[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung des Endpunktes für den Frischprozeß
in Sauerstoffkonvertern bei der Stahlerzeugung.
[0002] Während des Frischens, also beim Auf- bzw. Einblasen von Sauerstoff auf bzw. in die
Stahlschmelze, wird im wesentlichen Kohlenstoff oxidiert. Am Ende des Sauerstoffblasens
ist der Kohlenstoffgehalt relativ klein. Daher tritt nun die Reaktion von Eisen mit
Sauerstoff in den Vordergrund. Neben der Tatsache, daß durch diese Reaktion der sogenannte
braune Rauch entsteht, eine starke Belastung der Umwelt, reagiert das flüssige Eisenoxid
mit dem teuren Feuerfest-Futter des Konverters und erhöht so die Feuerfest-Kosten.
Gleichzeitig wird das Eisenausbringen verringert. Deshalb ist das rechtzeitige Abschalten
der Sauerstoffzufuhr besonders wichtig. Zudem ist ein erhöhter FeO-Gehalt der Schlacke
von Nachteil für die Erzeugung von Stahl mit hohem Reinheitsgrad.
[0003] Die massenspektrometrische Analyse der Abgasbestandteile ist an sich bekannt, so
aus Stahl und Eisen, 1972, Seite 1278 bis 1283 und der DE-A-2 839 316. Bei den vorbekannten
Verfahren handelt es sich um den Versuch, in einem dynamischen Prozeß Aussagen über
den jeweiligen Zustand der Stahlschmelze zu erhalten.
[0004] Darüber hinaus gibt es vielfältige Methoden, den günstigsten Abschaltzeitpunkt zu
finden. So sind allgemeine mathematische Modelle bekannt, bei denen der Zeitpunkt
auf der Grundlage vorher festgelegter Werte, unter anderem die Schmelze selbst betreffend,
ermittelt wird.
[0005] Da diese Werte von Charge zu Charge jedoch wechseln, sind diese statischen Modelle
nicht in der Lage, den für jede Charge zutreffenden Abschaltzeitpunkt zu ermitteln.
Diese Beurteilung derartiger statischer Modelle findet sich auch in der Veröffentlichung
Stahl und Eisen von 1982, Nr. 10, Seiten 515 bis 519.
[0006] Dagegen sind dynamische Modelle, die ein Signal benutzen, eher geeignet, den Frischprozeß
befriedigend zu steuern. Eine dieser dynamischen Methoden ist die sogenannte Sublanzentechnik.
Hier werden kurz vor Ende des Blasens eine bzw. zwei Proben durch das Einführen einer
Lanze in Blasstellung genommen. Der Kohlenstoffgehalt wird durch eine Schnellbestimmung
mittels einer Abhängigkeit von der Erstarrungstemperatur ermittelt. Die Nachteile
der Sublanzentechnik sind die sehr hohen Investitions- und Wartungskosten sowie eine
unbefriedigende Trefferquote in Bezug auf den Kohlenstoffgehalt.
[0007] Weitere dynamische Modelle benutzen die Gasanalyse. Derartige Modelle wären an sich
für die Ermittlung des Abschaltzeitpunktes besonders geeignet, wenn eine zufriedenstellende
Methode zur Verwendung der Signale zur Steuerung des Frischprozesses vorhanden wäre.
Bei der herkömmlichen Abgasanalyse wird die Entkohlungsgeschwindigkeit aus den gemessenen
CO- und CO
2-Volumenanteilen unter Berücksichtigung der Abgasrate G
A ermittelt. Eine Senkung der Entkohlungsgeschwindigkeit signalisiert den Endpunkt.
Dieses Verfahren ist wegen unzureichender Reproduzierbarkeit der Endkohlenstoffgehalte
im Metall sowie der FeO-Gehalte der Schlacke nicht empfehlenswert.
[0008] Zu diesem Ergebnis kommt die zuletzt genannte Druckschrift, in der es sogar ausdrücklich
heißt, daß eine dynamische Prozeßleitung zum damaligen Zeitpunkt noch nicht möglich
gewesen sei.
