(19)
(11) EP 0 570 796 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
11.11.1998  Patentblatt  1998/46

(21) Anmeldenummer: 93107557.6

(22) Anmeldetag:  10.05.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6G03C 5/50

(54)

Verarbeitung von Umkehrmaterialien

Processing of reversal photographic materials

Traitement par inversion des matériaux photographiques


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR GB IT

(30) Priorität: 22.05.1992 DE 4217022

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
24.11.1993  Patentblatt  1993/47

(73) Patentinhaber: Agfa-Gevaert AG
51373 Leverkusen (DE)

(72) Erfinder:
  • Mitzinger, Herbert
    W-5253 Lindlar-Remshagen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
JP-A-63 249 847
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Colorumkehrfilme werden weltweit nach einem standardisierten Verfahren, dem E6-Prozeß, verarbeitet, der aus den Schritten
       Erstentwicklung
       Erste Wässerung
       Umkehrbad
       Farbentwicklung
       Konditionierbad
       Bleichbad
       Fixierbad
       Schlußwässerung
       Stabilisierbad
       Trocknung besteht (Mitteilung der Fa. Eastman Kodak an Verarbeitungslabors vom Dezember 1985).

    [0002] Als Erstentwickler wird Hydrochinonsulfonsäure bei einem pH-Wert von 9,7 eingesetzt. Das Umkehrbad, das unbelichtetes Silberhalogenid entwickelbar macht, enthält wenigstens einen Zinn(II)-komplex, der bei etwa pH 5,8 verwendet wird. Der Farbentwickler wird mit der Farbentwicklersubstanz CD 3 bei pH 12,1 angewendet.

    [0003] Die erste Wässerung dient dazu, die chemischen Reaktionen nach Ablauf der Erstentwicklungszeit zu unterbrechen und eine Verschleppung von Erstentwickler in das Umkehrbad zu verhindern. Eine ungenügende Wässerungsrate, inkorrekte Wassertemperaturen (empfohlen werden 33 bis 39°C) oder zu lange Wässerungszeiten (empfohlen werden 1 bis 4 Minuten) können Veränderungen der Dichte (Empfindlichkeitsausnutzung) sowie Farbverschiebungen verursachen. Wie wichtig diese erste Wässerung ist, geht daraus hervor, daß pro Minute 7,5 1 frisches Wasser verwendet werden müssen.

    [0004] Wird nicht gründlich genug gewässert, ist mit einem Anstieg des pH-Wertes im Umkehrbad, was zu schnellerer Alterung dieses Bades durch Oxidation führt, und mit Reduktion des Silberhalogenids zu Silber, obwohl nur Schleierkeime gebildet werden sollen, zu rechnen, was zu den vorstehend erwähnten unerwünschten fotografischen Effekten führt.

    [0005] Andererseits wirft die große Menge an Waschwasser ökologische Probleme auf und verursacht mit der notwendigen Entsorgung erhebliche Kosten.

    [0006] Aufgabe der Erfindung war es, ohne Minderung der fotografischen Ergebnisse eine Verbesserung zu schaffen.

    [0007] Es wurde nun überraschend gefunden, daß auf die Wässerung verzichtet werden kann, wenn das nachfolgende Umkehrbad in einer Gegenstromkaskade mit wenigstens 2 Stufen, vorzugsweise 2 bis 4 Stufen angewendet wird.

    [0008] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Verarbeitung von fotografischen Umkehrsilberhalogenidmaterialien mit den Schritten (a) Erstentwicklung, (b) Umkehren, (c) Farbentwicklung, (d) Konditionieren, (e) Bleichen, (f) Fixieren, (g) gegebenenfalls Wässern, (h) Stabilisieren und (i) Trocknen, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Schritten (a) und (b) keine Wässerung eingeschaltet und Schritt (b) im Gegenstrom mit mindestens Stufen durchgeführt wird.

    [0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird für das Umkehrbad die empfohlene Nachfüllösungsmenge nicht erhöht. Empfohlen werden 1100 ml/m2 Umkehrmaterial. Weiterhin wird auch die Zusammensetzung des Umkehrbades nicht verändert.

    [0010] Das Umkehrbad kann aber auch im pH-Wert und im Verdünnungsfaktor des Konzentrates der veränderten Arbeitsweise und der Verschleppungsrate angepaßt werden.

