[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschichtungseinrichtung entsprechend dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. Eine solche Einrichtung ist bekannt aus DE 41 00 771 A1. Bei
dieser Einrichtung ist ein starrer Gleitschuh an einem festen, balkenförmigen Träger
gehalten, der sich parallel zur Gegenwalze und zum Beschichtungsspalt erstreckt. Dabei
soll der Gleitschuh über einen Anpreßschlauch an den Beschichtungsspalt angestellt
werden. Die Konstruktion ist dabei so getroffen, daß der Schlauch um zwei, in einer
Wanne umlaufende Antriebswalzen geführt ist. Dabei treten natürlich enorme Dichtprobleme
auf, um den Innenraum des Schlauchs und damit die nicht vom Schlauch umschlungenen
Oberflächen der Antriebswalzen von der Beschichtungsmasse abzusperren. Andererseits
besteht die Aufgabe, das skip-coating bzw. den Orangenschalen-Effekt eindeutig zu
vermeiden.
[0002] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Patentanspruchs 1 gelost.
[0003] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren im einzelnen erläutert; dabei stellt
- Figur 1
- prinzipiell einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Einrichtung,
- Figur 2
- einen Querschnitt des Schlauches und seines Trägers,
- Figur 3
- einen Axialschnitt entsprechend Fig. 2,
- Figur 4
- eine Einzelheit einer weiteren Variante des Gleitschuhes und
- Figur 5
- eine weitere Variante des Gleitschuhs, jeweils im Querschnitt dar.
[0004] Die Gegenwalze 3 führt die Papierbahn W durch den zwischen dem Schlauch 1 bzw. dessen
Tragschuh 4 und der Gegenwalze 3 gebildeten Beschichtungsspalt. Dabei läuft der Schlauch
in der in einer Wanne 14 aufgenommenen Streichmasse um, und der Gleitschüh 4 wird
von einem Träger 2 gehalten. Der Träger 2 kann vorzugsweise noch über den restlichen
Umfang des Schlauchs verteilte Gleitschuhe 9 bis 11 aufweisen. Der Gleitschuh 4 ist
in dem Träger 2 wie ein Druckkolben in einem Druckraum 5 geführt und gehalten, dem
Druckflüssigkeit über Bohrungen 28 und Leitungen 29 zugeführt wird. Überflüssiges
Druck- bzw. Schmiermittel kann am unteren Schuh 10 über eine Leitung 30 abgeführt
(z.B. durch eine Pumpe abgesaugt) werden. Der Schlauch 2 ist an stirnseitigen Spannscheiben
12 gehalten, die auch zum Antrieb desselben, z.B. über einen Zahnkranz 13, dienen.
Die Achsstummel 23 sind in Kegelrollenlagern 15 gelagert. An den Spannscheiben 12
ist der Schlauch über Endlappen mittels Endscheiben 20 und Schrauben 21 befestigt.
[0005] Es wird durch die ablaufseitige Kante der Gleitfläche 17 des Gleitschühes 4 erreicht,
daß der Schlauch 1 sich abrupt von der Gegenwalze 3 trennt. Es ist dazu vorgesehen,
daß der Krümmungsradius der Gleitfläche des Gleitschuhes 17 größer als 100 mm ist.
Die ablaufseitige Kante - die sich natürlich parallel zur Gegenwalze und zum Übertragungsspalt
erstreckt - ragt mindestens 8 mm über die Führungsfläche im Druckraum 5, die die ablaufseitige
Seitenfläche 24 des Gleitschühes führt, hinaus. Vorzugsweise beträgt der Krümmungsradius
der Gleitfläche 17 mehr als 300 mm.
[0006] Zum Schutz gegen Anstreifen der Spannscheiben 12 an dem Träger 2 weist letzterer
Notlauf-Lagerflächen 19, z.B. aus Lagermetall oder Bronze, auf. Die Flüssigkeitsleitungen
29 und 30 sind durch Endzapfen 33 des Trägers 2 nach außen geführt. Es ist auch noch
eine Abdichtung 21 der Streichmassenwanne 14 an den Achsstummeln 23 vorgesehen. Die
Lager 15 sind über Konsolen 18 an der Streichmassenwanne 14 abgestützt. Andere Auflagerungen
sind aber auch möglich.
