[0001] Granulierte und damit gut rieselfähige Schüttgüter werden in zahlreichen Produktionsbereichen,
z.B. im Bereich der Waschmittelindustrie in zunehmendem Maße eingesetzt und lösen
die pulverförmigen, schlechtfließenden Produkte ab.
[0002] Gerade im Hinblick auf den Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen und den steigenden
Anforderungen an geringe gesundheitliche Belastungen am Arbeitsplatz ist es wünschenswert,
Granulate zu besitzen, die sich durch eine geringe Neigung zur Staubbildung auszeichnen.
[0003] Aus EP-A-376 360 ist ein Verfahren zur Herstellung fester, rieselfähiger, bleichaktiver
Granulate, die mindestens eine wasserunlösliche Peroxysäure und ein hydratbildendes
anorganisches Material enthalten, bekannt, wobei sich die hergestellten Granulate
durch geringe Neigung zur Staubbildung ("dust-free") auszeichnen sollen. Die Herstellung
der bleichaktiven Granulate soll durch Mischen der festen Persaure, wie Diperoxydodecansäure
(DPDA), mit dem wasserfreien, hydratbildenden anorganischen Material, wie Natriumsulfat,
erfolgen, wobei der Wassergehalt der Mischung unterhalb des maimalen Hydratwassergehaltes
des hydratbildenden anorganischen Materials liegen muß und die Temperatur während
des Mischvorganges geringer als die Hydratisierungstemperatur des hydratbildenden
anorganischen Materials sein muß.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein kostengünstiges und energiesparendes
Verfahren zur Herstellung von staubarmen Granulaten, insbesondere solchen, die temperaturempfindliche
Stoffe enthalten, zur Verfügung zu stellen.
[0005] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von staubarmen Granulaten,
dadurch gekennzeichnet, daß auf einen teilchenförmigen Ausgangsstoff eine wäßrige
Lösung oder Suspension einer hydratbildenden Verbindung aufgebracht wird, wobei der
teilchenförmige Ausgangsstoff während des Aufbringens der wäßrigen Lösung oder Suspension
eine Temperatur unterhalb der Umwandlungstemperatur der hydratbildenden Verbindung
besitzt und die wäßrige Lösung oder Suspension eine Temperatur oberhalb der Umwandlungstemperatur
besitzt, anschließend oder gleichzeitig granuliert wird und das erhaltene Granulat
gegebenenfalls getrocknet wird.
[0006] Als teilchenförmige Ausgangsstoffe für das erfindungsgemäße Verfahren finden Granulatbestandteile,
die zur Herstellung von Granulaten geeignet sind, oder die Granulate selbst Verwendung.
Die Begriffe Granulatbestandteile und Granulate sind weit zu fassen. Es hat sich gezeigt,
daß das erfindungsgemäße Verfahren nicht auf bestimmte Granulatbestandteile oder Granulate
beschränkt ist, sondern, daß vielmehr alle Granulatbestandteile und Granulate als
teilchenförmige Ausgangsstoffe eingesetzt werden können, auf die eine wäßrige Lösung
einer hydratbildenden Verbindung aufgebracht werden kann.
Bevorzugt werden Granulate oder Granultbestandteile, wie sie aus der Waschmittel-,
Farben- oder Pharmazeutischen Industrie bekannt sind, eingesetzt.
[0007] Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren mit den besonders bevorzugt eingesetzten
Granulaten und Granulatbestandteilen beschrieben.
[0008] Zu den bevorzugten Granulatbestandteilen zählen die Bestandteile, wie sie üblicherweise
zur Herstellung bleichaktiver Granulate verwendet werden. Insbesondere sind hierbei
zu nennen:
- Wirksubstanzen
- Granulierhilfsmittel
- filmbildende Hüllsubstanzen
- zusätzliche Komponenten
Als Wirksubstanzen können verwendet werden:
- temperaturempfindliche Stoffe
- Bleichmittel und Bleichaktivatoren
Beispiele für temperaturempfindliche Stoffe sind Enzyme, wie Lipasen und Amylasen
Geeignete Bleichmittel und Bleichaktivatoren werden in EP-A-376 360 genannt.