    [0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird auch auf die Schlußwässerung, zu der nach Standardvorschrift ebenfalls 7,5 1 Wasser/Minute erforderlich sind, verzichtet, und das Stabilisierbad im Gegenstrom mit mindestens 2 Stufen, vorzugsweise 3 bis 5 Stufen geführt. Für das Stabilisierbad wird die empfohlene Nachfüllösungsmenge von 1100 ml/m2 vorzugsweise nicht überschritten. Auch die Zusammensetzung des Stabilisierbades bleibt unverändert.

    [0012] Es können demnach die im Handel angebotenen Umkehr- und Stabilisierbäder ebenso wie alle anderen notwendigen Bäder unverändert im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden.

    Beispiel 1 (Vergleich)



    [0013] Drei handelsübliche Umkehrfilme
    Agfachrome 100 RS
    Ektachrome Plus 100
    Fujichrome RDP 100 wurden je mit einem Graustufenkeil belichtet und gemäß E6 Spezifikation entwickelt. Dabei wurden die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Werte erhalten.

    Beispiel 2 (Erfindung)



    [0014] Die gleichen Filme wie im Beispiel 1 wurden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren entwickelt, d.h. ohne Wässerung nach dem Erstentwickler und mit einer 2-stufigen Umkehrbad-Gegenstromkaskade mit sonst mit dem Standardprozeß übereinstimmenden Prozeßdaten.

    [0015] Es wurden die in der folgenden Tabelle angegebenen sensitometrischen Werte erhalten.

    Beispiel 3 (Erfindung)



    [0016] Die Regenerierquote des Umkehrbades betrug 1,1 l/m2, die Verschleppung des Entwicklers in das Umkehrbad betrug 70 ml/m2.

    [0017] Damit enthält das Umkehrbad im Gebrauchszustand in der ersten Stufe 64 ml Erstentwickler/l, in der zweiten Stufe 4,5 ml Erstentwickler/l.

    [0018] Diese Bäder wurden in Stufe 1 und 2 bei ansonsten unveränderten Bedingungen gegenüber Beispiel 2 verwendet.

    [0019] Es wurden die in der folgenden Tabelle angegebenen sensitometrischen Werte erhalten.

    [0020] In der nachfolgenden Tabelle bedeuten:
    Gamma 0:
    Steigung der Gradation zwischen 0,1 log I.t über Schleier und 5 log I.t
    Gamma 1:
    Steigung der Gradation zwischen 5 log I.t und 10 log I.t
    Gamma 2:
    Steigung der Gradation zwischen 10 log I.t und 15 log I.t
    D-Max:
    Maximaldichte
    D-Min:
    Schleier


    [0021] Es sind jeweils von links die Dichten für Gelb, Purpur und Blaugrün angegeben.

    [0022] Aus der Tabelle ist zu erkennen, daß nach allen Beispielen für die drei eingesetzten handelsüblichen Umkehrfilme nur geringe Abweichungen, die weitgehend innerhalb der Fehlergrenze liegen, gefunden werden.




    Ansprüche

    1. Verfahren zur Verarbeitung von fotografischen Umkehrsilberhalogenidmaterialien mit den Schritten (a) Erstentwicklung, (b) Umkehren, (c) Farbentwicklung, (d) Konditionieren, (e) Bleichen, (f) Fixieren, (g) gegebenenfalls Wässern, (h) Stabilisieren und (i) Trocknen, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Schritten (a) und (b) keine Wässerung eingeschaltet und Schritt (b) im Gegenstrom mit mindestens 2 Stufen durchgeführt wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wässerung (g) vermieden und Schritt (h) im Gegenstrom mit mindestens 2 Stufen durchgeführt wird.
     


    Claims

    1. Process for processing photographic reversal silver halide materials having the steps (a) first development, (b) reversal, (c) colour development, (d) conditioning, (e) bleaching, (f) fixing, (g) optionally rinsing, (h) stabilisation and (i) drying, characterised in that no rinsing is performed between steps (a) and (b) and step (b) is performed countercurrently in at least two stages.
     
    2. Process according to claim 1, characterised in that rinsing (g) is avoided and step (h) is performed countercurrently in at least two stages.
     


    Revendications

    1. Procédé pour le traitement de matériaux photographiques inversibles à l'halogénure d'argent, comprenant les étapes ci-après: (a) premier développement, (b) inversion, (c) développement chromogène, (d) conditionnement, (e) blanchiment, (f) fixage, (g) lavage éventuel, (h) stabilisation et (i) séchage, caractérisé en ce qu'on n'intègre pas de lavage entre les étapes (a) et (b) et en ce qu'on effectue l'étape (b) à contre-courant, cette étape comprenant au moins deux degrés.
     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on supprime le lavage (g) et en ce qu'on effectue l'étape (h) à contre-courant en passant par au moins deux degrés.