[0009] Bei der massenspektrometrischen Analyse gemäß der DE-A-2 839 316 werden die ermittelten
Werte der Abgasbestandteile einem Computer zugeführt, der anhand eines bestimmten
Gleichungssystems aus diesen Werten den jeweiligen prozentualen C-Gehalt berechnet.
Erst wenn der vorbestimmte Wert angezeigt wird, wird entschieden, ob die Sauerstoffzufuhr
abgeschaltet wird.
[0010] Es wird dort ein Verfahren beschrieben, bei dem durch die Überwachung oder Messung
mittels Massenspektrometer und mittels Strömungsmesser die Menge der Entkohlung des
geschmolzenen Stahls bestimmt wird. Die Konzentrationsmessung von z.B. CO und CO2
über die Abgasanalyse sowie die Bestimmung der Abgasrate gibt die Entkohlungsrate.
Aus dem Produkt von Entkohlungsrate und Meßzeitintervall ergibt sich die entfernte
Kohlenstoffmenge, und eine weitere Aufsummierung der Kohlenstoffmengen über die Frischzeit
liefert die Gesamtmenge an vergastem Kohlenstoff. Eine Bilanz zwischen eingebrachtem
und ausgebrachtem Kohlenstoff ergibt die Endkohlenstoffmenge.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten
Art so zu führen, daß individuell für jede Schmelze möglichst frühzeitig und bei einem
bestimmten Bad-Kohlenstoffgehalt über die Abschaltung der Sauerstoffzufuhr beim Frischen
entschieden werden kann.
[0012] Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß während des Frischens fortlaufend die
aus dem Konverter entweichenden Abgasbestandteile CO und CO
2 und N
2 massenspektrometrisch bestimmt werden, wobei:
- zu Beginn der Messung das Massenspektrometer mit 100 Vol-% Stickstoff beaufschlagt
wird und mit der Endpunktbestimmung begonnen wird, wenn der CO-Anteil über 40 Vol-%
und der Stickstoffanteil unter 40 Vol-% liegt;
- die Bedingungen (pro Zeit)
a) Stickstoffgehalt steigt und
b) Kohlendioxid steigt und
c) das Verhältnis CO/N2 fällt oder der Wert (CO/N2) CO[100 - N2]/100 fällt
erfüllt sein müssen und mit Hilfe eines Rechnerprogramms fortlaufend mit einer Sollkurve
verglichen werden, und daß erst, wenn diese Bedingungen nach zwei bis zehn aufeinanderfolgenden
Vergleichsdurchläufen vom Rechner als erfüllt erkannt worden sind, die Sauerstoffzufuhr
beendet wird
[0013] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der zeitliche Verlauf einer Anzahl von Abgasbestandteilen
massenspektrometrisch ermittelt. Gegen Ende des Frischvorganges sinkt der Anteil einzelner
Abgasbestandteile, während der Anteil anderer Abgasbestandteile steigt.
[0015] Wenn mit Hilfe des Massenspektrometers die Abgasbestandteile CO, CO
2 und N
2 analysiert werden, so stellt sich heraus, daß gegen Ende des Frischvorganges der
Anteil an CO fällt, während die Anteile an CO
2 und N
2 ansteigen. Der Anstieg an CO
2 ist dabei relativ gering, während der Anstieg an N
2 sehr signifikant ist. Das liegt daran, daß gerade am Ende des Frischvorganges viel
Frischluft in den Abgasstrom gelangt. Aus umwelttechnischen Gründen müssen nämlich
die Abgase abgesaugt werden. Zwischen Konverteröffnung und Abgashaube befindet sich
ein Spalt, durch den mehr und mehr Falschluft angesaugt wird, wenn den Absaugpumpen
nicht mehr genug Konvertergas angeboten werden kann.