[0009] Bevorzugte Bleichmittel sind:
a) Diperoxicarbonsäuren, wie 1,12-Dodecandiperoxicarbonsäure und 1,9-Nonandiperoxicarbonsäure,
b) Peroxicarbonsäuren mit einer Amidbindung in der Kohlenwasserstoffkette, wie N-Decanoyl-6-aminoperoxicapronsäure,
5-(N-Nonylcarbamoyl)-peroxivaleriansäure und 3-(N-Nonylcarbamoyl)-peroxipropionsäure
c) Sulfonylperoxicarbonsäuren, wie 4,4'-Sulfonyldiperoxipropionsäure, 3,3'-Sulfonyldiperoxibenzoesäure,
4-Methylsulfonylperoxibenzoesäure und 3-Decylsulfonylperoxipropionsäure,
d) gegebenenfalls ein- oder mehrfach substituierte Phthalimidoperoxicarbonsäuren der
Formel

worin R Wasserstoff, Chlor, Brom, C₁-C₂₀-Alkyl, C₁-C₂₀-Alkenyl, Aryl, bevorzugt Phenyl
oder Alkaryl, bevorzugt C₁-C₄-Alkylphenyl und n gleich 1 bis 20, wie ε-Phthalimidoperoxicapronsäure,
ω-Phthalimidoperoxilaurinsäure und ω-Phthalimidoperoxidekansäure.
[0010] Da reine Persäureverbindungen schwer zu handhaben sind, ist es empfehlenswert, sie
in Form von Agglomeraten einzusetzen. Geeignete Agglomerate werden in EP-A-376 360
genannnt, wobei bevorzugt Agglomerate, bestehend aus einer Persäure und einer organischen,
wasserunlöslichen Verbindung, wie Laurinsäure, Verwendung finden.
[0011] Als Bleichaktivatoren eignen sich bevorzugt Tetraacetylethylendiamin (TAED), Tetraacetylmethylendiamin,
Tetraacetylglykolunil (TAGU), Diacetyldioxohexahydrotriazin (DADHT) Pentaacetylglucose
(PAG), Acetoxibenzolsulfonat-Natrium, Nonanoyloxibenzolsulfonat-Natrium (NOBS) und
Benzoyloxibenzolsulfonat-Natrium (BOBS).
[0012] Die verwendeten Granulierhilfsmittel lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
a) anorganische Sulfate und/oder Phosphate
b) organische Verbindungen mit oberflächenaktiven Eigenschaften (Tenside).
a) Als anorganische Sulfate/Phosphate eignen sich Sulfate/Phosphate von Alkali- oder
Erdalkalimetallen, die gut wasserlöslich sind und nach dem Auflösen neutral oder sauer
reagieren. Vorzugsweise verwendet werden Natriumsulfat, Natriumhydrogensulfat, Kaliumsulfat,
Kaliumhydrogensulfat, Natriumdihydrogensulfat oder Magnesiumsulfat. Des weiteren können
Mischungen der Salze eingesetzt werden.
b) Als oberflächenaktive Substanzen werden bevorzugt wasserlösliche, anionische Sulfate
oder Sulfonate oder zwitterionische Tenside eingesetzt. Beispiele für derartige Verbindungen
sind Alkali- oder Erdalkalimetallsalze von Alkylsulfaten oder -sulfonaten mit einer
Alkylgruppe von 9-22 Kohlenstoffatomen, welche aus natürlichen oder synthetisch hergestellten
Fettalkoholen erhalten werden oder aus Kohlenwasserstoffen, wie z.B. Paraffin. Weitere
brauchbare Tenside, die Verwendung finden können, sind Salze von Alkylbenzolsulfonaten,
bei denen die Alkylgruppe 9-22 Kohlenstoffatome enthält und verzweigt oder unverzweigt
sein kann. Alle genannten Verbindungen können gegebenenfalls ethoxylierte Gruppen
im Molekül tragen. Bevorzugte Verbindungen sind sekundäre Alkansulfonate (Hostapur®
SAS), Alkylsulfate und Alkylbenzolsulfonate.
