[0001] Die Erfindung betrifft ein Anbaugerät für Flurförderzeuge, vorzugsweise Staplerfahrzeuge,
mit einem, zumindest in einer horizontalen Ebene bewegbaren Tragelement, an dem ein
gabelförmiges Lastaufnahmemittel angeordnet ist.
[0002] Flurförderzeuge, insbesondere Staplerfahrzeuge, sind in der Regel zweckgebunden mit
eigenen stationären Einrichtungen zur Wahrnehmung ganz bestimmter Aufgaben, beispielsweise
zum Aufnehmen, Handhaben und Transportieren von Lasten, ausgestattet, die u.a. als
Hub-, Teleskop-, Schub- und Schwenkgabeln sowie Kombinationen derselben ausgebildet
sein können. Der feste Verwendungszweck dieser Einrichtungen stellt eine vollkommen
unnötige Einschränkung der Einsatzmöglichkeiten derartiger Flurförderzeuge dar und
macht diese in der Anwendung äußerst unflexibel. Außerdem erfordert jede Bewegungsart
einen separaten Antrieb, so daß bei kombinierten Bewegungsabläufen - wie sie z.B.
beim Einsatz einer Schwenkschubgabel eines Kommissionierstaplers entstehen - eine
Vielzahl unterschiedlicher Antriebsmittel im Fahrzeug vorhanden sein muß, was sich
insbesondere in hohen Fahrzeuggestehungskosten niederschlägt.
[0003] Da die meisten Bewegungsarten dieser Einrichtungen zur Ein-, Aus- und Umlagerung
- mit Ausnahme des Schwenkens bzw. Drehens - rein translatorischer Art sind, laufen
sie zumeist in zeitlicher Reihenfolge nacheinander ab, zumal dann, wenn sie für das
Bedienungspersonal übersichtlich bleiben sollen, wodurch auch verlängerte Stellwege
in Kauf genommen werden müssen. Die beispielsweise zur Positionierung der Schwenkschubgabel
eines Kommissionierstaplers erforderlichen Bewegungsabläufe, wie Fahrkorb-Haupthub,
Gabel-Initialhub, translatorischer Seitenschub von Drehgerät mit Initialhubgerüst,
Drehen bzw. Schwenken und synchrones Drehen/Schieben von Initialhubgerüst mit Lastgabel
sowie Teleskopieren der Lastgabel verdeutlichen die Funktionskomplexibilität und den
damit verbundenen Stellaufwand derartiger Einrichtungen. In vielen Anwendungsfällen
ist sogar ein Verfahren des gesamten Flurförderzeuges zur Zielsteuerung erforderlich.
Die daraus resultierenden, relativ großen Spielzeiten der Einrichtungen zur Lastaufnahme
bzw. -abgabe oder Ein-, Aus- bzw. Umlagerung schränken die Wirtschaftlichkeit der
Flurförderzeuge in unnötiger Weise ein. Bei Störung oder Ausfall einer dieser festeingebauten
Einrichtungen bedarf es außerdem zwangsweise einer Stillsetzung des gesamten Flurförderzeuges
für die Zeit der Reparaturdauer.
[0004] Daneben sind sowohl statische als auch dynamische Anbaugeräte bekannt, beispielsweise
Dorne, Kranarme, Haken, Ballen-, Faß- oder Sackklammern, Klemmgabeln usw., mit denen
sich Flurförderzeuge bedarfs- bzw. einsatzabhängig nachrüsten lassen. In der Regel
handelt es dich hierbei jedoch ausschließlich um die Lastaufnahmemittel selbst, die
zumeist keine eigenen Antriebsmittel aufweisen, was voraussetzt, daß diese bereits
auf dem Flurförderzeug vorhanden sein müssen. Im übrigen dienen diese Anbaugeräte
fast ausschließlich bestimmten Sonderzwecken und lassen in der Regel keine komplizierten
Bewegungsabläufe zu, weshalb dieselben nur begrenzt einsetzbar sind.
[0005] Aus der Zeitschrift: "Fördern und Heben", Band 7, Juni 1957, Seite 242, ist anhand
von Figur 5b ein Seitenschlitten mit einem Tragelement bekannt, an dem ein gabelförmiges
Lastaufnahmemittel angeordnet ist, wobei das Tragelement als front- und/oder endseitig
des Flurförderzeuges arretierbares mehrgelenkiges Hebelgetriebe ausgebildet ist, dessen
einzelne Hebelarme über vertikale Gelenkachsen miteinander verbunden sind und wobei
die einzelnen Hebelarme in den Gelenkachsen einzeln und/oder bewegungssimultan zumindest
in horizontaler Richtung mechanisch, hydraulisch oder elektrisch antreibbar sind.