[0007] In Fig. 4 ist eine Variante dargestellt, bei welcher der Gleitschüh 4' etwa in seinem
mittleren Bereich einen noppen- oder leistenartigen Vorsprung 31 aufweist, der sich
parallel zum Übertragungsspalt und Gleitschüh erstreckt. Der Vorsprung hat einen Krümmungsradius
r₁ - in der Zeichenebene -, der zwischen 20 und 50 mm, vorzugsweise höchstens 20 mm,
beträgt. Er ragt vorzugsweise zwischen 20 und 40 mm von der Gleitfläche (siehe Fig.
2) des Gleitschuhes 4' hervor. Auch dadurch wird bewirkt, daß der Verlauf des Schlauchs
1 an dieser Stelle eine relativ scharfe Umlenkung erhält, so daß hier eine abrupte
Trennung von der Gegenwalze 3 erfolgt. Es sind noch weitere Gleitflächen 33 und 34
am Anfang und Ende des Gleitschuhs 4' vorgesehen, müssen aber nicht unbedingt vorhanden
sein; z.B. kann insbesondere die erste, auflaufseitige Gleitfläche 34 weggelassen
werden.
[0008] Der ablaufseitige Krümmungsradius r₂ kann sehr viel kleiner sein und etwa zwischen
2 und 8 mm betragen.
[0009] Gemäß Fig. 5 ist der ablaufseitige Krümmungsradius k₂ des Tragschühs 4'' des Vorsprungs
31' sehr klein und beträgt vorzugsweise zwischen 1 und 20 mm, vorzugsweise zweischen
3 und 8 mm. Der auflaufseitige Krümmungsradius k₁ ist mindestens 4 mal so groß und
beträgt mindestens 20 mm, vorzugsweise mindestens 60 mm.
[0010] Diese Werte können auch für den Vorsprung 31 der Fig. 4 gelten.
1. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton,
bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn
führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des
Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3)
sich erstreckenden Gleitschuh (4) geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1)
befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschüh (4) eine zumindest teilweise
ebene und/oder konvex gekrümmte, am Beschichtungsspalt angeordnete Gleitoberfläche
mit einem Krümmungsradius von vorzugsweise mehr als 100 mm aufweist, und daS diese
Gleitfläche (17) ablaufseitig in bezug auf den Schlauch (1) in einer eckigen Kante
endet, um eine Knickstelle führ den Schlauch (1) zu bilden.
2. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontur der eckigen bzw. in bezug auf den Schlauch (1) steil abfallenden Kante
einen Krümmungsradius zwischen 0,5 und 8 mm aufweist oder einem solchen angenähert
ist.
3. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton,
bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn
führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des
Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3)
sich erstreckenden Gleitschuh (4) geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1)
befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius des Gleitschühs (4'') einlaufseitig
(k₁) vorzugsweise mindestens 25 mm und ablaufseitig (k₂) höchstens 20 mm, vorzugsweise
zwischen 2 und 8 mm bzw. das Verhältnis der Radien mindestens 4:1 beträgt, um eine
Knickstelle für den Schlauch (1) zu bilden.
4. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton,
bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn
führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des
Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3)
sich erstreckenden Gleitschüh (4') geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1)
befindet, mit den kennzeichnenden Merkmalen:
a) der Gleitschuh (4') hat vorzugsweise eine erste Gleitfläche (34) an seinem auflaufseitigen
Ende;
b) eine zweite Gleitfläche in Form eines Vorsprunges (31) mit einem einlaufseitigen
Krümmungsradius am Auftragsspalt r₁ von mindestens 25 mm, vorzugsweise mindestens
20 mm,
b₁) ablaufseitig beträgt der Krümmungsradius r₂ zwischen 2 und 18 mm, vorzugsweise
zwischen 3 und 8 mm;
c) eine dritte Gleitfläche (33) am ablaufseitigen Ende.
5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand
aufeinanderfolgender Gleitflächen mindestens 40 mm beträgt.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch
mittels stirnseitigen Spannscheiben (12) gelagert und durch diese für eine umlaufende
Bewegung angenähert auf einer Kreisbahn angetrieben ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch weitere, über den
Umfang des Schlauchs im Innern desselben verteilte Gleitschühe (9 bis 11).
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschuh
(4, 4') als Druckkolben ausgebildet oder mit einem solchen vereinigt ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die eckige bzw. steil abfallende
ablaufseitige Kante der Gleitfläche (17) des Schuhes (4') mindestens 8 mm aus dem
den Schuh haltenden Träger (2) herausragt.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Abrundungsradius
der eckigen bzw. steil abfallenden Kante zwischen 2 und 8 mm beträgt.