Die Substanzen können in fester oder pastöser Form oder als Lösung für die Granulierung
eingesetzt werden. Bevorzugtes Lösungsmittel ist in diesem Falle Wasser.
Mischungen der Granulierhilfsmittel der Gruppe a) können in jedem Verhältnis mit denen
der Gruppe b) für die Granulierung eingesetzt werden. Der Anteil des Granulierhilfsmittels
im fertigen Granulat beträgt 5 bis 60, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt
30 bis 45 Gew.-%.
[0013] Als filmbildende Hüllsubstanz werden Polymere der (Meth-) Acrylsäure oder Copolymere
dieser Säuren mit anderen ungesättigten organischen Carbonsäuren verwendet. Diese
Verbindungen können auch in teilneutralisierter Form eingesetzt werden. Mögliche Polymere
sind beispielsweise Polyacrylsäure, Polymethacrylsäure sowie Copolymere aus Acrylsäure
oder Methacrylsäure mit Maleinsäure, Fumarsäure oder Itaconsäure. Diese Verbindungen
haben ein durchschnittliches Molekulargewicht von 800-2.000.000, vorzugsweise 2.000-500.000.
Die polymeren Filmbildner werden bevorzugt in wäßriger Lösung auf die teilchenförmigen
Ausgangsstoffe aufgebracht. Ihre Konzentration in der Lösung beträgt 5 bis 50 Gew.-%,
bevorzugt 10 bis 30 Gew.-%. Der Anteil der filmbildenden Substanz am Granulat betragt
1 bis 15, vorzugsweise 3 bis 12 Gew.-%.
[0014] In manchen Fällen kann es erwünscht sein, daß das Granulat bestimmte zusätzliche
Komponenten enthält. Beispiele dafür sind chelatbildende Systeme, Farbstoffe und Mittel
zur Regulierung des pH-Wertes. Es ist bekannt, daß Metalle fähig sind, organische
oder anorganische Perverbindungen katalytisch zu zersetzen. Zur Überwindung dieses
Problems können dem Granulat bis zu 3 Gew.-% eines Chelatbildners zugesetzt werden.
Bevorzugte Verbindungen sind anorganische oder organische Phosphate oder Phosphonate
oder Aminomethylencarbonsäuren. Beispiele dafür sind Ethylendiamintetramethylenphosphon-
oder -carbonsäuren oder Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure oder deren Salze.
Mittel zur Einstellung des pH-Wertes werden zur Veränderung oder Aufrechterhaltung
des pH-Wertes innerhalb des Granulats eingesetzt. Beispiel dafür sind Zitronensäure,
Fettsäure oder Bernsteinsäure oder Salze wie Silikate, Phosphate oder Natriumbisulfat.
[0015] Es ist auch denkbar, daß als Ausgangsstoffe Granulate eingesetzt werden und diese
Granulate mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens zu staubarmen Granulaten weiterverarbeitet
werden. Die eingesetzten fertigen Granulate besitzen im allgemeinen den typischen
Granulataufbau, wie er vorstehend beschrieben wurde.
[0016] Als hydratbildende Verbindungen eignen sich im Prinzip alle Verbindungen, die sich
durch eine Umwandlungstemperatur auszeichnen.
Unter der Umwandlungstemperatur ist die Temperatur zu verstehen, bei der die hydratbildende
Verbindung das gebundene Kristallwasser abgibt bzw. aufnimmt. Wird als hydratbildende
Verbindung Natriumsulfat verwendet, so liegt die Umwandlungstemperatur bei 32,5 °C.