Das gabelförmige Lastaufnahmemittel wird von zwei Hebelgetrieben geführt. Dadurch
ist der Schwenkbereich für die gabelförmigen Lastaufnahmemittel beschränkt, insbesondere
ist eine Schwenkung um 180° (also von ganz links nach ganz rechts) nicht möglich.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der Nachteile
der zuvor erwähnten Einrichtungen mit einem Minimum an Aufwand und Herstellungskosten
ein universell einsetzbares, schnell an- und demontierbares, sowie einfach bedienbares
und im Bewegungsablauf gut übersichtliches Anbaugerät hoher Funktionalität für Flurförderzeuge
mit und ohne Eigenhub - auch für reine Transportfahrzeuge - zu schaffen, dem insbesondere
die Funktion einer Schwenkschubgabel zugeordnet sein soll und mit dem sich sowohl
Fahrzeugnutzwert und Wirtschaftlichkeit erhöhen als auch sämtliche zum Stapeln, Kommissionieren
und allseitigen Handhaben von Lasten erforderlichen Bewegungsabläufe selbst unter
engen Raumverhältnissen mit minimalem Zeitaufwand bewerkstelligen lassen, wobei das
Erfordernis fahrzeugeigener Antriebseinrichtungen für das Anbaugerät entfallen kann.
[0007] Erfingungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein einziges Hebelgetriebe
vorgesehen ist, dessen erster Hebelarm mittig an einer vertikal ausgerichteten Tragplatte
angeordnet ist, die am Hubschlitten des Flurförderzeugs befestigbar ist und dadurch,
daß die einzelnen Hebelarme um jeweils zumindest 180° relativ zueinander verdrehbar
sind, so daß das Lastaufnahmemittel einen kontinuierlichen Schwenkbereich von 180°
hat.
[0008] Mit der erfindungsgemäßen Anordnung sind im Prinzip alle gängigen Typen von Flurförderzeugen
innerhalb kürzester Zeit nachrüstbar, wozu es weder speziell geschulten Personals
noch kostspieliger Vorrichtungen, geschweige denn entsprechender Spezialwerkzeuge
bedarf und wodurch der Fahrzeugnutzwert selbst von Flurförderzeugen einfachster Bauart
in erheblichem Maße erhöht werden kann, da sich die Flurförderzeuge hernach spezifisch
höheren Verwendungszwecken zuführen lassen, die ansonsten nur konstruktiv aufwendigeren
und wesentlich teureren Flurförderzeugen vorbehalten bleiben, was Möglichkeiten zu
einer besseren Auslastung des vorhandenen Fahrzeugparkes eröffnet. Durch die Möglichkeit
einer gegenseitigen Überlagerung sowohl der horizontalen als auch der vertikalen Bewegungen
sämtlicher Hebelarme, kann das Anbaugerät absolut zieloptimiert arbeiten, d.h. Ziele
auf kürzestem Wege direkt anfahren, was die Arbeitseffektivität erhöht und sich in
größeren Warenumschlags- bzw. Kommissionierleistungen pro Zeiteinheit niederschlägt.
Da das Erfordernis der gleichzeitigen oder zeitlich aufeinanderfolgenden Bedienung
mehrerer Antriebe zur Einleitung unterschiedlicher Bewegungsarten des Lastaufnahmemittels
entfällt, wird der Bedienungsmann sowohl physisch als auch psychisch entlastet und
kann sich auf den eigentlichen Vorgang der Lastaufnahme bzw. Lastabgabe konzentrieren.
Außerdem ist das Anbaugerät äußerst wartungsfreundlich und kann bei einer Störung
oder bei Ausfall zwecks Reparatur jederzeit leicht gegen ein anderes ausgetauscht
werden, wodurch sich die Stillstandszeiten des Flurförderzeuges in erheblichem Maße
verringern lassen.
