(19)
(11) EP 0 570 837 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.11.1993  Patentblatt  1993/47

(21) Anmeldenummer: 93107780.4

(22) Anmeldetag:  13.05.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5D21H 23/52
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT CH DE FR GB IT LI SE

(30) Priorität: 20.05.1992 DE 4216634

(71) Anmelder: J.M. Voith GmbH
D-89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Kustermann, Martin, Dr.
    W-7920 Heidenheim (DE)

(74) Vertreter: Weitzel, Wolfgang, Dr.-Ing. Patentanwalt et al
Friedenstrasse 10
89522 Heidenheim
89522 Heidenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Beschichtungseinrichtung für Bahnen aus Papier oder Karton


    (57) Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton, bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3) sich erstreckenden Gleitschuh (4) geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1) befindet. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschuh (4) eine zumindest teilweise ebene und/oder konvex gekrümmte, am Beschichtungsspalt angeordnete Gleitoberfläche mit einem Krümmungsradius von vorzugsweise mehr als 100 mm aufweist, und daß diese Gleitfläche (17) ablaufseitig in bezug auf den Schlauch (1) in einer eckigen Kante endet, um eine Knickstelle führ den Schlauch (1) zu bilden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Beschichtungseinrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Eine solche Einrichtung ist bekannt aus DE 41 00 771 A1. Bei dieser Einrichtung ist ein starrer Gleitschuh an einem festen, balkenförmigen Träger gehalten, der sich parallel zur Gegenwalze und zum Beschichtungsspalt erstreckt. Dabei soll der Gleitschuh über einen Anpreßschlauch an den Beschichtungsspalt angestellt werden. Die Konstruktion ist dabei so getroffen, daß der Schlauch um zwei, in einer Wanne umlaufende Antriebswalzen geführt ist. Dabei treten natürlich enorme Dichtprobleme auf, um den Innenraum des Schlauchs und damit die nicht vom Schlauch umschlungenen Oberflächen der Antriebswalzen von der Beschichtungsmasse abzusperren. Andererseits besteht die Aufgabe, das skip-coating bzw. den Orangenschalen-Effekt eindeutig zu vermeiden.

    [0002] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelost.

    [0003] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren im einzelnen erläutert; dabei stellt
    Figur 1
    prinzipiell einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Einrichtung,
    Figur 2
    einen Querschnitt des Schlauches und seines Trägers,
    Figur 3
    einen Axialschnitt entsprechend Fig. 2,
    Figur 4
    eine Einzelheit einer weiteren Variante des Gleitschuhes und
    Figur 5
    eine weitere Variante des Gleitschuhs, jeweils im Querschnitt dar.


    [0004] Die Gegenwalze 3 führt die Papierbahn W durch den zwischen dem Schlauch 1 bzw. dessen Tragschuh 4 und der Gegenwalze 3 gebildeten Beschichtungsspalt. Dabei läuft der Schlauch in der in einer Wanne 14 aufgenommenen Streichmasse um, und der Gleitschüh 4 wird von einem Träger 2 gehalten. Der Träger 2 kann vorzugsweise noch über den restlichen Umfang des Schlauchs verteilte Gleitschuhe 9 bis 11 aufweisen. Der Gleitschuh 4 ist in dem Träger 2 wie ein Druckkolben in einem Druckraum 5 geführt und gehalten, dem Druckflüssigkeit über Bohrungen 28 und Leitungen 29 zugeführt wird. Überflüssiges Druck- bzw. Schmiermittel kann am unteren Schuh 10 über eine Leitung 30 abgeführt (z.B. durch eine Pumpe abgesaugt) werden. Der Schlauch 2 ist an stirnseitigen Spannscheiben 12 gehalten, die auch zum Antrieb desselben, z.B. über einen Zahnkranz 13, dienen. Die Achsstummel 23 sind in Kegelrollenlagern 15 gelagert. An den Spannscheiben 12 ist der Schlauch über Endlappen mittels Endscheiben 20 und Schrauben 21 befestigt.

    [0005] Es wird durch die ablaufseitige Kante der Gleitfläche 17 des Gleitschühes 4 erreicht, daß der Schlauch 1 sich abrupt von der Gegenwalze 3 trennt. Es ist dazu vorgesehen, daß der Krümmungsradius der Gleitfläche des Gleitschuhes 17 größer als 100 mm ist. Die ablaufseitige Kante - die sich natürlich parallel zur Gegenwalze und zum Übertragungsspalt erstreckt - ragt mindestens 8 mm über die Führungsfläche im Druckraum 5, die die ablaufseitige Seitenfläche 24 des Gleitschühes führt, hinaus. Vorzugsweise beträgt der Krümmungsradius der Gleitfläche 17 mehr als 300 mm.

    [0006] Zum Schutz gegen Anstreifen der Spannscheiben 12 an dem Träger 2 weist letzterer Notlauf-Lagerflächen 19, z.B. aus Lagermetall oder Bronze, auf. Die Flüssigkeitsleitungen 29 und 30 sind durch Endzapfen 33 des Trägers 2 nach außen geführt. Es ist auch noch eine Abdichtung 21 der Streichmassenwanne 14 an den Achsstummeln 23 vorgesehen. Die Lager 15 sind über Konsolen 18 an der Streichmassenwanne 14 abgestützt. Andere Auflagerungen sind aber auch möglich.