Unterhalb dieser Umwandlungstemperatur bildet das Natriumsulfat mit dem Kristallwasser
ein Dekahydrat. Oberhalb dieser Temperatur wird der größte Teil des Kristallwassers
wieder abgegeben. Bevorzugt verwendet werden Natriumacetat, Natriumcarbonat, Zinknitrat,
Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Lithiumbromid, Natriumphosphat, Natriumhydrogenphosphat
oder Mischungen daraus.
[0017] Geeignete apparative Vorrichtungen zur Herstellung der staubarmen Granulate sind
z.B. Mischer, Extruder oder Pelletiermaschinen.
Als Mischer kommen solche in Frage, die chargenweise oder kontinuierlich betrieben
werden können und ein Mischen unter hohen Scherkräften ermöglichen. Beispiele für
derartige Chargenmischer sind "Dry Dispenser"® (Baker, Perkins, Peterborough, GB)
"Diosna-Pharmamix"® (Diercks, Osnabrück, DE)
"Matrix"® (Fielder Ltd., Eastlake, GB)
"Baumeister"® (Fa. Ruberg, Paderborn, DE)
"Ruberg Hochleistungsmischer"® (Fa. Ruberg, Paderborn, DE)
"MTI, Typ EM"® (MTL Detmold, DE) und
"Eirich Mixers"® (Eirich Hardheim, DE).
"Lödige Pflugscharmischer"® (Fa. Lödige Maschinenfabrik, Paderborn)
"Lödige Recycler CB"® (Fa. Lödige Maschinenfabrik, Paderborn).
Beispielhaft für einen kontinuierlich betriebenen Mischer sei der "Konax Durchlaufmischer"®
(Fa. Ruberg, Paderborn, DE) erwähnt.
Beispiele für Extruder sind "Alma"®, Unica"®, "Xtruder"®, und "Werner Pfleiderer"®.
Beispiele für gebräuchliche Pelletiermaschinen sind die Fabrikate der Fa. Simon Heesen
oder auch der Maromarizer der Firma Russel Finings Ltd., London, GB. Weitere Apparate,
die zur Herstellung der staubarmen Granulate nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
eingesetzt werden können, sind Fließbettmischer, in denen verschiedene Temperaturstufen
eingestellt werden können.
[0018] Die Herstellung der staubarmen Granulate wird nachfolgend beschrieben.
[0019] Der teilchenförmige Ausgangsstoff wird in eine geeignete apparative Vorrichtung,
bevorzugt einen Wirbelschichtgranulierer gegeben.
[0020] Besteht der teilchenförmige Ausgangsstoff aus den einzelnen Granulatbestandteilen,
so werden vorteilhafterweise die wasserunlöslichen Bestandteile, wie Wirksubstanz,
gegebenenfalls unter Beimischung eines Teiles der hydratbildenden Verbindung, in der
apparativen Vorrichtung vorgelegt und die restlichen wasserlöslichen Bestandteile
mit der Lösung der hydratbildenden Verbindung aufgebracht.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform werden Wirksubstanz, wie Persäure, und hydratbildende
Verbindung in einem Wirbelschichtgranulierer in einem Gewichtsverhältnis von 3 bis
8, bevorzugt 4 bis 7 zu eins vorgelegt. Fertige Granulate werden üblicherweise ohne
weitere Zusätze und ohne vorbehandelnde Arbeitsschritte in die apparative Vorrichtung
eingebracht.
[0022] Nach dem Einbringen wird die Temperatur der Granulate oder Granulatbestandteile so
eingestellt, daß sie unterhalb der Umwandlungstemperatur der verwendeten hydratbildenden
Verbindung liegt.
[0023] Die nachfolgenden Temperaturangaben beziehen sich auf die Verwendung von Natriumsulfat
als hydratbildende Verbindung mit einer Umwandlungstemperatur bei 32,5°C. Die im Hinblick
auf diese bestimmte Umwandlungstemperatur angegebenen Temperaturbereiche können beim
Einsatz anderer hydratbildender Verbindungen analog übertragen werden.
[0024] Bei dem Einsatz eines Wirbelschichtgranulierers durchströmt ein mäßiger Luftstrom
mit einer Temperatur bis 37°C, bevorzugt 22 bis 35°C, die Granulatbestandteile oder
Granulate. Die Lufttemperatur ist so zu wählen, daß eine starke thermische Belastung
der Beschickung des Wirbelschichtgranulierers vermieden wird und kann auch oberhalb
37°C liegen. Wesentlich ist, daß die teilchenförmigen Ausgangsstoffe eine Temperatur
unterhalb 32,5°C, bevorzugt bis 20°C, besitzen.
[0025] Auf die Granulate oder Granulatsbestandteile wird eine wäßrige, bevorzugt gesättigte
wäßrige Natriumsuffatlösung aufgebracht, wobei die Temperatur der Lösung oberhalb
32,5°C, bevorzugt bis 40°C, liegt. Das Aufbringen erfolgt üblicherweise durch Aufsprühen,
kann aber je nach apparativer Vorrichtung auch durch Eintropfen, Einstrahlen, Zugabe
über eine Verteilerrechen, Zugabe über ein Verteilerwehr oder andere dem Fachmann
bekannte Maßnahmen erfolgen. Die wäßrige Lösung kann zusätzliche Bestandteile, wie
wasserlösliche Tenside und/oder filmbildende Hüllsubstanzen enthalten. Die Zusammensetzung
der wäßrigen Lösung beträgt bevorzugt
90 - 98 Gew.-% hydratbildende Verbindung, z.B. wasserfreies Natriumsulfat,
2 - 10 Gew.-% Hüllsubstanz, wie Polyacrylsäure und
0 - 10 Gew.-% Tensid, wie ®Hostapur SAS.
[0026] Die Konzentration der wäßrigen Lösung liegt üblicherweise zwischen 30 - 70 Gew.-%,
bevorzugt 50 - 60 Gew.-%. Es hat sich gezeigt, daß es vorteilhaft ist, die Konzentration
der Lösung so zu wählen, daß das Gewichtsverhältnis teilchenförmige Ausgangsstoffe
zu Lösung ungefähr gleich ist.
Es können auch übersättigte Lösungen zum Einsatz kommen, bei denen die Feststoffe
feindispergiert enthalten sind oder Suspensionen von schwerlöslichen oder unlöslichen
Feststoffen.
[0027] Die wäßrige Lösung oder Suspension kann auch wassermischbare, organische Lösungsmittel,
wie Alkohole, Ether oder Ester enthalten, wobei diese organischen Lösungsmittel nicht
mit den eingesetzten Ausgangsstoffen reagieren dürfen.
[0028] Wahrend des Aufsprühens der Lösung liegt die Temperatur der teilchenförmigen Ausgangsstoffe
unterhalb der Umwandlungstemperatur der hydratbildenden Verbindung und die Temperatur
der Lösung oberhalb der Umwandlungstemperatur, wobei darauf zu achten ist, daß auch
die Temperatur der besprühten teilchenförmigen Ausgangsstoffe immer unterhalb der
Umwandlungstemperatur liegt. Werden einzelne Granulatbestandteile als Ausgangsstoffe
eingesetzt, so empfiehlt es sich, während des Aufsprühens zu granulieren. Es ist aber
auch denkbar, daß die Lösung teilweise oder vollständig aufgesprüht wird und anschließend
die Granulierung erfolgt. Es hat sich gezeigt, daß der Vorgang der Granulierung mit
zu verbesserten Eigenschaften der eingesetzten Granulate hinsichtlich mechanischer
Festigkeit und damit zu staubarmen Granulaten führt.
[0029] Die Lösungsmenge wird vorzugsweise so gewährt, daß dieses primär entstehende Feuchtgranulat
zwischen 8 und 20 Gew.-% Wasser aufweist.
[0030] An die Vorgange des Aufsprühens und des Granulierens können sich geeignete Trocknungsschritte
anschließen, die gegebenenfalls in derselben Apparatur, aber auch mit Hilfe anderer
schonender Verfahren durchgeführt werden können. Die zusätzliche Trocknung ist aber
nur dann erforderlich, wenn ein besonders niedriger Wassergehalt der erfindungsgemäßen
Granulate erwünscht ist. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren hat sich gezeigt, daß
durch das gewählte Temperaturverhältnis zwischen den teilchenförmigen Ausgangsstoffen
und der Lösung, nach dem Ausprühen ein Teil der hydratbildenden Verbindung auskristallisiert
und über diese freiwerdende Kristallisationswärme ein Trocknungseffekt der Granulate
erreicht wird.
[0031] Die derart hergestellten staubarmen Granulate besitzen eine Granulatgrößenverteilung
im Bereich von 0,1 bis 5 mm, bevorzugt 0,4 bis 3 mm.
[0032] Selbstverständlich ist es ohne weiteres möglich, auf die erfindungsgemäß hergestellten
Granulate nachträglich noch inerte Umhüllungen der verschiedensten Art, sei es in
Form geschlossener Filme oder in Form abgelagerter Pulver, aufzubringen, doch ist
es gerade ein Vorzug der vorliegenden Erfindung, ohne eine solche Maßnahme auszukommen.
[0033] Besonders bevorzugtes Einsatzgebiet der Granulate ist die Bleiche von Textilien im
Zusammenhang mit einer Waschbehandlung. Die Granulate können für diesen Zweck in einheitlicher
Form, d.h. ohne weitere Zumischungen eingesetzt werden, doch werden sie vorzugsweise
als streufähige Gemische mit anderen Wirksubstanzen, die für die Textilbehandlung
nötig sind, konfektioniert.
1. Verfahren zur Herstellung von staubarmen Granulaten, dadurch gekennzeichnet, daß auf
einen teilchenförmigen Ausgangsstoff eine wäßrige Lösung oder Suspension einer hydratbildenden
Verbindung aufgebracht wird, wobei der teilchenförmige Ausgangsstoff während des Aufbringens
der wäßrigen Lösung oder Suspension eine Temperatur unterhalb der Umwandlungstemperatur
der hydratbildenden Verbindung besitzt und die wäßrige Lösung eine Temperatur oberhalb
der Umwandlungstemperatur besitzt, anschließend oder gleichzeitig granuliert wird
und das erhaltene Granulat gegebenenfalls getrocknet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als teilchenförmige Ausgangsstoffe
Granulate oder deren Bestandteile eingesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bleichaktive Granulate oder
deren Bestandteile eingesetzt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als hydratbildende Verbindungen
Lithiumbromid, Natriumacetat, Natriumcarbonat, Natriumphosphat, Natriumhydrogenphosphat,
Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Zinknitrat, bevorzugt Natriumsulfat oder Mischungen
daraus eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Lösung oder Suspension
wasserlösliche Hüllsubstanzen und gegebenenfalls Tenside enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Lösung oder Suspension
wassermischbare, organische Lösungsmittel, bevorzugt Alkohole, Ether und/oder Ester,
enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Lösung oder Suspension
eine Konzentration von 30 - 70 Gew.-%, bevorzugt 50 - 60 Gew.-%, besitzt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufbringen
der wäßrigen Lösung durch Eintropfen, Einstrahlen, Zugabe über einen Verteilerrechen,
Zugabe über ein Verteilerwehr oder bevorzugt Aufsprühen erfolgt.