[0009] Spezielle Varianten der Erfindung, zweckmäßige Merkmale sowie vorteilhafte Weiterbildungen
des Erfindungsgedankens sind Gegenstand der weiteren Ansprüche, der Beschreibung sowie
der zeichnerischen Darstellung einer Grundausführung sowie eines Ausführungsbeispieles,
einzeln und in Kombination miteinander. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- Eine isometrische Darstellung einer Grundausführung eines Anbaugerätes nach der Erfindung
ohne Eigenhub,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf Fig. 1 mit aufgenommener Nutzlast,
- Fig. 3
- ein Ausführungsbeispiel des Anbaugerätes mit Eigenhub in gleicher Ansicht wie Fig.
1,
- Fig. 4
- eine grafische Darstellung des Bewegungsablaufes eines erfindungsgemäßen mehrgelenkigen
Hebelgetriebes mit einer Simulation des Ausschubes eines Lastaufnahmemittels mit Nutzlast
und
- Fig. 5
- eine grafische Darstellung des Bewegungsablaufes des Hebelgetriebes für synchrones
Drehen und Schieben des Lastaufnahmemittels mit Nutzlast.
[0010] Wie in Fig. 1 dargestellt, ist eine Tragplatte 1 mittig mit einer vertikalen Ausladung
2 versehen, die vorzugsweise angeschweißt ist. Die Tragplatte 1 kann in eine vorzugsweise
frontseitige Halterung eines Flurförderzeuges eingesetzt und in dieser arretiert bzw.
fixiert werden. Als Anbaubasis kann dabei ein Flurförderzeug ohne eigene Hubmittel,
d.h. ein reines Transportfahrzeug, oder stattdessen ein Staplerfahrzeug mit eigenen
Hubmitteln zur Anwendung kommen, wobei im letzteren Fall vorzugsweise der Hubschlitten
als Halterung für die Tragplatte 1 dient. Daneben besteht die Möglichkeit, die Halterung
am Flurförderzeug seitenverschiebbar und/oder schwenkbar und/oder drehbar und/oder
neigbar anzuordnen.
[0011] In der Ausladung 2 ist eine erste vertikale Gelenkachse 3 angeordnet, auf der mittels
eines Gelenkschuhes 4 ein erster Hebelarm 5 eines mehrgelenkigen Hebelgetriebes 11
verdrehbar angelenkt ist. Das Hebelgetriebe 11 ist dabei vorzugsweise dreigelenkig
ausgebildet; ebenso sind andere Hebel- und Gelenkkonstellationen in Abhängigkeit von
Verwendungszweck und Einsatzgebiet denkbar. Im anderen Ende des Hebelarmes 5 ist eine
zweite vertikale Gelenkachse 8 vorgesehen, auf der sich ein zweiter Gelenkschuh 9
befindet. An diesem ist ein zweiter Hebelarm 6 befestigt, vorzugsweise angeschweißt,
dessen anderes Ende eine dritte Gelenkachse 10 aufnimmt, auf der - sozusagen als letzter
freihängender Hebelarm 7 - ein kurzer Träger für ein Lastaufnahmemittel 12 gelagert
ist.
[0012] Das Lastaufnahmemittel 12 ist als Traggabel ausgebildet, deren Gabelzinken in Gabelführungen
13 manuell und/oder automatisch auf die Breite einer Nutzlast 14 bzw. einer Lastpalette
15 einstellbar sind. Das Lastaufnahmemittel 12 kann bedarfsabhängig auch teleskopierbar
ausgebildet sein.
[0013] Tragplatte 1, Hebelgetriebe 11 und Lastaufnahmemittel 12 bilden zusammen eine sowohl
bauliche als auch funktionelle Einheit, die sich als einfaches Anbaugerät sowohl zur
Nach- als auch zur Umrüstung von Flurförderzeugen eignet.
[0014] Die Gelenkachsen 3, 8, 10 sind rotatorisch jeweils separat antreibbar, wobei bekannte
und deshalb nicht näher dargestellte und beschriebene Antriebsmittel mechanischer,
hydraulischer oder elektrischer Bauart zur Anwendung können, die vorzugsweise umfangs-
und/oder stirnseitig der Gelenkachsen 3, 8 und 10 angreifen. Dabei empfiehlt es sich,
die Antriebsmittel programmzusteuern, wobei das nachzurüstende Flurförderzeug und/oder
das Anbaugerät mit zumindest einer intelligenten Steuerschaltung in Form eines Rechners,
MC's oder einer SPS ausgestattet sein sollte(n).
[0015] Während die zuvor beschriebene Grundausführung des erfindungsgemäßen Anbaugerätes
ohne Eigenhub ausgerüstet und demzufolge auf fahrzeuginterne Hubmittel zur Höhenveränderung
angewiesen ist, um in der Höhe liegende Punkte bzw. Ziele im Raum anzufahren, weist
das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 einen Eigenhub auf, weshalb es sich vornehmlich
zum Anbau an reine Transportfahrzeuge eignet. Selbstverständlich kann dieser Eigenhub
des Anbaugerätes auch als Initialhub verwendet werden, sofern ein Haupthub fahrzeugintern
bewerkstelligt werden kann.
[0016] Zwecks Erzielung des Eigenhubes ist zumindest einer der Hebelarme 5 oder 6 oder 7
höhenveränderbar ausgebildet. Dabei erfolgt die Höhenveränderung unmittelbar in einer
oder mehrerer der drei Gelenkachsen 3 und/oder 8 und/oder 10. Im Ausführungsbeispiel
der Fig. 3 ist vorzugsweise in der vertikalen Verlängerung der Gelenkachse 10 auf
dem Hebelarm 7 ein Hubgerüst 16 angeordnet, an dem das Lastaufnahmemittel 12 mittels
eines Hubschlittens 17 höhenbeweglich geführt ist. Hubgerüst 16 und Lastaufnahmemittel
12 sind somit in der Gelenkachse 10 um 180° verdrehbar. Als Hubantrieb bieten sich
sämtliche in der Hubtechnik bzw. im Staplerbau üblichen und deshalb nicht näher dargestellten
und beschriebenen Mittel mechanischer oder hydraulischer Bauart an, beispielsweise
Kettenzüge, Seilzüge, Hubzylinder u.ä..
[0017] Das Hebelgetriebe 11 mit dem Lastaufnahmemittel 12 kann als alleiniger Lastträger
front- oder endseitig eines Flurförderzeuges angebaut werden. Falls das Flurförderzeug
bereits mit einem eigenen Lastträger ausgestattet ist, kann dieser als Hauptlastträger
fungieren und das Anbaugerät als Zusatzlastträger, der dann im Aktionsbereich des
Hauptlastträgers, vorzugsweise unter- oder oberhalb desselben, angeordnet ist.
[0018] In Fig. 4 ist der Bewegungsablauf des Lastaufnahmemittels 12 mit Palette 15 und darauf
befindlicher Nutzlast 14 während des Ausschiebens von einem gestrichelt dargestellten
Regalgang 18 zwecks Einlagerung in ein seitliches Regal 19 in fünfzehn Simulationsschritten
20-34 graphisch dargestellt.
[0019] Der Simulationsschritt 20 zeigt das Hebelgetriebe 11 soz. in einer am Flurförderzeug
angelenkten Ruheposition 41, wobei sämtliche Hebelarme 5, 6, 7 im rechten Winkel zueinander
stehen. Da die Ausschubbewegung ausschließlich dem Zweck dient, die Lastpalette 15
mit ihrer Nutzlast 14 quer zum Regalgang 18, d.h. unter einem Winkel von 90°, in das
Regal 19 einzuschieben, muß während des gesamten Bewegungsablaufes darauf geachtet
werden, daß der dritte Hebelarm 7 stets rechtwinklig zum Regal 19 steht, ansonsten
die Nutzlast 14 schräg in das Regal 19 eingeschoben würde.
[0020] Die Ausschubbewegung wird gemäß dem Simulationsschritt 21 durch leichtes Verdrehen
des zweiten Hebelarmes 6 im rechten Drehsinn um die zweite Gelenkachse 8 eingeleitet,
wobei sich der innere Öffnungswinkel 35 zwischen dem ersten Hebelarm 5 und dem zweiten
Hebelarm 6 geringfügig verringert. Damit der dritte Hebelarm 7 seine rechtwinklige
Lage gegenüber dem Regal 19 beibehalten kann, bedarf es gleichzeitig einer linksseitigen
drehenden Nachführung desselben um die dritte Gelenkachse 10, wodurch der innere Öffnungswinkel
36 zwischen dem zweiten Hebelarm 6 und dem dritten Hebelarm 7 vergrößert wird. Hierbei
verschiebt sich die Lastpalette 15 mit ihrer Nutzlast 14 gemäß dem Bewegungspfeil
42 in Richtung gegen das Regal 19.
[0021] Beim darauffolgenden Simulationsschritt 22 wird den Bewegungen der Hebelarme 6 und
7 zusätzlich eine rechtsseitige Drehbewegung des ersten Hebelarmes 5 um die erste
Gelenkachse 3 überlagert und dabei der äußere rechte Öffnungswinkel 43 zwischen der
Ausladung 2 und dem ersten Hebelarm 5 über sein Ursprungsmaß von 90° hinaus vergrößert.
Die überlagerten Bewegungen der drei Hebelarme 5, 6, 7 werden in den nachfolgenden
Simulationsschritten 23-28 kontinuierlich solange fortgeführt, bis der Öffnungswinkel
36 180° beträgt (s. Simulationsschritt 28), wobei der dritte Hebelarm 7 den zweiten
Hebelarm 6 geradlinig verlängert. In dieser Stellung des Hebelgetriebes 11 stehen
die Hebelarme 5 und 6 in einem Öffnungswinkel 43 von ca. 135° zueinander und der Öffnungswinkel
35 beträgt ungefähr 45°. Die Lastpalette 15 mit ihrer Nutzlast 14 ist nun in etwa
hälftig in das Regal 19 eingeschoben.
[0022] Es versteht sich von selbst und bedarf deshalb keiner besonderen Beschreibung, daß
der dritte Hebelarm 7 bei einer Positionsänderung einer oder beider der Hebelarme
5 und 6 stets nachgeführt werden muß, um seine rechtwinklige Position gegenüber dem
Regal 19 beizubehalten.
[0023] In den nächsten Simulationsschritten 29-31 werden die Hebelarme 5, 6 und 7 soweit
verdreht, daß sich der nunmehr stumpfe Öffnungswinkel 43 zwischen dem ersten und zweiten
Hebelarm 5 und 6 zu einem gestreckten Winkel von 180° erweitert, den er im Übergang
der Simulationsschritte 31 auf 32 überschreitet. Parallel dazu läuft der im Simulationsschritt
28 spitze Öffnungswinkel 35 auf ein Bogenmaß von 90° zu, das er ungefähr im Simulationsschritt
33 erreicht. Hierbei stehen die beiden Hebelarme 5 und 6 - wie in der ursprünglichen
Ruheposition 41 des Lastaufnahmemittels 12 - wieder rechtwinklig zueinander, sind
jedoch insgesamt in der ersten Gelenkachse 3 um einen Winkel von über 90° relativ
zur Ausladung 2 und um ein ähnliches Bogenmaß gleichzeitig in der dritten Gelenkachse
10 relativ zum dritten Hebelarm 7 verdreht worden. Die Lastpalette 15 mit ihrer Nutzlast
14 ist nun nahezu in das Regal 19 eingelagert.
[0024] Die letzte Ausschubbewegung des Hebelgetriebes 11 in das Regal 19 wird im Simulationsschritt
34 durch eine geringfügige weitere rechtsseitige Verdrehung sowohl des ersten Hebelarmes
5 um die erste Gelenkachse 3 als auch einer Simultanverdrehung des zweiten Hebelarmes
6 um die dritte Gelenkachse 10 erzielt, wodurch sich der Öffnungswinkel 35 wiederum
über ein Bogenmaß von 90° hinaus vergrößert. Die Lastpalette 15 ist nun vollständig
in das Regal 19 eingeschoben und das Hebelgetriebe 11 kann in entgegengesetzter Bewegungsrichtung
in seine ursprüngliche Ruheposition 41 zurückgeführt werden.
[0025] Fig. 5 zeigt eine Simulationsgrafik des Bewegungsablaufes eines Lastaufnahmemittels
12 für synchrones Drehen und Schieben, vereinfacht in vier Simulationsschritten 37-40.
Hierbei wird eine seitlich aus dem Regal 19 entnommene, palettisierte Nutzlast 14
im Regalgang 18 gleichzeitig einer Dreh- und Schubbewegung unterworfen, um sie hernach
entlang des bzw. aus dem Regalgang 18 transportieren zu können.
[0026] Entsprechend dem o.e. Simulationsschritt 20 stellt der Simulationsschritt 37 das
Hebelgetriebe 11 mit seinem Lastaufnahmemittel 12 in der Ruheposition 41 dar, wobei
die Nutzlast 14 quer zur Richtung des Regalganges 18 steht. Der darauffolgende Simulationsschritt
38 zeigt das Hebelgetriebe 11 nach einer reinen Drehbewegung des dritten Hebelarmes
7 im linksseitigen Drehsinn um die dritte Gelenkachse 10. In der Grafik der sich anschließenden
Simulationsstufe 39 wird die zuvor begonnene Drehbewegung des dritten Hebelarmes 7
fortgeführt und gleichzeitig dazu eine Schiebebewegung des Hebelgetriebes 11 in Längsrichtung
des Regalganges 18 eingeleitet, in dem der erste Hebelarm 5 im rechten Drehsinn um
die erste Gelenkachse 3 und gleichzeitig der zweite Hebelarm 6 entgegengesetzt um
die zweite Gelenkachse 8 verdreht wird. Dabei wird das Hebelgetriebe 11 unter gleichzeitiger
Öffnung der Gelenkwinkel 44 und 45 bis zu Winkeln von 180° längsgestreckt, wie im
letzten Simulationsschritt 40 aufgezeigt. Die Nutzlast 14 ist nun transportfertig
in Längsrichtung zum Regalgang 18 positioniert.
[0027] In Abhängigkeit dessen, ob sich Ein- und Auslagerungsziele auch in der Höhe befinden,
können den zuvor beschriebenen Bewegungen des Hebelgetriebes 11 in horizontaler Richtung
zusätzlich auch entsprechende Haupthub- bzw. Initialhubbewegungen in vertikaler Richtung
überlagert werden, die selbstverständlich auch separat ausgeführt werden können. Durch
die Möglichkeit einerseits der simultanen Überlagerung von Hub- und Horizontalbewegungen
und andererseits der Überlagerung sämtlicher Bewegungen der Hebelarme 5, 6 und 7 können
sämtliche Raumziele bei gleichzeitiger spürbarer Entlastung des Bedienungspersonals
nicht nur bewegungs-, sondern insbesondere auch zeitoptimiert angefahren werden. Die
Möglichkeit einer einfachen und kostengünstigen Nachrüstung mit dem ein Maximum an
Freiheitsgraden aufweisenden erfindungsgemäßen Anbaugerätes erhöht die Flexibilität
von Flurförderzeugen bei gleichzeitiger Kostensenkung in erheblichem Maße.
[0028] Die Erfindung ist natürlich keinesfalls auf die in den Zeichnungen dargestellten
und in der Beschreibung niedergelegten Ausführungsformen beschränkt, die nur exemplarischen
Charakter haben. Es versteht sich von selbst, daß zahlreiche konstruktive und funktionelle
Abwandlungen sowie der Einsatz wirkungsäquivalenter Mittel im Rahmen der Erfindung
liegen. Beispielsweise kann das Lastaufnahmemittel 12 im als Träger dienenden Hebelarm
7 noch zusätzlich bzw. alternativ seitenverschiebbar, drehbar oder neigbar ausgebildet
sein oder es können anstatt der Lastgabeln 12 auch andere Lastaufnahmemittel bekannter
Bauart zum Einsatz kommen. Dabei überdeckt der abzusteckende Rahmen der Erfindung
nicht nur den Einsatz des Anbaugerätes als Hauptlastträger, sondern schließt auch
die Möglichkeit ein, das Anbaugerät als Zusatzlastträger unterhalb bzw. oberhalb des
Aktionsradius' eines Hauptlastträgers oder ggf. als endseitiges Handhabungsmittel
zu einem frontseitigen Lastträger einzusetzen.

1. Anbaugerät für Flurförderzeuge, vorzugsweise Staplerfahrzeuge, mit einem, zumindest
in einer horizontalen Ebene bewegbaren Tragelement, an dem ein gabelförmiges Lastaufnahmemittel
(12) angeordnet ist, wobei das Tragelement als front- und/oder endseitig des Flurförderzeugs
arretierbares mehrgelenkiges Hebelgetriebe (11) ausgebildet ist, dessen einzelne Hebelarme
(5, 6, 7) über vertikale Gelenkachsen (3, 8, 10) miteinander verbunden sind und wobei
die einzelnen Hebelarme (5, 6, 7) in den Gelenkachsen (3, 8, 10) einzeln und/oder
bewegungssimultan zumindest in horizontaler Richtung mechanisch, hydraulisch oder
elektrisch antreibbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der erste Hebelarm (5) mittig an einer vertikal ausgerichteten Tragplatte (1)
angeordnet ist, die am Hubschlitten des Flurförderzeugs befestigbar ist und
- daß die einzelnen Hebelarme (5, 6, 7) um jeweils zumindest 180° relativ zueinander
verdrehbar sind, so daß das Lastaufnahmemittel (12) einen kontinuierlichen Schwenkbereich
von 180° hat.
2. Anbaugerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebelgetriebe (11) dreigelenkig ausgebildet ist.
3. Anbaugerät nach Anspruch 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das gesamte Hebelgetriebe (11) am Flurförderzeug und/oder zumindest einer der
Hebelarme (5 oder 6 oder 7) in einer der Gelenkachsen (3 oder 8 oder 10) höhenveränderbar
sind, wobei die vertikalen und horizontalen Bewegungsabläufe von Hebelgetriebe (11)
und/oder zumindest einem Hebelarm (5, 6, 7) gegenseitig überlagerbar sind, dergestalt,
daß das Lastaufnahmemittel (12) bis zur maximalen Hubhöhe zu jedem Punkt im Raum bewegbar
ist.
4. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest in einer der Gelenkachsen (3 oder 8 oder 10) ein Hubgerüst (16) angeordnet
ist.
5. Anbaugerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hubgerüst (16) in der Gelenkachse (10) des das Lastaufnahmemittel (12) tragenden
Hebelarmes (7) angeordnet ist.
6. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebelgetriebe (11) an einer Tragplatte (1) angelenkt ist, die in eine Halterung
des Flurförderzeuges einsetzbar ist.
7. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Halterung am Flurförderzeug höhenveränderbar und/oder schwenkbar und/oder
neigbar und/oder seitlich verschiebbar und/oder drehbar ist.
8. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hebelarme (5, 6, 7) rotatorisch und/oder vertikal mechanisch antreibbar sind.
9. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hebelarme (5, 6, 7) rotatorisch und/oder vertikal hydraulisch antreibbar sind.
10. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hebelarme (5, 6, 7) rotatorisch und/oder elektrisch antreibbar sind.
11. Anbaugerät nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebelgetriebe (11) mit dem Lastaufnahmemittel (12) als alleiniger Lastträger
des Flurförderzeuges vorgesehen ist.
12. Anbaugerät nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebelgetriebe (11) mit dem Lastaufnahmemittel (12) als Zusatzlastträger zu
einem förderzeugstationären Hauptlastträger vorgesehen ist.
13. Anbaugerät nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Hebelgetriebe (11) mit dem Lastaufnahmemittel (12) im Aktionsbereich des Hauptlastträgers
angeordnet ist.
1. Add-on unit for industrial trucks, preferably stacker vehicles, having a carrying
element which can be moved at least in a horizontal plane and on which a fork-like
load-receiving means (12) is arranged, the carrying element being designed as a multi-articulation
lever mechanism (11) which can be arrested at the front and/or end of the industrial
truck and whose individual lever arms (5, 6, 7) are connected to one another via vertical
articulation pins (3, 8, 10), and it being possible for the individual lever arms
(5, 6, 7) to be driven individually and/or simultaneously in the articulation pins
(3, 8, 10), at least in the horizontal direction, by mechanical, hydraulic or electrical
means, characterized
- in that the first lever arm (5) is arranged centrally on a vertically aligned carrying
panel (1) which can be fastened on the lifting carriage of the industrial truck, and
- in that the individual lever arms (5, 6, 7) can be rotated relative to one another
through in each case at least 180°, with the result that the load-receiving means
(12) has a continuous pivoting range of 180°.
2. Add-on unit according to Claim 1, characterized in that the lever mechanism (11) is
designed with three articulations.
3. Add-on unit according to Claim 1 or 2, characterized in that the entire lever mechanism
(11) can be vertically adjusted on the industrial truck and/or at least one of the
lever arms (5 or 6 or 7) can be vertically adjusted in one of the articulation pins
(3 or 8 or 10), it being possible for the vertical and horizontal movements of the
lever mechanism (11) and/or at least one lever arm (5, 6, 7) to coincide with one
another such that, up to the maximum lifting height, the load-receiving means (12)
can be moved to any point in space.
4. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
a lifting framework (16) is arranged at least in one of the articulation pins (3 or
8 or 10).
5. Add-on unit according to Claim 4, characterized in that the lifting framework (16)
is arranged in the articulation pin (10) of the lever arm (7) which bears the load-receiving
means (12).
6. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the lever mechanism (11) is articulated on a carrying panel (1) which can be inserted
into a mount of the industrial truck.
7. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the mount on the industrial truck can be vertically adjusted and/or pivoted and/or
inclined and/or displaced laterally and/or rotated.
8. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the lever arms (5, 6, 7) can be driven in rotation and/or vertically by mechanical
means.
9. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the lever arms (5, 6, 7) can be driven in rotation and/or vertically by hydraulic
means.
10. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the lever arms (5, 6, 7) can be driven in rotation and/or vertically by electrical
means.
11. Add-on unit according to one or more of the preceding claims, characterized in that
the lever mechanism (11) with the load-receiving means (12) is provided as the sole
load-bearing arrangement of the industrial truck.
12. Add-on unit according to one or more of Claims 1-10, characterized in that the lever
mechanism (11) with the load-receiving means (12) is provided as a load-bearing arrangement
in addition to a main load-bearing arrangement which is attached to the industrial
truck.
13. Add-on unit according to Claim 12, characterized in that the lever mechanism (11)
with the load-receiving means (12) is arranged in the active region of the main load-bearing
arrangement.
1. Equipement auxiliaire pour chariots de manutention, de préférence pour véhicules élévateurs,
avec un élément porteur au moins déplaçable dans un plan horizontal, sur lequel est
disposé un moyen (12) de suspension de la charge en forme de fourche, l'élément porteur
étant formé en tant que mécanisme de levier (11) à articulations multiples verrouillable
du côté avant et/ou arrière du chariot de manutention, dont les bras de levier individuels
(5, 6, 7) sont reliés les uns aux autres par le biais d'axes articulés verticaux (3,
8, 10) et dans lequel les bras de levier individuels (5, 6, 7) peuvent être entraînés
dans les axes articulés (3, 8, 10) individuellement et/ou en mouvement simultané au
moins dans la direction horizontale, mécaniquement, hydrauliquement ou électriquement,
caractérisé en ce que
- le premier bras de levier (5) est disposé centralement sur une plaque porteuse (1)
orientée verticalement, qui peut être fixée au chariot de levage du chariot de manutention
et en ce que
- les bras de levier individuels (5, 6, 7) peuvent tourner chacun d'au moins 180°
les uns par rapport aux autres, de sorte que le moyen (12) de suspension de la charge
ait un domaine de pivotement continu de 180°.
2. Equipement auxiliaire selon la revendication 1, caractérisé en ce que le mécanisme
de levier (11) est formé avec trois articulations.
3. Equipement auxiliaire selon la revendication 1 et/ou 2, caractérisé en ce que le mécanisme
de levier (11) complet sur le chariot de manutention et/ou au moins un des bras de
levier (5 ou 6 ou 7) dans l'un des axes articulés (3 ou 8 ou 10) sont ajustables en
hauteur, les courses de déplacement verticales et horizontales du mécanisme de levier
(11) et/ou d'au moins un bras de levier (5, 6, 7) étant mutuellement superposables,
de telle sorte que le moyen (12) de suspension de la charge soit déplaçable jusqu'à
la hauteur de levage maximale dans chaque point de l'espace.
4. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'au moins dans l'un des axes articulés (3 ou 8 ou 10) est disposé
un cadre de levage (16).
5. Equipement auxiliaire selon la revendication 4, caractérisé en ce que le cadre de
levage (16) est disposé dans l'axe articulé (10) du bras de levier (7) portant le
moyen (12) de suspension de la charge.
6. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le mécanisme de levier (11) est articulé à une plaque porteuse
(1) qui est insérable dans une fixation du chariot de manutention.
7. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la fixation au chariot de manutention est ajustable en hauteur
et/ou pivotable et/ou inclinable et/ou déplaçable latéralement et/ou rotative.
8. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les bras de levier (5, 6, 7) sont entraînables mécaniquement
en rotation et/ou verticalement.
9. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les bras de levier (5, 6, 7) sont entraînables hydrauliquement
en rotation et/ou verticalement.
10. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les bras de levier (5, 6, 7) sont entraînables électriquement
en rotation et/ou verticalement.
11. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le mécanisme de levier (11) est prévu avec le moyen (12) de
suspension de la charge en tant que support de charge unique du chariot de manutention.
12. Equipement auxiliaire selon l'une quelconque ou plusieurs des revendications 1-10,
caractérisé en ce que le mécanisme de levier (11) est prévu avec le moyen (12) de
suspension de la charge en tant que support de charge supplémentaire d'un support
de charge principal stationnaire vis-à-vis du matériel de manutention.
13. Equipement auxiliaire selon la revendication 12, caractérisé en ce que le mécanisme
de levier (11) est disposé avec le moyen (12) de suspension de la charge dans la zone
d'action du support de charge principal.