[0016] Da das Sinken des CO-Anteils bzw. das Steigen des N
2-Anteils aber zunächst sehr mäßig verläuft, ist nicht gleich zu entscheiden, ob der
Zeitpunkt zum Abschalten der Sauerstoffzufuhr schon erreicht ist. Sicher kann man
erst sein, wenn der Abfall des CO-Anteils bzw. der Anstieg des N
2-Anteils signifikant wird. Vor diesem Zeitpunkt kann jedoch schon die Reaktion des
Sauerstoffes mit dem Eisen die Überhand über die Reaktion des Sauerstoffs mit dem
Kohlenstoff gewonnen haben. Aus diesem Grunde werden aus den gemessenen Abgasbestandteilen
Parameter abgeleitet. Dabei bedeutet G
K = G
A/100 · (100 - N
2 - O
2) ≈ G
A/100 · (100 - N
2), wobei N
2 bzw. O
2 Volumenanteile in % im Abgas sind.
[0017] Die Parameter sind so gewählt, daß diese schon dann eine signifikante Änderung zeigen,
wenn die Abgasbestandteile erst langsam steigen bzw. fallen.
[0018] Auf diese Weise ist es möglich, die Entscheidung über die Abschaltung der Sauerstoffzufuhr
schon etwa 2 Minuten früher zu treffen als bei den bekannten Methoden.
[0019] Wichtig für das Verfahren ist es, daß am Beginn der Endpunktbestimmungsmessung der
Kohlenmonoxidanteil über 40 Vol% und der Stickstoffanteil unter 40 Vol-% im Abgasstrom
beträgt. Denn erst, wenn diese Anfangsbedingungen gegeben sind, ergibt sich im Verlauf
des Frischens ein auswertbarer Abfall des Kohlenmonoxidanteils bzw. Anstieg des Stickstoffgehaltes.
[0020] Da es also bei dem erfindungsgemäßen Verfahren darauf ankommt, daß die entscheidende
signifikante Änderung im zeitlichen Verlauf der Abgasbestandteile bzw. der daraus
abgeleiteten Parameter möglichst frühzeitig erkannt wird (Mustererkennung), werden
die gemessenen Abgaswerte als Analogwerte mit einem Analog-Digitalwandler digitalisiert
und mittels des Computerprogrammes aus den gewonnenen Digitalwerten die abgeleiteten
Parameter gebildet. Meßpunkt für Meßpunkt, die zeitlich etwa 3 Sekunden auseinanderliegen,
wird abgetastet und die jeweilige zeitliche Veränderung wird mit einem Soll-Zustand
verglichen. Dieser Sollzustand bedeutet beispielsweise bei CO "fallen", während er
bei Stickstoff "steigen" bedeutet. Ergibt die Abtastung, d.h. der Vergleich der zeitlichen
Veränderung der Meßpunkte mit dem jeweiligen Sollzustand in mehreren Durchläufen hintereinander
jeweils die gleiche Tendenz (CO fällt ständig, N
2 steigt ständig) wird ein Signal erzeugt, das dazu benutzt wird, die Sauerstoffzufuhr
abzuschalten.
[0021] Die Zahl der Vergleichsdurchläufe (Loopings) wird vorher festgelegt und beträgt 2
bis 10, vorzugsweise 7.
[0022] Da es im zeitlichen Verlauf der gemessenen Abgaswerte aber auch vorher schon zu Situationen
kommen kann, in denen die Soll-Zustände mehrmals hintereinander getroffen werden,
wird die Mustererkennung erst dann gestartet, wenn im zeitlichen Verlauf ein Punkt
erreicht ist, ab dem mit dem endgültigen Abfall des CO-Anteils bzw. dem endgültigen
Anstieg des N
2-Gehaltes gerechnet werden kann. Das wird beispielsweise mit Hilfe eines der oben
angegebenen statischen Modelle grob bestimmt. Es gibt jedoch auch andere Kriterien,
wie z. B. den sogenannten Kohlestop. Bei manchen Stahlherstellungsverfahren wird beispielsweise
von unten durch den Konverterboden Kohlenstoff in die Charge eingeblasen. Wenn genügend
Kohlenstoff in der Schmelze vorhanden ist, wird die Kohlenstoffzufuhr gestoppt, während
das Frischen weitergeht. Das Mustererkennungsverfahren wird dann beispielsweise 5
min. nach dem Kohlenstop begonnen, d. h., wenn ungefähr sicher ist, daß nur noch wenig
Kohlenstoff mit Sauerstoff reagieren kann, der Kohlenmonoxidgehalt im Abgasstrom somit
beginnt stetig abzunehmen.
[0023] Sind dann die oben genannten Bedingungen über eine vorher bestimmte Zeit bzw. vorher
bestimmte Anzahl von Vergleichsdurchläufen erfüllt, wird vom Rechner ein Signal erzeugt,
das entweder im DDC-Modus (Dynamic Digital Control) die Sauerstoffzufuhr selbständig
beendet, oder aber zum Konverterleitstand gesendet wird, wo dann die Sauerstoffzufuhr
vom Bedienungspersonal beendet werden kann. Diese zweite Alternative hat den Vorteil,
daß das Bedienungspersonal aufgrund von Erfahrungswerten die Sauerstoffzufuhr trotz
des Signals noch ein wenig aufrechterhalten kann.
[0024] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen dargestellt und näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- den prinzipiellen Aufbau der Meß- und Auswerteapparatur am Konverter,
- Fig. 2
- den zeitlichen Verlauf der Volumenanteile von CO, CO2 und N2,
- Fig. 3
- den zeitlichen Verlauf des Verhältnisses von CO und N2 multipliziert mit dem Konvertergasanteil,
- Fig. 4
- den zeitlichen Verlauf des Verhältnisses von CO und N2 und
- Fig. 5
- ein Flußdiagramm des erfindungsgemäßen Auswerteververfahrens.
[0025] In der Fig. 1 ist schematisch ein Konverter 1 dargestellt. Die Sauerstoffblaseinrichtung
ist aus Übersichtlichkeitsgründen weggelassen. Über der Konverteröffnung 2 befindet
sich in einem geringen Abstand 4 dazu eine Absaughaube 3, über die die Abgase aus
dem Konverter 1 in den Kamin 5 gelangen. Die Absaugpumpen sind ebenfalls aus Übersichtlichkeitsgründen
nicht dargestellt. Eine schematisch dargestellte Abzweigung 6 aus dem Kamin 5 beliefert
einen Massenspektrometer 7 mit den zu analysierenden Abgasbestandteilen. Die Meßsignale
werden beispielsweise mit Hilfe eines Schreibers 8 über der Zeit aufgetragen. Die
Analogwerte werden abgetastet und einem Analog-Digitalwandler 9 zugeführt. Die digitalisierten
Werte gelangen in den Rechner 10 und werden dort weiter verarbeitet. Nachdem festgestellt
worden ist, daß der richtige Zeitpunkt zum Abschalten der Sauerstoffzufuhr erreicht
ist, wird vom Rechner 10 ein Signal erzeugt, das im vorliegenden Beispiel über den
digitalen Ausgang 11 zum nicht dargestellten Konverterleitstand übermittelt wird.
[0026] In der Fig. 2 ist der zeitliche Verlauf der gemessenen Volumenanteile in % von Kohlenmonoxid,
Kohlendioxid und Stickstoff dargestellt. Die Messungen sind während des Frischens
nach einer vorher festgelegten Zeit begonnen worden. Es ist zu erkennen, daß am Frischende,
d. h. in diesem Fall im Bereich 10 bis 12 min., die CO-Kurve sinkt und die CO
2- und N
2-Kurven steigen. Die Verläufe der Meßsignale sind nach ca. 10,5 min. eindeutig.
[0027] Werden nun bestimmte, abgeleitete Größen, wie z. B. CO/N
2 oder CO
2 (1/N
2 - 1/100), in Abhängigkeit von der Frischzeit aufgetragen, so ist ein eindeutiger
Verlauf noch früher als nach 10, 5 min. zu erkennen.
[0028] In Fig. 3 ist für die gleiche Charge wie in Fig. 2 eine Auftragung von (CO/N
2) · (CO [100 - N
2]/100), was CO
2 (1/N
2 - 1/100) entspricht, als Funktion der Frischzeit durchgeführt worden. Hier ist schon
ein eindeutiger Trend nach ca. 8,5 min. erkennbar. Der Verlauf von CO/N
2 in Abhängigkeit von der Frischzeit wird in Fig. 4 dargestellt. Auch in diesem Fall
ist ein deutlicher Abfall nach ca. 8,5 min. zu sehen.