    [0007] In Fig. 4 ist eine Variante dargestellt, bei welcher der Gleitschüh 4' etwa in seinem mittleren Bereich einen noppen- oder leistenartigen Vorsprung 31 aufweist, der sich parallel zum Übertragungsspalt und Gleitschüh erstreckt. Der Vorsprung hat einen Krümmungsradius r₁ - in der Zeichenebene -, der zwischen 20 und 50 mm, vorzugsweise höchstens 20 mm, beträgt. Er ragt vorzugsweise zwischen 20 und 40 mm von der Gleitfläche (siehe Fig. 2) des Gleitschuhes 4' hervor. Auch dadurch wird bewirkt, daß der Verlauf des Schlauchs 1 an dieser Stelle eine relativ scharfe Umlenkung erhält, so daß hier eine abrupte Trennung von der Gegenwalze 3 erfolgt. Es sind noch weitere Gleitflächen 33 und 34 am Anfang und Ende des Gleitschuhs 4' vorgesehen, müssen aber nicht unbedingt vorhanden sein; z.B. kann insbesondere die erste, auflaufseitige Gleitfläche 34 weggelassen werden.

    [0008] Der ablaufseitige Krümmungsradius r₂ kann sehr viel kleiner sein und etwa zwischen 2 und 8 mm betragen.

    [0009] Gemäß Fig. 5 ist der ablaufseitige Krümmungsradius k₂ des Tragschühs 4'' des Vorsprungs 31' sehr klein und beträgt vorzugsweise zwischen 1 und 20 mm, vorzugsweise zweischen 3 und 8 mm. Der auflaufseitige Krümmungsradius k₁ ist mindestens 4 mal so groß und beträgt mindestens 20 mm, vorzugsweise mindestens 60 mm.

    [0010] Diese Werte können auch für den Vorsprung 31 der Fig. 4 gelten.


    Ansprüche

    1. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton, bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3) sich erstreckenden Gleitschuh (4) geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1) befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschüh (4) eine zumindest teilweise ebene und/oder konvex gekrümmte, am Beschichtungsspalt angeordnete Gleitoberfläche mit einem Krümmungsradius von vorzugsweise mehr als 100 mm aufweist, und daS diese Gleitfläche (17) ablaufseitig in bezug auf den Schlauch (1) in einer eckigen Kante endet, um eine Knickstelle führ den Schlauch (1) zu bilden.
     
    2. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontur der eckigen bzw. in bezug auf den Schlauch (1) steil abfallenden Kante einen Krümmungsradius zwischen 0,5 und 8 mm aufweist oder einem solchen angenähert ist.
     
    3. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton, bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3) sich erstreckenden Gleitschuh (4) geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1) befindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius des Gleitschühs (4'') einlaufseitig (k₁) vorzugsweise mindestens 25 mm und ablaufseitig (k₂) höchstens 20 mm, vorzugsweise zwischen 2 und 8 mm bzw. das Verhältnis der Radien mindestens 4:1 beträgt, um eine Knickstelle für den Schlauch (1) zu bilden.
     
    4. Einrichtung zum Beschichten von laufenden Bahnen, insbesondere aus Papier oder Karton, bei welcher von einem Schlauch (1) die Beschichtungsmasse einem an einer die Bahn führenden Gegenwalze (3) gebildeten Auftragsspalt zugeführt wird, und im Bereich des Auftragsspalts der Schlauch (1) über einen parallel zum Spalt und zur Gegenwalze (3) sich erstreckenden Gleitschüh (4') geführt ist, der sich innerhalb des Schlauchs (1) befindet, mit den kennzeichnenden Merkmalen:

    a) der Gleitschuh (4') hat vorzugsweise eine erste Gleitfläche (34) an seinem auflaufseitigen Ende;

    b) eine zweite Gleitfläche in Form eines Vorsprunges (31) mit einem einlaufseitigen Krümmungsradius am Auftragsspalt r₁ von mindestens 25 mm, vorzugsweise mindestens 20 mm,

    b₁) ablaufseitig beträgt der Krümmungsradius r₂ zwischen 2 und 18 mm, vorzugsweise zwischen 3 und 8 mm;

    c) eine dritte Gleitfläche (33) am ablaufseitigen Ende.


     
    5. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand aufeinanderfolgender Gleitflächen mindestens 40 mm beträgt.
     
    6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch mittels stirnseitigen Spannscheiben (12) gelagert und durch diese für eine umlaufende Bewegung angenähert auf einer Kreisbahn angetrieben ist.
     
    7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch weitere, über den Umfang des Schlauchs im Innern desselben verteilte Gleitschühe (9 bis 11).
     
    8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Gleitschuh (4, 4') als Druckkolben ausgebildet oder mit einem solchen vereinigt ist.
     
    9. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die eckige bzw. steil abfallende ablaufseitige Kante der Gleitfläche (17) des Schuhes (4') mindestens 8 mm aus dem den Schuh haltenden Träger (2) herausragt.
     
    10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Abrundungsradius der eckigen bzw. steil abfallenden Kante zwischen 2 und 8 mm beträgt.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht