbewegung
und Verdrängerbewegung von selbst ein, die aber empfindlich gegen Lastwechsel an der
Motorwelle ist. Die Bewegung der Verdrängerplatte ist dabei auch dis-kon-tinuierlich.
[0031] Arbeitet die Maschine als Arbeitskraftmaschine mit einem Druckbalg 7 als Arbeitsbalg
(Fig. 18), also mit Überdruck gegenüber der Atmospähre, ist die steuerbalgfreie Bewegung
der Verdrängerplatte auch möglich, wenn entweder die heiße Motorseite unten liegt
und die Hebebälge oben angeordnet sind oder bei gewünschter obenliegender heißer Motorseite
die Verdrängerplatte 5 von Federn 40 auf der heißen Seite gehalten wird und von den
Hebebälgen 13 - in diesem Fall sind es Zug-bälge - zur kalten Seite gezogen wird.
Aus werkstofftechnischen Gründen muß man die Hebebälge stets auf der kalten Motorseite
anordnen. Wird diese Maschinenausführung ohne Steuerbalg als Kältemaschine betrieben,
sollte, um Konvektion in der Maschine zu vermeiden, wie bei der Arbeitskraftmaschine,
der kältere Wärmetauscher unten liegen. In diesem Fall ist es der Kälte erzeugende
Wärmetauscher. Dies ist möglich, wenn die Maschine unterhalb des Atmosphärendruckes
betrieben wird (Fig. 17), wobei die Phasenverschiebung zwischen Verdrängerbewegung
und Arbeitsbalgbewegung sich von selbst einstellt. Als Kältemaschine kann jedoch eine
höhere Leistungsdichte erforderlich sein, als mit der Saugmaschine erzielt werden
kann.
[0032] Als Kältemaschine mit Druckbalg ergibt sich jedoch eine inverse Phasenlage (270°
versetzt, die kalte Seite ist bestrebt, oben zu entstehen).
[0033] Deshalb verwendet eine erfindungsgemäße Ausführung der Kältemaschine (Fig. 19) zwei
Ventile zwischen dem Hebebalginnenraum und der Atmosphäre. Eines 41 ist federbelastet
und läßt die Luft des Hebebalginnenraums ab einem bestimmten Druck im Hebebalg 13
in die Atmosphäre entweichen. Das zweite 42 ist über eine Membran 43 vom Hebebalginnendruck
belastet und läßt die Luft nur unterhalb eines bestimmten Balginnendruckes in den
Hebebalg strömen, indem die Membran die Funktion einer Ventilklappe ausübt und zeitweilig
den Strömungsweg zuhält. Diese Ventilanordnung mit der richtigen Wahl der Ventilbelastungen
versetzt die Phasenlage um 180° und die Kälte erzeugende Seite der Maschine stellt
sich, wie gewünscht, unten ein.
[0034] Eine erfindungsgemäße Ausführung der Stirlingmaschine gemäß Fig.20 verwendet zur
Kühlung der kalten Motorseite 12 Wasser 44, das durch einen Einlaß 49 in den Motorraum
geleitet wird, über der unteren Gehäuseplatte steht und über einen Auslaß 50 wieder
ausgeschleust wird. Die Kühlwirkung wird beträchtlich gesteigert, wenn in das Wasser
Lamellen, Stäbe, Drähte o.ä.45 eintauchen, die am Regenerator 18 befestigt sind und
mit ihrer Bewegung ins Wasser getaucht und herausgezogen werden und dem zu kühlenden
Arbeitsgas eine große Wärmetauschoberfläche bieten. Dabei muß darauf geachtet werden,
daß der Regenerator nicht mit Wasser benetzt wird, weil die Regeneratorwirkung verlorengeht
und der Regenerator nicht mehr gasdurchströmbar ist. Zu diesem Zweck verwendet eine
erfindungsgemäße Ausführung unterhalb des Regenerators eine Matte 46 aus Drahtgestrick,
Kunststoffvlies o.ä., die als Spritzwasserabscheider aus dem Arbeitsgas fungiert,
aber auch Aerosol abscheiden kann, welches von den Drähten nach unten tropft. Diese
Matte kann die oben erwähnten Kühllamellen ersetzen und selbst in das über die Platte
stehende Kühlwasser eintauchen. Die Matte kann auch Bestandteil des Regenerators selbst
sein.
[0035] Eine erfindungsgemäße Ausführung der Stirlingmaschine (Fig. 21) greift mit dem Arbeitsbalg
über eine Pleuelstange nicht an einer Motorwelle an, sondern versetzt eine Masse in
Schwingung, beispielsweise ein Pendel, das anstelle des Schwungrades die Kompressionsarbeit
leistet. Diese Anordnung hat den Vorteil, daß die Maschine über den ganzen Leistungsbereich
mit der gleichen Frequenz arbeitet und eine Leistungszunahme sich in einer größeren
Schwingungsamplitude äußert, sodaß z.B. beim Antrieb von Hubkolbenwasserpumpen die
Leistungsregelung einfach über die Veränderung des Hubes erfolgen kann. Eine besonders
einfache Ausführung der Stirlingmaschine verwendet als schwingende Masse oder einen
Teil davon die Wassersäule 51 eines Trägheitswasserhebers 52. Die Wassersäule befördert
bei ihrer Aufwärtsbewegung pro Schwingung einen Teil Wasser vom Bodenventil 53 im
Brunnen nach oben 54 und komprimiert gleichzeitig das Arbeitsgas im Stirlingmotor.
Das Hinunterdrücken der Wassersäule geschieht während der Expansionsphase des Arbeitsbalges
7.
1. Stirlingmaschine mit Wärmetauscher,
die für Nieder- bis Mitteltemperaturbetrieb, d.h. für kleines Kompressionsverhältnis
und großes verdrängtes Volumen ausgelegt ist, bei der zwischen zwei zueinander parallelen
Gehäuseplatten eines Gehäuses eine Verdrängerplatte hin- und herbeweglich ist, die
entlang dem Umfang frei von Gleitreibung gegenüber den Stirnseiten des Gehäuses ist,
bei der die Verdrängerplatte zwei Arbeitsgasteilvolumina: Expansionsraum und Kompressionsraum
voneinander trennt, denen zum Wärmetausch Kühler und Erhitzer zugeordnet sind,
bei der die beiden Arbeitsgasteilvolumina über einen Regenerator miteinander verbunden
sind,
und bei der die Hin- und Herbewegung der Verdrängerplatte sich unter Phasenversatz
im Takt mit einem Arbeitskolben befindet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Gehäuseplatten (1,2) durch verteilt angeordnete Streben (3,4) gegeneinander
auf Distanz gehalten sind, wobei die Streben (3,4) rechtwinkelig zu der Verdrängerplatte
(5) verlaufend durch diese hindurchtreten, und
daß die Verdrängerplatte (5) entlang ihren Stirnkanten durch lineare Rollmembranen
(9) gegenüber den Gehäuse-Stirnseiten (10) geführt ist.
2. Stirlingmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Hin- und Herbewegung der Verdrängerplatte (5) zwischen dieser und der einen
Gehäuseplatte (1,2) Bewegungs-Luftbälge (13) vorgesehen sind, die mittels eines Steuerbalges
(14), mit diesem zur Luftzufuhr und -abfuhr leitend verbunden, betätigbar sind, der
von der Motorwelle (15) über eine Pleuelschubstange (16) kontrahierbar und expandierbar
ist.
3. Stirlingmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen der Bewegungs-Luftbälge durch die Änderung der Phasenlage (17) zwischen
Steuerbalgbewegung und Arbeitsbalgbewegung von 90° auf größer 90° kompensiert wird.
4. Stirlingmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Streben sowohl Zug- wie auch Druckkräfte aufnehmen können und eine kleine
Öffnung im Motorgehäuse den Druck im Arbeitsbalg im Mittel auf Atmosphärendruck hält.
5. Stirlingmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Streben jeweils als verspannende Zuganker (3) ausgebildet sind und ein Rückschlagventil
(6) den Luftdruck im Arbeitsbalg (7) auf gleich oder größer Atmosphärendruck einstellt.
6. Stirlingmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Streben jeweils als versteifende Stützen (4) ausgebildet sind und ein Rückschlagventil
(6) den Luftdruck im Arbeitsbalg (7) auf gleich oder kleiner Atmosphärendruck einstellt.
7. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Regenerator (18) an der Verdrängerplatte (5) vorgesehen ist und sich über
deren gesamte Fläche erstreckt.
8. Stirlingmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Regenerator auf seinen, den Gehäuseplatten (1,2) zugewandten Oberflächen
die beiden Wärmetauscher (19,20) mitführt, welche gasdurchströmbar ausgebildet sind.
9. Stirlingmaschinen nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verdrängergehäuse waagerecht und der kühlere Wärmetauscher unten angeordnet
ist.
10. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß bei quadratischem oder rechteckigem Gehäuse sich zwei gegenüberliegende Rollmembranen
(9) bis in die Gehäuseecken erstrecken und eine tiefere Falte (21) haben als die beiden
anderen (9), die an den erstgenannten Rollmembranen mit ihren Stirnseiten anliegen
und enden.
11. Stirlingmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die zum heißen Gehäuseteilraum (Expansionsraum 11) gehörende opake Gehäuseplatte
(1) auf der Außenseite mit einer transparenten Isolation (22) versehen ist oder mit
der Rückseite eines Sonnenkollektors (23) in Kontakt ist.
12. Stirlingmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gehäuseplatte (33) größer ist als der Verdrängerplattenraum, mindestens
an einer Stirnseite übersteht und gleichzeitig die optisch schwarze Kollektorplatte
für einfallendes Sonnenlicht ist.
13. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmetransport in Richtung der Erstreckung der Gehäuseplatte (33) durch in
ihr eingebettete oder an ihr befestigte Wärmerohre (24) unterstützt wird.
14. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die im Motorraum befindliche Oberfläche der Gehäuseplatte (33) durch Lamellen
(25) o.ä. vergrößert ist, die in den Regenerator (18) eintauchen können.
15. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hin- und Herbewegung der Verdrängerplatte durch Hebebälge erfolgt, deren
Innenräume zur Atmosphäre Verbindung haben.
16. Stirlingmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung der Hebebalginnenräume zur Atmosphäre über Ventile (41, 42) gesteuert
wird.
17. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß über die untere Gehäuseplatte (2) Kühlwasser (44) durch den Motorraum geleitet
wird und über der Gehäuseplatte steht, sodaß es die Funktion des kalten Wärmetauschers
übernimmt.
18. Stirlingmaschine nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß an der Verdrängerplatte Lamellen o.ä. (45) angebracht sind, die in die Wasseroberfläche
eintauchen.
19. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Kühler an der Regeneratorunterseite ein Spritzwasser- oder Aerosolabscheider
(46) angebracht ist.
20. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsbalg nicht an einer Motorwelle angreift, sondern eine Masse (50) in
Schwingung versetzt.
21. Stirlingmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitsbalg nicht an einer Motorwelle angreift, sondern die Wassersäule eines
Trägheitswasserhebers in Schwingung versetzt.