[0029] Das Verfahren basiert auf dem Ertasten der oben angegebenen zeitveränderlichen Größen.
Dazu ist es erforderlich, ein Rechnerprogramm zu erstellen, wie es schematisch in
Fig. 5 dargestellt ist, und die Analogwerte in Digitaldaten umzusetzen. Das Rechnerprogramm
erzeugt zunächst einmal die abgeleiteten Größen und vergleicht ständig die zeitliche
Veränderung mit dem Soll-Zustand.
[0030] Damit dieser Vergleich nicht schon am Anfang des Frischverfahrens bzw. am Anfang
der Meßzeit erfolgt, in einem Bereich also, in dem noch keine sinnvollen Entscheidungen
getroffen werden können, wird das Programm erst zu einem späteren Zeitpunkt gestartet.
Im vorliegenden Beispiel erst 5 Minuten nach dem Kohlestop.
[0031] Am Beginn der Messung ist das Massenspektrometer völlig mit Stickstoff beaufschlagt.
Beginnt nun die Messung, d. h. werden dem Massenspektrometer die zu untersuchenden
Abgase zugeführt, sinkt der Eichgas-Stickstoff-Anteil im Massenspektrometer. Sinkt
er unter 95 %, wird durch Reset das Programm erst einmal außer Funktion gesetzt. Sind
die 5 min. nach Ende der Kohlenstoffzufuhr erreicht, wird wieder abgefragt, ob der
Eichgasanteil des Massenspektrometers auf unter 95 % abgesunken ist. Wird diese Frage
bejaht, wird der Zähler im Programm auf 0 gesetzt und die erste Bedingung wird abgefragt.
In diesem Fall lautet die Bedingung "steigt der Stickstoffgehalt". Wird dies verneint,
wird der Durchlauf neu gestartet. Ist die Bedingung erfüllt, wird die zweite Bedingung
abgefragt, in diesem Fall "steigt der Kohlendioxidgehalt". Wird dies verneint, wird
der Durchlauf neu gestartet, wird dies bejaht, wird die dritte Bedingung abgefragt,
in diesem Fall "fällt der Kohlenmonoxidanteil". Wird dies verneint, wird erneut gestartet.
Anderenfalls werden noch andere Bedingungen berücksichtigt, so z. B. fällt der zeitliche
Verlauf des Verhältnisses von CO zu N
2. Eine weitere Bedingung könnte sein, ob der Gradient der abfallenden Flanke dieses
Verhältnisses (CO/N
2) einen bestimmten Wert überschreitet. Sind alle Bedindungen erfüllt, wird der Zähler
um eins höhergesetzt und die Abfragung der Bedingungen erfolgt für den nächsten Meßpunkt.
Erreicht die Anzahl der Durchläufe (Loopings) einen vorher eingestellten Wert, wird
das Verfahren beendet und das Signal zum Abschalten der Sauerstoffzufuhr erzeugt.
[0032] Das eben erläuterte Flußdiagramm aus Fig. 5 ist rein beispielsweise zu verstehen.
So ist es natürlich möglich, daß lediglich zwei Bedingungen abgefragt werden und daß
die Anzahl der Durchläufe zwischen n = 2 und n = 10, vorteilhafterweise jedoch auf
7 vorher festgelegt werden kann.
1. Verfahren zur Bestimmung des Endpunktes für den Frischprozeß in Sauerstoffkonvertern
bei der Stahlerzeugung, bei dem während des Frischens fortlaufend die aus dem Konverter
entweichenden Abgasbestandteile CO und CO
2 und N
2 massenspektrometrisch bestimmt werden, wobei:
- zu Beginn der Messung das Massenspektrometer mit 100 Vol-% Stickstoff beaufschlagt
wird und mit der Endpunktbestimmung begonnen wird, wenn der CO-Anteil über 40 Vol-%
und der Stickstoffanteil unter 40 Vol-% liegt;
- die Bedingungen (pro Zeit)
a) Stickstoffgehalt steigt und
b) Kohlendioxid steigt und
c) das Verhältnis CO/N2 fällt oder der Wert (CO/N2) CO[100 - N2]/100 fällt
erfüllt sein müssen und mit Hilfe eines Rechnerprogramms fortlaufend mit einer Sollkurve
verglichen werden, und daß erst, wenn diese Bedingungen nach zwei bis zehn aufeinanderfolgenden
Vergleichsdurchläufen vom Rechner als erfüllt erkannt worden sind, die Sauerstoffzufuhr
beendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die gemessenen Werte Analogwerte sind, die digitalisiert werden und dann dem Rechner
zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, daß der Rechner im Dynamic Digital Control Modus (DDC-Modus)
die Sauerstoffzufuhr selbständig beendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rechner das Signal zur Beendigung der Sauerstoffzufuhr über einen digitalen
Ausgang zum Konverterleitstand sendet, wo dann die Sauerstoffzufuhr abgeschaltet wird.
1. Process for determining the end point for the refining process in oxygen converters
in the manufacture of steel, in which during the refining the exhaust gas constituents
CO and CO
2 and N
2 which leave the converter are determined in continuous manner by mass spectrometry,
with:
- at the start of measuring, 100 vol-% nitrogen impinging on the mass spectrometer
and the end point determination being started when the proportion of CO is more than
40 vol-% and that of nitrogen less than 40 vol-%;
- the following conditions (per time) having to be met:
a) nitrogen content increases and
b) carbon dioxide increases and
c) the CO/N2 ratio decreases or the value (CO/N2) CO[100 - N2]/100 decreases
and being compared with a desired curve in continuous manner with the aid of a computer
program, and the supply of oxygen being terminated only when, after two to ten consecutive
comparison runs, the computer has recognised the latter conditions as met.
2. Process according to Claim 1,
characterised in that
the measured values are analog values which are digitalised and then supplied to the
computer.
3. Process according to Claim 2,
characterised in that
the computer terminates the supply of oxygen in autonomous manner in the dynamic digital
control mode (DDC mode).
4. Process according to Claim 2,
characterised in that
the computer sends the signal to terminate the supply of oxygen by way of a digital
output to the converter control station, where the supply of oxygen is then switched
off.
1. Procédé de détermination du point d'arrêt du procédé d'affinage dans des convertisseurs
à oxygène pour la production d'acier, dans lequel, pendant l'affinage, les constituants
gazeux CO, CO
2 et N
2 s'échappant du convertisseur sont déterminés en continu par spectrométrie de masse,
procédé dans lequel :
- au début de la mesure, on alimente le spectromètre de masse avec 100 % en volume
d'azote et on commence la détermination du point d'arrêt lorsque la proportion de
CO est supérieure à 40 % en volume et la proportion d'azote est inférieure à 40 %
en volume ;
- en respectant les conditions suivantes (par unité de temps)
a) la teneur en azote augmente et
b) la teneur en dioxyde de carbone augmente et
c) le rapport CO/N2 diminue ou la valeur (CO/N2) CO[100-N2]/100 diminue
et en les comparant de façon continue, à l'aide d'un programme informatique, à une
courbe des valeurs de consigne, et c'est seulement après que le respect de ces conditions
a été reconnu par l'ordinateur au cours de deux à dix périodes de comparaison successives
que l'on déconnecte l'amenée d'oxygène.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les valeurs mesurées
sont des valeurs analogiques, qui sont numérisées et ensuite, introduites dans l'ordinateur.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé par le fait que l'ordinateur arrête
automatiquement l'amenée d'oxygène selon le mode de commande numérique Dynamic Digital
Control (DDC-Modus).
4. Procédé selon la revendication 2, caractérisé par le fait que l'ordinateur émet le
signal d'arrêt de l'amenée d'oxygène, par l'intermédiaire d'une sortie numérique,
vers le poste de contrôle du convertisseur, où l'amenée d'oxygène est alors déconnectée.